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Die Saarländische Zündholzfabrik

 

 

und: komplette Zündholzetiketten-Sammlung Saarland

 

 

von Wolfgang Brauer  (Layout: Rainer Freyer)

 

 


Bitte beachten Sie auch die Seiten über Das saarländische Tabak- und Zündwarenmonopol und die Tabakfabriken und ihre Marken.

Im zweiten Teil dieser Seite sehen Sie die vollständige Zündholzetiketten-Sammlung Saarland des Text-Verfassers Wolfgang Brauer.


 

Die Zündholzfabrik befand sich während der gesamten Zeit ihres Bestehens in Saarlouis-Fraulautern, Bahnhofstraße 36, und trug im Laufe ihrer Geschichte folgende Namen:

 

 

Scheben & Zeller GmbH  (von 1920 bis 1922)

Scheben & Zeller AG, Fabrik chemisch-technischer Produkte und Zündholzfabrik (von 1922 bis 1944)

Saarländische Zündholzfabrik AG  (von der Wiederaufnahme der Produktion am 1. April 1947 bis zum 22.November 1957)

Saarländische Zündholzfabrik GmbH  (vom 11. Dezember 1957 bis zur Schließung am 30. Juni 1968)

 

Die Fabrik wurde 1920 in Fraulautern gegründet und 1944 zu 75% zerstört. Anfang 1946 begann man mit ihrem Wiederaufbau. Hans Wilke wurde 1947 zum Direktor berufen. Wilke hatte zuvor in Burma, dem heutigen Myanmar, und in Indien Zündholzfabriken aufgebaut und geleitet. Mit ca. 100 Arbeitern führte er bis 1954 erfolgreich die Fabrik in Saarlouis.

 

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Zündholzetiketten zum Teil ohne Fabrikbezeichnung ausgeliefert, zum Teil auch - in Anlehnung an deutsche Gepflogenheiten - mit dem Aufdruck "Saarländische Zündholzfabrik".

 

Nach französischem Vorbild hat man diesen Aufdruck später ersetzt durch "Saarländische Zündwarenregie" (in deren Auftrag die Fabrik ab 1948 arbeitete - siehe hier). Die Übergänge zwischen den Phasen sind allerdings gleitend. Beispielsweise brauchte die EDEKA Saarbrücken später ihre Restbestände auf, die noch die Bezeichnung "Zündholzfabrik" trugen. Es gibt auch einige wenige Etiketten mit dem Aufdruck "Saarländische Zündwarenfabrik" (siehe weiter unten bei den Bildern, unter 4a). Da dies keine eingetragene Bezeichnung der Fabrik war, muss es sich hierbei um einen Irrtum in der (externen) Druckerei gehandelt haben.

 

Seit den 1930er-Jahren war der Schwedische Zündholz-Trust an der Zündholzfabrik in Saarlouis mehrheitlich beteiligt, so dass diese unter schwedischer Kontrolle stand. Auf Drängen des Schweden-Konzerns musste Wilke 1954 sein Amt niederlegen, da er sich wegen einer Zündholz-Arbeiterin aus seinem Werk scheiden ließ. Nachfolger wurde Albert Haug, der Schwiegersohn des Zündholzfabrikanten Tatarsky, dem ehemaligen Besitzer der Zündholzfabrik in Vordamm bei Driesen.

 

Durch die Anbringung von Werbeaufdrucken auf den Zündholzschachteln konnte die Zündholzregie den Preis der Hölzer günstig halten.

 

Unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten Firmen und Unternehmen auf Zigarettenetiketten werben konnten, lesen Sie in dem Text rechts.

 

Der Preis von 50.000 Frs. für die Mindestabnahme von einer halben Million Schachteln entsprach damals (ca. 1953) etwa 600 DM.

 

Textauszug aus:

Die Werbung im Saarland. Handbuch für das gesamte Werbewesen. Sarbrücken, 1952. Seite 191.

 

Die während der Übergangszeit zwischen der politischen Angliederung der Saar (1957) und dem Tag X (1959) erschienenen Zündholzetiketten trugen entweder keine Aufschrift oder bereits deutsche Steuerunterscheidungsnummern. Neben dem Binnenmarkt belieferte die Saarländische Zündholzfabrik in einem gewissen Umfang auch den Exportmarkt (siehe unten in der Sammlung unter Nr. 7). Nach Zuteilung der Steuerunterscheidungsnummer 362 für die Saar durch die Deutsche Zündholz-Monopol- gesellschaft (DZMG) erstreckte sich die Produktion auch wieder auf "Haushaltsware" und "Welthölzer" nach den Qualitätsvorschriften der DZMG. Außerdem verklebte man weiterhin Reklame-Etiketten, vornehmlich Serien.

 

Die Hauptverwaltung der Saarländischen Zündholzfabrik AG beschloss am 22. November 1957, das Unternehmen in eine GmbH umzuwandeln. Die Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Saarlouis erfolgte am 11. Dezember 1957. Nach der Einstellung der Produktion im Jahr 1968 erwarb die Firma Dillinger Stahlbau GmbH aus Dillingen das Fabrikgebäude sowie das Grundstück für ihre Tochtergesellschaft, die Saarländische Handelsgesellschaft mbH, Saarlouis.

 

Eine Schachtel Zündhölzer kostete im Saarland Anfang der 50er Jahre zwei Franken, nach dem Tag X (6.7.1959) fünf Pfennig.

 

______________________________

 

Literatur:

 

"Die Zündholzfabrik in Saarlouis", Chronik einer Zündholzfabrik von Wolf-Rüdiger Reinhardt, Braunschweig

"Deutsche Klassiker-Etiketten", Firmenkatalog von Peter Dörling, Norderstedt, 2. Ausgabe 1987

 


 

Weitere Bilder von Zündholzschachteln sehen Sie unten in der Zündholzetiketten-Sammlung des Verfassers Wolfgang Brauer.

 


 

Zum Sammeln von Zündholzetiketten u. ä.

 

Wolfgang Brauer sagt über sich selbst: Als Phillumenist bin ich "Feuer und Flamme". Das bedeutet, dass ich (Jahrgang 1947) mich seit fast 30 Jahren in meiner Freizeit mit der Erforschung alter Zündholzfabriken und ihrer Etiketten beschäftige. Neben Zündholzschachteln bzw. Etiketten aus der Saarländischen Zündholzfabrik interessiere ich mich auch für alte deutsche Zündholzetiketten bis ca. 1960. Sofern Sie etwas abzugeben haben, setzen Sie sich bitte mit mir unter der Mailadresse wolfgang.brauer@unitybox.de oder über Saar-Nostalgie in Verbindung (>Kontakt).  Außerdem suchen wir ein Bild von der Saarländischen Zündholzfabrik. Wer kann helfen?

 

 

Begriffserklärungen:

 

Phillumenisten sind Sammler von Zündholzetiketten, Zündholzschachteln, Zündholzbehältern und Buchzündern (auch Zündholzbriefe genannt - siehe unten in der Sammlung unter Nr. 14).

 

Die genaue Bezeichnung der Zündhölzer lautet heute (unabhängig davon, was auf den Schachteln steht) Sicherheits-Zündhölzer. Als es noch "Streichhölzer" gab, konnten diese sich durch versehentliches Reiben (oder Streichen) selbst entzünden, während Sicherheits-Zündhölzer durch leichtes Andrücken des Holzes auf die Anstrich-(Reibe-)fläche angezündet werden. Obwohl die Gefahr des versehentlichen Entzündens bei den heutigen Zündhölzern nicht mehr besteht, ist ihr Versand mit der Post nach wie vor nicht gestattet.

 

Zu dem Foto: Die Zündholzschachteln wurden im Werk in Zehnerpäckchen verpackt. Das Bild zeigt zwei solcher Päckchen aus der saarländischen Zündholzfabrik. Als Paketetiketten verwendete man aus Gründen der Papierersparnis Schachteletiketten.

(Die Päckchen gehören Ferdi Kleineick. Foto Rainer Freyer, 2014.)

 

Alle bisher vorliegenden Informationen über die Zündholzindustrie von damals wurden über Jahrzehnte hinweg in mühseliger Kleinarbeit von Sammlern zusammengetragen. Als die Fabriken noch existierten, waren die Türen für Sammler verschlossen. Nur über Umwege, häufig durch Mitarbeiter der Zündholzfabriken, die in ihrer Freizeit mal etwas überihre Arbeit berichteten, kamen die Sammler an Informationen und Material. Es gab keine Versandstelle, wie z.B. für Briefmarken, die Interessenten mit Neuigkeiten versorgt hätte.

 

Auch heute ist sicher noch nicht alles bekannt, was es damals gab, und es wäre ein willkommener Nebeneffekt dieser Veröffentlichung, wenn sich der eine oder andere ehemalige Mitarbeiter der früheren Fabrik melden und bisher unbekannte Informationen bekannt- geben würde.

 


Zündholzetiketten-Sammlung Saarland
 

von Wolfgang Brauer


 

Bitte beachten Sie auch unsere Seiten Das saarländische Tabak- und Zündwarenmonopol und Tabakfabriken und ihre Marken.

 


Diese Seite wurde erstellt am 25.5.2014 und zuletzt bearbeitet am 8.2.2016

 

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