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A) Die Lebensgeschichte Gilbert Grandvals
(Text: Rainer Freyer, unter Mitarbeit von Stefan Haas)
Vorbemerkungen zur Biografie: a) Obwohl diese Website in der Hauptsache das Saarland in der Zeit von 1945 bis 1959 beschreibt, erscheint es uns wichtig, an einigen Stellen auch über die Vorgänge und Zusammenhänge der vorangehenden und nachfolgenden Epochen zu berichten. Man kann dann oft die Ereignisse und Entwicklungen der betrachteten
Zeitspanne besser verstehen und einordnen. Wenn Sie über diese Zeiten vor oder nach der eigentlichen Saarstaatzeit noch ausführlichere Informationen erhalten möchten, ziehen Sie bitte die einschlägigen Werke der Fachliteratur zu Rate (siehe Verzeichnis am Ende dieser Seite).
b) Es war anfangs ziemlich schwierig, nähere Einzelheiten über die Person Gilbert Grandvals zu finden. Im Zuge von Nachforschungen konnten erst nach und nach Informationen in verschiedenen Quellen entdeckt und in diesen Lebenslauf eingearbeitet werden. Zuletzt wurden (im Juli 2010) aus einem von amtlicher Stelle erhaltenen Dokument einige wichtige Daten und Fakten aus dem frühen Leben Gilbert
Grandvals entnommen. Teile dieser Akte sind im Folgenden wiedergegeben und übersetzt.
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"Für die Saar habe ich einige der schönsten Jahre meines Lebens hingegeben. Meine Jugend ist hier zu Ende gegangen. Der Saar verdanke ich die Jahre der Reife." (Aus: Abschiedsansprache, siehe Anm. [11], am Ende von Abschnitt 3)
1) Gilbert Hirsch-Ollendorff, Abkömmling einer jüdischen Familie aus dem Elsass

Grandval wurde am 12. Februar 1904 als Sohn einer alten jüdischen Familie aus dem Elsass geboren. Es geschah in der rue La Boétie im 8. Arrondissement von Paris. Unter dem Namen Yves Gilbert Edmond Hirsch wurde er in das Geburtsregister eingetragen.> Sein Vater Edmond Hirsch (geb. 1873) war der Sohn des Buchhändlers
Henri Hirsch
(geb. 1829) aus Straßburg. Als das Elsass 1871 dem Deutschen Kaiserreich zugeschlagen wurde, hatte sich Henri Hirsch für die Option entschieden, mit seiner Familie
nach Frankreich zu übersiedeln und seinen Wohnsitz nach Paris zu verlegen. Seine Buchhandlung übernahm später sein Sohn und Gilberts Vater Edmond, der ihr einen Verlag für Schulbücher angliederte [1]. Gilberts Mutter war Jeanne Ollendorff (geb. 1880), Tochter von Paul Ollendorff (geb. 1852), dem Verleger des französischen Schriftstellers Guy de
Maupassant
[2] und
Herausgeber der Zeitschrift "Gil Blas".
Übersetzung des obigen Textes aus dem Geburtsregister der Stadt Paris: Am 15. Februar 1904, abends um 02.30 Uhr, Beurkundung der Geburt des Knaben Yves Gilbert Edmond Hirsch, geboren am 12. Februar dieses Jahres um vier Uhr morgens
in der Wohnung seines Vaters und seiner Mutter; Sohn von
Edmond
Hirsch, 33 Jahre alt, Kaufmann, und seiner Ehefrau Jeanne Ollendorff, 24 Jahre alt, ohne Beruf, beide wohnhaft in der rue la Boétie 1....
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Gilberts Vater Edmond Hirsch und sein Großvater Paul Ollendorf bezeugten die Geburt mit Ihren Unterschriften bei der standesamtlichen Eintragung.
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Gilbert nahm später den aus den Namen seiner beiden Eltern zusammengesetzten Doppelnamen Hirsch-Ollendorff an und behielt ihn bis kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges bei (siehe unten, am Ende von Abschnitt 2). Von seinen drei Vornamen (Yves Gilbert Edmond)
gebrauchte
er fast ausschließlich "Gilbert". Warum er in einem britischen Buch als "Salomon Hirsch Ollendorf" (sic!) aufgeführt wird [3], ist nicht bekannt; möglicherweise stand dies im Zusammenhang mit seiner jüdischen Abstammung. (Grandval trat später zum katholischen Glauben über; siehe unten, Abschnitt 3b.)
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In dem Standesamt-Auszug sind die beiden Eheschließungen Grandvals
eingetragen. Auch die Änderung seines Namens ist dokumentiert.
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Seine Schulausbildung erhielt Gilbert am renommierten Lycée Condorcet in Paris. Anschließend begann er auf Wunsch seiner Familie ein Medizinstudium, das aber durch den Militärdienst (von 1924-1926) unterbrochen wurde. Er hat es danach nie wieder aufgenommen [4].
Durch die
Vermittlung
guter Freunde konnte er in das bedeutende französische Unternehmen Compagnie de St. Gobain einsteigen, das Gläser und chemische Produkte herstellte.
Mit etwa 25 Jahren wurde er zu dessen kaufmännischem Leiter und war in dieser Funktion für die Bretagne und die Normandie zuständig. 1939 arbeitete Gilbert als kaufmännischer Leiter einer Düngemittelfabrik,
deren
Anlage sich in Lyon befand und die zum Besitz seiner Familie gehörte. [5] [6]
Am 31. Januar 1927 heiratete Gilbert Hirsch-Ollendorff in Paris 16e Simone Octavie Léa Mapou. 1928 kam sein erster Sohn Bertrand zur Welt.
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Am 10. Juni 1938 schloss Gilbert seine zweite Ehe, dieses Mal in St. Cloud (Dép. Seine-et-Oise). Seine neue Frau wurde Yvonne Schwenter. Über ihr Vorleben ist
nur bekannt, dass ihr Vater ein Hotel in Paris geführt haben soll. (Mehr zu Gilberts zweiter Ehefrau finden Sie weiter unten im Abschnitt C) "Mme Yvonne Grandval").
Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: 1943 (oder 44?) wurde die Tochter Christine geboren, ein Jahr danach kam der Sohn Gérard (siehe Foto rechts) zur Welt. Beide Kinder besuchten ab 1949 bzw. 1950 das Lycée Maréchal Ney in Saarbrücken
[6].
Nachdem Gilbert 1947 den Nachnamen Grandval angenommen hatte (siehe unten, am Ende von Abschnitt 2) übernahmen auch seine Frau und seine Kinder diesen Familiennamen. Bertrand Grandval schrieb 1995 einen Zeitzeugenbericht über die Arbeit seines Vaters im Saarland [7]. Er ist inzwischen verstorben.
Christine Grandval wohnt jetzt in der Nähe von Paris (Stand: 2010). Sie hat nach Gilbert Grandvals Tod dem Historischen Institut der Saar-Universität eine große Anzahl von Kopien aus seinem umfangreichen Privatarchiv übergeben. Über Grandvals zweiten Sohn Gérard ist seit seiner Schulzeit nichts mehr bekannt.
Das Foto zeigt Gérard Grandval mit seinem Vater am 25. April 1949 beim Pferderennen auf den Güdinger Wiesen. (Foto: Verlag die Mitte.)
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Anmerkungen zu Abschnitt 1):
[1] "Europakonflikt. Für jeden, der sehen will". In: DER SPIEGEL 6/1952 vom 06.02.1952, Seite 5. Im Netz zu finden unter:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21317914.html (zuletzt aufgerufen am 12.10.2012).
[2] Gilbert Grandval et Jean Collin: Libération de l’ Est de la France. Paris 1974. Vordere Umschlagklappe.
[3] In dem Buch: James Shields, The extreme right in France: from Pétain to Le Pen, Routledge, 2007, wird er auf Seite 79 wie folgt erwähnt:
"people who don't even dare to say their names: ..., Salomon Hirsch Ollendorf, otherwise known as Grandval, ..." (Leute, die nicht einmal
ihren Namen zu sagen wagen: ..., Salomon Hirsch Ollendorf, sonst bekannt als Grandval, ..."
[4] Schneider, Dieter Marc: Gilbert Grandval. Frankreichs Prokonsul an der Saar. In: Martens, Stefan, (Hrsg.): Vom "Erbfeind" zum
"Erneuerer". Aspekte und Motive der französischen Deutschlandpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Sigmaringen 1993. Seite 201-243.
[5] Küppers, Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Düsseldorf 2008, S. 476, Anm. 554.
2) Im Zweiten Weltkrieg: Militärpilot und Résistance-Kämpfer
Zu Beginn des Krieges wurde Gilbert Hirsch im Alter von 35 Jahren zur französischen Luftwaffe eingezogen, und zwar als Sous-Lieutenant pilote (Pilot im Range eines Leutnants). Dies war möglich, weil er als Privatpilot bereits zahlreiche Flugstunden absolviert hatte und von daher die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten
besaß.
Im Krieg war er als Flieger an alliierten
Flucht- und Rettungseinsätzen beteiligt und wäre 1940 beinahe in Gefangenschaft geraten. (Grandval war später auch im autonomen Saarland maßgeblich am Wiederaufbau und Betrieb des Luftverkehrs beteiligt und flog selbst mit einer eigenen Maschine häufig vom und zum Saarbrücker Flughafen St. Arnual - siehe Seite Flugverkehr!).
Ab April 1943 beteiligte sich Grandval im Norden Frankreichs an Aktionen der Widerstandsgruppe Ceux de la Résistance (CDLR). Eine seiner Aufgaben bestand darin, neue Mitstreiter anzuwerben, obwohl er sich selbst nicht vollständig dieser
Organisation verschrieben hatte.
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Am 6. August 1943 wurde er von den deutschen Besatzern in Paris verhaftet. Mangels Beweisen
wurde er jedoch nach zwei Tagen wieder freigelassen. Nach diesem Vorfall
widmete er seine ganze Aufmerksamkeit und Arbeit der
Untergrundorganisation und war von diesem Zeitpunkt an vollwertiges Mitglied
der Résistance. Er benutzte dabei verschiedene Decknamen: "Chancel", "Pasteur", "Berger", "Grandval" und "Planète" [8]. Im Laufe der Zeit entwickelte er ein gewisses Führungspotential, war sehr vertraut mit den Strukturen der Résistance und stand nach einiger Zeit weit oben in der Hierarchie dieser Bewegung.
Im Range eines Colonels (Obersten) befehligte er die französischen Widerstandskräfte (Forces françaises de l’intérieur - FFI) in acht Départements im Nordosten Frankreichs (von den Ardennen bis zum Elsass). Auf Weisung
von General Charles de Gaulle wurde er als Militärbeauftragter dieser 20. Region (Nancy) eingesetzt. Damit hatte er zwei der wichtigsten und gefürchtetsten Posten des Geheimdienstes inne.
Abbildung rechts: In diesem Buch schildern Grandval und Jean Collin ausführlich (in französischer Sprache) die Ereignisse während der Befreiung Ostfrankreichs.
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Im September 1944 löschte Grandval in Nancy die letzten dort noch verbliebenen Reste der deutschen Wehrmacht aus, nachdem er in die Stadt eingerückt war - nur zwei Tage vor den Amerikanern.
Aus den anschließend dort aufgetretenen Streitigkeiten mit amerikanischen Offizieren entstand wohl seine Abneigung gegen die Amerikaner. Als am 25. September 1944 General de Gaulle das befreite Nancy besuchte, sprach er Grandval seine Anerkennung für dessen große Verdienste in der Widerstandsbewegung und bei der Befreiung Frankreichs aus. De Gaulle war von 1944
bis 1946 provisorischer Staatspräsident. Er verlieh Grandval den Ordre de la Libération, den er 1940 selbst gestiftet hatte. Grandval durfte sich fortan Compagnon de la Libération nennen und wurde 1946 Chevalier (oder Grand Officier) de la Légion d`Honneur (Ritter bzw. Großoffizier der Ehrenlegion). Am 31. Dezember 1948 wurde er zum Commandant befördert [8a].
Er erhielt noch einige weitere Auszeichnungen, und es wurde ihm durch amtliche Verfügung gestattet, vom 25. Februar 1946 an offiziell seinen bisherigen Résistance-Decknamen Grandval als Familiennamen zu führen. Wie aus dem nachfolgend wiedergegebenen diesbezüglichen Erlass hervorgeht, durfte sich auch sein Vater, Edmond Hirsch, fortan Grandval
nennen.
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Übersetzung: Berichtigt auf Anordnung des
Präsidenten der Zivilkammer des Dépar- tements Seine am 26.12.1947 in dem Sinne, dass es Yves Gilbert Edmond Hirsch und seinem Vater gestattet wird, ihren Familien- namen durch den Namen Grandval zu erset- zen und sich in Zukunft rechtmäßig Grandval
statt Hirsch zu nennen, durch Verordnung
des Präsidenten der Übergangsregierung der Französischen Republik am 25.02.1946. Verordnung transkribiert am 12.03.1948. Mit gleichem Datum, der Bürgermeister.
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Anmerkung zu Abschnitt 2):
[8] Grandval et Collin. Libération de l’ Est de la France. Paris 1974. S. 14.
[8a] Grandval, Gilbert: Ma mission au Maroc. Paris 1956.
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3) 1945 bis 1955: Vertreter Frankreichs im Saarland
a) Gouverneur Militaire (Militärgouverneur, 1945 -1947)
Schon kurz nach Ende des 2. Weltkriegs begann Grandval seine politischen Aktivitäten im Saarland. Nachdem die amerikanischen
Besatzungstruppen aus dem Land ausgezogen und das französische Militär eingerückt war (Einzelheiten dazu im Geschichtlichen Überblick), kam er am 30. August 1945 ins Saarland. General de Gaulle ernannte ihn zum dortigen Militärgouverneur der französischen Besatzungsmacht. Damit stand er
nun als Délégué Supérieur an der Spitze der französischen Militärregie- rung an der Saar (Gouvernement
Militaire de la Sarre), die man auch als "Délégation Supérieure de la Sarre" bezeichnete.
Am 7. September 1945 trat Grandval sein Amt an.
Sein Sohn Bertrand Grandval schrieb später in seinem Zeitzeugenbeitrag [9], dass General Pierre Marie Koenig, den General de Gaulle im Juli 1945 zum Oberbefehlshaber der gesamten Französischen Zone gemacht hatte, ursprünglich andere Pläne mit Grandval hatte: Da er ihn aus den letzten anderthalb Kriegsjahren als
erfolgreichen
Résistancekämpfer
kannte, schlug er ihm jetzt vor, seine rechte Hand in Baden-Baden zu werden. Aber Grandval, der ja vor dem Krieg
bereits
in einem Industriebetrieb gearbeitet hatte (siehe oben), war an einem solchen rein politischen und diplomatischen Einsatz nicht interessiert.
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Fotos: Ph. Harcourt und Sammlung Minister Erwin Müller.
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Ihn reizten vielmehr konkretere Dinge wie Kohle, Stahl und Wiederaufbau. Schon im Mai 1945 hatte er bei einem kurzen Besuch an der Saar festgestellt,
dass dort große und vordringliche Aufgaben zu erfüllen waren. Vor allem
musste die Industrie wieder in Gang gesetzt werden, um die
darniederliegende Wirtschaft anzukurbeln und den Menschen wieder eine
Lebensgrundlage zu geben, aber auch um die Reparationsleistungen an Frankreich in Form von Kohle und Stahl sicherzustellen. Aus diesem Grund bemühte er sich darum, dass man ihm "die Saar anvertraute". Sein Wunsch wurde erfüllt.
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b) Haut Commissaire (Hoher Kommissar, 1948 - Januar 1952)
Grandval sollte eigentlich nur einige Monate, höchstens ein halbes Jahr, im Saarland bleiben, aber seine Mission wurde schließlich auf knapp 10 Jahre ausgedehnt. Nachdem im Dezember 1947 die saarländische Verfassung verabschiedet worden war, beendete die französische
Militärregierung Anfang Januar 1948 ihre Arbeit im Saarland. Sie wurde von einem Hochkommissariat abgelöst, dessen Leitung
wiederum Gilbert Grandval übertragen wurde. Als Hoher Kommissar Frankreichs war er dem Pariser Außenministerium unterstellt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, darauf zu achten, dass die saarländische Regierung keine Beschlüsse fasste oder Gesetze erließ, die die Autonomie des Landes und die Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich gefährden könnten. Die Befugnisse
und Aufgaben des Hohen Kommissars sind weiter unten im Abschnitt "Aus der Arbeit Grandvals im Saarland" im Einzelnen aufgeführt.
Foto: Grandval mit dem damals etwa 5-jährigen Jan Müller, Sohn des Ministers Erwin Müller.
Foto: Sammlung Minister Erwin Müller.
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Das Hohe Kommissariat Grandvals war von 1948 - 1952 in diesem Gebäude in der Alleestraße (heute Fr.-Josef-Röder-Straße) untergebracht.
Die Inschrift oben am Dach lautete:
"Haut Commissariat de la République Française en Sarre". Seit 1952 befinden sich (bis heute) in dem Gebäude Franz-Josef-Röder-Str. 21 - 23 das saarländische Innen- und Arbeits-Ministerium.
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Seinen Wohnsitz richtete Grandval 1948 im Schloss Halberg ein. Während er dort "residierte", sorgten Angehörige des Saarbataillons für seine Sicherheit (Fotos hiervon finden Sie auf unserer Seite über das Saarbataillon).
Zwölf Jahre später wurde das Schloss Halberg zum Sitz des Saarländischen Rundfunks (etwa ab 1961, siehe Seite Wartburg).
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c) Ambassadeur (Botschafter; 1952 - 1955)
Am 25. Januar 1952 änderte sich Grandvals
Stellung im Saarland erneut. Er wurde nun französischer Botschafter und Chef der französischen diplomatischen
Vertretung. Seinen Amtssitz verlegte er 1952 von dem oben beschriebenen Gebäude in den Neubau am Saarufer, der später (bis heute) das Kultusministerium beherbergte (Bild rechts).
Auch in dieser neuen Position als Botschafter hatte er nach wie vor die Aufgabe und das Recht, Einspruch zu erheben gegen eventuelle Gesetzesvorschläge der Saarregierung, die mit der Autonomie des Saarlandes oder dessen Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich unvereinbar waren.
Hiervon soll er während seiner gesamten Amtszeit auch tatsächlich
fünfmal Gebrauch gemacht
haben.

Am 25. Januar 1955 verein- barten Herbert Blankenhorn, der deutsche Botschafter in Paris und enger Mitarbeiter Adenauers, sowie Georges Henri Soutou, stellvertretender französischer Kabinettschef, Gilbert Grandval zu Beginn der Drei-Monatsfrist
vor der Volksabstimmung aus dem Saarland
abzuberufen. [10]
Foto: Grandval und Johannes Hoffmann (Landesarchiv Saarbrücken, B 1121)
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Die "Mission Diplomatique Française en Sarre", von 1952 bis 1955 letzte Residenz Grandvals in Saarbücken (später Kultusministerium).
Foto: Historisches Museums Saar.
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d) Adieu à la Sarre - Abschied vom Saarland (30.6.1955)
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Und so wurde der 30.6.1955 zu Grandvals Abschiedstag vom Saarland. Bei einem Empfang, den die Regierung des
Saarlandes ihm
zu Ehren gab, hielt er eine bewe- gende Abschiedsanprache. Darin bezeichnete er den Auftrag, mit dem ihn die französische Regierung im Saarland betraut hatte, als "eine der erhebendsten Aufgaben, die heute einem Franzosen gestellt werden können."[11].
Seiner "zehnjährigen Mission" im Saarland maß er auch für sich persönlich eine große Bedeutung bei. Er nannte sie einen seiner wichtigsten Lebensabschnitte und versicherte, dass "...
die Erinnerung
an die Saar in meinem Herzen niemals verblassen oder unter- gehen wird.“ [12]. Da er die Saar bereits vier Monate vor der Volksbefragung verließ, ging er in seiner Ansprache natürlich davon aus, dass das Saarstatut angenommen werden würde.
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^ Dieses Foto brachte die Saarbrücker Zeitung am 25. Juni 1955 zusammen mit dem folgenden Bericht über den vorletzten Besuch Gilbert Grandvals im Saarland vor seinem Aufbruch nach Marokko.


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e) Grandvals Nachfolger als französischer Botschafter im Saarland (ab 2. 7. 1955)
Eric (Charles Marie) de Carbonnel (1910 bis 1965) wurde am 2. Juli 1955 Grandvals Nachfolger als Botschafter Frankreichs im Saarland.
Er hatte schon von 1948-50 dem französischen Hohen Kommissariat in Saarbrücken
in leitender Stellung angehört. Karl August Schleiden nannte ihn später einen "Karrierediplomaten" [13]. De Carbonnel hielt das Amt des Botschafters bis zum 27. Oktober 1956 inne, gut zwei Monate vor der politischen Angliederung der Saar an die BRD.
Während Grandval in der Literatur häufig als unversöhnlich und unnachgiebig ("intransigent") charakterisiert wird, wird de Carbonnel eher als einsichtiger Mensch beschrieben.
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Anmerkungen zu Abschnitt 3):
Bundesministerien im aussenpolitischen Ringen um die Saar 1949a bis 1955. Röhrig Universitätsverlag 2008. Seite 758, Anm. 74.
Zu der Drei-Monatsfrist vor der Volksabstimmung siehe auf unserer Seite Volksbefragung und Abstimmungskampf unter b).
[13] Karl-August Schleiden: Saarbrücken - so wie es war 2". Düsseldorf 1980. Seite 101.
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4) Grandval nach seiner Mission an der Saar

Weitere Lebensstationen: Der SPIEGEL meldete bereits im April 1954, dass Grandval Generalresident (offizieller
Regierungsvertreter) im Protektorat Französisch-Marokko werden sollte. Der Sultan von Marokko habe sich aber heftig dagegen gewehrt, weil Grandval mosaischen (jüdischen) Glaubens war (obwohl er schon viele Jahre vorher zum Katholizismus übergetreten war). Daraufhin habe man den Posten anderweitig besetzt [14]. Nach seinem Weggang aus dem Saarland wurde
Grandval
am 20. Juni 1955 schließlich doch zum Résident général in Marokko ernannt. Dieses Amt gab er jedoch
bereits nach 55 Tagen auf, weil er mit der Politik der Regierung Edgar Faure nicht übereinstimmte. Seine Zeit in Marokko reflektierte er auf 270 Seiten in seiner Monographie Ma Mission au Maroc (siehe rechts). Darin beschrieb er die Regierungsentscheidungen (décisions gouvernementales), mit denen er sich konfrontiert sah [15].
Im September 1958 wurde er Generalsekretär der französischen Handelsmarine. Als Linksgaullist gehörte er zu den Mitbegründern (1959) der Union démocratique
du
Travail (UDT). Im April 1962 übernahm er das Amt eines Staatssekretärs
im Außenhandelswesen, bevor er kurz danach, nämlich im Mai 1962, in der fünften
französischen Republik unter ihrem Präsidenten Charles de Gaulle und Premierminister Georges Pompidou französischer Arbeitsminister
wurde. Dieses Amt hatte er bis Januar 1966 inne.
Im Juli 1966 übernahm er das
Amt des Präsidenten der Reederei Messageries Maritimes, deren Geschicke er
bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1972 leitete.
Da er auch danach nicht ohne politische Betätigung sein wollte, ließ er sich 1971 zum Präsidenten der links- gaullistischen
Partei "Union travailliste" (UP) wählen.
Foto: Grandval als französischer Arbeitsminister 1965 (Landesarchiv Saarbrücken)
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Anmerkungen zu Abschnitt 4):
[15] Grandval, Gilbert: Ma mission au Maroc. Paris 1956.
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Tod und Vermächtnis
Wie der Eintrag des Standesbeamten vom 1.12.1981 belegt, starb Gilbert Grandval am 29.November1981 in Saint-Cloud (Hauts-de-Seine).
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Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof in Saint-Cloud beigesetzt.
Die Grabinschriften lauten: "Famille Grandval" (vorne) u. "Gilbert Grandval, Compagnon de la Libération 1904 - 1981" (auf der Grabplatte). [Foto von www.landrucimetieres.fr mit freundlicher Genehmigung von Philippe LANDRU].
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Grandval verfügte über ein umfangreiches Privatarchiv. Seine Tochter Christine hat nach seinem Tod dem Historischen Institut der Saar-Uni Kopien daraus übergeben (siehe Literaturangaben ganz unten auf dieser Seite unter Gilbert Grandval, Archives privées).
Grandval und die Religion
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Grandval muss irgendwann in seinem Leben vom jüdischen zum katholischen Glauben übergetreten sein. Hierüber sind bisher keine Einzelheiten bekannt (Zeitpunkt, Gründe, Umstände*). 1950 schenkte Grandval dem aus Püttlingen stammenden Kardinal Josef Clemens Maurer kurz nach dessen Weihe zum
Titularbischof
von Cea und Weihbischof von La Paz (Bolivien) eine prachtvolle Mitra (Bischofsmütze, Bild links). Mit der Herstellung hatte Grandval die Saarbrücker Kunstgewerblerin Ella Brösch beauftragt. Die Enden der beiden Zierstreifen trugen das bischöfliche Wappen des Kardinals (s. Bild rechts). Mitra, Bischofsstab,
Brustkreuz und Bischofsring überließ Maurer kurz vor seinem Tode (1990) der Stadt Püttlingen. (Fotos: Stadt Püttlingen.)
Näheres zu J.C.Maurer: http://homamei-online.de/wb/pages/sucre/kardinal-maurer.php und http://www.puettlingen.de/puettlingen/tourismus/Ehrenbuerger.php?navid=64.
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*) Einen persönlichen Brief an Christine Grandval mit verschiedenen Fragen über ihren Vater, u.a. bezüglich seines Glaubensübertritts, hat diese leider nicht beantwortet. (R.Freyer, 2010)
Persönliche Einschätzung zur Konversion Grandvals von Ulrich Meisser, Dillingen:
Auf jeden Fall kam ihm das katholische Bekenntnis im Saarland, das ja die französischen Farben Blau-Weiß-Rot nicht einfach übernommen, sondern Blau und Rot durch ein weißes Kreuz voneinander getrennt hatte, sehr zustatten. Ich erinnere mich einer Fotografie, auf der Grandval gemeinsam mit Hoffmann aus der Saarlouiser Kirche St.
Ludwig herausgekommen ist. Katholizismus und Politik gingen ja in diesem Staat
eine äußerst innige Verbindung ein, enger, als es in dem laizistischen
Frankreich jemals denkbar gewesen wäre.
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Grandvals deutsche Sprachkenntnisse
Kurz nach seinem Amtsantritt im Saarland hatte Grandval geäußert, dass seine Kenntnisse der deutschen Sprache "rudimentär" seien (nach D. M. Schneider, siehe Anm. [4] !). Franz Schlehofer bestätigte später in einem Interview, dass Grandval auch im Saarland fast nur Französisch gesprochen habe. Höchstens
gelegentlich
soll er ein paar deutsche Sätze von sich gegeben haben [11]. Dies empfanden manche Saarländer als Affront Grandvals, weil sie dachten, er wolle dadurch seiner Abneigung
gegen alles Deutsche Ausdruck verleihen.
Weil die Saarländer von der Antipathie Grandvals gegen den Gebrauch der deutschen Sprache wussten, stellten sie sich manchmal auch gerne darauf ein. Hier ein kleiner Bericht des Zeitzeugen Arnold Imig, Jahrgang 1938, übermittelt von Ulrich Meisser, Dillingen, im Februar 2011:
An einem späten Nachmittag im Advent des Jahres 1946 wurden die Schulkinder der Volksschule in Wallerfangen, das damals in
Vaudrevange umbenannt worden war, zu einer vorweihnachtlichen Feier ins
Münchner Kind’l in der Hauptstraße, schräg gegenüber der heutigen Filiale
der Kreissparkasse, befohlen. Durch den Hausgang gelangte man über den Hof und
eine Treppe nach oben in den Saal. Der Saal war unbeheizt. Einer der älteren
Schüler, etwa dreizehn Jahre alt, gab die Parole aus: „Wenn der Grandval
kommt, sagen wir 'Bonjour, Monsieur!'“
Der Militärgouverneur erschien zwar in Begleitung mehrerer Herren, aber
es blieb bei der verabredeten, im Chor geschmetterten Begrüßung:
„Bonjour, Monsieur!“, worauf der dankte: „Bonjour, mes
enfants!“
Der Musiklehrer Alfons Sibille hatte französisches Liedgut
einstudiert. Zunächst die 'Hymne an die Nacht' nach Jean-Philippe Rameaus
Melodie, mit einem der verschiedenen Texte, die dieser Melodie unterlegt worden
sind. Ich kann noch heute den Text ‚par coeur’: „Oh
nuit, qu’il est profond ton silence“. Später folgte dann, es ging
ja auf Weihnachten zu, „Oh beau sapin, roi des forêts“ (Oh Tannenbaum).
An die Reden erinnere ich mich nicht mehr, zumal die des Délégué
Supérieur, wie immer, auf Französisch gehalten war. Zum Abschluss gab es für
jedes Kind ein sofort verzehrbares kleines Geschenk, damals etwas besonders
Wertvolles.
Die Begrüßung des Repräsentanten Frankreichs war also keineswegs von
oben angeordnet, sondern ein spontaner Einfall eines Schülers, allerdings ganz
im Sinne eines vorauseilenden Gehorsams, der die Absichten der Veranstaltung,
die ‚pénétration pacifique’, durchaus richtig interpretierte.
Weitere Quellen, Links und Literaturangaben finden Sie ganz unten.
B) Aus der Arbeit Grandvals im Saarland
1) Liste der Befugnisse und Aufgaben Grandvals als Haut Commissaire
Der Hohe Kommissar Frankreichs für das Saarland unterstand dem Pariser Außenministerium. Seine Hauptaufgabe war es, auf die strikte Einhaltung der Richtlinien zu achten, die in der saarländischen Verfassung, besonders in ihrer Präambel, in Bezug auf die Zollunion und den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich festgelegt
waren.
Im Einzelnen waren ihm 1948 folgende Rechte und Pflichten übertragen worden:
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1) Der Hohe Kommissar gewährleistet die Verkündung und Anwendung derjenigen französischen gesetzgeberischen Maßnahmen, die auf die Saar
anwendbar sind;
2) der Hohe Kommissar trifft auf dem Verordnungswege die mit der
französisch saarländischen Zollunion und dem wirtschaftlichen Anschluß
zusammenhängenden Maßnahmen; 3) Gesetze und Verordnungen der
saarländischen Regierung können erst nach Genehmigung durch den Hohen
Kommissar verkündet und in Kraft gesetzt werden; 4) der Hohe Kommissar ernennt die höheren saarländischen Beamten und entscheidet in allen Einbürgerungsfragen; 5) der Hohe Kommissar hat das Recht, in den saarländischen Haushaltsplan
diejenigen Summen einsetzen zu lassen, die für die Durchführung des
wirtschaftlichen Anschlusses und für die Aufrechterhaltung einer
ordnungsgemäßen Abwicklung der öffentlichen Dienste erforderlich ist; 6)
der Hohe Kommissar ist berechtigt, alle Schritte zu unternehmen, die
geeignet sind, die öffentliche Ordnung angesichts einer eventuell
eintretenden Bedrohung der in der Präambel der saarländischen
Verfassung enthaltenen Grundsätze zu garantieren. [1]
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Im Februar und März 1950 trat Ministerpräsident Johannes Hoffmann in Paris in Verhandlungen mit dem französischen Außenminister Robert Schuman über die Regelung des Verhältnisses Frankreich - Saarland ein, die zur Unterzeichnung der Saarkonventionen führten. Dabei erreichte er dank seiner Standhaftigkeit und wohl auch wegen
der
Erstarkung der gerade gegründeten Bundesrepublik einige Verbesserungen für sein Land. So wurde zum Beispiel das anfangs uneingeschränkte Vetorecht Grandvals auf diejenigen Bereiche beschränkt, die den wirtschaftlichen Anschluss und die militärische Sicherheit betrafen. Durch die Unterzeichnung neuer Saarkonventionen am 20. Mai 1953 entfiel das Vetorecht der Franzosen vollständig. [2]
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[1] Jacques Freymond, Die Saar 1945 - 1955. Oldenbourg Verlag München, 1961, S. 374.
[2] Siehe Karl August Schleiden. Vom Waffenstillstand 1945 über Autonomie zum Bundesland. In: Dieter Staerk, Hg. Das Saarlandbuch. 5. neu
bearbeitete Auflage. Saarbrücken 1990. S. 236 - 238.
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2) Grandval war immer dabei
Auf zahlreichen zeitgenössischen Fotos von offiziellen Veranstaltungen sieht man Grandval im Beisein saarländischer Regierungsmitglieder.
Hier zum Beispiel am Ostausgang des Saarbrücker Hauptbahnhofs, wo im Jahr 1949 ein französischer Staatsgast empfangen wird.
An den Außenmauern des Bahnhofs- gebäudes wehen die Flaggen der beiden Länder. Angehörige des Saarbataillons stehen Spalier und präsentieren das Gewehr.
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Zum offiziellen Begrüßungskomitee gehören außer Gilbert Grandval Wirtschaftsminister Franz Maria Singer, der damals zugleich auch Bürgermeister von Saarbrücken war, und der spätere Innenminister Edgar Hector (hier links von Grandval zu sehen).
Daneben steht eine Limousine der saarländischen Polizei; es ist ein Citroën Traction Avant 11 BL.
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Hier schreitet Gilbert Grandval in Saarlouis neben dem Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann
und einigen französischen Militärangehörigen zu einem feierlichen Ereignis.
Diese drei Fotos: Landesarchiv Saarbrücken
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Hinweis: In Epinal (Vosges, Frankreich) gibt es eine Rue Gilbert Grandval.
C) Madame Yvonne Grandval
Gilbert Hirsch-Ollendorff hatte Yvonne Schwenter im Januar 1927 in zweiter Ehe geheiratet (siehe oben unter a 1). Über ihre Herkunft ist nicht viel bekannt, außer dass sie eine Tochter aus dem Haus Schwenter war. In dem auf Tatsachen beruhenden Buch von Mrs. Robert Henrey,"The
Return to the Farm" (London, 1947) spielen Yvonnes Eltern eine Rolle. Ihr Vater soll ein Hotel in Paris geführt haben. Yvonnes Mutter sagt von sich, dass sie völlig in ihren kleinen Enkelsohn vernarrt sei, und verweist auf einen Kinderwagen, der bei ihr im Flur stehe. Wörtlich fährt sie fort: "My daughter is married to Colonel Granval (sic!) who, with Pierre Brossolette, was one of the most romantic figures in the maquis." ("Meine
Tochter
ist mit Oberst G. verheiratet, der zusammen mit P.B. eine der romantischsten Figuren im Maquis war.") Der "Maquis" (wörtlich Busch) war in der französischen Resistance ein Ausdruck für jene Gegend, die nicht von den Nazis oder Kollaborateuren beherrscht wurde (Definition nach
http://www.thur.de/philo/fdm.htm). Der Leser erfährt außerdem, dass Pierre Brossolette alias Lavoisier während der Resistance ein guter Bekannter Grandvals gewesen sein muss.
Während ihrer Zeit im Saarland soll Madame Grandval nach Zeitzeugenberichten in der "Residenz" ihres Gemahls im Schloss Halberg und später im Neubau am Saarufer (heute Kultusministerium) "das Sagen" gehabt haben, besonders was die Ausstattung der Räume anging.
So mussten z.B.
die Mitarbeiter der Fa. Weinhold die Vorhänge und Gardinen ganz genau nach ihren Anweisungen fertigen und anbringen.
Häufig begleitete Mme Grandval ihren Gemahl zu offiziellen Anlässen im ganzen Land. Hier einige Beispiele:
15. Juli 1950: Einen Tag nach dem französischen Nationalfeiertag (der seit dem Kriegsende auch im Saarland gefeiert wird) hat Madame Grandval die große Aufgabe übernommen, in Neunkirchen den ersten Hochofen des Eisenwerks wieder in Betrieb zu setzen. Im Bild rechts sitzt sie neben JoHo,
und dessen Frau Frieda hat neben Grandval
Platz genommen. (Fotos: Landesarchiv Saarbrücken, Presse Foto-Actuelle; Saarstaat)
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Oben und links : Mme Grandval beim Wiederanstich im Neunkircher Eisenwerk.
Rechts: M. et Mme Grandval auf dem Großen Markt in Saarlouis anlässlich der
Feiern zum Französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 1954. (Landesarchiv Saarbr.)
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Oben: Die Ehepaare Hoffmann und Grandval beim "Ball der Saar" der Vereinigung Saarländischer Studenten im Hotel Continental in Paris am 30. April 1954.
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Dieses Bild entstand bei einem Konzert in den Räumen der Französischen Botschaft am Saarufer (heute Kultusministerium). Neben und hinter Madame Grandval (vorne links) sitzen die Saar-Minister Richard Kirn und Dr. Singer.
(Fotos: Landesarchiv Saarbrücken.)
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