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              saar-nostalgie.de - SAARSTATUT und Volksbefragung 1955

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10) Ergebnisse und Folgen der Volksbefragung

  

 

 

 a) Am Abend des Abstimmungstages (23. Oktober 1955)

  

Das Foto zeigt Dr. Hubert Ney (CDU), Kurt Conrad (DSP), Dr. Heinrich Schneider (DPS) sowie Richard Becker (DPS) vor der Tafel mit den Abstimmungsergebnissen.

RADIO SAARBRÜCKEN gab am Abend der Volksbefragung die Ergebnisse der Stimmenauszählung bekannt, und fast alle saarländischen Familien verfolgten diese Sendung mit Hochspannung.

 

"Achtung, Achtung, hier ist der

Wahlsonderdienst. Wir bringen Wahlergebnisse".

 

Die ersten Meldungen kamen aus Krankenhäusern und Altenheimen und waren fast alle negativ - gegen das Statut. Auch die frühen Ergebnisse aus den kleineren Dörfern ließen bereits einen Sieg des NEIN erkennen. Als dann auch die Ergebnisse aus den Städten eintrafen, war es nicht mehr zu verleugnen: Das Saarstatut war abgelehnt!

   

Etwa gegen 21 Uhr stand das Ergebnis fest (Wahlbeteiligung 96,9 %):

 

                 67,71 %  NEIN

 

                 32,29 %   JA

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In den 22-Uhr-Nachrichten wurde verkündet, dass Johannes Hoffmann als Reaktion auf die Ablehnung des Saarstatuts mit sofortiger Wirkung als Ministerpräsident zurückgetreten war.

  

Noch in derselben Nacht des 23. Oktober 1955 wurde zur großen Freude aller saarländischen Schüler im Radio bekanntgegeben, dass am darauffolgenden Montag an allen saarländischen Schulen schulfrei sein sollte.

 

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Im nachfolgenden Teil b) lesen Sie, wie es in den ersten Monaten und Jahren nach der Volksabstimmung im Saarland weiterging.

 

Die detaillierten Abstimmungsergebnisse sowie verschiedene Presse-

kommentare zum Ausgang der Volksbefragung lesen Sie weiter unten im Teil c) Zeitungsausschnitte.

 

Informationen über das Statut und den Abstimmungskampf finden Sie auf den Seiten Saarstatut und Volksbefragung.

 

Details über die Auswirkungen der Ablehnung des Saarstatuts auf das Programm von Radio Saarbrücken gibt es hier.

 

Eine ausführliche Zusammenfassung der Saarland-Geschichte von1945 bis 1959 enthält der Geschichtliche Überblick.

       

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b) Die weitere politische Entwicklung nach der Ablehnung des Saarstatuts

 

 

Noch in der Nacht des Abstimmungstags geschah das Unerwartete: Johannes Hoffmann trat als Ministerpräsident zurück. Einige Tage nach dem Referendum gaben auch die übrigen Regierungsmitglieder ihre Ämter auf. Auch Frankreich respektierte den Volksentscheid: Die Franzosen nahmen sofort die große Wende an der Saar als Tatsache an und betrachteten sie als Ausgangspunkt einer Neugestaltung ihrer gesamten deutsch-französischen Beziehungen. Der saarländische Landtag löste sich am 29. Oktober 1955 auf, und es wurde eine Übergangsregierung gebildet, deren Mitglieder einschließlich des Ministerpräsidenten Heinrich Welsch parteilos waren.

 

Dies wirkte beruhigend auf die im Abstimmungskampf so sehr erhitzten Gemüter aller Kontrahenten. Das Kabinett Welsch schrieb alsbald Neuwahlen für den saarländischen Landtag aus, die am 18. Dezember stattfanden. Hierbei erlangten die Heimatbund-Parteien die Mehrheit, und am 10. Januar 1956 wurde eine neue Regierung gebildet mit einer Koalition aus CDU-Saar, DPS und der kurz nach der Volksabstimmung aus SPS und DSP entstandenen SPD-Saar (siehe Kapitel Parteien). Ministerpräsident wurde Dr. Hubert Ney (CDU).

 

Der neue Landtag beschloss am 31.01.1956 eine historisch wichtige Grundsatzerklärung, mit der die Rückkehr der Saar zu Deutschland eingeleitet wurde. (Der vollständige Text dieser Erklärung ist bei H. Schneider, Das Wunder an der Saar, S. 489, nachzulesen.) Danach wurde in monatelangen Verhandlungen zwischen Paris und Bonn heftig um die Verfahrensweisen gerungen. Schließlich wurde am 27. Oktober 1956 von den Außenministern Deutschlands (Heinrich von Brentano) und Frankreichs (Christian Pineau) der Luxemburger Saarvertrag unterschrieben, der die Modalitäten für die Angliederung der Saar an die BRD festlegte. Damit war die Saarfrage endgültig geklärt. Und fast genau ein Jahr nach der Volksabstimmung hatten sich die Voraussagen der Heimatbundparteien im Abstimmungskampf, dass ein Nein zum Saarstatut die Rückkehr zu Deutschland nach sich ziehen würde, nachträglich bestätigt.

 

Am 23. Dezember 1956 wurde in Bonn das Gesetz über die Eingliederung des Saarlandes beschlossen. Darin wurde festgelegt, dass das Saarland mit Inkraftreten dieses Gesetzes ein deutsches Bundesland werden und das Grundgesetz und eine große Zahl anderer Bundesgesetze, z.B. das Staatsangehörigkeitsrecht, auch im Saarland gelten sollten.

 

Der Beitritt zur Bundesrepublik (so hieß es im offiziellen Sprachgebrauch) wurde am 1. Januar 1957 vollzogen: Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer besuchte das Saarland aus diesem Anlass am 1. Januar 1957, der amtierende Bundespräsident Prof. Theodor Heuss am 26. Januar 1957. (Fotos über diese Besuche gibt es hier.) Prof. Heuss würdigte das Ereignis im Saarbücker Stadttheater mit folgenden Worten: "Das Volk steht im Gesetz der Ewigkeit, der Staat im Gesetz wechselvoller Geschichte. In diesem Vorgang des 23.Oktober 1955 ist das Ewige über das Gegenwärtige Herr geworden".

 

Maximal drei Jahre sollte danach noch die wirtschaftliche Verschmelzung der Saar mit Frankreich weiterbestehen. Ihr Ende wurde aber später auf den 6. Juli 1959 vorgezogen: An diesem so genannten "Tag X" erfolgte nun auch die wirtschaftliche Angliederung der Saar an die BRD, und die D-Mark wurde als Zahlungsmittel eingeführt. Damit war das Saarland endgültig ein deutsches Bundesland geworden.

 

 

Lesen Sie mehr über die Geschehnisse am Tag X und die Folgen der wirtschaftlichen Angliederung. Eine tabellarische Auflistung der geschilderten Ereignisse finden Sie hier.

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c) Presseberichte und Kommentare über das Abstimmungsergebnis:

 

 

 

 

 

 

 

 

Der folgende Artikel stammt (sehr wahrscheinlich) aus der FAZ:

 

 

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Ein Kommentar aus Elsass-Lothringen vom 27.10.1955:

 

"Erdrückender Sieg der Nazis im Saarland“

 

(Les Echos d’Alsace et de Lorraine, Mulhouse, 29.10.1955)

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 26.03.10                    

 

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