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Dies ist die Geschichte des
1. FCS in der Zeit des teilautonomen Saarlands.
Wenn es einen deutschen Fußballverein
gegeben hat, der heftig zwischen die Mühlsteine
der Politik geraten ist, dann ist es der
1. FC Saarbrücken gewesen. Und dies geschah aufgrund
seiner geographischen Lage und der politischen Gegebenheiten
der saarländischen Nachkriegsgeschichte im Zeichen der Saarfrage.
Innerhalb der "wilden Jahre des FCS", vom Wiederbeginn des organisierten
Fußballs nach dem Kriegsende bis 1956, kann man
eine Fülle von spannenden und spektakulären
Spielzeiten betrachten, denn sportlich gesehen leistete die Mannschaft des FCS in diesen
Jahren Großartiges: Sie erspielte sich mehrmals
in der deutschen Oberliga Südwest den Meistertitel
oder zumindest einen der vorderen Plätze, wurde
in einem Jahr (1948/49) sogar "inoffizieller"
Meister einer französischen Division, und sie trat
in unzähligen internationalen Freundschaftsspielen
und Turnieren gegen die besten und bekanntesten europäischen
Vereine an. Dabei erkämpfte sie sich zahlreiche
Siege und wurde so zur "interessantesten Mannschaft
Europas". Aber beginnen wir mit den bescheidenen
Neuanfängen nach dem Krieg.
1945/46: Neubeginn
- und schon Meister der "Zonenliga"
Schon kurz nach dem schrecklichen Krieg regten sich in der aus der Evakuierung heimgekehrten
Bevölkerung Wünsche nach einem Neubeginn sportlicher
Betätigungen. Bald wurden auch Rufe laut nach einem
Wiederaufleben des Fußballvereins
Saarbrücken
(so hieß der Verein vor und während des Krieges),
und am 30. August 1945 erlaubte die Militärregierung
dem FVS einen provisorischen Spielbetrieb.
Bald danach verlangte sie jedoch eine Neugründung
der Sportvereine unter anderen Namen. So wurde z.B.
Borussia Neunkirchen
in VfB umbenannt,
und am 25. November 1945 wurde der neue Malstatter Verein
als 1. Fußball-Club
Saarbrücken
ins Leben gerufen. Hans
Helmer wurde
zum Vorsitzenden und Hermann
Neuberger (der
später DFB-Präsident wurde) zum Pressewart
gewählt. Bei der ersten Weihnachtsfeier am 23.
Dezember gab es zwar Kaffee und Wein, aber keinen Kuchen,
weil Mehl und Zucker fehlten. Das Foto (aus dem "Saarkicker")
zeigt die Mannschaft im Jahr 1949.
In der ersten Spielzeit der Nachkriegsära
spielte der 1. FCS zunächst in der Nordgruppe der
Oberliga Südwest
(man nannte sie
auch "die französische
Zonenliga")
mit Mannschaften aus Rheinhessen, Pfalz und Saarland,
und zwar: VfB (Borussia) Neunkirchen, Hassia Bingen,
SV Mainz, Wormatia Worms, FC Idar, FK Pirmasens, 1.
FC Kaiserslautern, VfR Frankenthal und Phönix Ludwigshafen.
Die ersten Spiele dieser provisorischen Meisterschaftsrunde
wurden am 6. Januar 1946 ausgetragen. Im August 1946
durfte der 1. FCS als Tabellenerster der Nordgruppe
im Finale gegen den SV Rastatt antreten, der seinerseits
die Südgruppe der Oberliga Südwest für
sich entschieden hatte. Die beiden Spiele endeten 4:4
und 5:0 für den 1. FC Saarbrücken, der damit
Südwestmeister 1946
wurde.
1946/47: Saaarländische
"Ehrenklasse", verkürzte Zonenliga und
internationale Freundschaftsspiele
Die Militärregierung hatte
für diese Spielzeit lediglich eine sogenannte "Ehrenklasse" genehmigt, die nur aus saarländischen
Vereinen bestand (Merchweiler, Dudweiler, Neunkirchen,
Homburg und Saar 05) und die Liga unterhalb der Oberliga
darstellte. Dieser "Abstieg" hätte mangels
sportlicher Herausforderung mit Sicherheit zum finanziellen
Ruin des 1. FCS geführt. Deshalb wurde schon im
Januar 1947 diese "Ehrenklasse Saar" beendet,
und man spielte wieder mit den bekannten
Mannschaften
aus Hessen, Saar, Pfalz und Mosel in einer verkürzten
Meisterschaftsrunde der Zonenliga. Dieses Mal sicherte sich der
1. FC Kaiserslautern die Meisterschaft, der FCS erreichte
Platz 3 (hinter Worms).
Neben den Ligaspielen trug der
1. FC Saarbrücken in dieser Spielzeit auch einige
Freundschaftsspiele aus und gewann gegen Trier,
Köln, Frankfurt und Mannheim. Im April 1947 erlaubten die internationalen Föderationen
nach heftigen Bemühungen von Gilbert Grandval erstmalig,
dass französische
Mannschaften
gegen saarländische Vereine antreten durften. Damit
kam Grandval seinem Ziel, den Saarsport aus der deutschen
Sportgemeinschaft nach und nach auszugliedern, ein gutes
Stück näher. Denn andere deutsche Vereine
durften gegen europäische Mannschaften wegen der
noch vorhandenen kriegsbedingten Vorbehalte gegenüber
Deutschland damals noch nicht antreten.
Am 27. April 1947 kam es zum
ersten Spiel gegen eine französische Mannschaft,
und der 1. FCS unterlag im Stade Jean Bart (so war der Kieselhumes inzwischen umbenannt worden)
gegen den französischen
Meister "Stade Reims"
mit 3:5. Im nächsten Treffen schlug aber eine gemischte
Mannschaft aus dem 1. FC Saarbrücken und dem VfB
Neunkirchen am 11. Mai 1947 ebenfalls im Kieselhumes
den wohl stärksten Pariser
Club "Stade Français" vor 30.000 Zuschauern mit 2:1.
Die saarländische Presse berichtete begeistert
über "das schönste Spiel seit Jahren"
(Sport-Echo). Auf dem Foto
begrüßt
der Präfekt Robert
Parisot die Spieler
im Namen der Militärregierung; hinter ihm steht
der Vorsitzende der Verwaltungskommission des Saarlandes
und spätere Minister
Erwin Müller. Parisot äußerte sich nach dem Spiel
sehr verärgert über die Niederlage der Pariser
Mannschaft und forderte, in Zukunft nur noch sehr gute
französische Mannschaften gegen die Saarländer
antreten zu lassen, und auch dies nicht oft. (Foto: Jan Müller, Saarbrücken)
1947/48: Freundschaftsspiele
und Antrag auf Teilnahme in französischer Liga
Nach
der Währungsumstellung im Saarland am 20.11.47
wurde dem FCS die Ausführung seiner Meisterschafts-
Auswärtsspiele durch langwierige und umständliche
Formalitäten beim Grenzübertritt dermaßen
erschwert, dass er die Beteiligung in dieser Liga vorzeitig
einstellen musste (Meister wurde wiederum der FCK, der
FCS wurde rechnerisch Vizemeister). In dieser Saison
trug er auch noch sieben Freundschaftsspiele aus, davon
zwei gegen deutsche Vereine, nämlich 1860 München
(2:1) und VfB
Stuttgart (5:1,
siehe Einladung links), und fünf weitere gegen
französische Mannschaften, und zwar zunächst
gegen Nancy, Lille und Metz.
(Foto der Einladungskarte:
Wolfgang Laufer, Landesarchiv Saarbrücken.)
Weil der FCS in der "Ehrenliga
Saar" ständig unterfordert gewesen wäre
und der Spielverkehr mit den anderen deutschen Vereinen
schließlich untersagt wurde (der saarländische
Fußball wurde aus dem deutschen Ligasystem ausgegliedert),
entschloss er sich 1948 dazu, beim Fußballverband
Frankreichs (FFF) eine Teilnahme
am französischen Spielbetrieb in der dortigen zweiten Liga zu beantragen,
um damit das bestehende erfolgreiche Gefüge seiner
Mannschaft zusammenzuhalten. Eine Ablehnung erfolgte
prompt, auch wenn die wahren Gründe hierfür
offiziell nicht angegeben wurden. Inoffiziell ging man
davon aus, dass generelle Aversionen gegen Deutschland
und Angst vor der Spielstärke des FC Saarbrücken
eine Rolle spielten. Die offizielle Absage beinhaltete
auch den Wortlaut, man wolle dem saarländischen
Verein die hohen körperlichen Anforderungen des
französischen Profifußballs nicht zumuten.
Antworten konnte der FC Saarbrücken
auf diese anmaßende Aussage mit seinen letzten
beiden Freundschaftsspielen dieser Spielzeit, in denen
er zunächst den Erstligisten AS St. Étienne
in Saarbrücken mit 5:1 bezwang und danach in Paris
dem dortigen Spitzenteam Stade Français ein 1:1
Remis abtrotzte. Die französische Regierung schaltete
sich an dieser Stelle ein und übte Druck auf den
französischen Fußball-Verband aus. Nun fand
ein Umdenken statt hinsichtlich des Saarlandes, dessen
Bevölkerung man ja für die eigenen Zwecke
zu gewinnen suchte. Im Rahmen dieser Anbiederung konnte
man dem mit Abstand besten Fußballverein eine
Teilnahme am französischen Spielbetrieb nicht mehr
verwehren.
1948/49: "Inoffizielle"
Meisterschaft in der 2. Liga Frankreichs
Daher
durfte der "FC Sarrebruck" ab August 1948
nach zähen Verhandlungen als Ersatz für den
aus Geldmangel kurzfristig abgesprungenen AS Angoulême
an der zweiten
Division Frankreichs
teilnehmen, allerdings nur außer Konkurrenz, sozusagen
als "inoffizieller Gast". Seine Spiele wurden
für die offizielle Tabelle nicht gewertet. Außerdem
war ihm die Auflage erteilt worden, wie die französischen
Vereine mit einer Profi- Mannschaft aufzutreten. Deshalb
musste er innerhalb kurzer Zeit eine Vertragsspieler-Abteilung
aufbauen. Über eine solche verfügte bis dahin
noch kein anderer deutscher Verein. Es gab zahlreiche
Gegner im Saarland gegen diese Profi-Mannschaft, aber
der Vorstand ließ sich nicht davon abhalten. Diese
Entscheidung erwies sich später als klug und weitsichtig,
denn der FCS konnte sich hierdurch eine hervorragende
Stellung im saarländischen Fußball erarbeiten.
Unter der sportlichen Leitung
von Trainer Ossi
Müller entwickelte
sich eine für den 1. FC faszinierende Saison, eine
Saison, in der die saarländischen Fußballer
zu ihren Auswärtsspielen der 2. französischen
Liga insgesamt über 23.000 km quer durch Frankreich
fuhren und dort die französischen Halbprofis überwiegend
dominierten. So gewannen sie zum Beispiel sie zu Hause
gegen Le
Mans mit 8:0 (siehe Zeitungsausschnitt
oben). Die übrigen Gegner in Frankreich
waren: Alès, Amiens, Angers, Béziers,
Besançon, Bordeaux, Douai, Le Havre, Lens, Lille,
Lyon, Monaco, Nantes, Nîmes, (C.A.) Paris, Rouen,
Troyes, Toulon, und Valenciennes. Auch das Auswärtsspiel
gegen Lyon war bemerkenswert: Die Saarbrücker spielten
zum ersten Mal unter Flutlicht, gewannen 3:0 und erfreuten
sich der Begeisterung der französischen Zuschauer,
die sie lautstark und jenseits von jeglichen deutsch-französischen
Aversionen anfeuerten.
Auch wenn der FC Saarbrücken
in der französischen Liga außer Konkurrenz
spielte, druckten die Zeitungen immer die vollständige,
wenn auch inoffzielle Tabelle ab, in der die Saarländer
immer ganz oben standen. Am Ende hatte sich der FCS
mit 59 Punkten die (inoffizielle) Meisterschaft
der 2. französischen Liga erspielt, die Girondins aus Bordeaux erreichten
lediglich 54 Punkte, waren damit aber "offizieller
Meister". Bei den 37 Spielen fehlte nur das Rückspiel
von Bordeaux in Saarbrücken, denn der offizielle
Meister zog es vor, beim inoffiziellen Meister im Saarland
nicht antreten zu wollen.
Die Bilanz dieser Spielzeit:
In 37 Spielen erzielte der FCS 26 meist hohe Siege,
steckte nur vier Niederlagen ein, und sieben Mal wurde
unentschieden gespielt. Das Torverhältnis am Ende: 148:50.
Und dabei musste Trainer Ossi Müller mit einem
Kader auskommen, der in der heutigen Fußballrealität
undenkbar wäre: Es standen ihm "nur"
ganze 14 Spieler zur Verfügung! Der Saarbrücker
Herbert Binkert (siehe
Interview ganz unten)
war treffsicherster Spieler der gesamten 2. französischen
Division mit 41 Toren. Den dritten Platz in dieser Liste
nahm der Stürmer Peter Momber ein (27 Treffer),
und auch die Plätze sechs bis zehn wurden von erfolgreichen
Saarbrückern belegt, nämlich: Karl Berg (21),
Franz Immig (12), Robert Schreiner (11) und Jockel Balzert
(10).
Im Anschluss an diese atemberaubende
Saison in der französischen Liga fanden noch drei
erwähnenswerte Freundschaftsspiele im Stadion Kieselhumes statt:
Am 21. April 1949 besiegte man vor 17.000 Zuschauern
die damalige jugoslawische Spitzenmannschaft Hajduk Split (heute wohl der traditionsreichste
kroatische Verein) mit 3:2. Vierzehn Tage später
kam es zum Duell der Malstatter mit Charlton London (siehe
Plakat!). Gegen
die hart einsteigenden Briten, die in der ersten englischen
Liga spielten, verlor man jedoch knapp mit 0:1.
Der Abschluss dieser überaus
erfolgreichen Saison sollte dann auch wieder ein Sieg
sein, und zwar gegen einen französischen Gegner.
Hatte man es ja im Verlauf der Saison mit Mannschaften
aus der zweiten Liga Frankreichs zu tun, konnte man
sich nun mit dem frischgebackenen französischen
Meister Racing-Club
de Paris messen:
Beim 4:1-Sieg spielte man die Franzosen regelrecht an
die Wand. Nicht umsonst bezeichnete der damalige FIFA-Präsident
Jules Rimet den 1. FC Saarbrücken als die "interessanteste Mannschaft
Europas".
Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt
in allen Abteilungen eine sehr erfolgreiche Saison bestritten.
In der Sparte Fußball unterhielt der 1.FCS drei
Amateur- und acht Jugend-, Junioren- und Schülermannschaften,
die durch häufige gemeinsame Aktivitäten wie
Weihnachtsfeiern oder Sommernachtsfeste gesellschaftlich
sehr stark gefestigt waren. - Doch wie sollte es nun
in der kommenden Saison 1949/50 weitergehen?
(Plakat:
Landesarchiv Saarbrücken.)
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1949/50: 1.
Internationaler Saarlandpokal
Der FCS beantragte
für eine weitere mögliche Spielzeit
eine offizielle Teilnahme in der französischen
2. Liga.
Dies wusste die französische Seite
aber durch heftige Schikanen zu verhindern.
Der französische Verband FFF (Fédération Française de Football) forderte
von den Saarbrückern ein exorbitantes
Startgeld und verlangte, dass sie keine neuen deutschen
Spieler verpflichteten. Und es wurde wiederum
nur eine Teilnahme außer Konkurrenz
in Aussicht gestellt. Denn für die FFF war
der Gedanke einfach unvorstellbar, dass ein deutscher
Verein möglicherweise Meister
werden und in die erste französische
Liga aufsteigen könnte.
Zu durchschaubar
waren die Schikanen, mit dem Resultat, dass
der Verein sich ganz von Frankreich abwandte,
hin zu dem Modell einer Spielzeit mit zahlreichen
attraktiven internationalen Freundschaftsspielen,
die damals einen
viel höheren Stellenwert hatten als
heute.
Hieraus ergab sich eine ebenso spannende
wie spektakuläre Saison, in der aus
dieser Reihe von Freundschaftsspielen eine
Turnierform entwickelt und verwirklicht
wurde, aus der schließlich der Internationale
Saarlandpokal hervorging. |

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Der Saarlandpokal,
dahinter
Johannes
Hoffmann. Ganz links Hans Helmer, der
Präsident des 1. FCS und des Landessportverbandes.
(Foto:
Landesarchiv Saarbrücken) |
Der 1. FCS trat zunächst
in Saarbrücken gegen 14 Mannschaften aus sieben
Ländern an (darunter Rapid Wien, Hajduk Split und
Standard Lüttich), und danach kamen die drei besten
Klubs noch einmal an die Saar, um mit dem FCS in einer
Viererrunde den Gesamtsieger auszuspielen.
Den finanziellen Rahmen für
diese Veranstaltungen gewährte die saarländische
Landesregierung (natürlich aus Steuergeldern),
da sie gerne jede Möglichkeit einer Profilierung
des autonomen Landes wahrnahm. So kam den angereisten
Mannschaften eine umfassende saarländische
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Gastfreundschaft
zugute. Die Siegprämien für dieses
Turnier wurden von der saarländischen
Industrie gespendet und beliefen sich auf
2
Millionen Franken.
Die finale Viererrunde im Juni 1950 trugen
die Mannschaften vom FCS, Hajduk Split, FC Metz
und Stade Rennes aus. Im Endspiel
siegte Saarbrücken am 11. Juni 1950
im Kieselhumes mit 4:0 gegen Stade Rennes,
und im Spiel um den dritten Platz gewann
Split mit 3:2 über Metz. Somit blieb
die Siegprämie im Saarland.
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Bild links: Der Hohe Kommissar
Gilbert
Grandval gratuliert den Spielern des
1. FCS
zum Gewinn des Endspiels im Ersten Internationalen
Saarland-Pokal 1949/50. (Foto: Ferdi Hartung)
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Erwähnenswert ist die Art,
wie der FCS sich bei den Finalspielen als Verein der
Öffentlichkeit präsentierte: Alle Sportler
aller Abteilungen - Handballer, Tischtennisspieler,
Boxer, Billardspieler, Rollschuhläuferinnen, Kegler,
Hockeyspieler, Tennisspieler, Ruderer und die siebzehn
Fußballmannschaften - veranstalteten einen pompösen
Einzug ins Stadion Kieselhumes.
Es bleibt aber festzuhalten,
dass die Veranstaltung des Internationalen Saarlandpokals
leider nicht den gewünschten finanziellen Erfolg
brachte. Außerdem bewiesen die immer wieder zwischen
den Pokalspielen eingeschobenen Freundschaftsspiele
gegen hochklassige Gegner aus der näheren Umgebung
und das damit verbundene immense Zuschauerinteresse,
dass man sich an der Saar wieder nach richtigem
Ligafußball sehnte und die Spiele gegen
internationale Gegner in einem "künstlichen
Pseudowettbewerb" zwar nicht gerade widerwillig,
aber doch halbherzig und nur als Übergangslösung
betrachtete.
Zu erwähnen ist hier noch
die 3:5 Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern am
26.10.1949, als sich bei ungemütlichem Wetter an
einem Werktag 33.000 Zuschauer bis dicht an das Spielfeld
im Kieselhumes drängten. Mehrere Tausend Zuhörer
verfolgten zudem die Ereignisse über Lautsprecher
vor dem Stadion. Dass die Begegnung gegen ein solches
Aushängeschild des damaligen deutschen Fußballs
überhaupt genehmigt wurde, belegt, dass die Franzosen
ihre Politik der rigorosen Trennung des Saarlands von
Deutschland inzwischen schon stark zurückgenommen
hatten.

Überraschend wurde der Verein
im Frühjahr 1950 zu einem katalanischen Osterturnier nach Barcelona eingeladen, wo er, ebenso überraschend,
eine katalanische
Auswahl mit 2:1
besiegte. Darauf folgte jedoch am 10. April eine 0:2
Niederlage gegen Universidad
Católica de Santiago de Chile; trotzdem erreichte man immerhin
am Ende den zweiten
Platz in diesem
Turnier. Und ein Freundschaftsspiel, zu dem der 1. FCS
dieselbe chilenische Mannschaft am 3. Mai 1950 nach
Saarbrücken einlud, gewann er mit 4:1.
Das Foto rechts zeigt die
Saarbrücker Mannschaft 1950 in Barcelona. Von links,
stehend: Puff, Clemens, Binkert, Monter, Berg, Adolph;
hockend: Momber, Biewer, Strempel, Schmidt, Philippi.
(Foto aus
"Die Molschder", S.55.)
Ein weiteres Highlight
war am 31.Mai 1950 in Saarbrücken das Gastspiel
des englischen Pokalfinalisten Liverpool FC, den man vor 18.000 begeisterten Zuschauern
im Stadion Kieselhumes mit 3:0 schlug.
1950/51: Keine Ligaspiele,
aber sehr erfolgreiche internationale Begegnungen
In dieser Saison konnte der 1.FC
Saarbrücken immer noch nicht an nationalen Meisterschaften
teilnehmen. Dafür gingen die internationalen Spiele weiter: Am 2. Februar 1951 starteten die
Malstatter eine Tournee durch Südfrankreich und
Spanien, auf der US
Cannes mit 2:1,
Athletico Bilbao mit 4:0 besiegt und gegen La Coruña ein 2:2 erzielt wurde. Höhepunkt
und sportlicher Glanzpunkt war aber zweifellos das Spiel
gegen die Mannschaft von Real
Madrid, die schon
seit zwölf Jahren kein Heimspiel mehr verloren
hatte. Vor 50.000 Zuschauern gewann der 1.FCS am 21.
Februar 1951 mit 4:0 gegen die Madrilenen, was eine
fußballsportliche Demonstration sondergleichen
bedeutete und minutenlange Begeisterungsstürme
der Zuschauer auslöste. "Es war wohl das schönste
Spiel, das je eine Malstatter Elf gezeigt hat, und es
war zugleich die Sensation im fußballverrückten
Spanien."
(Klimmt/Günther, Die Molschder, S. 57).
Kurz nach der Rückkehr ins
Saarland bekam man eine weitere Einladung zu einem Turnier,
zu dem bisher nur wenige europäische Mannschaften
eingeladen wurden: Die Rede ist vom "Festival of Football" in Liverpool. Es folgte noch ein Turnier
in Belgien, und dann war
am 8. April 1951 der FC
Sao Paulo aus
Brasilien zu Gast in Saarbrücken. Gegen diesen
Gegner hatten die Malstatter allerdings keine Chance
und verloren mit 0:3.
Weiter ging die Reise, diesmal
wieder nach England, wo man Mitte Mai 1951 erneut
gegen Liverpool (1:1) spielte, gegen Grimsby Town 1:2 gewann und dem FC Chesterfield 1:3 unterlag. Diese Ergebnisse
bedeuteten hervorragende Achtungserfolge gegen die hart
spielenden englischen Vollprofis.
Als nächstes folgte eine
Skandinavien-Reise, während der im Juni 1951
innerhalb von 13 Tagen 6 Spiele mit 14 Spielern
absolviert wurden.
Der 2. Internationale Saarlandpokal, der gemeinsam mit dem VfB Neunkirchen
(erst vom 26.7.51 an nannte er sich wieder "Borussia")
ausgetragen wurde, konnte nicht mehr die sportlichen
oder gar finanziellen Erwartungen der Vereine erfüllen.
Die Finalspiele mussten im April 1951 wegen der miserablen
finanziellen Situation sogar abgesagt werden. Der "Internationale
Saarland-Pokal" war damit zu den Akten gelegt.
FC-Stürmer Peter Momber
Insgesamt war diese Saison für den 1. FCS somit von zahlreichen internationalen Freundschaftsspielen
und der damit verbundenen internationalen Anerkennung
gekennzeichnet. Davon wurden seine finanziellen Probleme allerdings nicht geringer, und oftmals war
es nicht leicht, sich von Monat zu Monat über Wasser
zu halten. Immer größer wurde der Wunsch,
bald wieder an einem geregelten
Ligabetrieb teilnehmen
zu können. Hermann Neuberger (Foto: Lamdesarchiv Saarbrücken).
1951/52: Wieder in
der Oberliga Südwest, und schon deutscher Vizemeister!
Dieser Druck bestand auch in
der neuen Spielzeit weiter. Trotz der vielen internationalen
Begegnungen befand sich der Verein praktisch in der
Isolation, und der Wunsch, wieder zusammen mit deutschen
Vereinen in einer Liga spielen zu können, wuchs
stetig.
Schließlich erreichte der
Saarländische Fußballbund unter der Federführung
von Hermann Neuberger
>>
im Verbund mit der FIFA gegen
den Willen der saarländischen Regierung, dass der
1. FCS und auch Borussia Neunkirchen am Ligabetrieb der deutschen
1. Liga, also
der Oberliga Südwest, teilnehmen konnten. Obwohl der
1. FC nun bei der Landesregierung in Ungnade gefallen
war (sie stoppte alle Zahlungen, insbesondere diejenigen
für den Ausbau des Stadions Ludwigspark) und entgegen
aller Prognosen der Fachleute - man fürchtete um
die sportliche Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft,
da sie in den letzten zwei Jahren ja "nur"
Freundschaftsspiele bestritten hatte - erkämpften
die
|
Malstatter gleich
im ersten Jahr auf Anhieb die Meisterschaft
der Oberliga Südwest. Sie gewannen 23 ihrer
insgesamt 30 Spiele, erreichten vier Mal
ein Unentschieden und mussten nur drei Niederlagen
einstecken. Damit hatte sich der FCS für
die Gruppenspiele um die deutsche Meisterschaft
qualifiziert, was natürlich einen großen
Anreiz für die Zuschauer bedeutete.
Das Stadion Kieselhumes wurde hierzu extra
auf ein Fassungsvermögen von 35.000
Zuschauern ausgebaut.
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Das Foto zeigt eine Szene
aus dem Spitzenspiel > dieser Saison
zwischen dem 1. FCS und dem 1. FC Kaiserslautern,
mit Waldemar
Philippi (links) und Fritz Walter.
Foto: Landesarchiv
Saarbrücken / Historisches Museum Saar
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Die Ergebnisse der
Spiele des FCS in den sechs Wochen der Gruppenspielphase sprechen für
sich:
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27.04.52
1.
FCS - Schalke 04
4:1
11.05.52
1.
FC Nürnberg - 1. FCS
5:2
18.05.52
1.
FCS - Hamburger SV
3:0
25.05.52
Hamburger
SV - 1.FCS
4:1
02.06.52
Schalke
04 - 1. FCS
2:4
08.06.52
1.
FCS - 1. FC Nürnberg
3:1 |
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Somit wurden insgesamt
8:4 Punkte erreicht und 17:13 Tore erzielt - Resultate, die keiner für
möglich gehalten hätte, zumal
der FCS zu jener Zeit auch noch den Großteil
der Spieler stellte, die die Fußballnationalmannschaft
des Saarlandes bildeten und die Ausscheidungsspiele
für die Weltmeisterschaft 1954 austrugen
(mehr zu diesem spannenden Thema im Abschnitt
Fußballnationalmannschaft). |

Doch jetzt stand der FCS am 22. Juni 1952
im Endspiel um
die Deutsche Fußballmeisterschaft, und zwar zum zweiten Mal nach
1943, als er in Berlin gegen Dresden mit 3:0 verlor.
Zwei der Spieler von damals, nämlich Herbert Binkert
und Jockel Balzert, spielten jetzt erneut in der Endspielmannschaft.
Gegner
war der VFB Stuttgart, der sich in der zweiten Gruppe den ersten
Platz erkämpft hatte.
Die saarländische Landesregierung,
der die Teilnahme des FCS in der deutschen
Oberliga ein Dorn im Auge war und die ihm deshalb zu Beginn der Saison die Mittel gekürzt
hatte (siehe oben), wandte sich jetzt wieder großzügig
dem Verein zu, weil sie seine erstaunlichen Erfolge
zur eigenen Profilierung benutzen wollte. Auch die Gegner
der Autonomie nutzten die Gelegenheit, indem sie das
Finalspiel in Ludwigshafen als ein Bekenntnis der Saar
zu Deutschland darstellten. Die Vertreter des FC betonten
aber den rein sportlichen Charakter des Ganzen. So stand
das Endspiel - politisch gesehen - ganz im Zeichen der
Saarfrage. (Mehr darüber können Sie in einem Spiegel-Artikel vom 25.06.1952 mit dem Titel "Deutsch ist die Saar" nachlesen.) (Eintrittskarte
zur Verfügung gestellt von Florian Klenner.)
Man zählte 3.800 Kraftwagen, die die saarländische Grenze Richtung Ludwigshafen
passierten, und mehr als eine Million Karten sollen
für das Spiel nachgefragt worden sein. Doch es
passten "nur" 85.000 Zuschauer ins Südweststadion
- ein Rekord, der bis heute nicht gebrochen wurde. Der
VfB bezeichnete das Spiel später als eines der
schönsten und spannendsten Endspiele, die der deutsche
Fußball bis dahin erlebt hatte. Stuttgart gewann knapp mit 3:2 Toren. Trotzdem wurde den Saarbrückern
bei ihrer Rückkehr in die Stadt ein triumphaler
und unvergesslicher Empfang bereitet. Über 100.000
Menschen standen am Straßenrand bis zum Rathaus,
wo Johannes Hoffmann jedem Spieler persönlich gratulierte
und eine goldene Uhr überreichte.
Und die Landesregierung stellte
sofort wieder 80 Millionen Franken zum Ausbau des Stadions
im Ludwigspark zur Verfügung.
Foto: Die Mannschaft lässt
sich auf dem Balkon des Rathauses feiern. (Landesarchiv Saarbrücken/Licht-2)
Einige saarländische Fußballfans scheinen damals den
Verdacht gehegt zu haben, dass der FCS "leider mit 3:2 verlieren musste",
da eine Saar-Mannschaft ja nicht Deutscher
Meister sein durfte. Unser Leser Helmut
Steinmetz erzählt: "Mein Vater war als FC-Anhänger mitgefahren und hat
berichtet, dass der FC in weiten Bereichen die bessere Mannschaft war und auch
verdient gewonnen hätte, doch war dem FC das Schicksal des Verlierens
aufgedrückt worden."
1952/53: Nur dritter Rang im Jubiläumsjahr
- Wiedereröffnung des Ludwigsparkstadions
Da im Jahre 1903 beim TV Malstatt erstmalig
eine Abteilung für die damals neu aufgekommene
Sparte "Fußball" gegründet wurde,
die als Ursprung für den früheren "Fußballverein
Malstatt-Saarbrücken" und damit auch für
den späteren 1. FCS angesehen werden kann, feierte
der FC im Jahr 1953 sein 50-jähriges Jubiläum.
Zunächst begann die Saison
1952/53 für den 1.FCS aber wieder einmal auf internationaler
Ebene. Da es eine einmalige Gelegenheit war, folgte
man noch vor Saisonbeginn im Juli 1952 einer Einladung
nach Brasilien, wo es das 2. Turnier der "Copa Río" zu bestreiten galt. Allerdings
gingen alle drei Spiele deutlich verloren: gegen Sao
Paulo (6:1), Austria Wien (5:1) und Libertad Asunción
(4:1). - Während der Saison gab es auch ein Spiel
in Amsterdam gegen die holländische
Nationalelf vor
45.000 Zuschauern, das der FC mit 3:2 gewann.
Die Malstatter erreichten in
dieser Saison jedoch nicht die Qualifikation zur Deutschen
Meisterschaft. Bis 1961 sollte man am derzeit übermächtigen
Nachbarn aus der Pfalz, dem 1. FC Kaiserslautern, scheitern.
Ein sportlicher Grund hierfür war in diesem Jahr
mit Sicherheit auch die Tatsache, dass der FCS laufend
seine besten Spieler als Nationalspieler der saarländischen
Nationalmannschaft zur Verfügung stellen musste.
Startete die Mannschaft noch verheißungsvoll mit sechs Siegen in die Oberliga-Runde,
so gab es doch immer wieder Punktverluste, und man wurde
am Ende "nur" Dritter. Eine herbe Niederlage
handelten sich die Malstatter am 25. Januar 1953 ein,
als sie vom 1. FC Kaiserslautern mit 0:9 besiegt wurden.
Das Besondere an dieser Saison
war - abgesehen vom Spielgeschehen - die Spielstätte: Nach langen, häufig unterbrochenen
Bauphasen spielte der 1. FC Saarbrücken wieder
im Ludwigsparkstadion. Es wurde im Jubiläumsjahr
fertig gestellt und am 2. August 1953 seiner Bestimmung
übergeben. Damit wurde der Hartplatz im Stadion
Kieselhumes durch einen Rasenplatz in einem repräsentativen
Stadion abgelöst, der gleichzeitig auch der Leichtathletik
zur Verfügung stand. In dem Eröffnungsspiel im neuen Stadion sahen 30.000 Zuschauer einen
3:1 Sieg des 1. FCS gegen Rot-Weiß Essen.
Die Fotos zeigen den Einmarsch
der FC-Sportler vor dem Eröffnungspiel. (Landesarchiv Saarbrücken,
Licht-5)
1953/54: Sportliche
Talfahrt: Nur 5. Platz in der Oberliga
Diese Saison muss für den
1. FCS erstmals seit langer Zeit als sportliche Talfahrt
überschrieben werden. Nach fünf Monaten wurde
der glücklose jugoslawische Trainer Momirski durch
Helmut Schön ersetzt. Bemerkenswertes Highlight
der Saison war die Niederlage der Malstatter gegen den
Aufsteiger und Lokalrivalen Saar 05,
dessen Mannschaft vom ehemaligen Saarbrücker Trainer
Ossi Müller betreut wurde. In der Abschlusstabelle
lag der 1. FCS hinter dem 1. FC Kaiserslautern (Meister),
dem FK Pirmasens, TuS Neuendorf und Saar 05 auf Rang 5.
1954/55: Oberliga
Südwest: Platz 3
Diese Saison, die sportlich ganz
im Zeichen der schließlich von Deutschland errungenen
Weltmeisterschaft stand, endete für den 1.FCS mit
dem undankbaren dritten
Platz in der
Oberliga Südwest. In seinem letzten Spiel der Saison
spielte der FCS zwar noch einmal so gut wie in seinen
besten Zeiten und bezwang den großen Konkurrenten
aus der Pfalz (1. FCK) vor 28.000 Zuschauern mit 5:3,
aber es langte nicht mehr zum Erreichen der Endrunde.
Umso bedauerlicher war, dass bei Punktegleichheit mit
der zweitplazierten Wormatia Worms (der 1. FCK wurde
wiederum Meister) nur die Anzahl der Gegentore hierfür
verantwortlich war. Einziger Trost dieser Saison war,
dass Saarbrücken mit Herbert
Martin den neuen Torschützenkönig der gesamten Oberliga Südwest
stellte. Ihm gelangen 27 Treffer.
1955/56: Teilnahme
am ersten Europapokal der Landesmeister
Europapokalspiel am 23.11.1955
gegen AC Mailand, s. unten.

Aus dieser Saison gibt es für
die Saarbrücker wieder ein internationales Ereignis
zu vermelden: Der 1.FCS durfte als Vertreter des (immer
noch) autonomen Saarlands am Europapokal teilnehmen, und er bekam den AC Mailand zugelost. Am 1. November besiegte
er diesen im Mailänder San Siro Stadion sogar mit
4:3 (Siegtor durch Herbert Martin). Da aber das Rückspiel
am 23. November 1955 in Saarbrücken (siehe Plakat oben) mit 4:1 verloren ging, schied
der Club bereits im Achtelfinale frühzeitig aus
diesem ersten Landesmeisterwettbewerb aus.
In der Oberliga erreichten die
Malstatter leider wieder nur den dritten Platz. Bemerkenswerte Ergebnisse waren das 2:1 am
Tag der Volksabstimmung (23.10.55) gegen Borussia Neunkirchen
und der Rekordsieg mit 10:1 Toren gegen den FSV Mainz 05.
Zum Bild links: In dieser Saison wurde noch ein weiteres hinreißendes Spiel ausgetragen,
das am 31. Dezember 1955 auf dem Sportfeld neben dem Saarbrücker Ludwigsparkstadion
15.000 Zuschauer begeisterte und in eine entfesselte
Sylvesterstimmung versetzte. Der 1. FC Saarbrücken
traf in diesem Pokalvorschlussrundenspiel auf den 1. FC Kaiserslautern. Beide Mannschaften spielten
von Anfang an offensiv, und die Zuschauer erlebten insgesamt
14 herrliche Tore - das Endergebnis lautete 7:7 nach
Verlängerung. Deshalb musste das Los entscheiden.
Es sprach dem 1. FCK den Sieg zu. Fritz Walter war bei diesem Spiel nicht dabei, weil er verletzt war. Als Kapitän seiner Mannschaft war er mit einem Losentscheid aber nicht einverstanden. Er legte daher Einspruch ein und plädierte für eine Wiederholung des Spiels. Der Verband stimmte seinem Wunsch zu, und am 1. Februar 1956 wurde die Partie auf dem Betzenberg in Kaiserslautern wiederholt. Der 1. FC Saarbrücken gewann 4:3 und kam dadurch
eine Runde weiter. Allerdings schied er in der nächsten Runde aus. - Das Foto oben wurde von Ferdi Hartung geschossen und zeigt v.l.n.r.: Herbert Martin vom FCS sowie die FCK-Spieler Wagner und Mangold. Über diese beiden Spiele berichtete am 31.12.2010 das Magazin FORUM: http://www.magazin-forum.de/vierzehn-boller-an-silvester-1955/
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Im Jahr der Volksbefragung
(1955) wurde beim 1. FCS in geheimer Abstimmung
beschlossen, die blau-weiß- rote Saarflagge aus dem Vereinswappen zu entfernen (siehe
links und in der Titelleiste ganz oben auf
dieser Seite!). |
1956/57: Vizemeister
der Oberliga Südwest
Innerhalb dieser Spielzeit wurde das Saarland am 1. Januar 1957
elftes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Im
Zuge der Rückgliederung der einzelnen Sportverbände
wurde auch der saarländische Fußball vom
Juli 1956 an wieder dem DFB unterstellt.
Sportlich gesehen ging es für
die Malstatter wieder aufwärts: Diese Saison beendeten
sie mit der Vizemeisterschaft in der Oberliga und qualifizierten
sich damit für die Meisterschaftsendrunde. Folgende
Spiele wurden ausgetragen:
In Stuttgart 2:2 unentschieden
gegen Nürnberg (siehe Foto rechts und nächsten
Abschnitt!), in Frankfurt 3:1 Niederlage gegen Duisburg,
und in Düsseldorf 2:1 Niederlage gegen den HSV.
Folglich konnte das ganz große Ziel, die Deutsche
Meisterschaft, wieder nicht erreicht werden.
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Das Sport-Magazin würdigte
auf seinem Titelblatt der Nr. 22/1957 die gute Leistung
des FCS in dieser Spielzeit und kommentierte in der
Bildunterschrift: "Der 1. FC Saarbrücken brachte
den favorisierten
1. FC Nürnberg an den Rand einer Niederlage. Der Südwestzweite
be- geisterte mit einem glänzenden Kombinationsspiel..."
Das Titel-Foto (rechts) zeigt neben Schiedsrichter Schreiber
und den Nürnbergern Müller und Glomb die FC-Spieler
W. Philippi und A. Keck vor einem direkten Freistoß, den
Morlock verschoss.
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1957/58: Der FC erreicht
nur Platz 8 in der Oberliga
1958/59: Wieder auf
Platz 4 der Oberliga Südwest
Nach der Rückgliederung
der Saar an Deutschland (1959):
Die 60er Jahre standen im Zeichen
der Gründung der Bundesliga. Der 1. FCS war in ihrem ersten
Jahr (1963/64) zwar dabei, stieg aber nach einer Saison
bereits ab und benötigte danach etwa 10 Jahre bis
zum Wiederaufstieg in die höchste Klasse. Er überstand
darin aber nur zwei Spielzeiten.
Fazit der frühen
Geschichte des 1. FC Saarbrücken:
Die Glanzzeit des 1.FC, in
der er seine sensationellsten Erfolge erzielte, fiel
tatsächlich in den Zeitabschnitt der saarländischen
Teilautonomie, besonders während der Jahre 1945
bis 1952.
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Immer attraktiv waren die
saarländischen Lokalderbys zwischen dem 1.FCS und
Borussia Neunkirchen (hier im Jahr 1956). Links Gerd
Lauck (Borussia), rechts Peter Krieger (FCS).
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Im Januar 2009 brachte
die Zeitschrift "11
Freunde" ein
Interview von Milan Jaeger mit dem früheren FC-Spieler
Herbert Binkert,
das wir mit freundlicher
Genehmigung des Verlages hier wiedergeben:

Quelle:
11 Freunde,
Nr. 86 vom Januar 2009
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Literaturhinweise:
- Gerhard
Reuther: Der neue FCS.
1. FC Saarbrücken 1903-1983.Taunusstein, 1983.
- Reinhard
Klimmt / Herbert Günther: Die Molschder 1903-2003.
100 Jahre 1. FC Saarbrücken. 2003.
- Ulrich
von Berg: Ein Jahr beim Erbfeind. Wie es ist, wenn ein ambitionierter
Fußballklub in die Mühlen der Politik gerät
und mal zu diesem, mal zu jedem Land gehört
- falls man ihn überhaupt mitspielen lässt.
Die einzigartige Geschichte des 1. FC Saarbrücken
in der Nachkriegszeit. In: 11 Freunde. Magazin für Fußballkultur. Juli
2008. Nr. 80. S. 64-69.
Weblinks:
- 1.
FC Saarbrücken
- Webseite: http://www.fc-saarbruecken.de/
- Wikipedia: http://de.wikipedia.org., Stichwort "1. FC Saarbrücken".
- Saarländischer
Fußballverband (SFV): http://www.saar-fv.de
- 100
Jahre FCS: www.100-jahre-fcs.de |