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Gilbert Grandval - Seite 2

 

 


 

 Inhalt Kapitel Grandval:

 

 

 

 

 

Themen auf dieser Seite:

 

D - Weihnachts- und Neujahrskarten Grandvals
E - Ein Wandteller zum Abschied

 

 

Folgende Themen sind auf der ersten Grandval-Seite
A -
Die Lebensgeschichte Gilbert Grandval
s
B - Aus der Arbeit Grandvals im Saarland
C - Madame Yvonne Grandval

 


> Version française de cette page 

Die Abschnitte A, B und C der Grandval-Seite finden Sie auf der Seite Grandval 1.

 

 

D) Grandvals Weihnachts- und Neujahrskarten

 

 

Gilbert Grandval hat ab 1946 in jedem Jahr seiner "Dienstzeit im Saarland" eine Glückwunschkarte zu Weihnachten und Neujahr drucken lassen und an Freunde und andere Ansprechpartner versandt. Für die künstlerische Gestaltung aller Karten war Jean Chièze (1898 - 1975) zuständig, ein moderner französischer Meister des Holzschnitts. Sein Namenszug ist auf allen Karten jeweils in der Zeichnung zu finden.

 

Die Karten waren sehr symbolträchtig und enthielten in Wort und Bild politische Botschaften des Gouverneurs, später Hohen Kommissars und schließlich Botschafters (Ambassadeur). (Mehr über seine Funktionen und sein Leben auf der Seite Gilbert Grandval 1). Die wichtigsten Themen der Karten waren neben der Weihnacht die Industrie unseres Landes und vor allem der Gedanke, dass das Saarland als Bindeglied zwischen Deutschland und Frankreich dienen und schließlich zur Wiege eines zu gründenden vereinten Europas werden sollte.

 

Dies sind die Glückwunschkarten Grandvals aus seinen Saar-Jahren 1946 bis 1955, die Jean Chièze gestaltet hat.

Belegexemplare sämtlicher Karten befinden sich  im Archiv der Association Jean Chièze, 11, rue Berryer, 75008 Paris.

 

 

Die erste Karte ist diejenige für 1946; sie wurde bereits Ende 1945 versandt. Das französische Nationalsymbol Marianne steht einem saarländischen Bergmann gegenüber. Er hält ihr ein Hufeisen, sie ihm eine Ährengarbe entgegen. Oben in der Mitte leuchtet der Weihnachsstern. Unten links ist das Wappen Lothringens zu sehen, rechts dasjenige des Saarlandes von 1946 bis 1948 (siehe hier). Das Originalformat der Karte ist 14 x 13 cm.

 

 

Der Glückwunschtext (als Faksimilie, siehe oben rechts) der Karte für 1946 lautet auf Deutsch übersetzt:

 

Mögen unsere Bemühungen zur Wiederankurbelung der Produktion im Saarland und der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und der Saar zur Wiederaufrichtung unseres Vaterlandes beitragen und dem Frieden förderlich sein.

 


 

 

Grandvals Grußkarte für 1947 (Bild rechts) trägt den Titel "La France aide à reconstruire la Sarre" (Frankreich hilft dem Saarland beim Wiederaufbau). Sie ist in Sepia-Farbe auf crèmefarbenem Canson-Papier im Format 12 x 17 cm gedruckt.

 

Aus den in Trümmern liegenden Häusern ragt ein klagendes Gesicht empor, das wohl die kriegsgeschädigte Bevölkerung der Saar darstellen soll. Auf dieser Verkörperung des Elends erhebt sich die französische Marianne und hilft einem junges Mädchen, das die Saar verkörpert, ein Haus mit dem Namen "Sarre" auf dem Fundament des größeren Gebäudes namens ´"France" zu errichten.

 

Zwischen beiden Häusern sieht man zwei mit Symbolen und Initialen geschmückte Bausteine: "L" für Ludwig XIV. und "N" für Napoleon. Damit wird auf die beiden Perioden der Saargeschichte angespielt, in denen das Land an der Saar zu Frankreich gehörte. Die beiden Frauengestalten sind nationale Symbolfiguren: die französische Marianne, erkenntlich an der phrygischen Mütze mit Kokarde, und die Saarländerin mit ihrem blonden Zopf und langen blonden Haaren, wohl in Anklang an Germania.                   (Mitwirkung an diesem Text: Rita Bruchier.)

Um das Bild herum stehen Namen zahlreicher Persönlichkeiten der französischen Geschichte, u.a. Débussy, Verlaine, Pasteur, Hugo, Châteaubriand, Napoléon 1er, Berlioz, Foch, Molière, Jeanne d'Arc, Gounod, Vauban, Couperon, Ronsard, La Fontaine, ...

 

Links: Ende 1947 wurde diese Karte versandt. Sie enthielt die Wünsche für das Jahr 1948 und zeigt im Vordergrund einen Stahlarbeiter mit Hammer und Zange und einen Bergmann mit Grubenlampe. Sie stehen vor der Silhouette von Hütten- und Grubenanlagen. Unten links schlagen Flammen empor. Ganz oben strahlen - wohl als Symbol für Weihnachten - ein großer und einige kleine Sterne, und unten umrahmen die französische Trikolore und die Saarlandflagge die Jahreszahl 1948.

 

Zwei Daten aus dem Jahr 1947 sind in der Bildmitte links und rechts eingeblendet: Der 5. Oktober 1947, das Datum der Wahl einer Verfassunggebenden Versammlung für den zu gründenden Saarstaat, und der 8. November, der Tag, an dem die saarländische Verfassung verabschiedet wurde (siehe Geschichtlicher Überblick!). Im Inneren der Faltkarte steht der Text, mit dem der französische Hochkommissar an der Saar seine Wünsche übermittelte:

 

"Mögen die Weihnacht 1947 und der Neujahrstag 1948 für all diejenigen, die im Saarland leben und arbeiten, ein Symbol sein für die Genugtuung über das bereits vollbrachte Werk und den Stolz über die noch zu erfüllende Aufgabe zum Wohle aller und zum Glück eines jeden Einzelnen ...".

 

Auf der Karte für 1949 (rechts oben) leuchtet über einer stilisierten Landkarte Europas eine Grubenlampe mit der Aufschrift "Sarre". In ihrem Zentrum ist wie in einer Krippe das Jesuskind auf Stroh gebettet. Um das Kind herum stehen die Worte Prospérité und Paix Sociale (Wohlstand und sozialer Friede). Damit fasst Grandval die Wünsche zusammen, die er in seinem Glückwunschtext auf einem Einlegeblatt ausspricht (Text siehe hier rechts!).

Für 1950 hatte sich Grandval ein Schiff ausgedacht, das den Namen EUROPE trägt und die Flaggen aller Länder zeigt, die damals Mitglieder im Europarat waren; dazu gehörte auch die Türkei (seit 9.8.1949). Ganz vorne weht die Saar-Fahne (das Saarland war assoziiertes Mitglied seit 1950), und am Heck flattert die Europaflagge.

 

Die dargestellten Länder, v.l.n.r. und jeweils von oben nach unten: Saarland, teilweise verdeckt Niederlande. Luxemburg, Schweden, Belgien, Frankreich. Teilweise verdeckt: Dänemark, Griechenland, Norwegen. Irland, Türkei, Italien, Vereinigtes Königreich. Deutsche Bundesrepublik.

Der Text des oben abgebildeten Glückwunschteils der Karte lautet:


Möge jeder Saarländer stolz sein auf das gemeinsam vollbrachte Werk, dessen hohen menschlichen Inhalt begreifen, und in Treue, Standhaftigkeit und Vertrauen in diesem Sinne weiterwirken und weiterschaffen, dann wird das Saarland blühen und gedeihen, und Europa mit ihm und auch der Friede. Erhalten Sie hiermit, anlässlich des Weihnachts- und Neujahrsfestes, meine aufrichtigsten Glück- wünsche für Sie und Ihre Familie.  

 

Der französische Text auf derselben Karte:


Que chaque Sarrois ait la fierté de l'œuvre accomplie en commun, que chacun comprenne la haute valeur humaine de cette œuvre, que chacun poursuive son effort avec ténacité, avec loyauté, avec confiance, alors la Sarre prospèrera et avec elle l'Europe et avec elles la Paix. Mes vœux de Noël et de Nouvel An les meilleurs pour votre foyer.

Auf einer anderen Karte für 1950 (siehe oben) wünschte Grandval,

"que cette nouvelle année voie l'aboutissement de nos efforts    communs!

que la Sarre soit le ciment de l'Europe!

que 1950 soit pour vous-même et pour tous les vôtres une année    heureuse et propice."

 

Übersetzung:

"dass dieses neue Jahr den Erfolg unserer gemeinsamen    Anstrengungen sehen möge!

dass die Saar der Zement Europas sein möge!

dass das Jahr 1950 für Sie selbst und alle Ihrigen ein glückliches    und günstiges Jahr werden möge!"

 


 

Auf der Karte für 1951 (siehe rechts) stand folgender Text auf der Rückseite:  "Le Haut Commissaire de France en Sarre ... *)

 


Auf der Karte selbst sehen wir die Dame Europa (die auch die Vorderseite der heutigen Zwei-Euro-Münze Griechenlands ziert). Sie schneidet mit einer Drahtschere das Stacheldrahtgeflecht durch, das die gesamte Erdkugel umhüllt. Und sie beginnt damit  -  in Europa.

  *) Der Hohe Kommissar Frankreichs im Saarland sendet Ihnen und all Ihren Lieben seine herzlichsten Wünsche zu Weihnachten und für      das Jahr 1951.

 

 

 

Diese Karte war für Neujahr 1952 bestimmt. Man erkennt im Hintergrund die Umrisse einer Saarlandkarte mit Flüssen und Städten. Nach oben gehen radial unzählige Strahlen von dem kleinen Land aus; ganz oben prangt die Jahreszahl 1952. Davor schwebt eine Friedenstaube mit einem Zettel im Schnabel, auf dem in Rot das Wort "PAX" (Friede) steht.

Im Vordergrund sieht man drei Zahnräder, die jeweils einem der drei Länder zugeordnet sind. Das Saarland wird durch das Rad in der Mitte symbolisiert. Es kann sowohl von Frankreich als auch von Deutschland aus bewegt werden. Umgekehrt gesehen kann das Saarland an den Rädern der beiden anderen Länder drehen. Damit wird auf die Brückenfunktion des kleinen Landes angespielt. Der Name des Künstlers Jean Chièze ist unten im Bild zu sehen.

 

Im Innenteil der Karte ist folgender Text eingedruckt:

 

  

 "Gilbert Grandval, Haut Commissaire de France en Sarre, vous présente, pour vous et tous les vôtres, ses vœux les plus sincères à  l'occasion de Noël et de la nouvelle année. (Gilbert Grandval, Hoher Kommissar Frankreichs an der Saar, entbietet Ihnen und all Ihren  Angehörigen seine herzlichsten Wünsche zu Weihnachten und für das neue Jahr.)
 

Für 1953 wählte Grandval eine Faltkarte mit der grün-weißen Europafahne und neun Flaggen in Form von Schilden oder Wappen. Direkt am inneren Oval steht oben die Fahne des Saarlandes, dann folgen im Uhrzeigersinn die sechs Unterzeichnerstaaten der EGKS ("Montanunion", siehe Geschichte, 18.4.1951): BRD, Luxemburg*), die Niederlande, Italien, Belgien und Frankreich. Rechts und links außen erkennt man die Flaggen von Schweden und Großbritannien.

 

In der Mitte befinden sich in einem Oval als Symbole für die saarländische Industrie ein Amboss und eine Grubenlampe, neben der das Datum der Landtagswahlen im Saarland vermerkt ist: 30. November 1952. Ganz unten steht die Zahl des neuen Jahres 1953.

 

 

Grandval war seit dem 25.01.1952 Botschafter seines Landes im Saarland. Deshalb lautet sein Titel auf dieser Karte "Ambassadeur de France". Der weitere Text: "...vous souhaite, ainsi qu'à tous les vôtres, un heureux Noël et vous adresse ses vœux les plus sincères pour 1953." (Gilbert Grandval, Botschafter von Frankreich, wünscht Ihnen und all Ihren Angehörigen ein glückliches Weihnachtsfest und entbietet Ihnen seine besten Wünsche für 1953.)

 

*) Bei der Flagge Luxemburgs stehen die Farben in umgekehrter Reihenfolge zu der heute üblichen. Der Beweggrund des Künstlers dafür ist unklar. Vielleicht wollte er eine Verwechslung mit der niederländischen Flagge vermeiden, denn die (heutige) Reihenfolge der Farben ist rot-weiß-blau für die Niederlande und (hell)rot-weiß-(hell)blau für Luxemburg. Da das Luxemburger Parlament die Form und Farben erst 1990 festgeschrieben hat, waren andere Versionen (blau statt hellblau und Abfolge der Farben) früher wohl möglich und erlaubt. Somit ist dem Künstler nichts vorzuwerfen. Auf der Karte für 1954 hat er die Farben ebenfalls vertauscht, auf der für 1950 sind sie allerdings richtig.

 

Für 1954 versandte Grandval eine Grußkarte mit drei Schiffen, die die Flüsse Saar, Mosel und Rhein symbolisieren sollten. Auf den Schiffen wehen die Fahnen der Anliegerstaaten dieser drei Flüsse. Im Hintergrund sieht man etwas schemenhaft einige Industrieanlagen mit rauchenden Schornsteinen. Die Worte im äußeren Rand bedeuten: "Der Rhein, die Mosel, die Saar, Symbole für die Einheit der westlichen Welt".

 

 

 

1955:

 

Dies war die letzte Karte, die Grandval an der Saar verschickte. Sie ent- hielt seine Glückwünsche für das Jahr 1955, das ja sein letztes Jahr im Saarland werden sollte (er verließ die Saar am 30. Juni 1955: siehe Seite Grandval 1 im Abschnitt A 3d)

 

Das Bild zeigt die drei Flaggen Frankreichs, des Saarlandes und Deutschlands. Die drei Fahnenstangen werden symbolhaftig durch einen dicken Seilknoten zusammengehalten. Das Seil trägt an beiden Enden die Jahreszahlen 1945 und 1955. Auf dem Knoten wird mit "23 X 54" das Datum der Unterzeichnung des Europäischen Saarstatuts durch Mendès-France und Adenauer in Paris angegeben (23.10.1954).(Näheres dazu auf der Seite Saarstatut unter A).

 

 

Nicht verwirklichter Entwurf für 1953

(aus dem Archiv der Association Jean Chièze)  

Für das Jahr 1953 hat Jean Chièze seinem Auftraggeber Grandval einen zweiten Entwurf vorgelegt, den dieser aber offensichtlich nicht angenommen hat. Er hat ihn entweder abgewiesen, weil er nur einfarbig schwarz war, oder weil ihm die Symbolhaftigkeit der Zeichnung vielleicht nicht zusagte?

 

Der Leuchtturm steht auf einer kleinen Insel. Seine Basis ist von vier niedrigen Mauern umgeben, auf denen die Worte "Charbon" (Kohle) und "Acier" (Stahl) zu lesen sind. Auf seinem Schaft stehen die (französischen) Namen der Länder Saarland, Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Luxemburg, Niederlande und Dänemark.

 

Grandval vergab auch während seiner späteren Amtszeiten als Generalsekretär der französischen Handelsmarine und als Arbeitsminister in der französischen Regierung Grußkartenaufträge an den Künstler Jean Chièze. Auch diese Karten sind im Archiv der Association Jean Chièze vorhanden.

 


 

 

Weihnachts- und Neujahrsgeschenke von Grandval

 

In der Zeit, als Grandval Gouverneur im Saarland war (1945-47), ließ er wichtigen und geschätzten Personen und deren Kindern kurz vor Weihnachten manchmal kleine Geschenke zukommen. Er fügte ihnen Karten mit Glückwünschen bei:

 

"Der Gouverneur der Saar freut sich, Ihnen dieses Spielzeug zu schenken. Es möge Ihnen die schweren und mühsamen Folgen eines Krieges lindern helfen, in dem die Nazis so viele Ruinen entstehen ließen, und an diesem Weihnachtstag die Rückkehr des Friedens und der Hoffnung symbolisieren. Er wünscht, dass alle Kinder, die diese Spielsachen erhalten, in Glück leben und eine friedliche Zukunft vor sich haben."

 

Der Künstler, der diese beiden Karten gestaltete, signierte mit "George".

 

"Der Gouverneur des Saarlandes freut sich, Ihnen aus Anlass des Weihnachtsfestes dieses bescheidene Geschenk zu überreichen. Es möge als Symbol einer Tätigkeit dienen, die den Wiederaufbau Frankreichs und den Frieden zum Ziel hat!"

 

 

Zum Jahresende schickte Grandval höher gestellten französischen Landsleuten, die im Saarland tätig waren, aber auch saarländischen Persönlichkeiten, die ihm wichtig erschienen, gerne Weihnachts- und Neujahrsgeschenke. Der rechts abgebildete Brief war an einen damals bekannten saarländischen Röntgenfacharzt gerichtet. Kurz vor dem Weihnachtsfest 1952 begleitete er ein Paket mit der Komplettausgabe sämtlicher Dramen des klassischen Tragödiendichters Jean Racine ("Théâtre complet de Racine", Paris, Edition Garnier Frères, aus der Collection Minerve, 1950). Der Sohn des (inzwischen verstorbenen) Arztes betrachtet solche Geschenke Grandvals als Zeichen der von diesem angestrebten pénétration culturelle de la Sarre (kulturelle Durchdringung des Saarlandes durch die Franzosen).

 

Nach den üblichen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen führte Grandval in seinem Schreiben aus:

 

"Es ist mir ein Vergnügen, Ihnen zusammen mit meinen Wünschen einige Werke zu überreichen, die von der Denkweise und der Kunst der Franzosen zeugen. Am Ende dieses Jahres, in dem Ihr Land die schwierigsten Entscheidungen zu treffen hatte und seinem Wunsch nach Europa eindeutigen Ausdruck zu verleihen wusste, erscheint es mir mehr denn je nützlich, über die Grenzen hinweg die Ansichten der Meister unserer Zeit zu überdenken, sie einander gegenüberzustellen und daraus neue Hoffnung für die Aufgaben zu schöpfen, die uns erwarten. Möge das kommende Jahr das Saarland endgültig in der Gemeinschaft eines vereinten Europas den erstklassigen Platz finden lassen, den es auf Grund seines Weitblicks und seiner Courage verdient."

(Übersetzungen: R. Freyer)

 

 

Buch "En Auvergne"  

Ein anderes Beispiel für ein solches Geschenk ist dieses Buch samt eingelegter Karte mit Weihnachtsgrüßen des Botschafters. Es fand sich im Nachlass von Samuel-Henri Meisser aus Dillingen, der von 1947 bis 1950 als kaufmännischer Angestellter beim Groupement des Industries de la Fonte et de l'Acier (G.I.F.A.), einer Dachorganisation der unter Sequesterverwaltung stehenden saarländischen Eisen- und Stahlindustrie in Völklingen arbeitete.

Es ist ein sehr wertvoll ausgestattetes Buch im edlen Schuber mit einer Reproduktion eines Aquarells auf Schutzumschlag und Vorsatzblatt. Das Werk („ouvrage orné de 174 héliogravures“) zeigt auf 226 Seiten die besagte Anzahl außerordentlich schöner Schwarzweiß-Fotografien.

 

Die Karte des Ambassadeur de France im Format 11,9 mal 7,9 cm liegt bis heute in dem Band:

 

"Gilbert Grandval, Botschafter Frankreichs, mit seinen besten Glückwünschen anlässlich des letzten Weihnachtsfestes, das er an der Saar verbringt, und seinen aufrichtigen Wünschen für Ihre eigene Zukunft und für die Zukunft der Saar."

Eine Jahreszahl fehlt; das letzte Weihnachtsfest Grandvals im Saarland war 1954.

Buch und Karte sind im Besitz von Dr. Ulrich Meisser, Dillingen.

 

 


 

 

 

E) Ein Wandteller zum Abschied Grandvals

 

 

Als Grandval sich im Juni 1955 vom Saarland verabschiedete, bedankte sich eine große Gruppe von Menschen mit diesem Wandteller bei ihm. Er war beim Keramikunternehmen Villeroy und Boch in Mettlach hergestellt worden und wahrscheinlich eine Einzelanfertigung.

 

 

 

 

Der Text auf der Rückseite hat folgenden Wortlaut:

 

À Monsieur Gilbert Grandval  ambassadeur de France en Sarre  en témoignage de leur admiration et de leur profonde reconnaissance

de la part des anciens déportés  médaillés militaires  officiers de réserve  sous-officiers de réserve  anciens légionnaires en Sarre  et des anciens des forces françaises libres  anciens prisonniers de guerre  mutuelle des sous-officiers  anciens volontaires sarrois en Sarre

 

Übersetzung:

Für Herrn Gilbert Grandval, Botschafter Frankreichs im Saarland, zum Ausdruck ihrer Bewunderung und ihrer tiefen Anerkennung seitens der ehemaligen Deportierten, militärischen Ordensträger, Reserveoffiziere, Reserveunteroffiziere, ehemaligen Legionäre im Saarland und Ehemaligen der freien französischenStreitkräfte, ehemaligen Kriegsgefangenen, des Gegenseitigkeitsvereins der Unteroffiziere, der ehemaligen saarländischen Freiwilligen im Saarland / 1945 - 1955.

 

In der Mitte des Tellers: Villeroy & Boch Mettlach, ausgeführt von Pitt Heinz.

  (Eigentümer des Tellers und Fotos: Dietrich Arbenz, München)   


 

Herzlichen Dank für die Überlassung von Kopien der hier abgebildeten Dokumente und Objekte an Micheline Meulet-Pajot (Vorsitzende der Association Jean Chièze, François Touret, Dietrich Arbenz und anderen.

 

Wie Saar-Nostalgie zu den Abbildungen der Karten kam: Einige französische Saar-Nostalgie-Freunde, die meist Schüler des Lycée Maréchal Ney während der Saarstaatzeit waren, schickten uns nach und nach Kopien oder Scans dieser Karten, die ihre Eltern aus ihrer Zeit in Saarbrücken aufgehoben haben; einige Karten haben wir bei ebay ersteigert. So konnten wir zunächst die Karten von 1948 bis 1954 hier abbilden.

 

Im September 2012 entdeckte Mme Micheline Meulet-Pajot, die Vorsitzende der "Association Jean Chièze" (Jean-Chièze-Gesellschaft) in Paris, diese Abbildungen auf Saar-Nostalgie. Sie hatte vorher die Glückwunschkarten nicht gekannt, aber sie fand in den Unterlagen ihrer Gesellschaft eine komplette Aufstellung der Karten, die der Künstler im Auftrag Grandvals geschaffen hatte, allerdings ohne Abbildungen. Sie schickte uns eine Kopie der Liste per E-Mail. Wir stellten fest, dass es außer den uns bekannten noch drei weitere Karten gab, nämlich die von 1946, 1947 und 1955. Als Mme Pajot im Archiv ihrer Gesellschaft weiter suchte, entdeckte sie, dass dort tatsächlich alle zehn Karten im Original vorlagen. Sie war so freundlich, uns Kopien der letzten drei uns noch fehlenden Karten (für 1946, 1947 und 1955) zu schicken. Und so können wir nun sämtliche Karten hier zeigen.

 

In der Nummer 21/2012 der Cahiers de l'Association Jean Chièze hat Mme Meulot-Pajot einen ausführlichen Bericht über diese kleinen Kunstwerke veröffentlicht. Es wurde auch ein Text über Saar-Nostalgie darin abgedruckt. Außerdem enthält das Heft die ebenfalls von Jean Chièze gestalteten Einladungskarten zu den Erinnerungs-Feierlichkeiten (von 1949 bis 1974) an die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Die Originale dieser Karten befinden sich in der Sammlung des Comité du Débarquement in Bayeux, Calvados.  

 


Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 22.6.2014

 

 

Die Teile A bis C des Kapitels Grandval mit seiner Lebensgeschichte u.v.a. finden Sie auf dieser Seite.

 

 

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