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saar-nostalgie.de - KULTUR+SPORT
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Olympische Spiele 
B) Die SAAR in Helsinki
mit eigener Mannschaft
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zum
Teil A) Die SAAR und Olympia / zum Comic SaarlandAlbum / zum Inhaltsverzeichnis des Kapitels KULTUR+SPORT
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Dieser Aufnäher schmückte
die saarländischen Olympioniken in Helsinki. Das
gestickte Stoffwappen hatte die Maße 9 x
12 cm. |
Auf dieser Seite finden Sie alles
Wissenswerte über die Teilnahme der eigenständigen
saarländischen Olympiamannschaft an den Spielen
in Helsinki 1952. Im
Teil A) Die SAAR
und Olympia
erfahren Sie, in welcher Weise sich das kleine Saarland
an den Olympischen Spielen beteiligte, die in die Zeit
seiner Autonomie fielen: 1948 Rom, 1952 Helsinki und
1956 Melbourne.
- Hier nun die Einzelheiten über HELSINKI 1952.
Die XV. Olympischen Sommerspiele wurden 1952 in der finnischen Hauptstadt Helsinki ausgetragen,
und zwar vom 19. Juli bis 3. August. Knapp 5000
Athleten aus 69 Nationen nahmen daran teil - Rekordzahlen
für die damalige Zeit. Die stärksten Teams
kamen aus Sowjetrussland und den USA, aber auch Deutschland
gehörte mit 200 Sportlern zu den zahlenmäßig
größten Teilnehmerländern. Die deutsche
Mannschaft bestand übrigens nur aus westdeutschen
Sportlern, da sich die beiden deutschen Olympischen
Komitees nach dem IOC-Beschluss, nur eine deutsche Mannschaft
zuzulassen, nicht auf ein gemeinsames Team verständigen
konnten (erst ab 1956 gab es gesamtdeutsche Mannschaften,
und von 1968 an traten die BRD und die DDR bis 1988
in zwei getrennten Mannschaften auf).
Am 15. Mai 1950 entschied das
IOC in Kopenhagen, das Saarland als eine "selbstständige olympische Nation" anzuerkennen. Am 20. Juni 1950
wurde das saarländische
Nationale Olympische Komitee unter Vorsitz von Justiz- und Kultusminister Erwin Müller gegründet, und wenige Tage später begannen
die organisatorischen und sportlichen Vorbereitungen.
Am 5. Juli 1951 erhielt das Saarland die offizielle
schriftliche Einladung zur Teilnahme in Helsinki. |
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Der Landtag stellte großzügige
Geldmittel bereit und teilte dem IOC auf Anfrage mit,
dass die Regierung des Saarlandes die Finanzierung der
Vorbereitung und Teilnahme der saarländischen Athleten
übernommen habe.
<< Am 27. Mai 1951 fand
im Stadttheater zu Saarbrücken eine "Verpflichtungsfeier"
für die Olympiakandidaten statt.
Bild unten links: Der Durchmesser
des Olympia-
Buttons
(für die Offiziellen) betrug in Wirklichkeit weniger
als 10 mm. Rechts: Die saarländische Mannschaft
im Olympischen Dorf in Helsinki. Die Länderbezeichnung
("Sarre") ist in Französisch, weil dies
die Kanzleisprache des IOC ist.
 
Die
saarländische Olympiamannschaft bestand aus 37
Wettkämpfern, acht Trainern, einem Sportarzt und
zehn Offiziellen. Die Reise nach Helsinki nahm fünf
Tage vor dem Beginn der Spiele, nämlich am 12.
Juli 1952, am Saarbrücker Hauptbahnhof ihren Anfang
mit einer herzlichen und eindrucksvollen Verabschiedung der Teilnehmer. Dabei wurde ihnen
der Auftrag erteilt, den saarländischen Sport in
der Ferne würdig zu vertreten - obwohl niemand
im Ernst erwartete, dass die knapp 40 Sportler von der
Saar im Wettkampf mit den fast 5000 Besten der Welt
eine Medaille erringen könnten.
Mit dem Zug fuhren sie zunächst
nach Paris, und von dort ging es mit einem SAS-Flieger
weiter nach Helsinki. Hier wurden sie von dem Saarbrücker
Karlheinz Bolay empfangen, der Mitglied des finnischen
Organisations- komitees war, sowie von Sven Müntzel,
dem Olympiaattaché des Saarlandes, der in Finnland
lebte und sich während des gesamten Aufenthalts
der Saarländer um ihr Wohl kümmerte.
Das Foto zeigt die weiblichen
Teilnehmer der saarländischen Olympiamannschaft:
Inge Glashörster, Inge Eckel, Ursula Finger (alle
drei Leichtathletik), Therese Zenz (Kanu), Hilde Antes
(Leichtathletik) und die Betreuerein Miele Bertram.
Fotos
: Landesarchiv Saarbr., Licht-11 und -13

Die gesamte
saarländische
Mannschaft
im Olympischen
Dorf.

Die Geschichte
von der fehlenden Saarfahne
Dem saarländischen NOK war
vor den Spielen vom Organisationskomitee in Helsinki
mitgeteilt worden, dass es nicht notwendig sei, eine
Saarfahne für die Eröffnungsfeier mitzubringen.
Sämtliche Nationalmannschaften wurden bei ihrem
Eintreffen in Finnland während einer Flaggenzeremonie
im Olympischen Dorf willkommen geheißen. Dabei
wurde jeweils die Flagge des Herkunftslandes gehisst
und gleichzeitig die entsprechende Nationalhymne gespielt.
Am 15. Juli 1952 traf die saarländische Delegation
mit Erwin Müller und Ludwig Zeitz an ihrer Spitze
dort ein, zusammen mit elf anderen Mannschaften. Als
bei der Begrüßungszeremonie die Saar-Hymne
gespielt wurde, erschien aber keine Fahne an dem dafür
vorgesehenen Mast: die
Saarfahne fehlte!
Die peinlichen Minuten wurden zwar geschickt durch Ansprachen
der Verantwortlichen überbrückt und das Versäumnis
wenige Stunden später durch das Hissen der wieder
aufgetauchten Flagge behoben, aber die Presse hatte
ihr Thema: Die vergessene Saarfahne. Wie es geschehen konnte, dass sie vergessen
wurde, ist nie bekannt geworden. In Saarbrücken löste
der Vorfall Diskussionen darüber aus, ob man sich
in der Weltöffentlickeit blamiert habe und ob
das kleine Saarland als eigene Olympianation nicht sogar fehl am Platze
sei.
Foto rechts: Minister Erwin
Müller wird vom Bürgermeister von Helsinki
herzlich begrüßt.
(Informator-Verlag),

Im Febrauar 2010 erschien in der Saarbrücker Zeitung ein Comic Strip von Bernd Kissel über das Thema der fehlenden Saarfahne in der wöchentlichen Serie "SaarlandAlbum". Der saarländische Zeichner hatte sich von unsrerer obigen Geschichte inspirieren lassen und sie zeichnerisch
umgesetzt. Mit seiner freundlichen Genehmigung geben wir sein Werk hier wieder: Fehlende Fahne.
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Eröffnungsfeier:
"SAAR" vor "SAKSA" - Saarland marschiert
vor Deutschland ein
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Die Saar-Mannschaft
zieht vor der deutschen Mannschaft durch
den Olympiapark (links) bis zum Olympiastadion.
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Die Eröffnungsfeier am 19. Juli 1952
lockte über 75.000 Zuschauer an. Der Einmarsch
der Mannschaften fand unter strömendem Regen statt.
Vor den einzelnen Gruppen wurden Schilder mit den Ländernamen
in finnischer Sprache und in alphabetischer Reihenfolge
getragen. "Deutschland" heißt auf Finnisch
"SAKSA" (Sachsenland), und so kam es, dass
die Sportler der "SAAR" vor
der deutschen Mannschaft ins Stadion marschierten. Über
diesen zufälligen Umstand schreibt W. Harres in
seinem Buch auf Seite 160: "Keine andere Regie hätte die
Trennung schonungsloser inszenieren können. Es
wird Flagge gezeigt - hier blau-weiß-rot, dort
schwarz-rot-gold; die geschichtliche Farbensymbolik
unterstreicht den Abstand." Laut Wolfgang Harres war der Auftritt der
saarländischen Mannschaft bei dieser Eröffnungsfeier
der "Höhepunkt
der politischen Manifestation saarländischer Autonomie
vor der Weltöffentlichkeit".
Farbfoto links: Informator-Verlag,
Frankfurt.
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Also marschierten die Saar-Athleten hinter
der schwedischen Mannschaft ("RUOTSI") und
vor der deutschen ein. An ihrer Spitze schritt der Weitspringer
Toni Breder aus Saarlouis mit der Saarfahne,
dann folgten der Generalsekretär Werner Beermann und die Trainer Ziegler, Marschollek und Nispel, dahinter kamen die fünf
weiblichen Teilnehmerinnen von der Saar, unter ihnen
die Kanutin Therese
Zenz aus Mettlach,
und schließlich folgten die Ruderer, Turner, Fechter, Kanuten, Ringer,
Boxer, Leichtathleten, Schützen und der einzige Schwimmer.
Nach dem Einmarsch der Sportler
erklärte der finnische Staatspräsident Paasaviki
die Spiele für eröffnet, und der finnische
Läufer Paovo
Nurmi (siehe
ganz unten!) trug die olympische Fackel ins Stadion,
mit der das olympische Feuer entzündet wurde.
Foto: Erwin Weber, Turnarchiv Braunshausen |
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Die sportlichen
Ergebnisse der saarländischen Olympiamannschaft
Die 37 Wettkämpfer aus dem
Saarland traten in insgesamt neun olympischen Disziplinen an.(Alle Fotos dieser Rubrik: Informator-Verlag
Frankfurt)

Die Ruderer
Klaus
Hahn
und
Herbert Kesel im "Zweier ohne"
|
Die Ruderer Klaus Hahn und Herbert Kesel hatten im "Zweier ohne" großes
Pech: Sie lagen im Hoffnungslauf um ganze
zwei Bootslängen vor den USA und
Polen, als sie wegen einer Kreislaufstörung
des Schlagmanns Klaus Hahn aufgeben mussten. -- Der saarländische
Meister-Skuller Günther
Schütt (Foto rechts) erreichte einen
ganz hervorragenden siebten Platz und wurde
von der Fachpresse sehr gelobt. Der "Vierer ohne" mit Werner
Biehl, Hans Peters, Hans und Jochen Krause-Wichmann wurde im Vorlauf
mit 6:40,8 min. Sieger im Rennen, und zum
ersten Mal in der Geschichte zeigte eine
Olympia-Anzeigetafel an erster Stelle den
Namen "SAAR". Im ersten Zwischenlauf
wurden die vier Dritte hinter den Amerikanern
und Jugoslawien, und in ihrem letzten Rennen
fehlte ihnen wieder eine Portion Glück:
Sie wurden von den Polen geschlagen und
kamen auf Platz 7.
Die Kanuten Heinrich
Heß und
Kurt
Zimmer (Bild
links) belegten
im 10.000-m-Rennen den 12. Platz (bei 24
Teilnehmern) und kamen am darauffolgenden
Tag auf der 1.000-m-Strecke auf den 13.
Platz. Die 19jährige Mettlacherin Therese
Zenz
wurde
im 500-m-Vorlauf auf der für sie ungewohnten
offenen Ostsee Zweite hinter der Deutschen Josefa
Köster, im Endlauf fiel sie aber wegen
einer Querwelle 50 Meter vor dem Ziel von
der 5. Position auf den neunten und damit
letzten Platz zurück. (Sie wurde allerdings
1954 Weltmeisterin und gewann 1956
in Melbourne eine Silbermedaille, siehe hier unter Punkt 3.
Die Turner (Foto
links)
kamen im Zwölfkampf mit 482 Punkten
auf Platz 22 in der Länderwertung.
Toni Breder
Die Leichtathleten landeten insgesamt
auf der 25. Stelle. Bei der 4x100-m-Staffel
erkämpften
sich die Frauen einen hervorragenden 7.
Platz. Im Weitsprung war der Saarlouiser
Toni
Breder
(Foto) leider schon in der Qualifikation
ausgeschieden, weil er (wie die Hälfte
aller angetretenen Springer) die 7,20 Meter
nicht schaffte. Dasselbe Schicksal ereilte
Ursula
Finger,
welche die geforderten 5,30 m um ganze drei
Zentimeter verpasste. Der Dreispringer Willi Burgard kam auch nicht in
die Endkämpfe, weil er entweder zu
kurz sprang oder bei den besseren Sprüngen
übergetreten war.
Die Florettfechter schieden bei den
Einzelkämpfen aus, die beiden Länderkämpfe
gegen Ungarn und Belgien verloren sie, gegen
Belgien immerhin nur mit 3:9. Im Säbelkampf
gewannen
Karl
Bach, Ernst Rau und Günter
Knödler ihre ersten Kämpfe,
schieden dann aber aus, weil die Konkurrenz
zu gut war für die jungen Sportler.
Der Homburger Schütze Ludwig Gräf schoss 391 Ringe,
was aber nur für den 40. Platz reichte.
Der Quierschieder Hans Eschenbrenner kam mit 384 Ringen
nur auf den 52. Platz, weil er Probleme
mit der Abzugsfeder seines Gewehrs hatte.
Die Boxer Kurt Schirra,
Willi Rammo und Helmut Hoffmann waren ihren Gegnern
unterlegen, aber sie schlugen sich trotzdem
tapfer. Schirra verpasste nur knapp
den achten Platz im Federgewicht.

Die Boxer Helmut
Hofmann und Willi Rammo
Der einzige Schwimmer
in
der Saar - Mannschaft war Georg Mascetti,
aber
er war beim 400-m-Kraulsschwimmen in so
schlechter Form, dass er auf ein weiteres
Antreten verzichtete.
Im griechisch-römischen
Ringkampf (Trainer Fr. Bräun) erreichte der Fürstenhausener
Erich
Schmitt im Weltergewicht Platz 7,
Norbert
Kohler aus
Gersweiler wurde Achter, Werner Zimmer aus Riegelsberg
(Fliegengewicht) schied recht früh
aus, weil er das Pech hatte, von Anfang
an auf die besten Leute seiner Klasse zu
treffen. Noch mehr Pech hatte Ferdinand
Philippi: Er erkrankte in Helsinki an
einer Lungenentzündung und konnte deshalb
nicht antreten. Trotzdem kann man aber sagen,
dass sich die saarländischen Ringer mit Bravour geschlagen
haben.
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Im Kanu: Zimmer und Heß ergatterten
Platz 12 (10 km) und 13 (1000m).
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Die Turner
(v.l.n.r.)
Norbert
Dietrich, Heinz Ostheimer, Alfred Wiedersporn,
Rolf Lauer, Arthur Schmidt und Walter Müller.
Weitere Fotos
der Turnmannschaft: ganz unten auf dieser
Seite!
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Florettfechter (v.l.n.r.) Walter Brödel,
Günther Knödler, Trainer Zircy,
Willi Rössler,
Karl Bach und Ernst Rau
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Der Schütze Ludwig Gräf schoss sich auf
den 40. Platz.
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Die Ringer:
Fotos links: Norbert Kohler
(Gersweiler), Erich Schmidt
(Fürstenhausen), Ferdinand Philippi (Heusweiler),
Werner Zimmer (Riegelsberg)
Foto rechts: E. Schmidt,
F. Philippi,N. Kohler,
W. Zimmer (1952)
Farbfoto: Werner Zimmer 2009
links daneben derselbe 1952!

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Man kann von der gesamten Saar-Mannschaft sagen, dass sie sich äußerst
tapfer geschlagen hat. Es reichte zwar (wie erwartet)
nicht für eine Medaille, aber sie
erkämpfte sich in den meisten Disziplinen wirklich
achtbare Ergebnisse - wenn man bedenkt, dass ein "Zwerg"
gegen den Rest der Welt angetreten war! Dass man unter
den 69 teilnehmenden Nationen in einigen Disziplinen
gute bis mittlere Plätze
erreichte, darf man sicherlich schon als einen
großen Erfolg bezeichnen. Leider hatten einige
unserer Sportler großes Pech, sonst hätte
es womöglich doch noch eine Medaille gegeben...
Liste der bestplazierten
Saarländer:
Rudern (Einer) Günther
Schütt:
Platz 7
Vierer
ohne Steuermann: Platz 7
Leichtathletik
(4x100m
Staffel Frauen): Platz 7
Ringen (Weltergewicht)
Erich
Schmidt:
Platz 6
(Bantamgewicht)
Norbert
Kohler:
Platz 9
Kanufahren (500 m) Therese Zenz: Platz 9
(10.000
m) Heß
& Zimmer:
Platz 12
Turnen: insgesamt Platz
22
Leichtathletik
(Gesamtwertung):
Platz 25
Das Foto oben (Informator-Verlag) zeigt einige unserer Teilnehmer
bei der Olympiade in Helsinki. Die Sportler und die
Offiziellen tragen dunkle Jacken, auf der Brusttasche
ist das Saar-Wappen aufgenäht (ohne Brücke
und mit dem Schriftzug "SAAR", siehe Abbildung
auf dieser Seite ganz oben), die Jugendlichen aus der
begleitenden Gruppe (siehe unten) tragen ihre helleren
Anoraks mit dem Wappen auf dem linken Ärmel (mit
Brücke, aber ohne Schriftzug). |
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Unsere saarländischen Olympia-
Teilnehmer wurden von den Finnen ausgezeichnet
aufgenommen, und es wehte ihnen überall
"eine freundliche und gut gemeinte Gastlichkeit
entgegen"*). Häufig wurde ihnen im Olympischen
Dorf oder auf den Straßen Helsinkis die Frage
gestellt "Wer ist die Saar?", und sie gaben
natürlich bereitwillig Auskunft.
*) Dr. Eugen Wagner im Sammelalbum über
Olympia 1952, Band 2 - siehe ganz unten im Literaturverzeichnis!
Im August 2008,
also 56 Jahre nach Helsinki - kam ich auf meiner Reise
zum Nordkap in der schwedischen Stadt Östersund mit einem jungen Studenten (Sebastian) ins Gespräch.
Erstaunlicherweise wusste er sofort, dass das Saarland
einmal ein eigenständiger Staat und damals mit
einer eigenen Mannschaft in Helsinki angetreten war!
War allein schon die Tatsache,
dass das kleine Saarland an den Olympischen Spielen
als eigene Olympia-Nation teilnahm, eine ganz hervorragende
Gelegenheit, der Weltöffentlichkeit die Autonomie
des Landes und seine Unabhängigkeit von Deutschland
zu demonstrieren, so gelang es seinen Verantwortlichen immer wieder, vorher
und auch während der Spiele, durch geschicktes
Taktieren auf sich aufmerksam zu machen. Hier zwei Beispiele:
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Das Olympische Feuer reiste in einer saarländischen Grubenlampe
Der Generalsekretär des saarländischen NOK, Werner Beermann, und der Olympia-Inspekteur Ludwig Zeitz reisten Ende 1951 nach Helsinki, um an Ort und Stelle die notwendigen Vorkehrungen und Entscheidungen zu treffen. Anlässlich ihres Antrittsbesuchs beim Präsidenten des finnischen Organisationskomitees Erik von Frenckell überreichten sie diesem eine originale saarländische Grubenlampe aus dem Jahr 1910 als Gastgeschenk. Sie trug ein Messingschild
mit der Aufschrift "Das Saarland grüßt Helsinki - Olympisches Komitee des Saarlandes - Weihnachten 1951." Zeitz verglich in einer kleinen Ansprache den "hellen Schein des Grubenlichts" mit dem des olympischen Feuers. Dadurch reifte in Frenckell die Idee, die saarländische Grubenlampe für den Transport der olympischen Flamme auf ihrem Weg im Flugzeug von Athen (dorthin würde sie auf einem Fackellauf von Olympia aus gebracht werden) nach Aalborg in Dänemark zu
verwenden. Von hier aus würde sie in einem weiteren Fackellauf durch Dänemark, Schweden und Finnland nach Helsinki gelangen. Frenckell war froh, für dieses Problem endlich eine praktikable Lösung gefunden zu haben, die sogar einen willkommenen symbolischen Charakter haben würde. Er erbat zudem eine zweite Grubenlampe, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Diese wurde ihm im Frühjahr 1952 durch den saarländischen Olympia-Attaché Sven Müntzel
in Helsinki übergeben (siehe Foto). Später beschrieb das Organisationskomitee dieses einmalige Ereignis in seinem Abschlussbericht folgendermaßen (zitiert nach Wolfgang Harres, a.a.O., Seite 157) : "Die Flamme reiste mit dem Flugzeug in einer Grubenlampe, die vom NOK des Saarlandes eigens für diesen Zweck überreicht worden war." Heute ist diese Lampe im Sportmuseum von Helsinki zu bewundern.
Saarländische Jugendgruppe begleitete die Olympiamannschaft
Der deutsche Sportfunktionär Carl Diems hatte die Idee gehabt, neben der eigentlichen deutschen Olympiamannschaft auch eine Gruppe von Jugendlichen als eine Art "Schlachtenbummler" nach Helsinki zu entsenden. Diese Idee griffen dann auch die Saarländer auf und stellten eine Gruppe von etwa neunzig ausgewählten Jugendlichen zusammen, die die saarländische Olympiamannschaft begleiten sollten. Aus "organisatorischen Gründen" konnten dabei nur Jungen zugelassen werden. Dieses einzigartige Erlebnis wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Regierung,
der Régie des Mines und des Landessportverbands.
Die Finnen boten den Saarländern an, ihre Gruppe in der Deutschen Schule Helsinkis unterzubringen, in der auch das deutsche NOK einquartiert war. In Saarbrücken war man zunächst skeptisch; man hätte die Jugend lieber an einem neutraleren Ort gewusst. Aber man willigte schließlich doch ein, und zwar aus praktischen Gründen, ließ jedoch nichts darüber verlauten. Erst durch die Presse erfuhr die Öffentlichkeit einige Tage
später, dass die saarländische Jugend in der Deutschen Schule untergebracht war. Und so wurde diese zu einer "deutsch-saarländischen Begegnungsstätte".
Am Samstag, 19. Juli 1952, brachte das Motorschiff "Anna Salen" die Jugendlichen und ihre Begleiter von Stockholm aus zum Südhafen von Helsinki. Hoch oben am Heck des Schiffes hatten sie einen großen Saarwimpel angebracht (siehe Foto). Vom Hafen aus zogen sie dann in geschlossener Formation und unter dem Beifall der Bevölkerung durch die finnische Hauptstadt zum Olympiastadion, um an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Überall dort,
wo sie auftauchten, fanden die Jugendlichen eine herzliche Aufnahme und erlebten unvergessliche Tage in Finnland.
Den jungen Begleitern der saarländischen Olympia-Mannschaft war damals wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass ihre Entsendung auch ein politisches Ziel hatte, nämlich die Demonstration der Eigenstaatlichkeit ihres Landes. Dazu trugen u. a. die Aufnäher mit dem Saarwappen bei, die auf den linken Ärmel ihrer einheitlichen grau-blauen Windjacken genäht waren, und natürlich die Saarflagge, die sie bei ihrem Marsch durch die Stadt vor sich hertrugen.
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Die von der Saar-Post
herausgegebenen Sondermarken zur Olympiade
in Helsinki

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Die beiden Werte
wurden von der Staatsdruckerei Paris in
Bogen zu 25 Marken gedruckt. Größe (beide Werte)
20 x 16 mm, Zähnung K 13. Ersttag 29. März 1952
Wert 15 + 5 Fr.:
Auflage 350.000 Stück. Entwurf Franz
Tschersovsky, Altenkessel. Stich: J. Piel,
Paris.
Wert 30 + 5 Fr.:
Auflage 300.000 Stück. Entwurf H. Blum,
Jägersburg. Stich: Gandon. |
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Und hier eine "Nachlese"
zu den Spielen in Helsinki aus dem "Tintenfisch"
vom Juli 1952. Ein reales Foto des Meister-Ruderers
Schütt (linke Karikatur) sehen Sie oben (erstes
Bild bei den Ergebnissen). - Charly Scholz war einer
der Sportreporter, die die Spiele aus Helsinki für
Radio Saarbrücken kommentierten. Er wurde in seinen
Reportagen manchmal recht laut.
Alle Karikaturen: Bob Strauch
und Roland Stigulinsky.

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Das Olympiastadion von
Helsinki einst und heute:
1952
2008

2008

1952
2008

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Vor dem Olympiastadion steht seit 1925 eine
Skulptur des "Fliegenden Finnen" Paavo Nurmi, die von dem finnischen Künstler Wäinö Aaltonen
geschaffen wurde. Der 1897 geborene Läufer Nurmi gewann bei den Olympischen Spielen von
1920, 1924 und 1928 insgesamt 9 Gold- und 3 Silbermedaillen und stellte (in den Jahren 1921 bis 1931) 22 Weltrekorde auf. 1952 entfachte er in Helsinki die Olympische Flamme. Er starb 1973. |
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Fotos von 1952: Informator-Verlag, Frankfurt.
Fotos von 2008: Rainer Freyer.
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Weitere Fotos
von der Turner-Riege der saarländischen
Olympia-Mannschaft
Die saarländische
Turnmannschaft für Helsinki wurde von Kurt Marschollek
trainiert.
Minister Erwin Müller hatte ihn in
Florenz bei einem großen Schauturnen
verschiedener europäischer Mannschaften
gesehen und ihn für diese Aufgabe ins
Saarland geholt. Dort hat er sich dann nebenbei
in Turnvereinen verschiedener Orte um Völklingen
herum um die Förderung des Geräte-
und Kunstturnens eingesetzt. Außerdem
hat er das Volleyballspiel im Saarland eingeführt.
Nach der Olympiade war er beim TV St. Ingbert
und in dortigen Schulen als Sport- und Turnlehrer
tätig.
Die
nachfolgenden Bilder stammen aus einem kleinen
privaten Fotoalbum, das die saarländische
Turner-Mannschaft ihrem Trainer Kurt Marschollek
zur Erinnerung an die Olympischen Spiele
in Helsinki geschenkt hatte. Sein Sohn Detlef
hat mir das Album für die Abbildung
auf dieser Webseite freundlicherweise zur
Verfügung gestellt. Ein weiteres Foto
der Turnmannschaft ist weiter oben bei den
sportlichen Ergebnissen unserer Olympiamannschaft
zu sehen. Wie
dort bereits erwähnt, kamen die Turner
im Zwölfkampf mit 482 Punkten auf Platz
22 in der Länderwertung. (Alle
Fotos: Nachlass Kurt Marschollek.)
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Oben: Heinz Ostheimer
bei der Rückkehr von Helsinki am Bahnhof
Bexbach, mit dem Vorstand des TV Bexbach
und Bürgermeister Nesseler.
Links: Die Turn-Mannschaft
(Norbert
Dietrich, Heinz Ostheimer, Alfred Wiedersporn,
Walter Müller, Arthur Schmitt, Rolf
Lauer). |
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Die Turn-Mannschaft
mit Kurt Marschollek (3. v. rechts, mit
Brille) und einem Teilnehmer aus Portugal. |
Heinz Ostheimer,
Norbert Dietrich und Walter Müller
(mit Hüten), zusammen mit russischen
Kollegen |
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Die saarländische Turn-Mannschaft in Helsinki. Von links nach rechts:
Arthur Schmitt,
Norbert Dietrich,
Fredi Wiedersporn,
Niergard,
Kurt Marschollek (Trainer),
Rolf Lauer,
Walter Müller,
Heinz Ostheimer,
Erwin Weber (Leiter einer Turner-Jugendgruppe).
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Literaturangaben
und Bildnachweise:
Die Informationen zu diesem Kapitel
stammen zum Teil aus folgenden Büchern:
- Wolfgang Harres,
Bübingen; "Sportpolitik an der Saar 1945-1957", Saarbrücken
1997.
Diejenigen Fotos
auf dieser Seite, bei denen keine eigene Quellenangabe
vermerkt ist, wurden mit freundlicher Genehmigung des
Autors aus diesem Buch entnommen.
- Sammelalbum
"Olympia 1952", Band 2, Informator-Verlag
Frankfurt 1952.
Aus diesem Band
stammen auch die mit "Informator-Verlag" gekennzeichneten
Fotos. Ich konnte leider bisher wegen der Urheberrechtsfrage
für die Fotos keinen Kontakt zu dem Verlag herstellen
und befürchte, dass er nicht mehr existiert. Sollte
jemand glauben, dass seine Rechte durch die Verwendung
von Bildern auf meiner Seite verletzt wurden, bitte
ich darum, Kontakt mit mir aufzunehmen (siehe auch "Wichtige
Hinweise", Punkt 2, auf der Seite Kontakt und Impressum).
- Volker Bernardi, Martina
Fischer, Peter Meyer, "Olympische Geschichte des
Saarlandes",
Union Stiftung, Malstatter Beiträge; Gollenstein,
Blieskastel 2004.
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Zum
Teil A) Die SAAR und
Olympia
Zum Comic Saarland-Album "Die vergessene Fahne" (siehe oben!)

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Inhaltsverzeichnis des Kapitels KULTUR+SPORT
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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 14.03.2009
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