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www.saar-nostalgie.de - POLITIK
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Johannes Hoffmann
(genannt JoHo)
lebte von 1890 bis 1967 und war der erste
Ministerpräsident des Saarlandes
vom 21. Dezember 1947 bis zum 23. Oktober 1955.

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Weitere Seiten über Johannes Hoffmann auf Saar-Nostalgie: - Attentat auf JoHo (Versuchtes Briefbomben-Attentat im Februar 55)
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JoHo zu Besuch in Rohrbach am Johannestag1948 - JoHo in Bous/Wadgassen bei der Einweihung der Saarbrücke 1951
A) Vorwort (von Rainer Freyer)
Während der "Völkerbundzeit" des Saargebietes (1920 - 1935) plädierte Johannes Hoffmann zunächst vehement für den Wiederanschluss der Saar an das Deutsche Reich. Schon bald nach der Machtergreifung Hitlers warnte er aber vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Um sein Heimatland vor Hitler zu bewahren, kämpfte von da an für die Beibehaltung des "Status
quo", durch den die Selbstständigkeit des Saargebiets erhalten geblieben wäre. Als sich die Bevölkerung aber 1935 für den Anschluss an Deutschland entschieden hatte, musste er vor den Nazis flüchten. Er ging ins Exil nach Brasilien. Bei seiner Rückkehr kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs konnte er
sich nicht mehr vorstellen, dass die Saar im Schoße des vom 3. Reich übrig gebliebenen Deutschlands gut aufgehoben sein könnte. Deshalb bemühte er sich
darum, sie in einem von Deutschland unabhängigen Staat wieder selbstständig werden zu lassen. Als dieser Ende 1947 gegründet wurde, wurde JoHo sein erster Ministerpräsident.
Viele Saarländer sagen, Johannes Hoffmann habe in diesem Amt viel Gutes für ihr Land getan. Man hält ihm z.B. zugute, dass er durch sein politisches Verhalten einen vollständigen Anschluss des Saargebietes an Frankreich verhindert hat. Es ist auch unbestritten, dass er und seine Regierung viel dazu beigetragen haben, die schrecklichen Folgen des Krieges möglichst rasch zu lindern. Sie förderten
intensiv den Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Wohnungen und leisteten auf wirtschaftlichem und sozialen Gebiet eine wertvolle Aufbauarbeit.
Dies alles hätten sie sicher nicht ohne Unterstützung von außen zustande bringen können, z.B. durch die ins Land geflossenen Marshallplan-Gelder, aber auch nicht ohne die Hilfe Frankreichs. Die Franzosen hatten gute Gründe dafür, dem Saarland und seinen Menschen unter die Arme zu greifen, weil sie sich im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen die Industrie und die Kohlenvorräte unseres Landes zu Nutze machen wollten.
Auf der anderen Seite wird Hoffmann
vorgeworfen, dass in seiner Regierungszeit Grundrechte (wie die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit) eingeschränkt und polizeistaatliche Methoden angewandt wurden. In den ersten Jahren nach dem Krieg sind auch Menschen aus dem Saarland ausgewiesen worden. Später wurden pro-deutsche Parteien lange Zeit verboten bzw. nicht zugelassen. Die meisten dieser Maßnahmen ergriff die saarländische Regierung auf Anordnung Frankreichs. Die Franzosen
drängten
auf die strikte Einhaltung jener Vorgaben, die sie selbst in der Präambel der Saar-Verfassung hatten verankern lassen und durch die die wirtschaftliche Abtrennung des Saarlandes von Deutschland festgeschrieben wurde.
So musste Johannes Hoffmann ständig
versuchen, einerseits für die Befriedigung der
Bedürfnisse seiner Bürger zu sorgen, andererseits
aber die teilweise harten Forderungen Frankreichs zu
erfüllen. Es wird berichtet, dass er häufig
harte Auseinandersetzungen mit Gilbert Grandval hatte,
bei denen er sich nicht immer durchsetzen konnte
und als Folge davon oft auch unpopuläre Entscheidungen
treffen bzw. hinnehmen musste.
Aus all diesen Gründen war und
ist Johannes Hoffmann eine umstrittene Persönlichkeit,
und die Einstellungen der Menschen ihm gegenüber sind bis auf den heutigen Tag zwiespältig. Auf dieser Website wird versucht, ihn möglichst neutral und objektiv als Mensch und Politiker zu
beschreiben und darzustellen.
Anmerkung: Obwohl diese Website in der Hauptsache das Saarland in der Zeit von 1945 bis 1959 beschreibt, erscheint es uns wichtig, an einigen Stellen auch über die Vorgänge und Zusammenhänge der vorangehenden und nachfolgenden Epochen zu berichten. Man kann dann oft die Ereignisse und Entwicklungen der betrachteten Zeitspanne besser verstehen und einordnen. Wenn Sie ausführlichere Informationen über diese
Zeiten vor oder nach der eigentlichen Saarstaatzeit erhalten möchten, ziehen Sie bitte die einschlägigen Werke der Fachliteratur zu Rate (siehe Verzeichnis am Ende dieser Seite).
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Das
Kürzel "JoHo" war nicht etwa ein Schimpfwort,
sondern eine Kurzform des Namens Johannes Hoffmann, mit der er u.a. seine Zeitungsartikel signierte. Es wurde auch
in der Familie Hoffmann "liebevoll" verwendet:
So soll ein Enkelkind einmal gesagt haben: "Mein
Opa, das ist der JoHo!", und der Opa soll darüber geschmunzelt haben.
Von seinen Gegnern wurde es natürlich,
z.B. im Abstimmungskampf 1955, häufig in abfälligem
Ton gebraucht (zusammen mit Sprüchen wie "Der Dicke muss weg" u.ä.). Mehr dazu finden Sie im Kapitel Volksabstimmung.
Wenn Sie die Geschichte Johannes Hoffmanns vor 1947 (Punkt B und C) überspringen möchten, können
Sie über diesen Link direkt zu seiner Zeit als Ministerpräsident des Saarstaats (Punkt D bis G) gelangen.
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(Der ausführliche Lebenslauf beginnt weiter unten!)

Anmerkung: Einige der auf dieser Seite gezeigten Dokumente aus dem Leben Johannes Hoffmanns wurden vor einigen Jahren dem ehemaligen "Kultur- und Heimatverein Düppenweiler" übereignet. Dessen Museumsbestand ist jetzt im Besitz der "Stiftung Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen".(Düppenweiler ist heute ein Teil dieser Gemeinde). Sie wurden uns freundlicherweise zur Verwendung auf dieser Webseite ausgeliehen.
Der tabellarische Lebenslauf wurde vom Heimatverein Düppenweiler erstellt. - Die Karikatur von Joho mit gefalteten Händen (weiter oben) ist von STiG (Roland Stigulinsky).
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B) Die Lebensgeschichte
Johannes Hoffmanns vor 1945 (Text Rainer Freyer)

Johann Viktor Hoffmann wurde
am 23. Dezember 1890 in Landsweiler-Reden gebo- ren [Landsweiler gehört seit 1974 zur Gemeinde Schiffweiler.] Später nannte er sich nur noch Johannes Hoffmann.
Er hatte insgesamt sieben Geschwister. Schon früh
schrieb er in der Neunkirchener Zeitung Artikel und Berichte über seine Saarheimat und ihre Menschen.
Da der erste Sohn der Familie
bereits mit fünf Jahren gestorben war, sollte Johannes als nunmehr
ältester Sohn
Priester werden. So besuchte er das bischöfliche
Konvikt in Trier zur Vorbereitung auf diesen Beruf.
Aber nach einiger Zeit gelangte er zu der Erkenntnis,
dass er dazu nicht genügend berufen war. Daher verließ er nach dem Abitur 1912 das Konvikt in dem Glauben, sich für seine Heimat
und deren Menschen auf andere Weise besser und effektiver
einsetzen zu können. In Freiburg nahm er ein Studium der Philologie und Philosophie auf. Zu Beginn des 1. Weltkriegs meldete er sich wie viele andere Studenten als Kriegsfreiwilliger und diente bis 1918. Für seine Verdienste wurden ihm
das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse sowie der Eiserne Halbmond (er kämpfte u.a. in der Türkei) verliehen.
Bei Kriegsende kam er gesundheitlich stark angeschlagen nach Berlin. Dort begann er ein neues Leben, fern der Heimat. Ab 1919 studierte er Volkswirtschaft, und am 1. Juli 1919 heiratete er die vier Jahre jüngere Frieda Krause, die ihm insgesamt sechs Kinder schenkte (siehe unten "Aus dem Familienleben...").
Beruflich wandte er sich immer mehr dem politischen Journalismus zu. Er arbeitete in verschiedenen Redaktionen und in einer Nachrichtenagentur, zeitweise auch in anderen deutschen Städten,u.a. in Saarbrücken. Hier gründete er 1920 die "Saarkorrespondenz" und leitete sie eine Zeitlang. Er näherte sich der Deutschen Zentrumspartei an und lernte einige ihrer führenden Politiker kennen.
Johannes Hoffmann und Frieda Krause bei ihrer Verlobung 1919.
Fotos: Oben: Landesarchiv Saarbrücken. Links: Privatarchiv Christa und Josef Winkeheide, Köln.
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Matrikeleintrag der philosophischen Fakultät der Humboldt-Universiät Berlin vom 14.2.1919. Hoffmanns Geburtsort ist als "Landsweiler, Rheinland, Preußen" aufgeführt
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Im Herbst 1929 verließ er Berlin mit seiner Familie. Er kehrte in seine Heimat zurück, um dort Chefredakteur der größten katholischen Tageszeitung der Saar, der "Saarbrücker Landeszeitung" zu werden. Das Territorium des Saargebiets war nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag (vom 28. Juni 1919) vom übrigen Deutschland abgetrennt,wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen und unter Völkerbundverwaltung gestellt worden. Nach fünfzehn Jahren sollte die Bevölkerung darüber abstimmen, ob sie fortan zu Frankreich oder Deutschland gehören wollte oder ob der bisherige Zustand beibehalten werden sollte ("Status quo"). Hoffmann hatte es sich zunächst zu seinem unabdingbaren Ziel gesetzt, an der Rückkehr seiner Heimat nach Deutschland mitzuwirken. Noch im November 1930 äußerte er auf einer
Kundgebung in Dortmund, dass ihm nichts wichtiger sei als die Heimkehr der Saar ins Deutsche Reich. Foto rechts: Stadtarchiv Saarbrücken.
Mit den ersten Parteien- und Presseverboten, der beginnenden Ächtung der Juden und der Einrichtung von Konzentrationslagern im Reich zeichnete sich allmählich ab, in welche Richtung die Macht- bestrebungen Hitlers zielten. Nun kamen Hoffmann Bedenken an der Richtigkeit seines bisher verfolgten Ziels der baldigen Rückgliederung der Saar an Deutschland. Schließlich wurde er zum entschiedenen Gegner Hitlers und dessen radikal rechtsgerichteten Einstellung. Als er sich 1934 weigerte, einen Artikel zum einjährigen Bestehen des Hitler-Regimes abzudrucken, wurde er kurzerhand als Chefredakteur bei der Landeszeitung entlassen. Er gründete daraufhin die "Neue Saarpost", um seine Landsleute über die Gefahren einer Rückkehr der Saar wegen der sich abzeichnenden faschistischen Machenschaften des Hitler-Regimes aufzuklären und sie von der Notwendigkeitder Beibehaltung des Status
quo zu überzeugen. Der Trierer Bischof Bornewasser richtete sich gegen diese Einstellung und trat vehement für eine Rückkehr ein. Für Hoffmann und seine Gleichgesinnten wurde es immer schwieriger, gegen diese Haltung der Kirche anzukämpfen. Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 zeigte, dass nur 8,8 % der Stimmen für den Status quo abgegeben wurden, 0,4 % für einen Anschluss an Frankreich und 90,36 % für eine Vereinigung mit Deutschland. Foto oben: Stadtarchiv Saarbrücken.
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Bereits kurz nach der Volksabstimmung war Hoffmann klar, dass er aufgrund des eindeutigen Wahlergebnisses und seiner hitlerfeind-lichen Haltung Verfolgung durch die Gestapo und Einweisung in ein Konzentrationslager befürchten musste. So blieb ihm nichts anderes übrig, als in die Emigration zu gehen. 1936 stand sein Name auf einer Liste 'deutschfeindlicher'
Journalisten,
und 1939 wurde er von der SS wegen seiner separatistischen Tätigkeit bei der 'Neuen Saarpost' als Hochverräter eingestuft [1]. Er ging zunächst mit seiner Familie nach Forbach; im Mai 1935 gelangten sie nach Luxemburg. Hoffmann konnte als Asylsuchender dort keine Arbeit erhalten, hatte aber einige Geldmittel von der Saar mitgebracht. So konnte er 1937 nahe Peppingen bei Bettemburg einen Bauernhof pachten (s. Bild rechts), um den Lebensunterhalt für sich und seine Familie in der
Landwirtschaft
zu sichern. Gelegentlich arbeitete er auch als freier Mitabeiter für das von den Nazis als deutschfeindlich eingestufte "Luxemburger Wort" [2]. Kurz nach dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde der Familie im Juni 1939 die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Im Januar 1940 fuhr Hoffmann nach Paris, um in der deutschsprachigen Emigrantenredaktion von Radio Strasbourg, das von Paris aus sendete, als Sprecher (und wahrscheinlich Redakteur) zu arbeiten und den Umzug der Familie vorzubereiten.Als
aber die deutschen Truppen im Mai 1940 ihren Westfeldzug begannen und die Beneluxländer angriffen, konnte er nicht mehr zurück. Seine Familie musste bis zum Kriegsende in Luxemburg bleiben, was für Hoffmann ein großes Unglück bedeutete. Er selbst musste nun vor den Deutschen aus Paris fliehen und gelangte in einer vierwöchigen, gefahrvollen Fußwanderung durch das besetzte Frankreich über die Bretagne nach Marseille. Von dort aus
wollte er mit 40 Gefährten über Portugal nach Brasilien auswandern. Nur unter den größten Schwierigkeiten konnten Dr. Hermann Mathias Görgen, Pfarrer Franz Weber und einige andere Helfer ihm in seiner Abwesenheit einen tschechischen Pass und weitere für die Ausreise notwendige Papiere besorgen. Sie wurden zum Zwecke der Tarnung auf den Namen Jean Jacques Hoffmann ausgestellt.
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Oben: Ausschnitt aus einem späteren Plakat zur Volksabstimmung 1955, mit dem die DPS kritisierend auf die Tätigkeit JoHos beim deutschsprachigen Radio Strasbourg in Paris anspielte.
(Das vollständige Plakat finden Sie hier.)
Mit Hilfe eines Paters gelangte Hoffmann schließlich auf einer nerven-aufreibenden viertägigen Reise von Südfrankreich durch Spanien nach Lissabon [3]. Von dort aus brachte ihn wenige Tage später ein Dampfer (siehe Foto unten) in einer 40-köpfigen Gruppe von Emigran-ten über den Atlantik nach Rio de Janeiro. Sie
trafen dort am 11. Mai 1941 ein.
Links: Telegramm der Gruppe "Les Intellectuels" einen Tag vor Ablegen des Schiffes an Hermann Görgen ("Postlagernd"), der schon in Lissabon weilte.
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Auf der "Cabo de Hornos" ("Kap Horn") gelangte Johannes Hoffmann 1941 mit einer Gruppe weiterer Exilanten von Lissabon aus nach Rio de Janeiro in Brasilien.
Das Foto rechts zeigt Johannes Hoffmann am 2. Juni 1941, als er kurz nach seiner Ankunft im Exil von den brasilianischen Behörden fotografiert wurde (Passfoto).
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Während seines Exils in Brasilien lebte Johannes Hoffmann die meiste Zeit über in Rio de Janeiro. Zunächst hatte er mit gesundheitlichen Problemen wegen der Umstellung auf das fremde Klima sowie mit ständigen wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen. Er arbeitete zeitweise in der Bibliothek eines Benediktinerklosters und konnte sich schon nach einem
Jahr flüssig
in brasilianischem Portugiesisch unterhalten. 1943 wurde er - durch Vermittlung des früheren Präsidenten der Völkerbundkommission in Saarbrücken, Geoffry Knoxx - als eine Art Butler beim kanadischen Botschafter in Rio, Jean Désy, fest eingestellt. Er betreute die beiden Kinder und half mit, den Haushalt zu besorgen. [4] Er war nun zwar finanziell abgesichert, hatte aber weiterhin unter einer instabilen Gesundheit zu leiden. Es quälten ihn jedoch auch heftige seelische Depressionen,hervorgerufen
durch den Verlust seiner Saarheimat und die Sehnsucht nach seiner Familie. Als er Ende 1943 erfuhr, dass sein zweiter Sohn, Heinz-Joachim, im Juni im Alter von knapp 20 Jahren nahe Smolensk gefallen war [5], brach es ihm schier das Herz [6]. Er musste noch bis Mitte 1945 warten, bevor er seine Heimat, seine Frau und fünf seiner sechs Kinder wiedersah.
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Anmerkungen zum Teil C):
[1] Küppers, Heinich. Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Seite 188.
[2] Ebd., S. 189, Anm. 9.
[3] Hoffmann, Johannes. Am Rande des Hitlerkrieges. S. 126 f.
[4] Steinle, Brigitte. Johannes Hoffmann - ein Leben. S. 46, und Küppers, a.a.O. S. 261 ff.
[5] Steinle, a.a.O., S. 34.
[6] Küppers, a.a.O., S. 198 und S. 276; Hoffmann, Johannes. Das Ziel war Europa. S. 16.
Weitere Quellen und ausführliche Literaturangaben zu Johannes Hoffmann finden Sie ganz unten auf dieser Seite.
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C) Von der Rückkehr aus der Emigration bis zur Wahl zum Ministerpräsidenten
(Text von Stefan Haas, überarbeitet und illustriert von R. Freyer)
'Es galt nun wieder anzufangen. Nach einem
totalen Zusammenbruch konnte es nur ein totales Neubeginnen sein.'
(Hoffmann, Das Ziel war Europa, S. 19)
Nach knapp viereinhalb Jahren im Exil in Brasilien reiste Johannes Hoffmann am 26. August
1945 von Rio de Janeiro aus in die Heimat zurück. Europäischen Boden betrat er nach
zwölf Tagen Überfahrt am 6. September 1945 in Frankreich, im Hafen von
Marseille. Hoffmann kehrte als einst
Ausgebürgerter und somit Staatenloser zurück, der nicht wissen konnte, von wem
er wie empfangen wurde, wer noch als Freund zu gelten hatte und wer nicht. [1]
Hoffmann wurde nicht von den Franzosen aus dem Exil geholt
Weil Hoffmann relativ früh aus dem brasilianischen Exil zurückkehrte, wurde von seinen politischen Gegnern später kolportiert, Paris habe den Emigranten aus dem Exil geholt, um einen zuverlässigen Gehilfen für seine Saar-Politik zu gewinnen. Dies wird von
Heinrich Küppers in seiner Hoffmann-Biografie entschieden widerlegt:
„Ausschlaggebend für Hoffmanns frühe Rückkehr war nicht irgendein Angebot aus
Frankreich, sondern allein ein kaum zu bändigender Wille, die Heimat und die Familie wiederzusehen." [2] Hoffmann habe trotz aller Enttäuschungen seit 1933 nicht resigniert und wollte in die Pflicht genommen werden. Darüber hinaus weist Küppers nach, dass Hoffmann in Rio durch seine Anstellung in der kanadischen
Botschaft die Schiffsreise nach Europa
selbst finanzieren konnte - und somit nicht
auf fremde finanzielle Hilfe angewiesen war. Frankreichs Hilfe bei der Rückkehr
bestand allein in der Erteilung eines
Einreisevisums für den staatenlosen Hoffmann. [3]
Die Wiedervereinigung der
Familie Hoffmann
Von Marseille aus wandte
sich Hoffmann direkt nach Paris (Ankunft am 8. September), um seinen
ältesten Sohn Hans-Jakob zu treffen, der dort katholischer Ordensgeistlicher
bei den Oblaten geworden war. Die Zentrale der Oblaten in Frankreich in der Rue
de l'Assomption galt seit 1941, als sich Vater und Sohn auf der Flucht zum letzten
Mal sahen, als ausgemachter Treffpunkt nach Kriegsende. Doch dort angekommen musste Hoffmann noch eine Woche warten, bis er seinen Sohn nach
Jahren der Trennung endlich wieder sehen konnte. Danach fuhren die beiden gemeinsam nach Luxemburg - und die Familie wurde wieder
vereint. Nun wurde die Rückkehr ins Saarland vorbereitet.
Zurück an der Saar
Mitte September 1945 fuhr Hoffmann für zwei Tage nach Forbach, um dort einen alten Freund und Kollegen, Franz Singer, zu treffen. [4]. Beide kannten sich aus gemeinsamen Zeiten bei der „Saarbrücker Landeszeitung“, bis
sich ihre Wege 1934 trennten. (Singer sollte später u.a. Wirtschaftsminister,
Kultusminister und Saarbrücker Bürgermeister werden.) Die Begegnung mit Singer
war wichtig für Hoffmann, denn was für
ihn "zunächst zählte und was er suchte, das war ein Stamm von Freunden gleicher
politischer Gesinnung und festen Willens, um nach einem totalen Zusammenbruch
eine freiheitliche und gerechtere Welt zu bauen.“ [5] Sie tauschten Erinnerungen und Gedanken über die Vergangenheit aus und versuchten, sich ein Bild von Gegenwart und Zukunft zu machen. [6] Am Morgen nach seiner Zusammenkunft mit Singer fuhren sie gemeinsam mit der Eisenbahn nach Saarbrücken.

„Als der
Zug sich der großen Eisenbahnbrücke am Eingang nach Saarbrücken näherte,
verlangsamte er sein Tempo. Die Brücke war nur notdürftig wieder hergestellt.
So konnte ich schon vom Zuge aus langsam das Bild der zerstörten Stadt in mich
aufnehmen. Es war ein schauriges Bild, das mir die Heimat bot, in die ich, als Ausgestoßener zu den Ausgestoßenen, heimkehrte.“ Sein erster Gang führte ihn in Saarbrücken zusammen mit einigen Freunden „zum Rathaus, das ich unter all den Trümmern, die um uns herum zum Himmel starrten, allein wohl kaum gefunden hätte.“ [7]
Trotz aller widrigen Umstände fand er bald eine Wohnung für sich und seine Familie. Am 27. September 1945 zogen sie von Luxemburg nach Saarbrücken um. Ihre erste Privatadresse lautete: Am Staden 21. [8]
Foto: In dieses Saarbrücken (hier in der Nähe des Theaters) kehrte Hoffmann nach dem Krieg zurück. (Foto: Verlag "Die Mitte", Saarbrücken)
In Saarbrücken suchte und fand Hoffmann alte Freunde und Bekannte wieder und begann, ein Netzwerk für
die Zukunft zu knüpfen. Hoffmann gehörte nicht zum Kreis der Auserwählten, die als Männer der ersten Stunde Führungspositionen in
den Behörden bekleideten. Gemäß Küppers wollte er auch nicht dazugehören - seine Aufmerksamkeit sei zu diesem Zeitpunkt eher seinem eigenen Umfeld
zugewandt gewesen.
Trotzdem habe es
niemanden auf saarländischer Seite gegeben, der so konzentriert an den Aufbau von neuen
politischen Strukturen heranging. Und keiner sei dabei so
erfolgreich gewesen wie er. [9]
Über die Zeitung an die
Macht

Doch zunächst galt es für
Hoffmann, sich beruflich zu etablieren. Also trat er in die Redaktion der Neuen Saarbrücker Zeitung ein, die damals die einzige von der Besatzungsbehörde zugelassene Zeitung war. [10]
Für ihn war es wichtig, über ein Medium die Bevölkerung zu erreichen, um sein
Hauptziel - die Wiederbelebung des saarländischen Katholizismus und dessen
Formierung zu einer schlagkräftigen Partei im Hinblick auf die Kommunalwahlen im
September 1946 - erreichen zu können.
Dazu wollte er vor allem eine
eigene Zeitung gründen, die den katholischen Leser ansprechen sollte. Von diesem Vorhaben konnte ihn auch die französische Militärbesatzung nicht abbringen. Anfang Dezember
1945 trug er seine Bitte nach einem Blatt seiner Vorstellung bei der
französischen Militärregierung vor. Aus diesem Anlass traf er auch zum ersten
Mal mit Gilbert Grandval zusammen.
Seine journalistischen
Tätigkeiten und der politische Neubeginn im Sinne einer Autonomie unterstützten ihn beim Aufbau der angestrebten neuen Zeitung . Im Juni 1946 war es dann soweit: Hoffmann bekam die Lizenz für die Saarländische
Volkszeitung (SVZ). Sie wurde gedruckt von der neugegründeten „Saarländischen Verlagsanstalt und Druckerei“. Küppers wertet dies folgendermaßen: „Für ihn [Hoffmann] gab es mit der Saarländischen Volkszeitung ein weiteres Sprachrohr der einheimischen Politik, ein Instrument, das zur
Wahrung saarländischer Interessen notfalls auch gegen die französische
Militärregierung und gegen allzu weit reichende Forderungen Frankreichs
eingesetzt werden konnte. (...) [Damit] hatte Hoffmann persönlich ein beachtliches Machtpotential gewonnen." [11]
Die Erstauflage dieser neuen
Zeitung nach Hoffmanns Sinn betrug am 23. Juni 1946 90.000 Exemplare. [12] Hoffmann wurde ihr Chefredakteur und blieb es, bis er im Dezember 1947 zum Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt wurde. Erst durch diese
„journalistischen“ Aktivitäten Hoffmanns fiel der französischen Besatzungsmacht
auf, dass hier ein ganz eifriger und wohl auch erfolgreicher Baumeister der
saarländischen Autonomie am Werke war.
Hoffmann und „seine“
Partei
Die folgenden Monate standen
für Hoffmann und das ganze Saarland im Zeichen der beginnenden Autonomie des Landes. Hoffmann wollte "Selbstbestimmung so viel wie möglich und Hinnahme der Ansprüche Frankreichs so wenig wie nötig" [15]. Es war ihm klar, dass man vor allem im wirtschaftlichen Bereich die größten Abstriche machen musste.
Fast zwei Jahre arbeitete Hoffmann als engagierter Parteipolitiker und als Journalist in gehobener Position. Am 23. Mai 1947 übertrugen die Franzosen ihm die Aufgabe, die Verfassungskommission einzusetzen. Zehn der 20 Sitze dieser Kommission hatte die CVP inne, und Hoffmann wurde zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Nach 22 Sitzungen
konnte am 25.September 1947 der Verfassungsentwurf veröffentlich werden. Zehn Tage danach,
am 5. Oktober 1947, erfolgte die Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung. Sie sollte die neue Verfassung verabschieden, und mit ihr die für die Franzosen unabdingbare Präambel. Dies erfolgte am 8. November 1947. Danach wurde aus dieser Versammlung der erste saarländische Landtag.
Der Gründungsakt des neuen Saarstaates erfolgte durch Inkrafttreten der
Verfassung am 15. Dezember 1947. Johannes Hoffmann wurde mit 47 Stimmen bei zwei
Enthaltungen zum ersten Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt.
Weitere Quellen und ausführliche Literaturangaben zu Johannes Hoffmann finden Sie ganz unten auf dieser Seite.
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D) Aus der Amtszeit
als erster Ministerpräsident des Saarlandes
Dieser Abschnitt wird nach und nach ergänzt.
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Glückwunsch zur Wahl
Der Bürgermeister von Saarbrücken, Dr. Franz Maria Singer, beglückwünschte den "frischgebackenen" Ministerpräsidenten
am 15. Dezember 1947 mit dieser künstlerisch gestalteten Karte. (Die Signatur des Grafikers endet auf "-meier" - wer war's?)

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Der Amtssitz (Staatskanzlei
oder
Ministerpräsidium): Villa Rexroth
Im Volksmund wurde dieses Gebäude
"Das Weiße
Haus" genannt.
Es war die frühere herrschaftliche Villa Rexroth. Sie stand in der Schillerstraße
(die heute Bismarckstraße heißt) und trug
die Hausnummer 13. Sie war also etwa dort, wo sich jetzt
das Saarlandmuseum (Moderne Galerie) befindet.
Erbaut hatte sie der berühmte österreichische Architekt Georg Joseph Ritter von Hauberisser, geboren am 19. Mai 1841 in Graz, der auch die Rathäuser in München, Kaufbeuren und Wiesbaden sowie das neue Rathaus in Saarbrücken baute. Ab 1947 war die Villa Amtssitz des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und diente ihm bis zu seinem Rücktrit am 23. Oktober 1955 als Staats- (oder Präsidial-)kanzlei.
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Danach wurde sie vom Wirtschaftsministerium des Saarlandes mitbenutzt. Der Hausmeister wohnte nebenan in dem Gebäude mit der Hausnummer 11, in dem auch der Polizeiposten
stationiert war.
Etwa 1965 musste man die Villa abreißen, weil sie
über dem alten Saarbett errichtet war und im Laufe der
Jahre abzusacken drohte. Eine Rettung des Gebäudes wäre aus finanziellen Gründen nicht
tragbar gewesen.
Weitere Ansichten des Gebäudes finden Sie auf der Seite Saarbataillon.
Fotos: © Landesbildstelle Saarland im LPM, Fotograf: © LPM
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Dienstwagen des Ministerpräsidenten
und der Landesregierung
Der Landesregierung
standen mehrere Dienstwagen verschiedener
Marken und Typen zur Verfügung:
einige Citroën 15 CV-six, mehrere Citroën 11 CV und mindestens
ein Mercedes. Folgende Kennzeichen der Dienstwagen
sind uns bisher bekannt und auf den Fotos zu sehen:
2486 - OE5 / 2489 - OE5 / 9906 - OE5 /
9972 - OE5 / 9975 - OE5 / 9990 - OE5 und 2145 -
OE9.
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Einer der Dienstwagen, ein
Citroën 15 CV-six, mit dem Fahrer Peter Birk, aufgenommen
1952. ©Landesbildstelle
Saarland im LPM , Gerd Kügelgen. |

Dienstwagen-Standarte des Ministerpräsidenten (Foto aus einer
Ausstellung der Polizei im
Dienstgebäude auf dem Wackenberg, Saarbrücken) |
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An dem Mercedes, der auf dem Foto rechts den Ministerpräsidenten zu einer Veranstaltung auf dem Saarlouiser Großen Markt gefahren hat, ist vorne an der Fahrerseite die in dem Foto darüber abgebildete Standarte des Regierungschefs angebracht. - -> - -> - -> - -> - -> - -v
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(Foto: Landesarchiv
Saarbrücken (Actuelle -118)

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< Originalschild an JoHos Dienstfahrzeug (fotografiert im Polizeimuseum Saarbrücken)
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Der Citroën 11 CV (Foto
rechts) mit dem Kennzeichen 2145 - OE 9 war eines der
Dienstfahrzeuge des Ministerpräsidenten.
Der "offizielle" Fahrer Johannes Hoffmanns war seit Ende der 40er
Jahre Karl Ristau (man
sieht ihn auf dem Foto links unten am Steuer sitzen). Manchmal, besonders nach seinem
Rücktritt 1955, fuhr ihn auch Peter Birk (auch im Foto links oben zu
sehen). Dessen
Tochter erzählte 2007 der Saarbrücker Zeitung,
..:
... dass ihr
Vater das Auto rund um die Uhr bereitzuhalten hatte,
falls der Ministerpräsident gefahren werden musste.
"Da durfte er das Auto auch privat nutzen, und
ich durfte oft mitfahren", erinnert sie sich. Es
war ein "11-er Citroen", das sei das normale
Dienstfahrzeug gewesen. Daneben habe Hoffmann auch noch
einen größeren, einen 15-er Citroën
gehabt, den er benutzte, wenn es zu repräsentativen
Terminen oder langen Fahrten ging. Unser Bild
zeigt Ruth Müller-Birk als Kind auf der Kühlerhaube
des Dienstfahrzeuges, ihren Vater rechts neben ihr.
Links steht Alois Weyand, ein Bekannter ihres Vaters.
"Es war sehr schön, wenn ich mitfahren durfte",
erinnert sich Ruth Müller-Birk.
(Kursiv
gedruckter Text und Foto: SZ vom 13.6.2007)
Weitere Dienstwagen der Regierung:

Am Steuer des Citroën im linken Bild sitzt JoHos "offizieller"
Chauffeur Karl Ristau. Beide Fotos: Landesarchiv (Actuelle-367)

Foto: Landesarchiv Saarbrücken
Foto:
© Walter Barbian (http:///www.saarlandarchiv-walter-barbian.eu)
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Johannes Hoffmann,
Ministerpräsident "im Dienste des Saarlandes"
Fotos aus dem politischen
Wirken des Ministerpräsidenten.
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15. Dezember 1948
JoHo, Grandval und zwei französische Minister
vor dem Ehrenmal für die Opfer des National- sozialismus an der Neuen Bremm.
V. l. n . r.:
Ministerpräsident Johannes
Hoffmann, Erziehungsminister Yvon Delbos,
Außenminister Robert
Schuman und Hochkommissar Gilbert Grandval.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 539 C). |
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Empfang des französischen
Außenministers Georges Bidault am 20. Dezember
1952 auf Schloss Halberg. Neben Johannes Hoffmann sitzt
General Josef Andlauer (er war bereits 1918-19 Saarbefehlshaber und stand nun General de Gaulle politisch sehr nahe [1].)
Die Dame vorne rechts im Abendkleid dürfte Madame Grandval gewesen sein (?).
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 540_2 C).
[1] Sepp Frisch. Die Saar blieb deutsch. Leoni 1956. S. 143.
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Johannes Hoffmann und Gilbert Grandval
nehmen in Saarlouis die Parade zum 14. Juli (dem französischen Nationalfeiertag) ab - und es regnet.
Im Hintergrund wehen die französische Flagge und die Saarfahne.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 547 C). |
Joho und Gilbert Grandval bei einer Parade vor dem Saarbrücker Rathaus, etwa 1946 - und es regnet ebenfalls...
Anlass war ein Besuch des Oberkommandanten der französischen Zone General Marie Pierre König (auf den Fotos jeweils links).
Fotos: Landesarchiv Saarbrücken (B 545_2a D)
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Offizielle Fotos von JoHo und anderen Regierungsmitgliedern waren gefragt - aber
sehr rar!
Das Informationsamt teilt in
einem Rundschreiben vom 20. Mai 1954 mit:
"Auf die verschiedenen Anfragen
nach Fotos der Mitglieder des Kabinetts und weiterer
führender Persönlichkeiten der Regierung muss
immer wieder eine Absage erteilt werden, bzw. müssen
die Antragsteller an die verschiedenen Ministerien oder
an die Sekretariate der politischen Parteien verwiesen
werden. Folgende Fotos, wie in der Anlage beigefügt,
sind vorhanden: ..." Dann werden drei Fotos aufgeführt,
zwei von JoHo und je eines von den Ministern Erwin Müller
und Dr. Heinz Braun.
"Aufnahmen einer Kabinettssitzung
bzw. einer anderen Gruppen- oder Teilaufnahme des Kabinetts,
sowie sonstige Einzel- und Gruppenauf- nahmen von leitenden Regierungsmitgliedern.
die auch sehr oft angefordert werden, sind im Archiv
des Informationsamtes nicht vorhanden. Ich wollte dies
nur mitgeteilt haben, da die dauernden Absagen und Verneinungen
oft Unbehagen, ja sogar Unwillen hervorrufen."
Quelle: Landesarchiv
Saarbrücken, Inf. A, 210
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Im Jahr 1950 wird Johannes Hoffmann das Ehrenbürgerrecht der Stadt Saarlouis verliehen.
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Anton Merziger, der seit 1949 Bürgermeister von Saarlouis ist, lud ihn 14 Tage vorher zu der Verleihung ein:

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Mit dankbarer Freude und berechtigtem Stolz bringe ich Ihnen,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
den Beschluss des Stadtrates Saarlouis zur
Kenntnis, der Ihnen das
E
H R E N B Ü R G E R R E C H T
der Stadt Saarlouis
verliehen hat. Der Stadtrat betrachtet es
als seine Pflicht, Ihre besonderen Dienste um den Wieder-
aufbau unserer stark geprüften Heimatstadt Saarlouis in dieser Weise gebührend
zu würdigen. Die feierleiche Überreichung
der Ehrenurkunde soll am 1. Oktober 1950
um 10.15 Uhr im Gobelinsaal erfolgen und
symbolhaft mit der Feier der Grundsteinlegung
des Westblocks des Geschäftshäuserneubaus
verbunden werden.
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Die Innenseite des Ehrenbürgerbriefes Vergrößerung des Textes auf der Innenseite
Urkunde und Brief sind heute im Bestand des Heimatvereins Düppenweiler.
Übrigens: Auch Gilbert Grandval war Ehrenbürger von Saarlouis.
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1954: Johannes Hoffmann schenkt der Stadt Saarlouis einen wertvollen Teppich
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Bei der Einweihung des neuen Rathauses der Stadt Saarlouis am 14. Februar 1954 war auch Johannes Hoffmann unter den geladenen Gästen. Als Ehrenbürger der Stadt (siehe weiter oben!) versprach der Ministerpräsident dem damaligen Bürgermeister Anton Merziger, ihm einen Teppich für den Gobelinsaal im neuen Rathaus zu schenken. Die Kosten
durften bis zu einer
Million
Franken betragen und sollten aus "Mitteln des Staatshaushalts" bestritten werden.
Merzigers Dankschreiben (der Briefkopf ist unten links abgebildet) endete mit fogendem Mammutsatz: "Ich habe die feste Hoffnung, dass in dieser Kostenhöhe unbedingt ein sehr schöner und passender Teppich angeschafft werden kann, der geeignet ist, unseren bereits würdigen Gobelinsaal noch repräsentativer zu gestalten, sodass die Stadt für alle
Zukunft stolz auf ihren Gobelinsaal sein kann,
der tatsächlich mit seinen Einrichtungen die letzten wertvollen Stücke aus der Zeit der Stadtgründung darstellt, die über die schweren Kriegszeiten hinweg gerettet werden konnten." [1]
Ludwig XIV hatte 1687 angeordnet, das damals im Rathaus Saarlouis eingerichtete Präsidialgericht mit Gobelins auszuschmücken.
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Zur Aufnahme der wertvollen historischen Wandteppiche und einiger Barocksessel, die sich ebenfalls im Besitz der Stadt befanden, wurde bei der Planung des neuen Rathauses eigens ein Gobelinsaal vorgesehen. Darin brachte man auch einige Antiquitäten unter, die die Stadt zur Rathauseinweihung 1954 als Geschenke erhalten hatte; u.a. einen Tisch und eine Uhr (siehe Foto).
Jetzt fehlte in dem Saal nur noch ein repräsentativer Teppich - und den schenkte schließlich Johannes Hoffmann der Stadt. Er wurde bei der Firma OTEFA in Saarbrücken, Sulzbachstraße, bestellt und im Dezember geliefert. Er stammte aus der Manufaktur Ziegler-Mahal in Zentralpersien und hatte die Maße 620 x 515 cm, Knotenzahl 800 pro qdm. Kette und Schuss
waren aus Baumwolle, der Flor aus bester Wolle. Er wies Merkmale auf, die darauf schließen ließen, dass er in älterer Zeit geknüpft worden war. (Aus einer Expertise der Fa. OTEFA.)
Der Preis des Teppichs blieb um fast ein Viertel unter der maximal zugesagten Obergrenze von einer Million. Er kostete zusammen mit
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einer passenden Filzunterlage knapp 780.000 Franken [2]. Gleich bei Lieferung des Teppichs überwies die Landeshauptkasse 200.000 ffrs. an die Stadt, im März 1955 folgten die restlichen 578.500 ffrs.
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[1] Brief von Theo Merziger an den Ministerpräsidenten v. 21.07.1954.
[2] Für diesen Betrag konnte man 1954 zum Beispiel einen guten Mittelklassewagen kaufen. Damit dürfte der Teppich - dem heutigen Geldwert entsprechend - zwischen 15 und 20.000 € gekostet haben.
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Farbfoto vom Gobelinsaal: Rainer Feyer, 2010. OTEFA-Rechnung, Expertise und Briefe: Landesarchiv Saarbrücken
Ehrenmitgliedschaft im Kirchenchor Landsweiler/Reden
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1953: Der katholische Kirchenchor seines
Geburtsorts Landsweiler-Reden (heute Teil der Gemeinde Schiffweiler)
ernennt Johannes Hoffmann am
16. August
anlässlich der Feier seines 50-jährigen
Bestehens zu seinem Ehrenmit-glied. Dabei wird ihm diese Urkunde
überreicht.>
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Ein Foto vom Geburtshaus Johannes Hoffmanns in Landsweiler finden Sie oben auf dieser Seite.
Foto der kath. Kirche in Landsweiler: Rainer Freyer, 2008. Die Urkunde ist heute im Bestand des Heimatvereins Düppenweiler.
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E) Aus dem Familienleben
der Hoffmanns
Johannes Hoffmann heiratete am
1. Juli 1919 in Berlin-Lichterfelde die vier Jahre jüngere Frieda Krause aus Reppist, einem kleinen Ort
in der Nähe von Senftenberg im niederschlesischen Teil der Oberlausitz. Das Paar hatte sechs Kinder, 3 Söhne und 3 Töchter: Hans-Jakob (* 17. Mai 1920, er wurde Oblatenpater);
Heinz-Joachim
(* 15.06.1923,
er fiel 1943 während des Russlandfeldzugs in der Nähe von Smolensk); Theophila (* 24.8.24, verheiratete Linsenmeier, 6 Kinder);
Regina (* 09.06.27, verwitwete Welsch,
4 Kinder); Franz
Heribert (* 01.02.29,
vier Söhne); Christa
(* 16.03.36,
verheiratete Winkelheide, 2 Kinder). JoHo hatte also
insgesamt 16 Enkel. Seine Ehefrau Frieda starb 1973.
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In diesem Gebäude
in der Reppersbergstr. 64 befand sich JoHos Dienstwohnung. |
Die Wohnungen der Hoffmanns
Nach ihrem Umzug
aus Luxemburg nach Saarbrücken im September 1945 wohnten Johannes Hoffmann und seine Familie zunächst in der Haldystraße am Roten- bühl.
Kurze Zeit später zogen sie
um in das Haus Am Staden 21, Ecke Lessingstraße. Im
April 1949 bezo- gen sie
eine Dienstwohnung in dem riesigen Anwesen Reppersbergstraße 64 (Fotos links und unten).
Angehörige des Saarbataillons bewachten ständig das Wohnhaus der Hoffmanns. JoHo sei sehr umgänglich gewesen. Er habe öfters die Beamten unten im Keller besucht und ihnen manchmal einen halben Kuchen mitgebracht, um ihnen eine kleine Freude zu machen. (Bericht eines Sohnes von einem dieser Beamten.)
(Foto: Landesarchiv
Saarbrücken, Staatl. Bildstelle B 515_1
C). |
Foto rechts: Dasselbe Gebäude
im Juli 2008. Es hat sich äußerlich kaum
verändert, auch die haushohe Fahnenstange steht
noch an derselben Stelle.
Nachdem die Familie Hoffmann
1956 ausgezogen war, war das Gebäude viele Jahre
lang Sitz des saarländischen Finanzgerichts. Ende
der 90er Jahre soll es ein Rechtsanwalt gekauft haben. (Farbfotos:
R. Freyer)
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Einige Zeit nach seinem Rücktritt (1955)
vom Amt des Ministerpräsidenten verlegte JoHo den
Wohnsitz seiner Familie im April 1956 in die Graf-Philipp-Straße 13. Ab etwa.1959 wohnten
sie bis zu seinem Lebensende in Düppenweiler (heute Ortsteil der Gemeinde Beckin- gen), und
zwar oben auf dem Litermont. Schon vorher hatte er dieses
Haus an Wochenenden als Jagdhaus benutzt, später
ließ er es zum Wohnaus ausbauen. Heute ist es
wieder bewohnt; es ist aber so von Bäumen und Gestrüpp
umwachsen, dass man es von der Straße aus kaum noch
sehen kann.
(Quelle für die Wohnungsangaben: Christa Winkelheide, Tochter von Johannes Hoffmann, am 5.9.2008)
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Links: Eine Postkarte des Hauses aus
den 60ern. Unten: Der Name "Johannesruh"
steht noch heute an der Einfahrt zu dem
Grundstück.
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Familienfeiern im Hause der
Hoffmanns

Hochzeit seiner jüngsten Tochter Christa
in der katholischen Pfarrkirche "St. Leodegar"
in Düppenweiler
Familienfotos:
Heimatverein Düppenweiler Bei der Feier zur Erstkommunion einer Enkelin
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F) Nach dem Tode Johannes Hoffmanns
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"Heimat - für
Dich!"
(Wahlspruch Johannes Hoffmanns - siehe sein Buch "Am Rande des Hitlerkrieges", S. 141)
Ministerpräsident Johannes Hoffmann
starb am 21. September 1967
im Alter von 76 Jahren in Völklingen.
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Johannes Hoffmann starb am 21. September 1967, wenige
Tage nach einem zweiten Schlaganfall, im Völklinger
Krankenhaus St. Michael. Vier Tage später fand
ein Sterbeamt in der Pfarrkirche St. Ludwig am Großen
Markt in Saarlouis statt, das sein Sohn, Oblatenpater
Hansjakob Hoffmann, zelebrierte. Die Trauerrede hielt
Joseph Görgen, Dechant von Saarlouis, und die Einsegnung
erfolgte durch Bernhard Stein, den damaligen Bischof
von Trier. Ein weiteres Sterbeamt fand am darauffolgenden
Tag in Düppenweiler statt.
Am 25. September 1967 wurde
Johannes Hoffmann auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof
"Neue Welt" in der Stadt Saarlouis beerdigt,
deren Ehrenbürger er seit 1950 war (siehe Ehrenbürgerurkunde
weiter oben).
So findet man den Friedhof Neue Welt: Wenn
man die Autobahn 620 bei der Abfahrt 3 (Saarlouis Mitte)
verlässt, stößt man auf die Metzer Straße.
Auf ihr fährt man in Richtung Metz (nicht Richtung Saarlouis Zentrum). Dann biegt man
bei dem im Foto gezeigten Wegweiser in die zweite Straße
rechts ab (Hauptstraße) und findet gleich
links den Friedhof. Wenn man dort zunächst 30 Schritte geradeaus nach oben geht und dann (vor den vier Stufen) nach rechts abbiegt, sieht man das Grab nach ca. 50
Metern links.
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Die Grabstätte von
Johannes Hoffmann und
seiner Frau Frieda
(gest. 1973)
auf dem Friedhof
"Neue Welt" in Saarlouis |
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In unmittelbarer Nähe des
Grabes von JoHo befindet sich
die Grabstätte von Dr. Hubert
Ney, der als
CDU-Vorsitzen-der einer der größten politischen
Gegner Hoffmanns und später sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten
war.
Die Grabinschrift lautet: Dr. jur.
Hubert Ney, 12.10.1894 - 3.2.1984, Ministerpäsident
1956 - 1957.

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Nur wenige Meter voneinander
entfernt liegen die Grabstätten der beiden früheren
Kontrahenten:

Elisabeth Ney, die Witwe des
verstorbenen Ministerpräsidenten Dr. Hubert Ney,
soll vor dessen Beerdigung gefragt worden sein, ob es
sie störe, wenn ihr Mann ganz in der Nähe
der Ruhestätte seines einstigen "Widersachers"
beerdigt werden würde. Wie man sieht, hatte sie
nichts dagegen. (Farbfotos: R. Freyer.)

(Zeitungsannonce Dez. 1990. Regina
Welsch ist die zweitälteste Tochter von Johannes
Hoffmann; sie lebt heute in Saarlouis.) |
G) Äußere Zeichen der Erinnerung an JoHo im Saarland
Es gibt unzählige Fotos von ihm in zahlreichen
Büchern und Publikationen. In Saarlouis befindet sich seine
Grabstätte (siehe oben).
Aber es gibt noch mehr Erinnerungen:
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1) Im Jahr 2002 wurde der Platz vor der Congresshalle in Saarbrücken
nach ihm benannt.
Dieser trägt seitdem den Namen "Johannes-Hoffmann-Platz". An
der Congresshalle selbst wurde gleichzeitig (links vom
Haupteingang) eine Bronze- Gedenktafel in der Größe 59 x 42 cm angebracht (hergestellt von der Glockengießerei
Mabilon & Co., Saarburg).
Mehrere Straßenschilder
(s.o.) an dem Platz verraten auf einem kleinen Zusatzschild
Namen, Lebensdaten und Titel Hoffmanns. Über die Benennung des Platzes
nach JoHo war in der Öffentlichkeit (z.B. in Leserbriefen der Saarbrücker Zeitung) eine Zeitlang
sehr kontrovers diskutiert worden. Die deswegen von einigen Bürgern
angegriffene Stadtverwaltung teilte damals mit, dass
für die Namensgebung von öffentlichen
Straßen und Plätzen nicht die Stadtverwaltung,
sondern der jeweilige Bezirksrat zuständig ist.
Vorschläge kann im Prinzip jeder machen, die Entscheidung
treffen aber die Bezirksräte. Im
Falle der Benennung des Congresshallen-Vorplatzes
war jedoch auch der Bezirksrat nicht zuständig, weil dieser Platz - rein rechtlich gesehen - kein öffentlicher, sondern ein privater
Platz ist. Deshalb
lag die Zuständigkeit für seine Benennung
ausschließlich bei der Congress-Centrum Saar GmbH. Diese
hatte den Namen aus mehreren von der Bevölkerung
eingereichten Vorschlägen ausgewählt und in
einer Feier am 26. Mai 2002 verliehen.
2) In
Düppenweiler, dem Ort, in dem Johannes Hoffmann
die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, gibt es
oben in der Litermont-Siedlung einen "Johannes-Hoffmann-Weg" (Bild rechts). Dies geht
aber nicht auf eine offizielle Namensgebung der Gemeinde
zurück, sondern auf eine eher private Initiative. |

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Bilder-Nachweise: Dieses
Foto: Stefan Haas. Die Fotos aus Saarlouis,
Saarbrücken und Landsweiler-Reden : Rainer Freyer.
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3) In der Heimatgemeinde Johannes Hoffmanns,
Landsweiler-Reden, ist sein Geburtshaus in der Nähe der katholischen Kirche zu finden. Es ist
seit vielen Jahren nicht mehr in dem Zustand, in dem
es damals war (jetzt zweistöckig und mit Treppenhaus).
An seiner Vorderseite ist rechts neben der Haustür
eine kleine (ca. 30 cm breite) Gedenktafel angebracht.
4) Ganz offiziell wurde dieser kleinen
Sackgasse in Saarlouis im Jahr 2005 der Name "Johannes-Hoffmann-Viertel" gegeben.
Sie ist eine Nebenstraße
der Neue-Welt-Straße, unweit des Fried-
hofs "Neue Welt"
gelegen (siehe oben).

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Namensvetter:
Es gab auch andere prominente Persönlichkeiten, die denselben Namen trugen und in derselben Zeitspanne lebten wie JoHo, allerdings außerhalb des Saarlandes.
Johannes Hoffmann (1867 bis 1930) war ein bayrischer Sozialdemokrat, der 1918/19 Kultusminister und 1919/20 Ministerpräsident des Freistaats Bayern war. In Wollmesheim bei Landau in der Pfalz gibt es eine Johannes-Hoffmann-Straße, die nach ihm benannt ist.
Johannes Hoffmann (1889 - 1960) war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei. Er war vor 1933 und nach 1945 Mitglied des Kreistages Bonn-Land und 1949/50 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen.
Von 1951 bis 1953 war er Mitglied des Deutschen Bundestags.
"JoHo" ist nicht einmalig! ;-)
Wie schon oben im Vorwort erwähnt, war das Kürzel
"JoHo"
für Johannes
Hoffmann kein Schimpfwort. In der heutigen Zeit
gibt es noch einige ganz andere Verwendungen
dieses Kürzels:
In Dortmund
gibt es ein Johannes-Hospital, das im Volksmund "das Joho" genannt wird.
In Wien existiert eine Kooperative Mittelschule
am Johann Hoffmann
Platz 19. Deren Bilbliothek heißt "JoHo-Schulbibliothek" (genau so geschrieben). Johann
Hoffmann war im 17. Jh. ein Nürnberger Kupferstecher
und Kartenverleger. Er hatte auch eine Karte von Wien heraus-
gegeben.
In Freising
(Bayern) gibt
es das Josef-Hofmiller-Gymnasium;
es führt "JOHO" als Schul-Emblem.
In Japan gibt es eine Zeitschrift mit
dem Namen "Nihon Toshokan Joho
Gakkai-shiu" (Journal of Japan Society of Library
and Information Science). |
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Quellen und Literaturangaben
1) Veröffentlichungen Johannes Hofmanns
- Hoffmann, Johannes. Am Randes des Hitlerkrieges. Tagebuchblätter. Vorw. und Hrsg.: Heinrich Küppers. (Mit Anmerkungen zu den
Tagebuchblättern).
Gollenstein, Blieskastel 2005. Reihe: Malstatter Beiträge aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur.
- Hoffmann, Johannes. Das Ziel war Europa. Der Weg der Saar 1945-55. München, Wien 1963.
- Grandval, Gilbert/Johannes Hoffmann: La Sarre - bilan d'une année de reconstruction [Die Saar - Bilanz eines Jahres
Wiederaufbau]. Paris, 1949.
Reden Johannes Hoffmanns:
a) veröffentlicht in der Reihe "Wille und Weg des Saarlandes“, Saarländische Verlags-Anstalt
& Druckerei, Saarbrücken 1951:
- Rede des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und des
Landtagspräsidenten Peter Zimmer in der 100. Sitzung des Saarländischen
Landtages am 6. April 1951.
- "Wir rufen zur christlichen Solidarität“. Rede auf dem 6. Landesparteitag der CVP vom 7. bis 9. Dezember 1951 in Saarbrücken
b) andere Veröffentlichungen von Reden:
- Rede des Ministerpräsidenten am Mittwoch, dem 29. Oktober 1952 vor dem Landtag des Saarlandes. Saarbrücken 1952.
- Delegiertentag der CVP, 22.11.1952: Rede des Herrn Ministerpräsidenten. Saarbrücken 1952.
2) Weitere Literaturangaben und Links
- Steinle, Brigitte : Johannes Hoffmann - ein Leben. Saarbrücken: Verlag Die Mitte, 1990. (Frau Steinle ist eine Enkelin von JoHo.)
- Küppers, Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Droste-Verlag 2008. (siehe Buchbesprechungen!)
- Gestier, Markus (Hrsg.): Johannes Hoffmann - Eine erste Bilanz. Malstatter Beiträge der Union Stiftung. Blieskastel 2004.
- Gestier, Markus. Die christlichen Parteien an der Saar und ihr Verhältnis zum deutschen Nationalstaat in den Abstimmungskämpfen 1935
und 1955. St. Ingbert 1990.
- Gestier, Markus. "Christuskreuz oder Hakenkreuz?" - die katholische Opposition gegen Hitler im Saarabstimmungskampf 1935, in:
Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 40 (1992)
- Reichert, Werner: Der Dicke muss weg. Ein Saar-Roman, Dillingen/Saar 1980.
- Görgen, Hermann: Ein Leben gegen Hitler. Geschichte und Rettung der "Gruppe Görgen"; Autobiographische Skizzen. Münster 1997.
Themenbezogene Literaturangaben finden Sie auch auf der Seite Attentat auf JoHo.
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Diese Seite wurde am 12.02.008 begonnen und zuletzt bearbeitet am 22.07.2011
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