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Reitsport im "Saar-Staat"

 

 

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  A) Die Entwicklung des Reitsports im Saarland von 1945 bis 1959

 

 

  Nach dem Krieg wollen einige pferdebegeisterte französische Offiziere den Reitsport an der Saar wieder aufleben lassen. Sie arbeiten mit   ebenso reitbegeisterten Privatleuten zusammen, und schaffen in Saarbrücken, Neunkirchen, Lebach und Blieskastel erste Freizeitsportbereiche. Mehrere Reitervereine werden gegründet bzw. wieder gegründet. Diese schließen sich 1948 im Reiterbund zusammen, dem auch die Reiterstaffel der Landespolizei beitritt.

 

Ebenfalls 1948 entsteht in Güdingen durch die Initiative von Ludwig Schmeer die Saarbrücker Pferderennbahn.

 

Am 12. September 1948 werden die ersten Pferderennen auf der Güdinger Anlage gestartet. Der erste Rennveranstalter ist der neue "Renn- und Turnierverein Saarbrücken" mit seinem ersten Vorsitzenden, Ministerialdirektor Dr. Will. In diesem ersten Jahr werden bereits über 10.000 Besucher gezählt.. Der erste Sieger eines Güdinger Galopprennens ist der Amateur-Rennreiter Heinrich Klein (Brebach) auf "Waldfee" (Besitzer: E. Rühling, Ensheim). Den Sieg im ersten Trabfahren holt sich "Maron" (Besitzer und Fahrer: W. Gay, Karlsruhe).

Der saarländische Reiterbund wird aufgrund der Tatsache, dass bei vielen der ihm angeschlossenen Reitervereine auch französische Offiziere "im Sattel sitzen", schon im November 1949 ohne Widerstände in die Fédération Française des Sports Equestres (Französischer Reitsportverband) aufgenommen und erhält darin den Status einer "Regionalliga". Durch diese Affiliation (Angliederung) genießen alle Reitsportvereine der Saar dieselben Vorzüge wie die französischen Vereine. Damit die Saarländer nicht nur Turniere, sondern auch Pferderennen durchführen können, akzeptiert bereits am 3. Mai 1950 die Fédération Nationale des Sociétés de Courses de France (Nationalverband der Rennvereine Frankreichs) ebenfalls den Beitritt der dem Reiterbund angehörigen Vereine. Mit dieser frühen Anbindung des Saar-Reitsports an die französischen Verbände wird Emile Gauthier, dem damaligen Leiter des LSVS (Landes-Sportverband Saar), ein großer Erfolg beschieden auf dem Weg zur Sportautonomie des Saarlandes und seiner Loslösung von Deutschland. (In anderen Bereichen, zum Beispiel beim Tennis, bleibt ihm dieser Erfolg allerdings verwehrt.)

 

1951 wird dem Jahreskongress der Fédération Equestre Internationale (Internationaler Reiterverband) ein saarländischer Aufnahmeantrag vorgelegt, der aber abgelehnt wird. Die Begründung dafür ist bemerkenswert: "Zahlreiche Länder haben die Ansicht vertreten, dass es sich nicht um den Antrag eines Verbandes handelte, sondern um den eines Clubs, der insgesamt etwa zwanzig Reiter in sich vereinigte. Der Fall des Saarlandes ist dem des Großherzogtums Luxemburg gleichgesetzt worden, dem seinerzeit der Anschluss aus demselben Grund verwehrt wurde. Der Kongress glaubte nicht, eine andere Haltung annehmen zu müssen." Deshalb behielt der Reiterbund bis nach 1955/56 den Status einer Regionalliga im französischen Reitsportverband bei.

 

Im Renn- und Turnierverein Saarbrücken wird Präsident Dr. Will 1952 zunächst von Regierungsdirektor Kressmann abgelöst, und dieser 1954 wiederum von Direktor Meyer. Am Ende des Jahres 1954 stellt der Verein den Rennbetrieb ein und löst sich auf.

 

 

Aber schon am 14. August 1955 laufen die Pferde wieder. Der neue Rennveranstalter ist nun der "Renn- und Reitverein Saarbrücken". Präsident wird der Saarbrücker Kaufmann Robert Kunz, bekannt durch sein Stoff- und Modegeschäft in der Saarbrücker Bahnhofstraße; er wohnte im damals zu Schafbrücke gehörenden Eschberger Hof.

 

Am 24. September 1955 steht Saarbrücken Kopf. 25.000 Zuschauer drängen auf die Bahn. Group Captain Peter Townsend, wegen seiner Affäre mit der englischen Prinzessin Margaret in den Schlagzeilen, reitet  in Güdingen. Mit der französischen Stute "Petite Chose" (aus dem Stall V. Diebold) und der Saarbrücker Stute "Ultrason" (Besitzer W. Sahner) wird er jeweils Zweiter.

1959: Der Vorsitzende der Sparte Galopp, Werner Schmeer, gestaltet gleich seinen ersten Ritt auf der Stute "Libelle" zu einem Sieg. Der langjährige Pressewart Wolfgang Lauff wird auf dem Wallach "Nies" Vierter.  

 

 

Das Foto oben links zeigt W. Fell auf "Pekin", das Foto rechts entstand 1949, kurz nach dem Start des Rennens in Güdingen.

 

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Quellen: - http://www.rennclub-saarbruecken.de/

               - Wolfgang Harres: "Sportpolitik an der Saar" Saarbrücken, 1997. Zugl.: Saarbrücken, Univ., Diss., 1996

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B) Eindrücke aus der Rennsaison 1949

 

 

Die Fotos auf dieser Seite sind im Jahr 1949 auf der Saarbrücker Pferderennbahn in Güdingen aufgenommen worden. Die meisten der Bilder sind vom Jubiläumsrennen am 25. September 1949, bei dem auch Ministerpräsident Johannes Hoffmann und der Hohe Kommissar Gilbert Grandval zugegen waren.

 

     

 

 

 

oben: Der Präsident des gastgebenden Renn- und Turniervereins

Saarbrücken, Ministerialdirektor Dr. Will (links im Bild),

begrüßt Johannes Hoffmann und seine Gemahlin.

 

 

links: M. François erhält den Ehrenpreis des

Hohen Kommissars Gilbert Grandval

 

 

 

oben: Kampf im ersten Bogen: Schneider (mit Polizeimütze)

 und Ludwig Schmeer.

 

rechts: Siegerehrung durch Gilbert Grandval    

 

 

 

oben: Die "Haute Volée" auf den Zuschauertribünen

beim Rennen am 3. Juli 1949.

 

Bild links: Commandant Vallet aus Iffezheim.

 

 

 

 

oben: Ludwig Schmeer auf "Ella".

 

 

 rechts: Johannes Hoffmann beglückwünscht den Sieger im Trabrennen.

 

             

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Der Renn- und Turnierverein überreichte Johannes Hoffmann später als Dank ein Fotoalbum mit zahlreichen

Fotos und der folgenden Widmung :

 

 

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Alle Fotos dieser Seite: Photo Actuelle.

 

 

Demnächst folgen weitere Reitsport-Fotos.

 

 

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 Seite zuletzt bearbeitet am 07.05.09                  

 

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