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A) Die Namen der Saargegend und ihrer Bewohner im Laufe der Geschichte
Offizielle Bezeichnungen sind im folgenden Text kursiv und in brauner Farbe gesetzt, inoffizielle ("volkstümliche") Namen in schwarzer Farbe.
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Im Laufe seiner bewegten Vergangenheit trug das Land, in dem wir leben, viele verschiedene Namen und Bezeichnungen. Um diese zu erkunden, müssen wir tief in unsere Geschichte eintauchen. Dabei werden wir u.a. feststellen, dass es erst 1920 als
eine abgegrenzte Einheit definiert wurde. Bis dahin hatte es immer zu anderen größeren Staatsgebilden gehört. Es war aber nicht, wie manchmal zu hören ist, über längere Zeiten hinweg ein Teil Frankreichs (mit Ausnahme der Stadt Saarlouis: siehe unten in "Von 1682 bis 1697"). Wie aus der folgenden Aufstellung hervorgeht, gehörte unser Land
nur zweimal für
kurze Zeit zu Frankreich: ab 1682 für 16 Jahre und ab 1798 für 15 Jahre. Von 1920 bis 1935 und von 1945 bis 1956 stand das Land zwar unter umfassender Kontrolle durch die "Grande Nation", war aber kein Teil von ihr.
Im Jahre 999 wurde die Königsburg Castellum Sarabrucca in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III. erwähnt, die dieser damals dem Bistum Metz zusammen mit dem Königshof Völklingen und den Wäldern Quierschied und Warndt vermachte. Deshalb gilt dieses Jahr als das offizielle Geburtsjahr
der Stadt Saarbrücken, die deswegen 1999 ihr tausendjähriges
Bestehen feierte.
Im Spätmittelalter entstanden zahlreiche Landesherrschaften auf deutschem Gebiet. Eine von ihnen, nämlich die Grafschaft
Nassau-Saarbrücken, lag vollständig im Bereich des heutigen Saarlandes, drei weitere jeweils
zum Teil: die Herzogtümer Lothringen sowie Pfalz- Zweibrücken und das Kurfürstentum
Trier. Die
Wappen dieser vier Territorien sind noch heute im aktuellen Wappen des Saarlandes enthalten (siehe weiter unten, unter C, d).
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wurde das Land an der Saar stark verwüstet. Danach
verstärkte sich der Einfluss Frankreichs auf die Saargegend.
Von 1682 bis 1697 war das Gebiet des heutigen Saarlandes unter Louis XIV ein Teil der französischen Province de la Sarre (Saarprovinz). Bereits 1680 hatte man begonnen, die Stadt Saarlouis zu bauen. Sie wurde nun zur Hauptstadt der Saarprovinz, zu der außerdem die Grafschaft Saarbrücken, der Saargau, das Herzogtum Zweibrücken und die beiden Vogteien Phalsbourg und Saarburg gehörten. Nach dem Frieden von Rijswijk musste Frankreich 1697 die Reunionen an der Saar und in der Pfalz wieder an das Reich zurückgeben. Nur Saarlouis blieb als Exklave Frankreichs bis 1815 unter französischer Regie.
Von 1798 bis 1813/15 war unter Napoleon das gesamte Land an der Saar als Folge der Revolution wiederum französisches Staatsgebiet. Der größere Teil gehörte zum Département de la Sarre, dessen Präfektur in Trier war. Es umfasste
neben den Arrondissements Trier, Birkenfeld, und Prüm auch dasjenige von
Saarbrücken mit den Kantonen Sankt Arnual, Saarbrücken, Blieskastel, Lebach,
Merzig, Ottweiler und Waldmohr. Ein kleineres Gebiet im Südwesten gehörte zum Département
de la Moselle (mit Rehlingen und Saarlouis) und ein kleiner Teil im
Südosten (Homburg und Umgebung) zum Département du Mont Tonnerre
(Donnersberg-Departement).
Von 1815 bis 1914: Als Folge der Befreiungskriege wurde nach dem Wiener Kongress der größte Teil des Saardepartements
der Rheinprovinz zugeschlagen, die zu Preußen gehörte, ein kleinerer Teil (der etwa dem heutigen Saarpfalz-Kreis entspricht) kam zur Rheinpfalz, die wiederum ein Teil von Bayern war. Das Gebiet um Nohfelden und Birkenfeld gehörte damals zum Großherzogtum Oldenburg und ein weiterer kleiner Teil zu Sachsen-Coburg-Saalfeld.
In dieser Epoche der Industrialisierung der Saar (ca. 1814 bis 1914) wird unsere Gegend in der Literatur (inoffiziell) auch oft als Saarregion bezeichnet.
Im Jahr 1881 wurde der Name "Saargegend" wohl zum ersten Mal erwähnt. Denn damals benannte sich
der
"Historisch-antiquarische Verein für die Städte Saarbrücken und St. Johann und
deren Umgebung" in "Historischer Verein für die Saargegend" um. Damit war ein rein geografischer Name für
das Gebiet an der Saar eingeführt worden, der allerdings nichts mit politischen Grenzen zu tun hatte.
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Die offiziellen Namen des Landes an der
Saar im Überblick:
1682 - 1697 Teil der Province de la Sarre
1798 - 1813 Teil dreier Départements (F)
1815 - 1914 Teil von Preußen u. Bayern
1919 - 1920 Saarbecken (-gebiet)
1920 - 1935 Saargebiet (Völkerbundverwaltg.)
1935 - 1945 Saarland, ab 1940 Teil des
Gaus Saarpfalz (Dt. Reich)
1947 - 1956 Saarland (teilautonom)
seit 1.1.1957 Bundesland Saarland (BRD)
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Diese Fahne des autonomen Saarlands von 1948-56
gehört Gerd Schulthess. Foto: R. Freyer.
(Mehr über die Saar-Flaggen im Abschnitt B)
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Der Ausdruck "Saarabien" leitet sich von dem Beinamen "Scheich von Saarabien" ab. Der evangelische Theologe und liberale Politiker Friedrich Naumann soll den Freiherrn Carl Ferdinand von Stumm-Halberg wegen seines Reichtums und seines Auftretens so genannt haben.
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Offensichtlich wurde der von 1920 - 35 offiziell gebrauchte Begriff Saargebiet (siehe nächsten Absatz) schon zu Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Auf der Titelseite der Saarbrücker Zeitung konnte man z.B. 1893 unter der Namensbezeichnung des Blattes lesen: "Tageblatt für Saarbrücken, St. Johann und das Saargebiet" (siehe Foto).
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Nach dem 1. Weltkrieg wurden für unser Land zum ersten Mal in seiner Geschichte Grenzen festgelegt. Sie entsprachen etwa denjenigen des heutigen Saarlandes (aber ohne den Schwarzwälder Hochwald und den nördlichen Saargau; Einzelheiten dazu siehe hier). Der Versailler Vertrag von 1919 definierte es erstmals als ein abgeschlossenes Land und verfügte gleichzeitig seine Abtrennung von Deutschland
für die nächsten 15
Jahre (1920 bis 1935). Im Vertragstext von 1919 bezeichnete man das neu gebildete Land als Saarbeckengebiet, an einigen Stellen auch als Saarbecken abgekürzt. Danach wurde als offizieller Name meist die Kurzform Saargebiet verwendet. Die Regierung wurde einer Kommission anvertraut, die dem Völkerbund unterstand ("Regierungskommission des Saargebiets - Commission de Gouvernement de la Sarre"). Deshalb hört man für diesen Zeitabschnitt häufig den Ausdruck "Völkerbundszeit". Nach Ablauf der 15 Jahre sollte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung über die Zugehörigkeit ihres Landes zu Frankreich oder zu Deutschland oder die Beibehaltung des Status Quo entscheiden. Das Saargebiet war politisch und wirtschaftlich damals von Frankreich abhängig. Die Steinkohlenbergwerke wurden Frankreich als eine Form der Reparationsleistungen für seine im Ersten Weltkrieg erlittenen Schäden übereignet. Bei den Übergabeverhandlungen über die Gruben im Juli und August 1919 sprachen der französische Verhandlungsführer Defline und Konsul Mudra von der deutschen Delegation
mehrfach vom Saarstaat. Um die Besitzrechte der preußischen Beamten gegenüber der neuen französischen Grubenverwaltung geltend zu machen, bildete sich auch ein "Bund staatlicher Bergbeamten im Saarstaat". Möglicherweise hätte der Begriff Saarstaat zum offiziellen Landesnamen werden können. Der Völkerbund
entschied sich
aber 1920 dazu, für das neu entstandene Staatsgebilde die Bezeichnung "Saargebiet" festzulegen.
Am 1. März 1935 wurde das Land nach der Volksabstimmung vom 13. Januar an das Deutsche Reich Hitlers angeschlossen. Es wurde aber nicht an die Länder Preußen und Bayern zurückgegeben, sondern als selbstständige Verwaltungseinheit erhalten [1]. Mit dem "Gesetz über die vorläufige Verwaltung des Saarlandes" vom 30. Januar 1935 wurde nun erstmals die Bezeichnung Saarland offiziell eingeführt [2]. 1940 erfolgte die Vereinigung mit der Pfalz zum Gau Saar-Pfalz der NSDAP. Später sollten das Saarland, die Pfalz und das vom Deutschen Reich besetzte Moseldepartement den Gau Westmark mit Verwaltungssitz in Saarbrücken bilden. Vorbereitungen dazu wurden getroffen, aber der förmliche Zusammenschluss kam wegen des Krieges nicht mehr zustande.
Nach dem 2. Weltkieg gehörte das Land an der Saar für wenige Monate zur amerikanischen, danach zur französischen Besatzungszone. In dieser Zeit (von 1945 bis 1947) verwendete man zunächst die Begriffe Saarland und Saargebiet nebeneinander, bis in der am 8. November 1947 verabschiedeten Verfassung der Name Saarland wieder offiziell festgelegt wurde. In der neu gegründeten Bundesrepublik wurde diese "amtliche" Bezeichnung für unser Land damals jedoch strikt gemieden: Presseorgane und Politiker, aber auch die meisten Menschen auf der Straße verwendeten in der BRD fast ausschließlich den früheren Ausdruck Saargebiet, um zu demonstrieren, dass
man die Autonomie des
Saarlandes
und damit seine Abtrennung von Deutschland nicht anerkennen wollte.
Da in dieser Zeit auch die Auslandsvertretung und die Landesverteidigung des Saarlandes der französischen Republik oblagen, war es dadurch faktisch ein französisches Protektorat. Deswegen wird es heute manchmal mit dem Begriff Saarprotektorat bezeichnet (z.B. eine Zeitlang in wikipedia [3]). Heute wird auch der Ausdruck Saarstaat für
diesen Zeitabschnitt gerne verwendet. Er ist zum Beispiel Titel eines Bildbandes des Landesarchivs Saarbrücken von 2005 [4], wurde aber in den 40er/50er Jahren sehr selten und - soweit bekannt - nie offiziell gebraucht (siehe
auch oben im Abschnitt "Nach dem 1. Weltkrieg").
Andere "volkstümliche" Namen für diesen Zeitabschnitt an der Saar sind: JoHo-Zeit, Hoffmann-Ära, (Saarland der) Frankenzeit.
Seit dem 1. Januar 1957 heißt unser Land offiziell Saarland.
Von 2009 bis 2011 wurde scherzhaft auch der Name Saarmaika verwendet. Dies ist eine Zusammensetzung der Worte "Saar" und "Jamaika". Damit wurde auf den Inselstaat Jamaika in der Karibik angespielt,
dessen Flagge die Farben Schwarz, Gelb und Grün beinhaltet. Diese entsprechen den Farben der drei Parteien,
die von November 2009 bis Januar 2011 im Saarland eine so genannte Jamaika-Koalition bildeten und die Regierung stellten: CDU, FDP und Grüne. (Das Bild zeigt die Flagge des Inselstaats Jamaika. Abbildung gemeinfrei.)
Zu allen Zeiten wurde und wird unser Land auch einfach als "das Land an der Saar" oder ganz kurz als "die Saar" bezeichnet.
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Fußnoten:
[1] Verfassung des Saarlandes. Kommentar herausgegeben von den Mitgliedern des Verfassungsgerichtshofs des Saarlandes. Saarbrücken 2009. Seite 15. ( http://www.verfassungsgerichtshof-saarland.de/Kommentar%20SVerf%20%28Endfassung%2022-06-09%29.pdf )
[2] Das Gesetz wurde im RGBl. I 1935 auf S. 66 veröffentlicht. Es heißt dort u.a.: "An der Spitze der Verwaltung des Saarlandes steht bis zur Eingliederung in einen Reichsgau der Reichskommissar für die Rückgliederung des
Saarlandes mit dem Amtssitz in Saarbrücken." Der vollständige Wortlaut des Gesetzes ist nachzulesen unter: http://www.documentarchiv.de/ns/1935/saarland_verw_ges.html
[3] Dass das Saarland damals eine Art Protektorat Frankreichs war, ist gemäß der Definition des Begriffes sicher zutreffend. Der Ausdruck "Saarprotektorat" wurde aber damals wahrscheinlich nie gebraucht. Eine Zeitlang (2011-12) wurde er in Wikipedia verwendet (daraufhin auch in privaten Verkaufsanzeigen für Saarstaat-Fahnen und -Münzen), aber man hat ihn sinnvollerweise inzwischen ausgetauscht gegen "Saarland 1947 - 1956". Der Ausdruck "Saarprotektorat" wird an einer Stelle der Website des Bundesrates verwendet (in Anführungszeichen): Als 'Saarprotektorat' bildete es ab 1947 eine autonome Region.( http://www.bundesrat.de/nn_6898/DE/struktur/laender/sl/sl-node.html )
[4] Burgard, Paul. Linsmayer, Ludwig: Der Saarstaat / L'État Sarrois (Kommentierter Bildband über das Leben im Saarland). Reihe echolot, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 2. Saarbrücken 2005.
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Und wie nennt man die Bewohner des Landes?
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Saarländer ist die heute allgemein übliche Bezeichnung für
die Bewohner des Saarlandes. Zu der Zeit, als der Landesname offiziell noch "Saargebiet" lautete, leitete man hiervon zur Benennung der Einwohner den Begriff Saargebietler ab. In den Personalausweisen und Reisepässen von damals (siehe rechts und hier) wurden auch folgende Bezeichnungen verwendet: Saargebietsbewohner,
Saareinwohner
und interessanterweise auch schon Saarländer (obwohl der Name "Saarland" erst 1935 offiziell eingeführt wurde (siehe oben unter "Am 1. März 1935").
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Saarfranzosen: Dieser Ausdruck diente zur Diffamierung derjeniger Bewohner unseres Landes, die die Abtrennung von Deutschland befürworteten und eine zu starke Bindung an Frankreich wünschten. Man warf ihnen damit ihre allzu frankophile
oder gar "separatistische" Haltung vor. Der Name wurde in der Saarstaatzeit (1947 - 1956) verwendet,
aber wohl auch schon in der Völkerbund-Zeit
(1920 bis 1935). Er ist gelegentlich auch noch heute zu hören; man meint damit dann meist freundschaftlich einen frankophilen Saarländer, der die Sprache mehr oder weniger gut beherrscht und gerne ins Nachbarland fährt. Solche Zeitgenossen gibt es hier ja zuhauf, und deshalb nennt man das Saarland auch gerne das "französischste aller Bundesländer".
Mufländer (oder Muffländer): Für die Herkunft dieser seltsamen Bezeichnung für die Saarländer gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Abwegig ist allerdings derjenige, nach dem sich der Name vom Eigenschaftswort "muffig" ableiten soll. Muffig sind die Saarländer nämlich gewiss nicht (es soll allerdings einige wenige Ausnahmen geben). Auch mit "Muffe haben" dürfte er nichts zu tun haben, denn Angsthasen sind sie gewöhnlich auch nicht. Wahrscheinlicher ist die folgende Erklärung.
Präzisierung des bisherigen Textes über den MUF - (danke an Siegfried Hoffmann, St. Wendel für seine Erläuterungen!)
Er wurde von der Abkürzung "MUF" für "Militär-Urlaubs-Fahrschein" abgeleitet. Wie kam es dazu? In der BRD wurde 1955 die Bundeswehr ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr wurden dort die ersten Soldaten vereidigt, doch ausschließlich noch als Freiwillige. Die Allgemeine Wehrpflicht wurde 1956 eingeführt. Diese griff aber im Saarland vorläufig nicht, weil es ja aufgrund seines Sonderstatus nach wie vor (auch nach der Volksbefragung am 23. Oktober) politisch und wirtschaftlich von der BRD isoliert war.
Auch nach der politischen Angliederung an die BRD am 1. Januar 1957 wurde noch kein wehrtauglicher Saarländer wehrpflichtig. Niemand bekam einen Musterungsbescheid und auch keinen Einberufungsbefehl. Allerdings konnte man sich als Saarländer freiwillig zum Bund melden. Und davon machten überraschend viele junge Männer Gebrauch. Die Konditionen für Freiwillige waren für damalige Zeiten erstaunlich attraktiv, und viele waren offensichtlich gar nicht so pazifistisch und antimilitärisch eingestellt.
Wenn diese Freiwilligen nun in Urlaub fahren wollten, standen ihnen, wie allen anderen auch, Freifahrtscheine zu. Diese waren jedoch nur gültig auf dem Streckennetz der Deutschen Bundesbahn. Von den Eisenbahnen des Saarlandes (EdS) wurden sie nicht akzeptiert. Diese verlangten eine besondere Kennzeichnung auf den Fahrscheinen der Soldaten, eben den "MUF"-Stempel, damit sie auch die letzten Kilometer ihrer oft weiten Heimreise problemlos und ohne Zusatzkosten hinter sich bringen konnten. Wenn
bundesdeutsche Soldaten-Kollegen einen solchen Stempel auf einer Fahrkarte entdeckten, stichelten sie gerne: „Schau mal, ein MUF-Länder“, oder "Muffländer", oder "einer aus dem MUF-Land" (bzw. Muffland). Später ging die Bezeichnung auf die Saarländer generell über.
Zusatzhinweis zur Wehrpflicht: Die Wehrpflicht für alle wehrtauglichen Saarländer kam erst am Tag X, dem 6. Juli 1959, als die Zollgrenzen zur BRD aufgingen und die französische Währung durch die D-Mark abgelöst wurde. Ausgenommen von der Wehrpflicht waren nur die sogenannten "Weißen Jahrgänge". Das waren diejenigen vor 1939. Wer sich von ihnen nicht freiwillig meldete, blieb unbehelligt. Der erste Musterungsjahrgang bestand aus den 1939ern, die dann fast umgehend die ersten Einberufungsbescheide erhielten und einrücken mussten.
Übrigens soll die Abkürzung "MUF" in der oben beschriebenen Bedeutung sogar bereits viel früher verwendet worden sein, nämlich schon "zu Kaisers Zeiten", also vor und im Ersten Weltkrieg. Damals seien Soldaten aus der Saargegend in Kasernen wie z. B. auf Ehrenbreitstein (Koblenz)
untergebracht worden. Wenn sie von dort nach Hause zurückfahren wollten, benötigten sie einen "MUF" [2]. Die Rhein-Zeitung Koblenz schrieb vor etwa zehn Jahren als Antwort auf eine entsprechende Leseranfrage, dass die Abkürzung MUF zwischen 1920 und 1935 beim preußischen Militär für "Militär-Urlauber-Fahrkarte" gebraucht wurde. Man habe damals den Saarländern, die zwar nicht zum Reich gehörten, aber in der deutschen Armee dienten, mit dieser Karte
die Rückfahrt spendiert [3]. In einem Internetforum "für Militärfahrzeuge, Biwak und Outdoortechnik usw." schrieb vor einiger Zeit ein Teilnehmer: "Muffländer: stammt von Militärischenurlaubsfreifahrtsschein [sic] (MUFF). Die Saargegend war während des gesamten Ersten Weltkriegs Durchmarschregion mit einer Vielzahl von Lazaretten. Wer aus diesem Bereich von der Front kam, hatte diesen Berechtigungsschein. Es waren keine Saarländer, sondern Soldaten, die dieses Gebiet passierten."
[4]
Es wäre interessant, wenn ein(e) Leser(in) Belege darüber oder sogar einen echten MUF als Original oder in Kopie vorlegen könnte.
Homo saraviensis (zu Deutsch etwa "Saarmensch"): scherzhafte latinisierte Bezeichnung für einen Saarländer. Offensichtlich verwendet man diesen Ausdruck gerne im Zusammenhang mit der altbekannten Eigenschaft des Saarländers, immer jemanden zu kennen, der ihm helfen kann (oder wenigstens einen, der einen kennt, der ... usw.). Wer ihn wann geprägt hat, ist nicht bekannt. Prof. Dr. Gerhard Schmidt-Henkel verwendete ihn z.B. 1996 in seinem Grußwort zu Gerhard Bungerts Buch "Die Heiligen Kühe der Saarländer". Er meinte, das Buch sei "ein fröhliches Psychogramm des Homo saraviensis" und stellt fest, dass dieser z.B. keinen Klempner brauche, wenn sein Wasserhahn tropfe. "Und wenn er es nicht selber macht, dann kennt er jemanden, der es ihm macht" [5]. Ein anderes Beispiel für die Verwendung dieses Begriffes gab 2002 in dem Amtsenthebungs-Prozess gegen den damaligen Oberbürgermeister von Saarbrücken Hajo Hoffmann dessen Anwalt. Er plädierte auf Freispruch, weil die Verhandlungen keine Beweise erbracht hätten, sondern allenfalls "Hinweise auf kauzige Menschen, die sich gern gegenseitig helfen". Und er nannte ebenfalls den Namen "Homo saraviensis" für diese besondere Art von Zeitgenossen [6].
Das latinisierte Adjektiv "saraviensis" wurde wahrscheinlich dem Begriff "Universitas saraviensis" entnommen. Er ist Bestandteil des Siegels mit der Eule, das erstmals 1951 auf dem Vorlesungsverzeichnis der Saar-Uni erschien. Die "Arbeitsstelle für Latein der Neuzeit" hat aber 2001 herausgefunden, dass dieser Begriff sprachlich nicht korrekt ist. Eine Länderangabe mit der Endung -ensis bezeichne im Lateinischen nicht einen Menschen, der in diesem Land geboren sei, sondern jemanden, der dort tätig, aber nicht dort geboren ist. Da im 4. Jahrhundert n.Chr. unser Saar-Fluss bereits als "Sarávus"
erwähnt wurde, könne man "Saarland" auf Latein mit "Sarávia" übersetzen. Das dazu gehörige Adjektiv laute "saravicus" ("saarländisch"); deswegen empfehlen sie als korrektere Bezeichnung für unsere Hochschule "Universitas saravica". Und einen im Saarland Geborenen müsse man "Saravianus", oder "Homo saravianus" nennen, und nicht "saraviensis" [7]. (Mehr
über die Saar-Uni lesen Sie demnächst in unserem geplanten Kapitel "Universität".)
Französische Bezeichnungen für Land und Leute an der Saar:
Das Land wurde und wird im Französischen gewöhnlich als La Sarre bezeichnet. Manchmal wird der Begriff "Saarland" auch wörtlich übersetzt als Pays de la Sarre. - "Saarbeckengebiet" und "Saargebiet" heißen in der Sprache unserer Nachbarn Territoire du Bassin de la Sarre, und der
Begriff "teilautonomer Saarstaat" wird mit Etat Sarrois en partie autonome übersetzt, "Teilautonomie" mit autonomie partielle.
Die Bewohner unseres Landes werden im Französischen als les Sarrois bezeichnet (Einzahl un Sarrois bzw. une Sarroise).
Eine kleine Kuriosität am Rande: Bis zum heutigen Tag scheinen manche Franzosen der Ansicht zu sein, das Saarland sei nach dem 2. Weltkrieg eine "französische Kolonie" gewesen. Dies zeigen verschiedene aktuelle Angebote französischer Nutzer von ebay, welche philatelistische oder numismatische Belege (Briefmarken, Briefe oder Münzen)
aus dem Saarland versteigern oder verkaufen wollen. Manche bezeichnen dabei unser Land in der Zeit nach 1947 als "Colonie Française". Zum Beispiel wird am 14. Dezember 2011 in ebay.fr (France) bei 9 Artikeln von drei verschiedenen Anbietern diese falsche Länderbezeichnung verwendet. Die Abblildung rechts ist ein Muster dafür. - Das Saarland war
nie eine Kolonie; es ist aber möglich, dass der eine oder andere französische Politiker es nach dem 2. Weltkrieg möglicherweise gerne zu einer solchen gemacht hätte. Offen ausgesprochen wurde es damals jedenfalls nicht.
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Fußnoten:
[1] Vgl. Gergard Bungert in Saarland-Lexikon.de unter Sprache und Sprüche, Saarland-Wörterbuch, Stichwort Muffländer.
[2] Mitteilung von Wolfgang Linnenberger am 14.09.2011. Er erinnert sich sehr gut daran, dass sein Großvater (er starb 1956) ihm zu Lebzeiten häufig davon erzählt hat.
[3] Rhein-Zeitung, Koblenz. Antwort auf eine Leserfrage: "Warum nennt man die Saarländer auch Muffländer?".
[4] www.multi-board.com (Forum für Militärfahrzeuge, Biwak & Outdoortechnik, Polo GTI, und Mopeds), Posting von "SpPz Tobi", Ende 2011.
[5] Gerhard Bungert. Die heiligen Kühe der Saarländer. Lehnert Verlag. Saarbrücken, 1996, Seite 6.
[6] Siehe: Der Spiegel, Nr.20/2002 vom 13. Mai 2002, S. 58. Der Artikel ist hier zu lesen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22539442.html (zuletzt aufgerufen am 05.07.2012).
[7] Der Artikel ist für sprachlich Interessierte sehr aufschlussreich. Er erschien in der Universitätszeitschrift campus - Ausgabe 3, Juni 2001 und ist hier nachzulesen: http://www.uni-saarland.de/verwalt/presse/campus/2001/3/31-Universitas.html (zuletzt aufgerufen am 05.07.2012).
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B) Die Fahnen des Saarlandes
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a) von 1920 bis 1935 (unter Völkerbund-Verwaltung)
In der Völkerbundszeit war die Flagge des damaligen Saargebiets eine Trikolore, bestehend aus drei gleich großen Streifen in den Farben blau - weiß - schwarz. Damit sollte an die Fahnen der beiden ehemaligen deutschen Staaten Bayern (weiß-blau) und Preußen (schwarz-weiß) erinnert werden, zu denen jeweils ein Teil des Saargebiets
bis 1919 gehört hatte. Das Seitenverhältnis der Fahne war 2:3.
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b) Während der Zugehörigkeit der Saar zum 3. Reich (1935 bis 1945)
gab es keine eigene Saarflagge und auch kein Saar-Wappen. Die Fahnen des Deutschen Reiches wurden auch im Land an der Saar gehisst.
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c) Die Saar-Flagge zur Zeit der Autonomie (1948 - 1956)
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Die Schwarz/Weiß-Zeichnung links und der Text
(oben) sind aus dem Amtsblatt des Saarlandes
Nr 49/1948, Seite 726.
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In der 9. Sitzung der Verfassungskommission am 7. Juli 1947 unterbreitete Johannes Hoffmann den Vorschlag der CVP, dass die Landesfahne aus einem "weißen Kreuz auf blau-rotem Grund" bestehen sollte. Diese Vorgabe wurde im Gesetz über die Flagge des Saarlandes vom 16.06.1948 übernommen, und Farben, Dimensionen und Anordnung der Felder darin beschrieben(siehe rechts). Das christliche Symbol des Kreuzes wurde mit den drei
Farben Blau, Weiß, Rot der französischen Trikolore kombiniert. Durch die Wahl dieser drei Farben sollte die Bindung des Landes an Frankreich symbolisiert werden. Die Idee für die Gestaltung der Fahne soll Johannes Hoffmanns Ehefrau Frieda gehabt haben.
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Das Seitenverhältnis der Flagge ist 2:3, oder genauer: (2+1+2) : (2,5+1+4). Das Kreuz wird in der Flaggenkunde "skandinavisches Kreuz" genannt. Seine beiden Balken sind jeweils halb so breit wie die Schmalseite eines der Farbfelder. Wenn die Fahne als Hissflagge aufgehängt wurde (also waagerecht), waren die blauen Felder dem Mast zugewendet, bei Anordnung
als Bannerflagge (senkrecht), zeigten sie nach oben.
Ganz unten auf dieser Seite sehen Sie in voller Größe diese drei zeitgenössischen Wimpel mit der Saarflagge: 
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Möglicher Vorläufer der Saar-Flagge (1946/47)
Schon in der am 8. November 1947 verabschiedeten Verfassung wird in Artikel 61 verfügt, dass die Fahne des Landes "aus einem weißen Kreuz auf blauen Grund" besteht. Die beiden hier gezeigten Flaggen entsprechen bereits dieser Bestimmung und können deshalb als mögliche frühe Versionen der Fahne angesehen werden, die sich allerdings in
Dimension und Anordnung der Farbfelder von der endgültigen Fahne unterscheiden.
Die eine "Vorläuferversion" ist auf der Internet-Seite Flags of the World (FOTW) abgebildet (Abb. rechts). Im Unterschied zur endgültigen Flagge sind aber hier die Balken des weißen Kreuzes im Verhältnis
zu den Farbfeldern etwas breiter als dort, und alle vier Farbfelder sind untereinander gleich groß. Pascal Vagnat vermutet auf FOTW, dass dies die
Flagge des Mouvement pour le rattachement de la Sarre war (MRS; Näheres darüber auf der Seite Parteien), und da viele Saar-Politiker nach dem Krieg Mitglieder des MRS waren, habe man sie später als Emblem für das
autonome Saarland übernommen. Andere Mitarbeiter an der FOTW-Seite meinen jedoch, dass die Existenz einer solchen "Vorläufer-Flagge" zweifelhaft" sei.
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Etwa so soll die vermutliche MRS-Fahne gemäß FOTW ausgesehen haben.
(Bild von Santiago Dotor)
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Die zweite Version eines "Vorläufers" wurde in der französischen Zeitschrift Images du Monde, Ausgabe vom 30. September 1947, abgebildet, und zwar in einem Artikel über
das Saarland und seine wirtschaftliche Attraktivität für Frankreich, der auch zahlreiche Fotos aus unserem Land enthält. Hier sind allerdings die Balken des weißen Kreuzes im Verhältnis zu den Farbfeldern noch breiter als in der FOTW-Version, und die Farben der vier Felder sind anders verteilt: Die beiden oberen Felder sind hier blau, die unteren rot. (Wenn man das Ganze um 90° nach links dreht, stimmt die Anordnung der Farben wieder mit der FOTW-Version überein, aber die Geometrie
ist anders).
Da die Abbildung im September 1947, also gut zwei Monate nach JoHos Vorschlag in der Verfassungskommission abgedruckt und in einem seriös erscheinenden Artikel als "neue Fahne eines neuen Landes" bezeichnet wurde, kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Vorläufer der offiziellen Flagge handelte.
Titelseite der Zeitschrift
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Übersetzung:
"Eine neue Fahne, ein neues
Land im Herzen Europas"
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Seite 3 der Zeitschrift Images du Monde vom 30.9.1947: Die Abbildung der "neuen Fahne" und das Foto zieren die Einleitung zu einem Artikel über das Saarland und seine wirtschaftliche
Bedeutung für Frankreich.
Übersetzung des Textes im roten Pfeil: "Zweihundertmal kleiner als Frankreich, ungeheuer reich...". Bildunterschrift: "Aus einem Wald von Schornsteinen steigt der Rauch. Ein Drittel unserer (also der französischen!) Stahlproduktion wird in dieser
Region hergestellt."
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Frage an unsere Leser: Weiß jemand mehr über diesen Vorläufer der Saarflagge? Kennt jemand andere Abbildungen davon?
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d) Die Saarland-Flagge seit 1957 (Bundesland Saarland)
Seit dem 1.Jan. 1957 besteht die Fahne des Bundeslandes Saarland aus drei gleich breiten Querstreifen in den Farben Schwarz-Rot-Gold der Bundesflagge. Sie trägt in der Mitte das Saarlandwappen, das mittig auf dem roten Streifen steht und je bis zur Hälfte in den schwarzen und in den goldenen Streifen übergreift. Das Seitenverhältnis der Flagge
ist
3:5.
Bei der Hissflagge (waagerecht) ist die Seite des Wappens mit dem silbernen Löwen auf blauem Grund dem Mast zugewendet. Wenn die Flagge als Bannerfahne aufgehängt wird, stehen die Farbstreifen senkrecht, und das Wappen steht aufrecht, die Seite des Wappens mit dem silbernen Löwen auf blauem Grund zeigt dann zu dem schwarzen Feld.
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(Näheres zu dem in der Fahne abgebildeten Wappen siehe unten unter C,d)
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Die Einzelheiten der Landesfahne werden beschrieben im Gesetz Nr. 508 vom 9. Juli 1956, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes Nr. 95 vom 10.09.1956, Seite 1213 und 1215.
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Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zur Verwendung von Flaggen und Wappen, weiter unten, am Ende von Abschnitt C).
C) Die Landeswappen des Saarlandes
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Hinweis: In der Heraldik (Wappenkunde) beziehen sich bei der Beschreibung eines Wappens die Seiten- angaben "rechts" und "links"
nicht auf die Sicht eines Betrachters von vorne, sondern auf diejenige eines Wappenträgers, der das Wappen wie einen Schild vor seinem Körper hält.
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a) von 1920 bis 1935

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Das Wappen des Saargebiets unter Völkerbundverwaltung
Das Wappen bestand aus einem Geviert, das rechts oben ein silbernes Zugrad mit zwei gekreuzten Schlägeln im schwarzen Feld enthielt, links oben eine rote Rose im silbernen Feld, rechts unten eine aufgehende goldene Sonne über blauen Wolken im silbernen Feld und links unten einen silbernen Löwen mit vier Kreuzen im blauen Feld.
(Nach der Verordnung betreffend das Wappen des Saargebiets vom 28. Juli 1920, veröffentlicht im Amtsblatt der Regierungs- Kommission, S. 43). Abbildung: Pierre Audité; lizenziert gemäß http://creativecommons.org/licenses /by-sa/3.0/deed.de
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b) von
1946 bis 1948

Wappen des Saarlandes von
1946 bis zum 13.12.1948
Nachdem das Saarland aus der
französischen Besatzungszone ausgegliedert worden
war, wurde für nur zwei Jahre eine abgewandelte Form des kleinen Saarbrücker Stadtwappens ("Siegelwappen", 1911-1973) als neues Landeswappen eingeführt.
Es zeigte oben eine rote Rose auf silbernem Grund
(für den Stadtteil St. Johann), daneben
Schlägel und Eisen, gekreuzt über einer Zange, auf
silbernem Grund (Stadtteile Malstatt-Burbach), darunter
einen silbernen Löwen und vier Tatzenkreuze auf
blauem Grund. Das Saarbrücker
Siegelwappen war noch von einem schwarz-silbern gestückten
Schildrand umgeben.
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c) von
1948 bis 1956

Wappen des autonomen Saarlandes, vom
14.12.1948 bis 1956
Dieses Wappen war
aus einem Preisausschreiben hervorge-
gangen (Einzelheiten
siehe weiter unten). Man wollte nicht auf ein früheres
Wappen zurückgreifen, sondern etwas ganz Neues
schaffen. Das daraus resultierende Wappen bestand aus der Landesflagge, die in einen Schild mit einem schmalen silbernen Schildrand gesetzt wurde, und einer darüber befindlichen roten Brückenkrone, die als "Brücke
der Verständigung" die europäische Mittlerstellung des Saarlandes zwischen Frankreich und
Deutschland symbolisieren sollte.
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Bearbeitung des Wappens a) und Zeichnung des Wappens c) (gemäß den Vorgaben des Gesetzes über das Landeswappen, siehe unten): Fritz Stöhr, Dillingen, 2012.
Die heutigen Ausführungen des Wappens, die man auf Aufklebern oder in verschiedenen Veröffentlichungen findet (siehe ganz unten auf dieser Seite), sind leider häufig fehlerhaft in Bezug auf die Proportionen seiner einzelnen Teile. Im Wappengesetz (s. unten) wurden diese genau festgelegt. So ist z.B. das Verhältnis der Länge zur Breite des Wappenschildes mit 5 : 4 vorgeschrieben, und auch die Größenverhältnisse der Farbfelder, des weißen Kreuzes und der Randstreifen sowie der Brücke zueinander werden exakt definiert. In unserem oben abgebildeten Entwurf von Friedrich Stöhr sind diese Vorgaben so genau wie möglich eingehalten worden. Daher empfehlen wir, falls Sie das Wappen irgendwo verwenden möchten, sich an diese Vorlage zu halten. Sie können die Zeichnung (auch in hoher Auflösung) von Saar-Nostalgie auf Anforderung erhalten (> Kontakt).
In dem Gesetz vom 14. Dezember 1948 wurde das Aussehen
des Landeswappens wie folgt festgelegt:

(Amtsblatt des Saarlandes Nr. 95 von 1948, Seite 1549) Sammlung Gerd Schulthess.
Einzelheiten zu dem Wappen-Preisausschreiben von 1948: Es wurde im Februar von der Regierung des Saarlandes veranstaltet. Dabei war als Symbol des Hoheitszeichens eine "Brücke mit Taube" vorgegeben. Der 1. Preis (10.000 frs.) ging im April an den Grafiker Helmut Beck, der 2. Preis (5.000 frs.) an Walter Bauer, der 3. (3.000 frs.) an Josef Wack. Man hielt aber keinen der Entwürfe dafür geeignet, unverändert als Vorlage für das neue Wappen zu dienen. Deshalb beauftragte man Boris Kleint (Kunstprofessor an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken) und Arthur Kossow aus Schafbrücke mit der Ausarbeitung einer endgültigen Fassung, die aus Elementen der ersten beiden prämierten Entwürfe bestand. Von der in der Ausschreibung geforderten "Taube" war keine Rede mehr.
Zwei Schreiben des Staatssekretärs Edgar Hector mit den Ergebnissen des Preisausschreibens finden Sie auf > dieser Extraseite.
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Die Sportler des autonomen Saarlands trugen auf ihrer Sportkleidung bei internationalen Wettkämpfen (z.B. bei den Olympischen Spielen in Helsinki 1952) einen Aufnäher. Dem darauf abgebildeten Wappen fehlte aber die Brücke. Sie war durch die Bezeichnung SAAR ersetzt (Bild links)
Auf modernen Aufklebern mit dem alten Saarwappen (Bild rechts), die heutzutage viele Autobesitzer zur Erinnerung an das autonome Saarland an ihrem Fahrzeug anbringen, ist über der Brücke das Wort "SARRE" (manchmal auch "Saarland") eingedruckt. In dieser Verbindung wurde aber das Saarwappen früher nie verwendet. Ganz unten auf dieser Seite sehen Sie einige weitere Beispiele für solche modernen Aufkleber und einen Hinweis darauf, wo Sie diese heute noch kaufen können.
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d) Das Landeswappen seit 1957
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Das neue Wappen (das bis heute gültig ist) wurde durch das Gesetz über das Wappen des Saarlandes (Gesetz Nr. 509 vom 9. Juli 1956, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes Nr. 95 vom 10.09.1956 auf Seite 1213) eingeführt. Es trat am 1. Januar 1957, dem Datum des Beitrittes des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland, in Kraft.
Das Wappen greift zurück auf die Geschichte des Saarlandes und berücksichtigt die vier größten Territorien, zu denen das Gebiet unseres heutigen Landes vor der Französischen Revolution gehörte (siehe oben unter A!):
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Nassau-Saarbrücken:
gekrönter silberner Löwe mit neun weißen Fußspitz-Tatzenkreuzen auf hellblauem Grund.
Herzogtum Lothringen:
roter Schrägrechtsbalken mit drei gestümmelten silbernen Adlern (so genannten Alérions) auf goldenem Grund.
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Kurfürstentum Trier:
rotes geschliffenes Balkenkreuz
auf silbernem Grund.
Herzogtum Pfalz-Zweibrücken:
goldener Löwe mit roter Krone
und roter Bewehrung auf
schwarzem Grund.
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Literatur: Lehne, Kohler. Wappen des Saarlandes. Landes- und Kommunalwappen. 1. Auflage, Saarbrücken 1981.
Rechtlicher Hinweis zur Verwendung von Wappen und Flaggen (an Fahrzeugen, auf Internetseiten und Druckerzeugnissen):
1) Die Verwendung des derzeit gültigen offiziellen Landeswappens
ist nach § 3 Absatz 1 des Saarländischen Hoheitszeichengesetzes durch nicht führungsberechtigte Stellen verboten. Das Ministerium für Inneres und Sport kann von diesem Verbot nur unter sehr engen Voraussetzungen eine Ausnahme machen. Hierbei ist Folgendes zu berücksichtigen: Das Landeswappen als staatliches Hoheitszeichen ist besonders geschützt und darf grundsätzlich nur von Landesbehör- den geführt werden. Eine Verwendung des Wappens durch andere Institutionen oder Privatpersonen ist daher nicht zulässig. Insbesondere darf nicht der Eindruck einer staatlichen Maßnahme, Beteiligung oder Förderung entstehen. Zur Wahrung des Charakters des Landeswap- pens als staatliches Hoheitssymbol wird daher eine Genehmigung an Privatpersonen, Firmen, Verbände und Organisationen zur Verwen- dung des Landeswappens in Briefköpfen, Broschüren und sonstigen Druckerzeugnissen, auf Internet-Seiten sowie auf Gebrauchsgegen- ständen usw. nur unter sehr engen Voraussetzungen und ausnahmsweise erteilt.
Dennoch bestehen zwei Möglichkeiten, die Verbundenheit mit dem Saarland und die Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen: a) Im Jahre 2005 wurde ein kosten- und genehmigungsfreies neues Saarland-Symbol geschaffen, das von jedermann benutzt werden darf (siehe Abbildung über diesem Hinweis!). Es hat das Aussehen eines stark vereinfachten Saarlandwappens, das mit der Landesbe- zeichnung „Saarland“ verbunden ist. Das Symbol darf nicht verändert oder verfremdet werden. Im Internet kann es unter www.saarland.de/10151.htm heruntergeladen werden.
b) Alternativ kann auch kosten- und genehmigungsfrei von jedermann die Landesflagge verwendet werden.
2) In der Vergangenheit verwendete historische Wappen des Saarlandes
unterfallen nicht dem Saarländischen Hoheitszeichengesetz und dürfen deshalb grundsätzlich verwendet werden. Hierzu gehören demnach auch das Wappen des Saarstaats von 1947 bis 1956 (siehe oben, unter Cc) und alle anderen auf dieser Seite abgebildeten Wappen. Auch das Anbringen dieser Wappen auf Fahrzeugen usw. ist daher gestattet.
Die Wappen der saarländischen Gemeinden, Landkreise und des Regionalverbandes Saarbrücken dürfen von Dritten nur mit Genehmigung der Gemeinden, Landkreise bzw. des Regionalverbandes verwendet werden (§ 3 Absatz 1, § 142 Absatz 1, § 196 Absatz 1 Kommunalselbstverwaltungsgesetz).
Nach § 90a Absatz 1 Nummer 2 des Strafgesetzbuches wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundes- republik Deutschland oder einer ihrer Länder verunglimpft.
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D) Die Siegel des Saarlandes von 1949 - 1956
Gesetz Nr. 119 über die Siegel des Saarlandes (Landessiegelordnung)
vom 30. Juni 1949. Amtsblatt Nr. 56 (S), Seite 710.
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Im Gesetz über die Siegel
des Saarlandes vom 30.6.49 wurden das Aussehen und die
Größe der verschiedenen Siegel des neu gegründeten
Saar-Staats festgelegt. |

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In der Anlage zum Gesetz wurde
für
das Staatssiegel und das große
Landessiegel ein Durchmesser von 48 mm, für das
kleine Landessiegel ein solcher von 36 mm bestimmt. |
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E) Hymnen und Lieder
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Schon seit dem 16. Jahrhundert
wurde das alte Steigerlied "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt" (s. unten, Text a) in allen deutschen Bergbaugebieten als das Lied der Bergleute gesungen. Sein Ursprung lag wohl im Erzgebirge. 1920 dichtete Hanns
Maria Lux (1900 - 1967)zusammen mit einer Schulklasse einen neuen Text zu derselben Melodie. Damals war das Saargebiet gerade vom Deutschen Reich abgetrennt und unter das Mandat des Völkerbunds gestellt worden. Bis es 1935 wieder an Deutschland angeschlossen wurde, sangen die Menschen dort gerne den neuen Text "Deutsch
ist die Saar, deutsch immerdar" (Text b). Es war aber ursprünglich nicht etwa als Nazi-Lied verfasst worden, denn Lux soll sich schon früh gegen die Nazis gestellt haben. (Siehe dazu: http://www.saarlied.de/)
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a) Das Steigerlied
(Dieser Text stellt die überlieferte
Urform aus dem 16. Jahrhundert dar.)
Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.
Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
schon angezündt', schon angezündt'.
Schon angezündt'! Das gibt ein'n Schein,
und damit so fahren wir bei der Nacht
und damit so fahren wir bei der Nacht
ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.
Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut' sein,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht
aus Felsgestein, aus Felsgestein.
Aus Felsenstein, hau'n wir das Gold,
doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht,
doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht,
dem sein wir hold, dem sein wir hold.
Ade, nun ade! Lieb' Schätzelein!
Und da drunten in dem tiefen finst'ren Schacht, bei der Nacht,
Und da drunten in dem tiefen finst'ren Schacht, bei der Nacht,
da denk' ich dein, da denk' ich dein.
Und kehr ich heim, zum Schätzelein,
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,
Glück auf, Glück auf! Glück auf, Glück auf!
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b) Das Saar-Lied:
Deutsch ist die Saar
Text von Hanns Maria Lux, 1920
auf die Melodie des Steigerlieds
(siehe linke Spalte)
Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar!
Und deutsch ist unsres Flusses Strand
und ewig deutsch mein Heimatland,
mein Heimatland, mein Heimatland.
Deutsch bis zum Grab, Mägdelein und Knab,
und deutsch das Lied und deutsch das Wort,
und deutsch der Berge schwarzer Hort,
der Berge schwarzer, schwarzer Hort
Deutsch schlägt das Herz, stets himmelwärts
deutsch schlug's als uns das Glück gelacht,
deutsch schlägt es auch in Leid und Nacht,
in Leid und Nacht, in Leid und Nacht
Reicht euch die Hand, schlinget ein Band
um junges Volk, das deutsch sich nennt,
in dem die heiße Sehnsucht brennt
nach dir, o Mutter, nach dir, nach dir!
Ihr Himmel hört, ganz Saarvolk schwört,
lasset uns es in den Himmel schrein:
Wir wollen niemals Knechte sein,
wir wollen ewig Deutsche sein!
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Der Text des Steigerlieds ist auch auf unserer Bergbau-Seite (ziemlich unten) zu finden, mit zwei
zusätzlichen Strophen und hübschen Illustrationen aus dem Bergbaubereich.
Mehr über den Autor des Saarlieds ("Deutsch ist die Saar"), Hanns-Maria Lux, finden Sie auf www.saarlied.de.
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Hinweis: Zwei Pausenzeichen
des Saarländischen Rundfunks bestanden
aus der Melodie der zweiten Zeile des
Steigerlieds ("... und er hat sein helles Licht bei der Nacht...")
Das eine gehörte zum
1.Programm ab Anfang der 60er Jahre und zur Europawelle: (Anhören)
Das andere kennzeichnete das 2. Hörfunkprogramm des SR, das 1956 startete: (Anhören)
Für jüngere Leser:
Pausenzeichen
wurden früher in den Sendepausen eines Rundfunksenders gespielt,
damit man auf der Radioskala einen Sender auch finden
und erkennen konnte, wenn kein Programm ausgestrahlt
wurde. Mehr über Pausenzeichen im Allgemeinen und alle Zeichen von Radio Saarbrücken und des SR finden Sie hier. |
Das Lied "Deutsch ist die Saar" war zu manchen Zeiten die inoffizielle Saarhymne. Es gab aber auch eine offizielle Nationalhymne:
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c) Die Saarländische
Nationalhymne - Das Saarlandlied / Saarlied
Die offizielle Nationalhymne des Saarlandes geht auf ein Lied zurück, das Richard Limberger 1892 über das
"Land der Saar" geschrieben hatte. Es wurde 1921 von Karl Hogrebe, einem Musiklehrer aus Saarbrücken, vertont.
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Hier können Sie eine instrumentale Fassung der Nationalhymne hören.
Etwa so wurde sie z. B. bei Sportveranstaltungen gespielt:
(Anhören)
(Aufnahme des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen
CD Deutsche Lieder und Hymnen - Jahr 2000)
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Der Originaltext des Liedes von R. Limberger lautet:
(Gesungene Aufnahme der 1. und 2. Strophe mit dem Düppenweiler Kinderchor)
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Ich weiß wohl ein liebliches, freundliches
Tal, von waldigen Bergen umgeben, da blitzen
die Wellen im Sonnenstrahl, es blühn auf den
Hügeln die Reben und Dörfer und Städte
auf grünender Flur, und Menschen von kernigem Schlage: Das ist
meine Heimat im Lande der Saar, laut preis ich sie all meine Tage. Das ist
meine Heimat im Lande der Saar, Laut preis ich sie all meine Tage. |
Wer
einmal gewandert am Ufer der Saar und einmal den
Saarwein getrunken, wem einmal die Blicke der Mädchen
so klar in glühende Seele gesunken,
der zieht nicht mehr weiter, es sagt ihm so wahr
das Herz mit gewaltigem Schlage: Hier ist meine
Heimat am Strande der Saar laut preis ich sie all
meine Tage!
Hier
ist meine Heimat am Strande der Saar laut preis
ich sie all meine Tage! |
O Saartal, du Kleinod von strahlender Pracht du Grenzmark der deutschen Gefilde, wir halten in Treue wohl über dich Wacht es dient jede Brust dir zum Schilde! So kling es denn stolz in die Lande hinaus
wenn freudigen Herzens ich sage: Hier ist meine Heimat am Strande der Saar laut preis ich sie all meine Tage!
Hier ist meine Heimat am Strande der Saar laut preis ich sie all meine Tage
Die Regierung unter Johannes Hoffmann änderte 1950 die ersten vier Zeilen der ursprünglichen dritten Strophe um, weil ihr Text sich allzu deutlich
zu Deutschland bekannte. Statt dessen wurde ein neuer Text in Auftrag gegeben, der besser zu der frankreichfreundlichen Politik passte. Die zweite Strophe wurde ab 1950 meist weggelassen.
Die so entstandene "neue" Nationalhymne wurde erstmals am 14. Dezember 1950 zur Feier des Saarländischen Verfassungstages gesungen. Außerdem wurde sie bei den Spielen der saarländischen Fußballnationalmannschaft und bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki aufgeführt. Trotzdem war sie bei den meisten Saarländern weder sehr bekannt noch beliebt.
Nach der Volksbefragung 1955 war sie so gut wie gar nicht mehr zu hören, weil sie zu sehr mit der Regierung Hoffmann in Zusammenhang gebracht wurde. Sie ist aber auch nach der Rückgliederung des Saarlandes an Deutschland als "Nationalhymne" nie außer Kraft gesetzt worden.
Text ab 1950:
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Ich weiß, wo ein liebliches, freundliches
Tal, von waldigen Bergen umgeben, da blitzen
die Wellen im Sonnenstrahl, es blühn auf den
Hügeln die Reben und Dörfer und Städte
auf grünender Flur, und Menschen von kernigem Schlage: Das ist
meine Heimat im Lande der Saar, laut preis ich sie all'meine Tage. Das ist
meine Heimat im Lande der Saar, Laut preis ich sie all meine Tage. |
O Saarland, du Kleinod von strahlendem Glanz, O Land, du, von Kohle und Eisen, Dir will ich gehören, dir weihen mich ganz, Nichts soll mich dir fürder entreißen. So kling es denn stolz in die Lande hinaus wenn freudigen Herzens ich sage:
Hier ist meine Heimat im Lande der Saar laut preis ich sie all meine Tage! Hier ist meine Heimat im Lande der Saar
laut preis ich sie all meine Tage.
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Die Melodie der Hymne kann man sich unter dem folgenden Link kostenlos bei YouTube anhören (vielen Dank an Armin Weber für den Hinweis!): http://www.youtube.com/watch?v=ARsxM6MaKlI. Interessant sind auch die dort unter "Textkommentare" abgegebenen sehr kontroversen Ansichten verschiedener YouTube-Besucher über die "Selbstständigkeit" des Saarlandes.
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Die neue dritte
Strophe noch einmal, mit Noten:

Die satirische Zeitschrift "Der TINTENFISCH" machte sich lustig über
die Hymne, indem sie eine ihrer Zeilen ein wenig
umdichtete:

Neuer Text ab 2003:
Im Jahr 2002 ließ das saarländische
Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft
in einem Wettbewerb einen neuen Text für das Saarlandlied
zu der alten Melodie suchen. Gewinner war Gerhard Tänzer aus Berus.
Das so entstandene "neue" Saarlandlied sollte ursprüglich
bei feierlichen Anlässen und zur Repräsentation
des Saarlandes gespielt werden. Es kam und kommt in Wirklichkeit jedoch nur sehr selten zur Aufführung.
Der neue Text des Saarlandliedes lautet seit 2003:
*)
Ich
rühm' dich, du freundliches Land an der Saar,
von friedlichen Grenzen umgeben. Nie wieder bedrohe
dich Krieg und Gefahr, in dir möcht' ich immerzu
leben. Und gibst du uns Arbeit, so hat's keine
Not, wir werden die Mühen nicht scheuen,
und Feste auch feiern zum täglichen Brot,
denn du, unser Land, sollst uns freuen.
*) Tondokument: Saarland
- Die Hymne (2003), bearbeitet von Friedel Hary für 3-stimmigen Männerchor. Ensemble: Chor der
Hochschule für Musik und Theater, Saarbrücken, Leitung Andreas Göpfert. Produktion: Saarländischer
Rundfunk
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d) Saarhymne von
Johannes Kirschweng, um 1947 (Melodie: Josef Reichert)
Der aus Wadgassen stammende Dichter und Schriftsteller Johannes Kirschweng (mehr über ihn auf der Seite Literaturszene) hat die folgende Saarhymne geschrieben. Sie fehlt allerdings in der Neuausgabe der Werke Kirschwengs.
Weißes Kreuz in Blau und Rot - Glaube zwischen Gott und Erde
Blüte, Frucht und Wein und Brot - Eins und Alles, Hirt uns Herde.
Was wir haben, was wir sind, glüht die Fahne treu zusammen.
Mann und Weib und Greis und Kind - Morgenrot und Abendflammen.
Jeder, der zu uns gehört, den das Land im Leid geboren,
gläubig auf das Zeichen schwört, das als Freie wir erkoren.
Weißes Kreuz in Blau und Rot - Glaube hoch bis in die Sterne,
Saarland, Freiheit, Licht und Brot, Liebe aller Näh' und Ferne.
Mit "Weißes Kreuz auf Blau und Rot" bezieht sich Kirschweng auf die Landesfahne des damals neu gegründeten Saarstaats.
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(Quelle: Siegfried Bach. Zeit und Zeitung. Die Region Wadgassen-Bous im Spiegel der Zeit zwischen 1913 und 1990. Wadgassen 2000, Seite 805.)
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ANHANG zu Punkt B c): Zeitgenössische Wimpel mit der Saarflagge
Die folgenden Abbildungen zeigen drei Wimpel aus der Zeit des autonomen Saarlands, die die Saarflagge beinhalten. Sie stammen aus der Sammlung von Gerd Schulthess, St. Ingbert (Tel. 06894 - 6231). Der Wimpel rechts außen zierte lange sein NSU-Fahrrad, später seine Vélosolex.
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ANHANG zu Punkt C b): Moderne Ausführungen des Saar-Wappens
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Für diese vier modernen Wappen-Aufkleber gab es zur Saarstaat-Zeit in den 40er/50er Jahren keine Vorbilder. Sie wurden erst in den letzten beiden Jahrzehnten kreiert und enthalten jeweils einen Schriftzug mit einer Landesbezeichnung (Saarland oder [La] Sarre). Zu Zeiten des autonomen Saarlands war es nicht üblich, einen Landesnamen über dem Wappen anzubringen. Einzige Ausnahme
waren die Aufnäher für die Kleidung der saarländischen Sportler, die über dem Wappen anstelle der Brücke das Wort "SAAR" trugen (siehe oben unter Punkt C, b und im Kapitel Olympia 1952).
Die hier gezeigten Wappen entstanden wie folgt:
1988 hat Gerd Schulthess aus
St. Ingbert einen Aufkleber (Bild 1) mit dem Wappen
nach dem Muster der Originalzeichnung auf der Broschüre
"Wille und Weg des Saarlandes" und mit dem Schriftzug
"Saarland" bei der Fa. Mock in Scheidt herstellen
lassen und unters Volk gebracht. Etwas später hat
der Betreiber von Jacques' Weindepot in der Saarbrücker
Halbergstaße diesen Aufkleber nachdrucken lassen,
aber dabei "Saarland" durch "Sarre"
ersetzt (Bild 2). Man konnte ihn lange Zeit bei ihm
kaufen, und sie zieren heute noch viele Autohecks im
Saarland und anderswo. Sogar am Heck eines Bootes konnte man ihn 2007 im Saarbrücker Yachthafen sehen.
Den Aufkleber im Bild 3 gab es lange Zeit in Saarbrücken zu kaufen. Leider ist bei diesem Modell das Wappen im unteren Teil "missglückt", denn der Halbkreis sitzt zu tief und hat den falschen
Radius. Woher der Aufkleber in Bild 4 (mit "La Sarre")
stammt, ist nicht bekannt. (Autoaufkleber gibt es z.Zt. - August 2012 - z.B. bei der Firma Stempel Ernst, Eisenbahnstraße 58 in Saarbrücken zu kaufen; sie ähneln dem oben in Bild 2 gezeigten und sind in Groß und Klein zu haben).

Auf dem Foto rechts ist ein Wappen aus Metall
mit "Sarre"
zu sehen, bei dem aber die Abbildung der Brücke fehlt.
Michael Lohrmann aus Saarbrücken berichtet zu seiner Entstehung folgendes: "Ein Bekannter von mir ließ diese Teile 1994/95 in England anfertigen,
exklusiv für den Volvo-Stammtisch Saar. Dieses
Saar-Wappen sollte die Kühlergrills unserer alten
Volvos zieren, die Auflage betrug ca. 50 Stück.
Wir mussten ewige Zeiten warten, bis diese Teile aus
England geliefert wurden und dann mussten wir mit Schrecken
feststellen, dass die Brücke fehlte. Eine Reklamation
in England war sinnlos, deshalb kam das Wappen eben
ohne Brücke in Umlauf und an unsere alten Volvos."
(Herzlichen Dank für diesen Bericht und die Überlassung eines intakten Exemplars.) -
Den kleinen Anstecker ("Pin") im Foto links (er ist noch
keine 14 mm hoch) konnte man vor einigen Jahren eine
Zeitlang in Saarbrücken kaufen.
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Diese Seite wurde begonnen 2008 und zuletzt bearbeitet am 19.5.2013
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