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            saar-nostalgie.de - VERKEHR

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b) Die Kfz- 

 

 

 

Kennzeichen

 

  

 

des Saarlandes

 

 

 

 

("SAAR", "SA", "OE", "VWS")

 

                Foto aus: Becker/Schmidt, Saarbrücken in den 50er und 60er Jahren, Wartberg-Verlag 1999

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> Übersichts-Seite VERKEHR;  > Seite OE-Bedeutung über die Frage "Was bedeutete das 'OE' in den saarländischen Autokennzeichen?"

Weitere Fotos von Fahrzeugen mit SAAR- SA-, OE- und VWS-Kennzeichen finden Sie auf folgenden Seiten:

PKW- und Motorräder,  Nutzfahrzeuge,  Feuerwehr,  Post,  Polizeifahrzeuge, Radio Saarbrücken.

Wenn Sie, verehrte Leser, noch private Fotos von Autos oder Motorrädern mit SA- oder OE-Kennzeichen besitzen, würde ich mich freuen, wenn Sie sie mir zur Veröffentlichung auf dieser Webseite zur Verfügung stellen wollten (ich würde nur eine Kopie davon brauchen). Bitte rufen Sie mich an oder senden Sie mir eine e-Mail (Nummer und Adresse siehe Seite Kontakt). 

 

    

1) Von 1920 bis 1945: "SAAR"

    

 SAAR - 13464

 

Das Wort "SAAR" wurde am 28.07.1920 als "Unterscheidungskennzeichen für den Verwaltungs-

bereich" für saarländische Kfz eingeführt und zunächst während der Völkerbundzeit (1920 bis 1935) verwendet. Auf den Nummernschildern folgte der Buchstabengruppe "SAAR" eine bis zu fünfstellige Zahl (siehe Foto rechts). Nach dem Anschluss an das Dritte Reich wurde "Saar" am 1. April 1935 als Kfz- Kennzeichen in die reichsdeutsche StVZO eingefügt (und von da an meist in Kleinbuchstaben geschrieben). Bis 1935 wurden Zahlen bis 23999 zugeteilt, danach ging es weiter bis 78200. Auch nachdem Saar, Pfalz und Lothringen 1940 zur Westmark vereinigt worden waren, wurden im Saarland noch "Saar"-Kennzeichen ausgegeben, in der Rheinprovinz wurde weiterhin IZ (römische I und Z) verwendet, in Deutschlothringen Wm. (Foto: Karola Hartkorn, Elversberg.)

 

Anmerkung: Ein breiter Streifen im Norden des Saarlandes gehörte bis zum 1.8.1946 zur Rheinprovinz (mit Orten wie z.B. Losheim, Weiskirchen, Perl, Wadern, Türkismühle; siehe Seite Geografie und Landeskunde). Daher gab es dort bis zum Wiederanschluss dieser Gebiete an das Saarland keine Saar-, sondern IZ-Kennzeichen. Ein Beispiel dafür finden Sie hier unten im Punkt 9).

 

Zu dem Foto links: Fahrzeuge der Polizei und der technischen Nothilfe (Feuerwehr usw.) trugen bis 1945 in ganz Deutschland - also auch im Saarland - den Schriftzug "Pol" im Nummernschild (Bsp.: POL - 96490).

 

 

 

Bis wann gab es die "SAAR-" bzw. "Saar"-Kennzeichen?

 

Die "SAAR"-Kennzeichen blieben im Saarland auch nach dem Krieg zunächst in Kraft. Es wurden sogar noch neue "Saar"-Kennzeichen zugeteilt, wie dieser Auszug aus dem Kfz-Brief eines PKW Marke Wanderer (Typ W22C) bezeugt. Er wurde am 27. August 1945 für die Eisenwarenhandlung Brandenburger K.G. in Brebach unter der Nummer "Saar-16094" zugelassen. Wie aus dem Brief hervorgeht, war es damals natürlich kein Neu-Fahrzeug; es war schon am 2.4.1939, ebenfalls in Brebach, auf einen anderen Halter zugelassen worden. Später erhielt das Fahrzeug das Kennzeichen SA-04-5032 und danach 5032-OE 4.

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 Weitere Fotos mit "SAAR"- Nummernschildern gibt es im unteren Teil der Seite PKW(deutsch&ausländ.).

 

  

2) Von Ende 1945 bis 1949: "SA"

SA 05 · 2524

 

Die "SAAR"-Kennzeichen blieben im Saarland nach dem Krieg zunächst in Kraft.

Mit seiner Verfügung Nr. 10 vom 8.12.1945 (Text siehe unten) ordnete dann das Oberkommando der französischen Besatzungsmacht die Neuregistrierung sämtlicher Kraftfahrzeuge in der gesamten französischen Zone an. Die neuen Nummernschilder sollten einen hellroten Untergrund haben (Art. 6), und die neuen Kennzeichen sollten bestehen aus: zwei Buchstaben für den jeweiligen Verwaltungsbezirk, gefolgt von zwei Ziffern für den Kreis, einem mittig stehenden Punkt und 4 weiteren Ziffern (Art.4; Beispiele siehe Fotos). Für den Verwaltungsbezirk Saarland wurde das Buchstabenpaar SA gewählt, für die anderen Verwaltungsbezirke der französischen Zone gab es diese Kürzel: PF für die Pfalz, RL für Rheinland sowie BD, WB und WT für Baden und Württemberg, X für Lindau.

(siehe www.kennzeichengeschichte.de).

 

Für die 3. und 4. Stelle der Kennzeichen wurden im Saarland die Ziffernpaare 01 bis 08 den einzelnen Landkreisen zugeteilt (01 = Kreis Homburg usw., siehe Tabelle unten im Punkt 3). Ein Erlass oder eine Verfügung über die Einführung des Kürzels SA und die Zuordnung der Ziffern zu den Landkreisen konnte bislang in keinem Amtsblatt o.ä. gefunden werden; wahrscheinlich wurden sie lediglich durch interne Verordnungen festgelegt. Die erste offizielle Erwähnung des "SA" erfolgte im § 2 der späteren Verordnung über die Einführung der OE-Kennzeichen (vom 10. Februar 1949). Dort wird SA als Abkürzung des früheren Unterscheidungszeichens SAAR genannt (den Wortlaut dieser Verordnung können Sie auf der Seite Bedeutung des OE nachlesen)

 

Die Neuregistrierung der Fahrzeuge sollte (unter Strafandrohung!) schon bis zum 25.12.45 abgeschlossen sein (siehe Artikel 7). Die erste in den bisher von mir untersuchten Kfz-Briefen eingetragene Zulassung eines SA-Kennzeichens ist vom 27. Dezember 1945. Meist wurde im Brief zunächst nur das alte Saar-Kennzeichen durch ein neues SA-Zeichen ersetzt (ohne Datum). Nur bei Ummeldung auf einen neuen Halter wurde eine Neueintragung mit Datum und Stempel vorgenommen. So kommt es, dass nur einige wenige Umschreibungen von "Saar" in "SA" schon Ende 1945 und Anfang 1946 in den Kfz- Briefen dokumentiert sind, die meisten aber erst 1947 oder 48.

 

Das oben links gezeigte Nummernschild war das des ersten Reportagewagens von Radio Saarbrücken. Das Fahrzeug im Foto rechts ist ein RENAULT Juvaquatre, es gehörte zur Polizei. Das auf der Stoßstange rechts angebrachte Polizeischild mit dem Saar-Wappen ist auf der Seite Polizei in Großaufnahme abgebildet. (Foto oben links: Saarländischer Rundfunk; Foto rechts: Polizeimuseum Saaarbrücken).

 

Weitere Fotos mit "SA"- Nummernschildern finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge.

Hier folgt der amtliche Text der Verfügung zu den neuen Kennzeichen der französischen Zone vom 12. Dezember 1945.

  

Diese Verfügung wurde im Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne (dem "Amtsblatt" der französischen Besatzungszone), Nr. 8 vom 12.12.1945, auf Seite 55 abgedruckt.

 

 

 

 

1948 Geplant: "FS" (für "Französische Zone Saarland")

 

1949 wurden für die französische Besatzungszone neue Kraftfahrzeug-Kennzeichen eingeführt, die die oben beschriebenen hellroten Schilder ablösten und bis 1956 verwendet wurden. Sie enthielten folgende Kürzel für die einzelnen Gebiete (das F stand dabei für Französische Zone): FB Südbaden, FBY oder BY Lindau, FR Rheinland-Pfalz und FW Süd-Württemberg/Hohenzollern. Die beiden Buchstaben am Anfang standen auf den Schildern meistens übereinander (wie in den Beispielen rechts). Für das Saarland war damals das Kürzel FS vorgesehen. Dieser Plan wurde aber wegen der beginnenden Eigenständigkeit des Saarlandes und seiner Herauslösung aus der französischen Zone zugunsten der OE-Kennzeichen aufgegeben.

(Bilder mit freundlicher Genehmigung von http://www.hegis.de).

 

Beispiel für Südbaden:

 

   

für Süd-Württemberg/Hohenzollern:

 

 

 

 

3) Von 1949 bis 1958: "OE"

 7450 - OE 24

 

(Foto von Karola Hartkorn, Elversberg)

 

Im ersten Halbjahr 1949 gab es im Saarland neue Nummernschilder mit weißer Schrift auf schwarzem Grund (wie sie in Frankreich schon lange üblich waren - siehe hier). Sie bestanden aus einer ein- bis vierstelligen Zahl, gefolgt von den beiden Buchstaben OE und einer oder zwei weiteren Ziffern. Anhand der allerletzten Ziffer des Nummernschilds konnte man (wie schon bei den bisherigen SA-Kennzeichen an der Ziffer hinter "SA-0") die Städte oder Land-

kreise erkennen, in denen die Fahrzeuge gemeldet waren. Der Simca im Foto links (OE13) kam also aus dem Kreis Ottweiler. Wenn der Zahlenblock vor dem OE bis zur Nr. 9999 ausgegeben war, wurde vor die Ziffer, die nach dem OE folgte, zunächst eine 1 gestellt (z.B. OE14) und bei erneutem Aufbrauch des Blocks eine 2, 3 oder 4 (siehe folgende Tabelle).

 

Nach der entsprechenden Verordnung*) vom 10.02. bzw.11.4.1949 mussten die bereits bestehenden SA-Kennzeichen bis spätestens zum 30. Juni 1949 durch OE-Schilder ersetzt werden. Dabei wurde nach Möglichkeit die bisherige vierstellige Nummer des SA-Kenn-

zeichens übernommen (aus SA-04-6179 wurde z.B. 6179-OE4).

Fahrzeuge mit bereits vorhandenen OE-Kennzeichen konnten diese bis zum 31.12.1958 behalten. Für Neuzulassungen wurden allerdings vom 2.1.1957 an nur noch die neuen bundesdeutschen Kennzeichen ausgegeben (siehe weiter unten im Punkt 8). In den Jahren 1957 und 1958 konnte man also im Saarland Fahrzeuge mit den alten OE- und den neuen bundesdeutschen Kennzeichen nebeneinander sehen.  

*) Den genauen Wortlaut der erwähnten Verordnung können Sie auf der Seite Bedeutung des OE nachlesen.

 

 

 

Liste der SA- und OE-Kennzeichen:    

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  1945-49 

ab 1949           

Zulassungsort (Kreis) *)

seit 1957

  SA 01

  SA 02

  SA 03

  SA 04

  SA 05

  SA 06

  SA 07

  SA 08

 

 

 

 

 

OE 1, 11, 21

OE 2, 12, 22, 32

OE 3, 13, 23, 33

OE 4, 14, 24, 34, 44

OE 5, 10, 15, 25, 35

OE 6, 16, 26, 36

OE 7, 17, 27

OE 8, 18, 28

OE 9

OE 10

 

VWS / VW

 

Homburg

Merzig-Wadern

Ottweiler

Saarbrücken-Land

Saarbrücken-Stadt

Saarlouis

St. Ingbert

St. Wendel

Dienstwagen (s. unten!)

Saarbrücken-Stadt

 

"Versuchs-Wagen Saar"

 (siehe unten unter Nr. 6!)

HOM

MZG

OTW / NK

SB / VK

SB

SLS

IGB

WND

 

SB

 

 

 

*) Die Zuordnung der Ziffern 1 bis 8 zu den einzelnen Städten/Landkreisen erfolgte in alphabetischer Reihenfolge. Sie war bereits im Dezember 1945 anlässlich der Einführung der SA-Kennzeichen in Kraft getreten. Wann und von wem diese Einteilung vorgenommen wurde, konnte bisher in keiner amtlichen Veröffentlichung gefunden werden (siehe auch oben unter Punkt 2).

 

Die beiden abgebildeten Kennzeichen wurden im Juli 2009 im Historischen Museum Saarbrücken fotografiert. Das obere ist an einer dort ausgestellten Vespa montiert. (Fotos: Rainer Freyer.)

 

 

Was bedeutete das "OE" in den Kfz-Kennzeichen?

 

Über diese Frage streiten die Saarländer schon seit der Einführung der OE-Nummernschilder im Jahr 1949. Auch in der SZ gab es in den letzten Jahren (2000 und 2007) ganze Artikelserien, in denen die Leser darüber debattierten. Viele hatten eine Meinung dazu, aber keiner wusste es genau oder konnte es belegen. Und dann präsentierte im Januar 2008 ein Leser dieser Webseite einen Zeitungsartikel von 1949, in dem - schon im Jahr der Einführung der OE-Kennzeichen - die Antwort auf diese Frage stand: Das "OE" hat überhaupt keine Bedeutung. Unsere weiteren Recherchen ergaben: Es ist lediglich eine Buchstabengruppe, die in der Liste der bereits bestehenden Kennzeichen für die Kfz in Frankreich noch frei war.

 

Einzelheiten über diese Diskussionen mit weiteren Erläuterungen, früheren (teils scherzhaften) Deutungsversuchen, Belegen und dem Original-Artikel von 1949 finden Sie auf der Seite Bedeutung des OE.

    

Ein Kennzeichen für das Heck eines 4 CV. Das Loch in der Mitte war für die Aufnahme der Kennzeichenleuchte vorgesehen.(Foto:Ralf Hegewald)

 

 

 

Regierungs- und Dienstwagen-Zulassungen

 

 

Ab 1949 wurden Teile der OE 5 - Nummernserie für die

Regierung und für Verwaltungen reserviert.

 

 

Die Nummernblöcke:      

 

wurden ausgegeben für:

von       1-OE 5  bis    100-OE 5

 

Landesregierung (Bsp.Foto oben: 54 - OE5 ^ )

von    101-OE 5  bis  7499-OE 5

 

Privat- und Firmenwagen

von  7500-OE 5  bis  7750-OE 5

 

Grubenverwaltung (Régie des Mines)

von  7751-OE 5  bis  7850-OE 5

 

Postverwaltung (Saar-Post).

von  7851-OE 5  bis  7899-OE 5

 

Privat- und Firmenwagen (oder nicht vergeben?)

von  7900-OE 5  bis  7999-OE 5

 

Eisenbahnverwaltung (EdS)

von  8000-OE 5  bis  9999-OE 5

 

Landesregierung (Bsp. siehe Foto rechts)

 (Die Infos zu dieser Tabelle sind von Bernt Larsson / Placamundi)

 

  

  Später wurde für Dienst- und Regierungswagen die Serie "OE 9" reserviert:

 

 Foto: Landesarchiv  Actuelle-367

 

 

 

 2145 - OE 9

  

In den Jahren 1950 und 1951 wurden OE9-Kennzeichen zunächst auch für Privatleute und private Firmen im Saarbrücker Raum ausgegeben. Später wurden sie aber nur noch für Dienstwagen sowie Behörden- und Regierungsfahrzeuge verwendet. So trugen viele Fahrzeuge von Ministerien, Verwaltungen, Regierungsmitgliedern und staatlichen Ämtern OE 9-Kennzeichen.

 

Die Regierung Hoffmann verfügte über mehrere gleich aussehende schwarze Dienstwagen des Typs Citroën 11 CV. Etwas Kurioses hat ein Saarländer erzählt, der als junger Mann Anfang der 50er Jahre in einer Kfz-Werkstatt arbeitete. Eines Tages sollten sie in einige von diesen Regierungswagen Neimann-Schlösser einbauen. Dabei stellten sie erstaunt fest, dass es mehrere Fahrzeuge gab (drei bis vier), die alle genau dasselbe Autokennzeichen mit ein und derselben Nummer hatten.

Mehr Informationen über die Dienstwagen des saarländischen Ministerpräsidenten finden Sie auf der Seite über Johannes Hoffmann.

 

 

Einzelheiten zu dem Fahrzeug oben (es ist ein Kaiser Henry J) finden Sie auf der Seite PKW (deutsche und ausländische).

(Foto: Privat, Igb) 

 

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Weil sie möglichst "echt" aussehen sollten, wurden sogar die Autos und Motorräder der Kinderkarusselle auf Jahrmärkten (Kirmes, Kerb, Kirf) mit OE-Kennzeichen ausgerüstet!

Foto: Familie Falk-Ziebuhr, Saarbrücken.

 

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Weitere Fotos mit OE-Nummernschildern finden Sie auf den Seiten PKW (franz.), PKW (deutsche), Nutzfahrzeuge, Post, Polizei und Radio.

 

 

 

   

4) Diplomatenkennzeichen

 

   

 

 

Ab 1952 wurden Kennzeichen mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund (wie in Frankreich) für das Corps Diplomatique (CD, Diplomatisches Korps) eingeführt. Nach einer Info von Bernt Larsson (placamundi) war die Serie "CD-1-SA" bis "CD-99-SA" für den Botschafter reserviert und die Serie "CD-1-OE" bis "CD-999-OE" für andere Diplomaten.

 

In der Aufnahme rechts sehen wir das Dienstfahrzeug des "Hohen Kommissars" Gilbert Grandval, einen Citroën 15 CV mit dem Kennzeichen CD-1-SA. Die Aufnahme entstand in Saarlouis. (Foto: Landesarchiv. Actuelle-118 A)

  

 

 

5) Internationales Kennzeichen: "SA"

 

 

Bereits im Internationalen Abkommen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 24.4.1926 wurde im Artikel 5 ein "länglichrundes Schild" mit Unterscheidungszeichen für die verschiedenen Staaten vorgesehen. Für Deutschland und Frankreich wurde damals das D bzw. F festgelegt und für das Saargebiet SA. Diese Bezeichnung blieb bis zum Anschluss an das Deutsche Reich in Kraft. Am 1. April 1935 wurde das internationale Unterscheidungszeichen "SA" gestrichen und stattdessen das D-Schild verwendet. Nach dem 2. Weltkrieg trat "SA" wieder in Kraft (im ersten Foto ganz oben auf dieser Seite kann man es z.B. an drei Fahrzeugen sehen). Die Schilder mussten bei Reisen ins Ausland (auch nach Frankreich) am Fahrzeug angebracht sein. Vom 1. Januar 1957 an galt auch im Saarland wieder das D-Schild.

(Das SA-Schild oben ist aus der Sammlung von Gerd Schulthess, St. Ingbert. Er hatte es damals an seiner VeloSolex angebracht.)

 

Eine elegante Lösung war die Verbindung von Autonummer und Länderkennzeichen in einem einzigen Schild  (aus der Sammlung von Rolf Helbig, 65934 Frankfurt)

 

 

 

6) "Versuchs-" oder "Vorführwagen" mit Kurzzeitzulassung: VWS/VW

 

a)

 VWS ° 99205

 

 

  

Foto: Walter Barbian (Copyright)

 

Nach meiner Erinnerung wurde "VWS" umgangssprach-

lich als Abkürzung für "Vorführ-Wagen Saar" oder auch "Versuchs-Wagen Saar" bezeichnet. Aber sehr wahrscheinlich hatten diese drei Buchstaben (genau so wie "OE") keine Bedeutung. Mit den VWS-Kennzeichen wurden jedenfalls Werkstatt- und Vorführwagen mit Kurzzeit-Zulassung und -Versicherung für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten versehen, so wie es heute mit den roten Kennzeichen geschieht. Hinter dem "VWS" folgte eine mehrstellige Nummer.

An den VWS-Kennzeichen war der Zulassungsort nicht erkennbar, aber bei der folgenden Abart:

 

 

b)

 VW-1010-OE1

  

 

Bei dieser (wohl wesentlich selteneren) Ausführung des "Vorführwagen"-Kennzeichens war der Ort der Zulassungsstelle zu erkennen. Der hier gezeigte LKW der Karlsberg-Brauerei war mit einer Kurzzeitzulassung versehen worden, weil er zu Reparatur- oder Umbauzwecken zum Karosseriewerk Schreiner in Saarbrücken gebracht worden war. Er hatte zu diesem Zweck aber kein "VWS"- Kennzeichen erhalten, sondern eine "VW"-Nummer, an die die Kennung "OE1" (für Homburg) angehängt wurde. Das vorher gülltige normale OE1- Nummernschild hatte man teilweise abgedeckt.

 

    

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Bei diesem VWS-Schild (Foto rechts), das sich an einem Speditionswagen der Fa. Anterist und Schneider befand, sieht man, dass es über einem SB-Nummernschild angebracht war. Das zeigt, dass die VWS-Schilder auch noch nach der politischen Rückgliederung der Saar (1957) zunächst weiter benutzt wurden.

 

Weitere Fotos mit "VWS"- Nummernschildern finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge.

 

 

 

7) "Département"-Kennzeichen "Sarre" für LKW (1949 bis ~56):

 

In Frankreich war es für LKW vorgeschrieben, dass vorne auf der Fahrerseite ein Schild mit dem Namen des Départements angebracht war, aus dem das Fahrzeug stammte. Da das Saarland damals zum französischen Wirtschaftsraum gehörte, galt diese Regel auch für saarländische LKWs bei Fahrten nach Frankreich. Statt des Namens eines Départements wurde das Wort "Sarre" verwendet. Hierzu die beiden folgenden Fotos (der LKW im Foto rechts ist aus Paris und trägt deshalb ein Schild mit der Aufschrift "Seine"):

 

    

 

Hinweis: Weitere LKW, Möbel-, Getränke-, Kohle-Transporter usw. mit SA- und OE-Kennzeichen finden Sie auf der Seite Nutzfahrzeuge.

 

 

 

8) Nach der politischen Rückgliederung 1957: HOM, IGB, MZG, OTW, SB, SLS, WND

 

Vom 2. Januar 1957 an wurden im Saarland bei Neuzulassungen nur noch Nummernschilder zugeteilt, die den in der Bundesrepublik üblichen entsprachen und mit HOM, IGB, MZG, OTW, SB, SLS, WND begannen. Diese Kürzel sind in der ersten Tabelle oben auf dieser Seite (unter Punkt 3) bereits mit aufgeführt. An bereits zugelassenen Fahrzeugen konnten vorhandene OE-Kennzeichen auch über dieses Datum belassen werden, sie verloren aber am 31.12.1958 endgültig ihre Gültigkeit und mussten spätestens dann durch die neuen Schilder ersetzt werden (siehe Schreiben rechts!).

 

Anmerkung: Mit der Gebietsreform 1974 wurden für den neuen Landkreis Neunkirchen (bisher Ottweiler) keine OTW-Kennzeichen mehr ausgegeben, sondern NK. Noch vorhandene OTW- Schilder behielten aber weiterhin Gültigkeit und sind sogar heute noch gelegentlich an älteren Fahrzeugen zu sehen, die seither nicht ab- oder umgemeldet wurden. Für die Stadt Völklingen wurde damals VK neu eingeführt (statt SB).

 

Ein solches Schreiben erhielten die Fahrzeughalter von der Straßenverkehrsstelle ihres Kreises. Die Umschreibung war natürlich gebührenpflichtig und kostete 250 Frs.(etwa 1 Euro). (Der abgebildete Brief wurde von Christian Gärtner eingesandt.)

 

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9) Kraftfahrzeugbriefe erzählen Geschichte.

 

Ein Fahrzeug, mehrere verschiedene Kennzeichenarten!

 

Der folgende Kraftfahrzeugbrief (Michael John, Holz, hat ihn in einem Nachlass entdeckt) belegt das wandelhafte Leben eines Fahrzeugs, das vier Besitzern gehörte, fünf verschiedene Nummernschilder trug und über eine Zeitspanne von nur 11 Jahren drei verschiedene Kennzeichenarten über sich ergehen lassen musste. Das Fahrzeug wurde am 16.04.1937 erstmalig zugelassen in Saarbrücken und erhielt das Kennzeichen Saar 33951. Nach zehn Jahren wechselte es den Besitzer und erhielt in St. Ingbert die neue Nummer Saar 49677 zugeteilt. Ein halbes Jahr nach Kriegsende ließ es ein neuer Eigentümer am 14.09.1945 unter der Nummer Saar 13878 wieder zu. Kurz darauf wurde demselben Besitzer die neue Nr. SA-04-0245 zugeteilt. Er wohnte in Bildstock, das damals zum Landkreis Saarbrücken gehörte (deshalb die 04 im Kennzeichen). Im April 1948 wechselte der Besitzer schon wieder, das alte Kennzeichen blieb zunächst bestehen. Aber im Jahr 1949 wurde das SA-Kennzeichen in ein OE-Kennzeichen umgeschrieben. Dabei wurde, wie es damals üblich war, die vierstellige Nummer (0245) als 245 beibehalten und die Kreis-Kennzahl 4 ebenfalls. Und so wurde aus SA-04-0245 die Nummer 245-OE 4. Am 22.12.1950 wurde das Fahrzeug schließlich stillgelegt.

 

 

Der Kfz-Brief gehörte zu einem Goliath F 400. Dies war ein kleiner dreirädriger Lieferwagen.

(Foto des Modells:

R. Freyer).

 

Interessantes Detail:

 

In dem oben abgebildeten Kfz-Brief befinden sich auf der linken Seite vier Siegel von Zulassungen aus 1937 und 1942. Die Hakenkreuze unter den Reichsadlern wurden von irgend jemandem nach 1945 mit Tintenstrichen unsichtbar gemacht. In anderen Kfz-Briefen mit ähnlicher Geschichte ist dies nicht geschehen, wie man in dem Brief unten links sieht: Hier sind die Hakenkreuze noch gut sichtbar.

 

 

Vier verschiedene Arten von Kennzeichen! 

Zunächst hatte dieses Victoria-Kraftrad zwei verschiedene SAAR-Nummern aus 1937 und 1938. Am 12.8.1939 bekam es in Lockweiler bei Wadern eine Nummer, die mit IZ begann (römische 1 und Z). Diese bezog sich auf die Rheinprovinz, zu der ein breiter Streifen des Saarlandes südlich seiner heutigen Nordgrenze noch bis zum 1.8.1946 gehörte (siehe Seite Geografie und Landeskunde). Am 28.12.48 erhielt das Krad eine SA-02-Nummer, die auf dem Titelblatt (Bild oben) nicht vermerkt, aber auf der Innenseite (Bild links) eingetragen ist, und später wurden ihm dann noch zwei OE-Kennzeichen zugeteilt.

 

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Quellen:

- Amtsblatt des Saarlandes

- Journal officiel du Commandement en Chef Français en Allemagne (Amtsblatt des Oberkommandos der französ. Besatzungszone)

- Andreas Herzfeld, Die Geschichte der deutschen Kfz-Kennzeichen, Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde, 2006.

 

Link: Auf www.kennzeichengeschichte.de finden Sie weitere Infos über deutsche Kfz-Kennzeichen (herzlichen Dank an den Autor Andreas Herzfeld für einige Informationen zu diesem Thema).

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Weitere Fotos von Fahrzeugen mit SAAR- SA-, OE-und VWS-Kennzeichen finden Sie auf folgenden Seiten:

PKW- und Motorräder,  Nutzfahrzeuge,  Feuerwehr,  Post,  Polizeifahrzeuge

Was wir über die Bedeutung des OE in den Autokennzeichen des autonomen Saarlands herausgefunden haben, lesen Sie hier.

 

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  Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 16.06.2010                   

 

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