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Polizeifahrzeuge
im "Saar-Staat"
In den ersten Jahren nach dem
Krieg mussten die Angehörigen des Polizei-Einzeldienstes
bei der Kontrolle ihres Reviers zu Fuß gehen oder ihr Fahrrad benutzen.
Nur vereinzelt hatten motorisierte Fahrzeuge den Krieg
in noch gebrauchsfähigem Zustand überstanden.
Darunter waren einige VW
Kübelwagen
und einige schwarze oder wehrmachtsgraue Limousinen
der Marken Adler,
Horch, Mercedes-Benz
und Wanderer. Ein ehemaliger Polizist, der
damals schon im Saarland Dienst tat, berichtet, dass
die meisten Ortspolizisten ihre privaten Pkw fuhren oder auch polizeieigene Fahrzeuge,
die aber "zivil" aussahen. Ein Dorfgendarm
soll z.B. einen Simca
Aronde gefahren
haben, andere wiederum benutzten auch vom Krieg übrig
gebliebene Motorräder. Der Polizeiposten Marpingen
verfügte über einen Opel Super 6, und die Gendarmerie in Tholey über
einen schwarzen Ford
Eifel mit weißen
Stoßstangen. Diese Fahrzeuge hatten als "hoheitliches
Utensil" oftmals nur einen Handsuchscheinwerfer
mit blauer Vorstecklinse. Ferner war noch ein Blechschild "POLIZEI" vorne und hinten angebracht
(siehe rechts!). Es sei immer "eine Schau"
gewesen, wenn mal ein "richtiges" Polizeiauto
zum Orts-Gendarmen kam.
Im Spätherbst 1948 wurden
für die saarländische Polizei die ersten Kraftfahrzeuge angeschafft. Die meisten Polizeifahrzeuge
im Saarland waren französischer Herkunft, weil
sie um bis zu 30 Prozent preisgünstiger waren als
die entsprechenden deutschen Modelle, bei denen auch
noch die hohen Importzölle angefallen wären,
denn Deutschland war ja Ausland für das Saarland.
Unter den ersten angeschafften
Kfz waren auch einige Peugeot
203. Sie hatten
aber alle noch keine Sprechfunkanlagen an Bord. Die
Notwendigkeit von Funksprecheinrichtungen wurde bald
deutlich, und so baute man entsprechende Geräte
mit hohem Platzbedarf in die Fahrzeuge ein, die damit
die ersten Radio-Streifenwagen des Saarlandes darstellten.
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Kennzeichnungsschild
für Polizeifahrzeuge
fotografiert im Polizeimuseum Saarbrücken
(Foto: Rainer Freyer)
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Die FARBE der saarländischen Polizeifahrzeuge
war anfangs GRAU oder SCHWARZ, etwa um 1955 wurde die Farbe
TANNENGRÜN einge-
führt. Pkw hatten
meist weiße Kotflügel) |
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Peugeot 203 (ND3),
Baujahr 1949
Nur wenige Fahrzeuge dieses Modells kamen
nach dem Krieg zur saarländischen Polizei. Da
damals noch keine offizielle Farbgebung für Polizeifahrzeuge
festgelegt war, waren sie entweder in Grau oder Schwarz lackiert.
Motor: 4 Zylinder, 1290 ccm, 42 PS, Höchstgeschwindigkeit:
118 km/h. Foto: Polizei Saarbrücken.
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Peugeot 203 Kombi
Mit diesem Fahrzeug fuhr die
Motorisierte Verkehrsbereitschaft der Saar-Polizei Streife.
Adolf Heck aus Homburg, Jahrgang
1926 (im Bild rechts), posiert hier zusammen mit seinen
beiden Kollegen Marzlin und Neis vor den Garagen des
Kraftfahrt- und Verkehrsüberwachungsdienstes am
Kieselhumes in Saarbrücken. Das Foto ist 1952 entstanden.
Wie bei zahlreichen Polizeifahrzeugen
beginnt das OE5-Kennzeichen mit einer Zahl über
9700.
Foto: Adolf Heck, Homburg.
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Funkstreifenwagen
Peugeot 403
Ab 1955 wurde bei Peugeot der Typ 403 produziert, und die saarländische
Polizei orderte von da an eine größere Menge
dieser Fahrzeuge. Sie verfügten bereits über
eine wesentlich kleinere, im Armaturenbrett eingebaute
Funksprechausrüstung. Außerdem erhielten
die Polizei- fahrzeuge zu dieser Zeit eine einheitliche
Lackierung, und zwar in Tannengrün
mit weißen Kotflügeln. |
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Dieser Peugeot 403 (mit 1457
ccm Hubraum und 53 PS) trägt schon ein SB-Kennzeichen.
Er war 1959 angeschafft worden und wurde im Bereich der Gendarmerie/Schutzpolizei Saarbrücken verwendet.
Fotos: Polizei Saarbrücken.
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Renault Colorale Prairie
Beim Verkehrs-Unfallkommando
Saarlouis tat in den 50er Jahren ein Renault Prairie
Dienst. Sein Kfz-Kennzeichen war 2995-OE5.
Der Renault-Typ Prairie wurde
von 1950 bis 1957 produziert und gehörte zur Reihe
Colorale. Er hatte einen 2-Liter-Motor mit etwa 50 PS.
Nur etwa 43.000 Exemplare wurden davon gebaut.
Foto: Werner Resch, Saarlouis
(Dritter von links) |

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Citroën 1200 kg HY
Wie dieses Foto (vom Metallarbeiterstreik
im Februar 1955) zeigt, wurde auch der "Wellblech-Kleinbus" (Typ
HY) von Citroën bei der saarländischen Polizei
verwendet. Vorne ist rechts neben dem Kfz- Kennzeichen
2477-OE 5 das Polizei-Schild zu sehen (ein Farbfoto dieses Schilds finden Sie
auf der Seite Polizei). Der Citroen HY hatte auf der Beifahrerseite
eine Schiebetür. Wegen seines Aufbaus aus Wellblech
wurde er scherzhaft auch als "JU 52" bezeichnet.
Auf der Webseite Mobile.de war in einer Beschreibung über diese Lieferwagen-Reihe vor einigen Jahren Folgendes zu lesen:
"Die 'Wellblechlieferwagen' der H-Modelle
von Citroen waren die am weitesten verbreiteten Lieferwagen
in Frankreich. Da sie von 1947 bis 1981 gebaut wurden,
gehörten sie über Jahrzehnte zum französischen
Straßenbild. Wo immer sie heute auftauchen, ent-
fachen sie eine Welle von Sympathie, die kaum zu überbieten
ist." Foto: Landesarchiv Saarbrücken. |
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Gruppenkraftwagen Hanomag
L 28 G,
Baujahr 1952
Zum Transport von kom- pletten Hundertschaften,
Gruppen oder Zügen wur- den solche Gruppenkraft- wagen
eingesetzt.
Dieses Hanomag-Modell war offen und wurde
von den Beamten wegen sei- ner Form gerne als "Bade- wanne"
bezeichnet.
Es wurde auch im Bereich der Bereitschaftspolizei Saarbrücken verwendet. Das Foto ist aus dem Jahr 1959.
(Foto: Polizei Saarbrücken.
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Tempo Matador,
Baujahr 1956,
Aufbau von Kannenberg
Dieser "leichte
Instandsetzungstrupp-Kraftwagen" wurde als Werkstattfahrzeug verwendet, um
bei Pannen anderer Polizeifahrzeuge außerhalb
des Polizeigeländes Hilfe zu leisten. Zu diesem
Zweck führte er Werkzeuge und Ersatzteile mit sich.
Er wurde im Bereich der Bereitschaftspolizei
Saarbrücken eingesetzt.
(Ein ähnliches Fahrzeug
aus dem zivilen Bereich ist hier auf der Seite "Saar-Geld" zu
sehen.) Foto: Polizei Saarbrücken.
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Renault Mannschaftswagen (weitere Fotos davon beim Saar-Bataillon)
Die Mannschaftstransportkraftwagen für Saar-Bataillon und Bereitschafts-
polizei in den 50er Jahren trugen die polizei-interne
Bezeichnung MLKW 17. Sie konnten neben dem Fahrer noch
17 weitere Personen transportieren; 16 von ihnen
belegten die beiden seitlich angebrachten Klappbänke hinten auf der Ladepritsche, und der siebzehnte saß neben dem Fahrer.
Die Typenbezeichnung der MLKW 17 war: Renault Camion Léger 2,5 tonnes (erst später, ab 1959, findet man in Renault-Prospekten den Beinamen "Galion" für diesen Typ). Der Radstand der Fahrzeuge betrug 2,44 m, ihre Räder waren mit Trilex-(Stern-)Felgen ausgestattet und doppelt bereift. Dadurch konnte man sie gut von den ihnen ähnlich sehenden Renault R 2086 "Goélette" 1000 kg- Kastenwagen unterscheiden.
Foto:
Polizei Saarbrücken.
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Polizei-Motorräder |
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Ab Juni 1948 wurden im Saarland
aus Kostengründen zwar noch keine PKW, aber vermehrt
Motorräder angeschafft, die zumeist gebraucht
aus Frankreich eingeführt wurden, und zwar leichtere
Maschinen von Kraftrad-Herstellern wie Ratier, Magnat
Debon, Peugeot, Terrot und Trophe de France. Bei
den kleineren ländlichen Gendarmerieposten wurde
auch längere Zeit die Hensler Typ Saarperle HAR
gefahren. Nach 1952 schaffte die saarländische
Polizei schließlich schwerere Krafträder
von BMW und DKW an.
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Adolf Heck, Homburg, war in den
50er Jahren Polizist bei der Motorisierten Verkehrsbereitschaft
im Saarland Er und zwei seiner Kollegen erhielten 1954
den Auftrag, die drei nagelneuen BMW R 67/3 mit Beiwagen einzufahren. Die Älteren
wissen, dass man früher neue Autos und Motorräder
erst "einfahren" musste (d.h. ihre Motoren
nicht über eine bestimmte Drehzahl drehen zu lassen),
bevor man sie nach dem Erreichen einer vorgeschriebenen
km-Leistung - meist einige Tausend - auch voll ausfahren
durfte. Und so kutschierten die drei die Maschinen fast
durch das ganze Saarland. Die beiden Fotos, auf denen
die Kräder nach ihren Nummernschildern in aufsteigender
Reihenfolge aufgestellt sind, müssen in der Nähe
von Perl oder Nennig aufgenommen worden sein.

Die Aufnahmen oben und unten rechts zeigen
Adolf Heck jeweils auf einer BMW R 51/3, etwa 1955. |



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Fotos: Adolf Heck, Homburg

Die Aufnahme links zeigt zwei
Saar-Polizisten ebenfalls auf einer BMW R 67/3 mit Beiwagen. (Foto:
Monika Ziegler in: Elfriede Schild "Das Saarland
in den 50er Jahren", Wartberg Verlag 2000.) Die Typenbezeichnungen der
Maschinen wurden von Jürgen Konrad, Wadgassen (Saarländisches
Zweiradmuseum)
identifiziert.
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14. Dezember 1959:
Motorisierte Polizeibeamte bildeten die Eskorte beim Besuch des Bundesverkehrsministers Dr. Seebohm anlässlich der Eröffnung des Autobahnanschlusses St. Ingbert-West auf dem neuen Teilstück St. Ingbert - Landstuhl. (siehe Allgemeines zum Verkehr, Nr. 4).
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
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Quellen und weiterführende
Literatur:
- Polizeimuseum Saarbrücken.
- Ernst Beyermann, Polizeifahrzeuge im Saarland 1945-2008/09.
Diese Seite wurde begonnen im Januar 2008 und zuletzt bearbeitet am 03.04.2012
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