1) Die Briefmarkenausgaben
des Saarlandes
A) Vom
Kriegsende (1945) bis 1947: Französische Zone (Zone
Française - Briefpost)
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1) Barfrankierung:
(vom Kriegsende bis 17.12.1945 und teilweise darüber hinaus)
Unmittelbar nach Kriegsende wurde das Porto für abgehende Postsendungen einige Monate lang an den Postschaltern in bar bezahlt. Die Sendungen erhielten einen Bestätigungsstempel mit "Gebühr bezahlt - Taxe perçue".
Der Brief im Beispiel oben ging von Saarbrücken nach Alsweiler. Er trägt außer dem "Gebühr- bezahlt"-Stempel einen Bandstempel vom 11. Dezember 1945.
Auf der Postkarte wurde ein kopfstehender "Gebühr-bezahlt"-Stempel mit dem Tagesstempel aus Neunkirchen vom 26. November 1945 überstempelt.
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2) Alliierte Besetzung, französische Zone, Allgemeine Ausgabe:
Am 17. Dezember 1945 wurde mit der Ausgabe einer gemeinsamen Freimarkenserie für die gesamte französische Zone begonnen. Diese Marken trugen den Aufdruck "Zone Française - Briefpost" und die Wertangabe in Reichspfennig und -mark. Sie wurden bei Burda in Offenburg gedruckt und auch im Saarland verausgabt. Hier waren sie aber nur bis zum 27. November 1947 gültig, also bis kurz nach der Einführung der Frankenwährung am 20. November 1947. Für Saarmarkensammler gelten diese Freimarken
als "Saar-Vorläufer", wenn sie mit Stempeln von saarländischen Postämtern entwertet wurden. Wenn auf einem Postamt ein Mangel an Briefmarken herrschte, kam dort auch weiterhin der Gebühr-bezahlt-Stempel zum Einsatz, und zwar alleine oder mit Marken gemischt.
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Einschreibebrief
vom 18.9.47 mit fast allen kleinen Werten der Allgemeinen
Ausgabe
Dieser Brief von
Rohrbach nach Sulzbach trägt fast alle
Pfennigwerte der Allgemeinen Freimarken-Ausgabe, und zwar als
Paare mit Zwischensteg.
Es fehlt nur der
seltene 10-Pf-Wert (siehe links unter dem Brief).
Der Beleg gehört
Klaus Abel, Saarbr.
Die Marken dieser
Serie zeigen Wappen aus den fünf
Ländern der französischen Zone:
1 Pf (und 10 Pf) : Rheinland
3 Pf und 12 Pf: Pfalz
5 Pf und 20 Pf: Württemberg
8 Pf und 30 Pf: Baden
15 Pf und 24 Pf: Saargebiet
Auf der Saargebiet-Marke
ist das Stadtwappen von Saarbrücken
abgebildet.
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Die vier nebenstehenden
Werte dieser Serie sind auf dem Brief nicht
verklebt:
10 Pf (Wappen des
Rheinlands)
sowie
die drei Ergänzungswerte:
1 M. (=Reichsmark) (Goethe)
2 M. (Friedrich v.
Schiller)
5 M. (Heinrich Heine)
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B) Von 1947 bis 1956: "Autonomes"
Saarland (SAAR bzw. SAARPOST)
Die ersten
eigenen saarländischen Briefmarken nach dem 2. Weltkrieg erschienen schon
sehr früh, nämlich am 10. Januar 1947, zehn
Monate vor der Verabschiedung der Verfassung. Es waren
die Werte zu 12 und 75 Pf der ersten
Freimarkenserie des Saarlandes,
die im Februar und März desselben Jahres mit weiteren
Werten fortgesetzt wurde.
(Diese und alle weiteren Marken des autonomen Saarlands
können Sie in Kürze hier sehen.) Wegen der sich überlappenden
Gültigkeitsdauer der Allgemeinen Ausgabe der Französischen
Zone und der ersten Freimarkenserie des Saarlands waren
Mischfrankaturen möglich.
Länderbezeichnung: Fast alle saarländischen
Briefmarken trugen von 1947 bis 1956 die Länderbezeichnung
"SAAR". Nur für die 16 Werte,
die am 1. April 1948 erschienen, wurden die Bezeichnungen
"SAARPOST"
bzw. "SAARLUFTPOST" verwendet.
Währungsangabe: Die ersten, im Januar 1947 herausgegebenen Saar-Briefmarken lauteten zunächst
auf "Pf." (Reichspfennig) und
"M." (Reichsmark).
Nachdem am 16. Juni 1947 die Saarmark als Währung
eingeführt worden war, wurde die Währungsbezeichnung
der Briefmarken auf "Pf."
und "SM."
umgestellt. Vom 20. November 1947 an (nach der Einführung
des französischen Franken im Saarland) bis zum
6. Mai 1959 (letzte Ausgabe vor dem Tag X)
war die Währungsbezeichnung "c"
(Centimes) und "f", später "F" (Francs/Franken).
Die Regierung des Saarlandes
legte auf die Gestaltung der Saar-Marken einen besonderen
Wert, und in der Tat sind fast ausschließlich
sehr ansprechende Marken verausgabt
worden. Das Ziel der Regierung war dabei natürlich, auf
das autonome Saarland hinzuweisen und es in der ganzen
Welt bekannt zu machen.
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Warum gab es damals 10-c- und 60-c-Briefmarken?
In den meisten Gebührenverzeichnissen aus jener Zeit findet man als kleinste Portostufe diejenige zu 2 Franken (für Drucksachen bis 20 g). In den Freimarkenserien, die im Saarland im November 1947 und im April 1948 erschienen, befanden sich aber auch Werte zu 10 und 60 Centimes (Mi. Nr. 226, 227, 239 und 240). Man fragt sich, warum solch kleine Werte herausgegeben wurden? Ein Mitglied der ArGe Saar teilte dazu mit, dass es
eine Portostufe im Centimes-Bereich gab, die für den Versand einer einzelnen Zeitung galt. Das Porto für eine Zeitung in Banderole kostete 60 c, für zwei Zeitungen 1,20 Fr. Dafür wurden die 60-c-Marken verwendet. Da es damals keine Münzen mit einem Nennwert unter 1 Fr mehr gab, wurde beim Kauf von 60-c-Marken auf der Post der Differenzbetrag zum vollen Franken in Freimarken ausbezahlt. Und hierfür brauchte man die 10-c-Marken. Wenn man einige davon angesammelt hatte,
konnte man sie in größeren Einheiten zur Rundung auf ganze Franken zur Frankatur verkleben oder auch als preiswerte "Sonderstempel-Träger" für Sammelzwecke verwenden.
Die genannten Serien und alle anderen
Briefmarken aus dieser Zeitspanne
werden in Kürze hier abgebildet und beschrieben.
C) Von 1957 bis 1959: Deutsche
Bundespost - OPD Saarbrücken
Vom politischen Beitritt der
Saar zur Bundesrepublik am 1.1.1957 an bis zum Mai 1959,
also kurz vor dem wirtschaftlichen Anschluss, brachte
die OPD Saarbrücken insgesamt 25 Briefmarkenausgaben
mit rund 70 Einzelwerten heraus, die alle die Länderbezeichnung "DEUTSCHE BUNDESPOST SAARLAND" trugen. Obwohl sie nur
im Saarland frankaturgültig waren und ihre Währungsbezeichnung
auf "F" (Franken) lautete, sind
sie zweifellos als Briefmarken der Bundesrepublik zu
betrachten, denn die OPD Saarbrücken war ja der
Deutschen Bundespost untergeordnet.*)
Die meisten dieser Ausgaben (nämlich
19 von 25) wurden gleichzeitig auch in der übrigen
Bundesrepublik mit gleichem oder ähnlichem Markenbild
herausgebracht, natürlich ohne den Zudruck "SAARLAND".
Diese Bundmarken hatten auch andere Wertstufen (in Pf
statt Fr, aber ohne Währungsangabe) und bei der
ersten gemeinsamen Sondermarke sowie bei den Dauerserien
auch andere Farben als die im Saarland herausgegebenen
Werte. Darüber hinaus erschienen auch einige Marken
mit saarlandbezogenen Motiven, die nur im Saarland,
nicht aber in der übrigen BRD herausgegeben wurden,
und zwar jedes Jahr zwei, also in den knapp zweieinhalb
Jahren insgesamt sechs Marken. Und es gab in der Zeitspanne
von 1957 bis Mai 1959 auch in der BRD Marken, die im
Saarland nicht erschienen sind.
Die letzte Marke mit dem Zudruck
"SAARLAND" erschien am 6. Mai 1959, zwei Monate
vor dem Tag X:
es war die Ausgabe "Humboldt", Mi. Nr. 448).
Nach dem Tag X, also ab 6. Juli 1959, galten alle nach
diesem Datum von der Deutschen Bundespost ausgegebenen
Briefmarken ohne Änderungen auch im Saarland.
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*) Siehe hierzu auch: Wolfgang
Maassen/Hans-Jürgen Steffen, BRD ohne OPD-Saar-Marken
= komplett? in: philatelie, Ausgabe 387, September 2009,
Seite 30 - 35.
Ähnliche Ausgaben für Saar und Bund mit
unterschiedlichem Markenbild: (Fortsetzung folgt)
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Saarland:
Bund:
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Die erste Marke der
OPD Saarbrücken (links) erschien am
1. Januar 1957 anlässlich der politischen
Angliederung des Landes an die BRD. Sie
zeigte das neue Saarlandwappen und die Be-
schriftung "Deutsche Bundespost Saarland
1957" in Dunkelblau auf mittelbläulichrotem
Grund. Der Wert betrug 15 F. (Mi. Nr. 379)
Die gleichzeitig
in der übrigen BRD erschienene Marke
zeigte ebenfalls das Wappen, aber statt
des Zusatzes "Saarland" trug sie
das Datum "1. Januar". Gedruckt
war sie in Dunkelbraun auf dunkelbläulichgrünem
Grund. Ihr Wert betrug 10 (Pfennig). (Mi.
Nr. 249) |
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