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Inhalt des Kapitels VERKEHR:

a) Wiederaufbau / Autofahren im Saarst.

b) Die Kfz-Kennzeichen des Saarlandes

c) Was bedeutete das "OE"?

d) PKW: französische Fabrikate

   Extraseiten:  Renault 4 CV  -  Citroën Traction Avant e) PKW: deutsche u.ausländische Marken

f ) Motorräder und Motorroller

g) Fahrzeuge mit "SAAR"-Kennzeichen

h) Nutzfahrzeuge:  LKW 1, LKW 2,  Kombis, Sonderfahrzeuge, Omnibusse, Straßenbahn, Obusse, Eisenbahn, Feuerwehr, Fliegen, Schiffe

 

 

 

    b)  Die Kfz-

 

 

    Kennzeichen

 

 

    des Saarlandes

 

 

         von 1920 bis heute                   

 

 

       ("SAAR", "SA", "OE", "VWS")


Foto aus: Becker/Schmidt, Saarbrücken in den 50er und 60er Jahren, Wartberg-Verlag 1999  

Inhalt:

 

1)  Von 1920 bis 1945: SAAR        3)  Von 1949 bis 1956/58: OE       5)  Internationales Kennzeichen SA     8)  Nach der Rückgliederung

 

2)  Von 1945 bis 1949: SA             4)  Diplomatenkennzeichen        6)  VWS          7) "SARRE" für Lkw      9)  Kfz-Briefe (Auszüge)

 


 

Im Saarland wurden die Kfz-Kennzeichen im Laufe des letzten Jahrhunderts mehrfach geändert. In den verschiedenen gesetzlichen Verfügungen und Verordnungen sind die Daten der erstmaligen Verwendung der neuen Kennzeichen aufgeführt. Es wurde aber auch festgelegt, bis wann die jeweils vorher gültigen Kennzeichen noch verwendet werden durften. Hierdurch konnte man für kurze Zeitspannen die alten und die neuen Kennzeichen nebeneinander auf den Straßen sehen.

 

Zeittafel mit allen jemals im Saarland zugelassenen Arten von Kfz-Kennzeichen:

 

28.07.1920 - 9.12.45

10.12.45 - 25.12.45

26.12.45 - 09.02.49

10.02.49 - 30.06.49

01.07.49 - 31.12.56

02.01.57 - 31.12.58

ab 01.01.59

nur SAAR

SAAR und SA

nur SA

SA und OE

nur OE

OE und SB, SLS...

SB, SLS....

 

Hinweise: Die angegebenen Daten beziehen sich nicht auf die Erteilung der Kennzeichen, sondern auf ihre Gültigkeitsdauer.

Mit "SB, SLS..." sind die neuen BRD-Kennzeichen gemeint, also HOM, IGB, MZG, OTW, SB, SLS, WND (mehr dazu im Punkt 8)

 

Wenn Sie, verehrte Leser, noch private Fotos von Autos oder Motorrädern mit Saar-, SA- oder OE-Kennzeichen besitzen, würden wir uns freuen, wenn Sie sie uns zur Veröffentlichung auf dieser Webseite zur Verfügung stellen würden (Ihr Original erhalten Sie zurück). Bitte rufen Sie an oder senden Sie eine E-Mail (Nummer und Adresse siehe Seite Kontakt). 

 

 

Die verschiedenen Kennzeichen im Einzelnen:

 

1) Von 1920 bis 1945: "SAAR"

    

 SAAR - 13464

 

Die Buchstabengruppe "SAAR" wurde am 28.07.1920 als "Unterscheidungskennzeichen für den Verwaltungsbereich" im Saargebiet eingeführt und während der Völkerbundzeit (von 1920 bis 1935) verwendet. Auf den Nummernschildern folgte auf "SAAR" eine maximal fünfstellige Zahl (siehe Foto rechts). Von 1920 bis April 1935 wurden Nummern bis 23999 zugeteilt. (Foto: Karola Hartkorn, Elversberg.)

 

Nach dem Anschluss an das "Dritte Reich" blieb "SAAR" weiterhin gültig. Es wurde am 1. April 1935 als Kfz-Kennzeichen für den Bereich des bisherigen Saargebiets in die reichsdeutsche StVZO aufgenommen und von da an meist mit Kleinbuchstaben geschrieben ("Saar"). Die von da an zugeteilten Zahlen reichten von 24000 bis 78200. Auf diese Aufteilung der Nummern kann man sich aber nicht verlassen, denn es wurden offensichtlich in diesem Zeitraum auch Zahlen unter 24000 vergeben, wie der Kfz-Brief im übernächsten Bild und mehrere Foto-Beispiele auf der Seite Fahrzeuge mit SAAR-Kennzeichen zeigen. Wahrscheinlich wurden dabei frei gewordene frühere Nummern erneut verwendet.

 

Auch nachdem Saarland, Rheinpfalz und Lothringen 1940 zur Westmark zusammengeschlossen worden waren, wurden im Saarland weiterhin Saar-Kennzeichen ausgegeben, in der Rheinprovinz unverändert IZ [römische 1 und Z] und in Deutschlothringen Wm. Wegen des Kriegsverlaufs war nämlich die Vereinigung der drei Verwaltungseinheiten juristisch nicht vollzogen worden.

 

 

Nach dem Kriegsende 1945 blieben die "SAAR"-Kennzeichen in unserem Land zunächst in Kraft. Es wurden sogar noch Fahrzeuge mit "Saar"-Nummern neu zugelassen, wie dieser Auszug aus dem Kfz-Brief eines PKW Marke Wanderer (Typ W22C) bezeugt. Er wurde am 27. August 1945 unter "Saar-16094" zugelassen. Wie an anderer Stelle des Briefes vermerkt, war er erstmals am 2.4.1939 auf einen Halter ausgestellt worden, der ebenfalls in Brebach wohnte. Im September 1949 erhielt das Fahrzeug in Kleinblittersdorf das Kennzeichen 5032-OE 4.

 

 Erst im Dezember 1945 wurden die "Saar"-Kennzeichen ungültig und durch die neuen "SA"-Kennzeichen ersetzt. (Siehe Abschnitt 2.)

 

Fahrzeuge der Polizei und der technischen Nothilfe (Feuerwehr usw.) trugen bis 1945 im Deutschen Reich - also auch im Saarland - den Schriftzug POL und eine mehrstellige Zahl im Nummernschild.

Bild rechts: Auszug aus dem Kfz-Brief eines Löschfahrzeugs der Feuerwehr Hilbringen, zugelassen in Merzig am 6. Oktober 1943.

Hinweis: Ein breiter Streifen im Norden des Saarlandes gehörte bis zum 1.8.1946 zur Rheinprovinz (mit Orten wie z.B. Losheim, Weiskirchen, Perl, Wadern, Türkismühle u.v.a. (siehe auf unserer Seite Geografie und Landeskunde unter "Änderungen der Grenzen"). Daher gab es dort bis zum Anschluss dieser Gebiete an das Saarland keine "Saar-", sondern IZ-Kennzeichen. Ein Beispiel dafür finden Sie unten, Abschnitt 9, im zweiten abgebildeten Kfz-Brief.

  

Weitere Erläuterungen und Fotos mit "SAAR"- Nummernschildern finden Sie auf der Seite Fahrzeuge mit SAAR-Kennzeichen.

  

 

 

2) Von Ende 1945 bis 1949: "SA"

SA 05 · 2524

 

Um einen Überblick über die nach dem Krieg noch verbliebenen fahrbereiten Kraftfahrzeuge zu erhalten, ordnete das Oberkommando der französischen Besatzungsmacht in Baden- Baden die Neuregistrierung sämtlicher Kraftfahrzeuge in der gesamten französischen Zone an. Gemäß der Verfügung Nr. 10 vom 8.12.1945 (Text siehe weiter unten) wurden neue Nummernschilder eingeführt. Diese hatten einen hellrotem Untergrund (Artikel 6). Die neuen Kennzeichen waren wie folgt zusammengesetzt: Zuerst zwei Buchstaben für den jeweiligen Verwaltungsbezirk, gefolgt von zwei Ziffern für den Landkreis, einem mittig stehenden Punkt und vier weiteren Ziffern (Art.4; Beispiele siehe Fotos). Für den Verwaltungsbezirk Saarland wurde das Buchstabenpaar SA vorgesehen, und für die anderen Verwaltungsbezirke der französischen Zone gab es folgende Kürzel: PF für Hessen-Pfalz, RL für Rheinland, BD für Südbaden, WB für Nord-Baden und Nord-Württemberg, WT für Süd-Württemberg und Hohenzollern, X für Lindau.

Für die 3. und 4. Stelle der Kennzeichen wurden im Saarland die Ziffernpaare 01 bis 08 den einzelnen Landkreisen zugeteilt (01 = Kreis Homburg usw., siehe Tabelle unten im Punkt 3). Ein Erlass oder eine Verfügung über die Einführung des Kürzels SA und die Zuordnung der Ziffern zu den Landkreisen konnte bislang in keiner amtlichen Verfügung o.ä. gefunden werden; wahrscheinlich wurden sie lediglich durch interne Verordnungen festgelegt. Die erste offizielle Erwähnung des "SA" erfolgte erst in der späteren Verordnung über die Einführung der OE-Kennzeichen (vom 10. Februar 1949). Dort wird im § 2 das "SA" als "Abkürzung des früheren Unterscheidungszeichens SAAR" genannt (den Wortlaut dieser Verordnung können Sie auf der Seite Bedeutung des "OE" nachlesen)

 

Allerdings gab es in diesen ersten Nachkriegsjahren nur wenige zugelassene Fahrzeuge, denn wegen Spritmangels durften Kraftfahrzeuge damals nur zu beruflichen Zwecken genutzt werden.

 

Die Neuregistrierung der Fahrzeuge musste (unter Strafandrohung!) schon bis zum 25.12.45 abgeschlossen sein (siehe unten im Art. 7 der Verfügung). Meist wurde dabei im Kfz-Brief zunächst nur das alte "Saar"-Kennzeichen durchgestrichen und ein neues "SA"-Zeichen eingesetzt (ohne Datum). Nur bei Ummeldung auf einen neuen Halter wurde eine Neueintragung mit Datum und Stempel vorgenommen. So kommt es, dass nur einige wenige Umschreibungen von "Saar" in "SA" schon Ende 1945 mit Datumsangabe dokumentiert sind (siehe als Beispiel den unten im Abschnitt 9 abgebildeten Brief!). Die früheste Eintragung in den hier vorliegenden Kfz-Briefen ist vom 27. Dezember 1945, die Mehrzahl erfolgte erst 1947 und 1948.

 

 

Fotos: Das oben links gezeigte Nummernschild war dasjenige des ersten Reportagewagens von Radio Saarbrücken. Das Fahrzeug im Foto rechts ist ein RENAULT Juvaquatre, es gehörte zur Polizei. Das auf der Stoßstange rechts angebrachte Polizeischild mit dem Saar-Wappen ist auf der Seite Polizei in Großaufnahme abgebildet. Das Fahrzeug links (Marke unbekannt) war ca. 1948 für den Transport von Dozenten der Universität zwischen Homburg und Saarbrücken zuständig.

 

(Foto oben links: Saarländ. Rundfunk; oben rechts: Polizeimuseum Saaarbrücken; unten links: Universitäts-Archiv; die Nummernschilder wurden nachträglich von uns koloriert!)

 

 

Weitere Fotos von Fahrzeugen mit "SA"- Nummernschildern finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge.

 

Hier folgt der amtliche Text der Verfügung zu den neuen Kennzeichen der französischen Zone vom 12. Dezember 1945.

  

Diese Verfügung wurde im Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne (dem "Amtsblatt" der französischen Besatzungszone), Nr. 8 vom 12.12.1945, auf Seite 55 abgedruckt.

 

 

 

 

1948: Geplant, aber verworfen: "FS" (für "Französische Zone Saarland")

 

1949 wurden für die französische Besatzungszone neue Kraftfahrzeug-Kennzeichen eingeführt, die die oben beschriebenen hellroten Schilder ablösten und bis 1956 verwendet wurden. Sie trugen eine weiße Schrift auf schwarzem Grund und enthielten folgende Kürzel für die einzelnen Gebiete (das F bedeutete Französische Zone): FB: Südbaden, FBy oder By: Lindau, FR: Rheinland-Pfalz und FW: Süd-Württemberg/Hohenzollern. Die beiden Buchstaben standen auf den Schildern meistens übereinander, wie in den Beispielen rechts.

 

Für das Saarland war damals in diesem System das Kürzel FS vorgesehen. Dieser Plan wurde aber wegen der Herauslösung des Saarlandes aus der französischen Zone und seiner dadurch entstandenen Eigenstän- digkeit zugunsten der neuen OE-Kennzeichen (siehe nächsten Abschnitt) aufgegeben.

 (Kennzeichen-Bilder mit freundlicher Genehmigung von http://www.hegis.de).

 

 

 

Beispiel für Südbaden:

 

   

für Süd-Württemberg/Hohenzollern:

 

 

 

 

3) Von 1949 bis 1956/58: "OE"

 7450 - OE 24

 

(Foto von Karola Hartkorn, Elversberg)

 

Im ersten Halbjahr 1949 gab es im Saarland neue Nummernschilder mit weißer Schrift auf schwarzem Grund (wie sie in Frankreich schon lange üblich waren - siehe hier). Sie bestanden aus einer ein- bis vierstelligen Zahl, gefolgt von den beiden Buchstaben OE und einer oder zwei weiteren Ziffern. Anhand der allerletzten Ziffer des Nummernschilds konnte man (wie schon bei den bisherigen SA-Kennzeichen an der Ziffer hinter "SA-0") die Städte oder Land-

kreise erkennen, in denen die Fahrzeuge gemeldet waren. Der Simca im Foto links (OE13) kam also aus dem Kreis Ottweiler. Wenn der Zahlenblock vor dem OE bis zur Nr. 9999 ausgegeben war, wurde vor die Ziffer, die nach dem OE folgte, zunächst eine 1 gestellt (z.B. OE14) und bei erneutem Aufbrauch des Blocks eine 2, 3 oder 4 (siehe folgende Tabelle).

 

Nach der entsprechenden Verordnung*) vom 10.02. bzw.11.4.1949 mussten die bereits bestehenden SA-Kennzeichen bis spätestens zum 30. Juni 1949 durch OE-Schilder ersetzt werden. Dabei wurde nach Möglichkeit die bisherige vierstellige Nummer des SA-Kenn-

zeichens übernommen (aus SA-04-6179 wurde z.B. 6179-OE4).

Fahrzeuge mit bereits vorhandenen OE-Kennzeichen konnten diese bis zum 31.12.1958 behalten. Für Neuzulassungen wurden allerdings vom 2.1.1957 an nur noch die neuen bundesdeutschen Kennzeichen ausgegeben (siehe weiter unten im Punkt 8). In den Jahren 1957 und 1958 konnte man also im Saarland Fahrzeuge mit den alten OE- und den neuen bundesdeutschen Kennzeichen nebeneinander sehen.  

*) Den genauen Wortlaut der erwähnten Verordnung können Sie auf der Seite Bedeutung des OE nachlesen.

 

 

 

Liste der SA- und OE-Kennzeichen:    

_______________________________________________

 

  1945-49 

ab 1949           

Zulassungsort (Kreis) *)

seit 1957

  SA 01

  SA 02

  SA 03

  SA 04

  SA 05

  SA 06

  SA 07

  SA 08

 

 

 

 

 

 

OE 1, 11, 21

OE 2, 12, 22, 32

OE 3, 13, 23, 33

OE 4, 14, 24, 34, 44

OE 5, 10, 15, 25, 35

OE 6, 16, 26, 36

OE 7, 17, 27

OE 8, 18, 28

OE 9

 

OE 10

 

VWS / VW

 

Homburg

Merzig-Wadern

Ottweiler

Saarbrücken-Land

Saarbrücken-Stadt

Saarlouis

St. Ingbert

St. Wendel

Dienstwagen (s. unten!)

1950 und 51 auch privat

Saarbrücken-Stadt

 

"Versuchs-Wagen Saar"

 (siehe unten unter Nr. 6!)

HOM

MZG

OTW / NK

SB / VK

SB

SLS

IGB

WND

 

 

SB

 

 

 

*) Die Zuordnung der Ziffern 1 bis 8 zu den einzelnen Städten/Landkreisen erfolgte in alphabetischer Reihenfolge. Sie war bereits im Dezember 1945 anlässlich der Einführung der SA-Kennzeichen in Kraft getreten. Wann und von wem diese Einteilung vorgenommen wurde, konnte bisher in keiner amtlichen Veröffentlichung gefunden werden (siehe auch oben unter Punkt 2).

 

Die beiden abgebildeten Kennzeichen wurden im Juli 2009 im Historischen Museum Saarbrücken fotografiert. Das obere ist an einer dort ausgestellten Vespa montiert. (Fotos: Rainer Freyer.)

 

 

Was bedeutete das "OE" in den Kfz-Kennzeichen?

 

Über diese Frage streiten die Saarländer schon seit der Einführung der OE-Nummernschilder im Jahr 1949. Auch in der SZ gab es in den letzten Jahren (2000 und 2007) ganze Artikelserien, in denen die Leser darüber debattierten. Viele hatten eine Meinung dazu, aber keiner wusste es genau oder konnte es belegen. Und dann präsentierte im Januar 2008 ein Leser dieser Webseite einen Zeitungsartikel von 1949, in dem - schon im Jahr der Einführung der OE-Kennzeichen - die Antwort auf diese Frage stand: Das "OE" hat überhaupt keine Bedeutung. Unsere weiteren Recherchen ergaben: Es ist lediglich eine Buchstabengruppe, die in der Liste der bereits bestehenden Kennzeichen für die Kfz in Frankreich noch frei war.

 

Einzelheiten über diese Diskussionen mit weiteren Erläuterungen, früheren (teils scherzhaften) Deutungsversuchen, Belegen und dem Original-Artikel von 1949 finden Sie auf der Seite Bedeutung des OE.

    

Ein Kennzeichen für das Heck eines 4 CV. Das Loch in der Mitte war für die Aufnahme der Kennzeichenleuchte vorgesehen.(Foto:Ralf Hegewald)

 

 

 

Regierungs- und Dienstwagen-Zulassungen

 

 

Ab 1949 wurden Teile der OE 5 - Nummernserie für die

Regierung und für Verwaltungen reserviert.

 

 

Die Nummernblöcke:      

 

wurden ausgegeben für:

von       1-OE 5  bis    100-OE 5

 

Landesregierung (Bsp.Foto oben: 54 - OE5)

von    101-OE 5  bis  7499-OE 5

 

Privat- und Firmenwagen

von  7500-OE 5  bis  7750-OE 5

 

Grubenverwaltung (Régie des Mines)

von  7751-OE 5  bis  7850-OE 5

 

Postverwaltung (Saar-Post).

von  7851-OE 5  bis  7899-OE 5

 

Privat- und Firmenwagen

von  7900-OE 5  bis  7999-OE 5

 

Eisenbahnverwaltung (EdS)

von  8000-OE 5  bis  9999-OE 5

 

Landesregierung (Bsp. siehe Foto rechts)

 (Die Infos zu dieser Tabelle sind von Bernt Larsson / Placamundi)

 

  

   Für Dienst- und Regierungswagen wurde später die Serie "OE 9" reserviert:

 

 Foto: Landesarchiv  Actuelle-367   

 

 

 

 2145 - OE 9

  

In den Jahren 1950 und 1951 wurden OE9-Kennzeichen zunächst auch für Privatleute und private Firmen im Saarbrücker Raum ausgegeben (siehe obige Liste). Später wurden sie aber nur noch für Dienstwagen sowie Behörden- und Regierungsfahrzeuge verwendet. So trugen viele Fahrzeuge von Ministerien, Verwaltungen, Regierungsmitgliedern und staatlichen Ämtern OE 9-Kennzeichen.

 

Die Regierung Hoffmann verfügte über mehrere gleich aussehende schwarze Dienstwagen des Typs Citroën 11 CV. Etwas Kurioses hat ein Saarländer erzählt, der als junger Mann Anfang der 50er Jahre in einer Kfz-Werkstatt arbeitete. Eines Tages sollten sie in einige von diesen Regierungswagen Neiman-Schlösser einbauen. Dabei stellten sie erstaunt fest, dass man ihnen mehrere Fahrzeuge (drei bis vier) in die Werkstatt gebracht hatte, auf deren Kennzeichenschildern ein und dieselbe Nummer stand.

Mehr Informationen über die Dienstwagen des saarländischen Ministerpräsidenten finden Sie auf der Seite über Johannes Hoffmann.

 

 

Einzelheiten zu dem Fahrzeug oben (es ist ein Kaiser Henry J) finden Sie auf der Seite PKW (deutsche und ausländische).

(Foto: Privat, Igb) 

 

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Weil sie möglichst "echt" aussehen sollten, wurden sogar die Autos und Motorräder der Kinderkarusselle auf Jahrmärkten (Kirmes, Kerb, Kirf) mit OE-Kennzeichen ausgerüstet!

Foto: Familie Falk-Ziebuhr, Saarbrücken.

 

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Weitere Fotos mit OE-Nummernschildern finden Sie auf den Seiten PKW (franz.), PKW (deutsche), Nutzfahrzeuge, Post, Polizei und Radio.

 

 

   

4) Diplomatenkennzeichen

 

   

 

 

Etwa 1952 wurden im Saarland Kennzeichen mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund (wie in Frankreich) für das Corps Diplomatique (CD, Diplomatisches Korps) eingeführt. Nach einer Info von Bernt Larsson (placamundi) war die Serie

CD-1-SA bis CD-99-SA für den Botschafter Frankreichs reserviert und die Serie

CD-1-OE bis CD-999-OE für andere Diplomaten.

Für die letztgenannte Serie gibt es allerdings keine Belege, weil im Saarland außer dem französischen keine anderen Botschafter akkreditiert wurden.

 

In der Aufnahme rechts sehen wir das Dienstfahrzeug des französischen Botschafters Gilbert Grandval. Es war ein Citroën 15 CV mit dem Kennzeichen CD-1-SA. Die Aufnahme entstand in Saarlouis. Foto: Landesarchiv. Actuelle-118 A)

 

 

5) Internationale Kennzeichen: "SA" und "D"

 

 

Bereits im Internationalen Abkommen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 24. April 1926 wurde im Artikel 5 ein "länglichrundes Schild" mit Unterscheidungszeichen für die verschiedenen Staaten vorgesehen. Für Deutschland und Frankreich wurde damals D bzw. F festgelegt und für das Saargebiet SA. Dieses Zeichen blieb bis zum Anschluss an das Deutsche Reich gültig: Am 1. April 1935 wurde es außer Kraft gesetzt; stattdessen verwendete man das D-Schild wie im übrigen Deutschen Reich.

 

Nach dem 2. Weltkrieg erhielt "SA" wieder Gültigkeit (im ersten Foto ganz oben auf dieser Seite kann man es z.B. an drei Fahrzeugen sehen). Die Schilder mussten bei Reisen ins Ausland (auch nach Frankreich) am Fahrzeug angebracht sein. Vom 1. Januar 1957 an galt auch im Saarland wieder das D-Schild.

(Das SA-Schild oben ist aus der Sammlung von Gerd Schulthess, St. Ingbert. Er hatte es damals an seiner VeloSolex angebracht.)

 

Zeitliche Übersicht:

1926 bis 31.3.1935

1.4.1935 bis 1945

1945 bis 1956

seit 1.1.1957

Saargebiet

Deutsches Reich

Saarland

Bundesrepublik

SA

D

SA

D

Eine elegante Lösung war die Verbindung von Autonummer und Länderkennzeichen in einem einzigen Schild  (aus der Sammlung von Rolf Helbig, 65934 Frankfurt)

   

Eine kleine Anekdote aus den 50er Jahren, erzählt von Christian Rumler (geboren im Saarland, lebt jetzt in Tirol):

Wir haben damals des Öfteren Reisen nach Österreich unternommen. Wegen unseres exotischen schwarzen Nummernschildes und SA - Länderkennzeichens haben uns die Leute manchmal gefragt, wo wir denn herkommen. Um unsere Exotik noch zu unterstreichen, haben wir ihnen kurzerhand erklärt, wir kämen aus Süd-Afrika....

 

 

 

6) Kurzzeitzulassung für Probe- und Überführungsfahrten: VWS (und VW)

 

a)

 VWS  99205

 

 

  

Ein Panhard Dyna Z. (Ausschnitt aus einem Foto von Walter Barbian)

"VWS" wurde vom Volksmund als Abkürzung für "Vorführ-Wagen Saar" oder "Versuchs-Wagen Saar" gedeutet. Aber in Wirklichkeit stellten die drei Buchstaben (genauso wie "OE") keine Abkürzung dar. - Ein VWS-Kennzeichen erhielten ab 1950 Werkstatt- und Vorführwagen mit Kurzzeit-Zulassung und Kurzzeit-Versicherung für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten (so wie es heute mit den roten Nummernschildern gehandhabt wird).

 

Die Kennzeichen bestanden aus der Buchstabengruppe VWS und einer Unterscheidungsnummer. Sie brauchten nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden zu werden, mussten aber amtlich abgestempelt sein. (Dritte Verordnung zur Änderung der StVZO vom 3. Januar 1950. Amtsblatt des Saarlandes. Nr. 25 vom 26.4.1950, Seite 293.) Oft wurde die VWS-Nummer auch einfach mit weißer Kreide auf ein leeres schwarzes Schild geschrieben.

 

 

 

Gültigkeitsdauer der VWS-Nummern: Nach der Angliederung der Saar an die BRD durften neue VWS-Kennzeichen im Saarland noch bis zum 1. Januar 1961 zugeteilt werden. Spätestens am 2.1.1961 wurden auch im Saarland wieder die roten Überführungskennzeichen eingeführt (sie waren hier schon von 1938 bis 1950 gültig, in Deutschland aber durchgängig seit 1938). Alle ausgegebenen VWS-Schilder wurden spätestens am 1. Juli 1961 ungültig. (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, § 72 in der geänderten Form von 1960, im Absatz zu § 28.)

 

Foto rechts: Bei diesem VWS-Schild, das zu einem Speditionswagen der Firma Anterist & Schneider gehörte, sieht man, dass es provisorisch mit Gummibändern über einem SB- Nummernschild angebracht war (und dieses verdeckte). Hieraus kann man schließen, dass das Bild zwischen dem 1.1.1957 und dem 1.7.1961 aufgenommen wurde.

 

Weitere VWS-Nummernschilder finden Sie an verschiedenen Fahrzeugen auf unseren Kfz-Seiten, z.B. Nutzfahrzeuge. Auf dieser Seite ist auch das zu dem Nummernschild oben gehörende Fahrzeug abgebildet.

 

 

b)

 VW-1010-OE1

  

An den normalen VWS-Kennzeichen war der Ort der Zulassung nicht erkennbar, wohl aber bei dieser sehr seltenen Abart. Es beginnt mit VW (ohne S), dann folgt eine vierstellige Nummer und "OE1".

 

Bei dieser Ausführung war also die Zulassungsstelle zu erkennen. Der LKW der Karlsberg-Brauerei im Bild hatte eine Kurzzeitzulassung erhalten, weil er zwecks Reparatur oder Umbau zum Karosseriewerk Schreiner in Saarbrücken gebracht wurde. Er hatte aber kein "VWS"- Kennzeichen erhalten, sondern eine "VW"- Nummer mit angehängtem "OE1" (für Homburg). Das vorher gültige normale OE1-Nummernschild hatte man teilweise abgedeckt, entsprechend der Vorschrift der StVZO in der Fassung vom 3.1.1950 (s. weiter oben).

 

 

7) "Département"-Kennzeichen "Sarre" für Lkw (1949 bis ca. 1956):

 

 

In Frankreich mussten Lkw vorne auf der Fahrerseite ein Schild mit dem Namen des Départements tragen, in dem das Fahrzeug zugelassen war. Auf dem Beispiel-Foto rechts lautet es "Seine". Da das Saarland damals dem französischen Wirtschaftsraum angehörte, galt diese Vorschrift auch für saarländische Lkw, wenn sie nach Frankreich fuhren. Statt eines Département-Namens wurde das Wort "Sarre" verwendet (siehe Beispiele im Foto links).

 

    

 

Hinweis: Weitere LKW, Möbel-, Getränke-, Kohle-Transporter usw. mit SA- und OE-Kennzeichen finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge.

   

 

8) Nach der politischen Rückgliederung 1957: HOM, IGB, MZG, OTW, SB, SLS, WND

 

 

Vom 2. Januar 1957 an wurden im Saarland bei Neuzulassungen nur noch Nummernschilder zugeteilt, die den in der Bundesrepublik üblichen entsprachen und mit HOM, IGB, MZG, OTW, SB, SLS, WND begannen. Diese Kürzel sind in der ersten Tabelle oben auf dieser Seite (unter Punkt 3) bereits mit aufgeführt. An bereits zugelassenen Fahrzeugen konnten vorhandene OE-Kennzeichen auch über dieses Datum hinaus belassen werden, sie verloren aber am 31.12.1958 endgültig ihre Gültigkeit und mussten spätestens dann durch die neuen Schilder ersetzt werden (siehe Schreiben rechts!).

 

Weitere Entwicklung: Neu zugelassene Fahrzeuge erhielten ab 1968 in den Mittelstädten Neunkirchen und Völklingen die neuen Kürzel NK bzw. VK. Mit der Gebietsreform 1974 wurde auch für den neuen Landkreis Neunkirchen (bisher Kreis Ottweiler) NK eingeführt. Von diesem Zeitpunkt an wurden keine neuen OTW-Nummern mehr vergeben. Bereits vorhandene konnten aber beibehalten werden und sind sogar heute noch gelegentlich an älteren Fahrzeugen zu sehen, die seither nicht ab- oder umgemeldet wurden. Aus den bisherigen Kreisen St. Ingbert und Homburg wurde 1974 der neue Saarpfalz-Kreis gebildet. Alle dort zugelassenen Fahrzeuge erhielten das einheitliche Kennzeichen HOM; nur für Kfz in der Stadt St. Ingbert werden weiterhin IGB-Nummern ausgegeben.

 

Neueste Entwicklung: Der Bundesrat hat im September 2012 beschlossen, dass abgeschaffte alte Kennzeichen wieder verwendet werden dürfen. Im Saarland könnte demnach das alte OTW wieder eingeführt werden. Dann könnte man eventuell auch wieder den alten Spruch hören: "Gott behüte uns vor Eis und Schnee, vor SLS und OTW!" - Stand der Dinge 2013: Vielleicht ist es deswegen bisher nicht zu einer Wiedereinführung von OTW gekommen ...?  ;-)

 

Abbildung oben: Ein solches Schreiben erhielten die Fahrzeughalter 1957/58 von ihrer Straßenverkehrsstelle. Die Umschreibung war natürlich gebührenpflichtig und kostete 250 Frs.(etwa 1,10 Euro). (Das Schreiben wurde von Christian Gärtner zur Verfügung gestellt.)

 


 

 

9) Kraftfahrzeugbriefe erzählen Geschichte.

 

Ein Fahrzeug, viele verschiedene Kennzeichen

 

Der folgende Kraftfahrzeugbrief (Michael John, Holz, hat ihn in einem Nachlass entdeckt) belegt das wandelhafte Leben eines Fahrzeugs, das vier Besitzern gehörte, fünf verschiedene Nummernschilder trug und über eine Zeitspanne von nur elf Jahren drei verschiedene Kennzeichenarten tragen musste. Es wurde am 16.04.1937 in Saarbrücken erstmalig zugelassen und erhielt das Kennzeichen Saar 33951. Nach zehn Jahren wechselte es den Besitzer und erhielt in St. Ingbert die neue Nummer Saar 49677 zugeteilt. Ein halbes Jahr nach Kriegsende ließ es ein neuer Eigentümer am 14.09.1945 unter der Nummer Saar 13878 wieder zu. Kurz darauf wurde demselben Besitzer die neue Nummer SA-04-0245 erteilt. Er wohnte in Bildstock, das damals zum Landkreis Saarbrücken gehörte (deshalb die 04 im Kennzeichen). Im April 1948 wechselte der Besitzer wieder, das alte Kennzeichen blieb zunächst weiter gültig. Aber im Jahr 1949 wurde das SA-Kennzeichen in ein OE-Kennzeichen umgeschrieben. Dabei wurde, wie es damals üblich war, die vierstellige Nummer 0245 (ohne die Null) als 245 beibehalten und die Kreis-Kennzahl 4 blieb ebenfalls. Und so wurde aus SA- 04-0245 die Nummer 245-OE 4. Am 22.12.1950 wurde das Fahrzeug schließlich stillgelegt.

 

 

 

Der Kfz-Brief oben gehörte zu einem Goliath F 400, einem kleinen drei- rädrigen Liefer- wagen.

(Foto des Modells:

R. Freyer).

 

 

 

Interessante Details eines Motorrad-Briefes:

 

In dem oben abgebildeten Kfz-Brief befinden sich auf der linken Seite vier Siegel von Zulassungen aus 1937 und 1943. Die Hakenkreuze in den Siegeln wurden nach 1945 mit Tintenstrichen unsichtbar gemacht. In anderen Kfz-Briefen mit ähnlicher Geschichte ist dies nicht geschehen, wie man in dem Brief unten links sieht: Hier sind die Hakenkreuze noch gut sichtbar, obwohl 1948 eine Ummeldung erfolgte.

 

 

Vier verschiedene Arten von Kennzeichen für ein und dasselbe Motorrad! 

Auf den verschiedenen Seiten des Briefes kann man sehen, dass dieses Victoria-Kraftrad zunächstzwei verschiedene SAAR-Nummern aus 1937 und 1938 hatte. Am 12.8.1939 bekam es in Lockweiler bei Wadern eine Nummer, die mit IZ begann (römische 1 und Z). Diese bezog sich auf die Rheinprovinz, zu der Wadern damals (und noch bis zum 1.8.1946 - siehe Seite Geografie und Landeskunde)gehörte. Am 28.12.48 erhielt das Krad in Merzig eine SA-02- Nummer, die auf dem Titelblatt (Bild oben) nicht vermerkt, aber auf der Innenseite (Bild links) eingetragen ist. Später wurden ihm dann noch zwei OE-Kennzeichen zugeteilt.

 


 

Quellen:

- Amtsblatt des Saarlandes

- Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne (Amtsblatt des Oberkommandos der französ. Besatzungszone)

- Andreas Herzfeld, Die Geschichte der deutschen Kfz-Kennzeichen, Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde, 2006.

 

Link: Auf www.kennzeichengeschichte.de finden Sie weitere Infos über deutsche Kfz-Kennzeichen (herzlichen Dank an den Autor Andreas Herzfeld für einige Informationen zu diesem Thema).

 


 

Weitere Fotos von Fahrzeugen mit SAAR- SA-, OE-und VWS-Kennzeichen finden Sie auf folgenden Seiten:

PKW- und Motorräder, Nutzfahrzeuge, Feuerwehr, Post, Polizeifahrzeuge, Omnibusse, Kraftpost, Radio Saarbrücken.

 

Näheres über die "Bedeutung" des OE in den Autokennzeichen des autonomen Saarlands finden Sie hier.

 

Inhalt des Kapitels VERKEHR:

a) Wiederaufbau / Autofahren im Saarst.

b) Die Kfz-Kennzeichen des Saarlandes

c) Was bedeutete das "OE"?

d) PKW: französische Fabrikate

   Extraseiten:  Renault 4 CV  -  Citroën Traction Avant e) PKW: deutsche u.ausländische Marken

f ) Motorräder und Motorroller

g) Fahrzeuge mit "SAAR"-Kennzeichen

h) Nutzfahrzeuge:  LKW 1, LKW 2,  Kombis, Sonderfahrzeuge, Omnibusse, Straßenbahn, Obusse, Eisenbahn, Feuerwehr, Fliegen, Schiffe

  Diese Seite wurde 2008 begonnen und zuletzt bearbeitet am 3.4.2014                 

 

 

> Ausführliche Übersichts-Seite des Kapitels VERKEHR

 

 

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