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www.saar-nostalgie.de - RADIO UND FERNSEHEN


 

 

 

 

  a)  Geschichte des Rundfunks

  

                 

im Saarland

 

 


 

Zur Übersichtsseite "Radio und Fernsehen"

Hinweis: Eine chronologische Übersicht mit genauen Angaben zu den Senderstandorten, Sendeleistungen und -frequenzen finden Sie in der Tabelle weiter unten!

 

 

1) 1935 bis 1945: Reichssender Saarbrücken  

 

 

Die ersten deutschen Rundfunksendungen begannen 1923 in Berlin. Kurz darauf nahmen die Sender Frankfurt und Stuttgart ihren Betrieb auf; sie waren aber im Saargebiet nur schlecht zu empfangen. Ab 1926 wurde der Empfang durch den neuen Sender bei Kaiserslautern verbessert. Im Saargebiet, das seit 1920 dem Völkerbund unterstellt und wirtschaftlich mit Frankreich verbunden war, gab es vor 1935 keinen eigenen Rundfunksender. Es wurden allerdings mehrfach einzelne Sendungen anderer Reichssender von der Saar aus übertragen, die erste im Jahr 1929.

 

Nach dem Anschluss des Saargebiets an Hitlers "Derittes Reich" (am 1. März 1935) begann der neue Reichssender Saarbrücken zunächst mit Probesendungen und am 29. September 1935 mit einem eigenen Vollprogramm. Am 4. Dezember 1935 wurde der Reichssender Saarbrücken mit einer großen Feier in der Saarbrücker Wartburg eröffnet. Gesendet wurde auf Mittelwelle 240 m = 1249 kHz, zunächst mit einer Leistung von 700 Watt über einen motorisierten Sender, einige Monate später bereits mit 17 KW aus Heusweiler. Der Sender wurde dem Großdeutschen Rundfunk angegliedert, der ab 1940 zwei nationalsozialistische Programme für das ganze Deutsche Reich über alle Reichssender ausstrahlte. Nur am Vormittag gab es Fenster mit regionalen Sendungen und Unterhaltungsprogrammen direkt aus Saarbrücken.

 

Die Sendestudios des Saarbrücker Reichssenders befanden sich damals in verschiedenen Gebäuden der Stadt, z. B. in einer Villa Am Eichhornstaden 11 (heute Am Staden), in der Hohenzollernstraße, im Gasthaus Stiefel und in Dudweiler. Der Sender stand in Heusweiler (siehe Foto rechts oben, von 1935). Aus dem Saal der Wartburg wurden manchmal große Rundfunk-Veranstaltungen übertragen, z.B. "Sperlings Bunte Bühne", aber auch Sinfoniekonzerte.

 

Das Pausenzeichen des Reichssenders Saarbrücken bestand aus den ersten vier Tönen des Steigerlieds, zu dem in der Saargebietszeit ein neuer Text gedichtet worden war: "Deutsch ist die Saar" [1]. (Siehe Seiten Radio Saarbrücken unter 9) und Namen,Flaggen,Wappen,Hymnen unter E).

 

Intendant des Senders war von 1935 bis 1940 Dr. Adolf Raskin, danach Karl Mages. Etwa 1938 plante man ein neues Funkhaus-Zentrum auf dem Wackenberg, aber Berlin hatte andere Pläne, und so musste der Landkreis Saarbrücken das riesige Gelände auf dem Saarbrücker Halberg einschließlich des dort vorhandenen Schlosses 1939 an die Reichsrundfunk-Gesellschaft verkaufen. Hier sollte nun der Reichssender eine neue, komfortable Unterkunft finden. Aber dann begann der Krieg, und im Schloss Halberg nistete sich eine Flak-Einheit ein. Als die erste Evakuierungswelle begann, verstummte der saarländische Sender bis zum Spätsommer 1940, um sich dann aus der Wartburg wieder zu melden. Er sendete bis zum März 1945, als die Sendeanlagen in Heusweiler von alliierten Jagdbombern beschossen wurden. Dies war das Ende des Reichssenders Saarbrücken, der neben dem Sender Köln der einzige linksrheinische deutsche Sender war.

 

[1] Schum, Alexander. Der Saarländische Rundfunk. In: Altmeyer, Klaus (Hrsg.). Das Saarland. Saarbrücken, 1958. Seite 287.

Foto: Die Familie von Rainer Freyers Mutter (im Vordergrund) hört in den 30er Jahren Radio - damals noch mit Kopfhörern. (Foto: R. Freyer).

 

 

2) 1946 bis 1956: Radio Saarbrücken

 

Eine ausführliche Beschreibung des Senders, seiner Akteure und seines Programms finden Sie auf der Seite Radio Saarbrücken.

 

Am 17. März 1945 wurden die hölzernen Antennenmasten des Reichssenders Saarbrücken von einem amerikanischen Jagdbomber zerstört. Damit war der Sender Saarbrücken endgültig verstummt. Nachdem die Franzosen Ende Juli 1945 die Amerikaner als Besatzungsmacht im Saarland abgelöst hatten, war ihnen sehr daran gelegen, einen populären Radiosender im Land zur Verfügung zu haben. Dessen Hauptaufgabe sollte darin bestehen, die Bevölkerung im künftigen Staatswesen zu verankern und in diesem Sinne umzuerziehen. Mit seiner Hilfe wollten sie der Bevölkerung ihr "unvermeidliches" Ziel näherbringen, das Saarland möglichst eng an Frankreich anzubinden. Über einen Rundfunksender konnte man die Menschen direkt ansprechen. Für die Rundfunkversorgung der übrigen französischen Zone war der spätere Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden vorgesehen.

      

Die im Krieg stark beschädigte Saarbrücker Wartburg wurde mit Unterstützung der Rundfunkabteilung der französischen Armee notdürftig wieder in Stand gesetzt, damit sie als Funkhaus für den neuen Rundfunksender dienen konnte. (Eine ausführliche Beschreibung der Wartburg finden Sie hier.)

(Fotos: SR)

Schon im September 1945 wurde beim Regierungspräsidium Saar von der Militär-regierung eine Dienststelle mit der Bezeichnung "Rundfunksender Saarbrücken" errichtet und Emanuel Charrin zu ihrem "Officier-Chef du Centre Emetteur de Sarrebruck" ernannt. Der letzte Intendant des Reichssenders Saarbrücken, Karl Mages, konnte seinen Posten wieder einnehmen, und auch einige andere seiner früheren Mitarbeiter wurden wieder eingestellt. Die Spitzenpositionen wurden ausschließlich mit Franzosen besetzt. Charrin sorgte gemeinsam mit Gilbert Grandval dafür, dass die französische Armee einen fahrbaren, 2 Kilowatt starken amerikanischen Marconi-Militärsender (Foto links) leihweise zur Verfügung stellte. So konnte man bereits am 7. Dezember 1945 im Hof der Wartburg mit Versuchssendungen beginnen. Man verwendete dazu eine 30 m hohe T-Antenne auf der Mittelwellen-Frequenz 1348 kHz = 222,5 Meter.

 

Am 17. März 1946 war es dann so weit: Unter dem Namen Radio Saarbrücken nahm der neue Sender sein Programm auf. Es wurde von der Wartburg aus mit demselben 2-KW-Sender ausgestrahlt und sollte zunächst der französischen Militärregierung als Sprachrohr dienen. Ein "französischer Sender in deutscher Sprache" war auf saarländischem Gebiet entstanden. Die erste Sendung begann an diesem 17.3.1946 um 19.10 Uhr mit der Marseillaise, danach kam die deutsche Ansage: "Radio Saarbrücken - hier spricht die Saar". Ab 21 Uhr wurde im großen Sendesaal der Wartburg in Anwesenheit von Gilbert Grandval die feierliche Eröffnung des Senders gefeiert. Das Sinfonieorchester Metz und das Radio-Orchester Saarbrücken spielten Werke von Berlioz, Saint-Saëns, Rabaud, Debussy und Lalo. Am folgenden Morgen begannen die regelmäßigen Sendungen. Man sendete anfangs nur etwa vier Stunden am Tag, und zwar von 7 bis 8 Uhr morgens, von 12:30 bis 13:30 mittags und abends von 19 bis 21 Uhr. Es wurde aber in Aussicht gestellt, schon bald acht Stunden am Tag und später den ganzen Tag durchzusenden.

 

Damit wurde unser Sender die erste Radiostation der französischen Zone. Seine Reichweite endete allerdings wegen der geringen Leistung schon in der näheren Umgebung von Saarbrücken. Es dauerte noch zwei Wochen, bis der Südwestfunk am 31.3.1946 in Baden-Baden ins Leben gerufen wurde. Danach wurde Radio Saarbrücken dem SWF untergeordnet. Dies bedeutete, dass er zu einem Regionalsender dieser Anstalt wurde und - genauso wie z.B. Radio Koblenz - außerhalb eines täglichen anderthalbstündigen regionalen Fensters das für die ganze französische Zone bestimmte Südwestfunk-Programm ausstrahlte.

 

Nachdem man begonnen hatte, das Saarland von der übrigen französischen Besatzungszone abzutrennen, beschloss man in Baden- Baden am 24. Juni 1946, ein saarländisches Rundfunkamt einzurichten. Dessen "Contrôleur Général" wurde Emanuel Charrin. Am 15. September 1946 wurde Radio Saarbrücken wieder vom SWF-Sendernetz abgekoppelt und setzte seine eigenständigen Sendungen fort. Nur noch wenige Programme wurden vom SWF übernommen.

 

Am 16. Nov. 1947 wurde das Rundfunkamt in "Saarländische Rundfunkverwaltung" umbenannt und die Oberaufsicht auf Gilbert Grandval übertragen, der alsbald einen neuen Verwaltungsrat für Radio Saarbrücken einsetzte. Da die Führungspositionen des Senders weiterhin von Franzosen besetzt sein mussten, wurde der Pariser Brunschwig zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats ernannt. Ihm folgte kurz danach Gérard Losson als erster Generaldirektor von Radio Saarbrücken; Sendeleiter war Pierre Séguy. Bis zum Erlass des ersten saarländischen Rundfunkgesetzes 1952 übte Frankreich die Funkhoheit im Saarland aus und konnte so auch Einfluss auf das Programm des Senders nehmen.

 

Nach der Verabschiedung der saarländischen Verfassung nahm das Programm aber allmählich immer mehr saarländische Züge an. Die Regierung des Saarlandes konnte von 1948 an allmählich einen gewissen Einfluss auf das Programm des Senders ausüben. Ab 1949 begann und endete das tägliche Programm mit der Saarhymne. Der Verwaltungsrat setzte sich jetzt zu gleichen Teilen aus französischen und saarländischen Vertretern zusammen. Unter ihnen waren Erwin Müller, Johannes Kirschweng und Albert Dorscheid. Der Vorsitzende musste aber weiterhin ein Franzose sein. Gérard Losson wurde am 28. Oktober 1948 von dem im Elsass geborenen Frédéric Billmann als Generaldirektor abgelöst. So blieb die enge Verbindungzu Frankreich ein beständiges Element des Programms. Es gab z.B. Nachrichten aus Frankreich, und die Saarländer durften an jedem Werktag einen viertelstündigen Sprachkurs genießen ("Wir lernen Französisch") und in einer Sendung mit dem Titel "So lebt Frankreich" die Lebensart der Franzosen kennen lernen.

 

Im Juli 1948 wurde Radio Saarbrücken von Radio Nancy leihweise ein 20-KW-Sender mit einem 120 m hohen Sendemast zur Verfügung gestellt, der in Heusweiler in Betrieb genommen wurde. Damit konnte die Reichweite des Senders tagsüber auf fast das gesamte Saarland ausgedehnt werden; nachts betrug sie bis zu 500 km. Auch die Sendefrequenz wurde geändert. Auf der Kopenhagener Wellenkonferenz von 1948 wurde Radio Saarbrücken nun die Frequenz 1421 kHz = 211 Meter zugewiesen. Ebenfalls 1948 wurden erstmals Werbesendungen im Saar-Radio ausgestrahlt (siehe Seite RadioSaarbrücken unter "Radioreklame").

  Schwarzenbergturm Saarbrücken:

Am 28.07.1950 fand im Großen Saal der Wartburg eine Bach-Gedenkfeier statt. In seiner Einladung an den Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und dessen Gattin wies Generaldirektor Billmann stolz darauf hin, dass dies das erste Konzert des Senders sei, das vom französischen Rundfunk übernommen werde.

 

Am 18. Juni 1952 wurde das erste saarländische Rundfunkgesetz erlassen, und am 24. Oktober 1952 wurde die 1946/47 gegründete Saarländische Rundfunkverwaltung in die "Saarländischer Rundfunk GmbH" umgewandelt. Gesellschafter waren zu zwei Dritteln die saarländische Regierung und zu einem Drittel die Société Financière de Radiodiffusion (SOFIRAD) in Paris, die sich im Aktienbesitz des französischen Staates befand. Obwohl die Rundfunkhoheit nun offiziell auf das Saarland überging, blieb der Einfluss der Franzosen durch ihre finanzielle Beteiligung und die vier französischen Mitglieder im Rundfunkrat weiterhin gewährleistet. Außerdem blieb der bisherige französische Generaldirektor des Senders, Frédéric Billmann, im Amt. Aber es wurde jetzt ein saarländischer Geschäftsführer (entsprach dem späteren Intendanten)eingesetzt. Zunächst kam Hans Wettmann zum Zuge, ab 1955 Prof. Hermann M.Görgen; dieser wurde noch im selben Jahr von Prof. Dr. Eugen Meyer abgelöst. Programmdirektor war Dr. Alexander Schum, Chefredakteur Wilhelm Diederich.

 

Das Radioprogramm lief bis kurz vor der Rückgliederung des Saarlandes weiterhin unter dem Stationsnamen "Radio Saarbrücken". Im Mai 1952 nahm der erste UKW-Sender im Saarland seinen Betrieb auf. Er hatte eine Strahlungsleistung von 1,5 KW und befand sich auf dem Schwarzenbergturm in Saarbrücken (siehe. Bild auf der Briefmarke oben und Foto rechts [aus der Sammlung Ernst Becker]). Er strahlte zunächst dasselbe Programm wie die Mittelwelle aus. 1953 startete - zunächst für wenige Stunden am Tag - das neue 2. Programm (während der übrigen Zeit übernahm man weiterhin das Mittelwellenprogramm).

 

Radio Saarbrücken war schon in den frühen 50er Jahren "ein bestens ausgestattetes Unternehmen mit fünf vollständig ausgerüsteten Studios, Zehntausenden von Schallplatten und Bändern und über 200 fest angestellten Mitarbeitern." [1] Da im Funkhaus Wartburg der Platz eng wurde, mietete man 1953 zusätzliche Räume im Städtischen Saalbau am Kleinen Markt in Saarlouis hinzu. Dessen großer Saal wurde als Probe- und Aufnahmeraum für das Saarländische Kammerorchester genutzt. Diese "Dépendance" wurde auch unter der Bezeichnung "Studio Saarlouis" bekannt.

 

In der Bundesrepublik und in Frankreich hatte sich nach dem Kriegsende das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durchgesetzt. Kommerzielle Radio- und Fernsehsender waren dort nicht zulässig. Im neuen saarländischen Rundfunkgesetz von 1952 wurde dagegen festgelegt, dass in- oder ausländische Gesellschaften eine Konzession zur Errichtung und/oder Betreibung von Radio- und Fernsehsendern im Saarland erhalten konnten. Dadurch wurde der Grundstein gelegt für die Schaffung privater Rundfunkstationen.

 

Ende 1953 begannen reguläre Fernsehsendungen im Saarland, die von der im Mai 1952 gegründeten Saarländischen Fernseh AG veranstaltet wurden. Deren Hauptaktionär war die private Holdinggesellschaft Images et Son. (Lesen Sie alle Einzelheiten hierzu auf den Seiten Telesaar und Europe No. 1!).

 

1954 und 55 plante man im Bereich Rundfunk und Fernsehen mehrere große Projekte auf dem Sauberg bei Felsberg-Berus. Die meisten davon wurden wegen der politischen Veränderungen nach der Volksabstimmung im Oktober 1955 aber nicht verwirklicht. Auf einer Pressekonferenz gab der Generaldirektor der "Saarländischer Rundfunk GmbH", Frédéric Billmann (Foto), im Juli 1954 folgenden Überblick über die geplanten Einrichtungen:

 

"Dort wird eine ganz neue moderne Anlage erbaut, die den gesamten Bedürfnissen an Sendeanlagen des Rundfunks und des Fernsehens entspricht. Es entstehen in nächster Zeit:

 

1. Ein neuer Mittelwellensender, der die Heusweiler Anlage ersetzen und dem sich der Heusweiler Sender zugesellen wird. Insgesamt stehen demnächst 120 kW zur Verfügung." [Dieser Sender sollte zusätzlich zu Heusweiler das Programm "Radio Saarbrücken" von Berus aus verbreiten; er wurde aber nie realisiert; stattdessen wurde der Heusweiler Sender 1958 auf 100 kW verstärkt.]

 

"2. ein UKW-Sender, weil der Sender auf dem Schwarzenberg nicht ausreicht, um das ganze Saarland zu bestreichen." [Der neue stärkere UKW-Sender wurde aber nicht wie hier angekündigt in Felsberg errichtet, sondern 1956 mit 10 KW Strahlungsleistung auf dem Schaumberg bei Tholey.]

 

"3. kommt auf dem Felsberg der neue große Fernsehsender Saarbrücken" [er sollte zusätzlich zum "heimatlichen" Telesaar ein neues, "europäisches" Fernsehprogramm von Berus aus unter dem Namen "Europe No. 1 - Télévision" abstrahlen (Einzelheiten dazu auf der Seite Telesaar). Das Programm kam aber nie zustande.]

 

"sowie 4. ein auf europäische Maße berechneter Reklamesender" [dieser ging am 1.1.1955 tatsächlich als LW-Großsender Europe No.1 auf Sendung und existiert heute noch; siehe unten unter d) und auf der Seite Europe No.1.]

 

"und für später ist noch ein Kurzwellensender in Aussicht genommen." [Dieser wurde aber nie gebaut.] [2]

 

 

[1] Von der Website des SR, 2010.

[2] Die in brauner Farbe wiedergegebenen Zitate entstammen einem Bericht der SVZ vom 03.07.1954 unter dem Titel "Neubauten des Saarbrücker Rundfunks".

 

 

 

3) Ab 1956/57: Saarländischer Rundfunk, 1. und 2. Progarmm

 

 

Am 1.1.1957 wurde gleichzeitig mit der "politischen Angliederung" des Saarlandes an die BRD der Saarländische Rundfunk in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt und in die ARD aufgenommen. Der Name des Senders lautete jetzt nicht mehr "1." bzw "2. Programm von Radio Saarbrücken", sondern "Saarländischer Rundfunk", 1. bzw. 2. Programm. Später erhielt das 1. Programm den Namen SR1 - Europawelle Saar (am 1.11.1964) und aus dem 2. wurde SR 2 - Studiowelle Saar (ab 1967). Ab 1964 wurde auch ein drittes Hörfunkprogramm eingeführt (SR 3), das seit 1980 den Beinamen Saarlandwelle führt.

 

Wie sich der Ausgang der Volksabstimmung von 1955 auf das Programm von Radio Saarbrücken bzw. SR auswirkte, lesen Sie hier auf der Seite Radio Saarbrücken.

 

1958 wurde der Heusweiler Mittelwellen-Sender auf eine Leistung von 100 Kilowatt verstärkt. In demselben Jahr trat der Intendant Dr. Franz Mai sein Amt an. Er übte es bis 1978 aus, dann folgten Dr. Hubert Rohde, 1989 Manfred Buchwald, 1996 Fritz Raff und im Juli 2011 Thomas Kleist.

 

Als Funkhaus wurde vorläufig weiter die Wartburg verwendet. 1958 und 1959 baute man das neue Funkhaus auf dem Halberg, in das der Saarländische Rundfunk am 4.September 1961 einzog. Aber auch danach wurden einzelne Sendungen noch in der Wartburg produziert (siehe Seite Wartburg!).

 

Wie sich das Fernsehen im Saarland weiter entwickelte, lesen Sie auf der Seite Telesaar.

 

 

 

Mehr über RADIO SAARBRÜCKEN finden Sie auf den Seiten Radio Saarbrücken und Wartburg

 

mit Einzelheiten und Bildern über den Sender, sein Programm, seine Mitarbeiter und sein Funkhaus

 

 

 

 

4) Der private Sender Europe No. 1 (Europa Nr.1)

 

Dieser private französische Rundfunksender strahlt sein werbefinanziertes Programm seit 1954 (und noch heute als "Europe 1") über die weithin sichtbaren Langwellenantennen in Felsberg-Berus im Saarland aus. Aufgrund seiner starken Abstrahlleistung ist er in ganz Frankreich empfangbar, nachts sogar z.B. in Spanien, Italien und Nordafrika. Seine Antennenstrahlung wird in Richtung Norden (Deutschland und Nordeuropa) abgeschwächt. Die saarländische Regierung erteilte dem Betreiberkonsortium damals die Sendelizenz für den privaten Rundfunksender auf saarländischem Terrain. Als Gegenleistung erhielt das Saarland den deutschsprachigen Fernsehsender Telesaar, der gleichzeitig die erste kommerzielle TV-Station Europas darstellte.

 

Die interessante Geschichte und eine ausführliche Beschreibung dieses privaten französischsprachigen Werbesenders auf saarländischem Staatsgebiet finden Sie auf der Seite Europe No. 1. Alles über den ersten saarländischen Fernsehsender auf der Seite Telesaar.

 


 

 

 

Ton-Rundfunksender im Saarland

                 

 

Chronologische Übersicht

 

                 

von 1935 bis in die heutige Zeit

 

 

Sendername

Datum

Sendefrequenzen

Senderstandort, Strah-

lungsleistung, Antenne

Studios

   

 

1) Staatliche / Öffentlich-Rechtliche Sender

   

 

Reichssender Saarbrücken

 

 

9. Sept. 1935 bis 10. März 1945 (mit längeren Unterbrechungen während des Krieges)

MW 1250 kHz = 240 m

ab 23. Dezember 1935:

Heusweiler, 17 kW; T-Antenne 31/35m hoch

Am Staden und andere Gebäude in Saarbrücken

Radio Saarbrücken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ab 1953:

Radio Saarbrücken,

1. und 2. Programm

 

 

17.03.1946: Neubeginn

MW 1348 kHz = 222,5 m, MW 1267 kHz = 236,8 m

und verschiedene andere

MW-Frequenzen

Hof der Wartburg, 2 kW

Wartburg

      

     

      

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.06.46: neuer Senderstandort

Heusweiler, 2 kW, 50m     Stahl-Fachwerkmast

8. August 1948: mehr Leistung, höherer Antennenmast

Heusweiler, 20 kW

    neuer, 120 m hoher

    Stahl-Fachwerkmast

15. März 1950 Frequenzwechsel

MW 1421 kHz = 211 m

ab 21. Mai 1952

(zunächst MW-Programm,

ab 1953 das neue 2. Programm)

Erster UKW-Sender im Saarland (250 W) auf 98,9 (oder 99,0?) MHz

Schwarzenberg (bei      Saarbrücken),

     1,5 kW ERP

ab 1. Mai 1956

 

neuer UKW-Sender (3 kW) auf 96,0 MHz

Schaumberg (Tholey),

     10 kW ERP

Saarländischer Rundfunk

1. und 2. Programm

 

 

 

  

 

 

 

 

neuer Sendername ab 1. Jan. 1957

MW 1421 kHz = 211 m

 

UKW 96 MHz

 

MW: Heusweiler, ab 1958: 100 kW

UKW: Schaumberg,

     Leistung wie bisher

4. Sept. 1961: Funkhaus-Umzug

Halberg

 

      

      

 

 

 

 

 

 

 

 

neue UKW-Sender:

24. April 1962

16. Juni 1962:

 

UKW 96 MHz

UKW 98,9 MHz

 

neu: Göttelborner Höhe

1. September 1962

       neue Frequenzen für UKW:

88,0 MHz (1. Prgr.),

91,3 u. 95,5 MHz (2. Prgr.)

Göttelborner Höhe

     (3 x 100 kW)

Ab 1964: Europawelle Saar Ab 1964 3. Progr. (95,5 MHz)

Ab 1967: Das 2.Programm heißt jetzt StudiowelleSaar

1965 bessere MW-Antenne:

 

 

 

zweiter 120-Meter-Mast      in Heusweiler

 

 

 

7.Jan.1980: Das 3.Programm    heißt jetzt Saarlandwelle.

1973 Leistungserhöhung auf MW

23.11.1978: Neue MW-Frequenz

 

 

 

MW 1422 kHz

 

 

Tag 1200, Nacht 600 kW

 

 

 

Sendername

Datum

Sendefrequenzen

Senderstandort, Strah-

lungsleistung, Antenne

Studios

   

 

2) Privatsender

   

 

Europe No 1 (Ausführliche Einzelheiten über diesen Sender finden Sie auf der Seite Europe No. 1.)

Ende 1954

LW 235 / 239,5 kHz

Berus, 400 kW

Paris (Europe No1 ist ein fran- zös.Privatsender, der aus dem Saarland sendet)

1. April 1955

LW 182, später 183 kHz

400 KW, ab 1964 700 kW, von 1973 bis 2012

2 MW (= 2.000 kW) *).

*) Ab August 2012 wesentlich geringere Leistung (über Reserveantenne), weil einer der vier Hauptsendemaste abbrach und danach abgeris-    sen werden musste. Siehe Seite Europe 1 - Unfall.)

 

 (Tabelle: Rainer Freyer nach Angaben aus verschiedenen Quellen)             

           

 


 

 

Dokumente zum Rundfunk im Saarland:  Genehmigungsgebühren-Quittungen von 1947, 1953, 1956, 1959.

 

 

 

 

 

(Rundfunkgenehmigung zur Verfügung gestellt von Christian Kasper, Saarbrücken)

 

 

  

 

 

<  Empfangsbescheinigung aus der Sammlung von Thomas Maus, Urexweiler

 

 

 

 

 

 


 

 

Quellen und weitere Literaturangaben:

 

Fritz Raff, Axel Buchholz, Hg.: Geschichte und Geschichten des Senders an der Saar - 50 Jahre Saarländischer Rundfunk. Freiburg, Basel, Wien 2007. In dieser ausführlichen Chronik des Rundfunks an der Saar finden sich unzählige Fakten und Geschichten über das Saar-Radio von den Anfängen bis 2007 sowie zahlreiche Fotos und Abbildungen aus diesem Zeitraum.

 

Saarländischer Rundfunk, Hg.: Unser Sender an der Saar. 50 Jahre Rundfunk im Saarland. Text: Hans Bünte. Saarbrücken 1985.

 

Klaus Altmeyer: 25 Jahre Saarländischer Rundfunk - Die Entwicklung seit Wiederbeginn. Saarbrücken 1971.

 

Heribert Schwan: Der Rundfunk als Instrument der Politik im Saarland 1945 - 1955. Berlin 1974.

 

Rainer Hudemann unter Mitarbeit von Marcus Hahn, Gerhild Krebs und Johannes Großmann, Hg.: Stätten grenzüberschreitender Erinnerung – Spuren der Vernetzung des Saar-Lor-Lux-Raumes im 19. und 20. Jahrhundert. Lieux de la mémoire transfrontalière – Traces et réseaux dans l’espace Sarre-Lor-Lux aux 19e et 20e siècles, Saarbrücken 2002, 3., technisch überarbeitete Auflage 2009. Publiziert als CD-ROM sowie im Internet unter www.memotransfront.uni-saarland.de.

 

Clemens Zimmermann/Rainer Hudemann/Michael Kuderna (Hrsg.). Medienlandschaft Saar von 1945 bis in die Gegenwart. Band 1. Medien zwischen Demokratisierung und Kontrolle (1945 - 1955). München 2010.

   

 

 

Inhalt des Kapitels RADIO UND FERNSEHEN:

 

a) Geschichte des Rundfunks im Saarland (von 1929 bis 1959)

  

b) Radio Saarbrücken - der saarländische Heimatsender

  

     Hauptseite über den Sender (Sendungen, Namen, Werbefunk, Fahrzeuge u.v.m.)

 

     Familie Weissenbach (die beliebten Moderatoren Gerdi und Fritz)

 

     Die Saarlandbrille (beliebte Sonntagssendung mit Zick, Zack & Marieche)

 

c) Die Wartburg - das Funkhaus von Radio Saarbrücken

 

d) Fernsehen im Saarland der 50er Jahre - TELESAAR

 

e) Europe 1 - privater französischer Langwellensender auf saarländischem Gebiet

  

f) Radio- und Fernsehgeräte aus saarländischer Produktion

 

 

Diese Seite wurde begonnen 2008 und zuletzt bearbeitet am 18.5.2013

 


              

 

 

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