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2) Paul Hartmann
Kurzer Lebenslauf: Paul Hartmann wurde am 19. September 1909 in Vic (damals eingedeutscht Wich) in Lothringen geboren. Sein Vater war der Hof-Photograph Georg Hartmann. 1918 floh die Familie nach Saarbrücken, wo Paul nach der Volksschule die Oberrealschule am Landwehrplatz besuchte und dort 1929 die Obersekundareife erlangte. 1930 nahm er eine Stelle als Funker bei der Regierungskommission des Saargebiets an, und nach dem Anschluss der Saar an Hitler-Deutschland wurde er 1935 als Funkangestellter im Deutschen Reich übernommen. 1937 schloss er mit Luci Friedel die Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen (1938, 1939 und 1954). Ab Mai 1938 arbeitete er als Peilwachleiter, bis er am 1. September 1939 zum Militär einberufen und bis
Kriegsende an verschiedenen Orten als Peilflugleiter eingesetzt wurde.
Sein fotografisches Interesse wurde bereits früh geweckt: Von 1924 bis 33 absolvierte er neben Schule und Beruf eine Lehre im elterlichen Fotoatelier und Labor in der Sulzbachstraße in Saarbrücken, in dem er auch unmittelbar nach dem Krieg tätig war. 1946 legte er in St. Ingbert die Gesellenprüfung ab. Daran anschließend eröffnete er einen eigenen Betrieb, wurde als Mitglied in die Fotografeninnung
aufgenommen und in die Handwerkerrolle eingetragen.
Paul Hartmann widmete sich schon sehr früh nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem der Presse- und Industriefotografie. Somit begann er die Pressearbeit eher als die meisten seiner Fotografen-Kollegen. Diese fingen damit erst in den Jahren 1948 oder 1949 an, wahrscheinlich weil in der Zeit davor ein großer
Mangel an Fotomaterial herrschte; außerdem waren 1943/44 fast alle Fotoapparate im Land durch die Behörden konfisziert worden. Paul Hartmann hat trotzdem - wohl als einziger - die beiden Jahre 1947 und 1948 fotografisch begleitet. Daher finden sich besonders viele Aufnahmen aus dieser Zeit in seinem Nachlass, das seine Kinder 2010 dem
Saarländischen Landesarchiv zur Aufarbeitung übergeben haben. Es besteht aus etwa 60.000 Negativen, die die Mitarbeiter des Archivs nun sichten und digitalisieren werden. Allerdings sind die Bilder Paul Hartmanns nicht die einzigen, die dem Landesarchiv in letzter Zeit übergeben wurden. Auch die Fotosammlungen der anderen großen saarländischen Pressefotografen
- Ferdi Hartung, Julius Schmidt, Walter Barbian und Erich Oettinger - müssen von den Mitarbeitern des Landesarchivs bearbeitet werden. Leider ist dieses stark unterbesetzt, so dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis alle 6 bis 700 000 Bilder gesichtet und gescannt sein werden. Das Archiv beabsichtigt, als ersten Schritt in Kürze etwa 30.000 Bilder der genannten Fotografen in einer Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zu diesem Bild: Wiederaufbau am Saarbrücker Stadttheater, Febraur 1948. Quadersteine werden zur Ausbesserung der Treppen vor dem Haupteingang bearbeitet. Am 6. März 1948 wurde das Große Haus wieder eröffnet.
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Ein winziger Teil davon, nämlich etwa 50 Aufnahmen aus den ersten Jahren der Protektoratszeit, werden derzeit (und noch bis zum 1. Juli) in der Arbeitskammer gezeigt. Titel der Ausstellung: Aufbruch. Fotografien aus dem Nachkriegs-Saarland.
Schirmherrschaft: Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken.
Auszug aus dem Pressetext der AK zur Ausstellung:
Sie räumen
den Schutt und die Steine weg, mit bloßen Händen, durch die zerstörte Stadt dampft die „Trümmerbahn“. Das zeigen die Bilder des Saarbrücker Fotografen Paul Hartmann aus den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Doch die Menschen im Saarland schöpfen auch wieder Hoffnung: Sie treiben Sport, gehen ins Theater, heiraten, Radio Saarbrücken wird gegründet, eine Verfassungsgebende Versammlung gewählt, für mehr Lohn demonstriert. Aufbruchstimmung herrscht im Land.
Die kleine Schau gewährt einen höchst interessanten Einblick in die saarländische Nachkriegsgeschichte der Jahre 1947 und 1948, wie er bis dato so nicht möglich war.
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Die Firma H. Muhlke, Bahnhofstraße 78, schräg gegenüber dem Kauf- haus Sinn. Im Vordergrund verlaufen die Gleise der Trümmerbahn.
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Aber auch in den Jahren danach widmete Paul Hartmann den größten Teil seiner fotografischen Arbeit der Dokumentation der wichtigsten Geschehnisse und Gegebenheiten in unserem Land. Er verstarb am 26. Januar 1971 in Homburg.
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