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                 www.saar-nostalgie.de - WIRTSCHAFT

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Bergbau im Saarland

 

 

 

von 1945 bis zur Rückgliederung 1957

 

 

> zur Einführung in das Thema Kohle und Stahl   /   > zur Seite Eisenwerke

 

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             INHALT: Das Kapitel "Bergbau im Saarland" auf dieser Seite gliedert sich in vier Teile:

  

             1) Die Steinkohlengruben an der Saar (alle von 1945 - 59 aktiven Gruben, mit Zeichnungen der Gruben und ihrer Namensgeber)

   

             2) Geschichte des Bergbaus an der Saar

                  a) Knapper historischer Abriss über die geschichtlichen Zusammenhänge im Bergbau bis zum 2. Weltkrieg

                  b) Von der Mission Française zur Saarbergwerke AG - ein organisationspolitischer Überblick von 1945 bis 1957

       

             3) Verschiedene Infos über den Saar-Bergbau (u.a. Kohlenförderung, Steigerlied usw.)

       

             4) Grubenunglücke im Saarland

 

              > Seiten zu einzelnen Bergwerken: Grube Hirschbach in Dudweiler / Grube Viktoria Püttlingen.

              > Grubenomnibusse finden Sie auf der Seite Omnibusse.

 

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1) Die Steinkohlengruben an der Saar zur Zeit des teilautonomen Saarlands                

 

 

  

                                                                                                                                                                                                                                     Karte: Karl-Heinz Janson

 

 

Die saarländischen Steinkohlenbergwerke

 

der Nachkriegszeit und ihre Namensgeber

 

Text von Stefan Haas, Weiskirchen, und Rainer Freyer

Zeichnungen von Fritz Ludwig Schmidt, Bübingen

  

Die Namen von Gruben, Schächten, Flözen und Fördertürmen sind ein signifikantes Merkmal des Bergbaus - nicht nur im Saarland. Sie spiegeln ein großes Stück der im Untergang begriffenen Industriekultur wieder. Ihre Namen sind somit ein Spiegelbild von Tradition und Kultur. Bei der Gründung der Saarbergwerke AG im Herbst 1957 waren 18 fördernde Gruben in Betrieb. Das Unternehmen verfügte damals über insgesamt hundert Schächte, die als Förderschächte, Wetter-, Material-, und Seilfahrtschächte dienten. Sie prägten in den fünfziger Jahren das Bild ihrer Umgebung und nahmen den Namen des jeweiligen Ortes an, oder der Ort erhielt den Namen der dort befindlichen Grube. Wie lauten diese Namen, was steckt hinter ihnen und was sagen sie aus? Im Folgenden soll ein ausschnittartiger, kein vollständiger, Überblick über die Namen dieser Gruben gegeben werden, von denen viele schon sehr bald, nämlich in den sechziger Jahren, geschlossen werden sollten. Die Reihenfolge der Nennung entspricht der Rangfolge ihrer Produktivität; die ersten sechs förderten am längsten, die restlichen wurden frühzeitig geschlossen.

 

Emblem aus der Fassade der ehemaligen Saarbrücker Bergwerksdirektion

(Foto:Stefan Haas)

 

 

Grube Reden

Die Grube in Landsweiler-Reden entstand um 1850 und wurde benannt nach dem preußischen Staatsminister Friedrich-Wilhelm Graf von Reden (1752-1815). Jener war schlesischer Berghauptmann, preußischer Oberberghauptmann und Minister. Er führte den darniederliegenden Bergbau in Schlesien zu einer neuen Blüte.

 

a) Reden-Flamm war lange Zeit der Name für den Schacht Itzenplitz in Heiligenwald. Itzenplitz lebte von

1799-1883 und war preußischer Minister und Naturwissenschaftler. Unter seinem Namen war der Schacht bis zur Integration in die Grube Reden (am 31. März 1958) ein eigenständiger Betrieb.

 

b) Reden-Fett war die zweite große Betriebseinheit der Grube Reden. Beide Teile zusammen galten als eine bedeutende Grube im Saarbergbau, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden war und noch 1980 mit ca. 3100 Mann 6800 t Kohle pro Tag förderte. 1989 erfolgte ihr Verbund mit der Grube Göttelborn.

 

Die Schachtanlage Reden-Gegenort war um 1900 über dem Schacht III der Grube Frankenholz am Standort Höchen erbaut worden. Im Jahr 1960 wurde sie an den heutigen Standort bei Bauershaus (zwischen Neunkirchen und Ottweiler) versetzt.

 

 

Grube Göttelborn

 

Benannt nach der Gemeinde Göttelborn, deren Name auf die Quelle "Gödelborn" zurückgeht. 1884 fanden erste Kohleschürfungen im Bereich des heutigen Ortes statt und es erfolgte der Anhieb der Grube Göttelborn. Betriebsbeginn war 1887.

 

 1980 förderte die Grube Göttelborn bei einer Belegschaft von ca. 2200 Mann 7500 t Kohle pro Tag. Bei einem zu diesem Zeitpunkt geschätzten Kohlevorrat von 200 Mio. Tonnen ging man auch hier von einer noch langen Förderdauer aus. Das Verbundbergwerk Göttelborn-Reden entstand 1989. Schon acht Jahre später, nämlich 1997, wurde im Jahr des 110-jährigen Bestehens der Grube die Schließung des Verbundbergwerkes Göttelborn-Reden trotz großer Proteste seitens der Bevölkerung beschlossen.

 

 

Grube Camphausen

 

Benennung der Fischbachschächte (von 1871) in Grube Camphausen nach dem Besuch des preußischen Finanzministers in Trier, Regierungsrat Otto Camphausen (1812-1896). Die Namensgebung der Grube wurde ihm zur Ehre, da er dem aufstrebenden Bergbau an der Saar wirksame (finanzielle) Hilfe zukommen ließ.
Die Grube wurde 1871 abgeteuft und galt 1980 als prosperierender Betrieb, der bei einer Belegschaft von ca. 1400 Mitarbeitern ca. 3500 t Kohle pro Tag förderte.
  

 

Grube Luisenthal

 

Benannt nach einem Hof, der den Namen einer Tochter des Grafen Friedrich Ulrich von Ostfriesland (1667-1710), Christiane Luise, trug. Jener war ein Schwiegersohn der Verbindung Fürst Christian Eberhard von Ostfriesland und Eberhardine Sophie zu Oettingen-Sötern (1666-1700). Die Benennung geht auf das Jahr 1951 zurück und löste die Bezeichnung "Obervölklingen" ab. Der heutige Stadtteil von Völklingen profitierte damals sehr vom wirtschaftlichen Aufschwung, wuchs rasch an und wurde nicht zuletzt durch die Umbenennung unabhängiger vom großen Völklingen.

Angehauen wurde diese Grube 1899. Nach sehr wechselvollen Jahren und von einem schweren Grubenunglück im Jahre 1962 überschattet, förderte sie im Jahre 1980 bei einer Belegschaft von ca. 2200 Bergleuten 5000 t Kohle pro Tag.

 

 

Grube Ensdorf (Grube Griesborn, Grube Duhamel)


1945 wurde die
Grube Griesborn mit dem Steinkohlenbergwerk Ensdorf-Viktoria zusammengelegt, die Förderanlage in Griesborn wurde 1950 geschlossen, ihre Fördereinrichtung abgerissen und die gesamte Förderung auf einem neu geschaffenem 8 Kilometer langen Weg von einer elektrischen Fahrdrahtbahn zur Grube Duhamel gebracht, wo sie gehoben wurde. Der Name der letzteren geht auf Jean Baptiste Duhamel (1767-1847) zurück, Professor für Bergbau und Direktor der Bergschule in Geislautern. Er schuf 1810 zusammen mit anderen Bergingenieuren Napoleons den ersten Saargrubenatlas. Die Grube Griesborn war nach dem gleichnamigen Ort bei Schwalbach benannt.1957 legte man beide Gruben zusammen und gab ihnen den Namen des Ortes Ensdorf. (Der Name Saarschacht (1913-1920 und 1935-1945) setzte sich nicht durch.)

 

Ensdorf gehörte 1980 mit einer Fördermenge von 11000 t Kohle pro Tag und einer Leistung von 8000 kg je Mannschicht zur europäischen Spitzengruppe. 2600 Bergleute waren zu dieser Zeit hier beschäftigt, die noch geschätzte 300 Mio. t Kohle zum Abbau vor sich hatten.

 

  

Grube St. Barbara

 

Zu Ehren der Hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute 1955 von SAARBERGWERKE bei Bexbach in Verbund mit einem Kraftwerk eingeweiht - 1959 wegen mangelnder Rentabilität von der Saarbergwerke AG geschlossen.
Die Tagesförderung lag bei einer Belegschaft von rund 2400 Beschäftigten bei ca. 1500 t.

 

 

Grube Kohlwald

Benannt wurde diese Grube bei Wiebelskirchen vermutlich nach dem Flurnamen "Kollwald", es besteht aber auch die Möglichkeit eines Bezuges zu den ersten Kohlegräbereien im 15. Jahrhundert oder Kohlegewinnung durch aufgestellte Meiler in diesem Wald.

Die Stilllegung dieser Grube 1966 brachte zwar die dortige Förderung von 3650 t Kohle pro Tag durch eine Belegschaft von 2200 Mann zum Erliegen, die Kohlefelder wurden indessen an die Grube Reden angeschlossen. Hier spielten auch die Annaschächte als zeitweiliger Förderstandort eine große Rolle. Sie waren benannt nach der Ehefrau des Oberberghauptmanns von Velsen.

 

 

Grube König - Königsgrube

 


Benannt wurde die Grube bei
Neunkirchen zu Ehren des Königs Friedrich Wilhelm III. (1770-1840), der 1821 Saarbrücken besuchte. Bergmännisch geht sie auf den 1821 angehauenen Friedrich-Wilhelm-Stollen zurück, der Teil der Königsgrube war.

 

 

Vor der Stilllegung im März 1968 wurden auf dieser Anlage täglich 5200 t Kohle gefördert, bei einer Belegschaft von 3600 Bergleuten. Die unterirdische Kohlelagerstätte wurde nach der Schließung der Grube Reden zugetragen.

 

 

 

 

Grube Dechen

  

Diese Anlage liegt bei Neunkirchen und wurde nach dem Oberberghauptmann Dr. Heinrich von Dechen (1800-1889) benannt. Er war zu seiner Amtszeit für die Bergaufsicht im Saarland verantwortlich. Vor seiner Amtszeit als Oberberghauptmann in Bonn war er als Professor für Bergbaukunde in Berlin tätig und trug dazu bei, Geologie als eigenständige Disziplin zu etablieren.

 

 

Hier wurde von 1854 bis 1964 wertvolle Kokskohle gefördert. In den Jahren vor der Stilllegung förderten 1700 Bergarbeiter 2200 Tagestonnen. Die Lagerstätte wurde dem Feldesteil Reden zugewiesen

 

 

 

Grube Heinitz

 

 


Benannt wurde diese im Stadtbereich
Neunkirchens liegende Grube im Jahre 1851 nach dem bedeutenden preußischen Staatsminister für Bergwerks- und Hüttenwesen Friedrich Anton Freiherr von Heinitz (1725-1802). (Sein Nachfolger in diesem Amt war Freiherr von Reden. Zu bemerken gilt die Tatsache, dass Heinitz als Lehrer großen Einfluss auf den späteren preußischen Staatsmann Freiherr von Stein nahm). In den letzten Jahren ihres Betriebes erzielte sie eine tägliche Förderung von knapp 3000 t bei einer Belegschaft von ca. 2900 Mann. Im November 1962 wurde diese Grube stillgelegt und die Kohlevorräte wurden ebenfalls der Förderanlage Reden zugeordnet.

 

Grube Maybach

Um das Jahr 1883 wurde die Grube "Tränkelbach" von 1871 bei Friedrichsthal nach dem preußischen Minister Albert von Maybach (1822-1904) umbenannt. Unter Bismarck wurde dieser 1874 Leiter des Reichseisenbahnamtes, ferner war er langjähriges Mitglied des Reichstages und ab 1878 Minister der öffentlichen Arbeiten.
Auch diese Grube förderte über Jahre hinweg wertvolle Kokskohle bis zu ihrer Schließung im Jahr 1964. Auch dieser Feldesteil wurde der Grube Reden zugeschlagen. Sie förderte damals 5000 t täglich bei einer Belegschaft von 4300 Bergleuten.

 

 

Grube Franziska


Franziska war eine Tochter aus preußischem Königshaus, der zu Ehren diese Grube bei Quierschied benannt wurde. Damit war sie - neben der Grube Viktoria - die einzige Grube, die den Namen einer Frau erhielt, sonst geschah dies nur mit Schächten. Die Grube war ursprünglich eine Abteilung der Grube Camphausen gewesen, deren Westschacht 1920 in Franziska-Schacht umbenannt wurde. In den vierziger Jahren wurde Franziska II abgeteuft. Sie war von 1950 bis 1960 eine selbstständige Grube mit eigener Betriebsdirektion, wenn auch die Förderung weiterhin über die Grube Camphausen gehoben wurde.

 

Franziska hat damals bei einer Belegschaft von 2300 Beschäftigten eine Förderung von 3200 Tagestonnen erreicht. 1960 wurde sie an Camphausen angeschlossen.

   

 

Grube Mellin

 

Die Schächte bei Sulzbach wurden 1852 abgeteuft und zunächst wegen ihrer Lage Eisenbahnschächte III und IV genannt. Im Jahre 1858 wurden sie zu Ehren des preußischen Ministerialdirektors Mellin in Grube Mellin umbenannte.

 

Mellin lebte von 1796-1859 und war als Regierungsrat im Finanzministerium, Ministerialdirektor im Ministerium für Bau und Gewerbe sowie seiner Verdienste im Eisenbahnwesen als Generalbaudirektor tätig. Mellin fand 1952 Anschluss an Maybach. Sie förderte in den letzten Jahren mit 2200 Mann 2200 t Kohle pro Tag.

 

  

Grube St. Ingbert

 

 

Auch wenn sich die Tätigkeit des Heiligen Ingobertus als Einsiedler auf dem Gebiet von St. Ingbert historischen Beweisen entzieht, löst der Name St. Ingbert doch die ursprüngliche Bezeichnung Landolvinga bzw. Lendelfingen mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges ab.

 

Erstaunlicherweise lag die Grubenverwaltung nicht nur beim Grafen von der Leyen und französischen Stellen, sondern auch bei einer russischen und einer österreichischen Grubenverwaltung (1814-1816). Geschlossen wurde die St. Ingberter Grube im Jahr 1959.

  

Die Förderung dieser eher kleinen Grube lag zuletzt bei 500 t Kohle pro Tag durch 450 Mann.

 

  

 

 

 

 

Grube Jägersfreude

  

Benannt nach dem Ort Jägersfreude, welcher seinerseits nach einem Jagdschloss des Fürsten von Nassau- Saarbrücken benannt wurde. Auch diese Grube traf im Jahr 1968 die Stilllegung, wenngleich der untertägige Anschluss an Camphausen die weitere Nutzung der Lagerstätte möglich machte.

 

Die Anlage hatte zuletzt eine Förderung von 4700 t Kohle pro Tag erbracht, die Belegschaft von 2900 Bergleuten stammte mehrheitlich aus dem Bliesgau.

 

    

   

 

  Grube Viktoria

 

Diese Grube lag am Ortsrand von Püttlingen, wurde ab 1869 abgeteuft und nach der damaligen Kronprinzessin Victoria Adelaide Mary Louisa von Sachsen-Coburg und Gotha, geborene Princess Royal von Großbritannien und Irland (1840 bis 1901) benannt. Sie war das erste Kind von Albert von Sachsen- Coburg und Gotha und Königin Victoria von Großbritannien. Nach ihrer Heirat mit Friedrich III. war sie preußische Königin und deutsche Kaiserin und später Mutter von Kaiser Wilhelm II. -

Weitere ausführliche Infos und Fotos gibt es auf der Seite Grube Viktoria.

   

 

Grube Velsen

Benannt nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen im Jahre 1907, nach dessen Besuch bei der Anlage in Großrosseln im Rosseltal. Jener war von 1881 bis 1886 Vorsitzender der Bergwerksdirektion in Saarbrücken. Die Grube Velsen wurde im August 1965 Nebenanlage des Bergwerks Warndt, sie förderte Anfang der 60er Jahre 4500 t Kohle pro Tag mit einer Belegschaft von 3100 Bergleuten.

 

 

 

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Anhang

 

Mancher Leser wird sich fragen, warum diese oder jene bekannte saarländische Grube hier nicht erwähnt wurde. Stefan Haas hat in seiner Abhandlung auf meinen Wunsch hin nur diejenigen Bergwerke berücksichtigt, die in der Zeit des autonomen Saarlands in Betrieb waren. Zu dieser Zeit waren aber einige saarländische Gruben bereits geschlossen, andere noch gar nicht eröffnet. Diese sollen hier genannt werden:

 

 

Grube Sulzbach-Altenwald bestand von etwa 1747 bis 1932, als sie von den Franzosen geschlossen wurde.

Grube Von der Heydt: Diese Grube wurde 1850 vom Preußischen Bergfiskus gegründet und nach dem preußischen Handels- und Finanzminister August Freiherr von der Heydt (1801-1874) benannt. Ihre Entwicklung endete aber als Folge der Weltwirtschaftskrise schon 1932. In den Jahren 1951/52 wurden die beiden Amelung-Schächte nochmals gesümpft und als ausgehende Wetterschächte der Püttlinger Grube Viktoria genutzt; 1965 wurde die Grube von der Heydt endgültig stillgelegt.

Die Grube Geislautern war etwa 1730 entstanden und wurde schon 1908 stillgelegt.

Grube Dilsburg: Die Anlagen dieser Heusweiler Grube wurden etwa zwischen 1910 und 1916 erstellt. Maximal förderte die Grube 234.000 Tonnen Steinkohle im Jahr. Die Belegschaft bestand aus bis zu 1400 Arbeitern und Beamten. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurde die Grube am 26 6.1931 "vorübergehend" stillgelegt. Es kam aber nie wieder zu einer Wiederinbetriebnahme in der alten Form. Allerdings wurde der Schacht Dilsburg von 1966 bis 2000 wieder für das Bergwerk Ensdorf und später für die Grube Göttelborn in Betrieb genommen.

Die Grube Brefeld wurde 1872 eröffnet und 1935 mit Camphausen durch die Saargrubenverwaltung zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt. Ab 1942 wurden die Flöze der Grube Brefeld nicht mehr weiter abgebaut. Dies geschah erst wieder, als die Privatgrube Brefeld 1956 die Abbaugenehmigung für die Flöze erhielt. 1962 war auch für sie der letzte Fördertag.

Grube Frankenholz: Am 2. Januar 1941 kam es hier zu einer schweren Schlagwetterexplosion, bei der 41 Bergleute ihr Leben verloren. Nach diesem Unglück wurden die Arbeiten in der Grube für Jahre eingestellt, bis die Brände eingedämmt waren. 1947 wurde Jules Baumann Direktor der Frankenholzer Grube. Unter seiner Leitung wurde 1954 das Bergwerk St. Barbara in Bexbach gebaut. Die Kohlen des Frankenholzer Grubenfeldes wurden nun direkt in Bexbach zu Tage gefördert. Am 30. April 1959 wurde die Förderung durch die Saarbergwerke AG eingestellt.

 

  Falls Sie die Grube Warndt hier vermissen: Sie entstand erst in den späten 50er bzw. frühen 60er Jahren.

 

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  Auf der Seite Grube Viktoria in Püttlingen finden Sie eine Einzelbeschreibung der Grube mit Fotos aus den 50er Jahren.

 

  Weiterführende Literatur zu den Grubennamen:

 

 - Schuster, Gerd: Grubennamen an der Saar. Wirtschaftshistorische Betrachtungen. Sonderdruck aus dem Saarbrücker

   Bergmannskalender 1980.

 - Ruth, Karl-Heinz: Fürsten und Bergleute gaben saarländischen Gruben ihren Namen. In: Saarbrücker Bergmannskalender 1998, S.

   135 - 147.

 

 

 

 

2) Geschichte des Bergbaus an der Saar

 

 

a) Knapper historischer Abriss über die wichtigsten geschichtlichen

 

Zusammenhänge von den Anfängen bis zum Ende des 2. Weltkriegs

 

 

Text von Stefan Haas, Weiskirchen

 

 

Der Beginn der Kohlenförderung im Saarland liegt lange zurück: Eine Urkunde aus dem Jahre 1429 erwähnt schon Schürfbetriebe bei Neunkirchen. Es soll aber schon zu Zeiten der Römer im Saarland Bergbau gegeben haben. Der Emilianusstollen in St. Barbara (Wallerfangen) ist ein in Mitteleuropa einzigartiges Beispiel dafür (allerdings wurde dort nach Kupfer gegraben).

 

Im Jahre 1751 zog der Fürst von Nassau und Graf zu Saarbrücken kraft eines in Deutschland bestehenden Hoheitsrechts den Besitz der bis dahin privaten Gruben an sich, die zwar zahlreich, aber wenig bedeutend waren, denn ihre gesamte Jahresproduktion betrug nur etwa 300 Tonnen.

 

Als 1792 die Gegend um Saarbrücken für etwa 20 Jahre an Frankreich fiel, förderten die Gruben ungefähr 50 000 Tonnen Kohle jährlich. Im Jahre 1808 beabsichtigte Napoleon, die Saargruben in mehrere Konzessionen aufzuteilen. Um die Aufteilung besser durchführen zu können, ließ er die Lagerstätten auf Staatskosten methodisch erforschen. Die Ingenieure Duhamel, Beaunier und Calmelet erledigten diese Aufgabe in drei Jahren und fassten das Ergebnis ihrer Untersuchungen in einem Atlas zusammen. Obwohl sich Napoleon schließlich doch gegen eine Aufteilung entschied und ein einziges staatliches Unternehmen der Gruben bevorzugte, steht dieser Atlas am Anfang des wirklich industriellen Betriebs der Saargruben.

 

Zum Ende des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation am Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Saargebiet 1815 in seinem Hauptteil zu Preußen und zu einem kleinen Teil (im Osten) an Bayern. Diese beiden Länder vertrauten die Kohleförderung ihren jeweiligen fiskalischen Verwaltungen an.

 

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts förderte der industrielle Aufschwung die Nutzung und Ausbeutung des saarländischen Kohlevorkommens. Die Produktion erreichte im Jahre 1880 fünf Mio. Tonnen. Während der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts stieg sie weiter erheblich an, bis auf 13 Mio. Tonnen im Jahre 1913.

 

Im Jahre 1920 wurden die Saargruben französisches Staatseigentum, da der Versailler Vertrag sie Frankreich zugesprochen hatte, als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg zerstörten Gruben in Nordfrankreich. Nach der Volksabstimmung von 1935 kam die Saar wieder zu Deutschland, das mittlerweile unter nationalsozialistischer Regierung stand. Die Saargruben wurden dem französischen Staat abgekauft und erhielten später die Form einer Aktiengesellschaft (Saargruben A.G.), deren einziger Aktionär das Deutsche Reich wurde.

  

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Das Foto zeigt saarländische Bergleute bei der "Halbschicht" im Schacht Holz der Grube Göttelborn, ca.1956. (Foto: K. H. Janson)

 

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b) Von der Mission Française

  

zur Saarbergwerke AG

 

 

Ein organisationspolitischer Überblick von 1945 bis 1957

Text von Stefan Haas, Weiskirchen, und R. Freyer

 

1. Mission Française des Mines de la Sarre (10. Juli 1945 bis Ende 1947)                                                                    

 

 

Die Franzosen übernahmen unmittelbar zu Beginn ihrer Besatzungszeit am 10.07.1945 die saarländischen Gruben von der amerikanischen Kontrollkommission CONAD Engineer Mining Operating Group und gründeten die Mission Française des Mines de la Sarre für die Zwangsverwaltung der Saargruben.

 

Leiter: zunächst Robert F. Baboin, später: Marin Guillaume

 

Aufgaben und Herausforderungen:

 

-      Wiederaufbau der Belegschaft (Kriegsgefangene, Rückführung von evakuierten Bergmannsfamilien),

-      Organisation von Wohnraum,

-      Neubeginn von Aus- und Weiterbildung,

-      Sicherstellung der Versorgung der Belegschaft mit Nahrung und Bekleidung.

                                                                                                                                                                                         Kohlenhauer

  

2 . Régie des Mines de la Sarre (1.1.1948 - 31.12.1953)

    

-     Sitz in Saarbrücken,

-     Verwaltung der Steinkohlebergwerke an der Saar einschließlich aller Nebenbetriebe und dazugehöriger Unternehmungen zunächst als rein französisches Unternehmen,

-     Verwaltungsrat aus 30 Mitgliedern, nur 9 Mitglieder davon vertreten die Interessen der saarländischen Regierung und der saarländischen Unternehmer sowie der Arbeitnehmerschaft,

-     Verwaltungsausschuss ohne saarländisches Mitglied.

-     Diese unzumutbaren Verhältnisse führten zu Neuregulierungen durch die Konventionen vom 3. März 1950, durch die zwei neue Organe geschaffen wurden: a) der Saargrubenrat, bestehend aus 18 Mitgliedern (9 Saarländern und 9 Franzosen), Vorsitzender war der französische Minister für Bergbau, Vizepräsident ein hoher saarl. Beamter, und b) der französisch-saarländische Grubenausschuss (6 saarländische und 6 französische Mitglieder), Vorsitzender abwechselnd ein Saarländer bzw. ein Franzose. Außerdem zahlte die Régie an den saarländischen Staat eine jährliche Abfindung auf der Grundlage der Nettokohlenförderung.

  

 

Absatzpolitik:

 

 

Die für die Saarkohle günstigen Absatzmärkte beschränken sich aufgrund wirtschaftlicher Gegebenheiten in Deutschland und angrenzenden Ländern auf 

-     das Saarland selbst, wo eine bedeutende Eisen- und Stahlindustrie und eine dichte Bevölkerung 40-50 % der Jahresförderung, einschließlich des eigenen Bedarfs der Gruben, aufnehmen;

-     Süddeutschland einerseits,

-     Ostfrankreich und die Pariser Zone andererseits.

 

 

      Tabelle aus: Rauber, Franz: 250 Jahre staatlicher Bergbau an der Saar. Teil 2: Von den Mines Domaniales Françaises de la Sarre bis zur Deutschen Steinkohle AG. Sotzweiler 2003, Seite 205.

 

In der  Grube Velsen       

Innovationen im Abbau:

 

-     Einführung des Panzerförderers als Standardfördermittel für den      Strebbetrieb,

-     Einsatz eiserner Stempel im Strebbetrieb (hydraulische Stempel      erst ab 1955),

-    Elektrisch angetriebene Schrämmmaschinen lösen      pressluftgetriebene ab.

  

 

 

3. "Die Saargruben dem Saarvolk" -

 

      SAARBERGWERKE (ab 1. Januar 1954)

 

-    Forderungen des Industrieverbands Bergbau ab 1948 nach      Übernahme der Grubenverwaltung durch die Landesregierung, und      zwar in der Überzeugung, dass

-    die Saargruben als Eigentum dem Saarland gehören,

-    die Saargruben von einheimischen Kräften verwaltet werden können,

-    die Saargruben in eigener Regie Gewinne abwerfen.

 

-     Konkrete Schritte auf dem Weg zur Parität waren die "Konventionen zwischen dem Saarland und Frankreich über den Betrieb der       Saargruben" vom 3. März 1950 (siehe unter 2.) und der "Vertrag zwischen Frankreich und dem Saarland über den gemeinsamen Betrieb       der Saargruben" (20. Mai 1953.

-     Die Gründung des Unternehmens SAARBERGWERKE geht hieraus hervor, die Verwaltung der Régie des Mines de la Sarre ist beendet,       das neue Unternehmen wird nach den Grundsätzen der saarländisch-französischen Parität fortgeführt.

 

Die Grubenbetriebe gliederten sich Ende 1956 folgendermaßen:

 

Bergwerksdirektion Bexbach. Gruben: Kohlwald, St. Barbara I, St. Barbara II

 

Bergwerksdirektion Neunkirchen. Gruben: König, Heinitz, Dechen

 

Bergwerksdirektion Sulzbach. Gruben: Maybach, Mellin, Reden-Fett, Reden-Flamm (Itzenplitz)

 

Bergwerksdirektion Fischbach mit Sitz in Camphausen. Gruben: Camphausen, Franziska, Göttelborn

 

Bergwerksdirektion Jägersfreude. Gruben: Jägersfreude, Luisenthal, St. Ingbert

 

Bergwerksdirektion Geislautern. Gruben: Velsen, Ensdorf, Griesborn, Viktoria

     

 

Nach den Ergebnissen des Jahres 1956 erreichte die Bergwerksdirektion Geislautern eine Höchstförderung von 3,78 Mio. t, gefolgt von der Bergwerksdirektion Sulzbach (3,48 Mio. t), Fischbach (3,13 Mio. t), Neunkirchen (2,65 Mio. t), Jägersfreude (2,52 Mio. t) und der Bergwerksdirektion Bexbach (1,38 Mio. t).

 

Unter den einzelnen Schachtanlagen steht die Doppelanlage Ensdorf-Griesborn an der Spitze (Jahresförderung 1956 1,88 und 1,38 Mio. t), gefolgt von Göttelborn, während St. Ingbert für 1956 die niedrigste Förderung mit 253.000 t ausweist.

 

 

4. Übergang von "SAARBERGWERKE" zur Saarbergwerke AG

 

-     Der "Saarvertrag" vom 27. Oktober 1956 (nach der Ablehnung des Saarstatuts am 23. Oktober 1955) stellt die Weichen für den Übergang des Saarbergbaus auf die neuen Eigentümer BRD und Saarland am 1. Oktober 1957.

-     Der Saarbergwerke AG gehören alle 18 aktiven Bergwerke der 50er Jahre an, ebenso drei Kokereien, vier Kraftwerke und sechs Wasserwerke.

 

   

                  Im Kammerbau werden Eisenstempel gestellt.                  Bis 1960 wurden auch im Saarbergbau Pferde unter Tage eingesetzt.

 

 

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Die S/W-Fotos in dem obigen Abschnitt ohne eigene Quellenangabe wurden mit freundlicher Genehmigung der hervorragenden Webseite von "Kumpel Horst" entnommen: http://www.hschmadel.de/

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3) Verschiedene Infos über den Saar-Bergbau

  

 

  Die Kohleförderung im Saarland von 1913 bis 1956

 

 

  

 

              Entwicklung der Tagesförderung in Tonnen Kohlen                             Entwicklung der Jahresförderung in Tonnen Kohlen

 

  

                                       (aus der Saarbergwerke-Broschüre "Die Saargruben 1945 - 1957, 12 Jahre französisch-saarländische Verwaltung")  

   

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1947: 100 Jahre Grube Heinitz

 

 

 

 Die Grube HEINITZ feierte 1947 im Beisein von Gouverneur G. Grandval ihr 100-jähriges Bestehen. Die Gedenktafel

 wurde damals am Mundloch des Heinitzstollens angebracht und ist noch heute (2008) dort zu sehen. (Foto: Stefan Haas)

 

 

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Mit bebilderten Broschüren wurde der Bergmannsberuf von der Grubenverwaltung beschrieben und beworben:

  

        

^       Wie das markante Namenszeichen andeutet, wurden auch diese Zeichnungen von Fritz Ludwig Schmidt erschaffen.   

 

 

  

 

Bild rechts: "Schacht und Heim" war die monatlich erscheinende Werkszeitung der Saarbergwerke AG.

Auf dem Titelbild dieser Ausgabe aus den 50er Jahren sieht man den Saarknappenchor.

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Das Steigerlied: "Glückauf! Der Steiger kommt."

 

(Nähere Erläuterungen zu dem Lied finden Sie auf der Seite Name, Flagge, Wappen, Siegel, Hymne)

 

 Text des Steigerlieds wird geladen... bitte warten...

  Der Zeichner dieses Blattes ist leider unbekannt.                             

 

 

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4) Gruben-Unglücke im Saarland

    

(zusammengestellt von Rainer Freyer)

    

A) In der Zeit von 1945 und 1959 ereigneten sich im Saarland sechs Grubenunglücke mit jeweils mindestens einem Todesopfer:

 

1) am 23.12.1948 in der Grube Duhamel (zum Bergwerk Ensdorf gehörig)

 

Ein großer offener Grubenbrand erforderte schwierige Rettungsarbeiten durch die Grubenwehr. Die betroffenen Bergleute waren von plötzlich auftretenden Rauchschwaden überrascht worden. Von wem oder wodurch der Brand ausgelöst worden war, konnte nicht geklärt werden. Es waren 20 Tote zu beklagen.

 

2) am 17.05.1950 in der Grube Mellin (bei Sulzbach)

 

Während der Seilfahrt um 14 Uhr brach ein größerer Gesteinsbrocken aus der Schachtwandung des Schachtes 1 aus, schlug auf den aufwärts stehenden Korb auf und durchschlug das Korbdach. Zwei Bergleute wurden tödlich getroffen und zwei weitere mittelstark verletzt. (Quelle: Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Inf.A Nr. 210)

 

3) am 25.04.1952 in der Grube König (Neunkirchen)

 

Nach einer Schlagwetterexplosion konnten 7 Bergleute nur noch tot geborgen werden.

 

4) am 17.05.1954 in der Grube Franziska (Quierschied)

 

Eine Gruppe von Bergleuten wurde von hereinbrechenden Gesteinsmassen verschüttet. Dieses Unglück verursachte den Tod von 9 Bergleuten.

 

5) am 07.06.1955 auf der Grube Heinitz: 11 Tote (siehe Zeitungsbericht unten!)

 

6) am 08.10.1958 in Güchenbach

 

Infolge eines Strebbruchs hereinbrechende Gesteinsmassen kosteten einen Bergmann das Leben, und fünf weitere wurden verletzt.

 

Die Daten zu Nr. 1 und 3 bis 5 stammen aus dem Buch von Evelyn Kroker (siehe unten!)

 

    

Titelbild der Werkszeitschrift der Saarbergwerke

nach dem Grubenunglück in Luisenthal 1962.

 (siehe unten!)

 

Zu Nr. 5): Bericht aus NEUE ZEIT; Organ der Kommunistischen Partei Saar, vom 9. Juni 1955

 

 

 

 

B)  Exkurs: Größere Grubenunglücke im Saarland kurz vor und nach der Saarstaatzeit

 

 

Ein folgenschweres Gruben-Unglück ereignete sich am 2. Januar 1941 in der Grube Frankenholz: Am 2. Januar 1941 kam es hier zu einer schweren Schlagwetterexplosion, bei der 41 Bergleute ihr Leben verloren. Nach diesem Unglück wurden die Arbeiten in der Grube für Jahre eingestellt und erst wieder aufgenommen, nachdem die Brände eingedämmt waren.

 

Der schwärzeste Tag für den Bergbau im Saarland überhaupt war jedoch der 7. Februar 1962, als bei einer Schlagwetter-Kohlenstaubexplosion im Alsbachfeld der Grube Luisenthal 299 Bergleute ums Leben kamen.

 

"Höchstwahrscheinlich ging sie von einem über- und unterbauten Querschlag aus, der nur schwach bewettert war und in dessen Firste sich Methangas angesammelt hatte. Als Grubengasabflammung beginnend, die im Bereich einer Streckeneinmündung eine Schlagwetterexplosion auslöste, kam es schließlich zu einer Reihe von Kohlenstaubexplosionen mit verheerender Wirkung. Die Zündursache blieb ungeklärt. Das Entzünden einer Zigarette (es wurde Rauchzeug gefunden) oder die Glühwendel einer beschädigten Kopfleuchte kommen am ehesten in Betracht. Zu diesem Zeitpunkt waren 664 Arbeiter unter Tage, 433 von ihnen im Explosionsbereich. Nur 61 blieben unverletzt. An das Unglück erinnert heute ein Denkmal mit einer Statue der heiligen Barbara."

(Zitat aus wikipedia).

 

Das ganze Land war vor Entsetzen gelähmt. Bundeskanzler Konrad Adenauer sagte einen Tag später: "Die Gedanken des ganzen deutschen Volkes weilen in diesen Tagen im Saarland. Sie weilen bei den Opfern des furchtbaren Bergwerksunglücks von gestern, sie weilen bei den Angehörigen, bei den Hinterbliebenen ... Ich bin beauftragt, im Namen der Bundesregierung, ich darf wohl sagen im Namen des ganzen deutschen Volkes, heute hier zu sagen, wie sehr unser Herz erfüllt ist von Trauer und von Mitleid und wie wir alle helfen wollen, das Leid wenigstens zu mildern, das so viele im Saarland betroffen hat."

 

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 Literatur:

- Gerd Schuster: 200 Jahre Bergbau an der Saar (1754-1954). Bielefeld 1955.

- Evelyn Kroker: Grubenunglücke im deutschsprachigen Raum. 2.   Auflage, Bochum 1999.

- Antweiler, Franz und Rolshoven, Max: Im Ernstfall schneller vor Ort. 60 Jahre Hauptrettungsstelle Friedrichsthal. In:Bergmannskalender 1997,Seite 24.

 

Das Denkmal in Luisenthal wurde von dem Steinmetz Karlheinz Gores in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Karl Adolf Gores geschaffen

(nach einer Mitteilung von Norbert Theo Schuler. Die Fotos des Denkmals sind von Stefan Haas, Weiskirchen, 2007.)

 

 

 

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Die Zeichnungen auf dieser Seite hat der saarländische Maler Fritz Ludwig Schmidt, Bübingen, freundlicher-

weise zur Verfügung gestellt. F. L. Schmidt hat fünfzig Jahre lang (von 1947 bis 1997) für Saarberg gearbeitet. Sein markantes Namenszeichen ziert unzählige Zeichnungen, Skizzen und sonstige grafische Werke aus seiner Künstlerhand in zahlreichen Publikationen der Saarbergwerke. U.a. hat er viele Ausgaben des Saarbrücker Bergmannskalenders und die großfor-

matigen Saarberg-Kalender mit seinen Zeichnungen ausgestattet. Schmidt hat auch für zehn Werte der saarländischen Briefmarken die Entwürfe geschaffen. Er ist im Dezember 2008 im Alter von 86 Jahren verstorben.

   

 

 

Dieser Wandteller mit der Signatur und dem Namen hängt an seinem Haus in Bübingen, in dem er bis zu seinem Lebensende gewohnt hat, neben der Eingangstür.

 

 

 

 

 

 

Links: Auch das Titelbild der Weihnachtsausgabe 1959 der Werkszeitschrift Schacht und Heim wurde von F.L. Schmidt gestaltet.

 

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Weiterführende Literatur zum Thema Saarbergbau:

 

Erst:

 

- Slotta, Rainer: Förderturm und Bergmannshaus. Vom Bergbau an der Saar.   Saarbrücken 1979.

- Schneider, Gerhard: Das Revier an der Saar und sein wechselvolles   Schicksal. Geschichte des Saarbergbaus eng mit Entwicklung des Saarlands   verbunden. In: Saarbrücker Bergmannskalender 1999, S. 21 - 32.

 

Dann:

 

- Schuster, Gerd: Der Steinkohlebergbau an der Saar. In: Das Saarland. Ein   Beitrag zur Entwicklung des jüngsten Bundeslandes in Politik, Kultur und Wirtschaft.   Saarbrücken 1958.

- Die Kohlengruben an der Saar. Bilder, Zahlen und Berichte über die Tätig-   keit der Régie des Mines, hrsg. von der Generaldirektion   der Saargruben 1953.
-
Die Saargruben 1945-1957. 12 Jahre französisch-saarländische Verwaltung.

 

Schließlich:

 

- Rauber, Franz: 250 Jahre staatlicher Bergbau an der Saar. Teil 2: Von den   Mines Domaniales Françaises de la Sarre bis zur Deutschen Steinkohle AG.   Sotzweiler 2003.

- Bauer, K. / K. H. Ruth: Kohle der Saar. Neunkirchen 1986.

- Mallmann, Klaus-Michael / Steffens, Horst: Lohn der Mühen. Geschichte der   Bergarbeiter an der Saar. München 1989.

 

Besondere Literaturempfehlung (sehr lesenswert, obwohl es nicht um den Bergbau an der Saar, sondern im Ruhrgebiet geht):

- Prager, H.G.: 1000 Meter unter Tage. Männer in Strecke und Streb. Das Buch   vom Bergbau. Stuttgart 1955; nur noch antiquarisch erhältlich, z.B. bei www.zvab.de

 

Speziell zur Grube Luisenthal: Thurn, G.: Chronologie des Bergbaus im Raum Luisenthal 1945 bis 1956. In: Völklinger Nachkriegsjahre

1945-1956. Teil 2. Völklingen 1998. S. 50-54.

 

 

Interessante Web-Links:

 

Einschlägige Literatur zu den einzelnen Gruben findet sich im Internet - oftmals stellen die jeweiligen Gemeinden ihre (ehemaligen) Grubenanlagen und die dazugehörige Geschichte vor.

 

Ein Online-Lexikon mit sehr vielen Stichworten zum Bergbau finden Sie unter:http://www.rag-deutsche-steinkohle.de/index.php?siteID=581

 

Weitere Links: www.memotransfront.uni-saarland.de - http://www.hschmadel.de/geschichte/geschichte.htmlhttp://www.saar-heimat.com/

 

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Bildnachweise:

 

Soweit bei den einzelnen Fotos keine gesonderte Quellenangabe vermerkt ist, wurden die Bilder mit freundlicher Genehmigung des Autors von der hervorragenden Webseite von "Kumpel Horst" entnommen: http://www.hschmadel.de/

 

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 Inhalt des Kapitels Kohle und Stahl:

  

1) Kohle und Stahl - Einführung

 

2) Bergbau im Saarland (Saar-Gruben) (diese Seite)

 

3) Die saarländischen Eisenwerke      

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> Extra-Seiten mit Einzelbeschreibungen der Gruben Dudweiler - Hirschbach und Viktoria Püttlingen.

 

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                                                                                                            Diese Seite wurde begonnen am 23.02.2008; zuletzt bearbeitet am 25.10.2011

 

 

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