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             saar-nostalgie.de - RADIO UND FERNSEHEN                                                                                       

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d) Fernsehen im Saarland:

 

 

 

"TELESAAR" (1953 bis 1958)

 

 

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           (Bildschirm-Fotos: Richard Kirst, Dudweiler)  

Am 16. Juni 1952 wurde die "Saarländische Fernseh AG" gegründet. Hauptaktionär war eine Gruppe um den Prinzen Rainier III von Monaco und den staatenlosen Charles Michelson. Diese private Holdinggesellschaft nannte sich Images et Sons. Ihr wurde von der saarländischen Regierung die Genehmigung erteilt, den privaten französischen Rundfunksender "Europa 1" auf saarländischem Gebiet (bei Berus) zu errichten und zu betreiben. Als Gegenleistung musste sie sich dazu verpflichten, einen Fernsehsender für das Saarland aufzubauen. Bald begannen die Versuchssendungen des ersten saarländischen Fernsehsenders unter dem Namen Telesaar. Damit begann das Fernsehen im Saarland etwa eineinhalb Jahre später als in der Bundesrepublik, wo es schon seit dem 27. Mai 1951 regelmäßige Sendungen gab.

 

Die erste reguläre Sendung fand am 23. Dezember 1953 statt, dem 63. Geburtstag von Johannes Hoffmann. In dieser Auftaktsendung waren zu sehen: Christa Adomeit als Ansagerin, Viktor Lenz und Sohn, Fritz und Gerdi Weißenbach (damals noch Gerdi Palmer), das Schlager-Terzett "Die drei Raben" und der Sänger Luitpold Ganther. Es wurden auch ein Märchenfilm, ein Kurzfilm über Johannes Hoffmann und ein Kulturfilm über das Saarland von Ernst Bingen gesendet. Es folgten einige weitere Versuchssendungen, und ab 6. Juni 1954 gab es tägliche TV-Sendungen mit einem Vollprogramm. Abends um 20:15 gab es einen Spielfilm oder Unterhaltungssendungen, um 20 Uhr wurde eine "Tagesschau" ausgestrahlt (und gegen 21:45 zum Sendeschluss wiederholt), die größtenteils aus Paris übernommen wurde (mit deutschen Kommentaren), es gab eigene Fernsehspiele, Sportsendungen, z.B. Fußball- ("Und wieder rollt das Leder") oder "Catch as catch can"-Übertragungen (meist aus Frankreich, wo diese Sportart damals sehr beliebt war, aber es wurden auch im Saarland selbst Kämpfe ausgetragen), volkstümliche Konzerte (präsentiert von Josef Reichert), eine "Kinderstunde" (u. a. mit Tante Christa und Werner Wiedemann), Sendungen für Mütter und Hausfrauen und Unterhaltungssendungen mit Namen wie "Telecocktail" oder "Televariété" (siehe unten!). Der saarländische Zeichner Roland Stigulinsky fertigte während der freitags ausgestrahlten Programmvorschau "Sie werden sehen" live im Studio Zeichnungen zu den für die folgende Woche angekündigten Sendungen an. Für Live-Übertragungen von Tele-Saar wurde mit Plakaten im ganzen Land geworben. Es gab auch eine eigene saarländische Programmzeitschrift: Tele Bild mit Radio (siehe Seite Radio Saarbrücken!).  

 

Telesaar wurde über einen 100-Watt-Sender vom Saarbrücker Eschberg aus im VHF- Kanal F 7 (Bild auf 177,15 MHz) ausgestrahlt. Es gab im Saarland allerdings nur wenige Fernsehgeräte: anfangs etwa 400, 1954 circa 700, und 1958 rund 4000. Die meisten von Ihnen standen in Gaststätten.

 

In dem am 18. Juni 1952 verabschiedeten Rundfunkgesetz für das Saarland war die Übernahme aller technischen Normen des französischen Systems vorgeschrieben worden. (Weiter unten können Sie in dem Bericht "Farbfernsehen" über die im Vorfeld dazu geführten Diskussionen lesen.) Die Zahl der Bildzeilen wurde deshalb wie in Frankreich auf  819 festgelegt. Mit Fernsehern, die für diese Norm ausgelegt waren, konnte man deshalb im Saarland zwar Telesaar und das französische Fernsehen empfangen, nicht aber das deutsche, das mit 625 Zeilen ausgestrahlt wurde. Umgekehrt war Telesaar in der angrenzenden BRD mit normalen Geräten nicht zu sehen.  

 

 

 

    Ein für das Saarland zur damaligen Zeit     typischer Fernseher, Marke Telemaster.

                                Foto: Michael John, Holz

 

 

Zur Erinnerung: Im Saarland war es damals mit entsprechenden Antennenanlagen möglich, folgende Fernsehsender zu empfangen:

 

1) in der 819-Zeilen-Norm:  TELESAAR: Saarbrücken Kanal F 7.  Télévision Française: Metz F 6, Straßburg F 5.

2) in der 625-Zeilen-Norm:  Deutsches Fernsehen: Feldberg Kanal E 8, Weinbiet E 10, Baden-Baden (Hornisgrinde) E 7.

 

Aus Anlass der Fußball-WM 1954 wurden damals in unserem Land zahlreiche, zum Teil extrem hohe Antennen aufgebaut, um den Sender Hornisgrinde empfangen zu können.

 

 

Das Mini-Studio mit nur 58 m² Größe war im Haus der Saarländischen Volksfürsorge Ecke Dudweiler- und Richard-Wagner-Straße (siehe Foto oben) untergebracht.

 

Schon ab Mitte Mai 1954 wurde auch Fernsehwerbung gesendet. Die Vermarktung oblag der Radio-Reklame GmbH, die auch für die Rundfunkwerbung bei Radio Saarbrücken zuständig war (siehe Seite Radio Saarbrücken!).

 

 

 

 

 

 

 

   

      Als Fernsehübertragungswagen

        diente ein umgebauter Omnibus.

 

 

 

 

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 "TELEVARIETE" war eine beliebte Abendsendung von Telesaar. Das Programm bestand hauptsächlich aus Tanzvorführungen und Darbietungen von Musikern und Artisten. Die "Erotik" beschränkte sich etwa auf das, was man auf dem Foto links sieht. Aber für die damalige Zeit war es doch schon recht "gewagt"...

 

 

 

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Am 25. Januar 1958 (andere Quellen sprechen vom 16. Juli 1958) wurde Telesaar auf Verfügung des Bundespostministers (die Bundespost übte seit Januar 1957 die Funkhoheit im Saarland aus) durch die Polizei geschlossen, da der Privatsender im Widerspruch zu den internationalen Bestimmungen auf einer willkürlich gewählten Frequenz Werbesendungen ausstrahlte. Dies war mit dem System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der BRD unvereinbar.

 

1957 wurde der Saarländische Rundfunk in die ARD aufgenommen. Er übernahm aber erst nach der Schließung von Telesaar das Programm des Deutschen Fernsehens und strahlte es auf der bisherigen Frequenz von Telesaar aus. Anfangs wurden für das Regionalfenster (mit Werbesendungen) vor 20 Uhr die Sendungen des Südwestfunks übernommen, aber im Laufe der Zeit wurde ein immer größer werdender Teil vom neuen Regionalfernsehen des SR selbst gestaltet.

 

 

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"Neueste Erkenntnis" aus dem Jahr 1951:

 

Farbfernsehen ist nur mit 819 Zeilen möglich!!!!

 

 

Wie am Anfang dieser Seite berichtet, hatte die Aktionärsgruppe, die den privaten Radiosender Europe 1 auf saarländischem Boden errichten und betreiben wollte, sich im Gegenzug dazu verpflichtet, für das Saarland einen eigenen Fernsehsender zu bauen.

 

Im Jahr 1951 waren die Planungen dazu schon in vollem Gange. Unter anderem stellte sich die Frage, in welcher Norm dieser Sender arbeiten sollte. Von ihr hängt es z.B. ab, aus wie vielen Zeilen das Bild besteht. Die deutschen und die meisten übrigen Sender Europas arbeiteten bekanntlich mit 625, die Franzosen aber mit 819 Zeilen. Wenn man mit demselben Gerät beide Normen empfangen wollte, brauchte man ein so genanntes Mehrnormengerät (im Volksmund "Mehrzeiler"), der aber damals noch gar nicht oder nur mit hohem Aufpreis zu haben war. Die saarländische Regierung musste sich nun für ein System entscheiden. Den Franzosen war natürlich daran gelegen, ihre 819-Zeilen-Norm auch im Saarland einzuführen. Um die saarländische Regierung von deren Vorzügen zu überzeugen, brachten sie u.a. ein überraschendes Argument ins Spiel.

Der abgebildete Text ist ein Auszug aus der Übersetzung eines Schreibens, das der damalige Directeur Général der Firma Radio-Industrie Paris Ende des Jahres 1951 an die saarländische Regierung gerichtet hatte.

Quelle: Landesarchiv Saarbrücken  

 

Wenn das wahr wäre, was hier als Voraussetzung für eine Farbübertragung im Fernsehen geschildert wurde, dann müsste man sich fragen, wie es möglich ist, dass wir heute in Europa (außer in Frankreich) auch mit 625 Zeilen Farbfernsehen machen können! Ob die amerikanischen und französischen Techniker damals wirklich der Überzeugung waren, dass für Farbfernsehen 819 Zeilen notwendig seien? Vielleicht waren sie es so lange, bis sie später (1963) von dem deutschen Prof. Walter Bruch, mit der Erfindung des PAL-Systems mit 625 Zeilen eines Besseren belehrt wurden?

 

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14-tägige Rundfunk- und

 

Fernsehvorführung

 

in der Bahnhofstraße

 

1953

 

In diesem Gebäude in der Bahnhofstraße in Saarbrücken fand im Herbst 1953 eine etwa 14-tägige Rundfunk- und Fernsehvorführung von Radio Saarbrücken und Telesaar statt.

 

Foto aus dem Buch "Saarbrücken wie es war 3" (von Karl August Schleiden, Droste Verlag).

 

 

Nähere Informationen über dieses Gebäude gibt es auf der Seite Orte & Gebäude.

 

 

 

    

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Alte Fernseh-Kamera (energis-VSE-Elektromuseum, Illingen; Foto R. Freyer)

 

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Weitere Infos und Fotos über TELESAAR gibt es in Kürze hier!

 

 

 

Inhalt des Kapitels RADIO UND FERNSEHEN:

 

a) Geschichte des Rundfunks im Saarland (von 1929 bis 1959)

  

b) Radio Saarbrücken - der saarländische Heimatsender

  

 

     Die Saarlandbrille (beliebte Sonntagssendung mit Zick, Zack & Marieche)

 

 

 

c) Die Wartburg - das Funkhaus von Radio Saarbrücken

 

d) Fernsehen im Saarland der 50er Jahre - TELESAAR

  

e) Radio- und Fernsehgeräte aus saarländischer Produktion

 

 

 

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  Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 31.08.10                                                  

 

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