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9) Zeitungen und Zeitungsartikel zur Volksabstimmung 1955

 

 


 

 

 

 

Die an der Volksabstimmung beteiligten Zeitungen und Sonderblätter

 

Abk.

Vollständiger Name

Art  

Partei

zum Saar-

statut

SZ

Saarbrücker Zeitung

Tageszeitung

"unabhängig", aber eng auf Regierungslinie; schaltete z.B. keine Heimatbund-Anzeigen

(JA)

AZ

Saarbrücker Allgemeine Zeitung - Unabhängige deutsche Zeitg.

Tageszeitung

DSP

NEIN

NN

Neueste Nachrichten - Die Deutsche Heimat-Zeitung der Saar

Tageszeitung

CDU-Saar

NEIN

SVZ

Saarländische Volkszeitung für Christentum und Demokratie

Tageszeitung

CVP

JA

 

Wir sagen Ja! - Sonderblatt der CVP zur Volksbefragung

Sonderblatt

CVP

JA

 

Im Kreuzfeuer

Wahlzeitung

CDU-Saar

NEIN

NZ

Neue Zeit - Organ der Kommunistischen Partei, Landesverband Saar

Parteizeitung

KPS

NEIN

VS

(SAAR-)Volksstimme  für Sozialismus und Demokratie

Parteiorgan

SPS

JA

 

Unter der Lupe - Eine Flugblattfolge von der SPS z. Volksbefragung

Flugblattfolge

SPS

JA

 

Die Wespe

Sonderblatt

DSP

NEIN

 

Nein zu jedem Saarstatut - 1. Wahlzeitung der Dt. Demokrat. Union

Wahlzeitung

DDU

NEIN

DS

Deutsche Saar - Stimmen der Demokratischen Partei Saar

Sonderblatt

DPS

NEIN

 

   

 

 

              

 

 

Die Collage von 1955 zeigt die Titelzeilen der wichtigsten Zeitungen beider Lager, bunt gemischt. (Sammlung Rainer Freyer)

 

 

 

Die Mainzer „Allgemeine Zeitung“ berichtete am 8. Juli 1955

 

über den Beschluss der CDU-Saar, gegen das Saarstatut zu stimmen, während die Bundes-CDU seine Annahme

empfahl: Ihr Vorsitzender K. Adenauer hatte es schließlich mit P. Mendès France 1954 in Paris ausgehandelt.

(Siehe dazu die Seite Saarstatut.)

 

 

 

 

 

Die "Deutsche Saar" (DPS) über den Zusammenschluss der pro-deutschen Parteien im "Heimatbund" am 3.9.1955:

 

 

 

Eine in Lausanne erscheinende schweizerische Zeitung informierte ihre Leser einen guten Monat vor dem

Termin über die Volksbefragung im Saarland aus der neutralen Sicht der Eidgenossen.

 

  

 

  

Der Redaktionshund gehörte zur Saarbrücker Allgemeinen Zeitung (DSP). Sein Name war vielleicht eine Anspielung auf den Innenminister Edgar Hector. Der Text zum ersten Bild bezieht sich auf die Forderung der WEU-Kommission nach Neutralität im Rundfunk während der letzten drei Monate vor der Volksabstimmung (siehe auch Saarlandbrille!).

  


 

Aus "Deutsche Saar" (DPS) vom 8. Oktober 1955:  

 

  

 

Die Statuts-Befürworter setzten seltener auf Humor und Spott. Sie versuchten eher, Familienvätern und Müttern ins Gewissen zu reden.

 

 

 

 

 

 

 

Der Päpstliche Apostolische Visitator war der Vertreter des Vatikans im Saarland, allerdings ohne diplomatischen Status. Seine Aufgabe war nur die kirchliche Inspektion, er konnte nicht direkt auf Geistliche einwirken. Von 1948 bis 1956 hielt dieses Amt Pater Michael Schulien inne. Er war von Papst Pius XII.dazu ernannt worden.

  

 

Die "DEUTSCHE SAAR" (DPS) veröffentlichte eine Fotoserie unter der Überschrift

Anmerkung: Heinrich Schneider schreibt in seinem Buch "Das Wunder an der Saar" zu diesem Foto, das dort auch abgedruckt ist: "Gouverneur Gilbert Grandval, der »ungekrönte König der Saar« (...) wird von Ministerpräsident Johannes Hoffmann devot begrüßt! Das Verhältnis zwischen »Herr und Diener« könnte kaum besser ausgedrückt werden."

(Schneider, Heinrich. Das Wunder an der Saar. Ein Erfolg politischer Gemeinsamkeit. Stuttgart, 1974. Zu Bild Nr. 61, vor S. 177)

  

   

 

 

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Die zur CDU-Saar gehörige Zeitung "Im Kreuzfeuer" stellte dem diensthabenden Arbeitsminister

der Regierung Hoffmann, Johann Klein, CVP, einige Fragen über die angekündigte Rentenerhöhung:

 

  

 

 

In der ersten Ausgabe der DPS-Zeitung "DEUTSCHE SAAR" vom 28. Juli 1955

 

legte Dr. Heinrich Schneider die "Gefahren" des zur Abstimmung anstehenden Saarstatuts dar:

 

 

Europa oder Kolonialstatut

Die Saarbevölkerung ist aufgerufen, am 23. Oktober 1955 - genau ein Jahr nach der Unterzeichnung - das in Paris abgeschlossene Saarabkommen und den in diesem enthaltenen französisch-saarländischen Wirtschaftsvertrag vom 3. Mai 1955 anzunehmen oder durch ein mehrheitliches NEIN abzulehnen. Beim Zustandekommen der Vertragswerke waren unabhängige und freie Vertreter der Saarbevölkerung nicht beteiligt. Andere haben für diejenigen gehandelt, denen mitzuwirken versagt war. Allein zwischen der französischen Regierung und der gegenwärtigen Saarregierung des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann war zuvor volles Einverständnis erzielt worden. Seit 1945 gab es zwischen Paris und der jeweiligen Regierung in Saarbrücken immer nur vollständiges Einvernehmen.

Das Pariser Saar-Abkommen ist zugleich das Saar-Statut, das - von der Saarbevölkerung einmal angenommen - dann ohne Zustimmung Frankreichs nicht mehr abgeändert werden kann. Die Regelung trägt die Bezeichnung "Europäisches Statut der Saar". Worin im Statut, abgesehen von seinem Wortschatz, die wirklich europäische Gestaltung (Europas) liegen soll, ist unerfindlich. Separatistische Politiker behaupten in ihrer Verlegenheit, die im Statut bestätigte Teilnahmeberechtigung der Saar an "europäischen" Gremien, wie Europarat, Montan-Union und der Westeuropäischen Verteidigungsgemeinschaft sei die "Europäisierung" unserer Saarheimat. Andere sehen im "europäischen" Kommissar das Schwergewicht, weil dieser später das Statut zu überwachen, die Beteiligung der Saarbevölkerung an der militärischen Verteidigung Westeuropas durchzuführen und diejenigen außenpolitischen Interessen des "Saarlandes" wahrzunehmen hat, die nach dem französisch-saarländischen Wirtschaftsvertrag noch übrig bleiben. Der Wirtschaftsvertrag aber ist in allen seinen Elementen nichts anderes als ein Kolonialstatut, wie Frankreich es für Marokko, Tunis oder Indochina abschließt. Armes Europa, das so beginnen soll!

Europa schaffen, heißt Grenzen beseitigen! Solange Zollschranken, unterschiedliche Währungen und Hemmnisse anderer Art den freien und ungehinderten Wirtschaftsaustausch zwischen den europäischen Nationen beeinträchtigen, kann niemand ernstlich auch nur von ersten Anzeichen einer europäischen Integration sprechen. Und es waren doch allein die Franzosen, die am 31. August 1954 mit der Ablehnung des EVG-Vertrages die ersten bescheidenen Schritte zur Verwirklichung einer echten europäischen Supranationalität unmöglich gemacht haben. Schrieb nicht auch die "Saarbrücker Zeitung", das"sich nicht einmischende" Organ des Quai d'Orsay an der Saar, am 8. Mai 1954 den inhaltsschweren Satz: "Die europäische Wirtschaftsunion hat aber leider das Licht des Tages noch nicht erblickt, und selbst die optimistischen Europäer erwarten sie nicht vor zehn Jahren"!

Das SAAR-STATUT aber verewigt die unnatürlichen Grenzen und Zollmauern gegenüber unserm angestammten deutschen Vaterland. Nachdem in Paris der Bundeskanzler und der französische Ministerpräsident Mendès-France das Saar-Abkommen unterzeichnet hatten, charakterisierte der letztere seinen Inhalt mit den Worten: "Die Regelung, die wir in der Saarfrage erzielt haben, ist sehr gut, denn sie besteht in der Aufrechterhaltung der französisch-saarländischen Wirtschaftsunion, die bewirkt, daß es niemals Zollschranken zwischen Frankreich und der Saar geben wird, während diejenigen zwischen der Saar und Deutschland fortdauern werden"! ("Le Monde" vom 5. November 1954.) Das ist einer der entscheidenden Gesichtspunkte des Pariser Saar-Statuts. Und wenn immer ein Deutscher von der Saar in das übrige Deutschland reisen wird, dann werden ihn französische Zöllner und die blau-weiß-roten Zollschranken bei Einöd, Eichelscheid, Nohfelden und Nonnweiler, bei Britten, Saarhölzbach, bei Weiten und Nennig daran erinnern, daß hier für alle Saardeutschen Europa endet!

Das ist das wahre Gesicht des sich zu Unrecht "europäisch" bezeichnenden Saar-Statuts. Kein anderer als der Bundeskanzler selbst hat das Urteil über eine Saar-Lösung gesprochen, wie sie am 23. Oktober 1954 infolge Frankreichs unnachgiebiger Haltung erzwungen worden ist. Am 30. Mai 1951 erklärte Dr. Adenauer vor dem Bundestag: "Wir streben auf ein vereinigtes Europa hin, in dem die Grenzen fallen sollen. Es erscheint mir antiquiert, in diesem Stadium der europäischen Entwicklung noch europäische Zwergstaaten schaffen zu wollen. Ich kann mir auch nicht denken, welchen überzeugenden Grund die französischen Verfechter dieses Gedankens ins Feld führen könnten. Auf die Frage: "Warum soll ein selbständiger Saarstaat geschaffen werden", gibt es keine Antwort, wenn die Elemente dieser Antwort nicht in den Vorstellungen einer Vergangenheit wurzeln, in denen man sich gegenseitig Landgebiete abnahm oder sich durch Puffer- und Satellitenstaaten schützen zu müssen glaubte. Das habe ich vom europäischen Standpunkt aus gesagt."

Wir haben dem nichts hinzuzufügen, sondern allein die Konsequenz aus solcher Erkenntnis zu ziehen. Das Saar-Abkommen vom 23. Oktober 1954 ist darum keine europäische, sondern in seinen letzten Auswirkungen antieuropäische Regelung. Es wird nicht Ruhe, Frieden und Verständigung für die Beteiligten schaffen, sondern ein ständiger Keim des Unfriedens und Streits werden.

Wir lehnen darum dieses Statut als uneuropäisch ab. Wir verlangen neue Verhandlungen, deren Ziel eine Regelung im wahrhaft europäischen Geiste sein muß.

Wie diese im einzelnen aussehen muß, werden wir in den kommenden Wochen der Saarbevölkerung mit aller Gründlichkeit darlegen.
 

 

 

 

Zeitungsausschnitte zum Ausgang der Volksabstimmung finden Sie im Abschnitt 3) Ergebnisse und Folgen

 

 


 

Das Kapitel SAARSTATUT umfasst folgende Seiten:

 

1)  Das Saarstatut

2)  Volksbefragung und Abstimmungskampf

3)  Ergebnisse und Folgen

4)  Aufkleber

5)  Flugblätter

 

 

  6)  Karikaturen

  7)  Plakate

  8)  Verse

  9)  Zeitungen

10)  Tumulte bei Kundgebungen

 


Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 5.11.2013

 

 

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