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Inhalt Kapitel Ernährung:   1) Lebensmittelversorgung (Übersicht)   2) L. Gottlieb   3) EDEKA (s.u.)   4) ASKO   5) Coca-Cola

 


 

 

 

3)  EDEKA - Großhandel

         Saarbrücken

 


 

Text von Karl Presser (Layout Rainer Freyer)

Karl Pressers Eltern betrieben in der Saarbrücker Straße in Fürstenhausen (Ecke Auf den Feldern, heute Viktoriastraße) ein EDEKA-Einzelhandelsgeschäft, das bereits 1906 von den Großeltern als Bäckerei und Kolonialwarenhandlung gegründet worden war.

 


 

INHALT dieser Seite:  

 

Vorgeschichte  -  Die EDEKA im Saarland nach dem 2. Weltkrieg  -  Die Zentrale der EDEKA-Saarbrücken  -

Einzelhandelsgeschäfte der EDEKA-Saarbrücken in den 50ern  -  Die einzelnen Abteilungen der EDEKA-Zentrale  -

EDEKA-Korso zum 50-jährigen Jubiläum 1957/58  -  EDECA-Moselle

 

Zusätzliche Luftbilder vom EDEKA-Korso sind auf unserer Seite Ortsansichten.

Bilder von den Fahrzeugen des EDEKA-Fuhrparks finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge-LKW2.

 


 

Vorgeschichte

 

1898 schlossen sich 21 Einkaufsvereine aus dem Deutschen Reich zur "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin" - kurz E.d.K. - zusammen. Sie vereinigte sich in der Folge mit weiteren Genossenschaften. Am 21. Oktober 1907 gründete man den "Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften", dem eine angeschlossene GmbH als zentrale Warenbeschaffungsstelle diente. 1911 wurde aus der Abkürzung E.d.K. der bis heute gültige Firmen- und Markenname EDEKA gebildet. 1914 war die Gesamtzahl der eingebundenen Genossenschaften bereits auf 72 angewachsen. [1]

 

In Saarbrücken gründeten 1910, ein Jahr nach der Entstehung der Stadt, rund ein Dutzend Lebensmittel-Kaufleute eine kleine Einkaufsgenossenschaft [2]. Diese wurde nach dem Anschluss des Saargebiets ans Deutsche Reich im Jahr 1935 in das Geschäftsgebiet der dort bestehenden EDEKA einbezogen.

 

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[1] Infos aus: 100 Jahre Edeka. Gemeinsam gewachsen. Hgg. v. Edeka-Zentrale AG & Co. KG. Hamburg, 2007.

[2] Kulturdezernent der Stadt Saarbrücken (Hrsg.). Saarbrücken - 50 Jahre Großstadt. Saarbrücken, o.D., wahrsch. 1959. Kapitel 8, S. 24.

 

 

 

Die EDEKA im Saarland nach dem 2. Weltkrieg (bis 1959)

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde für den Bereich der Bundesrepublik eine neue EDEKA-Zentrale in Hamburg aufgebaut. In dem vom übrigen Deutschland abgetrennten Saarland entstand aus der bisherigen saarländischen Regionalgenossenschaft die EDEKA Saarbrücken.

 

Sie war ein Zusammenschluss selbstständiger Einzelhandelskaufleute und firmierte im Saarland als eigenständige, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung (eGmbH). Diese Gesellschaftsform ist vergleichbar mit einem Verein, dessen Mitglieder zum Ziel haben, gleiche Geschäfte zu betreiben und diese gemeinsam zu fördern. Ende der 50er-Jahre waren der EDEKA Saarbrücken etwa 600 Einzelhandelsgeschäfte angeschlossen.

 

Links: Zeitungsannonce aus "Zeit im Bild", Saarbrücker Illustrierte, Nr. 1 vom 11. Januar 1948. (Sammlung Torsten Gatzke)

 

Schon etwa 1948 schlossen sich Lebensmittelgeschäfte in Lothringen der EDEKA Saarbrücken an. Ende der 50er Jahre wurden etwa fünfzig lothringische EDEKA-Mitglieder von der Saarbrücker Zentrale aus beliefert. Mehr hierüber lesen Sie ganz unten auf dieser Seite unter "EDECA-Moselle".

 

Nach dem Tag X (5. Juli 1959) wurde die Genossenschaft in Saarbrücken als Regionalgesellschaft der Zentralorganisation in Hamburg ange- gliedert. Mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen D-Mark stand sie mit weitem Abstand an der Spitze der damals rund 230 EDEKA- Genossenschaften der Bundesrepublik [1]. Im Oktober 1963 wurde der Standort der Zentrale von Saarbrücken nach St. Ingbert in das neue Industriegebiet "Im Pottaschwald" (nahe der Autobahn) verlagert. Heute gehören die saarländischen Geschäfte organisatorisch zur EDEKA Südwest GmbH, Sitz in Offenburg.

 

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[1] Kulturdezernent der Stadt Saarbrücken (Hrsg.). Saarbrücken - 50 Jahre Großstadt. Saarbrücken, o.D., wahrsch. 1959. Kapitel 8, S. 24.

 

 

Die Zentrale der EDEKA-

 

Saarbrücken

 

Um 1940 zog die saarländische EDEKA in die Zentrale Mainzer Straße 120 in Saarbrücken ein. 1944 erhielt die Zentrale einen Bombentreffer; man siedelte nach Friedrichsthal um. Nach dem Einzug der Amerikaner (1945) kehrte die EDEKA in ihr Lagerhaus in der Mainzer Straße 120 zurück (heute sind dort die Einkaufsmärkte REWE und Norma). Gebäude und Hof lagen zwischen Mainzer Straße und Großherzog-Friedrich-Straße (von 1946 bis 1956 hieß sie Max-Braun-Straße: siehe Seite Straßennamen).

 

1947 waren ca. 450 Geschäfte der EDEKA Saarbrücken als Mitglieder angeschlossen, und der Jahresumsatz betrug etwa 9,4 Millionen Reichsmark. In der Zentrale waren 150 Mitarbeiter beschäftigt, der Fuhrpark umfasste 15 LKW. 1950 übernahm die EDEKA Saarbrücken die an der Saar bestehenden Filialen von Kaiser's Kaffee-Geschäft.

 

Die Ansicht der Zentrale in der Zeitungsannonce oben wurde 1948 von der Mainzer Straße aus aufgenommen. Man blickt im Hintergrund links auf die beiden im Dach leicht versetzten Siedlungsbauten in der Max-Braun-Straße (sie stehen heute noch dort). Bild: Anzeige aus der Saarbrücker Zeitung vom 10.7.1948. (Sammlung Torsten Gatzke.)

 

Die Typen der Fahrzeuge auf dem Bild oben werden auf unserer Seite Nutzfahrzeuge-LKW 2 näher beschrieben. Dort zeigen wir auch weitere Bilder vom EDEKA-Fuhrpark.

 

Auf diesem Foto vom Innenhof der Saarbrücker EDEKA-Zentrale schauen wir in Richtung zur Mainzer Straße. Links sieht man die durchgehende Laderampe. (Foto: Sammlung Roland Münch.)

 

EDEKA fuhr als Auslieferungsfahrzeuge für Lebensmittel UNIC-LKW vom Typ ZU oder Citroën-Fahrzeuge mit Kofferaufbau (siehe Seite LKW2).

 

Im Vordergrund links an der Laderampe ist ein Citroën Frischdienstfahrzeug für Eier, Butter und Käse zu erkennen (siehe weiter unten unter c)!) 

 

 

 

Anlässlich des Umbaus der Saarbrücker EDEKA-Zentrale entstanden zwei neue Gebäude (siehe Bilder unten; Architekt war Willi Steinhauer). Sie wurden 1951 bezogen. Zuerst entstand das Haus an der Mainzer Straße, mit Pförtnerloge und großem Tor auf Rollen, etwas später dasjenige entlang der Max-Braun-Straße. Die dazwischen stehenden alten Lager-Gebäude (die man auch oben in der Aufnahme von 1948 sieht) erhielten eine durchgängige überdachte Laderampe. Vermutungen, dass die EDEKA-Zentrale einen Gleisanschluss gehabt hätte, haben sich nicht bestätigt. - Heute sieht es in diesem Gebiet vollkommen anders aus, es stehen dort inzwischen Neubauten aus den 70er Jahren.

 

Die Geschäftsfelder der EDEKA in Saarbrücken waren: Lebensmittel-Großhandel, Import und Export, Eier, Butter, Käse, Weingroßkellerei, Obst und Gemüse, Kaffee-Rösterei und Tiefkühlhaus. Alle diese Bereiche werden weiter unten im Einzelnen beleuchtet.

 

Die beiden Bilder zeigen die neue EDEKA-Zentrale etwa Mitte oder Ende der 50er Jahre. Auf dem linken Foto die Ausfahrt zur Mainzer Straße (Blickrichtung ähnlich wie auf dem Foto in der Anzeige ganz oben), auf dem rechten sieht man die Einfahrt in der Max-Braun-Straße (heute wieder Großherzog-Friedrich-Straße).

 

                Die neuen Gebäude an der Mainzer Straße...                                                      und an der Max-Braun-Straße

 

   

 

 

Als 1963 die EDEKA-Zentrale von Saarbrücken nach St. Ingbert umzog, passte der bisherige Name der Gesellschaft "EDEKA Großhandel Saarbrücken eGmbH" nicht mehr. Man firmierte um zu "EDEKA Großhandel für Saarbrücken und Umgegend eGmbH".


Heute gehören die saarländischen EDEKA-Geschäfte organisatorisch zur EDEKA Südwest GmbH mit Sitz in Offenburg. 

 

 


 

 

 Einzelhandelsgeschäfte der EDEKA-Saarbrücken in den 50ern  

Willi Bachelier hatte seinen EDEKA-Laden in den 50er Jahren in der Werbelner Straße in Ludweiler (Bild links). Das Foto rechts ist aus den 60ern: Der Laden war inzwischen in die Hauptstraße umgezogen. Das EDEKA-Fahrzeug war ein Magirus Saturn (oder Pluto).

Fotos: Torsten Gatzke, Ludweiler

 

   

Links: EDEKA-Geschäft Niedermaier in Luisenthal, Frankfurter Straße. Das EDEKA-Transparent (ganz links im Bild) gab es so nur bei EDEKA Saarbrücken. Foto aus: Völklingen 1870-1970, ein Jahrhundert Stadtgeschichte in 450 Bildern. HarrerDruck, November 2010.

Rechts: Innenansicht des EDEKA-Geschäfts Presser am Tag des 50-jährigen Geschäftsjubiläums (1. Juli 1956). Foto: Karl Presser.

 

Hier ist noch Platz für weitere Fotos von EDEKA-Geschäften unserer Leser aus den 50er- oder frühen 60er-Jahren! Bitte melden Sie sich (> Kontakt), wir freuen uns auf Ihre Bilder und eventuelle Berichte oder Anekdoten.

 

Die an die EDEKA angeschlossenen Einzelhandelsgeschäfte waren meist alteingesessene Familienbetriebe. Nur sehr wenige Mitglieder der Genossenschaft hatten in den 50er-Jahren neben einem Hauptbetrieb auch noch eine oder mehrere Filialen.

 

Das Vordringen der Selbstbedienung ab etwa 1954 erforderte hohe Investitionen in größere Ladenlokale und ihre Ausstattung. Die neuen Anforderungen zu erfüllen, war für Familienbetriebe schwer, denn es gab damals wie heute Produkte, die nur über die Theke verkauft werden konnten. Es musste aber gleichzeitig jemand an der Kasse sitzen. Der Personalaufwand in kleinen Läden drohte zu steigen.

 

Das Bild links zeigt einen Laden, in dem noch das Personal hinter den Theken die Kunden bediente..

 

Die Idee, große Selbstbedienungsläden durch die eigene Zentrale zu betreiben, wurde kontrovers diskutiert. Letztlich wurden sol- che Läden fast immer als Hauptgeschäft oder Filiale von kapitalkräftigen Mitgliedern der Genossenschaft eröffnet. (Diesem Geschäftsmodell blieb EDEKA nur im Grundsatz treu; heute gibt es in Deutschland Unternehmen mit mehr als 100 Filialen.)

 

 

Bild rechts: Eine Übergangsform in kleinen Läden: Es gab Verkaufsgondeln im Vordergrund und zugängliche Regale. Die Kunden nahmen ihre Artikel aus den Regalen heraus, legten sie auf die Theke im Hintergrund und bezahlten dort. Sie konnten auch, wie man links sieht, ihren Kaffee bereits selbst mahlen.

 

Bild unten: Ein kleinerer Selbstbedienungsladen mit Kasse am Ausgang. Davor stehen die typischen Einkaufs-Drahtkörbe.

 

 

Bis Mitte der fünfziger Jahre blieb Selbstbedienung die Ausnahme. Der Lebensmitteleinzelhandel basierte auf dem Verkauf über die Theke. Eine wesentliche Aufgabe war das Abfüllen oder Verpacken von „loser Ware“, die in Säcken, großen Papiertüten oder Kisten und Fässern angeliefert wurde, in haushaltsübliche Mengen, so wie sie der Kunde gerade benötigte. Lose gehandelt wurden zum Beispiel Reis und Zucker, getrocknete Erbsen, Linsen und Bohnen, Rosinen und Sultaninen, Kaffeebohnen, Bonbons und Kekse, Eier und Margarine. Die Margarine hatte so den Namen „Biddchesbutter“ abbekommen, weil sie vom Hersteller in Pressstoffwannen abgefüllt wurde. Natürlich gab es sie auch in Würfeln abgepackt, der Preis war dann aber höher, und eingefleischte Anhänger der losen Ware behaupteten, diese habe einen anderen Geschmack. Üblich war es auch, Schmelzkäseecken aus der Sechserverpackung her- aus einzeln zu verkaufen. Es gab noch längst nicht in jedem Haushalt einen Kühlschrank. Auch Essiggurken verkaufte man lose nach Gewicht.

 

Je nach Jahreszeit wurden auch Salzheringe oder Sauerkraut aus dem Faß gehandelt. Klar, dass die Weihnachtsnüsse aus der Gegend um Grenoble im Sack angeliefert wurden. Der Kaufmann an der Ecke lagerte auch einen größeren Kartoffelvorrat ein und verkaufte diesen im Winter fünfpfundweise. Längst nichtmehr in jedem Haus kellerte man noch selbst ein. Zudem waren fran- zösische Kartoffeln sehr beliebt.

 

Lose Ware war in Selbstbedienungsläden nur schlecht abzusetzen. Die heute üblichen elektronischen Waagen mit Bonausdruck waren längst noch nicht erfunden. In jedem Lebensmittelladen gab es daher die großen Zeigerwaagen hinter der Theke. Das Abwiegen wurde von einigen Kunden mit Argusaugen beobachtet, insbesondere wenn teure Waren wie etwa Kaffee verwogen wurden.

 

Dieser wurde anschließend meist gleich im Geschäft elektrisch gemahlen, denn nicht jeder wollte noch Großmutters Hand-Kaffeemühle benutzen, mahlte sie doch grober, und der Kaffee schien weniger ergiebig.

 

Das letzte Foto oben zeigt den im November 1953 eröffneten 300 Quadratmeter großen Selbstbedienungsladen im Haus von Möbel River in der Saarbrücker Bahnhofstraße. Er war der erste SB-Laden der EDEKA-Genossenschaften in ganz Deutschland und verfügte bereits über fünf Kassen. Der erste SB-Laden im Saarland war zwei Monate vorher an der Ecke Viktoria-/Kohlwaagstraße in Saarbrücken eröffnet worden (siehe auf unserer Seite Gottlieb).

 

Aus den einzelnen Abteilungen der EDEKA-Zentrale

 

 

 

 

 

a) Kaffee-Großrösterei

 


  


Oben links: Die Kaffeerösterei. Rechts: Hier wurde der fertig geröstete Kaffee verpackt.

Unten links: Handverlesung der Kaffeebohnen.

Unten rechts: Das Kaffeelager der EDEKA.

 

Kaffeerösten ist eine Kombination von Handwerk und Kunst. Das fertige Produkt ist eine Mischung aus unterschiedlichen Kaffeesorten, deren Anteile entscheidend für den Geschmack, aber auch für den Preis sind. Eine wichtige Rolle spielt der eigentliche Röstvorgang. Die Trommelröster (Bild oben) waren mit Gas beheizt. Die großen flachen Behälter davor sind Kühlsiebe. Die Kaffeebohnen wurden vor und nach dem Röstvorgang von Hand sortiert, um faule Bohnen und so genannte "Stinker" auszusortieren. Geröstete Kaffeebohnen sind empfindlich gegen Feuchtigkeit und können nicht lange gelagert werden. Hergestellt wurde der Röstkaffee in mehreren Geschmacks- und Preiskategorien. Er wurde sowohl lose in großen Tüten als auch abgepackt an die Einzelhändler ausgeliefert. Die klassische Haushaltsmenge betrug damals 125g.         

 

 

b) Wein-Großkellerei

 

 

Das Geschäftsgebiet Großkellerei basierte auf zwei Säulen. Es war einerseits der klassische Handel mit Originalabfüllungen bekannter, hauptsächlich französischer Marken- und Edelweine, andererseits aber auch das Geschäft mit eigenen Abfüllungen, wobei der Saarländer bei den Weißweinen einen Hang zu den klassischen Elsässern wie den Pinots, dem Riesling, Gewürztraminern und Sylvanern und dem unvermeidlichen Edelzwicker hatte. Die bekannten Marken und Gebietsweine in Originalabfüllung wurden eher an Feiertagen und an der Kirmes kredenzt. In Anlehnung an die Gewohnheiten der französischen Nachbarn war man auch dem Tafelrotwein nicht abgeneigt. Dieser kam in der Regel aus Nordafrika, vorzugsweise aus Algerien und dort meist aus der Gegend um Oran und als Mascara. Dieser Wein hatte im Vergleich zu den sonstigen Tröpfchen aufgrund seines hohen Alkoholgehalts gleich mehrere Blaumacher. Nach Schiffsreise und Bahntransport landete er über dicke Schläuche und mit freiem Auslauf in den gefliesten Weinbunkern der Kellerei. Abgefüllt und verkauft wurde er unter verschiedenen Eigennamen und nach Alkoholgehalt gekennzeichnet und bepreist. Dies hatte zur Folge, dass die Endkunden kurzerhand nur 13er, 14er oder 15er Rotwein verlangten. Die damalige Etikettierung war in Grad, identisch ist sie mit heutigen Volumen-%.

 

 Die Bilder zeigen den Weinkeller der EDEKA Saarbrücken, ihre eigene Abfüllanlage und die Packstation für die Flaschenkästen.

 

 

          

 

 

 

 c) Frischdienst

 

Bei EDEKA waren drei Logistikstränge eingerichtet: Für den allgemeinen Lebensmittelhandel, für Obst und Gemüse und für den Frischdienst. Ein typisches Frischdienstfahrzeug ist der hier abgebildete Citroën P 45 (mehr darüber und ein weiteres Bild davon auf unserer Seite LKW 2). Der Kofferaufbau war mit Alublech ausgekleidet und hatte rechts und links eingebaute Regale.

 

Der Frischdienst versorgte auf gesonderten Liefer- touren die Einzelhändler hauptsächlich mit Eiern, Butter und Käse. Der Transport unterlag speziellen Temperatur- und Hygiene-Bedingungen. Besonders im Sommer konnten die Fahrzeuge nicht beliebig lange unterwegs sein. An einem geöffneten Frischdienstfahrzeug stehen zu bleiben, war für die Kunden ein Erlebnis.

(Foto: SKF, Sammlung Bernd Regenberg)


 

Fleißige Hände in der Butterformerei sowie im Käselager mit den riesigen Käserädern.

 

Das Angebot aus der französischen Landwirtschaft war groß, und die grenznahen französischen Molkereien waren Stammlieferanten in diesem Bereich. Die Produkte erfreuten sich bei den Kunden großer Beliebtheit. Auch viele Schweizer Hersteller hatten französische Tochterfirmen. Daraus resultierte die damals klassische Frage, ob denn das Rad mit dem Käse mit den Löchern auch „echter“ Schweizer sei.

 

Der Handel mit Käse erforderte höchste Aufmerksamkeit und sorgfältig temperierte Lagerung, sollte doch der Camembert den Kunden per LKW erreichen und nicht zu ihm "laufen". Mit im Sortiment waren alle klassischen Sorten wie etwa Romadur, Brie, Limburger und natürlich Münster, die, eine Kühltheke im Geschäft vorausgesetzt, auch lose nach Gewicht verkauft wurden. Beliebt waren Schmelzkäse von Gerber und „La vache qui rit“. Es gab zudem feste Schmelzkäse, die scheibenweise abgewogen verkauft wurden. Diese Prozedur übernahm eine spezielle Schneidemaschine mit einstellbarer Scheibendicke, das "Käsemesser". 

 

Rechts: Anzeige von 1952, Saarbrücker Zeitung. (Sammlung Torsten Gatzke)

 

Auch Butter (Bild oben links) und Pflanzenöle (unten) gab es als EDEKA- Eigenmarken, die in der Mainzer Straße verpackt oder abgefüllt wurden:

 

Ein Blick in die Speiseöl-Abfüllerei

Hier wurde der Speck geräuchert.

 

 

d) Lagerräume

 

Unabdingbar für den Lebensmittel-Großhandel waren ausgedehnte Lagermöglichkeiten. Die Lagerräume hatten elementaren Anforderun- gen zu genügen: Sie mussten trocken, hinreichend temperiert und möglichst nicht der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Die Lage- rung erfolgte je nach Anforderung in Regalen, auf dem Boden und auf Paletten. Die Paletten waren damals nicht genormt und erscheinen aus heutiger Sicht unzweckmäßig hoch. Damals waren sie praktisch, weil fast alle Waren von Hand umgeladen oder umgeschichtet werden mussten. Die hohen Paletten schonten die Rücken der Lagerarbeiter.

 

Die Aufgabe war, aus dem Vorrat an angelieferten Waren Lieferungen gemäß Bestellung und Lieferauftrag an die Einzelhändler zusammenzustellen. Die Auslieferung per LKW erfolgte nach festen Tourenplänen. Es gab Lagerabschnitte an der Laderampe, in denen die jeweilige LKW-Beladung zusammengestellt wurde. Heute würde man diesen Vorgang Kommissionierung nennen, damals hieß er Expedition.

Bei der Anlieferung ins Lagerhaus wurden als Transportmittel wenn möglich stählerne Rollenbahnen benutzt, mit deren Hilfe eine komplette LKW-Ladung zum Lagerort in der Halle transportiert werden konnte. Das funktionierte natürlich nur im Erdgeschoss auf Höhe der Laderampe. Der Transport in die Obergeschosse erfolgte nach Umladung an der Laderampe auf hauseigene Paletten mit handbetätigten Hubwagen oder Gabelstaplern und über Lastenaufzüge. Es bedurfte einer klaren Lagerordnung und umfangreichen Papierkriegs in den Lagerbüros. Ein- und Auslagerungen konnten ja nur manuell verfolgt werden.

 

Das Resultat war eine riesige, papierbasierte Lager-, Lieferanten- und Kundenbuchhaltung mit tausenden von Belegen und Ordnern. Dieses Verfahren war äußerst personal- und arbeitsintensiv. Dazu gab es das Rechnungswesen, das Zahlungen an Lieferanten veranlasste und Rechnungen an die Einzelhändler stellte.

 

Verpackungen:

 

Beim Blick in die Lagerräume fällt auf, daß die Verpackungen heute fast ohne Ausnahme „öko“ wären.

 

Hauptverpackungsmaterialien waren Pappkartons und Papiersäcke. Was für Papiersäcke zu schwer war oder belüftet werden musste, wurde in Jutesäcken angeliefert und gelagert. Haushaltsmengen wog der Kaufmann in Papiertüten ab, wobei bis etwa 1000g Inhalt die Spitztüte dominierte, die per kunstvoller Faltung dicht verschlossen werden konnte. Dies gehörte zu den Grundfertigkeiten jedes Lehrlings. Größere Mengen wurden in rechteckige Tüten mit geklebtem Boden verpackt und mit einer anderen Falttechnik verschlossen.

 

Die Königin der Verpackungen war die Blechdose. Oft als Konserven- dose für alle möglichen Gemüse einschließlich der obligatorischen Erbsen mit Karotten, für Gurken, Sauerkraut, Wurstwaren oder auch Obst, aber vor allem als Milchdose. Auch Fenner Harz gab es so. In große Dosen waren für den Einzelhandel auch Tees und Kekse verpackt. Selbst die bekannten Brühwürfel wurden, einzeln in Stanniol-Papier verpackt, in großen Blechdosen an die Geschäfte geliefert.

 

Obst, einige Gemüse, Marmelade und Honig gab es auch in Gläsern mit Blechdeckel. Die Lieferverpackung für den Einzelhandel war der stabile Pappkarton. Getränke wurden, bis auf Spirituosen, in Pfandflaschen gehandelt. Weinflaschen waren verkorkt, Bier und alkoholfreie Getränke gab es sowohl in Flaschen mit Kronenkorken als auch mit Bügelverschluß. Der musste bei der Abfüllung stets von Hand geschlossen werden. Die Flasche war dafür nach Anbruch erneut verschließbar. Der Transport der Getränke erfolgte in hölzernen Getränkekisten, meist mit unterteiltem Boden. Dies galt sogar für Cola-Getränke. Eine saarländische Besonderheit war die 1- Liter-Bierflasche, die bei Besuchern aus dem „Reich“ zuverlässig Erstaunen hervorrief.

 

Nicht nur Eierfreunde profitierten noch viele Jahre lang vom komfortablen Transport der Eier in Kartons mit speziell geformten „Eierpappen“, die als schalldämpfende Wand- oder Deckenverkleidung den Weg in die Jugendzimmer fanden. Auf den Bildern kann man EDEKA - eigene Paletten sehen, sowie Kartons, Papier- und Jutesäcke.

 

 

e) Kühlhaus

 

Der Blick in das Kühlhaus überrascht. Wer die heute üblichen Fertiggerichte in Kartons dort vorzufinden glaubt, wird enttäuscht sein. Es gab sie noch nicht. Sie wurden erst in der zweiten Hälfte der 50er Jahre vom amerikanischen Markt her übernommen. Noch später kam das in England erfundene Fischstäbchen auf den Markt. Das Kühlhaus war dazu da, hochpreisige saisonale Produkte für den späteren Verkauf einzulagern. Das waren Gemüse, natürlich Wild, es gab ja Schonzeiten, und auch in großen Mengen Molkereibutter, die so genannte Kühlhausbutter. Sie unterschied sich nicht nur durch die leicht gelbliche Farbe von der weißen Markenbutter, sondern auch in Preis und Geschmack. Die französischen Molkereien z.B. in Drulingen und Sarrebourg bedienten den saarländischen Markt. Kühlhausprodukte kamen nur selten gefroren in die Hand des Endverbrauchers. Der Transport von Gefriergut und dessen Kühlung waren noch sehr aufwändig. Speiseeis gehört übrigens nicht in diese Lebensmittelkategorie. Die Renner waren Eis am Stiel oder in der Waffel von Miko, der französischen Tochter von Langnese, und von Polar.

 

Gefrierfleisch war auch ein typisches Kühlhausprodukt, aber der Handel mit Fleisch und die Erzeugung von Fleischwaren waren damals nicht Teil des Kerngeschäfts. Es wurden allerdings selbst Räucherwaren produziert und mit Dauerwurst gehandelt. Fleischverkauf war Sache des Fleischerhandwerks. Wenn später Frischfleisch- Abteilungen in große Lebensmittelgeschäfte integriert wurden, dann mit räumlich abgetrennten Thekenabschnitten.

Zur Erinnerung: Zeitschriften und Zigaretten suchte man damals vergeblich im Lebensmitteleinzelhandel...

 

 

f) Obst- und Gemüsehalle der EDEKA Saarbrücken

Ihre erste Obst- und Gemüsehalle hatte die EDEKA Saarbrücken an der Stelle der Brebacher Landstraße eingerichtet, an der der Waldhang des Halbergs am nächsten an sie herankommt; etwa im Bereich der heutigen Hausnummern 12 bis 16.

 

Der in dem Bild auf der linken Seite sichtbare Hang gehörte zum Halberg, und der schwach im Hintergrund erkennbare Schornstein stand im Gelände der Halberger Hütte. Rechts und links der Halle führen Eisenbahngeleise vorbei. Vor und neben der Halle warten LKW darauf, beladen zu werden, um Obst und Gemüse zu den einzelnen EDEKA-Geschäften zu bringen.

Obst und Gemüse wurde in speziellen Körben und stapelbaren Span-Kästen aus ganz dünnem Holz, den Obst- und Gemüse-Steigen, transportiert. Sie waren Einwegverpackungen und wanderten zerkleinert als Anfeuerholz in den Ofen. Orangen traten ihre lange Schiffsreise gut verpackt in stabilen, mit Holzwolle gepolsterten Holzkisten an.

 

Ende der 50er baute die EDEKA an der Römerbrücke eine neue Frischehalle für Obst und Gemüse. Sie lag nicht weit von der Lagera entfernt, auf derselben Straßenseite. Heute ist in dem Gebäude die Fa. W. Sinn aus Maxdorf.

 

Die neue Halle beherbergte auch die Bananenreiferei und Kühlräume für Geflügel und Fisch. Sie hatte natürlich einen Gleisanschluss. Das Industriegleis verlief auf der Saarseite, und auf der Straßenseite gab es eine überdachte Laderampe. Zur Anlieferung wurde vorzugsweise der Schienenweg mit Kühl- oder "Bananenwagen" benutzt. 

 

 Einzelheiten zu den abgebildeten LKW finden Sie auf der Seite LKW 2.                                                               

 

 

 g) Büros, Hollerith-Abteilung, Registratur

 

 

Die Buchhaltung erfolgte auf der Basis unzähliger oft handschriftlicher Belege. Typische Büromaschinen waren in dieser Zeit zum einen mechanische Schreibmaschinen, oft mit breitem Wagen, zum anderen mechanische, elektrisch angetriebene Rechenmaschinen mit Kontrollstreifen-Ausdruck.

 

Chefs hatten kleine, per Kurbeln betätigte Rechenmaschinen auf dem Schreibtisch. Diese gab es auch an der langen Bürotheke in der Nähe des Eingangs. Rechnungen mussten meist mit der Schreibmaschine geschrieben werden, zumindest die Deckblätter. Übrigens, Sekretärinnen konnten damals ausnahmslos stenografieren.

 

Briefsendungen wurden per Adrema-Anlage (Adressiermaschine) adressiert und maschinell frankiert

 

Die Datenverarbeitungsabteilung hieß umgangssprachlich Hollerith- Abteilung. Dort arbeitete man mit Lochkarten als Eingabemedium. Diese wurden auf der Basis von Handbelegen gelocht, geprüft und dann verarbeitet. Lochen und Prüfen waren typische Arbeiten junger Frauen. Sie hießen überall „Lochmäuschen“, aber natürlich nicht bei EDEKA! Zentrales Werkzeug war die Tabelliermaschine, die die Lochkarten auslesen und verarbeiten konnte. Sie beherrschte auch die Grundrechen- arten. Ihre Technik war zwar alt, aber ausgereift und damals unglaublich effizient für die Buchhaltung und das Erstellen der Lager- und Bestell-Listen auf Endlospapier. Es konnten auch bereits formatierte Belege wie etwa Rechnungen gedruckt werden. Die Drucker waren Bestandteile dieser Maschinen, denn Papier war das einzige Speichermedium, entweder als grün-grau gestreifter Endlosdruck, wie noch Jahrzehnte später üblich, oder als Lochkarte. Die Archivierung erfolgte in einer umfangreichen Registratur mit tausenden von Ordnern.

 

 

 

h) Werbeabteilung

 

 

Die mit Sicherheit bekannteste Arbeit der Werbeabteilung war

das markante moderne Logo der EDEKA Saarbrücken. Es hat überhaupt nichts gemeinsam mit dem schon damals etwas altbacken erscheinenden Schleifen-Logo der EDEKA in der Bundesrepublik (siehe unten, linkes Bild).

 

Aus dem kurzzeitig (um 1947) verwendeten ersten Saar-Logo entstand ab etwa 1950 das endgültige Logo: Ein Rechteck, an den Seiten begrenzt durch Halbkreise, und der Schriftzug klar und in Großbuchstaben, das war es!

 

[1] (zum  ersten Logo hier unten): Autor der Grafik: Peter Wiegel. Verwendung unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“

 

 

Das Logo der bundesdeutschen EDEKA ab etwa 1947 [1]

Logo der EDEKA Saarbrücken, frühe Version, um 1947.

Logo der EDEKA Saarbrücken, spätere Form, 50er Jahre. Es wurde in verschiedenen Ausführungen verwendet.

 

Der Begriff „Corporate Identity“ war noch nicht geboren, daher tauchte das Logo in unterschiedlichen Farben und sogar in Schwarz-Weiß auf Briefbögen und Verpackungen auf. Auch eine Version, die in das Briefpapier eingeprägt war, war im Umlauf. Unabhängig von der Farbe war der Wiedererkennungswert trotzdem riesengroß. Die LKWs waren weiß-beige lackiert und trugen das Logo in Rot ringsum. Die Verpackungen und Etiketten aller Eigenmarken waren damit bedruckt. Die Kaffeesorten hatten eigens entworfene Verpackungen unterschiedlicher Grundfarbe. Die Hausfrauen kauften ihren abgepackten Kaffee genau so nach der Farbe ein wie den Tischrotwein nach Alkoholgehalt. Etiketten von Weinflaschen waren ein wahres Eldorado für die Grafiker, da durften bei algerischem Rotwein aus der eigenen Weinkellerei auch mal Kamele, Dünen und der Mann mit dem Turban neben dem Logo auf dem Etikett auftreten.

 

Wesentliches Werbeelement der Außenwerbung waren Plakate, die, im Schaufenster aufgehängt, die Auslagen der Geschäfte zierten. Außerdem wurden heftig Plakatsäulen beklebt. Es gab auch großformatige Dias für die Werbung im Kino. Auf Wunsch wurden individuelle Schaufensterausstattungen entworfen und von Dekorateuren ausgeführt. Auch in den Lagerräumen der Zentrale wurde mit Schildern aus der Werbeabteilung gekennzeichnet, siehe als Beispiel oben auf dem Bild der Wein-Abfüllanlage.

 

Werbemittel, die man den Kunden in die Hand drückte, waren der jährliche Abreißkalender und die Kundenzeitung "Die kluge Hausfrau", die im Saarland als "Wochenzeitung des saarländischen EDEKA-Kaufmanns" im richtigen großen Zeitungsformat herausgegeben wurde (siehe Bild links; ein gefaltetes Exemplar ist auch unten auf dem Werbezettel mit dem EDEKA-Cognac und den Stixis zu sehen); die Ausgabe für die Bundesrepublik hatte dagegen etwa das Format eines Mickey-Maus-Heftes.

 

Schaufenster- und Thekenleuchten waren häufig mit gläsernen, bedruckten Seitenscheiben ausgestattet. Deren Motive und Texte stammten ebenfalls aus der Werbeabteilung (siehe die Schaufensterleuchte oben im Bild des EDEKA-Ladens in Ludweiler!).

 

Manche der damaligen Werbetexte, wie etwa „EDEKA Wein, süffig und fein“ oder „Auf EDEKA bauen, sie lohnt dein Vertrauen“, erscheinen heute eher schlicht oder sogar belehrend, aber es lohnt sich, im Rahmen der Saar-Nostalgie daran zu erinnern.

 

Nach dem Tag X überrollte dann die Werbemaschinerie der bundesdeutschen Markenartikler die saarländischen Verbraucher und Einzelhändler. Viele saarländische und französische Produkte wurden über Nacht zu Ladenhütern. Dieser Prozess sollte sich 30 Jahre später in Ostdeutschland wiederholen: EDEKA stellte auch dort das Sortiment auf den neuen Bedarf um.

 

Die Werbeabteilung der EDEKA setzte auch gerne Etiketten von Zündholzschachteln der Saarländischen Zündwarenregie als Werbemittel ein:

 


 

Weitere Beispiele für EDEKA-Werbematerialien der 50er Jahre 

 

  

   

 

        Diese Grafik ist von Roland Stigulinsky

 


                  Anzeige aus einer Tageszeitung

 

 

 

Eine Piper J3 mit EDEKA-Werbung auf dem Flugplatz La Motte in Lebach. Foto: Flugsport-Club Lebach.

(Mehr über dieses und andere saarländische Flugzeuge auf unserer Seite Flugverkehr.)

 


 

 

EDEKA-Korso 50-jährigen Jubiläum 1957/58:

 

 

Anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums veranstaltete die EDEKA Saar 1957 (oder '58) einen Korso mit etwa 30 EDEKA-Fahrzeugen. Auf dem Luftbild sieht man sie bei der Durchfahrt durch die Sulzbachtalstr. in Sulzbach. Weitere Luftbilder davon auf unserer Seite Ortsansichten.

 

 

 

Die Fahrzeuge trugen alle schon SB-Kennzeichen. Nur die Dauphine (kleines Bild oben rechts) war noch mit einer OE-Nummer unterwegs (dies war nur bis Ende 1958 möglich).

 

 

In dem Korso fuhr auch ein LKW mit der Aufschrift 'EDECA' mit; zugelassen in Saarbrücken. (Näheres dazu unten im Abschnitt "EDECA Moselle".)

 

 

 

Auf diesen Bildern sieht man die Karawane in der Saarbrücker Bahnhofstraße. Bild rechts: Im Hintergrund rechts die Bergwerksdirektion. Die Aufschrift auf der Seite des LKW lautet: "50 Jahre EDEKA", und darunter kaum lesbar, "Jubiläumswoche" und deren Daten.

Fotos vom Korso: Sammlung Roland Münch

 

 

EDECA Moselle

 

 

In den frühen Nachkriegsjahren hatten sich bereits lothringische Lebensmittelgeschäfte der EDEKA Saarbrücken angeschlossen. So nahmen französische EDEKA-Mitglieder z.B. 1948 an der Generalversammlung teil. Als die EDEKA Saarbrücken ihr 40-jähriges Bestehen feierte, wurde ein Vertreter aus Lothringen zum beratenden Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Ende der 50er Jahre wurden etwa fünfzig Läden in Lothringen - sie nannten sich dort "EDECA" - von der Zentrale in Saarbrücken beliefert.

 

Der Zeitplan für die Rückgliederung des Saarlandes war seit 1956 bekannt. Mit dem wirtschaftlichen Anschluss an die Bundesrepublik und der neuen Grenze zu Frankreich würde spätestens dann die Belieferung der lothringischen EDEKA-Mitglieder nicht mehr so wie bisher fortgesetzt werden können. In weiser Voraussicht plante man deshalb eine Tochtergesellschaft in Lothringen, die EDECA-Moselle. Sie hatte ein Firmengelände (und auch ihren Sitz?) in Hombourg-Haut, zwischen Forbach und Saint-Avold. Sie wurde ab dem Tag X aktiv, befand sich aber wahrscheinlich bereits 1962 in Liquidation.

 

 

Foto rechts: Ein weiterer LKW der EDECA- Moselle. Es war ein Saurer France Typ 4CT3D, zugelassen im Département Bas-Rhin. Er hatte statt des serienmäßigen 130 PS - Saurer-Dieselmotors einen Perkins-Diesel-Direkteinspritzer Typ 6.354 mit 120 PS und ebenfalls 6 Zylindern. Daher das Perkins-Emblem auf der Kühlerverkleidung. Der Umbau erfolgte durch die Firma E. Dietrich in Ingwiller. Die Gründe für den Umbau sind nicht bekannt.

 

(Quelle: Jeudy, Jean Gabriel: Camions de France, 2e époque, S. 151, Éditions Massin 1994).

 

    Ein Beispiel für einen französischen EDECA-Laden: EDECA Schmidt in Petite Rosselle     (hier während eines Hochwassers).

 

 

Einen UNIC ZU mit SB-Nummer und der Aufschrift 'EDECA' sehen Sie oberhalb dieses Abschnitts EDECA-Moselle.

 

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Literatur und Quellen zum Thema EDECA Moselle: "Festschrift der EDEKA Saar"; "75 Jahre EDEKA Verband"; “Wir unter uns” (Mitarbeiter- Zeitung der EDEKA Offenburg); Archiv der EDEKA-Offenburg; französisches Nationalarchiv; private Aufzeichnungen von Manfred Kropp, Offenburg.

 


 

Fotonachweis zu dieser EDEKA-Seite: Die S/W-Aufnahmen ohne eigene Quellenangabe wurden Ende der 50er-Jahre in der Edeka-Zentrale Saarbrücken, Mainzer Str. 120, aufgenommen. Sie sind, ebenso wie die farbigen Bilder der Werbe-Handzettel, einem privaten Fotoalbum zum Thema "50 JAHRE EDEKA Saarbrücken" entnommen, das uns zur Verfügung gestellt wurde vom ARCHIV REDUIT.

 

Die Streichholzschachtel-Werbungen der Saarländischen Zündwarenregie sind aus den Sammlungen unserer Phillumenisten Wolfgang Brauer und Dieter Mach. Mehr über Streichholz-Etiketten auf unserer Seite Zündhölzer.

 


Diese Seite wurde produziert von Rainer Freyer am 8. Juli 2012 und zuletzt bearbeitet am 9.10.2016.

 

 

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