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saar-nostalgie.de - POLITIK
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Johannes Hoffmann
(genannt JoHo)
lebte von 1890 bis 1967 und war
der erste
Ministerpräsident des Saarlandes
vom 21. Dezember 1947 bis zum
23. Oktober 1955.

Auf dieser Seite
wird über das Leben und Wirken von Johannes Hoffmann
berichtet. Sie wird in Kürze erweitert werden.
Weitere Seiten
über Johannes Hoffmann: -- Attentat
auf JoHo
(Versuchtes Briefbomben-Attentat im Febrauar 1955)
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JoHo zu Besuch in Rohrbach am Johannestag1948
--
JoHo in Bous/Wadgassen bei der Einweihung der neuen Saarbrücke
1951
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Vorwort:
Viele Menschen sagen, Johannes
Hoffmann habe viel Gutes für unser Land getan.
Er und die von ihm geführten Regierungen haben
dazu beigetragen, die schrecklichen Folgen des Krieges
möglichst rasch zu lindern, und zwar durch die
intensive Förderung des Wiederaufbaus der im Krieg
zerstörten Häuser und Wohnungen, eine gute
soziale Absicherung der Bevölkerung (siehe unter
Saarländisches Geld im Kapitel WIRTSCHAFT) und die Schaffung kulturpolitischer
Neuerungen, wie z.B. die Gründung der Universität.
Natürlich hätten sie all dies nicht ohne die
Unterstützung durch die ins Land geflossenen Marshallplan-Gelder
und auch nicht ohne die Hilfe Frankreichs zustande bringen
können. Die Franzosen hatten gute Gründe dafür,
dem Saarland und seinen Menschen unter die Arme zu greifen,
weil es sich die Industrieprodukte und die Rohstoffe
des Landes als Wiedergutmachung für die im Krieg
erlittenen Schäden zu Nutze machen wollte.
Auf der anderen Seite wird JoHo
vorgeworfen, er habe sich während seiner Regierungszeit
polizeistaatlicher Methoden bedient, Grundrechte eingeschränkt
(z.B. die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit),
Menschen aus dem Saarland ausgewiesen und die pro-deutschen
Parteien verboten bzw. nicht zugelassen. Dabei wird
aber oft übersehen, dass diese Maßnahmen
zum größten Teil von den Franzosen veranlasst
wurden, insbesondere im Zuge der Entnazifizierung (die
im Saarland wesentlich härter war als im übrigen
Deutschland) und der von Frankreich gewünschten
wirtschaftlichen Abtrennung des Saarlandes von Deutschland
mit dem Ziel, seine hohen Reparationsforderungen durchzusetzen,
die in der Ausbeutung der Kohlenvorräte und der
Eisenindustrie des Saarlands bestanden.
So musste Johannes Hoffmann ständig
versuchen, einerseits für die Befriedigung der
Bedürfnisse seiner Bürger zu sorgen, andererseits
aber die zum Teil harten Forderungen Frankreichs zu
erfüllen. Es wird berichtet, dass er häufig
harte Auseinandersetzungen mit Gilbert Grandval hatte,
bei denen er sich leider nicht immer durchsetzen konnte
und als Folge davon oft auch unpopuläre Entscheidungen
treffen musste.
Aus diesen Gründen war und
ist Johannes Hoffmann eine umstrittene Persönlichkeit,
und die Einstellung der Menschen ihm gegenüber
zwiespältig. Ich will versuchen, ihn als Mensch
und Politiker möglichst neutral und objektiv zu
beschreiben und darzustellen.
Übrigens war und ist das
Kürzel "JoHo" nicht etwa ein Schimpfwort,
sondern einfach eine Kurzform des Namens, die sogar
in der Familie Hoffmann "liebevoll" verwendet
wurde. So soll ein Enkelkind einmal gesagt haben: "Mein
Opa, das ist der JoHo!", und dem Opa war's Recht.
Natürlich wurde es von den Gegnern der Regierung,
z.B. im Abstimmungskampf 1955, häufig in abfälligem
Tonfall gebraucht.

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Der tabellarische
Lebenslauf wurde vom Heimatverein Düppen-
weiler erstellt.
- Die Karikatur von Joho mit gefalteten
Händen
ist
von STiG (Roland Stigulinsky).
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Anmerkung: Einige der auf dieser Seite
gezeigten Dokumente aus dem Leben Johannes Hoffmanns
wurden vor einigen Jahren dem ehemaligen "Kultur-
und Heimatverein Düppenweiler" übereignet,
dessen Museumsbestand jetzt im Besitz der "Stiftung
Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen" ist (Düppenweiler
ist heute Teil dieser Gemeinde). Diese Dokumente wurden
mir freundlicherweise zur Verwendung auf dieser Webseite
ausgeliehen. |
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Die Geschichte
Johannes Hoffmanns vor 1945
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Johann Victor Hoffmann wurde
am 23. Dezember 1890 in Landsweiler-Reden geboren (später nannte er sich Johannes Hoffmann).
Er hatte insgesamt sieben Geschwister. Schon früh
schrieb er in der Neunkirchener Zeitung Artikel und
Berichte über seine Saarheimat und die dort lebenden
Menschen.
Nachdem der erste Sohn der Familie
mit fünf Jahren gestorben war, war Johann Victor
der älteste Sohn. Als solcher sollte er später
Priester werden, und er besuchte das bischöfliche
Konvikt in Trier zur Vorbereitung auf diesen Beruf.
Aber nach einiger Zeit gelangte er zu der Erkenntnis,
dass er dazu nicht genügend berufen war. Er verließ
das Konvikt in dem Glauben, sich für seine Heimat
und deren Menschen auf andere Weise besser und effektiver
einsetzen zu können. 1912 begann er in Innsbruck
ein Studium in Kirchengeschichte, Psychologie, Philosophie
und Ethik. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldete
er sich wie viele andere Studenten als Kriegsfreiwilliger
und diente bis 1918. Von 1916 bis 1919 war er zwar in
Freiburg für ein Philosophiestudium eingeschrieben,
konnte es wegen des Krieges aber nicht verwirklichen.
Während seiner Zeit im Heeresdienst wurden ihm
das EK1, EK2 und der Eiserne Halbmond (er kämpfte
u.a. in der Türkei) verliehen, und bei Kriegsende
kam er gesundheitlich stark angeschlagen nach Berlin.
Dort begann er
ein neues Leben, fern der Heimat.
Er arbeitete als Journalist in verschiedenen Redaktionen und in einer Nachrichtenagentur. Ab etwa 1918 wandte er sich immer mehr dem politischen Journalismus zu, näherte sich der Deutschen Zentrumspartei an und lernte einige ihrer führenden Politiker kennen.
Am 1. Juli 1919 heiratete er die vier Jahre jüngere Frieda Krause, mit der er später sechs Kinder hatte (siehe weiter unten "Aus dem Familienleben..."). Am 1. Oktober 1925 bot sich ihm die Gelegenheit, in seiner Heimat eine Arbeit aufzunehmen. Er wurde Chefredakteur der größten katholischen Zeitung des Saarlandes, der "Saarbrücker Landeszeitung". Das Saargebiet war nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag für 15 Jahre vom übrigen Deutschland abgetrennt und unter Völkerbundverwaltung gestellt worden. Hoffmann hatte es sich zunächst zum unabdingbaren Ziel gesetzt, an der Rückkehr seiner Heimat nach Deutschland mitzuwirken. Noch im November 1930 äußerte er auf einer Kundgebung in Dortmund, dass ihm nichts wichtiger sei als die Heimkehr der Saar ins Deutsche Reich.
Als sich aber mit den ersten Parteien- und Presseverboten, der beginnenden Ächtung der Juden und Einrichtung von Konzentrationslagern im Reich allmählich abzeichnete, in welche Richtung die Machtbestrebungen Hitlers zielten, kamen Hoffmann Bedenken an der Richtigkeit seines bisher verfolgten Ziels der baldigen Rückgliederung des Saarlandes an Deutschland. Schließlich wurde er zum entschiedenen Gegner Hitlers und dessen radikal rechtsgerichteten Einstellung. Als er sich 1934 weigerte, einen Artikel zum einjährigen Bestehen des Hitler-Regimes abzudrucken, wurde er kurzerhand als Chefredakteur bei der Landeszeitung entlassen. Er gründete daraufhin die "Neue Saarpost", um seine Landsleute über die Machenschaften der Hitler-Regierung aufzuklären. Der Trierer Bischof Bornewasser stellte sich aber gegen diese Haltung Hoffmanns und verunsicherte dadurch die katholischen Gläubigen im Saarland.
Fortsetzung des Lebenslaufs in Kürze.
Quelle: Brigitte Steinle: Johannes Hoffmann - ein Leben. Saarbrücken: Verl. Die Mitte, 1990.
Nachdem er Deutschland verlassen
hatte, lebte er von 1937 bis 1939 in Peppingen bei Bettemburg
in Luxemburg und arbeitete dort in der Landwirtschaft,
um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Weitere Fotos und Dokumente
in Kürze.
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Auf der "Cabo de
Hornos" ("Kap Horn") gelangte Johannes
Hoffmann 1940 mit einer Gruppe weiterer Exilanten
von Lissabon aus nach Rio de Janeiro in Brasilien, wo
er am 11. Mai 1941 eintraf.
Das linke Foto Bild
zeigt Johannes Hoffmann am 2. Juni 1941, als er kurz
nach seiner Ankunft im Exil von den brasilianischen
Behörden fotografiert wurde.
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Aus der Amtszeit
als Ministerpräsident des Saarlandes
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Der Bürgermeister von Saarbrücken, Dr. Franz Maria Singer, beglückwünschte den frischgebackenen
Ministerpräsidenten
am 15. Dezember 1947 mit dieser
künstlerisch gestalteten Karte. (Die Signatur des
Grafikers endet auf "-meier" - wer war's?)

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Der Amtssitz (Staatskanzlei
oder
Ministerpräsidium): Villa Rexroth
Im Volksmund wurde dieses Gebäude
"Das Weiße
Haus" genannt.
Es war die frühere herrschaftliche Villa Rexroth. Sie stand in der Schillerstraße
(die heute Bismarckstraße heißt) und trug
die Hausnr. 13. Sie war also etwa dort, wo sich jetzt
das Saarlandmuseum (Moderne Galerie) befindet.
Ab 1947 war sie Amtssitz des
Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und diente
ihm bis zu seinem Rücktrit am 23. Oktober 1955
als Staats- oder Präsidialkanzlei.
Erbaut hatte sie
der berühmte österreichische Architekt
Georg Joseph Ritter von Hauberisser, geboren am 19.
Mai 1841 in Graz, der auch die Rathäuser
in München,
Kaufbeuren und Wiesbaden sowie das neue Rathaus
in Saarbrücken erbaute.
Nach 1957 wurde die
Villa abgerissen.
Weitere Ansichten
des Gebäudes finden Sie auf der Seite
Saarbataillon.
Fotos: © Landesbildstelle
Saarland im LPM, Fotograf: © LPM. |
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Dienstwagen des Ministerpräsidenten
und der Landesregierung
Der Landesregierung
standen mehrere Dienstwagen verschiedener
Marken und Typen zur Verfügung:
einige Citroën 15 CV-six, mehrere Citroën 11 CV und mindestens
ein Mercedes. Folgende Kennzeichen der Dienstwagen
sind uns bisher bekannt und auf den Fotos zu sehen:
2486 - OE5 / 2489 - OE5 / 9906 - OE5 /
9972 - OE5 / 9975 - OE5 / 9990 - OE5 und 2145 -
OE9.
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Einer der Dienstwagen, ein
Citroën 15 CV-six, mit dem Fahrer Peter Birk, aufgenommen
1952. ©Landesbildstelle
Saarland im LPM , Gerd Kügelgen. |

Dienstwagen-Standarte des Ministerpräsidenten (Foto aus einer
Ausstellung der Polizei im
Dienstgebäude auf dem Wackenberg, Saarbrücken) |
An dem Mercedes,
der auf dem Foto rechts den Ministerpräsidenten
zu einer Veranstaltung auf dem Saarlouiser Großen
Markt gefahren hat, ist vorne an der Fahrerseite die in dem
Foto darüber abgebildete Standarte des Regierungschefs
angebracht. - -> - -> - -> - -> - ->
- -v
Foto: Landesarchiv
Saarbrücken (Actuelle -118)

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< Originalschild an JoHos Dienstfahrzeug (fotografiert
im Polizeimuseum Saarbrücken)

Der Citroën 11 CV (Foto
rechts) mit dem Kennzeichen 2145 - OE 9 war eines der
Dienstfahrzeuge des Ministerpräsidenten.
Der "offizielle" Fahrer Johannes Hoffmanns war seit Ende der 40er
Jahre Karl Ristau (man
sieht ihn auf dem Foto links unten am Steuer sitzen). Manchmal, besonders nach seinem
Rücktritt 1955, fuhr ihn auch Peter Birk (auch im Foto links oben zu
sehen). Dessen
Tochter erzählte 2007 der Saarbrücker Zeitung,
..:
... dass ihr
Vater das Auto rund um die Uhr bereitzuhalten hatte,
falls der Ministerpräsident gefahren werden musste.
"Da durfte er das Auto auch privat nutzen, und
ich durfte oft mitfahren", erinnert sie sich. Es
war ein "11-er Citroen", das sei das normale
Dienstfahrzeug gewesen. Daneben habe Hoffmann auch noch
einen größeren, einen 15-er Citroën
gehabt, den er benutzte, wenn es zu repräsentativen
Terminen oder langen Fahrten ging. Unser Bild
zeigt Ruth Müller-Birk als Kind auf der Kühlerhaube
des Dienstfahrzeuges, ihren Vater rechts neben ihr.
Links steht Alois Weyand, ein Bekannter ihres Vaters.
"Es war sehr schön, wenn ich mitfahren durfte",
erinnert sich Ruth Müller-Birk.
(Kursiv
gedruckter Text und Foto: SZ vom 13.6.2007)
Weitere Dienstwagen der Regierung:

Am Steuer des Citroën im linken Bild sitzt JoHos "offizieller"
Chauffeur Karl Ristau. Fotos: Landesarchiv (Actuelle-367)

Foto: Landesarchiv Saarbrücken
Foto:
© Walter Barbian (http:///www.saarlandarchiv-walter-barbian.eu)
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Johannes Hoffmann,
Ministerpräsident "im Dienste des Saarlandes"
Dieser Abschnitt ist derzeit noch in Arbeit.
Hier zunächst einige Fotos aus dem politischen
Wirken des Ministerpräsidenten, die später
in einen textlichen Zusammenhang gebracht werden.
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15. Dezember 1948
JoHo, Grandval und zwei französische
Minister vor dem Ehrenmal für die Opfer des Nationalsozialismus
an der Neuen Bremm.
V. l. n . r.:
Ministerpräsident Johannes
Hoffmann, Erziehungsminister Yvon Delbos,
Außenminister Robert
Schuman und Hochkommissar Gilbert Grandval.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 539 C). |
Empfang des französischen
Außenministers Georges Bidault am 20. Dezember
1952 auf Schloss Halberg. Neben Johannes Hoffmann sitzt
General Josef Andlauer.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 540_2 C). |

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JoHo und Gilbert Grandval
nehmen in Saarlouis eine Parade zum 14. Juli (dem französischen
Nationalfeiertag) ab - und es regnet.
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 547 C). |
Joho und Gilbert Grandval
(Mitte) bei einer anderen Parade, diesmal vor dem Saarbrücker
Rathaus, wiederum im Regen. Anlass war ein Besuch des
Oberkommandanten General Marie Pierre König (im
Bild links).
Foto: Landesarchiv Saarbrücken
(B 545_2a D) |

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Fotos von Regierungsmitgliedern
und dem Ministerpräsidenten waren gefragt - aber
rar...
Das Informationsamt teilt in
einem Rundschreiben vom 20. Mai 1954 mit:
"Auf die verschiedenen Anfragen
nach Fotos der Mitglieder des Kabinetts und weiterer
führender Persönlichkeiten der Regierung muss
immer wieder eine Absage erteilt werden, bzw. müssen
die Antragsteller an die verschiedenen Ministerien oder
an die Sekretariate der politischen Parteien verwiesen
werden. Folgende Fotos, wie in der Anlage beigefügt,
sind vorhanden: ..." Dann werden drei Fotos genannt,
zwei von JoHo und je eines von den Ministern Erwin Müller
und Dr. Heinz Braun.
"Aufnahmen einer Kabinettssitzung
bzw. einer anderen Gruppen- oder Teilaufnahme des Kabinetts,
sowie sonstige Einzel- und Gruppen-
aufnahmen von leitenden Regierungsmitgliedern.
die auch sehr oft angefordert werden, sind im Archiv
des Informationsamtes nicht vorhanden. Ich wollte dies
nur mitgeteilt haben, da die dauernden Absagen und Verneinungen
oft Unbehagen, ja sogar Unwillen hervorrufen." |
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Im Jahr 1950 wird Johannes Hoffmann das Ehrenbürgerrecht der Stadt Saarlouis verliehen.
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Anton Merziger, der seit 1949 Bürgermeister von Saarlouis ist, lädt ihn 14 Tage vorher zu der Verleihung ein:

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Mit dankbarer Freude und berechtigtem Stolz bringe ich Ihnen,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
den Beschluss des Stadtrates Saarlouis zur
Kenntnis, der Ihnen das
E
H R E N B Ü R G E R R E C H T
der Stadt Saarlouis
verliehen hat. Der Stadtrat betrachtet es
als seine Pflicht, Ihre besonderen Dienste um den Wieder-
aufbau unserer stark geprüften Heimatstadt Saarlouis in dieser Weise gebührend
zu würdigen. Die feierleiche Überreichung
der Ehrenurkunde soll am 1. Oktober 1950
um 10.15 Uhr im Gobelinsaal erfolgen und
symbolhaft mit der Feier der Grundsteinlegung
des Westblocks des Geschäftshäuserneubaus
verbunden werden.
|

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Die
Innenseite des Ehrenbürgerbriefes Vergrößerung
des Textes auf der Innenseite
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Der katholische Kirchenchor seines
Geburtsorts Landsweiler-Reden (heute Teil der Gemeinde Schiffweiler)
ernennt Johannes Hoffmann am
16. August 1953
anlässlich der Feier seines 50-jährigen
Bestehens zu seinem Ehrenmitglied. Dabei wird ihm diese Urkunde
überreicht.>
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Foto: R. Freyer. Die Urkunden
und der Brief sind im Bestand des Heimatvereins Düppenweiler. |
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Aus dem Familienleben
des Ministerpräsidenten
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Johannes Hoffmann heiratete am
1. Juli 1919 die vier Jahre jüngere Frieda Krause aus Reppist, einem kleinen Ort
in der Nähe von Senftenberg im niederschlesischen
Teil der Oberlausitz. Sie bekamen sechs Kinder, 3 Söhne
und 3 Töchter: Hans-Jakob (* 17. Mai 1920, er wurde Oblatenpater);
Heinz-Joachim
(* 15.06.1923,
er fiel 1943 in der Nähe von Smolensk); Theophila (* 24.8.24, verheiratete Linsenmaier, 6 Kinder);
Regina (* 09.06.27, verwitwete Welsch,
4 Kinder); Franz
Heribert (*16.03.36,
4 Söhne); Christa
(* 16.03.36,
verheiratete Winkelheide, 2 Kinder). JoHo hatte also
insgesamt 16 Enkel.

In diesem Gebäude
in der Reppersbergstr. 64 war JoHos Dienstwohnung. |
Der Wohnsitz
der Hoffmanns
Johannes Hoffmann
wohnte mit seiner Familie nach ihrem Umzug
aus Luxemburg ins Saarland im September
1945 zunächst in der Haldystraße in Saarbrücken.
Kurze Zeit später wohnte die Familie
im Haus Nr. 21 Am Staden, Ecke Lessingstraße.
Im
April 1949 bezog Johannes Hoffmann mit seiner
Familie die Dienstwohnung Reppersbergstraße 64 (Foto links), in der er während
seiner gesamten Zeit als Ministerpräsident
wohnte. (Quelle:
Christa Winkelheide)
Der Sohn eines der
damaligen Angehörigen des Saarbataillons,
die u.a. auch das Wohnhaus der Hoffmanns
bewachten, berichtete mir von Erzählungen
seines Vaters, nach denen JoHo öfter
mal mit einem halben Kuchen zu den Beamten
heruntergestiegen kam, um ihnen eine kleine
Freude zu machen.
(Foto: Landesarchiv
Saarbrücken, Staatl. Bildstelle B 515_1
C). |
Foto rechts: Dasselbe Gebäude
im Juli 2008. Es hat sich äußerlich kaum
verändert, auch die haushohe Fahnenstange steht
noch an derselben Stelle.
Nachdem die Familie Hoffmann
1956 ausgezogen war, war das Gebäude viele Jahre
lang Sitz des saarländischen Finanzgerichts. Ende
der 90er Jahre soll es ein Rechtsanwalt gekauft haben. Foto:
R. Freyer
______________________________________________
Kurze Zeit nach seinem Rücktritt (1955)
vom Amt des Ministerpräsidenten verlegte JoHo den
Wohnsitz seiner Familie in die Graf-Philipp-Str. 13. Ab ca.1959 wohnten
sie bis zu seinem Lebensende in Düppenweiler (heute Ortsteil der Gemeinde Beckingen), und
zwar oben auf dem Litermont. Schon vorher hatte er dieses
Haus an Wochenenden als Jagdhaus benutzt, später
ließ er es zum Wohnaus ausbauen. Heute ist es
wieder bewohnt; es ist aber so von Bäumen und Gestrüpp
umwachsen, dass man es von der Straße aus nicht
sehen kann.
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Eine Postkarte des Hauses aus
den 60er Jahren. Foto unten: Der Name "Johannesruh"
steht noch heute an der Einfahrt zu dem
Grundstück. v
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Familienfeiern im Hause der
Hoffmanns

Hochzeit seiner jüngsten Tochter Christa
in der katholischen Pfarrkirche "St. Leodegar"
in Düppenweiler
Familienfotos:
Heimatverein Düppenweiler Bei der Feier zur Erstkommunion einer Enkelin
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Nach dem Tode Johannes
Hoffmanns
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"Heimat - für
Dich!"
Ministerpräsident Johannes Hoffmann
starb am 21.9.1967
im Alter von 76 Jahren in Völklingen.
..................
Johannes Hoffmann starb am 21. September 1967, wenige
Tage nach einem zweiten Schlaganfall, im Völklinger
Krankenhaus St. Michael. Vier Tage später fand
ein Sterbeamt in der Pfarrkirche St. Ludwig am Großen
Markt in Saarlouis statt, das sein Sohn, Oblatenpater
Hansjakob Hoffmann, zelebrierte. Die Trauerrede hielt
Joseph Görgen, Dechant von Saarlouis, und die Einsegnung
erfolgte durch Bernhard Stein, den damaligen Bischof
von Trier. Ein weiteres Sterbeamt fand am darauffolgenden
Tag in Düppenweiler statt.
Am 25. September 1967 wurde
Johannes Hoffmann auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof
"Neue Welt" in der Stadt Saarlouis beerdigt,
deren Ehrenbürger er seit 1950 war (siehe Ehrenbürgerurkunde
weiter oben).
So findet man den Friedhof Neue Welt: Wenn
man die Autobahn 620 bei der Abfahrt 3 (Saarlouis Mitte)
verlässt, stößt man auf die Metzer Straße.
Auf ihr fährt man in Richtung Metz (nicht Richtung Saarlouis Zentrum). Dann biegt man
bei dem im Foto gezeigten Wegweiser in die zweite Straße
rechts ab (Hauptstraße) und findet dann gleich
links den Friedhof. Wenn man dort zunächst ein
Stück geradeaus nach oben geht und dann den ersten
Weg nach rechts nimmt, erreicht man das Grab nach wenigen
Metern.
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Die Grabstätte von
Johannes Hoffmann und
seiner Frau Frieda
(gest. 1973)
auf dem Friedhof
"Neue Welt" in Saarlouis |

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In unmittelbarer Nähe des
Grabes von JoHo befindet sich seit 1984 die Grabstätte
von Dr. Hubert
Ney, der als
CDU- Vorsitzender einer seiner größten politischen
Gegner und später sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten
war.
Die Inschrift lautet: Dr. jur.
Hubert Ney, 12.10.1894 - 3.2.1984, Ministerpäsident
1956 - 1957.

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Nur wenige Meter voneinander
entfernt liegen die Grabstätten der beiden früheren
Kontrahenten:

Elisabeth Ney, die Witwe des
verstorbenen Ministerpräsidenten Dr. Hubert Ney,
soll vor dessen Beerdigung gefragt worden sein, ob es
sie störe, wenn ihr Mann ganz in der Nähe
der Ruhestätte seines einstigen "Widersachers"
beerdigt werden würde. Wie man sieht, hatte sie
nichts dagegen. (Farbfotos: R. Freyer.)
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(Zeitungsannonce Dez. 1990. Regina
Welsch ist die zweitälteste Tochter von Johannes
Hoffmann; sie lebt heute in Saarlouis.) |
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Was erinnert heute im Saarland
noch an Johannes Hoffmann?
Es gibt unzählige Fotos von ihm in zahlreichen
Büchern und Publikationen, und in Saarlouis erinnert
seine Grabstätte an ihn (siehe oben). Aber es gibt noch mehr Erinnerungen:
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1) Im Jahr 2002 wurde der Platz vor der Congresshalle in Saarbrücken
nach ihm benannt.
Dieser trägt seitdem den Namen "Johannes-Hoffmann-Platz". An
der Congresshalle selbst wurde gleichzeitig (links vom
Haupteingang) eine Bronze- Gedenktafel in der Größe 59 x 42 cm angebracht (hergestellt von der Glockengießerei
Mabilon & Co., Saarburg).
Mehrere Straßenschilder
(s.o.) an dem Platz verraten auf einem kleinen Zusatzschild
Namen, Lebensdaten und Titel Hoffmanns.
Über die Benennung des Platzes
nach JoHo war in der Öffentlichkeit eine Zeitlang
sehr kontrovers diskutiert worden.
Die deswegen von einigen Bürgern
angegriffene Stadtverwaltung teilte damals mit, dass
für Namensgebungen von öffentlichen
Straßen und Plätzen nicht die Stadtverwaltung,
sondern der jeweilige Bezirksrat zuständig ist.
Vorschläge kann im Prinzip jeder machen, die Entscheidung
treffen aber die Bezirksräte.
Im
Falle der Benennung des Congresshallen-Vorplatzes nach Johannes Hoffmann
war jedoch auch der Bezirksrat nicht zuständig,
weil dieser Platz rein rechtlich gesehen kein öffentlicher,
sondern ein privater
Platz ist. Deshalb
lag die Zuständigkeit für seine Benennung
ausschließlich bei der Congress-Centrum Saar GmbH. Diese
hatte den Namen aus mehreren von der Bevölkerung
eingereichten Vorschlägen ausgewählt und in
einer Feier am 26. Mai 2002 verliehen.
2) In
Düppenweiler, dem Ort, in dem Johannes Hoffmann
die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, gibt es
oben in der Litermont-Siedlung einen "Johannes-Hoffmann-Weg" (Bild rechts). Dies geht
aber nicht auf eine offizielle Namensgebung der Gemeinde
zurück, sondern auf eine eher private Initiative. |

|
Dieses
Foto: Stefan Haas. Die
Fotos aus Saarlouis, Saarbrücken und
Landsweiler-Reden
: Rainer Freyer. |

3) In der Heimatgemeinde Johannes Hoffmanns,
Landsweiler-
Reden, ist sein Geburtshaus in der Nähe der katholischen Kirche zu finden. Es ist
seit vielen Jahren nicht mehr in dem Zustand, in dem
es damals war (jetzt zweistöckig und mit Treppenhaus).
An seiner Vorderseite ist rechts neben der Haustür
eine kleine (ca. 30 cm breite) Gedenktafel angebracht.
4) Ganz offiziell wurde dieser kleinen
Sackgasse in Saarlouis im Jahr 2005 der Name "Johannes-Hoffmann-Viertel" gegeben.
Sie ist eine Nebenstraße
der Neue-Welt-Straße, unweit des Fried-
hofs "Neue Welt"
gelegen (siehe oben).

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Namensvetter:
Es gab auch andere prominente Persönlichkeiten, die denselben Namen trugen und in derselben Zeitspanne lebten wie JoHo, allerdings außerhalb des Saarlandes.
Johannes Hoffmann (1867 bis 1930) war ein bayrischer Sozialdemokrat, der 1918/19 Kultusminister und 1919/20 Ministerpräsident des Freistaats Bayern war. In Wollmesheim bei Landau in der Pfalz gibt es eine Johannes-Hoffmann-Straße, die nach ihm benannt ist.
Johannes Hoffmann (1989 - 1960) war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei. Er war vor 1933 und nach 1945 Mitglied des Kreistages Bonn-Land und 1949/50 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen.
Von 1951 bis 1953 war er Mitglied des Deutschen Bundestags.
"JoHo" ist nicht einmalig! ;-)
Wie schon oben im Vorwort erwähnt, war das Kürzel
"JoHo"
für Johannes
Hoffmann kein Schimpfwort. In der heutigen Zeit
gibt es noch einige ganz andere Verwendungen
dieses Kürzels:
In Dortmund
gibt es ein Johannes-Hospital, das im Volksmund "das Joho" genannt wird.
In Wien existiert eine Kooperative Mittelschule
am Johann Hoffmann
Platz 19. Deren Bilbliothek heißt "JoHo-Schulbibliothek" (genau so geschrieben). Johann
Hoffmann war im 17. Jh. ein Nürnberger Kupferstecher
und Kartenverleger. Er hatte auch eine Karte von Wien heraus-
gegeben.
In Freising
(Bayern) gibt
es das Josef-Hofmiller-Gymnasium;
es führt "JOHO" als Schul-Emblem.
In Japan gibt es eine Zeitschrift mit
dem Namen "Nihon Toshokan Joho
Gakkai-shiu" (Journal of Japan Society of Library
and Information Science). |
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Literaturangaben:
- Brigitte Steinle: Johannes
Hoffmann - ein Leben.
Saarbrücken: Verl. Die Mitte, 1990. Frau Steinle
ist eine Enkelin von JoHo.
- Gestier, Markus (Hrsg.):
Johannes Hoffmann - Eine erste Bilanz.
Malstatter Beiträge der
Union Stiftung. Blieskastel 2004.
- Hoffmann, Johannes: Das
Ziel war Europa. Der Weg der Saar 1945-55. München, Wien 1963.
- Küppers,
Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie
eines Deutschen. Droste-Verlag
2008.
- Reichert, Werner: Der Dicke
muss weg. Ein
Saar-Roman, Dillingen/Saar 1980.
Weitere Literaturangaben auf
der Seite Danke, Links und Literatur.
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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am
29.12.2009
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