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  Die SAAR-POST


 Diese Seite ist noch im Aufbau.  Weitere Seiten im Kapitel Post:  Kraftpost-Omnibusse  /  Briefmarken  /  Louis Ring  /  Amateurfunk


 

 

 

 Neuanfang der Post im Saarland nach dem Krieg          (Postfahrzeuge siehe weiter unten)

 

 

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Postbetrieb im Saarland auf Anordnung des Regierungspräsidiums Saar bereits am 28. Juli 1945 aus der Postorganisation der übrigen französischen Zone herausgelöst, und man schuf eine "Oberpostdirektion Saar". Unter ihrer Aufsicht kam der Postverkehr allmählich wieder in Gang, allerdings später als im übrigen besetzten Deutschland. Im August 1945 wurde an der Saar der Dienstpostverkehr zugelassen, im September ein beschränkter Privatpost- und Postscheckverkehr und im Oktober der Postsparkassendienst. Die Kraftpost hatte bereits kurz nach der Kapitulation im Mai 1945 den Transport der Arbeiter (insbesondere zu den Gruben) wieder aufgenommen (siehe Seite SAAR-Kraftpost), und der Fernmeldebetrieb begann im Juni 1945 wieder zu funktionieren.

 

Kurz nach der Gründung des "teilautonomen" Saarlandes wandelte man am 17.11.1947 die bestehende Postorganisation in eine "Post-, Telegraphen- und Telephon-Verwaltung" mit Sitz in Saarbrücken um. Mit dieser Namensgebung wurde die Analogie zum französischen System ("P.T.T.") hergestellt. Der neuen Behörde wurden alle im Saarland vorhandenen beweglichen und unbeweglichen Vermögensobjekte der ehemaligen Deutschen Reichspost übertragen. Sie übernahm auch das diensttuende Personal.

Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und dem Saarland im Bereich Post wurde durch Verträge geregelt. Da Frankreich gemäß der Präambel der Verfassung des Saarlandes die außenpolitische Vertretung unseres Landes übernommen hatte, vertrat es auch die Interessen der Saar-Post gegenüber dem Weltpostverein und dem Internationalen Fernmeldeverein.

 

Von 1947 bis 1955 entsprachen Gliederung, Aufbau und Betrieb der Post- und Telegraphenverwaltung an der Saar in weiten Teilen den jeweiligen Einrichtungen der Deutschen Bundespost, wenn auch die Zugehörigkeit zum französischen Wirtschafts- und Zollgebiet einige eigenständige Entwicklungen bewirkte. So war z.B. die Farbe der saarländischen Post nicht GELB wie im Bundesgebiet, sondern GRÜN (genauso wie bei der PTT in Frankreich). Im Saarland wurde dafür die Farbe RAL 6001 (Smaragdgrün) verwendet, die auch die Briefkästen und die Postfahrzeuge zierte (siehe unten und auf der Seite Kraftpost!).

 

 

Am 10. Jan. 1947 begann die saarländische Post, eigene Briefmarken herauszugeben, die nur im Saarland gültig waren. (Eine ausführliche Darstellung der saarländischen Briefmarkenausgaben und viele interessante Details darüber finden Sie auf der Seite Briefmarken.) Die Postgebühren wurden den in Frankreich gültigen Sätzen angeglichen. Im Postverkehr mit Frankreich galten die Inlandsgebühren, aber im Postverkehr mit Deutschland wurden die Auslandsgebühren berechnet, weil Deutschland als Ausland galt. Dies änderte sich erst im Jahr 1955, als im Post- und Fernmeldedienst zwischen der Saar und der Bundesrepublik sowie mit der DDR die Inlandsgebühren eingeführt wurden.

 


 

 


 

In einer "Erinnerungsschrift anlässlich der Einweihung und Inbetriebnahme des neuen Postamts Neunkirchen (Saar)" im Jahr 1951 schrieb Hermann Josef Becker als Schlusswort zu seinen "Randbemerkungen zur Postgeschichte":

 

"Nach dem zweiten unglückseligen Weltkrieg wurde das Postwesen des Saarlandes abermals verselbständigt und der neugebildeten Landesregierung unterstellt. Der Krieg aber hatte seine Einrichtungen aufs schwerste betroffen. Für die Direktion der Post- und Telegraphenverwaltung gab es keinen Ausweg, als "die Karre aus dem Dreck zu ziehen" und von vorne anzufangen. Was seitdem jedoch gerade im Saarland alles geschehen ist, das Postwesen wieder in Format zu bringen, ja mit vielen modernen Verbesserungen zu bereichern, verdient nicht allein Anerkennung, sondern uneingeschränkte Bewunderung."

 

Der Schriftzug und das Posthorn (oben) wurden einem Schmuckblatt-Telegramm der Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes entnommen (s. Abb. unten rechts).

 

     

        

 

Der Postsparkassendienst wurde nach dem Krieg im Saarland schon im Oktober 1945 wieder zugelassen.

Das Schmuckblatt-Telegramm hatte etwa DIN-A-4-Format. (Herzlichen Dank für die Belege an Heinrich Stauffer und Ferdinand Kleineick.)

 


 

 

 

Fahrzeuge der Saar-Post     (außer-Saar-Post-Bussen: Sie sind auf der Seite Saar-Kraftpost zu finden)

 

 

a) Fahrbares

 

Sonderpostamt

 

 

Dieser alte Post-Omnibus diente als Sonderpostamt. Hierzu war ein großer BÜSSING-Omnibus (höchstwahrscheinlich in der Postwerkstatt in Blieskastel) umgebaut worden.

 

Wer weiß mehr über dieses Fahrzeug? Wo wurde es eingesetzt?

(> Kontakt)

    

     Foto: Bildarchiv der Postdirektion (aus: Wirtsch. und kult. Handbuch des Saarlandes 1955. Saarbrücken 1955, S.241)

 

 

b) Transport- und Zustellfahrzeuge

 

Wie die Kraftpost-Omnibusse kamen auch die meisten übrigen Fahrzeuge der Saar-Post aus französischer Herstellung. Anfangs wurden sicher auch einige deutsche Fahrzeuge weiterbenutzt, die vom Deutschen Reich übrig geblieben waren, aber diese wurden nach und nach durch französische Fabrikate ersetzt. Sie trugen wie die Busse die Farbe Grün mit der gelben Aufschrift "POST SAAR" unter einem gelben Posthorn, und hatten meistens einen gelben Streifen.

 

Folgende Fahrzeugtypen kamen bei der Saar-Post (unter anderen) zum Einsatz:

  

Peugeot D4A

Mit diesem Kastenwagen wurden, wie hier in Saarlouis, Pakete ausgefahren. Er hatte eine Schiebetür auf der rechten Seite. Das Foto

wurde nach 1961 aufgenommen.

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Citroën 2 CV Fourgonette mit Kastenaufbau ("Kastenente"):

 

  

   

 

Auch die "Kastenente" und der Renault 1000 kg-Kastenwagen      wurden als Zustellfahrzeuge der Saar-Post verwendet.   

 

 

 

Berliet GLA Kastenwagen

 

Dieses Fahrzeug der Saar-Post war von den Saarbrücker Karosseriewerken Schreiner auf ein Berliet-GLA-Fahrgestell aufgebaut worden.

 

Es trug das Kennzeichen 3614-OE 5 und wurde wahrscheinlich zur Auslieferung

von Paketen eingesetzt.

 

 

 

Foto: Karosseriewerke Schreiner, Saarbrücken

 

                             

 

 

 

< Auch Opel-Fahrzeuge sollen als Zustellwagen der Saarpost verwendet worden sein, zum Beispiel dieser Opel Blitz 0,75t-Kastenwagen mit "Post-Saar", Bauj.'38.

 

Die Abbildung der Modell-Autos erfolgt mit freundlicher Genehmigung (2009) von Roland Münch und

http://www.gelbgraumagenta.de/gelbgraumagenta/2_postmodellautos/jfk/jfk0700.htm

 

 

c) Fahrzeuge des Fernmeldebauamts Saarbrücken

 

Das Foto links zeigt eine Hanomag-Zug- maschine Typ SS 100 Straßenschlepper mit 100 PS (wurde nach dem Krieg weiter produziert unter der Bezeichnung ST 100) mit Tieflader-Anhänger. - Das Gespann steht hier am Nauweiler Gewann zwischen Völklingen und Bous, etwa dort, wo kurze Zeit später das Walzwerk von Saarstahl in Betrieb genommen wurde. Die Fahrzeuge wurden zum Transport der schweren Kabeltrommeln des Fernemeldebauamts verwendet.

 

Der junge Mann, der auf der Beifahrerseite auf dem Kühler sitzt, hieß Dieter Jakobs und war aus Saarlouis. Neben ihm sitzt (auf der Fahrerseite) Reiner Kurz. Er war später Beigeordneter (oder sogar Bürger- meister?) in Homburg. Der Kollege rechts mit der Dienstmütze war der Fahrer des Monstrums. Die Chauffeure waren damals gehalten, ihre Postuniform zu tragen.

 

 

Die beiden Bilder oben und rechts wurden 1957 aufgenommen.

 

Auf dem Foto rechts sehen wir am Bahnhof Dillingen ein Mercedes-Benz-Fahrzeug mit Anhänger und integrierter Seilwinde zum Einziehen der Fernmeldekabel.

 

Diese Fahrzeuge waren im ganzen Saarland im Einsatz. Sie trugen auf den vorderen Türen das Saar-Post-Emblem, und die Kennzeichen endeten auf OE 5.

 

Fotos: Dieter Jakobs, Saarlouis

 

 

 

Pritschenwagen

 

Dieser Berliet mit dem Kennzeichen

3756-OE 5 war ein Pritschenwagen

mit 3/4-Plane.

 

Er wurde ebenfalls beim Fernmelde-

dienst der Saar-Post verwendet.

 

Foto: Karosseriewerke Schreiner, Saarbrücken

 

 

 

 

Berliet - Kranwagen

 

Ursprünglich hatte die Saar-Post diesen Berliet mit Kran-Aufbau angeschafft und "saarpostgrün" lackiert. Als 1957 die Deutsche Bundespost das Fahrzeug übernahm, wurde es in Bundespost-Gelb umgespritzt (lesen Sie dazu auf der Seite Kraftpost-Omnibusse!).

 

Das Nummernschild auf dem Foto ist ein rotes IGB-Kennzeichen.

 

Foto: Archiv Reduit

 

 

 

d) Bahnpost: Bei der Eisenbahn gab es eigene Bahnpost-Wagen der Saar-Post.

 

 

Foto: Deutsche Post (http://philatelie.deutschepost.de/philatelie/)

 


 

 

Die saarländische Post nach der Rückgliederung des Saarlandes 1957

 

  

Das Gesetz über die Eingliederung des Saarlandes vom 23. Dezember 1956 bestimmte unter anderem, dass das Bundesgesetz über die Verwaltung der Deutschen Bundespost (Postverwaltungsgesetz) vom 24.7.1953 auch im Saarland in Kraft trat. Die vorher eigenständige Postverwaltung des Saarlandes bekam am 1. Januar 1957 den Status einer Oberpostdirektion der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

Auszug aus dem Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen Nr 1/57:

 

An alle Angehörigen der Deutschen Bundespost!

Zum Jahreswechsel danke ich Ihnen, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die treue Pflichterfüllung im abgelaufenen Jahr und spreche Ihnen und Ihren Angehörigen meine herzlichen Glückwünsche aus für das vor uns liegende Jahr.

Mit dem Beginn des neuen Jahres ist die Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes als Oberpostdirektion Saarbrücken in die Verwaltung der Deutschen Bundespost übernommen worden. Es ist mir daher eine besondere Freude, mit einem herzlichen Willkommensgruß die Beamten, Angestellten und Arbeiter der nunmehrigen Oberpostdirektion Saarbrücken in meine Neujahrsglückwünsche an alle Angehörigen der deutschen Bundespost einschließen zu können.

Der Geist freundnachbarlicher Verständigung und die Bemühung um europäische Zusammenarbeit haben die Wiedervereinigung ermöglicht. Auf dieser Grundlage wollen wir im bevorstehenden Jahr gemeinsam und im gegenseitigen Vertrauen an die Lösung der unserer Verwaltung gestellten Aufgaben gehen.

 

(Ernst Lemmer, CDU, Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen 1956 und 1957; sein Nachfolger wurde 1957 Richard Stücklen, CSU)

 

  


 

 

Literatur zum Thema: Die Deutsche Bundespost im Spiegel ihrer Direktionen. Starnberg 1957.

 

 


     Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 27.08.2012                   

 

 

 

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