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INHALT: Das Kapitel "Bergbau
im Saarland" auf dieser Seite gliedert sich in
vier Teile:
1) Die
Steinkohlengruben an der Saar
(alle von 1945 - 59 aktiven
Gruben, mit Zeichnungen der Gruben und ihrer Namensgeber)
2)
Geschichte des Bergbaus an der Saar
a)
Knapper historischer Abriss
über die geschichtlichen Zusammenhänge im
Bergbau bis zum 2. Weltkrieg
b)
Von
der Mission Française zur Saarbergwerke AG - ein organisationspolitischer Überblick
von 1945 bis 1957
3)
Verschiedene Infos über den Saar-Bergbau (u.a. Kohlenförderung,
Steigerlied usw.)
4)
Grubenunglücke im Saarland
> Seiten zu einzelnen Bergwerken: Grube Hirschbach in Dudweiler /
Grube Viktoria Püttlingen.
> Grubenomnibusse finden
Sie auf der Seite Omnibusse.
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1) Die Steinkohlengruben an der Saar zur Zeit des teilautonomen Saarlands

Karte:
Karl-Heinz Janson
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Die saarländischen Steinkohlenbergwerke
der Nachkriegszeit
und ihre Namensgeber
Text
von Stefan Haas,
Weiskirchen, und Rainer Freyer
Zeichnungen
von Fritz Ludwig Schmidt,
Bübingen
Die Namen von Gruben, Schächten, Flözen und Fördertürmen sind ein signifikantes Merkmal des Bergbaus - nicht nur im Saarland. Sie spiegeln ein großes Stück der im Untergang begriffenen Industriekultur wieder. Ihre Namen sind somit ein Spiegelbild von Tradition und Kultur. Bei der Gründung der Saarbergwerke AG im Herbst 1957
waren 18 fördernde Gruben in Betrieb. Das
Unternehmen verfügte damals über
insgesamt hundert
Schächte, die als Förderschächte,
Wetter-, Material-, und Seilfahrtschächte
dienten. Sie prägten
in den fünfziger Jahren das Bild ihrer
Umgebung und nahmen den Namen des jeweiligen Ortes an, oder der Ort erhielt den Namen der dort befindlichen Grube. Wie lauten diese
Namen,
was steckt hinter ihnen und was sagen sie
aus? Im Folgenden soll ein ausschnittartiger,
kein vollständiger, Überblick
über die Namen dieser Gruben gegeben
werden, von denen viele schon sehr bald,
nämlich in den sechziger Jahren, geschlossen
werden sollten. Die Reihenfolge der
Nennung entspricht
der Rangfolge ihrer Produktivität;
die ersten sechs förderten am längsten,
die restlichen wurden frühzeitig geschlossen.
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Emblem aus der Fassade der ehemaligen Saarbrücker
Bergwerksdirektion
(Foto:Stefan Haas)
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Grube
Reden
Die Grube in Landsweiler-Reden entstand um 1850 und wurde benannt nach dem
preußischen Staatsminister Friedrich-Wilhelm Graf von Reden (1752-1815). Jener war schlesischer
Berghauptmann, preußischer Oberberghauptmann und
Minister. Er führte den darniederliegenden Bergbau
in Schlesien zu einer neuen Blüte.
a) Reden-Flamm war lange Zeit der Name für
den Schacht Itzenplitz
in Heiligenwald.
Itzenplitz lebte von 
1799-1883 und war preußischer
Minister und Naturwissenschaftler. Unter seinem Namen war der Schacht bis zur Integration
in die Grube Reden (am 31. März 1958) ein eigenständiger
Betrieb.
b) Reden-Fett war die zweite große Betriebseinheit
der Grube Reden. Beide Teile zusammen galten als eine
bedeutende Grube im Saarbergbau, die in der Mitte des
19. Jahrhunderts entstanden war und noch 1980 mit ca.
3100 Mann 6800 t Kohle pro Tag förderte. 1989 erfolgte
ihr Verbund mit der Grube Göttelborn.
Die Schachtanlage Reden-Gegenort war um 1900 über dem Schacht
III der Grube Frankenholz am Standort Höchen erbaut worden. Im Jahr 1960 wurde sie an
den heutigen Standort bei Bauershaus (zwischen Neunkirchen
und Ottweiler) versetzt.
Grube Göttelborn
Benannt nach der Gemeinde Göttelborn, deren Name auf die Quelle "Gödelborn"
zurückgeht. 1884 fanden erste Kohleschürfungen
im Bereich des heutigen Ortes statt und es erfolgte
der Anhieb der Grube Göttelborn. Betriebsbeginn
war 1887.
1980 förderte die Grube
Göttelborn bei einer Belegschaft von ca. 2200 Mann
7500 t Kohle pro Tag. Bei einem zu diesem Zeitpunkt
geschätzten Kohlevorrat von 200 Mio. Tonnen ging
man auch hier von einer noch langen Förderdauer
aus. Das Verbundbergwerk Göttelborn-Reden entstand 1989. Schon acht Jahre
später, nämlich 1997, wurde im Jahr des 110-jährigen
Bestehens der Grube die Schließung des Verbundbergwerkes
Göttelborn-Reden trotz großer Proteste seitens
der Bevölkerung beschlossen.
 Grube Camphausen
Benennung der Fischbachschächte (von 1871) in Grube Camphausen nach dem Besuch
des preußischen Finanzministers in Trier, Regierungsrat
Otto Camphausen (1812-1896). Die Namensgebung
der Grube wurde ihm zur Ehre, da er dem aufstrebenden
Bergbau an der Saar wirksame (finanzielle) Hilfe zukommen
ließ. Die Grube wurde 1871 abgeteuft und galt
1980 als prosperierender Betrieb, der bei einer Belegschaft
von ca. 1400 Mitarbeitern ca. 3500 t Kohle pro Tag förderte.
Grube Luisenthal

Benannt nach einem Hof, der den
Namen einer Tochter des Grafen Friedrich Ulrich von
Ostfriesland (1667-1710), Christiane
Luise, trug.
Jener war ein Schwiegersohn der Verbindung Fürst
Christian Eberhard von Ostfriesland und Eberhardine
Sophie zu Oettingen-Sötern (1666-1700). Die Benennung geht auf das Jahr 1951 zurück
und löste die Bezeichnung "Obervölklingen" ab. Der heutige Stadtteil von Völklingen
profitierte damals sehr vom wirtschaftlichen Aufschwung,
wuchs rasch an und wurde nicht zuletzt durch die Umbenennung
unabhängiger vom großen Völklingen.
Angehauen wurde diese Grube 1899.
Nach sehr wechselvollen Jahren und von einem schweren
Grubenunglück im Jahre 1962 überschattet,
förderte sie im Jahre 1980 bei einer Belegschaft
von ca. 2200 Bergleuten 5000 t Kohle pro Tag.
Grube Ensdorf (Grube Griesborn, Grube Duhamel)
1945 wurde die Grube Griesborn mit dem Steinkohlenbergwerk
Ensdorf-Viktoria zusammengelegt, die Förderanlage
in Griesborn wurde 1950 geschlossen, ihre Fördereinrichtung
abgerissen und die gesamte Förderung auf einem
neu geschaffenem 8 Kilometer langen Weg von einer elektrischen Fahrdrahtbahn zur Grube Duhamel gebracht, wo sie gehoben wurde.
Der Name der letzteren geht auf Jean Baptiste Duhamel (1767-1847) zurück, Professor für
Bergbau und Direktor der Bergschule in Geislautern.
Er schuf 1810 zusammen mit anderen Bergingenieuren Napoleons
den ersten Saargrubenatlas. Die Grube Griesborn
war nach dem gleichnamigen Ort bei Schwalbach benannt.1957
legte man beide Gruben zusammen und gab ihnen den Namen
des Ortes Ensdorf. (Der Name Saarschacht (1913-1920 und 1935-1945) setzte sich nicht
durch.)
Ensdorf gehörte 1980 mit
einer Fördermenge von 11000 t Kohle pro Tag und
einer Leistung von 8000 kg je Mannschicht zur europäischen
Spitzengruppe. 2600 Bergleute waren zu dieser Zeit hier
beschäftigt, die noch geschätzte 300 Mio.
t Kohle zum Abbau vor sich hatten.
Grube
St. Barbara
Zu Ehren der Hl. Barbara,
der Schutzpatronin der Bergleute 1955 von SAARBERGWERKE
bei Bexbach in Verbund mit einem Kraftwerk
eingeweiht - 1959 wegen mangelnder Rentabilität
von der Saarbergwerke AG geschlossen. Die Tagesförderung
lag bei einer Belegschaft von rund 2400 Beschäftigten
bei ca. 1500 t.

Grube
Kohlwald
Benannt
wurde diese Grube bei Wiebelskirchen vermutlich nach dem Flurnamen
"Kollwald", es besteht aber auch die Möglichkeit
eines Bezuges zu den ersten Kohlegräbereien im
15. Jahrhundert oder Kohlegewinnung durch aufgestellte
Meiler in diesem Wald.
Die Stilllegung dieser Grube
1966 brachte zwar die dortige Förderung von 3650
t Kohle pro Tag durch eine Belegschaft von 2200 Mann
zum Erliegen, die Kohlefelder wurden indessen an die
Grube Reden angeschlossen. Hier spielten auch die Annaschächte als zeitweiliger Förderstandort
eine große Rolle. Sie waren benannt nach der Ehefrau
des Oberberghauptmanns von Velsen.
 
Grube König - Königsgrube
Benannt wurde die Grube
bei Neunkirchen zu Ehren des Königs Friedrich Wilhelm III. (1770-1840), der 1821 Saarbrücken
besuchte. Bergmännisch geht sie auf den 1821 angehauenen
Friedrich-Wilhelm-Stollen zurück, der Teil der
Königsgrube war.
Vor der Stilllegung im März
1968 wurden auf dieser Anlage täglich 5200 t Kohle
gefördert, bei einer Belegschaft von 3600 Bergleuten.
Die unterirdische Kohlelagerstätte wurde nach der
Schließung der Grube Reden zugetragen.

Grube Dechen
Diese Anlage liegt bei Neunkirchen und wurde nach dem Oberberghauptmann
Dr. Heinrich von
Dechen (1800-1889)
benannt. Er war zu seiner Amtszeit für die Bergaufsicht
im Saarland verantwortlich. Vor seiner Amtszeit als
Oberberghauptmann in Bonn war er als Professor für
Bergbaukunde in Berlin tätig und trug dazu bei,
Geologie als eigenständige Disziplin zu etablieren.
Hier wurde von 1854 bis 1964
wertvolle Kokskohle gefördert. In den Jahren vor
der Stilllegung förderten 1700 Bergarbeiter 2200
Tagestonnen. Die Lagerstätte wurde dem Feldesteil
Reden zugewiesen

Grube Heinitz
Benannt wurde diese im Stadtbereich
Neunkirchens liegende Grube im Jahre 1851
nach dem bedeutenden preußischen Staatsminister
für Bergwerks- und Hüttenwesen Friedrich Anton Freiherr von
Heinitz (1725-1802).
(Sein Nachfolger in diesem Amt war Freiherr von Reden.
Zu bemerken gilt die Tatsache, dass Heinitz als Lehrer
großen Einfluss auf den späteren preußischen
Staatsmann Freiherr von Stein nahm). In den letzten
Jahren ihres Betriebes erzielte sie eine tägliche
Förderung von knapp 3000 t bei einer Belegschaft
von ca. 2900 Mann. Im November 1962 wurde diese Grube
stillgelegt und die Kohlevorräte wurden ebenfalls
der Förderanlage Reden zugeordnet.
 Grube
Maybach
Um das Jahr 1883 wurde die Grube
"Tränkelbach" von 1871 bei Friedrichsthal nach dem preußischen Minister
Albert von Maybach (1822-1904) umbenannt. Unter
Bismarck wurde dieser 1874 Leiter des Reichseisenbahnamtes,
ferner war er langjähriges Mitglied des Reichstages
und ab 1878 Minister der öffentlichen Arbeiten.
Auch diese Grube förderte über Jahre hinweg
wertvolle Kokskohle bis zu ihrer Schließung im
Jahr 1964. Auch dieser Feldesteil wurde der Grube Reden
zugeschlagen. Sie förderte damals 5000 t täglich
bei einer Belegschaft von 4300 Bergleuten.

Grube Franziska
Franziska war eine Tochter
aus preußischem Königshaus, der zu Ehren
diese Grube bei Quierschied benannt wurde. Damit war
sie - neben der Grube Viktoria - die einzige Grube,
die den Namen einer Frau erhielt, sonst geschah dies
nur mit Schächten. Die Grube war ursprünglich
eine Abteilung der Grube Camphausen gewesen, deren Westschacht
1920 in Franziska-Schacht umbenannt wurde. In den vierziger
Jahren wurde Franziska II abgeteuft. Sie war von 1950
bis 1960 eine selbstständige Grube mit eigener
Betriebsdirektion, wenn auch die Förderung weiterhin
über die Grube Camphausen gehoben wurde.
Franziska hat damals bei einer
Belegschaft von 2300 Beschäftigten eine Förderung
von 3200 Tagestonnen erreicht. 1960 wurde sie an Camphausen
angeschlossen.

Grube Mellin
Die Schächte bei Sulzbach wurden 1852 abgeteuft und zunächst wegen
ihrer Lage Eisenbahnschächte III und IV genannt.
Im Jahre 1858 wurden sie zu Ehren des preußischen
Ministerialdirektors
Mellin in Grube
Mellin umbenannte.
Mellin lebte von 1796-1859 und
war als Regierungsrat im Finanzministerium, Ministerialdirektor
im Ministerium für Bau und Gewerbe sowie seiner
Verdienste im Eisenbahnwesen als Generalbaudirektor
tätig. Mellin fand 1952 Anschluss an Maybach. Sie
förderte in den letzten Jahren mit 2200 Mann 2200
t Kohle pro Tag.
Grube
St. Ingbert
Auch wenn sich die Tätigkeit
des Heiligen Ingobertus als Einsiedler auf dem Gebiet
von St. Ingbert historischen Beweisen entzieht, löst
der Name St. Ingbert doch die ursprüngliche Bezeichnung
Landolvinga bzw. Lendelfingen mit dem Beginn des Dreißigjährigen
Krieges ab.
Erstaunlicherweise lag die Grubenverwaltung
nicht nur beim Grafen von der Leyen und französischen
Stellen, sondern auch bei einer russischen und einer
österreichischen Grubenverwaltung (1814-1816).
Geschlossen wurde die St. Ingberter Grube im Jahr 1959.
Die Förderung dieser eher
kleinen Grube lag zuletzt bei 500 t Kohle pro Tag durch
450 Mann.

Grube Jägersfreude
Benannt nach dem Ort Jägersfreude, welcher seinerseits nach einem
Jagdschloss des Fürsten von Nassau- Saarbrücken
benannt wurde. Auch diese Grube traf im Jahr 1968 die
Stilllegung, wenngleich der untertägige Anschluss
an Camphausen die weitere Nutzung der Lagerstätte
möglich machte.
Die Anlage hatte zuletzt eine
Förderung von 4700 t Kohle pro Tag erbracht, die
Belegschaft von 2900 Bergleuten stammte mehrheitlich
aus dem Bliesgau.
Grube Viktoria
Diese Grube lag am Ortsrand von Püttlingen, wurde ab 1869 abgeteuft und
nach der damaligen Kronprinzessin Victoria Adelaide Mary Louisa von Sachsen-Coburg und Gotha,
geborene Princess Royal von Großbritannien und
Irland (1840 bis 1901) benannt. Sie war das erste Kind
von Albert von Sachsen- Coburg und Gotha und Königin
Victoria von Großbritannien. Nach ihrer Heirat
mit Friedrich III. war sie preußische Königin
und deutsche Kaiserin und später Mutter von Kaiser
Wilhelm II. -
Weitere ausführliche
Infos und Fotos gibt es auf der Seite Grube Viktoria.

Grube Velsen
Benannt
nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen im Jahre 1907, nach dessen Besuch bei der
Anlage in Großrosseln im Rosseltal. Jener war von
1881 bis 1886 Vorsitzender der Bergwerksdirektion in
Saarbrücken. Die Grube Velsen wurde im August 1965
Nebenanlage des Bergwerks Warndt, sie förderte
Anfang der 60er Jahre 4500 t Kohle pro Tag mit einer
Belegschaft von 3100 Bergleuten.
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Anhang
Mancher
Leser wird sich fragen, warum diese oder jene bekannte
saarländische Grube hier nicht erwähnt wurde.
Stefan Haas hat in seiner Abhandlung auf meinen Wunsch
hin nur diejenigen Bergwerke berücksichtigt, die
in der Zeit des autonomen Saarlands in Betrieb waren.
Zu dieser Zeit waren aber
einige saarländische Gruben bereits geschlossen,
andere noch gar nicht eröffnet. Diese sollen
hier genannt werden:
Grube Sulzbach-Altenwald
bestand von etwa 1747 bis 1932, als sie von
den Franzosen geschlossen wurde.
Grube Von
der Heydt: Diese Grube wurde 1850 vom Preußischen
Bergfiskus gegründet und nach dem preußischen
Handels- und Finanzminister August Freiherr von der Heydt (1801-1874)
benannt. Ihre Entwicklung endete aber als Folge der Weltwirtschaftskrise
schon 1932. In den Jahren 1951/52 wurden die beiden
Amelung-Schächte nochmals gesümpft
und als ausgehende Wetterschächte der Püttlinger
Grube Viktoria
genutzt; 1965 wurde die Grube von der Heydt endgültig
stillgelegt.
Die Grube Geislautern war etwa 1730
entstanden und wurde schon 1908 stillgelegt.
Grube
Dilsburg: Die
Anlagen dieser Heusweiler Grube wurden etwa zwischen
1910 und 1916 erstellt. Maximal förderte die Grube
234.000 Tonnen Steinkohle im Jahr. Die Belegschaft bestand
aus bis zu 1400 Arbeitern und Beamten. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise
wurde die Grube am 26 6.1931 "vorübergehend"
stillgelegt. Es kam aber nie wieder zu einer Wiederinbetriebnahme
in der alten Form. Allerdings wurde der Schacht Dilsburg
von 1966 bis 2000 wieder für das Bergwerk Ensdorf
und später für die Grube Göttelborn in
Betrieb genommen.
Die Grube Brefeld wurde 1872 eröffnet und
1935 mit Camphausen
durch die Saargrubenverwaltung zu einem Verbundbergwerk
zusammengelegt. Ab 1942 wurden die Flöze der Grube
Brefeld nicht mehr weiter abgebaut. Dies geschah erst wieder, als
die Privatgrube
Brefeld 1956
die Abbaugenehmigung
für die Flöze erhielt. 1962 war auch für
sie der letzte Fördertag.
Grube
Frankenholz:
Am 2. Januar 1941 kam es hier zu einer schweren Schlagwetterexplosion,
bei der 41 Bergleute ihr Leben verloren. Nach diesem
Unglück wurden die Arbeiten in der Grube für
Jahre eingestellt, bis die Brände eingedämmt
waren. 1947 wurde Jules Baumann Direktor der Frankenholzer
Grube. Unter seiner Leitung wurde 1954 das Bergwerk
St. Barbara in Bexbach gebaut. Die Kohlen des Frankenholzer
Grubenfeldes wurden nun direkt
in Bexbach zu
Tage gefördert. Am 30. April 1959 wurde die Förderung
durch die Saarbergwerke AG eingestellt.
Falls Sie die Grube Warndt hier vermissen: Sie entstand
erst in den späten 50er bzw. frühen 60er Jahren.
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Auf der Seite Grube Viktoria in Püttlingen finden Sie eine
Einzelbeschreibung der Grube mit Fotos aus den 50er
Jahren.
Weiterführende Literatur
zu den Grubennamen:
- Schuster, Gerd: Grubennamen an der Saar. Wirtschaftshistorische Betrachtungen.
Sonderdruck aus dem Saarbrücker
Bergmannskalender
1980.
- Ruth, Karl-Heinz: Fürsten und Bergleute
gaben saarländischen Gruben ihren Namen. In: Saarbrücker Bergmannskalender
1998, S.
135
- 147.
2) Geschichte des Bergbaus an der Saar
a) Knapper
historischer Abriss über
die wichtigsten geschichtlichen
Zusammenhänge
von den Anfängen bis zum Ende des 2.
Weltkriegs
Text von Stefan Haas, Weiskirchen
Der Beginn der Kohlenförderung
im Saarland liegt lange zurück: Eine Urkunde aus
dem Jahre 1429 erwähnt schon Schürfbetriebe
bei Neunkirchen. Es soll aber schon zu Zeiten der Römer
im Saarland Bergbau gegeben haben. Der Emilianusstollen
in St. Barbara (Wallerfangen) ist ein in Mitteleuropa
einzigartiges Beispiel dafür (allerdings wurde
dort nach Kupfer gegraben).
Im Jahre 1751 zog der Fürst
von Nassau und Graf zu Saarbrücken kraft eines
in Deutschland bestehenden Hoheitsrechts den Besitz
der bis dahin privaten Gruben an sich, die zwar zahlreich,
aber wenig bedeutend waren, denn ihre gesamte Jahresproduktion
betrug nur etwa 300 Tonnen.
Als 1792 die Gegend um Saarbrücken
für etwa 20 Jahre an Frankreich fiel, förderten
die Gruben ungefähr 50 000 Tonnen Kohle jährlich.
Im Jahre 1808 beabsichtigte Napoleon, die Saargruben
in mehrere Konzessionen aufzuteilen. Um die Aufteilung
besser durchführen zu können, ließ er
die Lagerstätten auf Staatskosten methodisch erforschen.
Die Ingenieure Duhamel, Beaunier und Calmelet erledigten
diese Aufgabe in drei Jahren und fassten das Ergebnis
ihrer Untersuchungen in einem Atlas zusammen. Obwohl
sich Napoleon schließlich doch gegen eine Aufteilung
entschied und ein einziges staatliches Unternehmen der
Gruben bevorzugte, steht dieser Atlas am Anfang des
wirklich industriellen Betriebs der Saargruben.
Zum Ende des Heiligen Römischen
Reichs deutscher Nation am Beginn des 19. Jahrhunderts
kam das Saargebiet 1815 in seinem Hauptteil zu Preußen
und zu einem kleinen Teil (im Osten) an Bayern. Diese
beiden Länder vertrauten die Kohleförderung
ihren jeweiligen fiskalischen Verwaltungen an.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts förderte
der industrielle
Aufschwung die
Nutzung und Ausbeutung des saarländischen Kohlevorkommens.
Die Produktion erreichte im Jahre 1880 fünf Mio.
Tonnen. Während der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts
stieg sie weiter erheblich an, bis auf 13 Mio. Tonnen
im Jahre 1913.
Im Jahre 1920 wurden die Saargruben
französisches Staatseigentum, da der Versailler Vertrag sie
Frankreich zugesprochen hatte, als Ersatz für die
im Ersten Weltkrieg zerstörten Gruben in Nordfrankreich.
Nach der Volksabstimmung von 1935 kam die Saar wieder zu Deutschland, das mittlerweile unter nationalsozialistischer
Regierung stand. Die Saargruben wurden dem französischen
Staat abgekauft und erhielten später die Form einer
Aktiengesellschaft (Saargruben A.G.), deren einziger
Aktionär das Deutsche Reich wurde.
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Das Foto zeigt saarländische
Bergleute bei der "Halbschicht" im Schacht
Holz der Grube Göttelborn, ca.1956. (Foto: K. H. Janson)
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