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Vorgeschichte:
Mit Wirkung vom 1. März 1935 war im Saarland das
Preußische Polizeiverwaltungsgesetz von 1931 in
Kraft gesetzt worden. Darin wurde unter anderem festgelegt,
dass die Polizei Angelegenheit des Staates ist (§
1).
Nach dem Krieg: Im März 1945 wurde das Saarland von
den Amerikanern besetzt, auf die die Staatsgewalt zunächst
überging. Schon drei Tage nach ihrem Einmarsch
in Saarbrücken, am 24.3.1945, wurde dort ein Polizeiamt
gebildet und im Zimmer 8 des Rathauses eingerichtet.
Der Chef der Militärregierung der US-Zone, General
Bradley, ordnete an, dass in allen Gemeinden mit mehr
als 5000 Einwohnern eine eigene Polizei eingerichtet
werden sollte. Als am 29. Juli 1945 die Franzosen die
Amerikaner als Besatzungsmacht im Saarland ablösten
(siehe Geschichtlicher Überblick), kam mit den französischen Truppen auch
französische Gendarmerie ins Saarland. Diese setzte
mit Härte die bis dahin agierenden z. T. selbsternannten
Polizisten ab und waltete streng und konsequent ihres
Amtes. Da es noch keine geeigneten saarländischen
Vollzugskräfte gab, musste möglichst schnell
eine neue Polizeiorganisation aufgebaut werden. Diese Aufgabe übernahmen
Fachkräfte in Zusammenarbeit mit der Besatzungsbehörde
und einer improvisierten Staatsbehörde.
Über 1000 Männer wurden eingestellt, obwohl
sie zunächst über keine polizeiliche Ausbildung
verfügten. Sie mussten ihren Dienst ohne Waffen und Uniformen
ausüben, lediglich an einer Armbinde mit der Aufschrift
"Police" waren sie als Polizisten zu erkennen. Erst 1947 erhielten die Polizisten
auf Staatskosten Uniformen und Waffen. Foto oben aus Becker/Schmidt:
Saarbrücken in den 50er und 60er Jahren. Wartberg-Verlag
1999
Die Franzosen stellten auch Polizeibeamte
wieder ein, die schon vor 1945 im Saarland im Polizeidienst
waren. Ein Zeitzeuge berichtet, dass diese aber grundsätzlich
einen Dienstgrad tiefer eingestuft wurden; also z. B.
ein früherer Polizei-Obermeister nur noch als Polizei-Meister,
usw. Ob dies eine Art Generalstrafe im Rahmen der Entnazifizierung
sein sollte oder lediglich aus Ersparnisgründen
geschah, ist nicht bekannt.
Am 1. März 1947 wurde zur korrekten Ausbildung
der Polizisten eine Polizeischule gegründet, die im Schloss Elsterstein
in St. Ingbert untergebracht war. Bald darauf wurden
die Dienststellen mit Fahrzeugen ausgerüstet (Fahrräder, Motorräder
und PKWs), damit die Verkehrspolizei im ganzen Saarland tätig werden konnte. Am 1. April 1948 wurde ein Polizeipräsidium für das Saarland eingerichtet.
Damit begann eine Aufwärtsentwick-
lung der Gesamtpolizei, wie sie in so kurzer Zeit niemand für
möglich gehalten hätte. Foto: Polizeimuseum Saarbrücken.
Die Polizisten des Saarlandes trugen nicht
wie ihre Kollegen in der Bundesrepublik Deutschland
grüne, sondern graue, braune und wie ihre französischen
Kollegen dunkelblaue Uniformen (siehe Tabelle weiter unten!).
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Die Polizei
des Saarlandes bestand damals aus folgenden Abteilungen:
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Foto aus: Becker/Schmidt: Saarbrücken
in den 50er und 60er Jahren. Wartberg-Verlag 1999 |
1) Landespolizei
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Die Landespolizei wurde überwiegend
in Städten
und Gemeinden mit über 7000 Einwohnern eingesetzt. Sie umfasste die
Verkehrspolizei, die Motorisierte und die Berittene
Polizei. Sie
war in Polizei-Inspektionen eingeteilt und diese wiederum
in Polizeidienststellen. In der Stadt Saarbrücken befand
sich eine Polizeidirektion. Die Verkehrspolizei war der Landespolizei angegliedert
und für das ganze Saarland zuständig.
Die Berittene Polizei verfügte über gut
gepflegte Pferde, und so war die Reiterstaffel bei größeren Einsätzen stets zur Stelle.
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2) Gendarmerie
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Die Gendarmerie war hauptsächlich
auf dem flachen
Land stationiert.
In jedem Kreis (außer dem Stadtkreis Saarbrücken)
befand sich eine Gendarmerie-Inspektion, die jeweils in Sektionen, Brigaden und Außenposten
unterteilt war. Erst
1969 verschmolz die Gendarmerie mit der Landespolizei
zu einer Schutzpolizei.
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3) Landeskriminal-
polizei
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Während Landespolizei und
Gendarmerie Aufgaben zur Vorbeugung von Straftaten erfüllte,
oblag der Landeskriminalpolizei die Strafverfolgung. Sie hatte ihren Sitz in Saarbrücken und war
über das ganze Saarland verteilt. Sie arbeitete in enger Verbindung mit den Polizei- und Gendarmerie-Dienststellen
und hatte auf Grund dieser mustergültigen
Zusammenarbeit enorme Erfolge
zu verbuchen.
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4) Saarbataillon
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Das Saarbataillon war eine Polizeiausbildungseinheit, die auch Aufgaben einer Bereitschaftspolizei übernahm. Näheres weiter unten. |
Außerdem gehörten
zur saarländischen Polizei:
die Grenzpolizei, eine Diensthundestaffel, eine Nachrichten- abteilung und das Musikkorps des Landespolizeipräsidiums
Saarbrücken, dessen Leiter Polizeimeister Willi Klein war
(es besteht noch heute und heißt jetzt Polizeimusikkorps des Saarlandes).
Die Grenzpolizei wurde im Jahr 1950 als besondere Abteilung gebildet, die hauptsächlich
entlang der am 22. 12. 1946 auf Anordnung der Franzosen
eingerichteten saarländisch-deutschen Grenze eingesetzt wurde. Hierfür
rekrutierte man keine speziell dafür ausgebildeten
Beamten, sondern es wurden einfach Angehörige der
Landespolizei oder Gendarmerie abkommandiert. Dabei
wurden Junggesellen bevorzugt, weil bei ihnen kein Trennungsgeld
gezahlt werden musste, da sie keine Familien hatten.
Die Grenzpolizei stand unter der Leitung eines Polizeirats, der für die ordnungsgemäße
Durchführung des Grenzdienstes verantwortlich
war. Foto: R. Freyer.
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Die Heimatbundparteien
sprachen vom Saarland als Polizeistaat, der fallen musste.
Der Autor Werner Reinert legt in seinem
Roman "Der Dicke muss weg!" seinem
Protagonisten Bogner, der als CVP-Mitglied
natürlich pro JoHo-Regierung eingestellt
ist, folgende verharmlosende Aussagen über
die saarländische Polizei in den Mund.
(Auf der Seite Saarbataillon finden Sie im
2. Abschnitt gegenteilige Einschätzungen
hierzu.)
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*)
W. Reinert,
"Der Dicke muss weg", Queißer Verlag
Dillingen, 1980, S. 139. |
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Polizeiuniformen im Saarland
von damals
Die Fotos zeigen Originaluniformen
der saarländischen Polizei, wie sie im Polizeimuseum
Saarbrücken zu sehen sind. In der Tabelle
darunter lassen sich die verschiedenen Farben für
die unterschiedlichen Polizeiabteilungen und Zeitabschnitte
ablesen. Auf den Ärmeln war das Saarlandwappen
aufgenäht, darüber der Name der jeweiligen
Abteilung. Die darunter befindlichen Ärmelabzeichen
in Winkelform waren nach französischem Muster (siehe
im linken Bild an der Uniform ganz rechts unten). |
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Farbfotos der Uniformen: Rainer Freyer. S/W-Foto rechts: Landesarchiv Saarbrücken.
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Die
Farben der Polizeiuniformen
im Saarland
Die Farben
der Polizei-Uniformen wechselten
im Saarland mehrmals: |
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1947
bis 1952: |
1952
bis 1958: |
ab
1959: |
Landespolizei: |
dunkelblau |
dunkelblau |
grün
|
Gendarmerie: |
grau
|
dunkelblau |
grün
|
Saarbataillon: |
hellbraun
(khaki) |
hellbraun (khaki) |
./. |
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Zum Foto links:
Zwei Polizisten der Motorisierten
Verkehrsbereitschaft (Landespolizei) begleiteten Emil Straus (nicht im Bild zu sehen) bei
seinen Fahrten im Saarland. Straus war bis 1951 saarländischer
Kultusminister, und ab 1952 war er Botschafter und Leiter der
diplomatischen Mission der Saarregierung in Paris. Die beiden anderen Herren in
(Nicht-Polizei-)Uniformen müssen Chauffeure gewesen sein.
Foto: Adolf Heck, Homburg (im Foto
rechts außen)
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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am
13.04.2009
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