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Namen, Flaggen, Wappen, Siegel, Hymnen und Lieder

 

 


 Inhalt dieser Seite:  

 

 

 

 

A)  Die Namen der Saargegend und ihrer Bewohner

B)  Die Fahnen des Saarlandes

C)  Die Landeswappen des Saarlandes

D)  Die Siegel des Saarlandes von 1949 - 1956

 

E)  Die Hymnen und Lieder

   - Anhang zu Punkt B c) Zeitgenössische Wimpel mit

     der Saarflagge

   - Anhang zu C) Moderne Aufkleber mit dem Wappen

 


 

 

A) Die Namen der Saargegend und ihrer Bewohner im Laufe der Jahrhunderte

 

 

Offizielle Bezeichnungen sind im folgenden Text kursiv und in brauner Farbe gesetzt, inoffizielle ("volkstümliche") in Schwarz.

 

Im Laufe seiner bewegten Vergangenheit trug das Land, in dem wir leben, viele verschiedene Namen und Bezeichnungen. Um diese zu erkunden, müssen wir tief in unsere Geschichte eintauchen. Dabei werden wir u.a. feststellen, dass es erst 1920 als eine abgegrenzte Einheit definiert wurde. Bis dahin hatte es immer zu anderen größeren Staatsgebilden gehört. Es war aber nicht, wie manchmal zu hören ist, über längere Zeiten hinweg ein Teil Frankreichs. Wie aus der folgenden Aufstellung hervorgeht, gehörte unser Land nur zweimal für kurze Zeit zu Frankreich: ab 1682 für 16 Jahre und ab 1798 für 15 Jahre. Von 1920 bis 1935 und von 1945 bis 1956 stand das Land zwar unter umfassender Kontrolle durch die "Grande Nation", war aber kein Teil von ihr.


Im Jahre 999
wurde in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III erstmals die Königsburg Castellum Sarabrucca erwähnt, die dieser dem Bistum Metz zusammen mit dem Königshof Völklingen und den Wäldern Quierschied und Warndt schenkte. Deshalb gilt dieses Jahr als das offizielle Geburtsjahr der Stadt Saarbrücken, die folglich 1999 ihr tausendjähriges Bestehen feierte.

Im Spätmittelalter entstanden zahlreiche Landesherrschaften auf deutschem Gebiet. Eine von ihnen, nämlich die Grafschaft Nassau-Saarbrücken, lag vollständig im Bereich des heutigen Saarlandes, drei weitere jeweils zum Teil: die Herzogtümer Lothringen sowie Pfalz- Zweibrücken und das Kurfürstentum Trier. Die Wappen dieser vier Territorien sind noch heute im aktuellen Wappen des Saarlandes enthalten (siehe weiter unten, unter C, d).

 

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wurde das Land an der Saar stark verwüstet. Danach verstärkte sich der Einfluss Frankreichs auf die Saargegend.

 

Von 1682 bis 1697 war das Gebiet des heutigen Saarlandes unter Louis XIV ein Teil der französischen Province de la Sarre (Saarprovinz). Bereits 1680 hatte man begonnen, die Stadt Saarlouis zu bauen. Sie wurde nun zur Hauptstadt der Saarprovinz, zu der außerdem die Grafschaft Saarbrücken, der Saargau, das Herzogtum Zweibrücken und die beiden Vogteien Phalsbourg und Saarburg gehörten. Nach dem Frieden von Rijswijk musste Frankreich 1697 die Reunionen an der Saar und in der Pfalz wieder an das Reich zurückgeben. Nur Saarlouis blieb als Exklave Frankreichs bis 1815 unter französischer Regie.

 

Von 1798 bis 1813/15 wurde unter Napoleon das gesamte Land an der Saar als Folge der Revolution wiederum zu einem Teil Frankreichs. Ein kleineres Gebiet im Südosten gehörte zum Département de la Moselle, der größere Teil aber zum Département de la Sarre. Dessen Präfektur war in Trier und umfasste neben den Arrondissements Trier, Birkenfeld, und Prüm auch dasjenige von Saarbrücken mit den Kantonen Sankt Arnual, Saarbrücken, Blieskastel, Lebach, Merzig, Ottweiler und Waldmohr.

 

Von 1815 bis 1914: Nach dem Wiener Kongress wurde als Folge der Befreiungskriege der größte Teil des Saardepartements der Rheinprovinz zugeschlagen, die zu Preußen gehörte, und ein kleinerer Teil (der etwa dem heutigen Saarpfalz-Kreis entspricht) der Rheinpfalz, die ein Teil von Bayern war. Das Gebiet um Nohfelden und Birkenfeld gehörte damals zum Großherzogtum Oldenburg.

 

In dieser Epoche der Industrialisierung der Saar (ca. 1814 bis 1914) wird unsere Gegend in der Literatur (inoffiziell) auch oft als Saarregion bezeichnet.

 

Im Jahr 1881 wurde der Name "Saargegend" wohl zum ersten Mal erwähnt. Denn damals benannte sich der "Historisch-antiquarische Verein für die Städte Saarbrücken und St. Johann und deren Umgebung" in "Historischer Verein für die Saargegend" um. Damit war ein rein geografischer Name für das Gebiet an der Saar eingeführt worden, der allerdings nichts mit politischen Grenzen zu tun hatte.

   Die offiziellen Namen des Landes an der

   Saar im Überblick:                          

 

 

   1682 - 1697   Province de la Sarre (F)

   1798 - 1813   Département de la Sarre (F)

   1814 - 1914   Saarregion (Preußen,Bayern)

   1919 - 1920   Saarbecken(gebiet)

   1920 - 1935   Saargebiet (Völkerbund)

   1935 - 1945   Saarland, Gau Saarpfalz,                         Gau Westmark (3. Reich)

   1947 - 1956   Saarland (teilautonom)

   seit 1.1.1957  Bundesland Saarland (BRD)

 

 

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 Diese Fahne des autonomen Saarlands von 1948-56

 gehört Gerd Schulthess. Foto: R. Freyer.

(Mehr über die Saar-Flaggen unter B)

 

 

Der Ausdruck "Saarabien" leitet sich von dem Beinamen "Scheich von Saarabien" ab. Der evangelische Theologe und liberale Politiker Friedrich Naumann soll den Freiherrn Carl Ferdinand von Stumm-Halberg wegen seines Reichtums und seines Auftretens so genannt haben.

 

Nach dem 1. Weltkrieg wurden für unser Land zum ersten Mal in seiner Geschichte Grenzen festgelegt. Sie entsprachen etwa denjenigen des heutigen Saarlandes, aber ohne den Schwarzwälder Hochwald und den nördlichen Saargau (Einzelheiten dazu siehe hier). Damit wurde es erstmals als ein abgeschlossenes Land definiert. Dies geschah durch den Versailler Vertrag von 1919, in dem gleichzeitig seine Abtrennung von Deutschland für die nächsten 15 Jahre (1920 bis 1935) verfügt wurde. Im Vertragstext bezeichnete man das neu gebildete Land als Saarbeckengebiet, an einigen Stellen auch als Saarbecken abgekürzt. Als offizieller Name wurde dann Saargebiet verwendet. Die Regierung wurde einer Kommission anvertraut, die dem Völkerbund unterstand ("Regierungskommission des Saargebiets - Commission de Gouvernement de la Sarre"). Nach Ablauf der 15 Jahre sollte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung über die Zugehörigkeit ihres Landes zu Frankreich oder zu Deutschland oder die Beibehaltung des Status Quo entscheiden.

 

Die Ausbeutung der Steinkohlenbergwerke an der Saar wurde Frankreich als eine Form von Reparationsleistung für seine im Ersten Weltkrieg erlittenen Schäden zugestanden. Bei den Übergabeverhandlungen über die Gruben im Juli und August 1919 sprachen der französische Verhandlungsführer Defline und Konsul Mudra von der deutschen Delegation mehrfach vom Saarstaat. Um die Besitzrechte der preußischen Beamten gegenüber der neuen französischen Grubenverwaltung geltend zu machen, bildete sich auch ein "Bund staatlicher Bergbeamten im Saarstaat". Hätten die Franzosen auch die Verwaltung des gesamten Landes übernommen, wäre der Begriff Saarstaat damals möglicherweise zum offiziellen Landesnamen geworden. Der Völkerbund entschied sich aber 1920 dazu, für das neu entstandene Staatsgebilde die Bezeichnung "Saargebiet" festzulegen.

 

Am 1. März 1935 wurde das Land nach der Volksabstimmung vom 13. Januar an das Deutsche Reich Hitlers angeschlossen. Es wurde aber nicht an die Länder Preußen und Bayern zurückgegeben, sondern als selbstständige Verwaltungseinheit erhalten [1]. Mit dem "Gesetz über die vorläufige Verwaltung des Saarlandes" vom 30. Januar 1935 wurde nun erstmals die Bezeichnung Saarland offiziell eingeführt [2]. 1940 erfolgte die Vereinigung mit der Pfalz zum Gau Saar-Pfalz der NSDAP. Später sollten das Saarland, die Pfalz und das vom Deutschen Reich besetzte Moseldepartement den Gau Westmark mit Verwaltungssitz in Saarbrücken bilden. Vorbereitungen dazu wurden getroffen, aber der förmliche Zusammenschluss kam wegen des Krieges nicht mehr zustande.

 

Nach dem 2. Weltkieg verwendete man von 1945 bis 1947 zunächst die Begriffe Saarland und Saargebiet nebeneinander, bis in der am 8. November 1947 verabschiedeten Verfassung der Name Saarland wieder offiziell festgelegt wurde. In der Bundesrepublik wurde diese "amtliche" Bezeichnung für unser Land jedoch strikt gemieden: Presseorgane und Politiker, aber auch die meisten Menschen auf der Straße verwendeten in der BRD fast ausschließlich den früheren Ausdruck Saargebiet, um zu demonstrieren, dass man die Autonomie des Saarlandes und damit seine Abtrennung von Deutschland nicht anerkennen wollte. - Da in dieser Zeit auch die Auslandsvertretung und die Landesverteidigung des Saarlandes der französischen Republik oblagen, war es dadurch faktisch ein französisches Protektorat. Deswegen wird es heute manchmal mit dem Begriff Saarprotektorat bezeichnet [3]. Auch der Ausdruck Saarstaat wird heute für diesen Zeitabschnitt gerne verwendet; er ist zum Beispiel Titel eines Bildbandes des Landesarchivs Saarbrücken von 2005 [4]. Er wurde aber in der damaligen Zeit eher selten und - soweit bekannt - nie offiziell gebraucht (siehe auch oben im Abschnitt "Nach dem 1. Weltkrieg").

 

Andere "volkstümliche" Namen für diesen Zeitabschnitt an der Saar sind auch JoHo-Saarland oder Saarland der Frankenzeit.

 

Seit dem 1. Januar 1957 heißt unser Land (bis heute) offiziell Bundesland Saarland.

 

Seit 2009 wird scherzhaft auch der Name Saarmaika verwendet. Dies ist eine Zusammensetzung der Worte "Saar" und "Jamaika". Damit wird auf die Farben des Inselstaats Jamaika in der Karibik angespielt, dessen Flagge aus den Farben Schwarz, Gelb und Grün besteht. Diese entsprechen den Farben der drei Parteien, die von November 2009 bis Januar 2012 im Saarland eine so genannte Jamaika-Koalition bildeten und das Land regierten: CDU, FDP und Grüne. (Die Abbildung zeigt die Flagge des Inselstaats Jamaika. Abbildung gemeinfrei, aus wikipedia.)

 

Zu allen Zeiten wurde und wird die Saargegend auch einfach als "das Land an der Saar" oder ganz kurz als "Die Saar" bezeichnet.

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[1] Verfassung des Saarlandes. Kommentar herausgegeben von den Mitgliedern des Verfassungsgerichtshofs des Saarlandes. Sarbrücken 2009. Seite 15. (http://www.verfassungsgerichtshof-saarland.de/Kommentar%20SVerf%20%28Endfassung%2022-06-09%29.pdf

[2] Das Gesetz wurde im RGBl. I 1935 auf S. 66 veröffentlicht. Es heißt dort u.a.: "An der Spitze der Verwaltung des Saarlandes steht bis zur Eingliederung in einen Reichsgau der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes mit dem Amtssitz in Saarbrücken." Der vollständige Wortlaut des Gesetzes ist nachzulesen unter: http://www.documentarchiv.de/ns/1935/saarland_verw_ges.html

[3] Dass das Saarland damals eine Art Protektorat Frankreichs war, ist gemäß der Definition des Begriffes sicher zutreffend. Der Ausdruck "Saarprotektorat" wurde aber damals nur selten gebraucht. Heute liest man ihn häufiger, besonders in wikipedia, in privaten Verkaufsanzeigen für Saarstaat-Fahnen und einmal auf der Website des Bundesrates: http://www.bundesrat.de/nn_6898/DE/struktur/laender/sl/sl-node.html ("Als "Saarprotektorat“ bildete es ab 1947 eine autonome Region").

[4] Burgard, Paul. Linsmayer, Ludwig: Der Saarstaat / L'état sarrois (Kommentierter Bildband über das Leben im Saarland). Reihe echolot, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 2. Saarbrücken 2005.

 

 

Und wie nennt man die Bewohner des Landes?

 

Saarländer  ist die heute allgemein übliche Bezeichnung für die Bewohner des Saarlandes. Zu der Zeit, als der Landesname offiziell noch "Saargebiet" lautete, leitete man hiervon zur Benennung der Einwohner den Begriff Saargebietler ab. In den Personalausweisen und Reisepässen von damals (siehe rechts und hier) wurden auch folgende Bezeichnungen verwendet: Saargebietsbewohner, Saareinwohner und interessanterweise auch schon Saarländer (obwohl der Name "Saarland" erst 1935 offiziell eingeführt wurde (siehe oben unter "Am 1. März 1935").

 

Saarfranzosen: Dieser Ausdruck diente zur Diffamierung derjeniger Bewohner unseres Landes, die die Abtrennung von Deutschland befürworteten und eine zu starke Bindung an Frankreich wünschten. Man warf ihnen damit ihre allzu frankophile oder gar "separatistische" Haltung vor. Der Name wurde in der Saarstaatzeit (1947 - 1956) verwendet, aber wohl auch schon in der Völkerbund-Zeit (1920 bis 1935).

 

Mufländer (oder Muffländer):  Für die Herkunft dieser seltsamen Bezeichnung für die Saarländer gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Abwegig ist allerdings derjenige, nach dem sich der Name vom Eigenschaftswort "muffig" ableiten soll. Muffig sind die Saarländer nämlich gewiss nicht. Auch mit "Muffe haben" dürfte er nichts zu tun haben, denn Angsthasen sind sie gewöhnlich auch nicht. Wahrscheinlicher ist die folgende Erklärung. Der Ausdruck entstand in der Zeit zwischen der politischen Rückgliederung des Saarlandes (am 1. Januar 1957) und seinem wirtschaftlichen Anschluss an die Bundesrepublik (am "Tag X", also dem 6. Juli 1959). Dies war die Zeit, in der das Saarland zwar schon ein deutsches Bundesland war, als Währung dort aber immer noch der französische Franken galt. Die wehrtauglichen Saarländer unterlagen jetzt auch der bundesdeutschen Wehrpflicht, und einige von ihnen mussten ihren Wehrdienst außerhalb des Saarlandes ableisten. Um von zu Hause zu ihrer Kaserne und zurück zu kommen, benutzten sie öffentliche Verkehrsmittel. Dafür wurden ihnen besondere "Militär-Urlaubs-Fahrscheine" ("MUF") ausgestellt, auf denen die Abkürzung MUF aufgestempelt war. Wenn bundesdeutsche Soldaten-Kollegen einen solchen Stempel auf einer Fahrkarte entdeckten, stichelten sie gerne: „Schau mal, ein MUF-Länder“, oder „einer aus dem MUF-Land" (oder "Muffland"). [1]

 

Diese Erklärung scheint die einleuchtendste Version zu sein. Die Abkürzung "MUF" soll in der oben geschilderten Bedeutung sogar bereits viel früher verwendet worden sein, nämlich schon "zu Kaisers Zeiten", also vor und im Ersten Weltkrieg. Damals seien Soldaten aus der Saargegend in Kasernen wie z. B. auf Ehrenbreitstein (Koblenz) untergebracht worden. Wenn sie von dort nach Hause zurückfahren wollten, benötigten sie einen "MUF" [2]. Die Rhein-Zeitung Koblenz schrieb vor etwa zehn Jahren als Antwort auf eine entsprechende Leseranfrage, dass die Abkürzung MUF zwischen 1920 und 1935 beim preußischen Militär für "Militär-Urlauber-Fahrkarte" gebraucht wurde. Man habe damals den Saarländern, die zwar nicht zum Reich gehörten, aber in der deutschen Armee dienten, mit dieser Karte die Rückfahrt spendiert [3]. In einem Internetforum für Militärfahrzeuge, Biwak und Outdoortechnik usw. schrieb vor einiger Zeit ein Mitglied: "Muffländer: stammt von Militärischenurlaubsfreifahrtsschein [sic]. Die Saargegend war während des gesamten Ersten Weltkriegs Durchmarschregion mit einer Vielzahl von Lazaretten. Wer aus diesem Bereich von der Front kam, hatte diesen Berechtigungsschein. Es waren keine Saarländer, sondern Soldaten, die dieses Gebiet passierten." [4]

 

Der Ausdruck "Muffländer" scheint also wirklich mit diesem MUF zusammenzuhängen.

Es wäre schön, wenn ein(e) Leser(in) Belege darüber oder sogar einen echten MUF als Original oder in Kopie vorlegen könnte.

 

Homo saraviensis (zu Deutsch etwa "Saarmensch"): scherzhafte latinisierte Bezeichnung für einen Saarländer. Wer ihn wann geprägt hat, ist nicht bekannt. Prof. Dr. Gerhard Schmidt-Henkel verwendete ihn z.B. 1996 in seinem Grußwort zu Gerhard Bungerts Buch "Die Heiligen Kühe der Saarländer". Er meinte, es sei "ein fröhliches Psychogramm des Homo saraviensis" und stellt fest, dass dieser keinen Klempner brauche, wenn sein Wasserhahn tropfe. "Und wenn er es nicht selber macht, dann kennt er jemanden, der es ihm macht" [5]. - In dem Prozess gegen Hajo Hoffmann im Jahr 2002 plädierte dessen Anwalt auf Freispruch. Denn die Verhandlungen hätten keine Beweise erbracht, sondern allenfalls "Hinweise auf kauzige Menschen, die sich gern gegenseitig helfen". Und er nannte auch einen Namen für diese besondere Art von Zeitgenossen: "Homo saraviensis" [6] - Offensichtlich verwendet man also diesen Ausdruck gerne im Zusammenhang mit der altbekannten Eigenschaft des Saarländers, immer einen zu kennen, der ihm helfen kann (oder wenigstens einen, der einen kennt, der ... usw.).

 

Die Bezeichnung wurde wohl analog gebildet zu dem lateinischen Begriff "Universitas saraviensis". Er ist Bestandteil des Siegels mit der Eule, das erstmals 1951 auf dem Vorlesungsverzeichnis der Saar-Uni erschien. Allerdings hat man bei der "Arbeitsstelle für Latein der Neuzeit" 2001 herausgefunden, dass dieser Begriff sprachlich nicht korrekt ist. Eine Länderangabe mit der Endung -ensis bezeichne im Lateinischen nicht einen Menschen, der in diesem Land geboren sei, sondern jemanden, der dort tätig, aber nicht dort geboren ist. Da im 4. Jahrhundert n.Chr. unser Saar-Fluss bereits als "Sarávus" erwähnt wurde, könne man "Saarland" auf Latein mit "Sarávia" übersetzen. Das dazu gehörige Adjektiv laute "saravicus" ("saarländisch"); deswegen empfehlen sie als korrektere Bezeichnung für unsere Hochschule "Universitas saravica". Und einen im Saarland Geborenen müsse man "Saravianus", oder "Homo saravianus" nennen, und nicht "saraviensis".  [7] (Mehr über die Saar-Uni demnächst in unserem geplanten Kapitel "Universität".)

 

 

Französische Bezeichnungen für Land und Leute an der Saar:

 

Das Land wurde und wird im Französischen gewöhnlich als La Sarre bezeichnet. Manchmal wird der Begriff Saarland auch wörtlich übersetzt als Pays de la Sarre. "Saarbeckengebiet" und "Saargebiet" heißen in der Sprache unserer Nachbarn Territoire du Bassin de la Sarre, und der inoffizielle Begriff "Saarstaat" Etat Sarrois. "Saarprotektorat" wäre mit Protectorat de la Sarre zu übersetzen.

Eine kleine Kuriosität am Rande: Bis zum heutigen Tag scheinen manche Franzosen der Ansicht zu sein, das Saarland sei nach dem 2. Weltkrieg eine "französische Kolonie" gewesen. Dies zeigen verschiedene aktuelle Angebote französischer Nutzer von ebay, welche philatelistische oder numismatische Belege (Briefmarken, Briefe oder Münzen) aus dem Saarland versteigern oder verkaufen wollen. Manche bezeichnen dabei unser Land in der Zeit nach 1947 als "Colonie Française". Zum Beispiel wird am 14. Dezember 2011 in ebay.fr (France) bei 9 Artikeln von drei verschiedenen Anbietern diese falsche Länderbezeichnung verwendet. Die Abblildung rechts ist ein Muster dafür. - Das Saarland war nie eine Kolonie; man weiß allerdings nicht, inwiefern einige französische Politiker es nach dem Krieg möglicherwesie gerne kolonalisiert hätten. Offen ausgesprochen wurde dies damals jedenfalls nicht.

 

Die Bewohner unseres Landes werden im Französischen mit les Sarrois bezeichnet (Einzahl un Sarrois bzw. une Sarroise).

 

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[1] Nach Gergard Bungert in Saarland-Lexikon.de unter Sprache und Sprüche, Saarländisches Wörterbuch, Stichwort Muffländer.

[2] Mitteilung von Wolfgang Linnenberger am 14.09.2011. Er erinnert sich sehr gut daran, dass sein Großvater (er starb 1956) ihm zu Lebzeiten      häufig darüber erzählt hat.

[3] Rhein-Zeitung, Koblenz. Antwort auf die Leserfrage: "Warum nennt man die Saarländer auch Muffländer?".

[4] www.multi-board.com (Forum für Militärfahrzeuge, Biwak & Outdoortechnik, Polo GTI, und Mopeds, Posting von "SpPz Tobi".

[5] Gerhard Bungert. Die heiligen Kühe der Saarländer. Lehnert Verlag. Saarbrücken, 1996, Seite 6.

[6] Siehe: Der Spiegel, Nr.20/2002 vom 13. Mai 2002, S. 58. Der Artikel ist hier zu lesen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22539442.html

[7] Der Artikel ist für sprachlich Interessierte sehr aufschlussreich. Er erschien in der Universitätszeitschrift campus - Ausgabe 3, Juni 2001      und ist auch hier nachzulesen: http://www.uni-saarland.de/verwalt/presse/campus/2001/3/31-Universitas.html

 

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Quellen und weiterführende Literatur zur Geschichte und zu den Namen:

 

Klaus Altmeyer. Drei Jahre Militärregierung im Saarland (1945-1947). Der Weg zum wirtschaftlichen Anschluss. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend. Historischer Verein für die Saargegend e.V. 50./51. Jahrgang 2002/2003.

http://www.saarland-lexikon.de   •   http://www.saarland.de/geschichte.htm      http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Saarlandes

http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/rhef_0300-9505_1925_num_11_51_2353_t1_0245_0000_2 (Seite 248)

 


 

 

B) Die Fahnen des Saarlandes

 

 

 

a) von 1920 bis 1935 (unter Völkerbund-Verwaltung)

 

In der Völkerbundszeit war die Flagge des damaligen Saargebiets eine Trikolore, bestehend aus drei gleich großen Streifen in den Farben blau - weiß - schwarz. Damit sollte an die Fahnen der beiden ehemaligen deutschen Staaten Bayern (weiß-blau) und Preußen (schwarz-weiß) erinnert werden, zu denen jeweils ein Teil des Saargebiets bis 1919 gehört hatte. Das Seitenverhältnis der Fahne war 2:3.

 

 

b) Während der Zugehörigkeit der Saar zum 3. Reich (1935 bis 1945)

 

gab es keine eigene Saarflagge und auch kein Saar-Wappen. Die Fahnen des Deutschen Reiches wurden auch im Land an der Saar gehisst.

 

 

c) Die Saar-Flagge zur Zeit der Autonomie (1948 - 1956)

 

    

    

 

               Die Schwarz/Weiß-Zeichnung links und der Text

              (oben) sind aus dem Amtsblatt des Saarlandes

               Nr 49/1948, Seite 726.

 

                         

 

In der 9. Sitzung der Verfassungskommission am 7. Juli 1947 unterbreitete Johannes Hoffmann den Vorschlag der CVP, dass die Landesfahne aus einem "weißen Kreuz auf blau-rotem Grund" bestehen sollte. Diese Vorgabe wurde im Gesetz über die Flagge des Saarlandes vom 16.06.1948 übernommen, und Farben, Dimensionen und Anordnung der Felder darin beschrieben(siehe rechts). Das christliche Symbol des Kreuzes wurde mit den drei Farben Blau, Weiß, Rot der französischen Trikolore kombiniert. Durch die Wahl dieser drei Farben sollte die Bindung des Landes an Frankreich symbolisiert werden. Die Idee für die Gestaltung der Fahne soll Johannes Hoffmanns Ehefrau Frieda gehabt haben.

 

Das Seitenverhältnis der Flagge ist 2:3, oder genauer: (2+1+2) : (2,5+1+4). Das Kreuz wird in der Flaggenkunde "skandinavisches Kreuz" genannt. Seine beiden Balken sind jeweils halb so breit wie die Schmalseite eines der Farbfelder. Wenn die Fahne als Hissflagge aufgehängt wurde (also waagerecht), waren die blauen Felder dem Mast zugewendet, bei Anordnung als Bannerflagge (senkrecht), zeigten sie nach oben.

 

Ganz unten auf dieser Seite sehen Sie diese drei zeitgenössischen Wimpel mit der Saarflagge in voller Größe:       

 


 

Möglicher Vorläufer der Saar-Flagge (1946/47) 

 

Schon in der am 8. November 1947 verabschiedeten Verfassung wird in Artikel 61 verfügt, dass die Fahne des Landes "aus einem weißen Kreuz auf blauen Grund" besteht. Die beiden hier gezeigten Flaggen entsprechen bereits dieser Bestimmung und können deshalb als mögliche frühe Versionen der Fahne angesehen werden, die sich allerdings in Dimension und Anordnung der Farbfelder von der endgültigen Fahne unterscheiden.

 

Die eine "Vorläuferversion" ist auf der Internet-Seite Flags of the World (FOTW) abgebildet (Abb. rechts). Im Unterschied zur endgültigen Flagge sind aber hier die Balken des weißen Kreuzes im Verhältnis zu den Farbfeldern etwas breiter als dort, und alle vier Farbfelder sind untereinander gleich groß. Pascal Vagnat vermutet auf FOTW, dass dies die Flagge des Mouvement pour le rattachement de la Sarre war (MRS; Näheres darüber auf der Seite Parteien), und da viele Saar-Politiker nach dem Krieg Mitglieder des MRS waren, habe man sie später als Emblem für das autonome Saarland übernommen. Andere Mitarbeiter an der FOTW-Seite meinen jedoch, dass die Existenz einer solchen "Vorläufer-Flagge" zweifelhaft" sei.

 

 

  

      Etwa so soll die vermutliche       MRS-Fahne gemäß FOTW       ausgesehen haben.

     (Bild von Santiago Dotor)

Die zweite Version eines "Vorläufers" wurde in der französischen Zeitschrift Images du Monde, Ausgabe vom 30. September 1947, abgebildet, und zwar in einem Artikel über das Saarland und seine wirtschaftliche Attraktivität für Frankreich, der auch zahlreiche Fotos aus unserem Land enthält. Hier sind allerdings die Balken des weißen Kreuzes im Verhältnis zu den Farbfeldern noch breiter als in der FOTW-Version, und die Farben der vier Felder sind anders verteilt: Die beiden oberen Felder sind hier blau, die unteren rot. (Wenn man das Ganze um 90° nach links dreht, stimmt die Anordnung der Farben wieder mit der FOTW-Version überein, aber die Geometrie ist anders).

 

Da die Abbildung im September 1947, also gut zwei Monate nach JoHos Vorschlag in der Verfassungskommission abgedruckt und in einem seriös erscheinenden Artikel als "neue Fahne eines neuen Landes" bezeichnet wurde, kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Vorläufer der offiziellen Flagge handelte.

           Titelseite der Zeitschrift

  

 

      Übersetzung:

     "Eine neue Fahne, ein neues

      Land im Herzen Europas"

 

 

 

Seite 3 der Zeitschrift Images du Monde vom 30.9.1947: Die Abbildung der "neuen Fahne" und das Foto zieren die Einleitung zu einem Artikel über das Saarland und seine wirtschaftliche Bedeutung für Frankreich.

 

Übersetzung des Textes im roten Pfeil: "Zweihundertmal kleiner als Frankreich, ungeheuer reich...". Bildunterschrift:  "Aus einem Wald von Schornsteinen steigt der Rauch. Ein Drittel unserer (also der französischen!) Stahlproduktion wird in dieser Region hergestellt."

 

Frage an unsere Leser: Weiß jemand mehr über diesen Vorläufer der Saarflagge? Kennt jemand andere Abbildungen davon?

 


 

 

d)  Die Saarland-Flagge seit 1957 (Bundesland Saarland)

 

Seit dem 1.Jan. 1957 besteht die Fahne des Bundeslandes Saarland aus drei gleich breiten Querstreifen in den Farben Schwarz-Rot-Gold der Bundesflagge. Sie trägt in der Mitte das Saarlandwappen, das mittig auf dem roten Streifen steht und je bis zur Hälfte in den schwarzen und in den goldenen Streifen übergreift. Das Seitenverhältnis der Flagge ist 3:5.

 

Bei der Hissflagge (waagerecht) ist die Seite des Wappens mit dem silbernen Löwen auf blauem Grund dem Mast zugewendet. Wenn die Flagge als Bannerfahne aufgehängt wird, stehen die Farbstreifen senkrecht, und das Wappen steht aufrecht, die Seite des Wappens mit dem silbernen Löwen auf blauem Grund zeigt dann zu dem schwarzen Feld.

 

(Näheres zu dem Wappen siehe unten unter C,d)

 

 

Gemäß Artikel 1 des Gesetzes Nr. 508 über die Flagge

des Saarlandes vom 9. Juli 1956

(Amtsblatt des Saarlandes 1956, S. 1213, 1215).

 

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C) Die Landeswappen des Saarlandes

 

 

 

Hinweis: In der Heraldik (Wappenkunde) beziehen sich bei der Beschreibung eines Wappens die

Seitenangaben "rechts" und "links" nicht auf die Sicht eines Betrachters von vorne, sondern auf die

Sicht eines Wappenträgers, der das Wappen wie einen Schild vor seinem Körper hält.

 

 

a)  von 1920 bis 1935

 

 

 

 

Das Wappen des Saargebiets

(unter Völkerbundverwaltung)

 

Das Wappen bestand aus einem Geviert, das rechts oben ein silbernes Zugrad mit gekreuzten Schlägeln im schwarzen Feld enthielt, links oben eine rote Rose im silbernen Feld, rechts unten eine aufgehende goldene Sonne über blauen Wolken im silbernen Feld und links unten einen silbernen Löwen mit vier Kreuzen im blauen Feld.

 

(Aus der Verordnung betr. das Wappen des Saargebiets vom 28. Juli 1920, im Amtsblatt d. Reg.Kom., S. 43)

Abbildung: Pierre Audité; lizenziert gemäß http://creativecommons.org/licenses /by-sa/3.0/deed.de

 

 

  b)  von 1946 bis 1948

 

 

  

 

 Wappen des Saarlandes von 1946 bis zum 13.12.1948

 

Nachdem das Saarland aus der französischen Besatzungszone ausgegliedert worden war, wurde eine abgewandelte Form des Saarbrücker Stadtwappens als neues Saarlandwappen eingeführt. Es hatte oben eine rote Rose auf silbernem Grund (für den Stadtteil St. Johann), daneben Hammer und Schlägel gekreuzt über einer Zange auf silbernem Grund (Stadtteile Malstatt-Burbach), darunter einen silbernen Löwen und vier Tatzenkreuze auf blauem Grund. Der zu dem (von 1911-1973 benutzten) Saarbrücker Stadtwappen gehörende schwarz-silbern gestückte Schildrand fehlte aber.

 

 

c)  von 1948 bis 1956

 

 

              

Wappen des Saarlandes vom 14.12.1948 bis 1956   

 

Dieses Wappen war aus einem Preisausschreiben hervorge-

gangen (Einzelheiten siehe weiter unten). Man wollte nicht auf ein früheres Wappen zurückgreifen, sondern etwas ganz Neues

schaffen. Das daraus resultierende Wappen bestand aus der Landesflagge, die in einen Schild mit einem schmalen silbernen Schildrand gesetzt wurde, und einer darüber befindlichen roten Brückenkrone, die als "Brücke der Verständigung" die europäische Mittlerstellung des Saarlandes zwischen Frankreich und

Deutschland symbolisieren sollte.

 

 


 

Einzelheiten zu dem Wappen-Wettbewerb von 1948: Er wurde im Februar von der Regierung des Saarlandes ausgeschrieben. Als Symbol des Hoheitszeichens war eine "Brücke mit Taube" vorgesehen. Der 1. Preis (10.000 frs.) ging im April an den Grafiker Helmut Beck, der 2. Preis (5.000 frs.) an Walter Bauer, der 3. (3.000 frs.) an Josef Wack. Man hielt aber keinen der Entwürfe dafür geeignet, unverändert als Vorlage für das neue Wappen zu dienen. Deshalb beauftragte man Boris Kleint (Kunstprofessor an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken) und Arthur Kossow aus Schafbrücke mit der Ausarbeitung einer endgültigen Fassung, die aus Elementen der ersten beiden prämierten Entwürfe bestand. Von der in der Ausschreibung geforderten "Taube" war keine Rede mehr. -

 

Zwei Schreiben des Staatssekretärs Edgar Hector mit den Ergebnissen des Preisausschreibens finden Sie auf dieser Extraseite.

 

 

Im Gesetz vom 14. Dezember 1948 wurde das Aussehen des saarländischen Landeswappens wie folgt festgelegt:

 

 

 

(Amtsblatt des Saarlandes Nr. 95 von 1948, Seite 1549; Sammlung Gerd Schulthess)

 

 

Die Sportler des autonomen Saarlands trugen auf ihrer Sportkleidung bei internationalen Wettkämpfen (z.B. bei den Olympischen Spielen in Helsinki 1952) einen Aufnäher. Dem darauf abgebildeten Wappen fehlte aber die Brücke. Sie war durch die Bezeichnung SAAR ersetzt (Bild links)

 

Auf modernen Aufklebern mit dem alten Saarwappen (Bild rechts), die heutzutage viele Autobesitzer zur Erinnerung an das autonome Saarland an ihrem Fahrzeug anbringen, ist über der Brücke das Wort "SARRE" (manchmal auch "Saarland") eingedruckt. In dieser Verbindung wurde aber das Saarwappen früher nie verwendet. Ganz unten auf dieser Seite sehen Sie einige weitere Beispiele für solche modernen Aufkleber und einen Hinweis darauf, wo Sie diese heute noch kaufen können.

 


 

 

d) Das Landeswappen seit 1957

 

 

Das am 1. Januar 1957 eingeführte heutige Saarwappen greift zurück auf die Geschichte des Saarlandes. Es berücksichtigt die vier größten Territorien an der Saar vor der Französischen Revolution (siehe oben unter A):

Nassau-Saarbrücken:

gekrönter silberner Löwe mit neun weißen Fußspitz-tatzenkreuzen auf hellblauem Grund.

 

 

Herzogtum Lothringen:

roter Schrägrechtsbalken mit drei gestümmelten silbernen Adlern (so genannten Alérions) auf goldenem Grund.

 

Kurfürstentum Trier:

rotes geschliffenes Balkenkreuz

auf silbernem Grund.

 

 

 

Herzogtum Pfalz-Zweibrücken:

goldener Löwe mit roter Krone

und roter Bewehrung auf

schwarzem Grund.

 

  Die Abbildungen stellen Wappen deutscher Körperschaften des öffentlichen Rechts dar. Nach § 5 Abs. 1 UrhG (Deutschland)

sind die Abbildungen amtliche Werke (wie z.B. Wappen) gemeinfrei („public domain“).

 

 


 

 

 

D) Die Siegel des Saarlandes von 1949 - 1956

 

 

Gesetz Nr. 119 über die Siegel des Saarlandes (Landessiegelordnung) vom 30. Juni 1949. Amtsblatt Nr. 56 (S), Seite 710.

 

 

 

Im Gesetz über die Siegel des Saarlandes vom 30.6.49 wurden das Aussehen und die Größe der verschiedenen Siegel des neu gegründeten Saar-Staats festgelegt.

 

 

In der Anlage zum Gesetz wurde für

das Staatssiegel und das große Landessiegel ein Durchmesser von 48 mm, für das kleine Landessiegel ein solcher von 36 mm bestimmt.

 

 

 


 

 

 

E) Hymnen und Lieder

 

 

Schon seit dem 16. Jahrhundert wurde das alte Steigerlied ("Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt"; Text a) in allen deutschen Berg-baugebieten als das Lied der Bergleute gesungen. Vor der ersten Saar-Abstimmung 1935 dichtete Hanns Maria Lux einen neuen Text zu derselben Melodie, und seitdem sangen die Saarländer "Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar" (Text b).

 

  

a) Das Steigerlied

   

(dieser Text entspricht der überlieferten

Urform aus dem 16. Jahrhundert)

 

Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.

Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,

Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,

schon angezündt', schon angezündt'.

 

Schon angezündt'! Das gibt ein'n Schein,

und damit so fahren wir bei der Nacht

und damit so fahren wir bei der Nacht

ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.

 

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut' sein,

die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,

die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht

aus Felsgestein, aus Felsgestein.

 

Aus Felsenstein, hau'n wir das Gold,

doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht,

doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht,

dem sein wir hold, dem sein wir hold.

 

Ade, nun ade! Lieb' Schätzelein!

Und da drunten in dem tiefen finst'ren Schacht, bei der Nacht,

Und da drunten in dem tiefen finst'ren Schacht, bei der Nacht,

da denk' ich dein, da denk' ich dein.

 

Und kehr ich heim, zum Schätzelein,

dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,

dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,

Glück auf, Glück auf! Glück auf, Glück auf!

 

b) Das Saar-Lied:

               

Deutsch ist die Saar

   

Text von Hanns Maria Lux, 1935

auf die Melodie des Steigerlieds

(siehe linke Spalte)

 

 

Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar!

Und deutsch ist unsres Flusses Strand

und ewig deutsch mein Heimatland,

mein Heimatland, mein Heimatland.

 

Deutsch bis zum Grab, Mägdelein und Knab,

und deutsch das Lied und deutsch das Wort,

und deutsch der Berge schwarzer Hort,

der Berge schwarzer, schwarzer Hort

 

Deutsch schlägt das Herz, stets himmelwärts

deutsch schlug's als uns das Glück gelacht,

deutsch schlägt es auch in Leid und Nacht,

in Leid und Nacht, in Leid und Nacht

 

Reicht euch die Hand, schlinget ein Band

um junges Volk, das deutsch sich nennt,

in dem die heiße Sehnsucht brennt

nach dir, o Mutter, nach dir, nach dir!

 

Ihr Himmel hört, ganz Saarvolk schwört,

lasset uns es in den Himmel schrein:

Wir wollen niemals Knechte sein,

wir wollen ewig Deutsche sein!

    

 

Der Text des Steigerlieds ist auch auf unserer Bergbau-Seite (ziemlich unten) zu finden, mit zwei

zusätzlichen Strophen und hübschen Illustrationen aus dem Bergbaubereich.

 

Mehr über den Autor des Saarlieds ("Deutsch ist die Saar"), Hanns-Maria Lux, finden Sie auf www.saarlied.de.

 

 

Hinweis:  Zwei Pausenzeichen des Saarländischen Rundfunks bestanden aus der Melodie der zweiten Zeile des Steigerlieds ("... und er hat sein helles Licht bei der Nacht...")

Das eine gehörte zum 1.Programm ab Anfang der 60er Jahre und zur Europawelle:

Das andere kennzeichnete das 2. Hörfunkprogramm des SR, das 1956 startete:    

Für jüngere Leser: Pausenzeichen wurden früher in den Sendepausen eines Rundfunksenders gespielt, damit man auf der Radioskala einen Sender auch finden und erkennen konnte, wenn kein Programm ausgestrahlt wurde. Mehr über Pausenzeichen und alle Zeichen von Radio Saarbrücken und vom SR finden Sie hier.

 

 

Das Lied "Deutsch ist die Saar" war zu manchen Zeiten die inoffizielle Saarhymne. Es gab aber auch eine offizielle Nationalhymne:

 

 

 

c) Die Saarländische Nationalhymne - Das Saarlandlied / Saarlied

 

 

Die offizielle Nationalhymne des Saarlandes geht auf ein Lied zurück, das Richard Limberger 1892 über das

"Land der Saar" geschrieben hatte. Es wurde 1921 von Karl Hogrebe, einem Musiklehrer aus Saarbrücken, vertont.

 

 

 

Hier können Sie eine instrumentale Fassung der Nationalhymne hören.

Etwa so wurde sie z. B. bei Sportveranstaltungen gespielt:

(Aufnahme des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen

CD Deutsche Lieder und Hymnen - Jahr 2000)

 

 

 

Der Originaltext des Liedes von R. Limberger lautet:

 

(Gesungene Aufnahme der 1. und 2. Strophe mit dem Düppenweiler Kinderchor)

 

Ich weiß wohl ein liebliches, freundliches Tal,
von waldigen Bergen umgeben,
da blitzen die Wellen im Sonnenstrahl,
es blühn auf den Hügeln die Reben
und Dörfer und Städte auf grünender Flur,
und Menschen von kernigem Schlage:
Das ist meine Heimat im Lande der Saar,
laut preis ich sie all meine Tage.
Das ist meine Heimat im Lande der Saar,
Laut preis ich sie all meine Tage.

Wer einmal gewandert am Ufer der Saar
und einmal den Saarwein getrunken,
wem einmal die Blicke der Mädchen so klar
in glühende Seele gesunken,
der zieht nicht mehr weiter, es sagt ihm so wahr
das Herz mit gewaltigem Schlage:
Hier ist meine Heimat am Strande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage!

Hier ist meine Heimat am Strande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage!

O Saartal, du Kleinod von strahlender Pracht
du Grenzmark der deutschen Gefilde,
wir halten in Treue wohl über dich Wacht
es dient jede Brust dir zum Schilde!
So kling es denn stolz in die Lande hinaus
wenn freudigen Herzens ich sage:
Hier ist meine Heimat am Strande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage!

Hier ist meine Heimat am Strande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage

 

Die Regierung unter Johannes Hoffmann änderte 1950 die ersten vier Zeilen der ursprünglichen dritten Strophe um, weil ihr Text sich allzu deutlich zu Deutschland bekannte. Statt dessen wurde ein neuer Text in Auftrag gegeben, der besser zu der frankreichfreundlichen Politik passte. Die zweite Strophe wurde ab 1950 meist weggelassen.

 

Die so entstandene "neue" Nationalhymne wurde erstmals am 14. Dezember 1950 zur Feier des Saarländischen Verfassungstages gesungen. Außerdem wurde sie bei den Spielen der saarländischen Fußballnationalmannschaft und bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki aufgeführt. Trotzdem war sie bei den meisten Saarländern weder sehr bekannt noch beliebt.

 

Nach der Volksbefragung 1955 war sie so gut wie gar nicht mehr zu hören, weil sie zu sehr mit der Regierung Hoffmann in Zusammenhang gebracht wurde. Sie ist aber auch nach der Rückgliederung des Saarlandes an Deutschland als "Nationalhymne" nie außer Kraft gesetzt worden.

 

        Text ab 1950:

 

Ich weiß, wo ein liebliches, freundliches Tal,
von waldigen Bergen umgeben,
da blitzen die Wellen im Sonnenstrahl,
es blühn auf den Hügeln die Reben
und Dörfer und Städte auf grünender Flur,
und Menschen von kernigem Schlage:
Das ist meine Heimat im Lande der Saar,
laut preis ich sie all'meine Tage.
Das ist meine Heimat im Lande der Saar,
Laut preis ich sie all meine Tage.

O Saarland, du Kleinod von strahlendem Glanz,
O Land, du, von Kohle und Eisen,
Dir will ich gehören, dir weihen mich ganz,
Nichts soll mich dir fürder entreißen.
So kling es denn stolz in die Lande hinaus
wenn freudigen Herzens ich sage:
Hier ist meine Heimat im Lande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage!

Hier ist meine Heimat im Lande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage.

 

 

Die Melodie der Hymne kann man sich unter dem folgenden Link kostenlos bei YouTube anhören (vielen Dank an Armin Weber für den Hinweis!):  http://www.youtube.com/watch?v=ARsxM6MaKlI. Interessant sind auch die dort unter "Textkommentare" abgegebenen sehr kontroversen Ansichten verschiedener YouTube-Besucher über die "Selbstständigkeit" des Saarlandes.

 

               

Die neue dritte Strophe noch einmal, mit Noten:

 

 

Die satirische Zeitschrift "Der TINTENFISCH" machte sich lustig über die Hymne, indem sie eine ihrer Zeilen ein wenig umdichtete:

 

  

 

Neuer Text ab 2003:

Im Jahr 2002 ließ das saarländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft in einem Wettbewerb einen neuen Text für das Saarlandlied zu der alten Melodie suchen. Gewinner war Gerhard Tänzer aus Berus. Das so entstandene "neue" Saarlandlied sollte ursprüglich bei feierlichen Anlässen und zur Repräsentation des Saarlandes gespielt werden. Es kam und kommt in Wirklichkeit jedoch nur sehr selten zur Aufführung.

Der neue Text des Saarlandliedes lautet seit 2003: *)

Ich rühm' dich, du freundliches Land an der Saar,
von friedlichen Grenzen umgeben.
Nie wieder bedrohe dich Krieg und Gefahr,
in dir möcht' ich immerzu leben.
Und gibst du uns Arbeit, so hat's keine Not,
wir werden die Mühen nicht scheuen,
und Feste auch feiern zum täglichen Brot,
denn du, unser Land, sollst uns freuen.

 

*) Tondokument: Saarland - Die Hymne (2003), bearbeitet von Friedel Hary für 3-stimmigen Männerchor. Ensemble: Chor der

Hochschule für Musik und Theater, Saarbrücken, Leitung Andreas Göpfert. Produktion: Saarländischer Rundfunk

 

 


 

 

d) Saarhymne von Johannes Kirschweng, um 1947 (Melodie: Josef Reichert)

 

Der aus Wadgassen stammende Dichter und Schriftsteller Johannes Kirschweng (mehr über ihn auf der Seite Literaturszene) hat die folgende Saarhymne geschrieben. Sie fehlt allerdings in der Neuausgabe der Werke Kirschwengs.

 

 

 

Weißes Kreuz in Blau und Rot - Glaube zwischen Gott und Erde

Blüte, Frucht und Wein und Brot - Eins und Alles, Hirt uns Herde.

 

Was wir haben, was wir sind, glüht die Fahne treu zusammen.

Mann und Weib und Greis und Kind - Morgenrot und Abendflammen.

 

Jeder, der zu uns gehört, den das Land im Leid geboren,

gläubig auf das Zeichen schwört, das als Freie wir erkoren.

 

Weißes Kreuz in Blau und Rot - Glaube hoch bis in die Sterne,

Saarland, Freiheit, Licht und Brot, Liebe aller Näh' und Ferne.

 

 

Mit "Weißes Kreuz auf Blau und Rot" bezieht sich Kirschweng auf die Landesfahne des damals neu gegründeten Saarstaats.

 

 

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(Quelle: Siegfried Bach. Zeit und Zeitung. Die Region Wadgassen-Bous im Spiegel der Zeit zwischen 1913 und 1990. Wadgassen 2000, Seite 805.)

 

 

 


 

 

ANHANG zu Punkt B c): Zeitgenössische Wimpel mit der Saarflagge

 

Die folgenden Abbildungen zeigen drei Wimpel aus der Zeit des autonomen Saarlands, die die Saarflagge beinhalten. Sie stammen aus der Sammlung von Gerd Schulthess, St. Ingbert (Tel. 06894 - 6231). Der Wimpel rechts außen zierte lange sein NSU-Fahrrad, später seine Vélosolex.

 

 

   

 

 

 

ANHANG zu Punkt C b): Moderne Ausführungen des Saar-Wappens

 

 

1

2

3

4

 

Für diese vier modernen Wappen-Aufkleber gab es zur Saarstaat-Zeit in den 40er/50er Jahren keine Vorbilder. Sie wurden erst in den letzten beiden Jahrzehnten kreiert und enthalten jeweils einen Schriftzug mit einer Landesbezeichnung (Saarland oder [La] Sarre). Zu Zeiten des autonomen Saarlands war es nicht üblich, einen Landesnamen über dem Wappen anzubringen. Einzige Ausnahme waren die Aufnäher für die Kleidung der saarländischen Sportler, die über dem Wappen anstelle der Brücke das Wort "SAAR" trugen (siehe oben unter Punkt C, b und im Kapitel Olympia 1952). Die hier gezeigten Wappen entstanden wie folgt:

 

1988 hat Gerd Schulthess aus St. Ingbert einen Aufkleber (Bild 1) mit dem Wappen nach dem Muster der Originalzeichnung auf der Broschüre "Wille und Weg des Saarlandes" und mit dem Schriftzug "Saarland" bei der Fa. Mock in Scheidt herstellen lassen und unters Volk gebracht. Etwas später hat der Betreiber von Jacques' Weindepot in der Saarbrücker Halbergstaße diesen Aufkleber nachdrucken lassen, aber dabei "Saarland" durch "Sarre" ersetzt (Bild 2). Man konnte ihn lange Zeit bei ihm kaufen, und sie zieren heute noch viele Autohecks im Saarland und anderswo. Sogar am Heck eines Bootes konnte man ihn 2007 im Saarbrücker Yachthafen sehen.

 

Den Aufkleber im Bild 3 gibt es (2010) in Saarbrücken zu kaufen (z.B. bei Swarowsky in der Bahnhofstraße, gegenüber Thalia). Leider ist bei diesem Modell das Wappen im unteren Teil "missglückt", denn der Halbkreis sitzt zu tief und hat den falschen Radius. Woher der Aufkleber in Bild 4 (mit "La Sarre") stammt, ist nicht bekannt.

 

Auf dem Foto rechts ist ein Wappen aus Metall mit "Sarre" zu sehen, bei dem aber die Abbildung der Brücke fehlt. Michael Lohrmann aus Saarbrücken berichtet zu seiner Entstehung folgendes: "Ein Bekannter von mir ließ diese Teile 1994/95 in England anfertigen, exklusiv für den Volvo-Stammtisch Saar. Dieses Saar-Wappen sollte die Kühlergrills unserer alten Volvos zieren, die Auflage betrug ca. 50 Stück. Wir mussten ewige Zeiten warten, bis diese Teile aus England geliefert wurden und dann mussten wir mit Schrecken feststellen, dass die Brücke fehlte. Eine Reklamation in England war sinnlos, deshalb kam das Wappen eben ohne Brücke in Umlauf und an unsere alten Volvos." (Herzlichen Dank für diesen Bericht und die Überlassung eines intakten Exemplars.) -

 

Den kleinen Anstecker ("Pin") im Foto links (er ist noch keine 14 mm hoch) konnte man vor einigen Jahren eine Zeitlang in Saarbrücken kaufen.

 

 


   Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 17.12.2011                               

 

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