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a) Allgemeines
zum
Verkehrswesen im
Saarland
von 1945 bis 1959
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1) Für Fahrräder
benötigte man einen Fahrradschein
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In der "Verordnung
betreffend die Regelung des Verkehrs der
deutschen Bevölkerung im Saargebiet" vom 20. Juli 1945
wurde unter Punkt III (Besondere Vorschriften)
Folgendes bestimmt: "Der Verkehr mit Fahrrädern
und mit Motorfahrzeugen bedarf der besonderen
Genehmigung für die Benützung
dieser Verkehrsmittel." (Amtsblatt des Regierungspräsidiums
Saar Nr. 2 vom 25.07.1945). Für die
Benutzung eines Fahrrades (auch das "Führen" eines solchen, "es sei denn,
dass nach seinem Zustand ein Gebrauch ausgeschlossen
ist")
wurde eine "Radfahrabgabe" erhoben. Im
Oktober 1945 wurde diese durch eine "Fahrradsteuer" ersetzt, die
anfangs 12 Reichsmark pro Jahr betrug und
im Voraus zu zahlen war. |

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Wer diesen Bestimmungen
zuwiderhandelte, musste eine Strafe von
25 bis 100 RM zahlen:
"Im Wiederholungsfalle
kann auf Einziehen des Fahrrades erkannt
werden. Hierbei ist es ohne Bedeutung, ob
das Fahrrad dem Benutzer eigentümlich
gehört." Später wurde ein "Fahrradschein"
eingeführt,
für den eine "Schreibgebühr"
von 10 Fr. (1950) kassiert und durch Gebührenmarken
quittiert wurde.
Den hier gezeigten
Fahrradschein hat Egon Groß aus Lebach
eingesandt. Er wurde im Jahr 1950 ausgestellt
und trägt sogar eine amtliche Registriernummer,
aus der die Nummer des Landkreises hervorging:
OE6
- 1896).
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Bis zu welchem Zeitpunkt
man solche Scheine zum Radfahren benötigte,
ist nicht bekannt. Man musste sie jedenfalls
beim Benutzen des Rades bei sich führen
und bei einer Polizeikontrolle vorzeigen.
Andere Personen, die mit dem Fahrrad fahren
wollten, konnten dies tun, mussten aber
ebenfalls den zu dem Rad gehörenden
Fahrradschein bei sich tragen. |
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2) Verkehrsstatistik
aus dem Jahr 1950
Die Regierung des Saarlandes
- Informationsamt - teilt mit:
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Nach dem Stande vom 1.4.1950 befinden sich im Saarland nachstehend aufgeführte
Kraftfahrzeuge:
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Gesamtzahl: |
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Aufteilung auf
die Kreise: |
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Kräder |
9 343 |
OE 1 - Homburg |
2 418 |
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PKW |
9 805 |
OE 2 - Merzig |
2 393 |
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LKW |
9 015 |
OE 3 - Ottweiler |
4 074 |
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Kraftomnibusse |
458 |
OE 4 - Sbr. - Land |
6 082 |
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Zugmaschinen |
879 |
OE 5 - Sbr. - Stadt |
8 142 |
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Sonderkraftfahrzeuge |
331 |
OE 6 - Saarlouis |
4 314 |
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Anhänger |
1 728 |
OE 7 - St. Ingbert |
2 045 |
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OE 8 - St. Wendel |
2 091 |
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Insgesamt |
31 559 |
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Verkehrsunfallstatistik |
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1947 |
1948 |
1949 |
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Zahl der Verkehrsunfälle |
624 |
1 239 |
2 247 |
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dabei wurden getötet |
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99 |
69 |
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schwer
verletzt |
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1 93 |
307 |
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leicht
verletzt |
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610 |
1 094 |
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Beschädigungen
an Kfz |
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1 285 |
1 929 |
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Führerscheinentzug
wegen Trunkenheit am Steuer |
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111 |
Quelle: Landesarchiv, Inf. A, 210 |

Becker/Schmidt: Saarbrücken
in den 50er und 60er Jahren. Wartberg 1999
Im Jahr 1950 kommt im Saarland bei einer
Einwohnerzahl von etwa 940 000 auf je 30 Personen
1 Kraftfahrzeug. |
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3) Eine
Straßen-
szene
in Sankt
Wendel,
etwa 1956
Der St. Wendeler Dom überragt diese friedliche Straßenszene
aus der Mitte der 50er Jahre.
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Die Turmuhr des Doms zeigt 10
vor 4. Ganz vorne ist ein Motorroller mit OE8-Kennzeichen (für
den Kreis St. Wendel) und SA (für Saarland) abgestellt.
Vielleicht gehört er dem Fotografen? Dahinter sieht
man eine innerstädtische Tankstelle mit drei Zapfsäulen, die Benzinmarke
ist von weitem nicht zu erkennen. Ein Mann hat sein Auto betanken
lassen und wartet, während die junge Frau ins Haus eilt, wahrscheinlich zur Kasse, um dort das Wechselgeld zu holen (die Selbstbedienung an Tankstellen wird erst ein paar Jahrzehnte später eingeführt werden). Links im Bild spaziert ein älteres Paar in die Szene. Sonst ist niemand
zu sehen, vielleicht ist es Sonntag? Aber haben die
Tankstellen 1956 schon sonntags geöffnet?
Das Foto wurde auf der Mott im Zentrum von St. Wendel aufgenommen, und die Tankstelle war die ARAL-Tankstelle Brachetti.
Auf diesem großen Platz wurden übrigens auch zahlreiche der Fotos mit Postbussen auf unserer Seite Saar-Kraftpost und das Foto eines Bestattungsfahrzeug der Fa. Dubreuil auf der Seite Sonderfahrzeuge (Teil b) aufgenommen.
Die Originalfotogafie
im Format 6 x 9 hat Elmar Landwehr aus St. Wendel zur
Verfügung gestellt. Infos über den Ort der Aufnahme von Wolfgang Linnenberger.
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4) Anfänge
des Autobahnbaus im Saarland
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Vorgeschichte: Bis Ende der 50er Jahre
gab es im Saarland keine Autobahn. Im Dritten Reich
war zwar schon früh eine Autobahn von Mannheim
nach Paris geplant und die Teilstrecke Kaiserslautern-Saarbrücken-Trier
im Jahr 1938 sogar als besonders dringlich eingestuft
worden, und es war damals auch schon zur Planung der
Trasse, zum Ankauf von Grundstücken und zum Bau
einzelner Brücken und Streckenabschnitte gekommen,
allerdings nur im pfälzischen Raum, z. B. zwischen
Landstuhl und Glanmünchweiler. Aber bei Ausbruch
des Krieges wurden sämtliche Arbeiten unterbrochen,
und kurz vor dem Kriegsende ließ die Wehrmacht
die bereits errichteten Brücken im Gebiet der Pfalz
wieder sprengen, um das Vorrücken der Alliierten
zu erschweren.
Zur Zeit der Autonomie wurden
im Saarland keine Autobahnen gebaut. Die alte NS-Trasse
führte von Mannheim aus nur bis Kaiserslautern.
Erst Ende der 50er Jahre machte man sich daran, sie
bis Saarbrücken zu verlängern. Die Vorbereitungen
dazu begannen nicht lange nach dem politischen Wiederanschluss
der Saar an Deutschland am 1. Januar 1957. |
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Linkes Bild: Um das Gelände
für den Bau der neuen Autobahn vorzubereiten, mussten
auch einige Sprengungen vorgenommen werden. Hier wird
eine solche Sprengung in der Nähe von Rohrbach
vorbereitet.
Unten: Die Kaiserstraße
musste bei Rohrbach (hier in Richtung Kirkel gesehen)
zunächst einige Meter tiefer gelegt werden, um
die Steigung der neuen Autobahntrasse zu verringern.

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Die Bauarbeiten an dem im Saarland
gelegenen Teilstück wurden auf verschiedene saarländische
Firmen aufgeteilt. Der Berliet in dem Foto unten gehörte
der Bauunternehmung M. Lembert, Fechingen, und trug
eine Tafel, auf der die Namen der Firmen vermerkt waren.
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(Foto: Landesarchiv Saarbrücken,
063).
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Der erste Spatenstich auf saarländischem
Gebiet für den Bau der Autobahn von Landstuhl bis
St. Ingbert-West erfolgte am 11.8.1956 in der Nähe
von Rohrbach.
In einer Asphalt-Mischanlage
wird das Material für den Fahrbahnbelag vorbereitet.
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Am 14.12.1959 wurde die Eröffnung dieses Autobahnabschnitts
durch Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm (mit der Schere)
vorgenommen. Auf dem Foto sind u.a. der saarländische
Ministerpräsident Franz-Josef Röder (ganz
links) zu sehen, neben ihm Wohnungsbauminister Ludwig
Schnur und ganz rechts der rheinland-pfälzische
Ministerpräsident Peter Altmeier.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken,
B Stk
Der Anschluss an die im Bau befindliche
Autobahn Mannheim- Saarbrücken wertete u.a. die
günstige Verkehrslage der Stadt St. Ingbert auf,
die heute sogar über drei Autobahnausfahrten verfügt.
Der komplette Autobahnabschnitt
bis Saarbrücken wurde 1962/63 als Teil der A 6
dem Verkehr übergeben.
Unten: Schaulustige winken
den ersten Autos auf der neuen Autobahn zu. - Die Polizeieskorte
für den hohen Besuch |

Fotos in diesem Abschnitt: Landesarchiv
Saarbrücken und A. Senzig, Rohrbach
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Weitere allgemeine Informationen
über das Verkehrswesen im Saarland folgen demnächst.
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5) Kleiner "Exkurs" in die Zeit vor dem Krieg:
Ein sehr schönes Foto aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg hat Reiner Schwarz aus Dudweiler in den Unterlagen seiner Schwiegermutter gefunden.
Es zeigt die Tankstelle „Funk“ in Sulzbach. Diese gehörte den Eltern seines Schwiegervaters, Herbert Funk. Die Tankstelle ist heute als Gebäude noch vorhanden, wird aber nicht mehr als solche genutzt.
Das Bild wurde etwa Ende der 30er Jahre in Sulzbach in der heutigen Sulzbachtalstraße in Höhe „Am Hamersberg“ aufgenommen. Der Mann im Vordergrund rechts ist Herbert Funk.
Foto: Reiner Schwarz, Dudweiler
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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am
14.11.2009
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