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a) Die Lebensgeschichte des Gilbert Grandval
(Text von Rainer Freyer und Stefan Haas)
"Für die Saar habe ich einige der schönsten Jahre meines Lebens hingegeben.
Meine Jugend ist hier zu Ende gegangen. Der Saar verdanke ich die Jahre der Reife."
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1) Gilbert Hirsch-Ollendorff, Sohn einer jüdischen Familie aus dem Elsass
Grandval wurde am 12. Februar 1904 in Paris als Gilbert Hirsch geboren. Er war der Sohn einer alten jüdischen Familie aus dem Elsass. Sein Großvater väterlicherseits war der Buchhändler Hirsch aus Straßburg. Als das Elsass 1871 dem Deutschen Kaiserreich zugeschlagen wurde, wählte Hirsch die Option, mit seiner Familie
nach Frankreich zu übersiedeln, und verlegte seinen Wohnsitz nach Paris. Gilberts Vater übernahm später dort
die Buchhandlung des Großvaters und gliederte ihr einen Verlag für
Schulbücher an [1]. Der Großvater mütterlicherseits war Paul Ollendorff, der Verleger des französischen Schriftstellers Guy de Maupassant [2]. Gilbert nahm später den Doppelnamen Hirsch-Ollendorff an, der sich aus den Familiennamen seiner beiden Großväter zusammensetzte.
Er behielt ihn bis gegen Ende des 2. Weltkrieges bei.
Als Vorname wird fast immer nur "Gilbert" genannt, aber in einigen Quellen werden als zusätzliche Vornamen "Yves Edmond" angegeben (z.B. hier). In einem britischen Buch wird er gar als "Salomon Hirsch Ollendorf" (sic!) aufgeführt [3], was mit seiner jüdischen Abstammung zusammenhängen dürfte (er trat irgendwann
vor 1945 zum katholischen Glauben über).
Seine Schulausbildung erhielt Gilbert am renommierten Lycée Condorcet in Paris. Danach begann er auf Wunsch seiner Familie ein Medizinstudium, das aber durch den Militärdienst (von 1924-1926) unterbrochen wurde. Er hat es danach nie wieder aufgenommen [4]. Durch die Vermittlung
guter Freunde konnte er in das bedeutende französische Unternehmen Compagnie de St. Gobain einsteigen, das Gläser und chemische Produkte herstellte. Mit etwa 25 Jahren wurde er zu dessen kaufmännischem Leiter und war in dieser Funktion für die Bretagne und die Normandie zuständig. 1939 arbeitete Gilbert als Leiter einer Düngemittelfabrik, deren
Anlage sich in Lyon befand und die zum Besitz seiner Familie gehörte. [5]
Mit wem Gilbert verheiratet war,
werden wir in Kürze an dieser Stelle bekannt geben, wenn unsere Nachforschungen abgeschlossen sind. Es gibt verschiedene Fotos von offiziellen Anlässen, bei denen Mme Grandval zugegen war. (Einige Bilder sehen Sie weiter unten im Abschnitt c) über Madame Grandval.) 1928 kam Grandvals Sohn Bertrand zur Welt, der später in St. Cloud bei Paris lebte und 1995 in einem Zeitzeugenbeitrag
über die Arbeit seines Vaters im Saarland berichtete [6]. Auch die Tochter Christine lebte später in St. Cloud. Nachdem der Vater nach dem Krieg
den Familiennamen Grandval angenommen hatte (siehe Ende von Abschnitt 2) übernahmen auch die beiden Kinder diesen Namen.
2) Im Zweiten Weltkrieg: Militärpilot und Résistance-Kämpfer
Zu Beginn des Krieges wurde Gilbert im Alter von 35 Jahren zur französischen Luftwaffe eingezogen, und zwar als Sous-Lieutenant pilote (Pilot im Range eines Leutnants). Dies war möglich, weil er als Privatpilot bereits zahlreiche Flugstunden absolviert hatte und von daher die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten
besaß.
Im Krieg war er als Flieger an alliierten
Flucht- und Rettungseinsätzen beteiligt und wäre 1940 beinahe in Gefangenschaft geraten. (Grandval war später auch im autonomen Saarland maßgeblich am Wiederaufbau und Betrieb des Luftverkehrs beteiligt und flog auch selbst mit einer eigenen Maschine häufig vom und zum Flughafen St. Arnual - siehe Seite Flugverkehr!).
Ab April 1943 beteiligte sich Grandval im Norden Frankreichs an Aktionen der Widerstandsgruppe Ceux de la Résistance (CDLR). Eine seiner Aufgaben bestand darin, neue Mitstreiter anzuwerben, obwohl er sich selbst nicht vollständig dieser
Organisation verschrieben hatte.
Am 6. August 1943 wurde er
von den deutschen Besatzern in Paris verhaftet. Mangels Beweisen
wurde er jedoch nach zwei Tagen wieder freigelassen. Nach diesem Vorfall
widmete er seine ganze Aufmerksamkeit und Arbeit der
Untergrundorganisation und war von diesem Zeitpunkt an vollwertiges Mitglied
der Résistance. Er benutzte dabei verschiedene Decknamen: "Chancel", "Pasteur", "Berger", "Grandval" und "Planète" [7]. Im Laufe der Zeit entwickelte er ein gewisses Führungspotential, war sehr vertraut mit den Strukturen der Résistance und stand nach einiger Zeit weit oben in der Hierarchie dieser Bewegung. Im Range eines Colonels (Oberst) befehligte er die französischen Widerstandskräfte
(Forces françaises de l’intérieur - FFI) in acht Départements im Nordosten Frankreichs (von den Ardennen bis zum Elsass). Auf Weisung von General Charles de Gaulle wurde er als Militärbeauftragter dieser 20. Region (Nancy) eingesetzt. Damit hatte er zwei der wichtigsten und gefürchtetsten Posten des Geheimdienstes inne.
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Im September 1944 löschte er in Nancy die letzten dort noch verbliebenen Reste der deutschen Wehrmacht aus, nachdem er in die Stadt eingerückt war - nur zwei Tage vor den Amerikanern.
Aus den dabei aufgetretenen Streitigkeiten mit amerikanischen Offizieren entstand wohl seine Abneigung gegen die Amerikaner. Als am 25. September 1944 General de Gaulle das befreite Nancy besuchte, sprach er Grandval seine Anerkennung für dessen große Verdienste in der Widerstandsbewegung und bei der Befreiung Frankreichs aus. De Gaulle war von 1944
bis 1946 provisorischer Staatspräsident. Er verlieh Grandval den Ordre de la Libération, den er 1940 selbst gestiftet hatte. Grandval durfte sich fortan Compagnon de la Libération nennen und wurde außerdem Chevalier (oder Grand Officier) de la Légion d`Honneur (Ritter bzw. Großoffizier der Ehrenlegion). Er erhielt noch einige weitere Auszeichnungen, und es
wurde ihm offiziell gestattet, seinen bisherigen Decknamen Grandval als Familiennamen zu führen. Er war inzwischen vom jüdischen zum katholischen Glauben übergetreten.
In diesem Buch schildern Grandval und Collin ausführlich (in französischer Sprache) die Ereignisse während der Befreiung Ostfrankreichs.
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3) 1945 - 1955: Vertreter Frankreichs im Saarland
a) Gouverneur Militaire. Schon kurz nach Ende des 2. Weltkriegs begann Grandval seine politischen Aktivitäten im Saarland. Nachdem die amerikanischen
Besatzungstruppen aus dem Land ausgezogen und das französische Militär eingerückt war (Einzelheiten dazu im Geschichtlichen Überblick), wurde er am 30. August 1945 von General de Gaulle zum Militärgouverneur der französischen Besatzungsmacht im Saarland ernannt. Damit stand er
nun als Délégué Supérieur an der Spitze der französischen Militärregierung an der Saar (Gouvernement Militaire de la Sarre), die auch die Bezeichnung "Délégation Supérieure de la Sarre" trug.
Am 7. September 1945 trat er sein Amt an.
Sein Sohn Bertrand Grandval schrieb später in einem Zeitzeugenbeitrag [5], dass General Pierre Koenig, den de Gaulle im Juli 1945 zum Oberbefehlshaber der gesamten Französischen Zone gemacht hatte, ursprünglich andere Pläne mit Grandval hatte: Da er ihn aus den letzten anderthalb Kriegsjahren als erfolgreichen Résistancekämpfer
kannte, schlug er ihm jetzt vor, seine rechte Hand in Baden-Baden zu werden. Aber Grandval, der ja vor dem Krieg
bereits
in einem Industriebetrieb gearbeitet hatte (siehe oben), war an einem solchen rein politischen und diplomatischen Einsatz nicht interessiert. Ihn reizten vielmehr konkretere Dinge wie Kohle, Stahl und Wiederaufbau.
Schon im Mai 1945 hatte er bei einem kurzen Besuch an der Saar festgestellt, dass dort große und vordringliche Aufgaben zu erfüllen waren. Vor allem musste die Industrie wieder in Gang gesetzt werden, um die darniederliegende Wirtschaft anzukurbeln und den Menschen wieder eine
Lebensgrundlage zu geben, aber auch um damit die Reparationsleistungen an Frankreich in Form von Kohle und Stahl sicherzustellen. Aus diesem Grund bemühte er sich darum, dass man ihm "die Saar anvertraute", und sein Wunsch wurde erfüllt.
Foto: Sammlung Minister Erwin Müller.
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b) Haut Commissaire.
Grandval sollte eigentlich nur einige Monate, höchstens ein halbes Jahr, im Saarland bleiben, aber seine Mission wurde schließlich auf knapp 10 Jahre ausgedehnt. Nachdem im Dezember 1947 die saarländische Verfassung verabschiedet worden war, beendete die französische Militärregierung Anfang Januar 1948 ihre Arbeit im Saarland. Sie wurde von einem Hochkommissariat abgelöst, dessen Leitung
wiederum Gilbert Grandval übertragen wurde. Als Hoher Kommissar Frankreichs war er dem Pariser Außenministerium unterstellt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, darauf zu achten, dass die saarländische Regierung keine Beschlüsse fasste oder Gesetze erließ, die die Autonomie des Landes und die Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich gefährden könnten. Die Befugnisse
und Aufgaben des Hohen Kommissars sind weiter unten im Abschnitt "Aus der Arbeit Grandvals im Saarland" im Einzelnen aufgeführt.
Grandval residierte von 1948 bis 1952 im Schloss Halberg (das zwölf Jahre später zum Sitz des Saarländischen Rundfunks wurde). Für seine Sicherheit sorgten dort Angehörige des Saarba- taillons (Fotos hiervon finden Sie auf der Seite Saarbataillon).
Oben: Grandval mit dem damals etwa 5-jährigen Jan Müller, Sohn des Ministers Erwin Müller. Foto: Sammlung Minister Erwin Müller.

c) Ambassadeur. Am 25. Januar 1952 änderte sich Grandvals
Stellung im Saarland erneut. Er wurde nun französischer Botschafter und Chef der französischen diplomatischen
Vertretung. Seinen Sitz verlegte er 1952 vom Halberg in den Neubau am Saarufer, der später das Kultusministerium beherbergte. Auch in dieser Position hatte er noch das Recht, Einspruch zu erheben gegen eventuelle Gesetzesvorschläge der Saar-Regierung, die mit der Autonomie des Saarlandes oder seiner Wirtschafts- und Zollunion mit Frankreich unvereinbar waren. Hiervon soll er während seiner gesamten Amtszeit auch tatsächlich fünfmal Gebrauch gemacht
haben.
Am 25.1.1955 vereinbarten Herbert Blankenhorn, deutscher Botschafter in Paris und enger Mitarbeiter Konrad Adenauers, und Georges Henri Soutou, stellvertretender französischer Kabinettschef, Grandval zu Beginn der Drei-Monatsfrist vor der Volksabstimmung aus dem Saarland
abzuberufen. [8]
Foto: Grandval und Johannes Hoffmann (Landesarchiv Saarbrücken, B 1121).
d) Adieu à la Sarre - Abschied vom Saarland.
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Und so wurde der 30.6.1955 zu Grandvals Abschiedstag vom Saarland. Bei einem Empfang, den die Regierung des
Saarlandes ihm
zu Ehren gab, hielt er eine bewe- gende Abschiedsanprache. Darin bezeichnete er den Auftrag, mit dem ihn die französische Regierung im Saarland betraut hatte, als "eine der erhebendsten Aufgaben, die heute einem Franzosen gestellt werden können."[9].
Seiner "zehnjährigen Mission" im Saarland maß er auch für sich persönlich eine große Bedeutung bei. Er nannte sie einen seiner wichtigsten Lebensabschnitte und versicherte, dass "...
die Erinnerung
an die Saar in meinem Herzen niemals verblassen oder unter- gehen wird.“ [10]. Da er die Saar bereits vier Monate vor der Volksbefragung verließ, ging er in seiner Ansprache natürlich davon aus, dass das Saarstatut angenommen werden würde.
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^ Dieses Foto brachte die Saarbrücker Zeitung am 25. Juni 1955 zusammen mit dem folgenden Bericht über den vorletzten
Besuch Grandvals im Saarland vor seinem Aufbruch nach Marokko.


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Kurz nach seinem Amtsantrit im Saarland hatte Grandval geäußert, dass seine Kenntnisse der deutschen Sprache "rudimentär" seien [siehe Anm. 4]. Franz Schlehofer bestätigte später in einem Interview, dass Grandval auch im Saarland fast nur französisch gesprochen habe. Höchstens gelegentlich
soll er ein paar deutsche Sätze von sich gegeben haben [11]. Dies empfanden manche Saarländer als Affront Grandvals, weil sie dachten, er wolle dadurch seiner Abneigung
gegen alles Deutsche Ausdruck verleihen.
e) Grandvals Nachfolger. Éric (Charles Marie) de Carbonnel (1910 - 1965) wurde am 2. Juli 1955 Grandvals Nachfolger als Botschafter Frankreichs im Saarland.
Er hatte schon von 1948-50 dem französischen Hohen Kommissariat in Saarbrücken
in leitender Stellung angehört. Karl August Schleiden nannte ihn später einen "Karrierediplomaten" [12]. De Carbonnel hielt das Amt des Botschafters inne bis zum 27. Oktober 1956, gut zwei Monate vor der politischen Angliederung der Saar an die BRD.
Während Grandval in der Literatur häufig als unversöhnlich und unnachgiebig ("intransigent") charakterisiert wird, wird de Carbonnel eher als einsichtiger Mensch beschrieben.
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4) Grandval nach seiner Mission im Saarland

Weitere Lebensstationen: Der SPIEGEL meldete bereits im April 1954, dass Grandval Generalresident (offizieller
Regierungsvertreter) im Protektorat Französisch-Marokko werden sollte. Der Sultan von Marokko habe sich aber heftig dagegen gewehrt, weil Grandval mosaischen (jüdischen) Glaubens war (obwohl er schon viele Jahre vorher zum Katholizismus übergetreten war). Daraufhin habe man den Posten anderweitig besetzt [13]. Nach seinem Weggang aus dem Saarland wurde Grandval
am 20. Juni 1955 schließlich doch zum Résident général in Marokko ernannt. Dieses Amt gab er jedoch
bereits nach 55 Tagen auf, weil er mit der Politik der Regierung Edgar Faure nicht übereinstimmte. Seine Zeit in Marokko reflektierte er auf 270 Seiten in seiner Monographie Ma Mission au Maroc. Darin beschrieb er die Regierungsentscheidungen (décisions gouvernementales), mit denen er sich konfrontiert sah [14]. --->
Im September 1958 wurde er Generalsekretär der französischen Handelsmarine. Als Linksgaullist gehörte er zu den Mitbegründern (1959) der Union démocratique
du
Travail (UDT). Im April 1962 übernahm er das Amt eines Staatssekretärs
im Außenhandelswesen, bevor er kurz danach, nämlich im Mai 1962, in der fünften
französischen Republik unter ihrem Präsidenten Charles de Gaulle und Premierminister Georges Pompidou französischer Arbeitsminister
wurde. Dieses Amt hatte er bis Januar 1966 inne.
Im Juli 1966 übernahm er das
Amt des Präsidenten der Reederei Messageries Maritimes, deren Geschicke er
bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1972 leitete.
Da er auch danach nicht ohne politische Betätigung sein wollte, ließ er sich 1971 zum Präsidenten der links- gaullistischen
Partei "Union travailliste" (UP) wählen.
Foto: Grandval als französischer Arbeitsminister 1965 (Landesarchiv Saarbrücken)
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Gilbert Grandval starb am 29.
November 1981 in Paris. Er wurde auf dem Friedhof von Saint-Cloud, einer Vorstadt im Westen von Paris, beigesetzt.
Grandval verfügte über ein umfangreiches Privatarchiv. Seine Tochter Christine hat nach seinem Tod dem Historischen Institut der Saar-Uni Kopien daraus übergeben (siehe unten, Punkt 5).
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Die Grabinschriften lauten: "Famille Grandval" (vorne) u. "Gilbert Grandval, Compagnon de la Libération [vgl. dazu oben Punkt 2, letzter Abschnitt] 1904 - 1981" (auf der Grabplatte). [Foto mit frdl. Genehmigung von Philippe LANDRU (www.landrucimetieres.fr)].
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5) Veröffentlichungen Grandvals
- Grandval, Gilbert/Johannes Hoffmann: La Sarre - bilan d'une année de reconstruction [Die Saar - Bilanz eines Jahres
Wiederaufbau]. Paris, 1949.
- Allocation d'Adieu. Deutscher Titel: Abschiedsansprache S.E. Gilbert Grandval, Französischer Botschafter, Chef der französischen
diplomatischen Vertretung im Saarland, Donnerstag, den 30. Juni 1955 bei dem ihm zu Ehren von der Regierung des Saarlandes
veranstalteten Empfang. (Text in Französisch mit deutscher Übersetzung.) Saarbrücken: Presse-Verlag, 1955.
- Grandval, Gilbert: Ma Mission au Maroc [Meine Mission in Marokko]. Paris, Librairie Plon, 1956.
- Grandval, Gilbert et Jean Collin: Libération de l’ Est de la France [Die Befreiung Ostfrankreichs]. Paris, Hachette Littérature,
collection La libération de la France, 1974.
- Grandval, Gilbert: Archives privées. Paris, 1983 (Kopien befinden sich beim Historischen Institut der Universität des Saarlandes)
- L'économie sarroise. Toutes les activités sarroises passées en revue par 20 industriels sarrois [Die Wirtschaft des Saarlandes. Sämtliche saarländische Aktivitäten aus der Sicht 20 saarländischer Industrieller].
Ed. Gilbert Grandval. Paris, 1984.
Anmerkungen zu dem obigen Text:
[1] "Europakonflikt. Für jeden, der sehen will" in: DER SPIEGEL 6/1952 vom 06.02.1952, Seite 5. Im Netz zu finden unter:
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21317914.html).
[2] Gilbert Grandval et Jean Collin: Libération de l’ Est de la France. Paris 1974. Vordere Umschlagklappe.
[3] In dem Buch: James Shields, The extreme right in France: from Pétain to Le Pen, Routledge, 2007, wird er auf Seite 79 wie folgt erwähnt:
"people who don't even dare to say their names: ..., Salomon Hirsch Ollendorf, otherwise known as Grandval, ..." (Leute, die nicht einmal
ihren Namen zu sagen wagen: ..., Salomon Hirsch Ollendorf, sonst bekannt als Grandval, ..."
[4] Schneider, Dieter Marc: Gilbert Grandval. Frankreichs Prokonsul an der Saar. In: Martens, Stefan, (Hrsg.): Vom "Erbfeind" zum
"Erneuerer". Aspekte und Motive der französischen Deutschlandpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Sigmaringen 1993. Seite 201-243.
[5] Küppers, Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Düsseldorf 2008, S. 476, Anm. 554.
[7] Grandval et Collin a.a.O., S. 14.
Bundesministerien im aussenpolitischen Ringen um die Saar 1949 bis 1955. Röhrig Universitätsverlag 2008. Seite 758, Anm. 74.
[12] Karl-August Schleiden: Saarbrücken - so wie es war 2". Düsseldorf 1980. Seite 101.
[14] Grandval, Gilbert: Ma mission au Maroc. Paris 1956.
Weitere Quellen, Links und Literaturangaben siehe ganz unten.
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b) Aus der Arbeit Grandvals im Saarland
Liste der Befugnisse und Aufgaben Grandvals als Haut Commissaire
Der Hohe Kommissar Frankreichs für das Saarland unterstand dem Pariser Außenministerium. Seine Hauptaufgabe war es, auf die strikte Einhaltung der Richtlinien zu achten, die in der saarländischen Verfassung, besonders in der Präambel, festgelegt waren.
Im Einzelnen waren ihm folgende Rechte und Pflichten übertragen worden:
1) Der Hohe Kommissar gewährleistet die Verkündung und Anwendung
derjenigen französischen gesetzgeberischen Maßnahmen, die auf die Saar
anwendbar sind;
2) der Hohe Kommissar trifft auf dem Verordnungswege die mit der
französisch saarländischen Zollunion und dem wirtschaftlichen Anschluß
zusammenhängenden Maßnahmen; 3) Gesetze und Verordnungen der
saarländischen Regierung können erst nach Genehmigung durch den Hohen
Kommissar verkündet und in Kraft gesetzt werden; 4) der Hohe Kommissar ernennt die höheren saarländischen Beamten und entscheidet in allen Einbürgerungsfragen; 5)
der Hohe Kommissar hat das Recht, in den saarländischen Haushaltsplan
diejenigen Summen einsetzen zu lassen, die für die Durchführung des
wirtschaftlichen Anschlusses und für die Aufrechterhaltung einer
ordnungsgemäßen Abwicklung der öffentlichen Dienste erforderlich ist; 6)
der Hohe Kommissar ist berechtigt, alle Schritte zu unternehmen, die
geeignet sind, die öffentliche Ordnung angesichts einer eventuell
eintretenden Bedrohung der in der Präambel der saarländischen
Verfassung enthaltenen Grundsätze zu garantieren. [1]
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[1] Jacques Freymond, Die Saar 1945 - 1955. Oldenbourg Verlag München, 1961, S. 374.
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Grandval ist immer dabei.
Auf zahlreichen zeitgenössischen Fotos von offiziellen Veranstaltungen sieht man Grandval im Beisein saarländischer Regierungsmitglieder.
Hier zum Beispiel am Ostausgang des Saarbrücker Hauptbahnhofs, wo im Jahr 1949 ein französischer Staatsgast empfangen wird.
An den Außenmauern des Bahnhofs- gebäudes wehen die Flaggen der beiden Länder. Angehörige des Saarbataillons präsentieren das Gewehr und stehen Spalier.
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Zum offiziellen Begrüßungskomitee gehören außer Gilbert Grandval Wirtschaftsminister Franz Maria Singer, der damals zugleich auch Bürgermeister von Saarbrücken war, und der spätere Innenminister Edgar Hector (hier links von Grandval zu sehen). Eine Limousine der saarländischen Regierung wartet bereits; es
ist ein Citroën 15 CV Traction Avant .
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Hier schreitet Gilbert Grandval in Saarlouis neben dem Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann
und einigen französischen Militärangehörigen zu einem feierlichen Ereignis.
Diese drei Fotos: Landesarchiv Saarbrücken
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(wird fortgesetzt)
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c) Madame Grandval
15. Juli 1950: Einen Tag nach dem französischen Nationalfeiertag (der seit dem Kriegsende auch im Saarland gefeiert wird) hat Madame Grandval die große Aufgabe übernommen, in Neunkirchen den ersten Hochofen des Eisenwerks wieder in Betrieb zu setzen. Im Bild rechts sitzt sie neben JoHo,
und dessen Frau Frieda hat neben Grandval
Platz genommen. (Fotos: Landesarchiv Saarbrücken, Presse Foto-Actuelle; Saarstaat)
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Oben und links : Mme Grandval beim Wiederanstich im Neunkircher Eisenwerk.
Rechts: M. et Mme Grandval auf dem Großen Markt in Saarlouis anlässlich der Feiern zum Französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 1954. (Landesarchiv Saarbr.)
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Oben: Die Ehepaare Hoffmann und Grandval beim "Ball der Saar" der Vereinigung Saarländischer Studenten im Hotel Continental in Paris am 30. April 1954.
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Dieses Bild entstand bei einem Konzert in den Räumen der Französischen Botschaft am Saarufer (heute Kultusministerium). Neben und hinter Madame Grandval (vorne links) sitzen die Saar-Minister Richard Kirn und Dr. Singer.
(Fotos: Landesarchiv Saarbrücken.)
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