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Motorsport im Saar-Staat  


Foto: Hallmeyer auf NSU 250 ccm, 1956                                               

 

Diese Seite wird in Kürze mit weiteren Illustrationen - Fotos, Bildern, Tabellen - versehen und durch den Teil B erweitert.

 


 

 

 

A) Nationale und internationale Motorradrennen in St. Wendel

 

 

Die besondere Situation der Saarautonomie brachte unserem kleinen Land in sportlicher Hinsicht nach 1947 große Vorteile. Dabei denkt man meist zuerst an unsere Olympia-Teilnahme in Helsinki 1952 oder an die saarländische Fußball-Nationalmannschaft. Aber auch in anderen Sportarten rückten die Sportler von der Saar und ihre Vereine zu internationaler Bekanntheit auf.

 

Das beste Beispiel dafür ist der Motorsport. In St. Wendel trug der erst am 3. April 1948 gegründete Motorsport-Club St.Wendel MCW schon ab dem Jahr 1949 kleinere Motorradrennen aus, die rund um die Allerburg bei Eisweiler in der Nähe St. Wendels gefahren wurden.

 

Hierzu hatten sich einige Motor- sportfreunde aus Teilen der vom Krieg mehr oder weniger stark zerstörten Maschinen im Eigenbau wieder die ersten schnellen Motorräder zusammengebastelt.

 

  1950: Georg Sollorz mit seiner 250er "Eigenbau" vor dem Start beim Rennen um die Allerburg.

Aus dem ganzen Saarland kamen Rennfahrer zum Allerburgring, wo sie die ersten Motorradrennen nach dem Krieg im Saarland bestritten. Höchstleistungen waren unter den Nachkriegsbedingungen natürlich nicht zu erwarten, aber es zeichneten sich unter den teilnehmenden Fahrern bereits die ersten Talente ab.

^ Titelblatt Programmheft 1953

^ 1954

^ 1955

^ 1956

Foto: Kurt Backhaus in der Nordkurve 1950 oder 1951.      

1950 verlegte man die Rennen an die Rundstrecke am Stadtrand, die der MCW-Präsident C.M.Thome und sein Sportpräsident August Balthasar als den neuen St. Wendeler Stadtkurs ausgemacht hatten. Bei dem ersten Rennen auf der neuen Strecke nahmen ausschließlich saarländische Fahrer teil. Aber schon 1951 konnte das Rennen unter der Bezeichnung "Preis des Saarlandes" ausgetragen werden und wurde damit zu einer nationalen Veranstaltung ganz im Sinne der internationalen Sportgesetze der FIM (das ist die Fédération Internationale de Motocyclisme - Internationale Motorsportvereinigung). In der Mehrzahl nahmen zwar immer noch saarländische Fahrer daran teil, aber man konnte auch schon einige Teilnehmer aus der Bundesrepublik und aus Frankreich begrüßen.

 

 

1952 kam der Durchbruch: Nachdem August Balthasar die Präsidentschaft und Werner Maurer die Rennleitung übernommen hatten, wurde mit der Deutschen Obersten Motorradsportkommisssion und der entsprechenden französischen Organisation ein Übereinkommen getroffen, wonach deutsche und französische Fahrer zum St. Wendeler Rennen zugelassen werden konnten. Balthasar gelang es, zwei Wochen vorher beim Dreiecksrennen in Dieburg eine stattliche Anzahl von Nennungen deutscher Spitzenfahrer für eine Teilnahme zu gewinnen. Auch aus Frankreich kamen zahlreiche hervorragende Fahrer nach St. Wendel.

 

Start der 500 ccm-Klasse 1954. >

 

Als dann am Ende das französische Beiwagengespann über das deutsche Weltrekordgespann siegte, war die Sensation perfekt: In der Sportpresse der BRD und des Auslands wurde über dieses bedeutungsvolle Rennen in dem kleinen Saarland berichtet. Damit hatte St. Wendel einen festen Platz in der großen internationalen Rennszene angetreten.

 

 

Das nächste Rennen, im Mai 1953, war das erste internationale Rennen im Saarland. Es wurde erstmals unter der neuen Bezeichnung "Internationaler Preis des Saarlandes" ausgetragen. Und so hatte unser kleiner Staat eine eigene große Veranstaltung, wie es sie auch in größeren Ländern nur einmal geben darf. In St. Wendel waren namhafte Fahrer aus Deutschland, Frankreich, England, Oesterreich, Belgien und der Schweiz am Start. Einige 10.000 Zuschauer säumten bei strahlendem Sonnenschein die Rennstrecke. Manche von ihnen hatten auch einen weiten Anfahrtsweg nicht gescheut. Die sportliche Begeisterung schlug hohe Wogen, und wiederum kam die internationale Sportpresse nicht umhin, ausgiebig über den ersten Internationalen Preis des Saarlandes zu berichten.

 

 

Von 1954 bis 1957 wurden die Rennen in St. Wendel schließlich als "Großer Preis des Saarlandes" ausgeführt. In jedem dieser Jahre konnten sich die immer zahlreicher werdenden Besucher über klangvolle Namen aus der internationalen Motorradsportszene freuen.

 

 

Nach der Angliederung der Saar an die Bundesrepublik (1957) wurde aus dem "Großen Preis..." wieder der "Internationale Preis des Saarlandes", denn es durfte neben dem "Großen Preis von Deutschland" keinen weiteren "Großen Preis" in der BRD geben.

    ^ Seitenwagen 1956: Camathias und sein Copilot Maurice Büla.

Die Bilder links zeigen die Original-Titelseiten der offiziellen Programme einiger Rennen. Von oben nach unten: 1953 - 1954 - 1955 - 1956.

 

1962 übernahm der ADAC das St. Wendeler Rennen als Veranstaltung seines Gesamtclubs, um den Internationalen Preis des Saarlandes für den deutschen Motorsport zu erhalten. Der ADAC übernahm den MCW nun als Ortsclub und beauftragte ihn weiter mit der Durchführung des St. Wendeler Rennens. Allerdings wurde am 2. und 3. Mai 1964 mit dem XII. Internationalen Preis des Saarlandes die Ära der St. Wendeler Rennen auf ihrem Höhepunkt beendet.

 

Auf der Webseite der MCW Motorsport Historiker St. Wendel gibt Bernd Bouillon eine Einschätzung über die St. Wendeler Rennen von 1949 bis 1964:

 

"Gerade in den Jahren, in welchen der deutsche Rennsport seine schwerste Krise erlebte und viele traditionsreiche Rennen den immer größer werdenden finanziellen Schwierigkeiten und verschärften Sicherheitsbestimmungen erlagen, nahmen die Rennen auf dem St. Wendeler Stadtkurs ihren Aufstieg. St. Wendel stand als letztes echtes Straßenrennen mit an der Spitze des deutschen Motorsports.Trotz manchem Rennen, für welches Regen, Wind und Kälte schwere finanzielle Rückschläge brachten, gelang es immer wieder, die Voraussetzungen für das nächste Rennen in St. Wendel zu schaffen. Bis zum Ende war es immer das gleiche Gespann: August Balthasar und Werner Maurer, welches mit vereinter und zäher Kraft alle Schwierigkeiten überwunden und St. Wendel seinen Namen als Hochburg des deutschen Motorrennsports erhalten hatte."

 

Nach einer Pause von 18 Jahren wurden 1982 die Rennen wieder aufgenommen. Die Strecke wurde zum Teil verlegt, und es kamen viele durchaus renommierte Fahrer. Aber obwohl sie als Prädikatsläufe zur Deutschen Meisterschaft gewertet wurden, konnten die Rennen nicht mehr die Qualität und die Erfolge der 50er und 60er Jahre erreichen.

 

1992 wurden die St. Wendeler Rennen (nach zwei Unfällen mit tödlichem Ausgang) endgültig eingestellt. Der Rundkurs entsprach nicht mehr den Anforderungen der heutigen schnellen Motorräder.

 

 


 

Quelle (für die Fotos und den Inhalt des Textes): Webseite MCW Motorsport Historiker St. Wendel. Hier finden Sie ausführliche Informationen über die St. Wendeler Rennen.

  


 

 

 

B) Moto-Cross- und Geländerennen an verschiedenen Orten

 

 

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(Text und Bilder zu Teil B folgen in Kürze!)

 

 

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 Diese Seite wurde begonnen am 01.08.2010 und zuletzt bearbeitet am 12.08.10                  

 

 

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