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Saarländisches Geld

und was man dafür kaufen konnte 

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Inhalt dieser Seite:

 

A) Die verschiedenen Währungen:

1) Reichsmark  2) Saar-Mark  3) Französische Francs  4) D-Mark

 

B) Was man mit dem Geld jeweils kaufen konnte

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|  Hier gibt es mehr Details über:  Saar-Mark-Scheine

|                                                   Saar-Franken-Münzen

 

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Vorgeschichte:  Während der Völkerbundverwaltung des Saargebiets war vom 1. Juni 1923 bis zum 28. Februar 1935 der französische Franc alleiniges Zahlungsmittel im Land. Nach dem Anschluss an Hitlerdeutschland (am 1.3.1935) galt auch im Saarland die Reichsmark. Man erhielt damals für einen Franken 0,1645 RM.

 

 

 

A) Die verschiedenen Währungen im Saarland

 

 

Seit dem 2. Weltkrieg waren im Saarland nicht weniger als vier verschiedene Währungen gesetzliches Zahlungsmittel:

           

 

 

1) Reichsmark (RM)  bis zum 16. Juni 1947

 

 

Nach dem Kriegsende im März 1945 blieb im Saarland die Reichsmark (RM) zunächst auch während der Besetzung durch die Amerikaner und (ab Juli 1945) durch die Franzosen gesetzliches Zahlungsmittel an der Saar. Schon bevor Frankreich das Saarland im August 1945 aus der französischen Besatzungszone ausgliederte, war im Saarland der Geld- und Kapitalverkehr mit den übrigen deutschen Besatzungszonen und sogar mit dem Rest der französischen Zone generell verboten. Dies war eine erste Maßnahme der Franzosen, das Saarland gegen das übrige Deutschland abzuschotten.

 

Am 16. Juni 1947 wurde die Reichsmark im Saarland außer Kraft gesetzt. Sämtliche Reichsbanknoten und Rentenbankscheine und die von den Alliierten ausgegebenen Banknoten verloren ihre Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel und wurden eingezogen. Auch die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke mussten abgeliefert werden, ihr Besitz war danach sogar verboten. Allerdings behielten die im Land vorhandenen deutschen Scheidemünzen zu 1, 5, 10 und 50 RPf ihre Gültigkeit bis zur Einführung des französische Franken am 20.11.1947. In den drei anderen westlichen Besatzungszonen in Deutschland wurde übrigens die Reichs- bzw. Rentenmark erst ein Jahr später abgelöst, nämlich als am 20. Juni 1948 die D-Mark eingeführt wurde (dies war etwa ein Jahr vor der Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949).

 

 

 

2) Saar-Mark (SM)  vom 16. Juni bis 20. November 1947

 

 

Mit Dekret vom 4. Juni 1947 beschloss die französische Regierung, die Reichsmark im Saarland außer Kraft zu setzen und für eine kurze Übergangszeit eine Zwischenwährung einzuführen. Und so wurde am 16. Juni 1947 von der Mission Économique Française en Sarre die Saar-Mark (SM) ausgegeben. Damit sollte die Abtrennung des Saarlandes vom übrigen Deutschland eingeleitet und sein wirtschaftlicher Anschluss an Frankreich vorbereitet werden. Außerdem wollte man sich auf diese Weise vor der später geplanten Einführung des französischen Franken im Saarland einen Überblick darüber verschaffen, wie viele Reichsmark die Saarländer noch besaßen. Es durften auch nur im Saarland Ansässige ihre Reichsmark in Saarmark umtauschen. Damit sollte verhindert werden, dass gebietsfremde Spekulanten am Währungswechsel Geld verdienten, indem sie Reichsmarkbestände aus den übrigen Besatzungszonen ins Saarland brachten, um sie in Saar-Mark und später in Franken umzutauschen.

 

Zum Kurs 1:1 konnten Bewohner des Saarlands ihre Reichsmark nun gegen die neu geschaffenen Saarmark-Scheine umtauschen; auch Rentenmark und Mark der Allierten Militärbehörde wurden angenommen. Anfangs wurden allerdings nur Beträge bis zu einer Höchstsumme von 300 SM pro Haushaltsvorstand umgetauscht, dazu kamen 100 SM für jedes weitere Mitglied des Haushalts (Ehefrau und noch nicht volljährige Kinder). Wenn man darüber hinaus noch weitere RM-Bestände hatte, wurden auf den Namen des Inhabers lautende Quittungen ausgestellt, die bis spätestens 1. Juli 1947 auf einem eigens dafür eröffneten Bankkonto gutgeschrieben wurden. Es wurde ein Gesamtbetrag von knapp einer Milliarde Mark als Umtauschmasse ermittelt (einige Quellen sprechen von 2 Milliarden Mark).

 

  

   Große Abbildungen aller Saar-     Mark-Scheine finden Sie hier.

 

 

Während der Zeit der Saar-Mark gab es keine neuen Münzen. Stattdessen behielten die alten deutschen Geldstücke (1 bis 50 RPf) weiter Gültigkeit. Neu waren nur die Geldscheine, die die Besonderheit aufwiesen, dass sie zweisprachig bedruckt waren. (Mehr Einzelheiten über die Banknoten finden Sie hier.)

 

Die Saar-Mark war nur gut fünf Monate lang offizielles Zahlungsmittel im Land, nämlich bis zum 20. November 1947. Danach wurde sie in Französische Francs umgetauscht. Sie konnte aber noch bis zum 14. (oder 20.?) Januar 1948 für Zahlungen verwendet und bis zum 30. Juni 1948 bei der Saarländischen Rediskontbank in Franken eingewechselt werden.

 

 

 

 

3) Französische bzw. saarländische Franken (Frs.) vom 20. Nov. 1947 bis 5. Juli 1959

 

 

Nur 5 Monate nach ihrer Einführung wurde die Saar-Mark schon wieder abgelöst, nachdem man im französischen Parlament am 14.11.1947 mit fast 3/4-Mehrheit die Gesetzesvorlage (siehe weiter unten!) zur endgültigen Währungsumstellung auf den französischen Franken im Saarland beschlossen hatte. Dieser wurde damit am 20. November 1947 wieder zum einzigen gültigen Zahlungsmittel im Saarland, das er ja schon einmal war, nämlich von 1923 bis 1935, als das damalige Saargebiet vom Völkerbund verwaltet wurde. Mit der Wiedereinführung des Franken Ende 1947 sollte demonstriert werden, dass das Saarland nun endgültig von Deutschland wirtschaftlich unabhängig war. Die Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich wurde schließlich am 30. März 1948 offiziell vollzogen.

 

Am 20. November 1947 verloren auch die alten Reichspfennig-Münzen ihre Gültigkeit im Saarland. Dafür wurden alle französischen Münzen gleichzeitig mit sämtlichen in Frankreich gültigen Banknoten uneingeschränkt gesetzliches Zahlungsmittel an der Saar. Insgesamt wurden etwa 18 Milliarden Francs in Umlauf gebracht. Der Umtauschkurs wurde enttäuschend niedrig angesetzt: Man erhielt nur 20 Franken für eine Saar-Mark. Dies entsprach nicht der damaligen Marktlage und wurde von vielen als ungerecht empfunden. Die Kaufkraft der Saar-Mark war in Wirklichkeit mindestens doppelt so hoch und betrug etwa 40 bis 50 Franken je Mark. Der Kurs wurde so niedrig angesetzt, weil man sonst mit Protesten der Lothringer und Elsässer rechnen musste, die 1944 ebenfalls einen im Vergleich zum Marktwert schlechteren Umtauschkurs in Kauf nehmen mussten. Die Verluste, die nun die Saarländer bei der Währungsumstellung erlitten, waren aber nicht so hoch wie diejenigen, die die Bewohner der drei deutschen Westzonen im Juni 1948 bei der Währungsreform hinnehmen mussten. Außerdem waren sie durch den früheren Termin der Währungsumstellung an der Saar im Vorteil gegenüber den anderen Besatzungszonen.

 

Für die zum Tausch eingelieferten Saar-Mark-Noten erhielt man sofort neues Bargeld, während die Einlagen auf Bankkonten zunächst einer Teilblockierung unterlagen. Mit Hilfe dieser Maßnahme sollte die Nachfrage gedrosselt werden, weil das Warenangebot damals noch sehr gering war.

 

Im Art. 1 des Gesetzes Nr. 47-2158 vom 15. November 1947 hieß es:

"Die französische Regierung ist ermächtigt, im Saarland den französischen Franken als Währung einzuführen. Ein Erlaß wird die Bedingungen festlegen, unter denen der Umtausch der Zahlungsmittel und die Konvertierung der Schulden und Spareinlagen zu erfolgen hat."

(Für eine größere Ansicht von Vorder- und Rückseiten der Münzen bitte auf das Bild klicken!).

 

Im täglichen Gebrauch wurden im Saarland mehrere verschiedene Abkürzungen für die neue Währung verwendet, alle entweder mit oder ohne Punkt:  F oder f und Fr oder fr sowie Frs oder frs für Franken bzw. franc(s), und Ffrs oder ffrs für französische Franken bzw. francs français. In der mündlichen Umgangssprache wurde die Währung mit "Franken", "Frang" oder "Frang-ge" (regional auch "Frong" bzw. "Frong-ge") bezeichnet. Nur wenige verwendeten die französische Aussprache "Franc" (mit langem, nasaliertem a und ohne k-Laut am Ende).

 

 

Die "Saar-Franken-Münzen" (ab 1954 bzw. 1955) (Alle Münzen sind hier abgebildet und beschrieben.)

 

1953 erhielt das Saarland das Münzrecht. Die Regierung durfte nun eigene Scheidemünzen in Umlauf bringen, die in Nennwert, Legierung, Feingehalt und Ausstattung den jeweiligen französischen Münzen entsprechen mussten. Also wurden gemäß dem Münzgesetz vom 7. Juli 1954 vier saarländische Münzen mit deutscher Aufschrift und dem Saarlandwappen ausgegeben. Sie wurden in Paris geprägt und hatten die Wertstufen 10, 20 und 50 Fr. (Prägejahr 1954) und 100 Fr. (1955). Die für jeden Nennwert ausgegebene Menge an saarländischen Münzen musste im Verhältnis zu der in Umlauf befindlichen Menge französischer Münzen gleichen Nennwertes stehen.

 

  

Die Saarmünzen entsprachen in Legierung, Durchmesser und Gewicht (detaillierte Angaben darüber finden Sie hier) genau den gleichwertigen französischen Münzen, und dies wahrscheinlich unter anderem mit dem Zweck, dass beide Münzenarten ohne Probleme nebeneinander in Zigaretten- oder Glücksspiel- Automaten verwendet werden konnten.

 

Bis zur Prägung dieser Münzen im Jahre 1954 zirkulierte im Saarland ausschließlich französisches Bargeld. Und auch nachdem 1954/55 die saarländischen Franken-Münzen geprägt worden waren, gab es die kleineren Münzen (zu 1, 2 und 5 Frs.) auch im Saarland nur in der französischen Ausführung. Für die höheren Werte (10 bis 100 Frs.) waren im Saarland sowohl die französischen als auch die saarländischen Münzen gültig. Letztere wurden darüber hinaus sogar im Rahmen des "kleinen Grenzverkehrs" in größeren Ortschaften Frankreichs kurz hinter der Grenze (Forbach, Saargemünd) in vielen Geschäften akzeptiert, in kleineren oder weiter entfernten Orten aber zurückgewiesen. Es gab übrigens keine Scheine mit "Saar-Franken", es wurden durchgehend nur die französischen Scheine (in "francs français") verwendet.

  

Die saarländische Frankenwährung war währungstechnisch an den französischen Franc gekoppelt, hatte also dieselben Umrechnungskurse zu anderen Währungen wie dieser. Der Franc blieb auch über den Tag des politischen Anschlusses an die Bundesrepublik Deutschland (am 1.1.1957) hinaus allein gültiges Zahlungsmittel im Saarland, und zwar bis zum wirtschaftlichen Anschluss an Deutschland am 6. Juli 1959, dem so genannten "TAG X."

 

 

4) Deutsche Mark (DM) seit dem "TAG X" (6. Juli 1959)

 

An diesem von der Bevölkerung lange erwarteten Tag wurden die saarländischen Franken in Deutsche Mark umgetauscht. Damit wurde die ursprünglich im Luxemburger Vertrag vom 27. 10. 1956 vorgesehene dreijährige Übergangszeit für die Umstellung des saarländischen Wirtschaftssystems (die am 1. Januar 1957 begann) um ein knappes halbes Jahr verkürzt, u.a. um der fortschreitenden Abwertung des französischen Franken auszuweichen.

Die Bezeichnung "Tag X" rührte daher, dass das genaue Datum nicht im Voraus, sondern ganz kurzfristig (lediglich zwei Tage vorher) bekanntgegeben wurde, um Spekulationen vorzubeugen. Nachdem 1947 etwa 18 Milliarden Franken ins Saarland eingebracht worden waren, belief sich jetzt der Gesamtbetrag der in DM umgetauschten Franken auf über 30 Milliarden.

 

Der Umrechnungskurs war: 100 Frs. = 0,8507 DM. (1 DM "kostete" also 117,5 Franken.)

   

  

Über die Begleitumstände und Folgen der Einführung der D-Mark im Saarland wird auf der Seite Der Tag X ausführlich berichtet.

 

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B) Was konnte man mit dem Geld jeweils kaufen?

 

 

1) Zur Zeit der Reichsmark und der Saarmark (bis Ende 1947)

 

Die wenigen kurz nach dem Krieg zur Verfügung stehenden Lebensmittel mussten rationiert und mit Hilfe von Lebensmittelkarten auf die Bevölkerung verteilt werden.

 

Zu der damaligen Versorgungslage der Bevölkerung schreibt Egon Gross auf der Juni-Seite des Lebacher Historischen Kalenders von 2006:

 

"In den ersten beiden Nachkriegsjahren herrschten Hunger und Not, Zerstörung und Elend, Verfolgung und Angst vor Ausweisung. Hinzu kam noch die Sorge um den Arbeitsplatz und wie es weitergehen sollte. ... Es ging um das Lebensnotwendigste und den Kampf um das tägliche Brot. Da die Zuteilung von Brot und Fett nicht ausreichte, ernährte man sich hauptsächlich von Kartoffeln. Doch diese Zuteilung war in kurzer Zeit aufgebraucht. Ein typisches Essen in dieser Notzeit war die tägliche Rappsupp, eine mit geriebenen rohen Kartoffeln verdickte Wassersuppe.  

 

So war man gezwungen, mit dem Rucksack auf Hamsterfahrt zu gehen, wobei ein reger Tauschhandel Ware gegen Ware entstand. Um das nackte Überleben zu sichern, wurden Goldstücke, Schmuck, Bilder und andere wertvolle Gegenstände gegen Brot, Kartoffeln, Gemüse und so weiter eingetauscht. Bald bildete sich auch immer mehr ein Schwarzmarkthandel heraus. Für ein Pfund Kaffee wurden 700 bis 800 Reichsmark gezahlt. Eine einzige Zigarette wurde mit 6 bis 10 Reichsmark gehandelt."

 

Daher begann die schlimmste Hungerzeit für die Saarländer, als Ende des Jahres 1946 die Militärregierung im Vorgriff auf künftige Regelungen die saarländische Grenze zum übrigen Deutschland auch für Hamsterfahrten "dicht" machte.

 

Mehr über Lebensmittelkarten (auch Abbildungen) finden Sie auf der Seite Bezugsscheine im Abschnitt 3).

 

2) Mit den französischen (bzw. saarländischen) Franken (ab 20. November 1947)

Nach der Einführung der Frankenwährung und der damit verbundenen wirtschaftlichen Anbindung an Frankreich konnte im Saarland plötzlich wieder vieles gekauft werden, wovon man bis dahin nur hatte träumen können. Wenn Freunde oder Verwandte "aus dem Reich" (so bezeichneten die Saarländer noch lange Zeit das übrige Deutschland) zu Besuch ins Saarland kamen, wunderten diese sich oft über die hier viel bessere Versorgungslage der Saarländer gegenüber der im Bundesgebiet. Aussagen wie "Ihr lebt ja hier wie im Schlaraffenland!" waren häufig zu hören. Der Grund dafür lag einfach darin, dass wir durch unsere Wirtschaftsunion mit Frankreich an zahlreichen Vorzügen dieses Landes teilhaben konnten, das ja zu den Siegermächten des Weltkrieges gehörte.

 

"Mit der Einführung des französischen Franken kamen große Warenmengen aus Frankreich in das leere und warenhungrige Saarland. Innerhalb weniger Tage konnte alles gekauft werden. Lang entbehrte Köstlichkeiten wie Datteln, Feigen, Apfelsinen, Obst und Gemüse wurden in ausreichenden Mengen von Markthändlern und Gemüsegeschäften angeboten. Vieles gab es nun ohne Lebensmittelmarken, so Eier und Käse, Marmelade und Honig, verschiedene Konserven und Kaffee-Ersatz. Die Preise gingen jedoch dramatisch in die Höhe. Kostete zum Beispiel ein Pfund Brot im Oktober 1947 noch 0,55 Saar-Mark, so erhöhte sich der Preis nach Einführung der französischen Währung auf 40,55 Franken, was 2,03 Saar-Mark entsprach, also fast dem Vierfachen. Schuhe und Bekleidung, Haushaltwaren und Möbel konnten schon bald frei gekauft werden. Die ersten aus Frankreich kommenden Waren wurden zu überhöhten Preisen angeboten.

 

Die neue saarländische Regierung unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann rief die Saarländer zu besonnenem Kaufverhalten auf, um nicht auf die überhöhten Preise hereinzufallen. Grundnahrungsmittel wie Butter, Fett und Brot gab es weiterhin nur gegen Marken. Mit Beginn des freien Brot- und Butterverkaufs im April 1949 waren die ärgsten kriegsbedingten Einschränkungen im Ernährungssektor überwunden. Bis Ende 1948 blieben die Preise noch hoch, erst Anfang 1949 gingen sie zurück."  (Egon Gross auf der Juni-Seite des Lebacher Historischen Kalenders 2006). Nach der Währungsreform in den westdeutschen Besatzungszonen (am 20. Juni 1948) stieg auch dort das Warenangebot an, und auch dort kletterten die Preise in die Höhe.

 

Diese beiden Werbe-Kärtchen (in Visitenkartengröße) zeigen, wie überschwänglich das Warenangebot nach Einführung des Franken zum Beispiel in Gemüseläden war. Als mein Vater noch in Kriegsgefangenschaft war, (siehe Kapitel "Vati kommt heim") arbeitete meine Mutter zeitweise in der Fruchthalle Eugen Müller in der Stummstraße in Neunkirchen als Aushilfe. Ich ging noch nicht zur Schule, und unsere "Tante" Gerda (Edinger), die im selben Haus wohnte wie wir (Hüttenberg 4), passte auf mich und meinen Bruder Klaus auf. Manchmal brachte meine Mutter einige der uns Kindern bis dato unbekannten Südfrüchte (z. B. die oben genannten Datteln und Feigen) mit nach Hause - sie hatte sie von ihrem Chef geschenkt bekommen, denn bei den hohen Preisen hätte sie sie uns nicht kaufen können.

        

Als weiterer Beleg dafür, dass es den Menschen an der Saar nach Einführung des Franken wirtschaftlich besser ging als den übrigen Deutschen, hier ein Bericht des Fußball-Nationalspielers Max Morlock vom 1.FC Nürnberg:

 

"Pfingsten 1948 fuhr der Club ins Saarland, um ein sogenanntes "Kompensationsspiel" auszutragen. Der Grund war, dass man endlich das Vereinsgelände einzäunen wollte, aber nirgends Maschendrahtzaun bekam. Morlock war von der Reise beeindruckt: "Die Augen gingen uns fast über, als wir ins Saarland fuhren. Da flossen Milch und Honig markenfrei*). Bei uns daheim legten die Hühner immer noch keine Eier und die Fetttöpfe waren bei den meisten hohl und leer, wenn auch der Zapf Gebhardt alles mögliche tat. Ich kam mit Edi Schaffer zu einem Metzgermeister ins Quartier. Der Tisch bog sich wahrhaftig unter der nahrhaften Last. Unser Gastgeber feuerte uns immer wieder an. 'Das wäre gelacht', sagte er, 'wenn ich es nicht fertigbrächte, dass wir Neunkirchner morgen das Spiel gewinnen.' Immer wieder ließ er neue Platten auftragen. Als der Edi sich das achte Kotelett einverleibt hatte, da war unser prächtiger Metzgermeister des Sieges seiner Mannschaft vollends sicher. Am anderen Tag traten wir also zum Spiel an, nicht ohne der Großmut unseres Gastgebers noch einmal alle Ehre erwiesen zu haben. Es waren noch keine 10 Minuten gespielt, da stolperte Schorsch Kennemann an mir vorbei und stöhnte, nach Luft schnappend wie ein Karpfen: 'Maxl, kriegst - du - a - Luft?' Und was mich anging, ich hatte den hinterlistigen Gedanken, jetzt läßt du dich bei einem Zusammenstoß auf den Erdboden fallen, stößt einen Schrei aus und lässt dich auf der Tragbahre hinaustragen. Aber natürlich schlug ich den inneren Schweinehund doch tot und machte weiter. Schließlich haben wir auch noch gewonnen."  (Quelle: http://www.glubberer.de/m/morlock__max/morlock__max.html)

*) Mit "markenfrei" war gemeint "ohne Lebensmittelmarken".        

 

3) Mit der D-Mark (ab 6. September 1959):

 

Ausführliche Einzelheiten hierzu finden Sie auf der Seite Der Tag X.

 

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Quellen:

- Helmut Grein, Dr. Alois Prediger, Wolfgang Bonaventura. Die Kreissparkasse Saarlouis - Tradition, die bewegt! Eine Region im Brennpunkt der Geschichte 1816 - 1857 - 2007. 150 Jahre KSK Saarlouis. Saarlouis, 2007.

- 125 Jahre Währungsgeschichte an der Saar. Herausgegeben von der Landeszentralbank im Saarland. Saarbrücken, 1984.

- Holger Rosenberg. Bearb.: Hanns-Ludwig Grabowski. Die deutschen Banknoten ab 1871. 15. Auflage 2005. Regenstauf 2005.

- Michael H. Schöne. Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945 - 1949. Regenstauf 1994.

- Lebacher Historischer Kalender 2006, Juni-Seite.

- Verschiedene Münzkataloge und andere Druckwerke.

- Zeitzeugenberichte.

 

Quellen der Abbildungen auf dieser Seite:

- Alle Münzen: (wenn nicht anders vermerkt) eigene Fotos von Münzen aus meiner Sammlung; nach dem Fotografieren "digital gereinigt";-)

- Geldscheine: siehe Seite Saar-Mark-Noten.

- Werbekärtchen Neunkircher Fruchthalle: eigene Sammlung. 

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    Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 20.05.2010                      

 

 

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