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a) Allgemeines zum

 

 

 

Verkehrswesen im Saarland

 

 

Généralités sur la circulation en Sarre

 

 Cette page contient des traductions en français

 

 

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Die Themen auf dieser Seite:

 

Einführung - Introduction

1) Für Fahrräder brauchte man einen Fahrradschein

2) Verkehrsstatistik aus dem Jahr 1950

3) Eine Straßenszene in St. Wendel, etwa 1956

4) Anfänge des Autobahnbaus im Saarland  

5) Autoradios

    Kleiner Exkurs: Vorkriegstankstelle in Sulzbach

 

 In Kürze folgen weitere Themen.

 

> Übersichts-Seite des Gesamt-Kapitels VERKEHR


> Übersichts-Seite VERKEHR

 

Einführung:

 

Der Zweite Weltkrieg hat in den sechs Jahren seiner Dauer die Welt erschüttert. Im Saarland hinterließ er, wie in ganz Europa, eine humanitäre Katastrophe, und die Zerstörung von Industrieanlagen, Häfen, Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien bewirkte einen starken Rückgang von Produktion und Handel.

 

Die Welt von 1945 war eine Welt in Trümmern, die wieder neu aufge- baut werden musste. Wie überall war auch im Saarland der Wieder- aufbau der Infrastruktur vorrangig: Verkehrsmittel mussten instand gesetzt oder neu besorgt, Verkehrswege wieder hergestellt oder neu geschaffen werden.

 

Vom 25. Juli 1945 an befand sich die Verwaltung der Saar in den Händen der französischen Militärregierung. Für Frankreich war der wirtschaftliche Wiederaufbau des Landes eng verbunden mit den eigenen Interessen und stellte daher ein äußerst wichtiges Ziel dar.

 

 Introduction

 

En mai 1945, le monde sort bouleversé par les six années de la Seconde Guerre mondiale. Outre un bilan humain très lourd, la destruction des usines, des ports, des routes, des ponts, des lignes de chemin de fer désorganise la production et les échanges en Europe comme en Sarre.

 

Le monde de 1945 est donc un monde à reconstruire. En Sarre comme ailleurs la reconstruction de l’infrastructure est primordiale : la restauration et la production des moyens de transport et des voies de communication jouent alors un rôle capital.

 

A partir du 25 juillet 1945, l’administration de la Sarre se trouve entre les mains des autorités militaires françaises. Pour la France, le renouveau économique du pays est lié étroitement à ses propres intérêts et constitue un objectif de première importance.

 

 

1) Zum Fahrradfahren benötigte man einen Fahrradschein

 

In der "Verordnung betreffend die Regelung des Verkehrs der deutschen Bevölkerung im Saargebiet" vom 20. Juli 1945 wurde unter Punkt III (Besondere Vorschriften) Folgendes bestimmt: "Der Verkehr mit Fahrrädern und mit Motorfahrzeugen bedarf der besonderen Genehmigung für die Benützung dieser Verkehrsmittel." (Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 2 vom 25.07.1945). Für die Benutzung eines Fahrrades (auch das "Führen" eines solchen, "es sei denn, dass nach seinem Zustand ein Gebrauch ausgeschlossen ist") wurde eine "Radfahrabgabe" erhoben. Im Oktober 1945 wurde diese durch eine "Fahrradsteuer" ersetzt, die anfangs 12 Reichsmark pro Jahr betrug und im Voraus zu zahlen war.

Wer sie nicht zahlte, musste eine Strafe von 25 bis 100 Reichsmark zahlen. Im Wiederholungsfalle konnte das Fahrrad eingezogen werden. Hierbei war es ohne Bedeutung, ob es dem Benutzer eigentümlich gehörte.

 

Nach 1946 wurde ein "Fahrradschein" eingeführt, für den man jeweils eine "Schreibgebühr" von 10 Fr. (1950) kassierte, die durch Gebührenmarken quittiert wurde. Den Schein musste man beim Benutzen des Rades mit sich führen und bei einer Polizeikontrolle vorzeigen. Personen, die mit ein fremdes Fahrrad benutzen wollten, konnten dies tun, mussten aber ebenfalls den zu dem Rad gehörenden Fahrradschein bei sich tragen. [1]

Bis zu welchem Zeitpunkt solche Scheine für das Führen von Fahrrädern vorgeschrieben waren, ist nicht bekannt.

Den oben abgebildeten Fahrradschein hat uns Egon Groß aus Lebach zur Verfügung gestellt. Er wurde im Jahr 1950 ausgestellt und trägt eine amtliche Registriernummer, die das Kennzeichen des Kreises Merzig für Kfz (OE 6) enthält.

[1] Auch in der Saarstaatzeit wurde ein Nichtbeachten dieser Vorschrift strafrechtlich geahndet. Man konnte sogar deswegen ins Gefängnis kommen. Ein Beispiel findet sich auf der Website http://www.theulegium.de/index.php?id=48: In Tholey wurde 1952 ein Einwohner zu zwei Tagen Haft verurteilt, weil er als Fahrradfahrer nicht im Besitz des geforderten Fahrradscheines war. Er hätte auch ersatzweise zwei Tagessätze als Strafe entrichten können. Das wollte er aber nicht, weil er den Franzosen auf keinen Fall Geld geben wollte.

 

  

1) Impôt sur les bicyclettes 

Il fut difficile pour la population de reprendre la vie quotidienne, car il y avait des restrictions dans tous les domaines. Le « Décret sur la circulation de la population allemande en Sarre » du 20 juillet 1945 (point III, prescriptions particulières) contient la directive suivante : « La circulation à bicyclette ou à engin motorisé nécessite une permission particulière pour l’utilisation de ce moyen de transport » (Amtsblatt…). Pour utiliser un vélo, ou même en posséder un, il fallait donc payer une « taxe pour bicyclette », sauf si son état  empêchait son utilisation. En octobre 1945, cette taxe fut remplacée par un « impôt bicyclette » d’un montant de 12 Reichsmark par an, payable d’avance. En cas d’infraction à ce règlement il fallait payer une amende de 25 jusqu’à 100 RM. « En cas de récidive la bicyclette peut être confisquée sans considération de son propriétaire ».

Plus tard, il y eut une sorte de « certificat pour bicyclettes » d’un montant de 10 F (1950) pour frais d’administration, à acquitter en timbres. Toute personne qui voulait utiliser un vélo, devait être en possession de ce document. Il fallait le montrer au cas d’un contrôle policier. -On ne sait pas jusqu’à quelle date ces certificats furent en vigueur.

 

 

 

2) Verkehrsstatistik und Verkehrserziehung in den 50er Jahren

     

 

Die Regierung des Saarlandes - Informationsamt - teilt mit:

  

Nach dem Stande vom 1.4.1950 befinden sich im Saarland nachstehend aufgeführte Kraftfahrzeuge:

   

Gesamtzahl:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufteilung auf die Kreise:

Kräder

9 343

OE 1 - Homburg

2 418

PKW

9 805

OE 2 - Merzig

2 393

LKW

9 015

OE 3 - Ottweiler

 4 074

Kraftomnibusse

   458

OE 4 - Sbr. - Land

6 082

Zugmaschinen

   879

OE 5 - Sbr. - Stadt

8 142

Sonderkraftfahrzeuge

331

OE 6 - Saarlouis

4 314

Anhänger

1 728

OE 7 - St. Ingbert

2 045

 

 

OE 8 - St. Wendel

2 091

Insgesamt

31 559

 

 

  

Verkehrsunfallstatistik

 

1947

1948

1949

Zahl der Verkehrsunfälle

624

1 239

2 247

dabei wurden getötet

 

99

69

                    schwer verletzt

 

193

307

                    leicht verletzt

 

610

1 094

Beschädigungen an Kfz

 

1 285

1 929

Führerscheinentzug wegen Trunkenheit am Steuer

 

111

 Quelle: Landesarchiv, Inf. A, 210  

Becker/Schmidt: Saarbrücken in den 50er und 60er Jahren. Wartberg 1999

 

Im Jahr 1950 kommt im Saarland bei einer Einwohnerzahl von etwa 940 000

ein Kraftfahrzeug auf je 30 Personen.

 

 

.

1954 ließ der Landespolizei- präsident diese Mitteilung als Warnung für die Verkehrsteilneh- mer in den Zeitungen verbreiten.

 

Metallene ACS-Plakette für Fahrzeuge von Mitgliedern

 

(aus der Sammlung von Ferdinad Kleineick)

 

 

 

Verkehrserziehung

 

in Gedichtform

im Saarland der 50er Jahre.

 

 

Aus der Clubzeitschrift des Automobil-

und Touringclubs Saar.

 

 

    

 

 

 

3) Eine

 

Straßen-

 

szene

 

in Sankt

 

Wendel,

 

etwa 1956

 

 

 

Der St. Wendeler Dom überragt diese friedliche Straßenszene aus der Mitte der 50er Jahre.

 

 

Die Turmuhr des Doms zeigt 10 vor 4. Ganz vorne ist ein Motorroller mit OE8-Kennzeichen (für den Kreis St. Wendel) und SA (für Saarland) abgestellt. Vielleicht gehört er dem Fotografen? Dahinter sieht man eine innerstädtische Tankstelle mit drei Zapfsäulen, die Benzinmarke ist von weitem nicht zu erkennen. Ein Mann hat sein Auto betanken lassen und wartet, während die junge Frau ins Haus eilt, wahrscheinlich zur Kasse, um dort das Wechselgeld zu holen (die Selbstbedienung an Tankstellen wird erst ein paar Jahrzehnte später eingeführt werden). Links im Bild spaziert ein älteres Paar in die Szene. Sonst ist niemand zu sehen, vielleicht ist es Sonntag? Aber haben die Tankstellen 1956 schon sonntags geöffnet?

 

Das Foto wurde auf der Mott im Zentrum von St. Wendel aufgenommen, und die Tankstelle war die ARAL-Tankstelle Brachetti. 

 

Auf diesem großen Platz wurden übrigens auch zahlreiche der Fotos mit Postbussen auf unserer Seite Saar-Kraftpost und das Foto eines Bestattungsfahrzeug der Fa. Dubreuil auf der Seite Sonderfahrzeuge (Teil b) aufgenommen.

 

Die Originalfotogafie im Format 6 x 9 hat Elmar Landwehr aus St. Wendel zur Verfügung gestellt. Infos über den Ort der Aufnahme von Wolfgang Linnenberger.

 

 

 

4) Anfänge des Autobahnbaus im Saarland 

 

Bis Ende der 50er Jahre gab es im Saarland keine Autobahn. Im Dritten Reich war zwar schon früh eine Autobahn von Mannheim nach Paris geplant und die Teilstrecke Kaiserslautern-Saarbrücken-Trier im Jahr 1938 sogar als besonders dringlich eingestuft worden, und es war damals auch schon zur Planung der Trasse, zum Ankauf von Grundstücken und zum Bau einzelner Brücken und Streckenabschnitte gekommen, allerdings nur im pfälzischen Raum, z. B. zwischen Landstuhl und Glanmünchweiler. Aber bei Ausbruch des Krieges wurden sämtliche Arbeiten unterbrochen, und kurz vor dem Kriegsende ließ die Wehrmacht die bereits errichteten Brücken im Gebiet der Pfalz wieder sprengen, um das Vorrücken der Alliierten zu erschweren.

 

Zur Zeit der Autonomie wurden im Saarland keine Autobahnen gebaut. Die alte NS-Trasse führte von Mannheim aus nur bis Kaiserslautern. Erst Ende der 50er Jahre machte man sich daran, sie bis Saarbrücken zu verlängern. Die Vorbereitungen dazu begannen nicht lange nach dem politischen Wiederanschluss der Saar an Deutschland am 1. Januar 1957.

 

 

4) Construction d' autoroutes en Sarre

Jusque dans les années 50, il n’y eut aucune autoroute en Sarre. Pendant le IIIe Reich on avait déjà commencé à construire un tracé de Mannheim à Paris, mais les travaux furent interrompus au début de la guerre. Juste avant la fin de celle-ci l’armée allemande fit même sauter les ponts déjà installés dans la région du Palatinat pour empêcher l’avance des Alliés.

Pendant la période de l’autonomie de la Sarre aucune autoroute ne fut construite. Le reste de l’autoroute construite par les Nazis reliait uniquement Mannheim et Kaiserslautern. C’est seulement vers la fin des années 50 qu’on commença à la prolonger jusqu’à Saarbrücken. Les préparatifs commencèrent peu après le rattachement de la Sarre à l’Allemagne, le 1 janvier 1957.

Linkes Bild: Um das Gelände für den Bau der neuen Autobahn vorzubereiten, mussten auch einige Sprengungen vorgenommen werden. Hier wird eine solche Sprengung in der Nähe von Rohrbach vorbereitet.

 

Unten: Die Kaiserstraße musste bei Rohrbach (hier in Richtung Kirkel gesehen) zunächst einige Meter tiefer gelegt werden, um die Steigung der neuen Autobahntrasse zu verringern.

 

 

Die Bauarbeiten an dem im Saarland gelegenen Teilstück wurden auf verschiedene saarländische Firmen aufgeteilt. Der Berliet in dem Foto unten gehörte der Bauunternehmung M. Lembert, Fechingen, und trug eine Tafel, auf der die Namen der Firmen vermerkt waren.

 

 (Foto: Landesarchiv Saarbrücken, 063).

 

 

 

 

Der erste Spatenstich auf saarländischem Gebiet für den Bau der Autobahn von Landstuhl bis St. Ingbert-West erfolgte am 11.8.1956 in der Nähe von Rohrbach.

 

 

 

 

 

 

In einer Asphalt-Mischanlage wird das Material für den Fahrbahnbelag vorbereitet.

 

 

Am 14.12.1959 wurde die Eröffnung dieses Autobahnabschnitts durch Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm (mit der Schere) vorgenommen. Auf dem Foto sind u.a. der saarländische Ministerpräsident Franz-Josef Röder (ganz links) zu sehen, neben ihm Wohnungsbauminister Ludwig Schnur und ganz rechts der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Peter Altmeier.

Foto: Landesarchiv Saarbrücken, B Stk  

 

Der Anschluss an die im Bau befindliche Autobahn Mannheim- Saarbrücken wertete u.a. die günstige Verkehrslage der Stadt St. Ingbert auf, die heute sogar über drei Autobahnausfahrten verfügt.

 

Der komplette Autobahnabschnitt bis Saarbrücken wurde 1962/63 als Teil der A 6 dem Verkehr übergeben.

 

Unten: Schaulustige winken den ersten Autos auf der neuen Autobahn zu. - Die Polizeieskorte für den hohen Besuch.

 

  

 Fotos in diesem Abschnitt: Landesarchiv Saarbrücken und A. Senzig, Rohrbach      

 

 

5) Autoradios

 

 

 

Das erste Autoradio baute in Deutschland die Radiotelefon- und Apparatefabrik Ideal AG (heute Blaupunkt) in Berlin zusammen mit der Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Es wurde über Bowdenzüge fernbedient. Diese frühen Modelle waren groß und schwer und sehr teuer. Sie benötigten noch eine eigene Batterie oder einen Umformer (später Zerhacker) für die Anodenspannung.

 

1949 begannen die Firmen Becker und Blaupunkt mit der Herstellung von Geräten, die man ins Armaturenbrett einbauen und so direkt bedienen konnte.

 

Ab 1951 wurden Autoradios mit Drucktasten und auch mit einem Empfangsteil für den neu eingeführten UKW-Rundfunk gebaut. 1957 verwendete man außer Röhren auch schon Transistoren in den Radios, und 1960 erschien der erste Empfänger, der vollständig mit Transistoren bestückt war. Es war ein Philips, später folgten auch Becker und Grundig. Nun konnte man die Radios wesentlich kleiner bauen, und der Batterieaufwand war geringer.

 

1968 gab es das erste Autoradio mit eingebautem Cassetten-Spieler und ab 1969 konnten auch Stereo-Sender im Auto empfangen werden.

 

 

Infos aus wikipedia. Die Anzeigen und die Rundfunkgenehmigung hat Torsten Gatzke, Ludweiler, zur Verfügung gestellt. Die Radiola-Anzeige ist von 1951, Blaupunkt 1959.

 

 

 

Wer im Auto Radio hören wollte, musste eine spezielle Genehmigung dafür haben. Die hier gezeigte galt für ein KFZ mit OE 24- Nummer und war 1957 oder 1958 ausgestellt worden.

 

 


 

Weitere allgemeine Informationen über das Verkehrswesen im Saarland folgen demnächst.

 


 

 

 

 

Kleiner "Exkurs" in die Zeit vor dem Krieg:

 

 

Ein sehr schönes Foto aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg hat Reiner Schwarz aus Dudweiler in den Unterlagen seiner Schwiegermutter gefunden.

 

Es zeigt die Tankstelle „Funk“ in Sulzbach. Diese gehörte den Eltern seines Schwiegervaters, Herbert Funk. Die Tankstelle ist heute als Gebäude noch vorhanden, wird aber nicht mehr als solche genutzt.

 

Das Bild wurde etwa Ende der 30er Jahre in Sulzbach in der heutigen Sulzbachtalstraße in Höhe „Am Hamersberg“ aufgenommen. Der Mann im Vordergrund rechts ist Herbert Funk.

 

Foto: Reiner Schwarz, Dudweiler

 

Dies sind die weiteren Abschnitte des Kapitels Verkehr: 

 

b) Kfz-Kennzeichen des Saarlandes  *  c) Die Bedeutung des "OE"  *  d) PKW (französ.)  *  PKW (deutsch&ausländ.)  *  Motorräder e) Nutzfzg.: LKW 1 - LKW 2  * f) Sonderfahrzeuge  * g) Omnibusse  * h) Straßenbahn  *  i) Eisenbahn  *  j) Feuerwehr  *  k) Fliegen

 


                                                                                                             Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 24.12.2011                  

 

 

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