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Saarländische Kinos
 


Auf der Seite
 Kino im Saarland nach 1945  finden Sie allgemeine Informationen zum Kinowesen in unserem Land.

Nachfolgend stellen wir die Kinos vor, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Saarland entweder weiter betrieben oder neu eröffnet wurden. In der nächsten Zeit werden die wichtigsten Lichtspieltheater hier aufgeführt und, wenn möglich, näher beschrieben und mit Bildern illustriert.

Diese Seite ist noch im Aufbau und wird demnächst erweitert!

Eine Bitte: Wenn Sie noch ein Foto aus den 40er, 50er oder 60er Jahren von einem Kino in irgend einem saarländischen Ort haben oder wissen, wo eines veröffentlicht ist, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit uns auf!


SAARBRÜCKEN


Wartburg-Lichtspiele
 

Nauwieser Str. 75 (nach Straßenum- bennung Martin-Luther-Straße 12)

Dieses Kino gehörte zusammen mit dem Filmtheater Johannishof zu den beiden ersten Lichtspieltheatern, die in Saarbrücken nach dem Krieg eröffnet wurden. Die Wartburg war schon 1928 im "Art-Déco"-Stil als Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sankt Johann erbaut worden. Sie stand damals in der Nauwieser Straße, die heute dort Martin-Luther-Straße heißt. Ab 1946 diente die Wartburg als Funkhaus für Radio Saarbrücken. Sie verfügte auch über einen großen Festsaal, der als Sendesaal des Rundfunks diente, aber auch für zahlreiche andere große Veranstaltungen genutzt wurde.

 



Außerdem wurde der große Saal der Wartburg damals - bis etwa 1950 - als Kino. benutzt. Er konnte etwa 1300 Zuschauern Platz bieten. Der Betreiber (oder Besitzer?) hieß Jakob Krämer.                (Foto: Stadtarchiv Saarbrücken)

 

 

 





Nicht ganz so groß war das Filmtheater Johannishof in der Mainzer Straße 30: Es bot etwa 1000 Zuschauern Platz.

 


Das Foto zeigt den Johannishof 1955 oder 56 beim 6. Landesparteitag der CVP  (über den es demnächst auf Saar-Nostalgie einen ausführli- chen Fotobericht geben wird).  (Foto: Stadtarchiv Saarbrücken)



Union -Theater (UT), Dudweiler Straße (vor 1945: UFA-Filmpalast)


 

An der Ecke Dudweiler Str./Berliner Promenade steht heute das Saar Center, in dem auch die modernen UT-Kinos untergebracht sind. Von 1922 an stand an dieser Stelle ein großer Filmpalast. Dort wurde 1949 das Union-Theater (UT) mit 1250 Plätzen eingeweiht. Man führte das sog. Walt Disney-Farbfilmwunder "Schneewittchen und die 7 Zwerge" auf (s. Bild links, aus: Schleiden, "Saarbrücken so wie es war 2", Droste Verlag.)  - Zur Geschichte des UT: siehe weiter unten!

Auf der Luftaufnahme unten (von 1932) ist halblinks der Kino-Palast zu sehen. Rechts steht eine Straßenbahn an der Haltestelle kurz vor der Kreuzung Dudweiler Straße/Bahnhofstraße. Oben links erkennt man viele Saarkähne, die in Viererreihen am Ufer liegen.  © Landesbildstelle Saarland im LPM

Zur Geschichte dieses Kinos: Der Filmpalast am Ende der Dudweiler Straße wurde 1922 im Auftrag von John Davidson von den Saarbrücker Architekten Brugger und Seifert als großangelegter Kuppelbau geplant und von der Firma Dyckerhoff und Widmann erstellt. Am 20.09.1922 wurde darin das U.-T. (Union-Theater) eröffnet. Es fasste ca. 1500 Personen. Der Eröffnungsfilm war „Das Weib des Pharao" von Ernst Lubitsch. [Infos aus kinowiki.de]. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurde das Kino in UFA-Filmpalast umbenannt. Kurz vor Kriegsende wurde der Bau - wahrscheinlich bei dem verheerenden Bombenangriff vom 5. Oktober 1944 - zerstört. Auf dem Foto oben rechts sieht man, wie er bis dahin ausgesehen hatte.

 

Über die weitere Entwicklung berichtete der SPIEGEL in seiner Ausgabe 25/1950, dass Peter Hellbrück bis 1944 drei Kinos besessen hatte, die ebenfalls im Krieg zerstört wurden (Zentraltheater in Pirmasens, Walhalla-Theater in Neunkirchen und Zentral-Theater in Saarbrücken). Schon im Mai 1945 begann er auf eigene Faust und eigene Rechnung mit dem Wiederaufbau des Ufa-Palastes in Saarbrücken an der alten Stelle. Die Stadt und die amerikanische Besatzungsbehörde hatten ihm grünes Licht dazu gegeben. Nach der Übernahme des besetzten Saargebiets durch die Franzosen wurde ein Max Bernheim zum Sequesterverwalter der saarländischen Kinos bestellt. Dieser wollte nun den Ufa-Palast in eigener Regie weiterbauen und begann, Hellbrück zu bedrängen. Johannes Hoffmann und Dr. Franz Singer (Wirtschaftsminister) ermutigten Hellbrück jedoch zum Weiterbau, um dem Saargebiet diese wichtige Kulturstätte wiederzugeben, wie sie sagten. Die Sache landete vor Gericht, es kam aber zu keiner Entscheidung. Im November 1949 aber wurde der Filmpalast, kurz vor seiner geplanten Neueröffnung, vom Überfallkommando der Saarpolizei ohne Rechtstitel gesperrt. Das Kino wurde bald danach trotzdem eröffnet (siehe Text zu dem Foto oben links!), allerdings nicht von Hellbrück, sondern durch das Vermögens-Kontrollamt. Es wurde in die Regie des "Saarländischen Filmvertriebs" übergeben, hinter dem als Teilhaber Johannes Hoffmann, Franz Singer,der Sequester-Generaldirektor Frédéric Schlachter und der Fraktionsvorsitzende der CVP, Erwin Müller standen. Hellbrück kämpfte vergebens um sein Recht. Weder die Regierung noch der Landtag konnten ihm helfen. Zum Zeitpunkt der Spiegel-Veröffentlichung war ihm "bestenfalls eine Abfindung" in Aussicht gestellt worden. Der Filmpalast aber hatte seinen Betreibern schon bis Ende Mai 1950 rund 35 Millionen Franken eingespielt.

So wurde diese Geschichte damals vom SPIEGEL unter der Überschrift "Fängt an zu stinken" den bundesdeutschen Lesern übermittelt. Die Zeitschrift hat von 1948 bis 55 zahlreiche Artikel dieser Art veröffentlicht, um (wahre, manchmal auch vorgebliche?) Ungerechtigkeiten im autonomen Saarstaat anzuprangern. Der vollständige Spiegelartikel ist nachzulesen unter der folgenden Internetadresse: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448369.html
 
 

Kammerlichtspiele

 

Auf dem Vorkriegsfoto oben rechts sieht man hinter der Straßenbahn den Eingang zum UT-Filmtheater (früher UFA-Palast, siehe oben). Darüber kann man an der Hauswand einen aufgemalten Hinweis auf die "Kammerlichtspiele" lesen. Sie waren in der Dudweilerstraße 4, nur einige Schritte weiter als die Wand mit der Reklame. Es war ein Kino mit 679 Sitzplätzen, gehörte auch zur Ufa und bestand von 1918 bis gegen Kriegsende.

 

 

Kammer-Li

 

In den 50er (?) und 60er Jahren befand sich in der Dudweilerstraße ein kleineres Kino mit dem Namen "Kammer-Li". Es lag im ersten Stock des Hauses Nr. 16 (?) und war über eine Treppe zu erreichen. Einige Häuser weiter gab es damals das "Café Wien".

 

 

Passage-Kino, Bahnhofstraße 82


In der Bahnhofstraße an der Passage zur Passagestraße gelegen, heute direkt neben dem Passagekaufhaus (PK bzw. Galeria Kaufhof), war das Passage-Kino nach seiner Gründung mit 900 Plätzen eines der größten Premieren-Kinos im südwestdeutschen Raum. Architekt: Karl Kremer.

Foto rechts aus: http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title= Saarbrücken_Passage. Foto unten aus: Fünf Jahre Bauen an der Saar, Sonderausgabe des "Bau-Anzeiger für das Saarland", Saarbrücken 1952.

 

 

 

Kommentar einer Besucherin der Saar-Nostalgie zu dem Bild links: Ach, die schönen Schaufenster am Eingang zum PK-Kino! Wie oft habe ich davor gestanden, kümmerlich angezogen mit Bluse, Rock, Kniestrümpfen und Sandalen, und davon geträumt, wie es wohl ist, wenn man sich so schöne Sachen kaufen kann... wie man sich in so etwas fühlen mag? Die "Rue" - wie meine Eltern [zur Bahnhofstraße] damals noch sagten - war erst provisorisch oder halb wiederaufgebaut! Zum Träumen hatte man wirklich nur das Kino, die Realität war nicht sehr ermunternd.
 

Bild unten: Bei der Einweihung des Passagekinos am 17.Dezember 51 waren auch Johannes Hoffmann und Gilbert Grandval zugegen. Gezeigt wurde der Film "Hoffmanns Erzählungen" (nach der Operette von Jacques Offenbach). Das Geländer, das links zu sehen ist, trennte die oberen Plätze von dem Treppenaufgang ab, der vom Eingang zum Kinosaal hinaufführte.


Man könnte vielleicht mit zwei Sprechblasen erklären, warum die beiden Politiker so herzlich lachen.

Grandval: "Welchen Film zeigen sie eigentlich heute Abend?"

Hoffmann: "Na was denn schon, natürlich
Hoffmanns
Erzählungen!"   


Foto: Stadtarchiv Saarbrücken.

 


 


GLORIA -Palast
Trierer Straße 42


 

Das Kino wurde etwa 1931 eröffnet und ver- fügte über einen riesengroßen Saal. 1944 musste es wegen der starken Kriegsschäden geschlossen werden. Von 1952 bis 1984 war es jedoch wieder in Betrieb, und zwar als das größte Kino Saarbrückens. Wohl nach einem Umbau wurde der neue Gloria-Palast 1956 eröffnet. Gezeigt wurde der Kurt- Hoffmann-Film "Heute heiratet mein Mann". Die Haupdarstellerin Liselotte Pulver und der Regisseur waren persönlich anwesend. [Nach: Von der Stunde Null zum Tag X, S.394]

Der Gloria-Palast verfügte über 1050 Plätze und eine riesige Leinwand. Das Kino wurde 1984 geschlossen. 1985 eröffnete in dem Gebäude die
Großraumdiskothek X-Dream (ab 1996 Nachtwerk/ N8werk) (aktuelles Foto auf unserer Seite Orte und Gebäude.)

 

 

Der Gloria-Palast befand sich an der Ecke Trierer Straße und St. Johanner Straße. - Diese drei Fotos (© Saar-Nostalgie.de) wurden am 6.6.1956 aufgenommen. In dieser Woche lief dort gerade der deutsche Heimatfilm "Ferien in Tirol" mit Hans Söhnker, Michael Ande, Beppo Brem u.a.

 


Gloria-Filmpalast 1956: Links ein Blick ins Innere, rechts der kleine Vorplatz außerhalb des Kinoeingangs, mit Feuermelder und Wegweisern

 

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass auf den beiden Fotos nur Männer zu sehen sind. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (M.A.N. AG) führte an jenem 6. Juni 1956 in einer Matineevorstellung den M.A.N.-Farbfilm "Auf Schritt und Tritt" für geladene Geschäfts- freunde vor. In dem Werbefilm wurden auf unterhaltsame Weise sämtliche MAN-Produkte vorgestellt. Er wurde auch in vielen anderen deutschen Großstädten in ähnlichen Veranstaltungen gezeigt.

Etwa vier Jahre vorher:  Eingangshalle und Zuschauerraum des Gloria-Palasts 1952. (2 Fotos aus: 5 Jahre Bauen an der Saar)

 



Scala - Kino (Futterstraße 5-7)

(heute: camera zwo - das arthouse kino)

1951 eröffnete in Saarbrücken, Futterstr. 5-7, das damals größte Kino im südwest- deutschen Raum: der Scala-Filmpalast. Er verfügte über 1360 Sitzplätze. Architekt war Bernhard Schultheis.

Ein erster Umbau teilte das Kino in den 70er Jahren in drei Säle. 1981 wurde es in ein Kinocenter mit 6 Sälen umgebaut.

Ende 2005 wurde das Scala - Kino geschlossen, um am 5. Januar 2006 unter dem Namen "camera Zwo" mit neuer programmatischer Ausrichtung wieder neu eröffnet zu werden.

(Infos aus: http://www.camerazwo.de/)



 

Diese drei Bilder wurden in den Jahren 1951/52 aufgenommen.

Oben links: Der Eingang zum Kino in der Futterstraße.

Oben rechts: Der Treppenaufgang zum Kinosaal.

Links: Der Zuschauerraum des Scala-Kinos.

Fotos: 5 Jahre Bauen an der Saar.

 

 

SAARBRÜCKEN-BURBACH: Metropol,  REX,  Volkshaus-Lichtspiele

 

Zu Anfang der 50er Jahre wurde im Metropol Burbach ein Ernemann-Projektor verwendet. Ein Foto davon finden Sie hier.

 

  

       

 

 

DUDWEILER

 

 

 

Zentral- Theater, Saarbrücker Str. 235. Eröffnung etwa 1910. 1959 Renovierung nach einem Gebäudebrand. 1986 Schließung.

 

Union Theater, Trierer Straße 7. Eröffnung 1935. 1956 Modernisierung (u.a. Cinemascope-Leinwand). 1980 Schließung.

 

Nassauer-Hof-Theater Dudweiler (NHT)

 

und Scala-Kino  

 

Seit 1920 wurde ein Kino als "Lichtspiele Nassauer Hof" in der Saarbrücker Straße betrieben. Nach dem Krieg eröffnete Elisa Weber das Kino 1949 wieder neu. Nach ihrem Tod führten es die Erben von 1956 an unter dem alten Namen "Nassauer-Hof-Theater" weiter.

Das Kino verfügte in dieser Zeit über etwas mehr als 400 Sitzplätze. In späteren Jahren wurde rechts davon, zwei Häuser weiter, das Scala-Kino betrieben.

Der Fotoausschnitt rechts zeigt das NHT im Juli 1959. Das Nassauer-Hof-Theater liegt zwischen dem "Nordsee"-Laden und der Volksbank. Das ganze Foto sehen Sie hier unten.

 


 

Auf dem Bild links sieht man einen Abschnitt der Saarbrücker Straße

in Dudweiler mit dem NHT-Kino und der "Nordsee".

(Foto: Bildarchiv der Bezirksverwaltung Dudweiler)

Dieses Foto zeigt das spätere Scala-Kino, das nun rechts neben dem Fischgeschäft betrieben wurde.

(Foto: Dieter Meier (http://www.dudweiler-scala.de)



 Baustelle! Bitte haben Sie noch etwas Geduld, es geht bald weiter!

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Diese Seite wurde begonnen am 13.11.2010, zuletzt bearbeitet am 7.2.2013

 

 

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