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Meine eigene Amateurfunk-Geschichte (von Rainer Freyer)
Ich bin seit 1960 lizenzierter
Funkamateur, mein Rufzeichen ist DL 8 EJ - leider war
ich nicht mehr in den Genuss eines 9S4-Rufzeichens gekommen!
Ich hatte zwar schon früh angefangen,
mich für Amateurfunk zu interessieren und hätte
mit spätestens 16 "meine Lizenz machen" können,
aber die Bestimmungen waren damals leider sehr streng,
und so musste ich warten, bis ich 18 wurde.
Und so hat alles begonnen: Als ich 1953 einige Monate in der Kinderklinik Kohlhof zubringen musste, brachte mir meine Mutti manchmal ein Heft der Jugendzeitschrift RASSELBANDE mit. In einem davon fand ich einen Bericht über Funkamateure, in dem dieses wunderschöne Hobby beschrieben wurde. Von da an ließ mich dieses Thema nicht mehr los. Viele Jahre lang träumte ich davon, selbst einmal mit Freunden in aller Welt "funken" zu dürfen. Ich fand aber niemanden, der mir sagen konnte, was man tun musste, um Funkamateur zu werden.
Mit etwa 15 drehte ich manchmal auf Kurzwelle über die Skala unseres Familienradios und entdeckte irgendwann plötzlich zum ersten Mal Funkamateure im 40-Meter-Band. Einige Tage später hörte ich dort jemanden mit dem Rufzeichen 9S4CH, der als seinen Wohnort St. Wendel angab. Er hieß
Herbert, und
ich schrieb ihm voller Hoffnung einen Brief, ohne seine Adresse zu wissen ("An die Amateurfunkstation 9S4CH, St. Wendel").
Und er kam tatsächlich an, denn einige Tage später erhielt
ich diese QSL-Karte von ihm (siehe oben!) - die allererste in meinem Leben.
In einem netten Begleitbrief beantwortete er mir einige meiner Fragen und teilte mir die Adresse eines
Funkamateurs in meinem Wohnort Neunkirchen mit:
9S4DB, Willi Ruth,
genannt Bill.
Mit viel Herzklopfen wagte ich eines Tages, an der Haustür in der Wellesweilerstraße zu klingeln, und ich war überrascht über den überaus freundlichen Empfang. Bill zeigte mir alles, was mich interessierte: seine Funkgeräte, seine Antenne und seine Morsetaste. Da er als Tastfunker bei der Polizei arbeitete, zog er diese Betriebsart auch im Hobby vor. Aber natürlich hatte er auch irgendwo ein Mikrofon stehen.
Seitdem verbrachte ich einige Jahre lang an vielen Tagen mehrere Stunden bei ihm. Von ihm lernte ich fast
alles, was man über den Amateurfunk wissen muss,
und zusammen mit einigen anderen Interessierten lernte
ich bei ihm Technik und CW, also Morsen. Um die offizielle Amateurfunklizenz von der Post zu bekommen, musste
man damals 60 Zeichen pro Minute fehlerfrei hören
und geben können und natürlich ausführliche
Kenntnisse in der Elektro- und Funktechnik sowie in
den einschlägigen Gesetzen nachweisen. All das
lernten wir im Wohnzimmer der Familie Ruth und
später auch im Ortsverband Neunkirchen des damaligen
KWACS (Kurzwellenamteurclub Saar). Dort lernte ich auch
andere OMs kennen, z.B. 9S4BY (Hans Sperling), 9S4DQ (Hermann Benz, Wiebelskirchen) und viele mehr.
An Bills Station durften Werner Weber (später DL8EM) und ich auch ab und zu selbst einmal "QSO fahren", also Funkverkehr machen. Das war eigentlich nicht zulässig, aber wir taten es trotzdem - und das waren die Höhepunkte unserer damaligen Zeit!.
1960 legte ich meine Prüfung bei der Post ab und erhielt pünktlich zum Tag der Erreichung des damals vorgeschriebenen Mindestalters von 18 Jahren meine Lizenzurkunde mit der Zuteilung des Rufzeichens DL8EJ. Danach war ich einige Jahrzehnte lang mal mehr oder weniger häufig auf fast allen Amateurfunkbändern aktiv, hauptsächlich auf Kurzwelle. Am liebsten jagte ich nach fernen und seltenen Ländern, gerne auch auf den niedrigen Bändern (160, 80, 40 Meter). Am meisten Spaß hat mir aber der Selbstbau meiner ersten Geräte und vor allem das Ausprobieren und Aufbauen der verschiedensten Antennen für alle Bänder gemacht.
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Ich habe einiges an authentischem
Material über den Amateurfunk im 9S4-Saarland,
das ich hier zeigen möchte, aber es wird noch ein wenig dauern, bis ich es bearbeitet und Zug um Zug ins Netz gestellt habe.
Ich möchte versuchen, möglichst
alle 62 ausgegebenen 9S4-Rufzeichen (von 9S4AB bis DW)
mit QSL-Karte und wenn möglich mit Fotos und Texten
zu dokumentieren. Im Folgenden zunächst diejenigen
QSL-Karten, die ich im Internet gefunden habe. Inzwischen
hat mir Eugen (DK8VR) die 9S4-Karten der QSL-Sammlung
Saar ausgeliehen, und ich habe sie alle gescannt, sodass
ich sie in Kürze hier zeigen kann. Auch eine offizielle
Rufzeichenliste der 9S4-Calls (von 1956) habe ich in meinen Unterlagen wiedergefunden;
sie wird ebenfalls bald hier zu sehen sein.
Nach den QSL-Karten folgt unten eine
Seite aus der Zeitschrift "Rundfunk- und Elektrotechnik"
von 1949, die mir Michael John aus Holz zur Verfügung
gestellt hat. Sie berichtet über die Bemühungen
um den Neuanfang des Amateurfunks im Saarland nach dem 2. Weltkrieg.
Einige QSL-Karten von 9S4 - Amateurfunkstationen (weitere folgen in Kürze)






Diese 18 QSLs findet man auf:
http://lesnouvellesdx.fr/galerie/galerie2.php?page=deletqsl&pfx=9S4&indic=0
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Die saarländischen Funkamateure hatten nach dem Krieg ziemlich lange warten müssen, bis sie wieder offiziell Funkverkehr betreiben duften. Hier zunächst ein Ausschnitt der Zeitschrift "Rundfunk- und Elektrotechnik", 2. Jahrgang, Folge 5, vom 5. Juni 1949, Seite 69.
(Mehr zu diesem Thema in Kürze!)
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