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Saarländische Kinos

 

 

Auf dieser Seite stellen wir Kinos vor, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis etwa 1960 im Saarland wieder- bzw. neu eröffnet wurden.

 

Auf unserer Seite Kino im Saarland finden Sie allgemeine Informationen zum Kinowesen im Land.

 


 

Diese Seite soll noch erweitert werden. Dabei sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen!  Vielleicht können Sie mit Infos und/oder Bildern von saarländischen Kinos aus den 40er-, 50er- und frühen 60er-Jahren zum Ausbau der Seite beitragen? Bitte melden Sie sich: > Kontakt.

 


 

Bisher finden Sie auf dieser Seite Lichtspielhäuser folgender Städte und Gemeinden (Aufzählung in alphabetischer Reihenfolge):

Altenwald  -  Beckingen  -  Bexbach  -  Bischmisheim -  Blieskastel  -  Bous  -  Brebach   Brotdorf  -  Burbach  -  Dillingen  - Dudweiler  -  Elversberg  -  Fischbach  -  Fraulautern  -  Göttelborn  -  Heusweiler  -  Holz  -  Homburg  -  Köllerbach  -  Lauterbach Ludweiler   Merzig  -  Namborn  -  Neunkirchen  -  Ottweiler  -  Quierschied  -  Riegelsberg  -  Roden  -  Rohrbach - 

Saarbrücken (Innenstadt)   -  Saarlouis  -  St. Arnual  -  St. Ingbert  -  St. Wendel  -  Scheidt  -  Schmelz  -  Urexweiler  - Völklingen Wiebelskirchen

 


 

 

SAARBRÜCKEN

 

Wir beginnen mit den Kinos der Hauptstadt (in alphabetischer Reihenfolge der Kino-Namen), danach kommen die Saarbrücker Stadtteile Brebach, Burbach und St. Arnual. Anschließend folgen die anderen saarländischen Orte in alphabetischer Reihenfolge.

 

 

Apollo-Filmbühne  (Ende der 40er- bis in die 80er-Jahre)

 

 

Das Bild links zeigt das frühere Apollo-Theater, das sich von 1924 bis 1944 in der Kohlwaagstraße 4 befunden und 960 Zuschauern Platz geboten hatte.

 

Die Apollo-Filmbühne wurde kurz nach dem Krieg im Hafenviertel eröffnet. 1952 zog sie in die Eisenbahnstraße 31 um und verfügte dort über 392 Sitzplätze. Ihr Inhaber war Ingenieur Erwin Keck, der technische Direktor der Saarländischen Film-Vertriebs-GmbH, Warndtstraße.

 

In den 70er-Jahren soll das Apollo nur noch ein Porno-Kino gewesen sein. Seine Räumlichkeiten wurden Ende der 80er Jahre von der daneben ansässigen Saarbrücker Zeitung (SZ) übernommen und umgebaut. Intern wird das Gebäude unter SZ-Mitarbeitern immer noch "Apollo-Haus" genannt. Heute befindet sich darin das Forum der SZ, in dem Veranstaltungen stattfinden.

 

Das Bild hat der Fotograf Walter Barbian etwa 1952/53 vor der Metzgerei Konrad in der Eisenbahnstraße 29 aufgenommen. Dabei ging es ihm sicher mehr um das Pferdefuhrwerk und die Passantin, die mit einem Polizisten plaudert. Aber im Hintergrund sieht man oben rechts die ersten Buchstaben des Kino-Namens Apollo und durch die Arkaden hindurch einen Teil der Programmtafel mit den Worten "Mittwoch: ...Gräfin" und "Samstag: Casablanca ... Ingrid Bergmann".  

 

Fotos: Bild oben links aus einer Postkarte von 1924 (von der Website http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Saarbr%C3%BCcken_Apollo-Theater)

Rechts oben: Walter Barbian: http://www.saarlandarchiv-walter-barbian.eu

 

Camera  (von 1959 bis 1999)

 

 

Dieses beliebte Saarbrücker Filmkunsttheater wurde von 1959 bis 1999 an verschiedenen Orten der Stadt betrieben.

 

Einen ausführlichen Bericht über die Camera mit Bildern finden Sie auf dieser Extraseite.

 

 

  

 

Capitol-Theater:  siehe am Ende des Saarbrücker Teils, hinter Burbach und Brebach unter "St. Arnual"

 

 

 

City-Kino (von 1957 bis 1977 - oder länger?)

 

am St. Johanner Markt (heute: Am Stiefel) 2, Ecke Fröschengasse

 

Das kleine "City-Kino" befand sich im Gebäude des heutigen Stiefelbräu. Sein Besitzer war von 1957 bis 1977 der gelernte Werbegrafiker und Kinoplakatmaler Albert Thäder [1]. Es hatte 210 Sitzplätze und zeigte meist so genannte "B-Filme". Anfang der 60er-Jahre wurde es oft schon am frühen Nachmittag aufgesucht, gerne auch von Studenten und älteren Schülern. Dort liefen dann meist billige "heiße Sexstreifen" (nach damaliger Ansicht; die sogenannte 'sexuelle Revolution' nahm ja gerade erst ihren Anfang...). Später war es ein reines Porno-Kino.

 

[1] Siehe: Historisches Museum Saar (Hrsg.). Mehr als nur Reklame. Saarbrücken 1995, S. 173. - Foto: Fritz Schuck

 

 

 

GLORIA-Palast, Trierer Str. 42, Ecke St.Johanner Straße  (von ca. 1931 bis 1984)

    

Dieses Kino wurde etwa 1931 eröffnet. 1944 musste es wegen starker Kriegsschäden geschlossen werden. Ab 1952 war es jedoch wieder in Betrieb. Es verfügte über einen riesengroßen Saal und war das größte Kino der Stadt. 1956 wurde es umgebaut. Aus Anlass seiner Neueröffnung lief der Kurt- Hoffmann-Film "Heute heiratet mein Mann". Die Haupdarstellerin Liselotte Pulver und der Regisseur waren persönlich anwesend.


Der Gloria-Palast verfügte über 1050 Plätze und eine riesige Leinwand. Er wurde nach 1984 als Kino geschlossen. Dann eröffnete im selben Gebäude und unter demselben Namen eine Großraum-Diskothek; nach 1991 hieß sie X-Dream, seit 1996 Nachtwerk/N8werk
(ein aktuelles Foto davon ist auf unserer Seite Orte und Gebäude zu sehen).

 

 

Der Gloria-Palast befand sich in der Trierer Straße 42, Ecke St. Johanner Straße. Im Adressbuch 1934/35 ist als Anschrift "Bahnhofstraße 1" angegeben.  -  Diese drei Fotos saar-nostalgie.de) wurden am 6. Juni 1956 aufgenommen. In dieser Woche lief dort gerade der deutsche Heimatfilm "Ferien in Tirol" mit Hans Söhnker, Michael Ande, Beppo Brem u.a.

 

 


Gloria-Filmpalast 1956: Links ein Blick ins Innere, rechts der kleine Platz vor dem Kinoeingang, mit Feuermelder und Auto-Wegweisern

 

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass auf den beiden Fotos nur Männer zu sehen sind. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (M.A.N. AG) führte an jenem 6. Juni 1956 in einer Matineevorstellung den M.A.N.-Farbfilm "Auf Schritt und Tritt" für geladene Geschäfts- freunde vor. In dem Werbefilm wurden auf unterhaltsame Weise sämtliche MAN-Produkte vorgestellt. Er wurde auch in vielen anderen deutschen Großstädten in ähnlichen Veranstaltungen gezeigt.

Etwa vier Jahre vorher:  Eingangshalle und Zuschauerraum des Gloria-Palasts 1952. (Zwei Fotos aus: 5 Jahre Bauen an der Saar. Saarbrücken 1952)

 

 

 

Johannishof - Filmtheater,  Mainzer Straße 30 (Kino von 1945 bis 1948)

 





Das Filmtheater Johannishof in der Mainzer Straße 30 bot etwa 1000 Zuschauern Platz.

 


 

Bereits am 16. Oktober 1945 wurde im Johannishof unter der Regie der französischen Besatzungsmacht das erste Kino in Saarbrücken nach dem Krieg eröffnet [1], kurz vor dem Kino in der Wartburg (siehe weiter unten). Nachdem sich mehrere andere große Filmhäuser in Saarbrücken etabliert hatten, wurde das Kino im Johannishof schon 1948 wieder geschlossen, weil der große Saal als Raum für große Bälle und Versammlungen gebraucht wurde.

[1] Siehe: Trautes, Hans. Erinnerungen an Saarbrücken während des zweiten Weltkrieges 1939 - 1945. Saarbrücken 1974, Seite 142.

 

Das Foto zeigt den Johannishof 1955 beim 6. Landesparteitag der CVP (über den es demnächst auf Saar-Nostalgie einen Fotobericht geben wird).  (Foto: Stadtarchiv Saarbrücken)

 

 

Kammerlichtspiele,  Dudweilerstraße 4 (1918 bis 1944)  -  (vor der Saarstaatzeit)

 

Von 1918 bis 1944 wurde in der Dudweilerstraße 4 ein Kino mit 679 Sitzplätzen unter dem Namen "Kammerlichtspiele" betrieben. Auf dem dritten Foto in unserem Abschnitt über das Union-Theater (siehe weiter unten!) sieht man hinter der Straßenbahn den Eingang zum UT-Filmtheater (früher UFA-Palast). Darüber kann man einen an der Hauswand aufgemalten Hinweis auf die Kammerlichtspiele lesen. Wenn man von dort aus die Bahnhofstraße überquerte, sah man das Kino in einem der ersten Häuser auf der linken Seite der Dudweilerstraße. Es hatte 679 Sitzplätze, gehörte ebenfalls zur Ufa und bestand von 1918 bis 1944.

 

 

Kammer-Li (Kammer-Lichtspiele im Europahaus), Dudweilerstraße (1960 bis Ende 1979)  -  (nach der Saarstaatzeit )

   

 

Das Kammer-Li befand sich im "Europahaus", das die Adresse "Bahnhofstraße 38" trägt. Dieser Gebäudekomplex beginnt an der Ecke Bahnhofstr./Dudweilerstr. (früher Radio Krüsmann) und zieht sich in der Dudweilerstraße hin bis zu der Einmündung Birnengässchen. Etwa zwei Häuser vor dieser Einmündung befand sich der Eingang zum Kammer-Li. Es war in der 1. Etage eingerichtet, und man erreichte es von der Straße aus über eine innen gelegene Treppe. Heute ist dort ein Spielcasino. (Etwa gegenüber war damals, im Haus Dudweilerstraße 10, das "Café Wien" von Georg Zeitz.)

 

Das Kino verfügte über 155 Sitzplätze mit Hochpolstern. Die Eröffnungsvorstellung fand Weihnachten 1960 statt. Die Projektoren mit Xenon-Lampen stammten von Ernemann, die zunächst einkanalige Lichttonausrüstung kam von Siemens-Klangfilm, Verstärker und Lautsprecher waren von Philips. Betrieben wurde das Kino von der "G.-G. Filmtheater Betriebs-GmbH" mit Geschäftsführer Heinrich Gard, später von der "Saarfilm-Verleih-Agentur und Filmtheaterbetriebe" (kurz Saarfilm-Agentur).

 

Betreiber und Geschäftsführer des Kammer-Li hatten mit ihrer Filmauswahl eine anspruchsvolle Programmgestaltung zum Ziel. Es gab wöchentlich bis zu 35 Vorstellungen, darunter auch eine Spätvorstellung.

 

1974 brachte die Saarfilm-Agentur das Kammer-Li zusammen mit der schon 1972 von der Familie Theis übernommenen camera (siehe hier!) in die neu gegründete "Studio-Kino GmbH" ein. Als Konsequenz dieses Zusammenschlusses gingen in der zweiten Hälfte der 70er Jahre die Projektoren des Kammer-Li aber recht schnell für immer aus.

 

 (Foto oben vom Kinoeingang Ende der 70er-Jahre: Paul Hartung. Eintrittskarten: Rainer Reeb)

 

 

Metropol  (siehe unten, unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

 

Passage-Kino, Bahnhofstr. 82/84 (1951 bis heute)


In der Bahnhofstraße am Eingang zur Passagestraße gelegen, heute direkt neben dem PEKA (Galeria Kaufhof), war das Passage-Kino nach seiner Eröffnung 1951 mit 900 Plätzen eines der größten Premieren-Kinos im südwestdeutschen Raum. Sein Architekt war Karl Kremer.

Fotos:

Rechts:SaarfilmGmbH; aus: http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php? title= Saarbrücken_Passage. Unten aus: Fünf Jahre Bauen an der Saar, Sonderausgabe des "Bau-Anzeiger für das Saarland", Saarbrücken 1952

 

 

 

Kommentar unserer Ald Schwaduddel zum Bild links: Ach, die schönen Schaufenster am Eingang zum PK-Kino! Wie oft habe ich davor gestanden, kümmerlich angezogen mit Bluse, Rock, Kniestrümpfen und Sandalen, und davon geträumt, wie es wohl ist, wenn man sich so schöne Sachen kaufen kann... wie man sich in so etwas fühlen mag? Die "Rue" - wie meine Eltern damals noch zur Bahnhofstraße sagten - war erst halb oder provisorisch wiederaufgebaut! Zum Träumen hatte man wirklich nur das Kino, die Realität war nicht sehr ermunternd.
 

Bei der Einweihung des Passagekinos am 17. Dezember 1951 (siehe Bild unten) waren auch Johannes Hoffmann und Gilbert Grandval zugegen. Gezeigt wurde der Film "Hoffmanns Erzählungen" (nach der Operette von Jacques Offenbach). Das Geländer, das links zu sehen ist, trennte die oberen (Logen-)Plätze von dem Treppenaufgang ab, über den man vom Eingang aus zum Kinosaal hinaufkam.


Man könnte vielleicht mit zwei Sprechblasen erklären, warum die beiden Politiker so herzlich lachen.

Grandval: "Welchen Film zeigen sie eigentlich heute Abend?"

Hoffmann: "Na was denn schon, natürlich
Hoffmanns
Erzählungen!"
  
Die Dame ganz rechts schweigt dazu und denkt sich ihren Teil...


Foto: Stadtarchiv Saarbrücken

 

 

 

Rastpfuhl-Lichtspiele

 

Dieses Kino befand sich Am Rastpfuhl 4. Es war im Haus der Gaststätte "Zum Rastpfuhl" untergebracht. Deren Inhaberin war Luise Holzwarth; im Volksmund wurde die Gaststätte daher 's Luis genannt. Als das Kino Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre geschlossen wurde, konnte man seine Klappsitze für 5,- DM das Stück kaufen.  [Info von Stefan Oemisch, 64390 Erzhausen]

 

Wer hat weitere Informationen, Erinnerungen oder Bilder von diesem Kino???  >Kontakt

 

 

Rex-Lichtspiele  (siehe unten, unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

Roxy-Kino (bis ca. 2003)

 

Dieses Kino war in der Bahnhofstraße 109 im ersten Stock untergebracht, gegenüber dem heutigen C&A. Anfangs wurden dort "normale" Filme gezeigt, später jedoch nur noch Pornos. Es wurde wohl erst nach der Saarstaatzeit eröffnet und etwa 2002/3 geschlossen.

[Info von Stefan Oemisch, 64390 Erzhausen]

 

 

Scala - Filmpalast

 

(von 1951 bis 2005; seit 2006: camera zwo - das arthouse kino)

 

1951 eröffnete in Saarbrücken, Futterstr. 5-7, das damals größte Kino im südwest- deutschen Raum: der Scala-Filmpalast. Er verfügte über 1360 Sitzplätze. Architekt war Bernhard Schultheis.

Ein erster Umbau teilte das Kino in den 70er Jahren in drei Säle. 1981 wurde es in ein Kinocenter mit 6 Sälen umgebaut.

Ende 2005 wurde das Scala - Kino geschlossen, um am 5. Januar 2006 unter dem Namen "camera zwo" mit neuer programmatischer Ausrichtung wieder neu eröffnet zu werden.

(Infos aus: http://www.camerazwo.de/)

 

Diese Bilder wurden in den Jahren 1951/52 aufgenommen. (Fotos aus "5 Jahre Bauen an der Saar", Saarbrücken 1952).

Oben links: Der Eingang zum Kino in der Futterstraße; oben rechts: Der Treppenaufgang zum Kinosaal.

Unten: Der Zuschauerraum des Scala-Kinos. Die Leinwand hatte damals natürlich noch das Format 4:3.

 

 

 

Diese beiden Fotos aus den späteren 50er-Jahren wurden mit freundlicher Genehmigung der Website http://www.camerazwo.de entnommen.

 

 

TIVO-Lichtspiele und  

 

TIVOLI-Filmtheater (in Malstatt)

 

 

1)  Von 1919 (oder erst 1929?) bis 1944 befanden sich am Malstatter Markt (am Ende der Stromstraße) die TIVO- bzw. Tivoli-Lichtspiele. Die Adresse war Breite Straße 2/4 (von 1935 bis 1945 hieß die Straße Jakob-Johannes-Straße). Das Kino verfügte über 643 Plätze, Besitzer war Anton Haaßer. Es wurde nach dem Krieg wohl nicht wieder eröffnet.

 

2)  Am 1. Oktober 1955 eröffnete auf dem Rastpfuhl am Pariser Platz das TIVOLI-Filmtheater. Seine Anschrift lautete Rheinstraße 29, der Betreiber hieß Jacques Giachino. Es befand sich im ersten Stock des Gebäudes und bot 536 Besuchern Platz. Gleich in den ersten Wochen liefen dort einige berühmte Filme.

 

 

In einer Tageszeitung wurde das von dem Architekten Gütler neu erbaute Theater anlässlich seiner Eröffnung gelobt als "eines der schönsten und modernsten unter den rund 150 Theatern des Saarlandes". Der Autor des Artikels äußerte u.a. die Forderung, dass in Saarbücken "endlich der hohen Belastung durch Lustbarkeits- und Produktionssteuer ein Riegel vorgeschoben werden" müsste.

 

(Eine Kopie dieses Zeitungsberichts von 1955 liegt uns vor, Datum und Quelle sind leider unbekannt.)

 

Das Kino wechselte schon Ende der 50er-Jahre den Besitzer und wurde von einer „Ann Maschauer“ übernommen.

Infos zu diesem Text vom Landesarchiv Saarbrücken und St.Oemisch, 64390 Erzhausen

 

Die nebenstehende Anzeige aus dem Kinoteil der Saarbrücker Zeitung vom Juli 1956 zeigte das Programm des TIVOLI an; in jener Woche lief z.B. in der Spätvorstellung der Film "Die Caine war ihr Schicksal".

Das Foto oben war in der darunter zitierten Tageszeitung von 1955 abgebildet.

 


Union-Theater (U.T.), Dudweilerstr. 2 (im Abschnitt zwischen Saar und Bahnhofstr.); von 1935 bis 1944: UFA-Filmpalast

An der Ecke Dudweiler Straße/Berliner Promenade befindet sich heute das Saar Center, in dem auch die modernen UT-Kinos untergebracht sind. An dieser Stelle stand bereits seit 1922 der UFA-Filmpalast bzw. UFA-Palast mit 1500 Plätzen.

 


 

Auf der Luftaufnahme unten (von 1932) ist halblinks dieser Palast mit dem runden Dach zu sehen. Unten rechts steht eine Straßenbahn an der Haltestelle kurz vor der Kreuzung Dudweiler Straße/Bahnhofstraße. © Landesbildstelle Saarland im LPM


Zur Eröffnung des U.T. im Jahr 1949 wurde das "Walt Disney-Farbfilmwunder" 'Schneewittchen und die 7 Zwerge' gespielt. (Siehe Bild links; aus: Schleiden, "Saarbrücken so wie es war 2", Droste Verlag.)  

 

Zur Geschichte des U.T.:  Der Filmpalast am Anfang der Dudweiler Straße wurde 1922 im Auftrag von John Davidson von den Saarbrücker Architekten Brugger und Seifert als großangelegter Kuppelbau geplant und von der Firma Dyckerhoff und Widmann erstellt. Am 20.9.1922 wurde darin das "U.T." (Union-Theater) eröffnet. Es fasste ca. 1500 Personen. Der Eröffnungsfilm war „Das Weib des Pharao" von Ernst Lubitsch. Nach dem Anschluss ans Deutsche Reich (1935) benannte man das Kino in UFA-Filmpalast um. Kurz vor Kriegsende wurde der Bau - wahrscheinlich bei dem verheerenden Bombenangriff vom 5. Oktober 1944 - völlig zerstört.

 

Nach dem Krieg wurde 1949 an dieser Stelle das neue Union-Theater (UT) eingeweiht. Peter Hellbrück aus Wellesweiler hatte bis 1944 drei Kinos besessen, die ebenfalls im Krieg zerstört wurden (Zentraltheater in Pirmasens, Walhalla-Theater in Neunkirchen und Zentral-Theater in der Saarbrücker Hafenstraße). Schon im Mai 1945 begann er auf eigene Faust und auf eigene Rechnung mit dem Wiederaufbau des UFA-Palastes in Saarbrücken an der alten Stelle.

 

Nachdem die Franzosen das Saarland im Juni 1945 in ihre Besatzungszone übernommen hatten, bestellten sie Max Bernheim zum Sequesterverwalter der saarländischen Kinos. Dieser wollte nun aber den UFA-Palast in eigener Regie aufbauen und begann, Hellbrück zu bedrängen. Johannes Hoffmann und Wirtschaftsminister Dr. Franz Singer ermutigten ihn jedoch zum Weiterbau, damit dem Saargebiet diese wichtige Kulturstätte wiedergegeben werden konnte.

 

Daraufhin brachte Bernheim die Angelegenheit vor Gericht, es kam aber zu keiner Entscheidung. Im November 1949 wurde der von Peter Hellbrück inzwischen fertiggestellte Filmpalast kurz vor seiner geplanten Eröffnung von der Polizei gesperrt.

 

Das Kino wurde bald danach trotzdem eröffnet, allerdings nicht von Hellbrück, sondern durch das Vermögens-Kontrollamt des Saarlandes. Es wurde in die Regie des "Saarländischen Filmvertriebs" übergeben, deren Teilhaber Johannes Hoffmann, Franz Singer, der Sequester-Generaldirektor Frédéric Schlachter und der Fraktionsvorsitzende der CVP, Erwin Müller waren. Hellbrück kämpfte weiter um sein Recht, aber vergebens. Denn er hatte zwar von den Besatzungsbehörden und der Stadt Saarbrücken das Wiederaufbaurecht und wohl auch ein Vorkaufsrecht erworben, besaß aber keinen gültigen Pachtvertrag. Diesen hätte er mit dem Rechtsnachfolger der UFA abschließen müssen. Sogar der Landtag konnte ihm nicht helfen. Im Mai 1950 wurde ihm "bestenfalls eine Abfindung" in Aussicht gestellt.

 

Bis dahin hatte der UFA-Filmpalast seinen Betreibern schon rund 35 Millionen Franken eingespielt, von denen nach Abzug von Lizenzen und Vorführkosten allerdings nur etwa 8 Millionen als Gewinn vor Steuern übrig blieben.

 

Diese Vorgänge hat das Magazin DER SPIEGEL schon am 22.6.1950 unter der Überschrift "Fängt an zu stinken" sehr ausführlich und kritisch geschildert [1]. Es veröffentlichte von 1948 bis 1955 immer wieder Beiträge, in denen es wirkliche oder angebliche Ungerechtigkeiten im teilautonomen Saarstaat - oft übertrieben heftig - anprangerte. In diesem Fall wurde die Rolle der Saar-Regierung wesentlich negativer dargestellt, als sie in Wirklichkeit war. - Wir hatten unseren Text über den UFA-Palast zunächst nur anhand des genannten Spiegel-Artikels erstellt. Aufgrund neuerer Recherchen in Unterlagen des Landesarchivs haben wir ihn im April 2016 teilweise abgeändert. (Vielen Dank an Dr. Paul Burgard vom LA!)

[1] Den vollständigen Spiegelartikel können Sie - in all seiner Härte - nachlesen unter der folgenden Internetadresse: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448369.html

 

 

Volksbühne der Arbeiterwohlfahrt GmbH, Warndtstraße 45 (evtl. hieß das Kino später VOX)

 

Schon 1934 wurden in der Hohenzollernstraße 45 im Festsaal der Arbeiter-Wohlfahrt ("A.W.-Festssal") Tonfilm-Vorführungen angeboten.

 

Nach dem Krieg richtete die VOX GmbH im Haus der Arbeiterwohlfahrt wieder ein Kino ein. Es bot zunächst 274, später 450 Zuschauern Platz und trug den Namen "Volksbühne der Arbeiterwohlfahrt" oder "Volksbühne Warndtstraße" [1]; Geschäftsführer war Karl Heinz Pether. Möglicherweise wurde es später in VOX-Kino umbenannt.

 

[1] Die Hohenzollernstraße hieß von 1946 bis 1957 Warndtstraße, siehe unsere Seite Straßennamen

 

Wer weiß mehr über dieses Kino?  Bitte melden Sie sich unter  >Kontakt

 

 

Volkshaus Lichtspiele  (siehe unten unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

VOX  Warndtstraße   (siehe oben unter Volksbühne!)   

 


 

 

Wartburg-Lichtspiele

 

 


 

Nauwieser Str. 75 (nach Straßenum- benennung 1951: Martin-Luther-Straße 12)

 

 

Der große Saal der Wartburg wurde vom 30. November 1945 bis 1952 auch als Kino genutzt. Zusammen mit dem Filmtheater im Johannishof waren dies die beiden ersten Kinos, die in Saarbrücken nach dem Krieg eröffnet wurden.

 

Die Wartburg war schon 1928 als Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sankt Johann erbaut worden. Ab 1946 diente sie auch als Funkhaus für Radio Saarbrücken. Ihr riesiger Festsaal wurde vom Rundfunk als Sendesaal genutzt, bot aber auch zahlreichen anderen Veranstaltungen Platz.

 

 

 

Die Wartburg-Lichtspiele verfügten über etwa 1230 Sitzplätze. Inhaber der Wartburg war die Saarfilm-G.m.b.H.

Als ihr Betreiber fungierte zunächst Jakob Krämer, später Benno Schallert.

(Foto links oben: Stadtarchiv Saarbrücken, rechts: oben Kinowerbung 1950)

Bitte beachten Sie auch unsere Seite über die Wartburg mit ausführlicher Beschreibung des Gebäudes und seiner vielfältigen Nutzung. 

 


 

 

SAARBRÜCKEN - BREBACH


Westmark-Lichtspiele
(1936-43), ab 1949: Saar-Theater, Riesenstraße 40 (Text und Bilder: Manfred Hahn)

 

Das einzige Kino Brebachs verfügte bis 1957 über 500 Plätze, danach über 483, ab 1959 431 und ab 1960 über 448 Plätze.

 

Leider liegt uns kein Foto vom Saar-Theater unter diesem Namen vor. Können Sie aushelfen?

 

Die Westmark-Lichtspiele wurden von 1936 bis 1943 von Fritz Bach in der Riesenstraße 13 betrieben. Er baute einen dort bestehenden Tanzsaal um, der auch schon als Theater und Turnsaal gedient hatte. Ein Kino mit zunächst 500 Plätzen, einer Loge im ersten Stock, einer Leinwand von 12 Meter Bildbreite und modernstem 4-Kanal-Magnetton. In den Folgejahren wurde die Platzkapazität zweimal verringert.

 

Nach dem Krieg ging es ab 1949 weiter. Das "Saar-Theater", wie es Bach nun nannte, war weit über Brebach hinaus eine Institution. Das Kinderkino am Sonntag Nachmittag und die Spätvorstellungen am Wochenende lockten Scharen von Besuchern an. War abends Programmwechsel, so kam es regelmäßig zu Verkehrsstaus in Brebach. Während die 500 Besucher der ersten Vorstellung den Kinosaal über den Nebeneingang verließen, warteten schon weitere 500 Zuschauer an der Kasse auf ihren Einlass. Die Straßenbahn soll sogar Sonderfahrten zum Kino eingerichtet haben.

 

Ab Anfang der 60er Jahre nahm Fritz Bach Kontakt mit einer Mannheimer Filmverleihfirma auf, die italienischsprachige, später auch türkische Filme im Verleihangebot hatte. Das Saar-Theater dürfte das erste saarländische Kino gewesen sein, das reine ‚Gastarbeitervorstellungen‘ mit Filmen in Originalsprache über die Leinwand flimmern ließ.

 

Im Januar 1974 fiel der letzte Vorhang. Die Ölpreise waren innerhalb kurzer Zeit so stark gestiegen, dass der Saal nicht mehr geheizt werden konnte.  

 


 

 

SAARBRÜCKEN - BURBACH
 

Volkshaus-Lichtspiele,  Metropol (Hochstraße 104), REX (Jakobstraße), Capitol (Serriger Straße)

 

       

 

- Die Volkshaus-Lichtspiele in Burbach eröffneten nach dem Johannishof und der Wartburg am 3. Oktober 1946 als drittes Kino in Saarbrücken nach dem Krieg. Sie verfügten über 462 Plätze (an anderer Stelle wird die Zahl 800 genannt). Der Standort war in der Aachener Straße 32 (laut Adressbuch von 1956).

 

- Das Metropol-Theater Burbach (517 Plätze) hatte seinen Betrieb bereits 1910 in der Jakobstr. 10 eröffnet. Als Adresse wird 1934 im Saarbrücker Adressbuch Wilhelmstraße 15 genannt. Inhaber war Fritz Gard. Nach seiner Wiederöffnung zu Anfang der 50er Jahre in der Hochstraße 104 wurde dort ein Ernemann-Projektor verwendet; ein Foto davon finden Sie hier. 

 

- Die Rex-Lichtspiele Burbach befanden sich in der Jakobstraße 2. Sie verfügten über 350 Plätze; Inhaber war ebenfalls Fritz Gard. Die Farbbilder zeigen das Gebäude heute. (Fotos: Ernst Becker 2016)

 

 

Ernst Becker arbeitete häufig aushilfsweise im Rex als Vorführer und erzählt: Der runde Torbogen rechts war der Kinoeingang mit Kasse, durch die feuerfeste Tür daneben kam man zum Vorführraum. Dort standen zwei Maschinen der Fa. Ernemann vom Typ 2 (alte Modelle). Die Überblendung von einem zum anderen Projektor geschah mit den Feuerschutzklappen, das sind - grob gesagt - die Klappen, die das Lampenhaus des Projektors von seinem Bildfenster trennen. Der Ton wurde separat umgeschaltet, und zwar mit einem Schalter, der über dem Klangfilmverstärker zwischen den beiden Maschinen an der Wand hing. Es musste alles sehr rasch geschehen, denn der Zuschauer sollte doch den Übergang von dem einen zum anderen Projektor möglichst überhaupt nicht mitbekommen! Der "fest angestellte" Vorführer des Rex hieß Helmut Adam, er wohnte neben der ev. Kirche auf dem Weyersberg. - (Wenn Sie mehr über die Projektionstechnik der 50er-Jahre erfahren möchten, klicken Sie bitte hier!).

 

Hinweis von Hans-Peter Mensch: Das Kino wurde wohl irgendwann in den frühen 70er- Jahren geschlossen. Um 1974/75 diente der leere Kinosaal denn als Lager für die Fa. Wigesa in der Trifelsstraße.

 

- Vor dem Krieg wurde in dem Stadtteil noch ein weiteres Kino betrieben, und zwar von 1928 bis 1944/45 in der heutigen Serriger Straße 17, damals Stockgasse, unter dem Namen Capitol Burbach. Inhaberin sollen zunächst Anny Bolz (die Witwe von Fritz Bolz) und später Engelbert und Auguste Gard gewesen sein. Laut Angaben in "kinowiki" haben es Fritz und Heinrich Gard 1960 in der Serriger Straße 20/22 wieder eröffnet.

 


 

SAARBRÜCKEN - ST. ARNUAL

 

 

Capitol-Theater St. Arnual / später Bali-Kino

 

 

Das Capitol-Lichtspieltheater in der Saargemünder Straße 179 in Saarbrücken-St. Arnual erscheint zum ersten Mal im Adressbuch von 1929/1930. In demjenigen von 1936 wird als Inhaberin Anny Bolz genannt. Danach hat es wahrscheinlich Hugo Großkopf gehört, der es

- vermutlich 1937/38 - an Fritz und Valentin Maul übergab. Von ihnen übernahm 1939 Willi Schmeer das Lichtspieltheater Capitol; es befand sich zu dieser Zeit in der Bruchstraße 26/28, einer Nebenstraße der Saargemünder Straße.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Capitol laut Gewerbekartei seinen Betrieb im Oktober 1949 in der Saargemünder Str. 179 unter der Leitung von Willi Schmeer wieder auf. Das Kino verfügte damals zunächst über 500, nach 1957 über 490 Plätze und wurde im Februar 1963 geschlossen.

 

Danach wurde in dem Gebäude bis in die 80er-Jahre hinein das Bali-Kino betrieben (siehe Bilder), möglicherweise ebenfalls wieder von Willi Schmeer.

 

Zum Foto oben rechts: Links von der Gaststätte biegt die Saargemünder Straße nach einigen Häusern rechts zum St. Arnualer Markt ab; geradeaus geht die Straße als Bruchstraße weiter.

 

(Fotos: Hans-Jürgen Hartmann)

 

Einige Infos zu der Geschichte des Kinos haben wir vom Stadtarchiv Saarbrücken erhalten bzw. den kinowiki-Seiten entnommen (siehe ganz unten im Link-Verzeichnis!)

 


 

Kinos in Gemeinden in der Nähe von Saarbrücken:

 

Bischmisheim: Inhaberin Erna Raquot

Ensheim: Zentral-Theater, Hauptstraße 47; Inhaber Kohl

Gersweiler: Union-Theater Gersweiler

Güdingen: Saar-Lichtspiele

Herrensohr: Union-Theater Herrensohr; Inhaber Rud. Wunn


 

Ab hier sind die weiteren Städte und Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

 


 

 

ALTENWALD:  Union-Theater (UT Altenwald)

 

 

Schon ab 1920 entstand dieses Kino mit 350 Plätzen unter dem Namen Lichtspiele Altenwald in der Hauptstr. 99; Eigentümer war Friedrich Theisinger. Ab 1934 befand es sich in der Grubenstraße 6 und stand mit seinen nunmehr 450 Plätzen unter der Leitung von Heinrich Heckmann. Im Krieg wurde das Kino durch Bombentreffer zerstört.

 

1950 eröffnete das Kino in der Gruben-

straße neu. Es hieß nun Union-Theater Altenwald und verfügte über 438 Sitzplätze. Inhaber war zunächst wieder Friedrich Theisinger (der sich jetzt Fritz nannte), 1957 eine Frau Jank. 1958 wurde es Teil der "Capitol-Lichtspiele Wiebelskirchen und U-T Altenwald GmbH" unter Geschäftsführer Fritz Theisinger. In späteren Jahren wurde das UT-Kino von Otto Breitzke geführt.

     Der Kinoeingang befand sich in dem zweiten Haus links, neben dem ASKO. Foto: Werner Klee

Quellen für einige Daten in diesem Text: http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Sulzbach/Saar_Union-Theater_Altenwald) und Otto Breitzke

 

Persönliche Erinnerungen an das UT-Altenwald der 50er-Jahre:

 

Saar-Nostalgie-Freund Gerd Pannhausen erinnert sich an das Kino seiner Kinderzeit:

 

Sonntags um 15:30 Uhr gab es die Jugendvorstellung für 50 Frs. auf allen Plätzen (Loge war allerdings gesperrt). Heißbegehrt war die erste Reihe im (echten) Sperrsitz, da hatte man eine ungehinderte Sicht über die Parkettsitze hinweg auf die Leinwand.

 

Am liebsten schauten wir uns Cowboyfilme an, z.B. diejenigen mit Hopalong Cassidy. Weitere Hits waren Piraten-, Abenteuer-, Tarzan-, Mantel und Degen- oder Märchenfilme. Wir waren damals ja nicht wählerisch, andere Kinovorstellungen waren für uns tabu, und so freuten wir uns schon die ganze Woche auf die Sonntagnachmittags-Vorstellung. Dabei wurde unsere Vorfreude meist durch unseren selbstherrlichen Kaplan B. etwas getrübt. Um 14 Uhr war Christenlehre angesagt; sie dauerte normal eine Stunde - kein Problem. Aber wenn es ihm einfiel, hängte er einfach noch eine Art Andacht an, und dann wurde es knapp, denn nach 15:30 Uhr wurde im Kino niemand mehr eingelassen. Fehlte man allerdings in der Kirche, gab es beim nächsten Religionsunterricht "Haue".

 

Meldung vom April 2016: Das Hinterhaus des Kinogebäudes in Altenwald (in dem sich das eigentliche Kino befand), soll demnächst abgerissen werden (siehe Lokalausgabe Sulzbachtal der Saarbrücker Zeitung von Donnerstag, 21.4.2016).

 


 

 

BECKINGEN und Umgebung

 

Beckingen:  Lichtspiele Engstler                Rehlingen:  Cloef-Lichtspiele               Siersburg:   Burg-Lichtspieltheater

 


 

 

BEXBACH   

 

a) Kino Bender 

 

Dieses Kino gab es bereits vor dem 2. Weltkrieg. Es befand sich im Hinterhof des „Gasthauses Bender“ in der Hauptstraße (heute Rathausstraße). Bender war wahrscheinlich der Name des Inhabers. 1970 wurde das Anwesen verkauft, das Kino geschlossen und das Gebäude abgerissen.

 

 

b) Die Lichtburg  (Mittelbexbach)

 

war in der Niederbexbacherstraße 3. Inhaber: anfangs Wilhelm Licht, später Bernhard Hennes (im Volksmund "Hennes Bernche" genannt). Sie soll um 1950 eröffnet worden sein und damals etwa 450 Zuschauern Platz geboten haben.

 

 

Foto: Sammlung Theis

 

c) Capitol  (Oberbexbach)

 

(siehe Bild rechts; Fotograf unbekannt)

 

Der Besitzer der „Lichtburg“ in Mittelbexbach, Bernhard Hennes, hatte noch weiteres Kino. Das Capitol stand in der Hauptstraße 17 in Oberbexbach („Schmidde-Berch“). Im Telefonbuch von 1955 war als Inhaberin des Capitol Wwe. Maria Hennes geführt.

 

Dieses Kino wurde 1949 eröffnet. Es verfügte über 270 Plätze, ab 1957 (wahrscheinlich nach einem Umbau) über 253 Klappsitze.

 

Das Bild rechts vom Eingangsbereich des Kinos ist aus dem Jahr 1950 (der gezeigte Film mit Winnie Markus, Gustaf Fröhlich und Heidemarie Hatheyer entstand 1949/50).

Das Kino gab es dort bis mindestens1962.

(Infos von Dieter Berger, Oberbexbach, und Kino-Wiki)

     


 

 

BISCHMISHEIM

 

Das Odeon

 

Die Familie Raquot soll schon vor dem 2. Weltkrieg die Lichtspiele in der Kreuzstraße betrieben haben. Nach dem Krieg eröffnete Erna Raquot 1949 das Odeon-Filmtheater an zentraler Stelle, wahrscheinlich Am Sportplatz. Es soll 1950 etwa 260 und 1960 287 Besuchern Platz geboten haben. Anfang der 60er-Jahre soll es geschlossen worden sein.   Wer hat noch Infos und evtl. Bilder davon?

 

 

BLIESKASTEL

 

Hier gab es 1957 die  Park-Lichtspiele und dieSchützenhoh-Lichtpiele (Quelle: Festprogrammheft zum 36. Webenheimer Bauernfest 57)

 

Wer kann etwas darüber erzählen oder hat sogar Fotos von diesen Kinos?

 


 

 

BOUS

 

Das Thema "Kino" war in Bous seit jeher eng mit der Familie Martin verbunden. Schon vor 1924 wurden im Saal des Petrihofs Stummfilme gezeigt.

 

Union-Theater  

 

1924 errichtete Peter Martin, der Großvater des heutigen Bouser Kinobesitzers, in der Kirchstraße 42 das erste "richtige" Kino der Gemeinde, nämlich das Union-Theater (UT).

(Foto Sammlung Theis, Völklingen)

 

Nach dem Krieg eröffnete er es 1949 wieder. Später wurde das Gebäude zum Sitz verschiedener kleiner Firmen und Lagerhallen. Nach 1978 befand sich darin ein Getränkemarkt, und heute ist dort die Gaststätte "Zum Fränzje".

         

Thalia-Lichtspiele  

 

Am 27. Mai 1957 richtete Herbert Martin, der Sohn von Peter Martin, in der Saarbrücker Straße das Thalia-Kino in der Nähe des Bahnhofs ein. Es verfügte damals über 450 Sitzplätze.

 

Nach zahlreichen Umbauten und Renovierungen finden heute 141 Besucher auf bequemen Sesseln in diesem modernen Kino Platz. Es ist noch heute in Betrieb.

 

Das Bild zeigt das Thalia in Bous im Jahr 1957

 

(Foto: Dirk Theobald)

 

(Die Bous--Texte enthalten Infos von den Websites http://www.kino-bous.de  und http://www.zumfraenzje.de/geschichte.htm.)  

 

Metropol-Lichtspiele Bous  - wer weiß Näheres über dieses Kino?

 


 

Kinos in der Umgebung von Bous:

 

Elm-Knausholz:  Lichtspiele Elm-Knausholz

Griesborn:          Filmbühne Griesborn (Inh. Fritz Groß)

 

 

 

 

Hostenbach:       Roxi-Lichtspiele

Schaffhausen:    Hier betrieb Franz Braun ein Kino

 


 

BROTDORF:  

 

Die Geschwister Enzweiler führten von 1950 an Filme im Germania-Saal in Merzig-Brotdorf vor. Ihr Kino verfügte zunächst über 250, ab 1952 über 300 Plätze.

 

Am Pfingstmontag 1958 eröffneten sie in der Provinzialstraße 15 ein neues Kino, das Scala-Theater. Die architektonische Planung lag in Händen des Düsseldorfer Architekten Hans Nehaus; die Bauleitung und technische Beratung erfolgten durch Albert Enzweiler, der damals in Duisburg-Hamborn drei Kinos besaß.

 

Im Scala-Theater Brotdorf wurden 428 Sitze der

Firma Schröder & Henzelmann (Bad Oeynhausen) eingebaut; davon waren 68 gepolstert. Die technische Einrichtung übernahm die Firma Siemens & Halske, Saarbrücken. Die Kinomaschinen vom Typ Victoria 4 hatte die Firma Cinemeccanica in Mailand gebaut.

 

In dem Theater konnte man damals Cinemascope-, Breitwand- und Normalfilme zeigen. Es wurde 1979 geschlossen (laut http://www.allekinos.com/saarland.htm).

 

Dieser Text enthält Angaben aus Kinowiki und Recherchen von Karl Presser. Foto mit frdl. Genehmigung von der Homepage des SPD-Ortsvereins Brotdorf: http://www.merzig-brotdorf.de

 

 


 

DILLINGEN 

 

 

Alhambra-Theater. In der Hüttenwerkstraße 26/28 wurde 1917 das "Kinematographen-Theater Helios" gegründet; ab 1928 stand dort das Alhambra. Nach dem Krieg wurde es 1949 wieder eröffnet. Verwalter war zunächst Henry Marx, ab 1953 die "Vereinigte Filmtheater, Hermann Märzen oHG". Es verfügte anfangs über 420, später über 475 Plätze.

 

Apollo-Theater, Hüttenwerkstr. 15, Inhaber Günther Holbach,

Geschäftsführer Lothar Holbach. 300 Plätze

 

Europa-Palast (H. Märzen oHG)  seit 1951

 

Scala-Lichtspiele  ab 1960

 

Wir haben bisher keine weiteren Informationen über die Dillinger Kinos der Nachkriegszeit. Können Sie mit Infos oder Fotos helfen?

> Kontakt

Das Foto zeigt die Villa Alhambra heute.

(Lokilech unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation (von wikipedia):CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2323532)

 

Wir haben leider noch keine ausführlicheren Infos über die Dillinger Kinos in den 50er-Jahren, aber Gabriel Peifer, der bis 1981 in Dillingen lebte, hat uns einige Bemerkungen über die spätere Zeit mitgeteilt:

 

Das Alhambra-Theater war mindestens bis 1971 in Betrieb. Allerdings nicht mehr mit den "großen" Filmen, sondern mit KungFu-Filmen und Klamotten wie "Schulmädchen Report". Es hatte eine sehr beeindruckende dunkelgraueArt-Déco Fassade mit drei hohen spitzen Winkeln. Mit dieser Art von "Gothik"-Stil war es eigentlich der perfekte Ort für die Horrorfilme der 30er- bis 50er-Jahre. Nach seiner Schließung stand das Kino lange Zeit leer.

 

Der Europa Palast holte sich die großen Kassenschlager, wie z.B. James Bond Filme, "Krieg der Sterne" oder auch Disney-Filme.

Im Scala wurden die Filme gezeigt, die möglicherweise für den Europa-Palast nicht interessant genug waren. Ich habe dort als Teenager und eifriger Kinogänger z.B. "2001-Odyssee im Weltraum" gesehen und auch die erste Verfilmung von "Herr der Ringe", aber auch "The Fog" von Carpenter. (Gabriel Peifer)

 


 

 

DUDWEILER  und  Herrensohr

 

 

 

In der Gemeinde Dudweiler, damals noch "größtes Dorf Europas"*), gab es in den 50er Jahren folgende Kinos:

 

 

Union Theater ("UT-Kino")

 

Trierer Straße 7 (Bild links)

Es wurde 1935 eröffnet und nach dem Krieg an Weihnachten 1946 wiedereröffnet.

1956 erfolgte eine Modernisierung (Cinemascope-Leinwand). 1980 wurde es geschlossen.

 

Bild links: Ein Foto aus der Vorkriegs-Zeit. Der Film "Wie der Hase läuft" war von 1937.

(Bildarchiv Stadtbezirk Dudweiler)

 

 

Zentral-Theater

 

Saarbrücker Str. 235

 

Eröffnung etwa 1910. 1959 Renovierung nach einem Gebäudebrand. 1986 Schließung.

 

Nassauer-Hof-Theater Dudweiler (NHT)

 

und  Scala-Lichtspiele       

 

 

Seit 1920 wurden die "Lichtspiele Nassauer Hof" in der Saarbrücker Straße betrieben. Nach dem Krieg eröffnete Elisa Weber das Kino 1949 wieder neu. Nach ihrem Tod führten es die Erben von 1956 an unter dem alten Namen "Nassauer-Hof-Theater" (NHT) weiter. Das Kino verfügte in dieser Zeit über etwas mehr als 400 Sitzplätze. In späteren Jahren war rechts davon, zwei Häuser weiter, das Scala-Kino.

 

Der Fotoausschnitt rechts zeigt das NHT im Juli 1959. Es lag zwischen der Volksbank und dem "Nordsee"-Laden. (Das vollständige Foto sehen Sie hier unten v)

 


Auf diesem Bild sieht man einen Abschnitt der Saarbrücker Straße

in Dudweiler mit dem NHT-Kino und der "Nordsee".

Das Foto zeigt das Scala-Kino, dessen Eingang rechts neben dem Fischgeschäft war. (Drei Fotos: Bildarchiv Stadtbezirk Dudweiler)

 

In Herrensohr gab es folgende Kinos:   Astra-Kino, Rosenstraße (hinter Gasthaus Hessenberg)

                                                          Zentralkino, Talstraße (neben Gasthaus Lisch)

_______________

 

*) Den Status als "größtes Dorf Europas" verlor Dudweiler, als es 1974 anlässlich der Gebietsreform zu einem Stadtteil Saarbrückens wurde.

 


 

ELVERSBERG  

 

Die Gemeinde Elversberg verfügte nach dem Krieg über zwei Kinos:

 

LICHTSPIELE  ELVERSBERG

 

und

 

CORSO

 

(Mitteilung von Günter Klein, Riegelsberg, 2016). - Wer hat noch Erinnerungen an oder vielleicht Bilder von diesen Kinos? > Kontakt.

 

Außerdem gab es seit 1921 die Alexander-Lichtspiele, und das Kino Euschen war in Spiesen. Mehr dazu in Kürze!

 


 

ENSHEIM 

 

Auch die Gemeinde Ensheim verfügte laut Kinowiki Saar über ein Lichtspielhaus. Inhaber soll Hermann Gorges (Spitalstraße 4) gewesen sein, und das Kino soll an vier Tagen in der Woche Filme gezeigt und bis zu 240 Zuschauern Platz geboten haben.

 

Wer hat noch Erinnerungen an oder vielleicht Bilder von Ensheimer Kinos? > Kontakt.

 


 

      

GÖTTELBORN

 

Die Turm-Lichtspiele in Göttelborn wurden am 11. Januar 1958 im Tanzsaal der Gaststätte von Mathias Kort eröffnet, blieben aber nur wenige Jahre in Betrieb. Ab 1975 war in dem Gebäude eine Diskothek.

 

Mathias Kort wurde nur "Stoppe Matz" genannt (obwohl sein Familienname nicht "Kork[-stoppe]", sondern "Kort" lautete).

 

(Vielen Dank für die Infos an Martin Schneider, 66589 Merchweiler)

Wer hat noch weitere Erinnerungen oder vielleicht Bilder vom Kino in Göttelborn? > Kontakt.

Zündholz-Etikett als Werbefläche für Kino und Gaststätte Zum Stoppe Matz" in Göttelborn (weitere Zündholz-Etiketten finden Sie auf unserer Seite Zündholzfabrik).


 

HEUSWEILER, HOLZ, KÖLLERBACH, RIEGELSBERG  

 

Heusweiler:   Film-Theater Heusweiler. Inhaber: N. Schoenhofen, Saarlouiser Straße 23a

                      Saarländische Filmbühne

Holz:              Corona-Lichtspiele

Köllerbach:    Burg-Theater

Riegelsberg:  Kulturhaus-Lichtspiele GmbH

                      Lichtspiele Fr. Sander

 

 


 

HOMBURG  und Umgebung  

 

Homburg:  Vereinigte Lichtspiele

 

Limbach:   Filmbühne Limbach, Inhaber: Walter Leibrock

Wer weiß mehr über Kinos in Homburg und Umgebung?

(>Kontakt)

 


 

LAUTERBACH im Warndt 

 

 

Sogar in Lauterbach im Warndt gab es ein Kino, und zwar schon seit 1928. Dabei hatte der Ort in den 50er Jahren weniger als 2.500 Einwohner! Das "Union" befand sich in der Hauptstraße 282 und wies, bezogen auf die Einwohnerzahl, rekordverdächtige 239 Plätze auf. Zeitzeugen berichten, dass die kleine schwarze Tür links im Bild der Eingang zum Kino war.

 

Die Kinomaschinen stammten von der AEG, die entsprechende Ausrüstungen bis 1944 fertigte. Johann Detemple betrieb nicht nur das Kino, sondern nebenan auch eine Gaststätte. Diese und das Kino waren bei den Einwohnern so beliebt, daß sie beim Besuch auch gleich noch Kino-Abonnements abschlossen.

 

Das Union Lauterbach wurde schon 1960 geschlossen.

Foto: Detemple, in: Festschrift 300 Jahre Lauterbach, 2007. Text: Karl Presser


 

 

LUDWEILER  

 

 

In Ludweiler gab es in den 50er-Jahren ein Kino in der jetzigen Völklinger Straße mit dem Namen Warndt-Theater. Es befand sich in einem Anbau des Evangelischen Gemeindehauses in Ludweiler (heute befindet sich in dem Gebäude eine Pizzeria). (Text und Bilder: Torsten Gatzke, Ludweiler)

 

 


 

 

MERZIG  

 

Eden-Theater; es verfügte über 420 Plätze. Verwalterin war Margarete Seiler.

 

Saalbau-Lichtspiele; Inhaberin war seit 1949 Anna Holbach (Merzig). Das Kino hatte 600 Sitzplätze.

 

(Hinweis: Das 0deon Merzig besteht erst seit 1982.)

 


 

 

METTLACH

 

Turm-Lichtspiele:  Inhaber: Hans Engstier, Beckingen. 230 Plätze

 

 


 

 

NALBACH

 

Gloria-Lichtspiele

 

1953 eröffnete Rudi Dräger in der Hubertusstraße 79 ein Filmtheater; von 1955 an nannte es sich "Lichtspiele" und ab 1958 schließlich Gloria-Lichtspiele. 1960 lautete die Anschrift Hubertusstr. 87. Das Kino verfügte über 230, ab 1957 über 400 Plätze.

 


NAMBORN  

 

Das "Kino beim Harry in Namborn" war Jahrzehnte lang der Treffpunkt für den Austausch von Neuigkeiten. Denn der Kinosaal war direkt an die Traditionsgastwirtschaft "Zum Harry" angebaut. Harry Johann führte über Jahrzehnte hinweg Lokal und Kino im Familienbetrieb.

(Vielen Dank für Bilder und Infos an Joachim Ferrang!)

 

Das Foto rechts ist von 1960. Am 35-mm-Kinoprojektor arbeitet der Vorführer Alwin Johann; er war Harrys Sohn.

 

Das Bild links zeigt Margit Johann mit ihrem Neffen Silvio Sartorius vor den Doppelpendeltüren des Kinos.

 

Links hängen die Plakate der gerade aktuellen Filme an der Wand. Das Foto wurde um 1961 aufgenommen. Heute steht das Kino-Gebäude noch immer, nur sind darin Wohnungen eingebaut worden. Die Gastwirtschaft steht leer.


 

 

NEUNKIRCHEN  

   

 

 

Unser Kino-Weg durch Neunkirchen führt uns von der Oberstadt (Scheib) bis zur Bliesbrücke an der Bahnhofstraße. Herzlichen Dank an Horst Schwenk, Neunkirchen, der uns die meisten Bilder zur Verfügung gestellt hat.

 

Vorbemerkungen: Schon von 1917 bis 1933 war in Neunkirchen das Photophon-Theater in der Stummstraße 10 bzw. 12 in Betrieb.

Die meisten Lichtspielhäuser hatte Neunkirchen im Jahr 1948: sieben Kinos mit insgesamt 4000 Plätzen.

(Zu den Kinos in der Umgebung von Neunkirchen siehe weiter unten, unter der Corona-Filmbühne.)

 

Scheiber Kammerlichtspiele

 

Dieses Kino gehörte Martha und Ludwig Roth. Es war in der Steinwaldstraße 64 und verfügte über 240 Sitzplätze. Im Krieg blieb es von Zerstörungen verschont und konnte deshalb als erstes Lichtspielhaus in Neunkirchen nach dem Krieg bereits am 20. Dezember 1945 wieder eröffnet werden. Man spielte den Film "Der Majoratsherr" mit Willy Birgel von 1943/44. Roth schloss das Kino im November 1950, weil er sich um die Eröffnung des neuen "Burgtheaters" kümmern musste. Auf der Scheib ging es 1951 weiter unter Willi Horst und 1954/55 unter Heinz Schröer. Danach wurde der Raum wieder als Tanzsaal genutzt.

 

Am Tag der Fotoaufnahme zeigte man den Film "Paganini" (1947) mit Stewart Granger

 

 

Kino in der Hohlstraße

 

Zeitweise wurde der Saal der Gaststätte Vogel

(später Gasthof Fritz Schmidt, siehe Foto),

in der Hohlstraße 21

auch als Kino genutzt.

 

 

Burgtheater, Oberer Markt 6

 

Schon vor dem Krieg wollten Martha und Ludwig Roth ihre Scheiber Kammerlichtspiele näher ans Zentrum der Stadt verlegen, am liebsten an den Oberen Markt. Die Pläne dafür waren schon fertig, als eine Brandbombe das Vorhaben vereitelte.

 

Erst Mitte 1950 konnte man mit dem Bau des neuen "Burgtheaters" beginnen. Architekt Fuchs aus Dudweiler konzipierte das Kino als Rundbau mit Galerie; die Innenwände waren ganz mit Samt überzogen. Das Kino verfügte über 574 (später 710) Sitzplätze. Die Premiere erfolgte am 6. Januar 1951 mit dem Film "Das doppelte Lottchen" (nach Erich Kästner). In den folgenden Jahren kamen auch häufig bundesdeutsche und internationale Stars zu Gastspielen ins Burg. Sohn Dieter Roth ging seinem Vater zur Hand, bis dieser das Kino in den 80er-Jahren an Heinrich Gards Saarfilm-Theaterbetriebe verkaufte.

Das Bild oben ist aus den frühen 50er-Jahren; rechts sieht man noch einen Teil des Burgkellers. Am Tag der Fotoaufnahme lief der US-Film "Der Himmel voller Geigen" aus dem Jahr 1946. Vor dem Kino stehen ein Crèmeschnittchen mit OE-Nr. und ein VW Käfer.

 

Dieses Bild entstand Ende der 50er-Jahre. Der Burgkeller ist aufge-stockt und an seinem Dach das BT-Emblem angebracht worden.

 

Blick in den Eingangsbereich des Kinos. Man spielte gerade den Film "Saison in Salzburg" mit Hannerl Matz (1952).

 

Bei der Erstaufführung dieses Filmes war der Eingang zum Filmtheater, wie so oft, passend dekoriert, und Marika Rökk war persönlich anwesend. Im Burgtheater traten auch außerhalb von Filmpremieren zahl-

reiche bekannte Künstler "live" auf.

 

 

 

"Neues Lichtspieltheater" (früher Walhalla-Lichtspiele)

 

In der früheren Gartenstraße stand seit 1892 das Neunkirchener "Gesellenhaus" [1]. Es wurde 1935 durch die Nazis enteignet und der Familie Masson zugesprochen, die hier nun das "Gasthaus Masson" betrieb. Die Straße wurde umbenannt und hieß bis nach dem Krieg Franz-Hellinger-Straße (siehe unsere Seite Straßennamen).

 

Am 2. Juni 1940 richtete Peter Hellbrück [2] aus Wemmetsweiler in dem Gebäude ein Kino ein. Seine Walhalla-Lichtspiele boten bis zu 600 Besuchern Platz. Am 30. Juni 1944 wurde das Haus völlig ausgebombt.

 

1949 eröffnete die Witwe Maria Masson in demselben Haus wieder ein Kino und nannte es Neues Theater. Es verfügte über 400 Sitzplätze. Im Telefonbuch von 1955 ist es als Neues Lichtspieltheater eingetragen. 1961/62 wurde an der Stelle dieses alten Gebäudes das Kolpinghaus errichtet; die Gartenstraße erhielt nun den neuen Namen Adolf-Kolping-Straße.

 

[1] Mehr über das Neunkircher Gesellenhaus finden Sie unter diesem Link.

[2] Siehe weiter oben beim Saarbrücker UT-Kino

 

Dieser Text enthält Angaben und ein Foto von der Website  http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=Neunkirchen_Walhalla-Theater

 

 

Eden-Kino, Hüttenbergstraße 23

 

 

Das Eden-Kino (im Bild oben von 1952: ganz rechts) war 1932 gegründet worden und im Besitz der „Eden"-Lichtspielgesellschaft m. b. H. Es brannte im Krieg völlig aus und wurde 1949 nach Plänen des Architekten Sattler aus Dudweiler wieder aufgebaut. Am 9. Dezember 1949 wurde es neu eröffnet. Als erster Film lief "Derby", ein damals brandneuer UFA-Film mit Willy Fritsch.

 

Das neue Kino verfügte über 554 Sitzplätze und gehörte Hilde Ball; erster Geschäftsführer nach dem Krieg war der Kaufmann Willi Horst. 1951 gründeten die beiden zusammen mit Dr. Weber die Eden-Lichtspiele GmbH.

 

1953 löste der Dekorateur Erich Sommer den Theaterleiter Horst ab. Er führte von da an das Haus zusammen mit seiner Frau Margret und war ab 1961 auch sein Inhaber. Das Kino ist noch heute unter dem Namen "Neues Eden" in Betrieb (Bild rechts; Foto: R.ainer Freyer 2015)

 

 

Central-Kino, Pasteurstraße 2

 

Das Central öffnete am 27. Juni 1947 seine Pforten und war von Anfang an für seine besondere Programmaus- wahl bekannt. Man zeigte in der Hauptsache französische und amerikanische Kriminal-, Western- und Abenteuerfilme. Deshalb war es vor allem bei jungen männlichen Zuschauern äußerst beliebt und allgemein als das "Revolverkino" bekannt. Hier liefen z.B. auch die ersten James-Bond-Filme. Es war nicht sehr groß und fasste 413 Zuschauer. Inhaber und Betreiber war Josef Hassdenteufel aus Ottweiler, genannt "de Sepp". Er war auch Wirt der Central-Gaststätte im Haus neben dem Kino.

Als das Gebäude wegen der geplanten Erweiterung des Neunkircher Kaufhauses ("NK", heute Kaufhof) abgerissen wurde, musste das Kino - sehr zum Leidwesen seiner vielen Fans - am 31. Oktober 1964 geschlossen werden.  

 

 

Corona Filmbühne

 

Schon 1903 wurde das Corona-Kino eröffnet. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigten es feindliche Bomben mehrfach stark, und am 15. März 1945 wurde das Vorderhaus zerstört. Den intakt gebliebenen Saal konnte man nach dem Krieg aber noch für Tanzveranstaltungen nutzen. Im Sommer 1949 wurde das Kino wieder vollständig aufgebaut und am 3. Dezember eröffnet.

 

Von nun an trug es den Namen Corona Filmbühne und bot 688 Zuschauern Platz. Betreiber war eine GmbH, der Hans Wachter (aus Wiebelskirchen) sowie Leopold und Ernst Gill (Dillingen und Saarlouis) angehörten; die beiden Brüder besaßen mehrere Kinos im Saarland, Ernst Gill war auch Mit-Gesellschafter der Saar-Film-Union. - Als Mitte der 50er Jahre der Bau des Corona-Hochhauses begann, wurde das Kino in dieses integriert. Es ist noch heute in Betrieb.

 

Zum Bild oben: Im Vordergrund sieht man einen Teil der Bliesbrücke. Links geht es in die Bahnhofstraße, rechts zum Stumm-Denkmal. Ganz links im Bild ist die damalige Geschäftsstelle von VfB Borussia Neunkirchen zu erkennen, rechts daneben war die Corona-Klause. Das bei den Neunkircher Jugendlichen so beliebte Eiscafé Bertram (um die Ecke in der Lindenallee) musste für den Bau des Hochhauses abgerissen werden. Dieses war im September 1956 fertiggestellt.

 

 


 

 

Kinos in der Umgebung von Neunkirchen:

 

Landsweiler-Reden:  Urania-Theater, Hauptstraße 2  (mit Urania-Schenke, Inhaber: Karl Wagner)

Spiesen:  Alexander-Lichtspiele (Inhaber: Josef Gräf)

Schiffweiler:  Saalbau-Lichtspiele Hauptstraße 33  (Inhaber: Karl Wagner)

Wellesweiler:  Wellesweiler Lichtspiele, Kirchenstraße  (Inhaber: Leopold Gill)

Wiebelskirchen:  siehe weiter unten unter Wiebelskirchen

 

 


 

 

OTTWEILER 

 

Astra Theater

 

Es wurde 1932 eröffnet und hat 348 Besuchern Platz geboten. Es war dort, wo heute die Kreissparkasse ist: in der Wilhelm-Heinrich-Straße 39/41. Inhaberin soll eine Familie Herrich gewesen sein. Im 2. Weltkrieg wurde es zerbombt, nach dem Krieg hat man es wieder neu aufgebaut.

 

Frage an unsere Besucher:

 

Wer weiß noch etwas über die Ottweiler Kinos und kann vielleicht Bilder davon zur Verfügung stellen? Gab es in den 50er-Jahren noch andere Kinos in Ottweiler? Wurden die Vorkriegs-Häuser Adler- und Schloss-Kino irgendwann nach 1945 wieder eröffnet? (>Kontakt)

 

 

 

 

 

 

 

Union Kino

 

Dieses Kino soll die Familie Sick betrieben haben. Es muss in der Brunnenstraße oder in der näheren Umgebung derselben gewesen sein.

(Vielen Dank für Auskünfte an Familie Fillmann, Ottweiler)

 


 

QUIERSCHIED  

 

 und Fischbach

 

 

Apollo-Theater   (Bild rechts)

 

Mühlenbergstraße 17

 

Johann Stenzhorn aus Sulzbach eröffnete 1931 das Apollo-Theater in Quierschied. Es verfügte über knapp 300 Sitzplätze. 1956 erneuerte er die Bestuhlung des Kinos und baute eine Cinemascope-Ausrüstung ein.

 

(Foto: Archiv R.W.Müller)

 

 

 

 

Union-Theater (Bild links)

 

1925 nahm Johann Steffen im Saal des Hotels Kaiserhof in der heutigen Marienstraße das Union-Theater als erstes "offizielles" Lichtspieltheater in Quierschied in Betrieb. Im Frühjahr 1938 richtete er in einem Neubau neben dem Kaiserhof ein neues modernes Kino unter demselben Namen ein. Es soll anfangs über 280 Plätze verfügt haben.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand es - wie alle Kinos im Saarland - zunächst unter Sequesterverwaltung. An Weihnachten 1949 übernahmen es Steffens Schwiegersohn Jakob Kipper und dessen Frau Mathilde. Nach Johanns Tod führten es sein Sohn Ewald mit Ehefrau weiter. Sie sollen immer darum bemüht gewesen sein, möglichst anspruchsvolle Filme zu zeigen. 1955 bauten sie Cinemascope-Technik ein und erweiterten die Kapazität des Saals auf 400 Plätze.

 

(Foto: Privatbesitz Kipper)

 

Fischbach: Auch hier gab es ein Union-Theater, und zwar in der Quierschieder Straße 75. Dort soll Anfang der 30er-Jahre die ersten Filmvorführungen begonnen haben. Ab 1937 gehörte das Kino Peter Wagner und später Willi und Olga Zeiler. Diese gaben es 1966 wegen der stark zurückgegangenen Besucherzahlen auf.

 

Bilder u. Infos aus: Müller/Staerk. Quierschied. Die Gemeinde im Saarkohlenwald. 1998


 

 

ROHRBACH  

 

Das UT-Kino Rohrbach war in der Kaiserstraße 84, rechts neben dem Hotel Erbelding. Es existierte vom Ende der 20er-Jahre bis 1963 und hatte 250 Plätze.

 

Das Wilhelma-Theater wurde 1958 eingeweiht und bis 1972 betrieben. Es bot Sitzplätze für 700 Personen.

 

Beide Kinos gehörten den Gebrüdern Schmelzer (Willi, Robert und Albert) aus St. Ingbert.

 

Programm des UT Rohrbach ab 20. Juli 1956

 

Wer kann uns Bilder und/oder Infos von den Rohrbacher Kinos, möglichst aus der Saarstaatzeit besorgen?  

 


 

SAARLOUIS  

 

 

a) Kino im Theater am Ring (Text: Karl Presser)

 

 

Das Theater am Ring wurde von 1957 bis 1960 nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Hanns Rüttgers am Kaiser-Friedrich-Ring (Ecke Lothringer Str.) gebaut. Konzipiert war es als Zweckbau mit zwei Sälen, Foyer, Gastronomie, Bühnenhaus und Funktionsräumen. Es war ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt und des Kinobetreibers Ernst Gill. Die Finanzierung des Bühnenhauses für das Theater übernahm die Stadt, Gill finanzierte das Kino und betrieb es mit rund 800 Sitzen.

 

Zwischen Zuschauerraum und Bühnenhaus befand sich die Kinoleinwand, die einschließlich der Lautsprecherausrüstung komplett nach oben gezogen werden konnte.

 

 

 

Hinter ihr wurde, wie für Theater vorgeschrieben, ein "Eiserner Vorhang" als Brandschottung zum Bühnenhaus eingebaut. Durch diese Trennung war es Ernst Gill möglich, den Kinobetrieb schon 1959 vorab aufzunehmen. Die offizielle Einweihung des gesamten Gebäude- komplexes erfolgte erst 1960.

 

Die Vorführtechnik war vom Feinsten. Mit Bauer-U2-Kinomaschinen konnten nicht nur CinemaScope-Filme im 35-mm-Format mit Vierkanal-Magnet-Ton, sondern auch 70mm-TODD-AO-Filme mit Sechskanal-Ton vorgeführt werden. Im Saarland hatte nur der Gloria-Palast in Saarbrücken (der ebenfalls Ernst Gill gehörte) eine solche Ausrüstung. 

 

Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des Kinos brach dort im Oktober 1960 ein Brand aus. Der geschlossene Eiserne Vorhang verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf das Bühnenhaus. Der Zuschauerraum wurde allerdings stark beschädigt.

 

Bereits 1963 kaufte die Stadt Saarlouis Gill den Kinotrakt ab. Mehrfach renoviert, wurde das Ensemble in letzter Zeit nur noch als Veranstaltungshaus betrieben. Die Bauer-70mm-Projektoren waren bereits Anfang der 80er-Jahre an ein Stuttgarter Kino verkauft worden. 2016 wurde das Theater am Ring nach einem Totalumbau als neues großes Kulturzentrum eingeweiht.

 

    

b) Capitol Saarlouis

 

 

Von 1930 bis etwa 1944 befand sich in der Vaubanstraße 1 (Ecke Wallstraße) bereits ein Kino mit dem Namen Capitol. Es verfügte über 538 Plätze.

 

Nach dem Krieg eröffnete Ernst Gill 1949 in der Deutschen Straße

14 ein neues Filmtheater unter dem Namen Filmbühne Capitol.

 

 

 

 

 

Mitte der 50er-Jahre verfügte das Kino über einen großen und einen weiteren "Kleinen Saal", in dem ein anderes Programm lief.

 

(< 1956)

 

Heute ist in dem Gebäude unter dem Namen "Capitol Movie-World Saarlouis" ein großes Kino-Center in Betrieb. Es umfasst sechs Kinos verschiedener Größe (46 bis 222 Plätze).

 

Das Bild oben bietet einen Blick in die Deutsche Straße von der Kreuzung Pavillonstraße aus in Richtung zu den Kasematten. Das Gebäude mit dem Capitol-Kino reicht bis zur Straße hin, Fußgänger können unter den Arkaden durch das Haus hindurchgehen. Das Foto entstand im Frühjahr 1952; auf beiden Straßenseiten sind die Wiederaufbaumaßnahmen in vollem Gange.

(Foto: Stadtarchiv Saarlouis)

 

Auf dem Postkartenfoto rechts ist das Kino von der anderen Seite

der Deutschen Straße aus zu sehen; wir blicken in Richtung zum Rathausturm am Großen Markt. Die Gebäude rechts und links der Straße sind wieder aufgebaut. An den Seiten des Kinos ist oben "Capitol" zu lesen, an der Stirnseite war der Name "Filmbühne" angebracht. Das Bild muss nach 1956 entstanden sein, denn der Peugeot 403 im Vordergrund trägt schon ein SLS-Kennzeichen, und diese gab es erst ab 2.1.1957 (siehe hier).

     

c) Weitere Kinos in Saarlouis

 

C.C.-Lichtspieltheater (Cinéma Central), Saarstraße 14 - siehe Annonce >>

 

Perkeo Lichtspiele (Perkeo-Theater), Augustinerstraße. Inhaberin: Maria          Hasemann-Fontaine. Das Kino hatte 350 Plätze.        siehe Annonce >>

     

 

Eden Cinema, Augustinerstraße 1 - Inhaber Martin Wagner; 350 Plätze

                                     siehe Annonce >>       

O.C. Lichtspieltheater (im Telefonbuch von 1955, ohne Adresse)

 

 

d) in Fraulautern:

 

Central- oder Zentral-Theater  (Inhaber: Hedwig Alger und H. Rubel,

Lebacher Straße 98)

 

 

e) in Roden:

 

Kino Wwe. Maria Ripplinger  (Name des Kinos nicht bekannt)

 

(einige Angaben wurden dem Amtl. Telefonbuch 1955 und DICAT entnommen.)

Dezember 1947:

     


 

ST. INGBERT   

 

 

 

 

wer kann uns Bilder und/oder Infos von den St. Ingberter Kinos in der Saarstaatzeit zur Verfügung stellen oder besorgen?

 

 

Kaiser-Lichtspiele  St. Ingbert

 

 

Regina-Theater  St. Ingbert

 

 

Union-Theater  St. Ingbert, Kaiserstraße 43

 

 


 

ST. WENDEL

 

 

Saalbau  

 

Kurz nach dem Krieg wurden hier Kinofilme gezeigt. Für die Kindervorstellung konnte man eine Karte für nur 20 frs. erstehen. Der Saalbau befand sich am früheren Übergang von der Balduin- zur Hindenburgstraße (Richtung Oberthal); heutige Anschrift: Balduinstraße 45.

 

Neues Theater  

 

Alter Woog. Inhaber: Hubert Gard (er stammte aus Marpingen)

 

 

Central-Theater 

 

Brühlstraße 21 (im selben Haus war auch Möbel Becker)

Inhaber war Hermann Marzen (er betrieb auch ein Lokal am Schlossplatz). 1949 wurde das Kino um- und neugebaut

(siehe Anzeige rechts und Foto unten). Foto: Elmar Landwehr

 

Vielen Dank an Elmar Landwehr für einige Informationen und das Foto unten!

 

Haben Sie noch weitere Infos oder Bilder zu den Kinos in St. Wendel aus der Saarstaatzeit?  (>Kontakt)

 

Oben: Anzeige aus dem Heimatbuch St. Wendel von 1949, Seite 161


 

SCHEIDT   

 

Lichtspiele Scheidt

 

Kaiserstraße. Inhaber: Franz Kall

 

Wer hat Bilder und Infos über die Lichtspiele Scheidt?

Gab es weitere Kinos in dem Ort?


 

SCHMELZ

 

 

Gloria - Filmbühne

 

 

 

 

Foto: Sammlung Theis  

 

Heute befindet sich dort außer dem "Gloria Kino Digital +3D" ein Entertainment-Center ("Gloria Casino").

 


 

 

UREXWEILER:  Illtal-Lichtspiele

 

 

Das Bild links zeigt die Illtal-Lichtspiele in Urexweiler (der Ort gehört seit 1974 zu Marpingen). Inhaber war F. Schäfer. Über dem Transparent mit dem Kino-Namen ist der Becker-Turm als Zeichen für Gaststätte und Saal Schäfer zu sehen. Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem großen Foto rechts. Dieses zeigt einen Umzug aus uns bisher unbekanntem Anlass. Man erkennt im Hintergrund die Saarstaat-Fahne, einen Postbus und ein Crèmeschnittchen. (Foto: Thomas Maus-Holzer)

 


 

 

LKLINGEN (Text und Bilder: Karl Presser) 

 

(Der Vollständigkeit wegen auch mit Blick auf die Entwicklung vor und nach der Saarstaatzeit)

 

Das erste Völklinger Kino wurde 1910 von Sebastian Theis (1888-1973, weithin bekannt als „de Theis-Baschd“) im Obergeschoss der Gaststätte „Völklinger Hof“ in der Moltkestraße 9 eingerichtet. Es erhielt den Namen „Zentral-Kino“.

 

 

1923 weihte Sebastian Theis direkt neben dem „Zentral“ ebenfalls dort im Obergeschoss das „Metropol“ ein. Im Erdgeschoss des Nachbarhauses mit der Nummer 7 befand sich die Gaststätte „Marktecke“. Die aneinandergebauten Gebäude erlaubten, den breiten Treppenaufgang des „Zentral“ für beide Kinos zu benutzen. Die Häuser waren von der Familie Theis erworben worden.

 

 

Bild oben (1930): „Metropol“ im Eckhaus, daneben „Zentral“ mit gemeinsamem Aufgang.

(Foto: Sammlung Theis)

 

 

 

Zwischen 1910 und 1920 wurde in der damals selbstständigen Gemeinde Wehrden das „Union-Kino“ eröffnet. Es befand sich in der heutigen Ludweiler Straße.

 

1920 kam das von der Familie Rupp erbaute „Capitol“ hinzu.

 

 

Links: „Capitol“. Der Kinosaal war im rückwärtigen Anbau. (Foto: Heimatkundlicher Verein Warndt e.V.)

 

Das Kinogeschäft boomte. Theis hatte zwei Kinos mit jeweils mehr als 400 Sitzplätzen und plante schon in den 30er Jahren einen Neubau dort, wo er später (1957) das „Residenz“ errichtete (siehe weiter unten!). Dazu kam es allerdings erst einmal nicht, wohnten doch noch mehrere Familien in alten Bauernhäusern auf dem Eckgrundstück Wilhelmstraße/Hofstattstraße. 

 

Stattdessen machte sich Konkurrenz breit. Ernst Gill, ein Parteigenosse, entstammte der "Capitol-Filmbühne" in Saarlautern und schaffte es, trotz Baustoffmangels, noch 1939 mit dem Bau eines neuen Völklinger Kinos in der Wilhelmstraße (heute Rathausstraße) 25 zu beginnen.

 

Die erste Vorstellung fand am 1. April 1941 statt. Gill nannte sein Kino „Westmark-Filmbühne“. Mit 776 Plätzen fasste es fast ebenso viele Zuschauer wie die beiden Theis-Kinos zusammen. Architektur der Front und Ausgestaltung des Foyers entsprachen dem damaligen großdeutschen Stil.

 

Die Filmbühne 1946, zweites Gebäude vorne links

(Foto: Heimatkundlicher Verein Warndt e.V.)

 

Nach dem Krieg konnten die drei Kinos in der Stadtmitte und das „Capitol“ in Wehrden ihre Vorführungen bald wieder aufnehmen. Ernst Gill bekam eine Sequesterverwalterin und musste natürlich sein Kino umbenennen. Die „Westmark-Filmbühne“ wurde vorübergehend zur „Saarland-Lichtspiele“. Bald aber kehrte man zu dem Namen „Filmbühne“ zurück. Sebastian Theis, seit Jahrzehnten Mitglied der SPD, wurde in den Vöklinger Stadtrat gewählt und war von 1947 bis 1955 erster Beigeordneter und stellvertretender Bürgermeister. (Kinokarte: Bernhard Metzen)

 

Die 50er-Jahre waren das letzte große Jahrzehnt der Kinos, auch im Saarland. Sebastian Theis entschloss sich, ein weiteres Kino am Völklinger Alten Markt 15 zu errichten. Dort gehörte ihm die Gaststätte „Bürgerbräu“ mit angebautem großem Saal. Das Kino wurde 1952 eingeweiht und in Anlehnung an den Namen der vorherigen Nutzung

BB-Lichtspiele“ genannt. (Bild links.)

 

Es hatte knapp über 500 Sitzplätze, die Bild- und Ton-ausrüstung stammten von Philips. Im März 1952 stattete der bekannte Schauspieler Hans Albers anlässlich der Präsentation seines Filmes „Nachts auf den Straßen“ dem neuen Kino und anschließend der Familie Theis in deren Privathaus einen Besuch ab. Außer aktuellen Filmen gab es damals auch Schulvorstellungen. So wurde zum Beispiel der Walt-Disney-Film „Die Wüste lebt“ von 1953 in der zweiten Hälfte der 50er Jahre im „BB“ vorgeführt.

  

Bild oben: Heimatkundlicher Verein Warndt e.V.

 

 

Sein nächstes Kino, das "Residenz", eröffnete Theis im Oktober 1957. Auf dem Eckgrundstück Karl-Jansen-Str. 9 / Hofstattstraße waren zwischenzeitlich nicht nur die alten Bauernhäuser, sondern auch die Widenmeyer-Tankstelle abgerissen worden.

 

Der Neubau hatte einen Kinosaal mit zunächst 780 Plätzen. Theis hatte damit seinen Wettbewerber Gill um genau vier Sitzplätze übertroffen und besaß jetzt das größte Kino in Völklingen. Die Kinomaschinen waren Bauer B12.

 

 

Rechts und unten: Blicke auf und ins „Residenz-Theater“ 1957(Drei Fotos: Sammlung Theis)

 

 

       

 

 

             

 

In Wehrden wurde am 24. Juli 1959 in einem neu erbauten sechsgeschossigen Wohnhaus an der Ludweiler Straße, unmittelbar am Brückenkopf, das „Atrium“ eröffnet. So waren auch dort wieder zwei Filmtheater in Betrieb. 

 

In dem Gebäude links befand sich das „Atrium“ Wehrden. Der Eingang war rechts um die Ecke.

(Foto: Heimatkundlicher Verein Warndt e.V.)

 

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Einige Kinos spielten regelmäßig bis zu 23 Vorstellungen pro Woche. Allerdings hatten sich die Besucherzahlen zwischen 1957 und 1960 bereits mehr als halbiert. Das Zentral-Theater als ältestes Völklinger Kino wurde nach Eröffnung des „Residenz“ als erstes geschlossen. Im April 1962 lief im „BB“ die letzte Vorstellung. Die Gebäude mussten einer neuen Verkehrsführung weichen.

 

Bereits im Kino-Abwind, ersetzte Ernst Gill 1961 das Gebäude mit der „Filmbühne“ durch einen großen Neubau. Hauptnutzer war allerdings der amerikanische Woolworth-Konzern, der dort sein erstes deutsches Kaufhaus einrichtete. Das Kino wurde in das erste Obergeschoss verlegt. Die Anzahl der Sitzplätze reduzierte sich auf 478. Gill bescherte Völklingen neueste Kinotechnik, konnten dort auf einer gebogenen Bildwand doch jetzt auch 70mm Filme in Todd-AO mit Mehrkanalton auf modernsten Bauer U2-Maschinen vorgeführt werden. Das gab es außer in Völklingen im Saarland nur noch je einmal in Saarbrücken und in Saarlouis. Schon 1966 wurde das Kino wieder geschlossen, da Woolworth weitere Verkaufsflächen benötigte.

 

Sebastians Sohn Günther Theis gründete 1964 zusammen mit seiner Ehefrau Inge die „Theis Filmtheater-Betriebe GmbH“, die fortan auch die elterlichen Kinos betrieb.

 

Ende der 70er Jahre machten „Metropol“ und „Capitol“, Anfang der 80er auch das „Atrium“ in Wehrden dicht.

 

Der Umbau des seit 1974 vermieteten „Residenz“ in ein Kinocenter mit vier Kinos brachte dort nur eine kurzzeitige Steigerung der Besucherzahlen. Schließlich wurde das Kinocenter im Jahr 2000 nochmals neu verpachtet. Von 2006 bis 2008 stand es erstmals leer. In lediglich zwei Sälen spielte ab September 2008 Irene Holbach aus Nalbach auf mitgebrachten Maschinen aus ihren bereits geschlossenen Neunkircher Corona-Kinos bis Februar 2013 weiter. Noch im gleichen Jahr wurde der Betrieb nach Unterbrechungen und weiteren, jedoch erfolglosen Verpachtungsversuchen der Familie Theis eingestellt.

 

Seitdem ist Völklingen wohl endgültig kinofreie Zone.

 

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Verwendete Publikationen zum den Völklinger Kinos:

 

- Theis, Günther. 100 Jahre Völklinger Filmtheater 1910-2010. 3. Auflage, Selbstverlag

- Howest-Uthemann, Sigrid (Hrsg.). Völklingen und seine Stadtteile: Vom Dorf zur Mittelstadt. Eine Sammlung historischer Fotos.
  Heimatkundlicher Verein Warndt e.V. 1989. Aus diesem Bildband stammen die benannten Fotos.

- http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Film-_und_Kino-Adressbuch

 


 

WIEBELSKIRCHEN

 

 

(Text und Bilder von Olaf Schuler)

 

Ein Unternehmer namens Zimmer eröffnete 1920 in Spulches Saal in der Kaiserstraße 15 (heute Kuchenbergstr. 21 u. 23) an der Stelle der ehemaligen Drogerie Penningh/Weingärtner das erste Stummfilm-Kino. Für die Begleitmusik sorgten J. Abriss und J. Frank. Es wurde aber bald an zwei andere Unternehmer weiterverkauft und musste schon 1923 schließen.

 

Im Jahre 1932 eröffnete Fritz Theisinger in „Glasersch Saal“ in der Brückenstraße 19 (heute Wibilostr. 13) an der Stelle, wo sich jetzt der REWE Markt befindet, das erste Tonfilm- kino im Ort. Es trug den Namen Capitol.

 

Theisinger war schon seit 1919 in der Kinobranche tätig und hatte in Altenwald mit der ebenfalls „Capitol-Theater“ genannten Lichtspiele sein Stammhaus (siehe oben unter ALTENWALD).

 

Das Bild rechts oben zeigt das Capitol im Jahr 1935 mit einer tannengeschmückten Hauswand und dem Hakenkreuz. Es lief der deutsche Spielfilm "Ein Mann will nach Deutschland" von 1934 (mit Willy Birgel und Brigitte Horney, Regie Paul Wegener).

 

Auf dem zweiten Bild sehen wir das Capitol-Kino 1947, also kurz vor der Gründung des Saarstaats. Man spielte "Die Mörder sind unter uns" von 1946 mit Hildegard Knef und E.W. Borchert, Regie: Wolfgang Staudte).

 

 

1954 erbaute Theisinger in der Wiebelskircher Reichsstraße 4a (heute Kuchenbergstr. 6) ein eigenes Kinogebäude. Es wurde 1956 als Capitol-Lichtspielhaus mit 700 Sitzplätzen eröffnet und war weit und breit das schönste Kino. Bei der Bevölkerung fand es von Beginn an großen Anklang. Das Theater in „Glasersch Saal“ wurde geschlossen.

 

1958 wurde nach umfangreichen Umbaumaßnahmen in dem Gebäude des alten „Capitol“ in der Brückenstraße ein neues Kino eröffnet. Es trug nun den Namen Bambi-Kino (ohne Bild) und hatte 380 Sitzplätze. Ausgelegt war es als reines Parterrekino. Die gesamte kinotechnische Apparatur, u.a. zwei Philips-Vorführgeräte und drei Lautsprecherboxen, waren neu. Der Kinoraum erstrahlte in einem freundlichen grünen Farbton. An Stelle der Deckenbeleuchtung zierten moderne Leuchten die Wände. Die Möglichkeit zum Vorführen von CinemaScope-Filmen war, wie auch im Capitol-Kino, gegeben.

 

 

Aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen sah sich Fritz Theisinger leider gezwungen, das Bambi schon im Jahre 1960 wieder zu schließen.

 

Auch das Capitol-Lichtspielhaus fiel dieser Entwicklung zum Opfer und musste 1965, nur neun Jahre nach seiner Eröffnung, schließen.

 

Aber Fritz Theisinger wollte noch nicht ganz aufgeben und eröffnete 1966 erneut das Bambi-Kino in der Brückenstraße. Mit der immer stärker werdenden Verbreitung des Fernsehens sanken die Besucherzahlen immer mehr, so dass das Kino 1976 endgültig und für immer seine Pforten schließen musste. Ab diesem Zeitpunkt war die ehemalige Großgemeinde Wiebelskirchen ohne Kino.

 

 

Oben links: Eingangsbereich des Capitol

 

Oben rechts: Blick auf die Bühne

 

Links: einer der Filmprojektoren

 

Rechts: Blick auf den Zuschauerraum mit Empore

 

 

(Alle Bilder: Olaf Schuler)

 



 

 

 

Anzeige aus einer Zeitung oder Zeitschrift aus den 50er-Jahren.

 

Die drei genannten Kinos wurden von Ernst Gill, Leopold Gill und weiteren Beteiligten geführt.

 

Ernst Gill war Mit-Gesellschafter der Saar-Film-Union.

 

(siehe auch oben unter Corona-Kino Neunkirchen)

 

Mehr darüber demnächst in diesem Theater...

 


 

 

Fortsetzung folgt! Diese Seite wird fortlaufend erweitert.

 

Wenn Sie noch Fotos und/oder Infos aus den späten 40er, den 50er oder 60er Jahren von einem Kino in irgend einem saarländischen Ort haben oder wissen, wo solche Bilder veröffentlicht sind, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit uns auf!

 

Auf unserer Seite  Kino im Saarland nach 1945  finden Sie allgemeine Informationen zum Kinowesen in der Saarstaat-Zeit.

 

Hinweis:  Einige Angaben über die Kinos haben wir folgenden Websites entnommen:

http://www.allekinos.com/saarland.htm   

http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Film-_und_Kino-Adressbuch

http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=1938_Rheinprovinz#Saarbr.C3.BCcken_.28129_085.29_Rheinprovinz

Kinowiki Saarland (http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=Saarland)

http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=1949-Saar

Dort finden Sie eine Auflistung aller Kinos im Saarland, zum Teil auch mit Bildern und Beschreibungen.

 

 


Diese Seite wurde begonnen am 13.11.2010, zuletzt bearbeitet am 21.9.2016

 

 

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