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Johannes Hoffmann

 

 

(genannt JoHo)

 

 

lebte von 1890 bis 1967 und war der erste

  

Ministerpräsident des Saarlandes

 

vom 21. Dezember 1947 bis zum 23. Oktober 1955.

  

 


 

 Weitere Seiten über Johannes Hoffmann auf Saar-Nostalgie:    -   Attentat auf JoHo (Versuchtes Briefbomben-Attentat im Februar 55)

 - JoHo zu Besuch in Rohrbach am Johannestag1948                     -  JoHo in Bous/Wadgassen bei der Einweihung der Saarbrücke 1951

 


 

 

 Inhalt dieser Seite::

 A - Vorwort

 B - Die Lebensgeschichte Johannes Hoffmanns vor 1945

 C - Von 1945 bis zur Wahl zum Ministerpräsidenten

 

D - Aus der Amtszeit als 1. Ministerpräsident des Saarlandes

E - Aus dem Familienleben der Hoffmanns

F - Nach dem Tode Johannes Hoffmanns

G - Äußere Zeichen der Erinnerung an JoHo im Saarland

 

 

 


 

A) Vorwort (von Rainer Freyer)                                       

 


 

Während der "Völkerbundzeit" des Saargebietes (1920 - 1935) plädierte Johannes Hoffmann zunächst vehement für den Wiederanschluss der Saar an das Deutsche Reich. Schon bald nach der Machtergreifung Hitlers warnte er aber vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Um sein Heimatland vor Hitler zu bewahren, kämpfte von da an für die Beibehaltung des "Status quo", durch den die Selbstständigkeit des Saargebiets erhalten geblieben wäre. Als sich die Bevölkerung aber 1935 für den Anschluss an Deutschland entschieden hatte, musste er vor den Nazis flüchten. Er ging ins Exil nach Brasilien. Bei seiner Rückkehr kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs konnte er sich nicht mehr vorstellen, dass die Saar im Schoße des vom 3. Reich übrig gebliebenen Deutschlands gut aufgehoben sein könnte. Deshalb bemühte er sich darum, sie in einem von Deutschland unabhängigen Staat wieder selbstständig werden zu lassen. Als dieser Ende 1947 gegründet wurde, wurde JoHo sein erster Ministerpräsident.

Viele Saarländer sagen, Johannes Hoffmann habe in diesem Amt viel Gutes für ihr Land getan. Man hält ihm z.B. zugute, dass er durch sein politisches Verhalten einen vollständigen Anschluss des Saargebietes an Frankreich verhindert hat. Es ist auch unbestritten, dass er und seine Regierung viel dazu beigetragen haben, die schrecklichen Folgen des Krieges möglichst rasch zu lindern. Sie förderten intensiv den Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Wohnungen und leisteten auf wirtschaftlichem und sozialen Gebiet eine wertvolle Aufbauarbeit.

Dies alles hätten sie sicher nicht ohne Unterstützung von außen zustande bringen können, z.B. durch die ins Land geflossenen Marshallplan-Gelder, aber auch nicht ohne die Hilfe Frankreichs. Die Franzosen hatten gute Gründe dafür, dem Saarland und seinen Menschen unter die Arme zu greifen, weil sie sich im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen die Industrie und die Kohlenvorräte unseres Landes zu Nutze machen wollten.

Auf der anderen Seite wird Hoffmann vorgeworfen, dass in seiner Regierungszeit Grundrechte (wie die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit) eingeschränkt und polizeistaatliche Methoden angewandt wurden. In den ersten Jahren nach dem Krieg sind auch Menschen aus dem Saarland ausgewiesen worden. Später wurden pro-deutsche Parteien lange Zeit verboten bzw. nicht zugelassen. Die meisten dieser Maßnahmen ergriff die saarländische Regierung auf Anordnung Frankreichs. Die Franzosen drängten auf die strikte Einhaltung jener Vorgaben, die sie selbst in der Präambel der Saar-Verfassung hatten verankern lassen und durch die die wirtschaftliche Abtrennung des Saarlandes von Deutschland festgeschrieben wurde.

So musste Johannes Hoffmann ständig versuchen, einerseits für die Befriedigung der Bedürfnisse seiner Bürger zu sorgen, andererseits aber die teilweise harten Forderungen Frankreichs zu erfüllen. Es wird berichtet, dass er häufig harte Auseinandersetzungen mit Gilbert Grandval hatte, bei denen er sich nicht immer durchsetzen konnte und als Folge davon oft auch unpopuläre Entscheidungen treffen bzw. hinnehmen musste.

Aus all diesen Gründen war und ist Johannes Hoffmann eine umstrittene Persönlichkeit, und die Einstellungen der Menschen ihm gegenüber sind bis auf den heutigen Tag zwiespältig. Auf dieser Website wird versucht, ihn möglichst neutral und objektiv als Mensch und Politiker zu beschreiben und darzustellen.

 

Anmerkung: Obwohl diese Website in der Hauptsache das Saarland in der Zeit von 1945 bis 1959 beschreibt, erscheint es uns wichtig, an einigen Stellen auch über die Vorgänge und Zusammenhänge der vorangehenden und nachfolgenden Epochen zu berichten. Man kann dann oft die Ereignisse und Entwicklungen der betrachteten Zeitspanne besser verstehen und einordnen. Wenn Sie ausführlichere Informationen über diese Zeiten vor oder nach der eigentlichen Saarstaatzeit erhalten möchten, ziehen Sie bitte die einschlägigen Werke der Fachliteratur zu Rate (siehe Verzeichnis am Ende dieser Seite).

 

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Das Kürzel "JoHo" war nicht etwa ein Schimpfwort, sondern eine Kurzform des Namens Johannes Hoffmann, mit der er u.a. seine Zeitungsartikel signierte. Es wurde auch in der Familie Hoffmann "liebevoll" verwendet: So soll ein Enkelkind einmal gesagt haben: "Mein Opa, das ist der JoHo!", und der Opa soll darüber geschmunzelt haben. Von seinen Gegnern wurde es natürlich, z.B. im Abstimmungskampf 1955, häufig in abfälligem Ton gebraucht (zusammen mit Sprüchen wie "Der Dicke muss weg" u.ä.). Mehr dazu finden Sie im Kapitel Volksabstimmung.

 

 


 

Wenn Sie die Geschichte Johannes Hoffmanns vor 1947 (Punkt B und C) überspringen möchten, können

 

Sie über diesen Link direkt zu seiner Zeit als Ministerpräsident des Saarstaats (Punkt D bis G) gelangen.

 

 

(Der ausführliche Lebenslauf beginnt weiter unten!)

 

 

 

Anmerkung: Einige der auf dieser Seite gezeigten Dokumente aus dem Leben Johannes Hoffmanns wurden vor einigen Jahren dem ehemaligen "Kultur- und Heimatverein Düppenweiler" übereignet. Dessen Museumsbestand ist jetzt im Besitz der "Stiftung Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen".(Düppenweiler ist heute ein Teil dieser Gemeinde). Sie wurden uns freundlicherweise zur Verwendung auf dieser Webseite ausgeliehen.    

 

   

 

Der tabellarische Lebenslauf wurde vom Heimatverein Düppenweiler erstellt. - Die Karikatur von Joho mit gefalteten Händen (weiter oben) ist von STiG  (Roland Stigulinsky).

 

 

 

B) Die Lebensgeschichte Johannes Hoffmanns vor 1945 (Text Rainer Freyer)

 


 

Johann Viktor Hoffmann wurde am 23. Dezember 1890 in Landsweiler-Reden gebo- ren [Landsweiler gehört seit 1974 zur Gemeinde Schiffweiler.] Später nannte er sich nur noch Johannes Hoffmann. Er hatte insgesamt sieben Geschwister. Schon früh schrieb er in der Neunkirchener Zeitung Artikel und Berichte über seine Saarheimat und ihre Menschen.

 

Da der erste Sohn der Familie bereits mit fünf Jahren gestorben war, sollte Johannes als nunmehr ältester Sohn Priester werden. So besuchte er das bischöfliche Konvikt in Trier zur Vorbereitung auf diesen Beruf. Aber nach einiger Zeit gelangte er zu der Erkenntnis, dass er dazu nicht genügend berufen war. Daher verließ er nach dem Abitur 1912 das Konvikt in dem Glauben, sich für seine Heimat und deren Menschen auf andere Weise besser und effektiver einsetzen zu können. In Freiburg nahm er ein Studium der Philologie und Philosophie auf. Zu Beginn des 1. Weltkriegs meldete er sich wie viele andere Studenten als Kriegsfreiwilliger und diente bis 1918. Für seine Verdienste wurden ihm das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse sowie der Eiserne Halbmond (er kämpfte u.a. in der Türkei) verliehen.

 

Bei Kriegsende kam er gesundheitlich stark angeschlagen nach Berlin. Dort begann er ein neues Leben, fern der Heimat. Ab 1919 studierte er Volkswirtschaft, und am 1. Juli 1919 heiratete er die vier Jahre jüngere Frieda Krause, die ihm insgesamt sechs Kinder schenkte (siehe unten "Aus dem Familienleben...").

 

Beruflich wandte er sich immer mehr dem politischen Journalismus zu. Er arbeitete in verschiedenen Redaktionen und in einer Nachrichtenagentur, zeitweise auch in anderen deutschen Städten,u.a. in Saarbrücken. Hier gründete er 1920 die "Saarkorrespondenz" und leitete sie eine Zeitlang. Er näherte sich der Deutschen Zentrumspartei an und lernte einige ihrer führenden Politiker kennen.

 

Johannes Hoffmann und Frieda Krause bei ihrer Verlobung 1919.

Fotos: Oben: Landesarchiv Saarbrücken. Links: Privatarchiv Christa und Josef Winkeheide, Köln.

 

Matrikeleintrag der philosophischen Fakultät der Humboldt-Universiät Berlin vom 14.2.1919. Hoffmanns Geburtsort ist als "Landsweiler, Rheinland, Preußen" aufgeführt

 

Im Herbst 1929 verließ er Berlin mit seiner Familie. Er kehrte in seine Heimat zurück, um dort Chefredakteur der größten katholischen Tageszeitung der Saar, der "Saarbrücker Landeszeitung" zu werden. Das Territorium des Saargebiets war nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag (vom 28. Juni 1919) vom übrigen Deutschland abgetrennt,wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen und unter Völkerbundverwaltung gestellt worden. Nach fünfzehn Jahren sollte die Bevölkerung darüber abstimmen, ob sie fortan zu Frankreich oder Deutschland gehören wollte oder ob der bisherige Zustand beibehalten werden sollte ("Status quo"). Hoffmann hatte es sich zunächst zu seinem unabdingbaren Ziel gesetzt, an der Rückkehr seiner Heimat nach Deutschland mitzuwirken. Noch im November 1930 äußerte er auf einer Kundgebung in Dortmund, dass ihm nichts wichtiger sei als die Heimkehr der Saar ins Deutsche Reich. Foto rechts: Stadtarchiv Saarbrücken.

 

Mit den ersten Parteien- und Presseverboten, der beginnenden Ächtung der Juden und der Einrichtung von Konzentrationslagern im Reich zeichnete sich allmählich ab, in welche Richtung die Macht- bestrebungen Hitlers zielten. Nun kamen Hoffmann Bedenken an der Richtigkeit seines bisher verfolgten Ziels der baldigen Rückgliederung der Saar an Deutschland. Schließlich wurde er zum entschiedenen Gegner Hitlers und dessen radikal rechtsgerichteten Einstellung. Als er sich 1934 weigerte, einen Artikel zum einjährigen Bestehen des Hitler-Regimes abzudrucken, wurde er kurzerhand als Chefredakteur bei der Landeszeitung entlassen. Er gründete daraufhin die "Neue Saarpost", um seine Landsleute über die Gefahren einer Rückkehr der Saar wegen der sich abzeichnenden faschistischen Machenschaften des Hitler-Regimes aufzuklären und sie von der Notwendigkeitder Beibehaltung des Status quo zu überzeugen. Der Trierer Bischof Bornewasser richtete sich gegen diese Einstellung und trat vehement für eine Rückkehr ein. Für Hoffmann und seine Gleichgesinnten wurde es immer schwieriger, gegen diese Haltung der Kirche anzukämpfen. Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 zeigte, dass nur 8,8 % der Stimmen für den Status quo abgegeben wurden, 0,4 % für einen Anschluss an Frankreich und 90,36 % für eine Vereinigung mit Deutschland.  Foto oben: Stadtarchiv Saarbrücken.

Bereits kurz nach der Volksabstimmung war Hoffmann klar, dass er aufgrund des eindeutigen Wahlergebnisses und seiner hitlerfeind-lichen Haltung Verfolgung durch die Gestapo und Einweisung in ein Konzentrationslager befürchten musste. So blieb ihm nichts anderes übrig, als in die Emigration zu gehen. 1936 stand sein Name auf einer Liste 'deutschfeindlicher' Journalisten, und 1939 wurde er von der SS wegen seiner separatistischen Tätigkeit bei der 'Neuen Saarpost' als Hochverräter eingestuft [1]. Er ging zunächst mit seiner Familie nach Forbach; im Mai 1935 gelangten sie nach Luxemburg. Hoffmann konnte als Asylsuchender dort keine Arbeit erhalten, hatte aber einige Geldmittel von der Saar mitgebracht. So konnte er 1937 nahe Peppingen bei Bettemburg einen Bauernhof pachten (s. Bild rechts), um den Lebensunterhalt für sich und seine Familie in der Landwirtschaft zu sichern. Gelegentlich arbeitete er auch als freier Mitabeiter für das von den Nazis als deutschfeindlich eingestufte "Luxemburger Wort" [2]. Kurz nach dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde der Familie im Juni 1939 die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Im Januar 1940 fuhr Hoffmann nach Paris, um in der deutschsprachigen Emigrantenredaktion von Radio Strasbourg, das von Paris aus sendete, als Sprecher (und wahrscheinlich Redakteur) zu arbeiten und den Umzug der Familie vorzubereiten.Als aber die deutschen Truppen im Mai 1940 ihren Westfeldzug begannen und die Beneluxländer angriffen, konnte er nicht mehr zurück. Seine Familie musste bis zum Kriegsende in Luxemburg bleiben, was für Hoffmann ein großes Unglück bedeutete. Er selbst musste nun vor den Deutschen aus Paris fliehen und gelangte in einer vierwöchigen, gefahrvollen Fußwanderung durch das besetzte Frankreich über die Bretagne nach Marseille. Von dort aus wollte er mit 40 Gefährten über Portugal nach Brasilien auswandern. Nur unter den größten Schwierigkeiten konnten Dr. Hermann Mathias Görgen, Pfarrer Franz Weber und einige andere Helfer ihm in seiner Abwesenheit einen tschechischen Pass und weitere für die Ausreise notwendige Papiere besorgen. Sie wurden zum Zwecke der Tarnung auf den Namen Jean Jacques Hoffmann ausgestellt.

 

 

Oben: Ausschnitt aus einem späteren Plakat zur Volksabstimmung 1955, mit dem die DPS kritisierend auf die Tätigkeit JoHos beim deutschsprachigen Radio Strasbourg in Paris anspielte.

(Das vollständige Plakat finden Sie hier.)

 

 

Mit Hilfe eines Paters gelangte Hoffmann schließlich auf einer nerven-aufreibenden viertägigen Reise von Südfrankreich durch Spanien nach Lissabon [3]. Von dort aus brachte ihn wenige Tage später ein Dampfer (siehe Foto unten) in einer 40-köpfigen Gruppe von Emigran-ten über den Atlantik nach Rio de Janeiro. Sie trafen dort am 11. Mai 1941 ein.

 

Links: Telegramm der Gruppe "Les Intellectuels" einen Tag vor Ablegen des Schiffes an Hermann Görgen ("Postlagernd"), der schon in Lissabon weilte.

 

 

 

Auf der "Cabo de Hornos" ("Kap Horn") gelangte Johannes Hoffmann 1941 mit einer Gruppe weiterer Exilanten von Lissabon aus nach Rio de Janeiro in Brasilien.

 

Das Foto rechts zeigt Johannes Hoffmann am 2. Juni 1941, als er kurz nach seiner Ankunft im Exil von den brasilianischen Behörden fotografiert wurde (Passfoto).

 

Während seines Exils in Brasilien lebte Johannes Hoffmann die meiste Zeit über in Rio de Janeiro. Zunächst hatte er mit gesundheitlichen Problemen wegen der Umstellung auf das fremde Klima sowie mit ständigen wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen. Er arbeitete zeitweise in der Bibliothek eines Benediktinerklosters und konnte sich schon nach einem Jahr flüssig in brasilianischem Portugiesisch unterhalten. 1943 wurde er - durch Vermittlung des früheren Präsidenten der Völkerbundkommission in Saarbrücken, Geoffry Knoxx - als eine Art Butler beim kanadischen Botschafter in Rio, Jean Désy, fest eingestellt. Er betreute die beiden Kinder und half mit, den Haushalt zu besorgen. [4] Er war nun zwar finanziell abgesichert, hatte aber weiterhin unter einer instabilen Gesundheit zu leiden. Es quälten ihn jedoch auch heftige seelische Depressionen,hervorgerufen durch den Verlust seiner Saarheimat und die Sehnsucht nach seiner Familie. Als er Ende 1943 erfuhr, dass sein zweiter Sohn, Heinz-Joachim, im Juni im Alter von knapp 20 Jahren nahe Smolensk gefallen war [5], brach es ihm schier das Herz [6]. Er musste noch bis Mitte 1945 warten, bevor er seine Heimat, seine Frau und fünf seiner sechs Kinder wiedersah.

 

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Anmerkungen zum Teil C):

 

[1] Küppers, Heinich. Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Seite 188.

[2] Ebd., S. 189, Anm. 9.

[3] Hoffmann, Johannes. Am Rande des Hitlerkrieges. S. 126 f.

[4] Steinle, Brigitte. Johannes Hoffmann - ein Leben. S. 46, und Küppers, a.a.O. S. 261 ff.

[5] Steinle, a.a.O., S. 34.

[6] Küppers, a.a.O., S. 198 und S. 276; Hoffmann, Johannes. Das Ziel war Europa. S. 16.

 

 

Weitere Quellen und ausführliche Literaturangaben zu Johannes Hoffmann finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

 

  


 

 

C) Von der Rückkehr aus der Emigration bis zur Wahl zum Ministerpräsidenten

 

(Text von Stefan Haas, überarbeitet und illustriert von R. Freyer)

 


 

 

'Es galt nun wieder anzufangen. Nach einem totalen Zusammenbruch konnte es nur ein totales Neubeginnen sein.'

(Hoffmann, Das Ziel war Europa, S. 19)  

 

Nach knapp viereinhalb Jahren im Exil in Brasilien reiste Johannes Hoffmann am 26. August 1945 von Rio de Janeiro aus in die Heimat zurück. Europäischen Boden betrat er nach zwölf Tagen Überfahrt am 6. September 1945 in Frankreich, im Hafen von Marseille. Hoffmann kehrte als einst Ausgebürgerter und somit Staatenloser zurück, der nicht wissen konnte, von wem er wie empfangen wurde, wer noch als Freund zu gelten hatte und wer nicht. [1]

 

Hoffmann wurde nicht von den Franzosen aus dem Exil geholt

 

Weil Hoffmann relativ früh aus dem brasilianischen Exil zurückkehrte, wurde von seinen politischen Gegnern später kolportiert, Paris habe den Emigranten aus dem Exil geholt, um einen zuverlässigen Gehilfen für seine Saar-Politik zu gewinnen. Dies wird von Heinrich Küppers in seiner Hoffmann-Biografie entschieden widerlegt: „Ausschlaggebend für Hoffmanns frühe Rückkehr war nicht irgendein Angebot aus Frankreich, sondern allein ein kaum zu bändigender Wille, die Heimat und die Familie wiederzusehen." [2] Hoffmann habe trotz aller Enttäuschungen seit 1933 nicht resigniert und wollte in die Pflicht genommen werden. Darüber hinaus weist Küppers nach, dass Hoffmann in Rio durch seine Anstellung in der kanadischen Botschaft die Schiffsreise nach Europa selbst finanzieren konnte - und somit nicht auf fremde finanzielle Hilfe angewiesen war. Frankreichs Hilfe bei der Rückkehr bestand allein in der Erteilung eines Einreisevisums für den staatenlosen Hoffmann. [3]

 

Die Wiedervereinigung der Familie Hoffmann

 

Von Marseille aus wandte sich Hoffmann direkt nach Paris (Ankunft am 8. September), um seinen ältesten Sohn Hans-Jakob zu treffen, der dort katholischer Ordensgeistlicher bei den Oblaten geworden war. Die Zentrale der Oblaten in Frankreich in der Rue de l'Assomption galt seit 1941, als sich Vater und Sohn auf der Flucht zum letzten Mal sahen, als ausgemachter Treffpunkt nach Kriegsende. Doch dort angekommen musste Hoffmann noch eine Woche warten, bis er seinen Sohn nach Jahren der Trennung endlich wieder sehen konnte. Danach fuhren die beiden gemeinsam nach Luxemburg - und die Familie wurde wieder vereint. Nun wurde die Rückkehr ins Saarland vorbereitet.

 

Zurück an der Saar

 

Mitte September 1945 fuhr Hoffmann für zwei Tage nach Forbach, um dort einen alten Freund und Kollegen, Franz Singer, zu treffen. [4]. Beide kannten sich aus gemeinsamen Zeiten bei der „Saarbrücker Landeszeitung“, bis sich ihre Wege 1934 trennten. (Singer sollte später u.a. Wirtschaftsminister, Kultusminister und Saarbrücker Bürgermeister werden.) Die Begegnung mit Singer war wichtig für Hoffmann, denn was für ihn "zunächst zählte und was er suchte, das war ein Stamm von Freunden gleicher politischer Gesinnung und festen Willens, um nach einem totalen Zusammenbruch eine freiheitliche und gerechtere Welt zu bauen.“ [5] Sie tauschten Erinnerungen und Gedanken über die Vergangenheit aus und versuchten, sich ein Bild von Gegenwart und Zukunft zu machen. [6] Am Morgen nach seiner Zusammenkunft mit Singer fuhren sie gemeinsam mit der Eisenbahn nach Saarbrücken.

 

„Als der Zug sich der großen Eisenbahnbrücke am Eingang nach Saarbrücken näherte, verlangsamte er sein Tempo. Die Brücke war nur notdürftig wieder hergestellt. So konnte ich schon vom Zuge aus langsam das Bild der zerstörten Stadt in mich aufnehmen. Es war ein schauriges Bild, das mir die Heimat bot, in die ich, als Ausgestoßener zu den Ausgestoßenen, heimkehrte.“ Sein erster Gang führte ihn in Saarbrücken zusammen mit einigen Freunden „zum Rathaus, das ich unter all den Trümmern, die um uns herum zum Himmel starrten, allein wohl kaum gefunden hätte.“ [7]

 

Trotz aller widrigen Umstände fand er bald eine Wohnung für sich und seine Familie. Am 27. September 1945 zogen sie von Luxemburg nach Saarbrücken um. Ihre erste Privatadresse lautete: Am Staden 21. [8]

 

Foto: In dieses Saarbrücken (hier in der Nähe des Theaters) kehrte Hoffmann nach dem Krieg zurück. (Foto: Verlag "Die Mitte", Saarbrücken)

 

In Saarbrücken suchte und fand Hoffmann alte Freunde und Bekannte wieder und begann, ein Netzwerk für die Zukunft zu knüpfen. Hoffmann gehörte nicht zum Kreis der Auserwählten, die als Männer der ersten Stunde Führungspositionen in den Behörden bekleideten. Gemäß Küppers wollte er auch nicht dazugehören - seine Aufmerksamkeit sei zu diesem Zeitpunkt eher seinem eigenen Umfeld zugewandt gewesen. Trotzdem habe es niemanden auf saarländischer Seite gegeben, der so konzentriert an den Aufbau von neuen politischen Strukturen heranging. Und keiner sei dabei so erfolgreich gewesen wie er. [9]

 

Über die Zeitung an die Macht

 

Doch zunächst galt es für Hoffmann, sich beruflich zu etablieren. Also trat er in die Redaktion der Neuen Saarbrücker Zeitung ein, die damals die einzige von der Besatzungsbehörde zugelassene Zeitung war. [10] Für ihn war es wichtig, über ein Medium die Bevölkerung zu erreichen, um sein Hauptziel - die Wiederbelebung des saarländischen Katholizismus und dessen Formierung zu einer schlagkräftigen Partei im Hinblick auf die Kommunalwahlen im September 1946 - erreichen zu können.

 

Dazu wollte er vor allem eine eigene Zeitung gründen, die den katholischen Leser ansprechen sollte. Von diesem Vorhaben konnte ihn auch die französische Militärbesatzung nicht abbringen. Anfang Dezember 1945 trug er seine Bitte nach einem Blatt seiner Vorstellung bei der französischen Militärregierung vor. Aus diesem Anlass traf er auch zum ersten Mal mit Gilbert Grandval zusammen.

 

Seine journalistischen Tätigkeiten und der politische Neubeginn im Sinne einer Autonomie unterstützten ihn beim Aufbau der angestrebten neuen Zeitung. Im Juni 1946 war es dann soweit: Hoffmann bekam die Lizenz für die Saarländische Volkszeitung (SVZ). Sie wurde gedruckt von der neugegründeten „Saarländischen Verlagsanstalt und Druckerei“. Küppers wertet dies folgendermaßen: „Für ihn [Hoffmann] gab es mit der Saarländischen Volkszeitung ein weiteres Sprachrohr der einheimischen Politik, ein Instrument, das zur Wahrung saarländischer Interessen notfalls auch gegen die französische Militärregierung und gegen allzu weit reichende Forderungen Frankreichs eingesetzt werden konnte. (...) [Damit] hatte Hoffmann persönlich ein beachtliches Machtpotential gewonnen." [11]

 

Die Erstauflage dieser neuen Zeitung nach Hoffmanns Sinn betrug am 23. Juni 1946 90.000 Exemplare. [12] Hoffmann wurde ihr Chefredakteur und blieb es, bis er im Dezember 1947 zum Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt wurde. Erst durch diese „journalistischen“ Aktivitäten Hoffmanns fiel der französischen Besatzungsmacht auf, dass hier ein ganz eifriger und wohl auch erfolgreicher Baumeister der saarländischen Autonomie am Werke war.

 

Hoffmann und „seine“ Partei

 

Hoffmann sollte noch nicht ein halbes Jahr zurück in der Heimat sein, als es auf seine maßgebliche Initiative hin zur Gründung der Christlichen Volkspartei (CVP) kam. Als am 13. Dezember 1945 General Koenig als Oberbefehlshaber der französischen Zone die Gründung von politischen Parteien erlaubte [13], stellten sich im Saarland vier Parteien neu auf und wurden von den Franzosen zugelassen. Die CVP war die Partei Hoffmanns, „seine“ Partei, die Partei des christlichen Lagers. Sie wurde am 10. Januar 1946 durch eine konstituierendeVersammlung im Langwiedstift zu Saarbrücken offiziell ins Leben gerufen. Dazu hatte Hoffmann 94 Teilnehmer eingeladen, die fast alle aus Kreisen des saarländischen Katholizismus stammten. [14] Auf dieser Sitzung und Gründungsveranstaltung war Hoffmann die zentrale Figur, alle Personalentscheidungen waren von ihm schon im Vorfeld abgeklärt - er wollte das neue, katholische und autonome Saarland denken und vor allem selbst lenken.

 

In den folgenden Wochen und Monaten sah sich Hoffmann in seiner Position als Parteivorsitzender in der Rolle eines Wahlkämpfers hinsichtlich der anstehenden ersten Kommunalwahlen im Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie waren auf den 15. September 1946 ausgeschrieben. Hoffmann war unermüdlich im Land unterwegs, um Werbung für seine Partei und seine Visionen zu machen. Durch einen für ihn günstigen Ausgang der Wahl wollte er den politischen Gegnern und der französischen Seite zeigen, dass es an der Saar eine breite Zustimmung für den Autonomiegedanken gab. Darüber hinaus wollte er die Franzosen wissen lassen, wer ihr erster Ansprechpartner im Saarland sein sollte - nämlich er selbst. Mit 52,4 % de Stimmen erreichte die CVP bei dieser Wahl die abolute Mehrheit. Natürlich gab es mit dem Wachsen der Partei immer mehr Mitglieder, die sich im Sinne der Autonomie engagierten und verantwortlich zeigten. Hoffmann dachte und lenkte aber von Anfang an, er war das Zugpferd der CVP, die dominante Person in „seiner“ Partei schlechthin.

 

Dementsprechend nutzte also Hoffmann den Wahlkampf, um sich zu profilieren. Dank seiner Tatkraft und Energie wurde ihm ein hohes Maß an Anerkennung zuteil. Jetzt kam es ihm auch in besonderem Maße zugute, der Chefredakteur einer Zeitung zu sein, über die er die Mehrheit der Saarländer erreichen konnte. Der nun an der Saar populär gewordene Hoffmann hielt sich auch nicht mit Kritik an der französischen Besatzungsmacht zurück, und die Saarländer maßen ihm das Format und Stehvermögen zu, das sie aus dieser Notzeit herausführen könnte.

 

Der erste saarländische Ministerpräsident

 

Die folgenden Monate standen für Hoffmann und das ganze Saarland im Zeichen der beginnenden Autonomie des Landes. Hoffmann wollte "Selbstbestimmung so viel wie möglich und Hinnahme der Ansprüche Frankreichs so wenig wie nötig" [15]. Es war ihm klar, dass man vor allem im wirtschaftlichen Bereich die größten Abstriche machen musste.

 

Fast zwei Jahre arbeitete Hoffmann als engagierter Parteipolitiker und als Journalist in gehobener Position. Am 23. Mai 1947 übertrugen die Franzosen ihm die Aufgabe, die Verfassungskommission einzusetzen. Zehn der 20 Sitze dieser Kommission hatte die CVP inne, und Hoffmann wurde zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Nach 22 Sitzungen konnte am 25.September 1947 der Verfassungsentwurf veröffentlich werden. Zehn Tage danach, am 5. Oktober 1947, erfolgte die Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung. Sie sollte die neue Verfassung verabschieden, und mit ihr die für die Franzosen unabdingbare Präambel. Dies erfolgte am 8. November 1947. Danach wurde aus dieser Versammlung der erste saarländische Landtag.

 

Der Gründungsakt des neuen Saarstaates erfolgte durch Inkrafttreten der Verfassung am 15. Dezember 1947. Johannes Hoffmann wurde mit 47 Stimmen bei zwei Enthaltungen zum ersten Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt.

 



[1] Vgl. Hoffmanns rückblickende Gedankengänge in seinem Werk: Das Ziel war Europa. S. 16 f.

[2] Küppers, Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Droste-Verlag 2008. S. 279.

[3] Ebd.

[4] Küppers: Hoffmann. S. 307.

[5] Ebd. S. 308.

[6] Hoffmann: Ziel, S. 19.

[7] Hoffmann: Ziel. S. 21.

[8] Nähere Angaben und Fotos über die weiteren Wohnsitze der Fam. Hoffmann finden Sie im Abschnitt Die Wohnungen der Hoffmanns.

[9] Küppers: Hoffmann. S. 310.

[10] Hoffmann: Ziel. S. 23.

[11] Küppers: Hoffmann. S. 320.

[12] Wie alle saarländischen Zeitungen erschien die Saarländische Volkszeitung zunächst nur einmal in der Woche, vom November 1947        an zweimal und vom Februar 1948 an dreimal.Vgl. Küppers: Hoffmann. S. 321.

[13] Schmidt: Saarpolitik, Band 1. S. 169.

[14] Küppers: Hoffmann. S. 328.

[15] Küppers: Hoffmann. S.395.

 

Weitere Quellen und ausführliche Literaturangaben zu Johannes Hoffmann finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

 


 

 

 D) Aus der Amtszeit als erster Ministerpräsident des Saarlandes

 

  Dieser Abschnitt wird nach und nach ergänzt.

 

 

 

 

Glückwunsch zur Wahl

 

 

Der Bürgermeister von Saarbrücken, Dr. Franz Maria Singer, beglückwünschte den "frischgebackenen" Ministerpräsidenten

am 15. Dezember 1947 mit dieser künstlerisch gestalteten Karte. (Die Signatur des Grafikers endet auf "-meier" - wer war's?)

 

            

 

 

 

 

Der Amtssitz (Staatskanzlei oder

   

Ministerpräsidium): Villa Rexroth

   

  

Im Volksmund wurde dieses Gebäude "Das Weiße Haus" genannt. Es war die frühere herrschaftliche Villa Rexroth. Sie stand in der Schillerstraße (die heute Bismarckstraße heißt) und trug die Hausnummer 13. Sie war also etwa dort, wo sich jetzt das Saarlandmuseum (Moderne Galerie) befindet.  

 

Erbaut hatte sie der berühmte österreichische Architekt Georg Joseph Ritter von Hauberisser, geboren am 19. Mai 1841 in Graz, der auch die Rathäuser in München, Kaufbeuren und Wiesbaden sowie das neue Rathaus in Saarbrücken baute. Ab 1947 war die Villa Amtssitz des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und diente ihm bis zu seinem Rücktrit am 23. Oktober 1955 als Staats- (oder Präsidial-)kanzlei.

 

 

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Danach wurde sie vom Wirtschaftsministerium des Saarlandes mitbenutzt. Der Hausmeister wohnte nebenan in dem Gebäude mit der Hausnummer 11, in dem auch der Polizeiposten stationiert war.

 

Etwa 1965 musste man die Villa abreißen, weil sie über dem alten Saarbett errichtet war und im Laufe der Jahre abzusacken drohte. Eine Rettung des Gebäudes wäre aus finanziellen Gründen nicht tragbar gewesen.

 

Weitere Ansichten des Gebäudes finden Sie auf der Seite Saarbataillon.

 

Fotos: © Landesbildstelle Saarland im LPM, Fotograf: © LPM

 


 

 

Dienstwagen des Ministerpräsidenten und der Landesregierung

 

Der Landesregierung standen mehrere Dienstwagen verschiedener Marken und Typen zur Verfügung:

 

einige Citroën 15 CV-six, mehrere Citroën 11 CV und mindestens ein Mercedes. Folgende Kennzeichen der Dienstwagen sind uns bisher bekannt und auf den Fotos zu sehen:  2486 - OE5 / 2489 - OE5 / 9906 - OE5 / 9972 - OE5 / 9975 - OE5 / 9990 - OE5 und 2145 - OE9.

 

Einer der Dienstwagen, ein Citroën 15 CV-six, mit dem Fahrer Peter Birk, aufgenommen 1952. ©Landesbildstelle Saarland im LPM , Gerd Kügelgen. 

Dienstwagen-Standarte des Ministerpräsidenten   (Foto aus einer

Ausstellung der Polizei im Dienstgebäude auf dem Wackenberg, Saarbrücken)

 

An dem Mercedes, der auf dem Foto rechts den Ministerpräsidenten zu einer Veranstaltung auf dem Saarlouiser Großen Markt gefahren hat, ist vorne an der Fahrerseite die in dem Foto darüber abgebildete Standarte des Regierungschefs angebracht. - -> - -> - -> - -> - -> - -v

(Foto: Landesarchiv Saarbrücken (Actuelle -118)

 

< Originalschild an JoHos Dienstfahrzeug (fotografiert im Polizeimuseum Saarbrücken)

 

Der Citroën 11 CV (Foto rechts) mit dem Kennzeichen 2145 - OE 9 war eines der Dienstfahrzeuge des Ministerpräsidenten.

Der "offizielle" Fahrer Johannes Hoffmanns war seit Ende der 40er Jahre Karl Ristau (man sieht ihn auf dem Foto links unten am Steuer sitzen). Manchmal, besonders nach seinem Rücktritt 1955, fuhr ihn auch Peter Birk (auch im Foto links oben zu sehen). Dessen Tochter erzählte 2007 der Saarbrücker Zeitung, ..:

 

             ... dass ihr Vater das Auto rund um die Uhr bereitzuhalten hatte, falls der Ministerpräsident gefahren werden musste. "Da durfte er das Auto auch privat nutzen, und ich durfte oft mitfahren", erinnert sie sich. Es war ein "11-er Citroen", das sei das normale Dienstfahrzeug gewesen. Daneben habe Hoffmann auch noch einen größeren, einen 15-er Citroën gehabt, den er benutzte, wenn es zu repräsentativen Terminen oder langen Fahrten ging. Unser Bild zeigt Ruth Müller-Birk als Kind auf der Kühlerhaube des Dienstfahrzeuges, ihren Vater rechts neben ihr. Links steht Alois Weyand, ein Bekannter ihres Vaters. "Es war sehr schön, wenn ich mitfahren durfte", erinnert sich Ruth Müller-Birk.  

(Kursiv gedruckter Text und Foto: SZ vom 13.6.2007)

 

 

Weitere Dienstwagen der Regierung:

 

 

    

Am Steuer des Citroën im linken Bild sitzt JoHos "offizieller" Chauffeur Karl Ristau.            Beide Fotos: Landesarchiv (Actuelle-367)

 

    

                                         Foto: Landesarchiv Saarbrücken                                      Foto: © Walter Barbian (http:///www.saarlandarchiv-walter-barbian.eu)

 


           

 

Johannes Hoffmann, Ministerpräsident "im Dienste des Saarlandes"

 

Fotos aus dem politischen Wirken des Ministerpräsidenten.

 

15. Dezember 1948

 

JoHo, Grandval und zwei französische Minister

vor dem Ehrenmal für die Opfer des National- sozialismus an der Neuen Bremm.

 

V. l. n . r.:

Ministerpräsident Johannes Hoffmann, Erziehungsminister Yvon Delbos,

Außenminister Robert Schuman und Hochkommissar Gilbert Grandval.

 

Foto: Landesarchiv Saarbrücken (B 539 C).

 

Empfang des französischen Außenministers Georges Bidault am 20. Dezember 1952 auf Schloss Halberg. Neben Johannes Hoffmann sitzt General Josef Andlauer (er war bereits 1918-19 Saarbefehlshaber und stand nun General de Gaulle politisch sehr nahe [1].)

 

Die Dame vorne rechts im Abendkleid dürfte Madame Grandval gewesen sein (?).

 

Foto: Landesarchiv Saarbrücken (B 540_2 C).

 

 

[1] Sepp Frisch. Die Saar blieb deutsch. Leoni 1956. S. 143.

 

 

Johannes Hoffmann und Gilbert Grandval

 

nehmen in Saarlouis die Parade zum 14. Juli (dem französischen Nationalfeiertag) ab - und es regnet.

 

Im Hintergrund wehen die französische Flagge und die Saarfahne.

 

Foto: Landesarchiv Saarbrücken (B 547 C).

 

    Joho und Gilbert Grandval bei einer Parade vor dem Saarbrücker Rathaus, etwa 1946 - und es regnet ebenfalls...

 

Anlass war ein Besuch des Oberkommandanten der französischen Zone General Marie Pierre König (auf den Fotos jeweils links).

Fotos: Landesarchiv Saarbrücken (B 545_2a D)

 


 

 

Offizielle Fotos von JoHo und anderen Regierungsmitgliedern waren gefragt - aber sehr rar!

 

Das Informationsamt teilt in einem Rundschreiben vom 20. Mai 1954 mit:

 

"Auf die verschiedenen Anfragen nach Fotos der Mitglieder des Kabinetts und weiterer führender Persönlichkeiten der Regierung muss immer wieder eine Absage erteilt werden, bzw. müssen die Antragsteller an die verschiedenen Ministerien oder an die Sekretariate der politischen Parteien verwiesen werden. Folgende Fotos, wie in der Anlage beigefügt, sind vorhanden: ..." Dann werden drei Fotos aufgeführt, zwei von JoHo und je eines von den Ministern Erwin Müller und Dr. Heinz Braun.

 

"Aufnahmen einer Kabinettssitzung bzw. einer anderen Gruppen- oder Teilaufnahme des Kabinetts, sowie sonstige Einzel- und Gruppenauf- nahmen von leitenden Regierungsmitgliedern. die auch sehr oft angefordert werden, sind im Archiv des Informationsamtes nicht vorhanden. Ich wollte dies nur mitgeteilt haben, da die dauernden Absagen und Verneinungen oft Unbehagen, ja sogar Unwillen hervorrufen." 

Quelle: Landesarchiv Saarbrücken, Inf. A, 210  

 

 

 

                                                                          

          

Im Jahr 1950 wird Johannes Hoffmann das Ehrenbürgerrecht der Stadt Saarlouis verliehen.

  

 

 

Anton Merziger, der seit 1949 Bürgermeister von Saarlouis ist, lud ihn 14 Tage vorher zu der Verleihung ein:

 

 

Mit dankbarer Freude und berechtigtem Stolz bringe ich Ihnen, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, den Beschluss des Stadtrates Saarlouis zur Kenntnis, der Ihnen das

 

                 E H R E N B Ü R G E R R E C H T

 

der Stadt Saarlouis verliehen hat. Der Stadtrat betrachtet es als seine Pflicht, Ihre besonderen Dienste um den Wieder-

aufbau unserer stark geprüften Heimatstadt Saarlouis in dieser Weise gebührend zu würdigen. Die feierleiche Überreichung der Ehrenurkunde soll am 1. Oktober 1950 um 10.15 Uhr im Gobelinsaal erfolgen und symbolhaft mit der Feier der Grundsteinlegung des Westblocks des Geschäftshäuserneubaus verbunden werden.

 

 

 

 

         

       Die Innenseite des Ehrenbürgerbriefes                                 Vergrößerung des Textes auf der Innenseite  

 

Urkunde und Brief sind heute im Bestand des Heimatvereins Düppenweiler.

 

Übrigens: Auch Gilbert Grandval war Ehrenbürger von Saarlouis.

 

         

 

1954: Johannes Hoffmann schenkt der Stadt Saarlouis einen wertvollen Teppich

 

 

Bei der Einweihung des neuen Rathauses der Stadt Saarlouis am 14. Februar 1954 war auch Johannes Hoffmann unter den geladenen Gästen. Als Ehrenbürger der Stadt (siehe weiter oben!) versprach der Ministerpräsident dem damaligen Bürgermeister Anton Merziger, ihm einen Teppich für den Gobelinsaal im neuen Rathaus zu schenken. Die Kosten durften bis zu einer Million Franken betragen und sollten aus "Mitteln des Staatshaushalts" bestritten werden.

 

Merzigers Dankschreiben (der Briefkopf ist unten links abgebildet) endete mit fogendem Mammutsatz: "Ich habe die feste Hoffnung, dass in dieser Kostenhöhe unbedingt ein sehr schöner und passender Teppich angeschafft werden kann, der geeignet ist, unseren bereits würdigen Gobelinsaal noch repräsentativer zu gestalten, sodass die Stadt für alle Zukunft stolz auf ihren Gobelinsaal sein kann, der tatsächlich mit seinen Einrichtungen die letzten wertvollen Stücke aus der Zeit der Stadtgründung darstellt, die über die schweren Kriegszeiten hinweg gerettet werden konnten." [1]

 

Ludwig XIV hatte 1687 angeordnet, das damals im Rathaus Saarlouis eingerichtete Präsidialgericht mit Gobelins auszuschmücken.

 

Zur Aufnahme der wertvollen historischen Wandteppiche und einiger Barocksessel, die sich ebenfalls im Besitz der Stadt befanden, wurde bei der Planung des neuen Rathauses eigens ein Gobelinsaal vorgesehen. Darin brachte man auch einige Antiquitäten unter, die die Stadt zur Rathauseinweihung 1954 als Geschenke erhalten hatte; u.a. einen Tisch und eine Uhr (siehe Foto).

 

Jetzt fehlte in dem Saal nur noch ein repräsentativer Teppich - und den schenkte schließlich Johannes Hoffmann der Stadt. Er wurde bei der Firma OTEFA in Saarbrücken, Sulzbachstraße, bestellt und im Dezember geliefert. Er stammte aus der Manufaktur Ziegler-Mahal in Zentralpersien und hatte die Maße 620 x 515 cm, Knotenzahl 800 pro qdm. Kette und Schuss waren aus Baumwolle, der Flor aus bester Wolle. Er wies Merkmale auf, die darauf schließen ließen, dass er in älterer Zeit geknüpft worden war. (Aus einer Expertise der Fa. OTEFA.)

 

Der Preis des Teppichs blieb um fast ein Viertel unter der maximal zugesagten Obergrenze von einer Million.  Er kostete zusammen mit

 

einer passenden Filzunterlage knapp 780.000 Franken [2]. Gleich bei Lieferung des Teppichs überwies die Landeshauptkasse 200.000 ffrs. an die Stadt, im März 1955 folgten die restlichen 578.500 ffrs.

 

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[1] Brief von Theo Merziger an den Ministerpräsidenten v. 21.07.1954.

[2] Für diesen Betrag konnte man 1954 zum Beispiel einen guten Mittelklassewagen kaufen. Damit dürfte der Teppich - dem heutigen Geldwert entsprechend - zwischen 15 und 20.000 € gekostet haben.

 

Farbfoto vom Gobelinsaal: Rainer Feyer, 2010. OTEFA-Rechnung, Expertise und Briefe: Landesarchiv Saarbrücken

 


 

 

Ehrenmitgliedschaft im Kirchenchor Landsweiler/Reden

 

       

  

1953: Der katholische Kirchenchor seines Geburtsorts Landsweiler-Reden (heute Teil der Gemeinde Schiffweiler) ernennt Johannes Hoffmann am 16. August anlässlich der Feier seines 50-jährigen Bestehens zu seinem Ehrenmit-glied. Dabei wird ihm diese Urkunde überreicht.>      

 

          

  

Ein Foto vom Geburtshaus Johannes Hoffmanns in Landsweiler finden Sie oben auf dieser Seite.

 

Foto der kath. Kirche in Landsweiler: Rainer Freyer, 2008. Die Urkunde ist heute im Bestand des Heimatvereins Düppenweiler.

 

 


 

 

E) Aus dem Familienleben der Hoffmanns

 

 


 

 

Johannes Hoffmann heiratete am 1. Juli 1919 in Berlin-Lichterfelde die vier Jahre jüngere Frieda Krause aus Reppist, einem kleinen Ort in der Nähe von Senftenberg im niederschlesischen Teil der Oberlausitz. Das Paar hatte sechs Kinder, 3 Söhne und 3 Töchter: Hans-Jakob (* 17. Mai 1920, er wurde Oblatenpater); Heinz-Joachim (* 15.06.1923, er fiel 1943 während des Russlandfeldzugs in der Nähe von Smolensk); Theophila (* 24.8.24, verheiratete Linsenmeier, 6 Kinder); Regina (* 09.06.27, verwitwete Welsch, 4 Kinder); Franz Heribert (* 01.02.29, vier Söhne); Christa (* 16.03.36, verheiratete Winkelheide, 2 Kinder). JoHo hatte also insgesamt 16 Enkel. Seine Ehefrau Frieda starb 1973.

 

 

In diesem Gebäude in der Reppersbergstr. 64 befand sich JoHos Dienstwohnung.

 

Die Wohnungen der Hoffmanns

  

Nach ihrem Umzug aus Luxemburg nach Saarbrücken im September 1945 wohnten Johannes Hoffmann und seine Familie zunächst in der Haldystraße am Roten- bühl. Kurze Zeit später zogen sie um in das Haus Am Staden 21, Ecke Lessingstraße. Im April 1949 bezo- gen sie eine Dienstwohnung in dem riesigen Anwesen Reppersbergstraße 64 (Fotos links und unten).

 

 

Angehörige des Saarbataillons bewachten ständig das Wohnhaus der Hoffmanns. JoHo sei sehr umgänglich gewesen. Er habe öfters die Beamten unten im Keller besucht und ihnen manchmal einen halben Kuchen mitgebracht, um ihnen eine kleine Freude zu machen. (Bericht eines Sohnes von einem dieser Beamten.)

 

 

(Foto: Landesarchiv Saarbrücken, Staatl. Bildstelle B 515_1 C).  

 

Foto rechts: Dasselbe Gebäude im Juli 2008. Es hat sich äußerlich kaum verändert, auch die haushohe Fahnenstange steht noch an derselben Stelle.  

Nachdem die Familie Hoffmann 1956 ausgezogen war, war das Gebäude viele Jahre lang Sitz des saarländischen Finanzgerichts. Ende der 90er Jahre soll es ein Rechtsanwalt gekauft haben.   (Farbfotos: R. Freyer)

______________________________________________

 

Einige Zeit nach seinem Rücktritt (1955) vom Amt des Ministerpräsidenten verlegte JoHo den Wohnsitz seiner Familie im April 1956 in die Graf-Philipp-Straße 13. Ab etwa.1959 wohnten sie bis zu seinem Lebensende in Düppenweiler (heute Ortsteil der Gemeinde Beckin- gen), und zwar oben auf dem Litermont. Schon vorher hatte er dieses Haus an Wochenenden als Jagdhaus benutzt, später ließ er es zum Wohnaus ausbauen. Heute ist es wieder bewohnt; es ist aber so von Bäumen und Gestrüpp umwachsen, dass man es von der Straße aus kaum noch sehen kann.

 

(Quelle für die Wohnungsangaben: Christa Winkelheide, Tochter von Johannes Hoffmann, am 5.9.2008)

 

 

Links: Eine Postkarte des Hauses aus den 60ern. Unten: Der Name "Johannesruh" steht noch heute an der Einfahrt zu dem Grundstück.

 

  

   


 

Familienfeiern im Hause der Hoffmanns

 

 

Hochzeit seiner jüngsten Tochter Christa in der katholischen Pfarrkirche "St. Leodegar" in Düppenweiler

 

  

        Familienfotos: Heimatverein Düppenweiler                                  Bei der Feier zur Erstkommunion einer Enkelin                   

 

 


 

 

F) Nach dem Tode Johannes Hoffmanns

 

 


  

 

"Heimat - für Dich!"

 

(Wahlspruch Johannes Hoffmanns - siehe sein Buch "Am Rande des Hitlerkrieges", S. 141)

 

Ministerpräsident Johannes Hoffmann starb am 21. September 1967

 

im Alter von 76 Jahren in Völklingen.

 

 

 ................

 

 

Johannes Hoffmann starb am 21. September 1967, wenige Tage nach einem zweiten Schlaganfall, im Völklinger Krankenhaus St. Michael. Vier Tage später fand ein Sterbeamt in der Pfarrkirche St. Ludwig am Großen Markt in Saarlouis statt, das sein Sohn, Oblatenpater Hansjakob Hoffmann, zelebrierte. Die Trauerrede hielt Joseph Görgen, Dechant von Saarlouis, und die Einsegnung erfolgte durch Bernhard Stein, den damaligen Bischof von Trier. Ein weiteres Sterbeamt fand am darauffolgenden Tag in Düppenweiler statt.

 

Am 25. September 1967 wurde Johannes Hoffmann auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof "Neue Welt" in der Stadt Saarlouis beerdigt, deren Ehrenbürger er seit 1950 war (siehe Ehrenbürgerurkunde weiter oben).

 

 

So findet man den Friedhof Neue Welt: Wenn man die Autobahn 620 bei der Abfahrt 3 (Saarlouis Mitte) verlässt, stößt man auf die Metzer Straße. Auf ihr fährt man in Richtung Metz (nicht Richtung Saarlouis Zentrum). Dann biegt man bei dem im Foto gezeigten Wegweiser in die zweite Straße rechts ab (Hauptstraße) und findet gleich links den Friedhof. Wenn man dort zunächst 30 Schritte geradeaus nach oben geht und dann (vor den vier Stufen) nach rechts abbiegt, sieht man das Grab nach ca. 50 Metern links.

 

 

 

Die Grabstätte von

 

Johannes Hoffmann und

 

seiner Frau Frieda

 

(gest. 1973)

    

auf dem Friedhof

 

"Neue Welt" in Saarlouis

 

  

In unmittelbarer Nähe des Grabes von JoHo befindet sich

die Grabstätte von Dr. Hubert Ney, der als CDU-Vorsitzen-der einer der größten politischen Gegner Hoffmanns und später sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten war.

 

Die Grabinschrift lautet: Dr. jur. Hubert Ney, 12.10.1894 - 3.2.1984, Ministerpäsident 1956 - 1957.

 

 

 

Nur wenige Meter voneinander entfernt liegen die Grabstätten der beiden früheren Kontrahenten:

 

 

Elisabeth Ney, die Witwe des verstorbenen Ministerpräsidenten Dr. Hubert Ney, soll vor dessen Beerdigung gefragt worden sein, ob es sie störe, wenn ihr Mann ganz in der Nähe der Ruhestätte seines einstigen "Widersachers" beerdigt werden würde. Wie man sieht, hatte sie nichts dagegen.   (Farbfotos: R. Freyer.)

 


 

 

 

 

 

(Zeitungsannonce Dez. 1990. Regina Welsch ist die zweitälteste Tochter von Johannes Hoffmann; sie lebt heute in Saarlouis.)

 

 


 

 

G) Äußere Zeichen der Erinnerung an JoHo im Saarland

 

 


 

Es gibt unzählige Fotos von ihm in zahlreichen Büchern und Publikationen. In Saarlouis befindet sich seine Grabstätte (siehe oben).

 

Aber es gibt noch mehr Erinnerungen:

 

 

 

1) Im Jahr 2002 wurde der Platz vor der Congresshalle in Saarbrücken nach ihm benannt. Dieser trägt seitdem den Namen "Johannes-Hoffmann-Platz". An der Congresshalle selbst wurde gleichzeitig (links vom Haupteingang) eine Bronze- Gedenktafel in der Größe 59 x 42 cm angebracht (hergestellt von der Glockengießerei Mabilon & Co., Saarburg). Mehrere Straßenschilder (s.o.) an dem Platz verraten auf einem kleinen Zusatzschild Namen, Lebensdaten und Titel Hoffmanns. Über die Benennung des Platzes nach JoHo war in der Öffentlichkeit (z.B. in Leserbriefen der Saarbrücker Zeitung) eine Zeitlang sehr kontrovers diskutiert worden. Die deswegen von einigen Bürgern angegriffene Stadtverwaltung teilte damals mit, dass für die Namensgebung von öffentlichen Straßen und Plätzen nicht die Stadtverwaltung, sondern der jeweilige Bezirksrat zuständig ist. Vorschläge kann im Prinzip jeder machen, die Entscheidung treffen aber die Bezirksräte. Im Falle der Benennung des Congresshallen-Vorplatzes war jedoch auch der Bezirksrat nicht zuständig, weil dieser Platz - rein rechtlich gesehen - kein öffentlicher, sondern ein privater Platz ist. Deshalb lag die Zuständigkeit für seine Benennung ausschließlich bei der Congress-Centrum Saar GmbH. Diese hatte den Namen aus mehreren von der Bevölkerung eingereichten Vorschlägen ausgewählt und in einer Feier am 26. Mai 2002 verliehen.

 

2) In Düppenweiler, dem Ort, in dem Johannes Hoffmann die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, gibt es oben in der Litermont-Siedlung einen "Johannes-Hoffmann-Weg" (Bild rechts). Dies geht aber nicht auf eine offizielle Namensgebung der Gemeinde zurück, sondern auf eine eher private Initiative.

 

 

 

           Bilder-Nachweise: Dieses Foto: Stefan Haas. Die Fotos aus Saarlouis,

           Saarbrücken und  Landsweiler-Reden : Rainer Freyer.

 

3) In der Heimatgemeinde Johannes Hoffmanns, Landsweiler-Reden, ist sein Geburtshaus in der Nähe der katholischen Kirche zu finden. Es ist seit vielen Jahren nicht mehr in dem Zustand, in dem es damals war (jetzt zweistöckig und mit Treppenhaus). An seiner Vorderseite ist rechts neben der Haustür eine kleine (ca. 30 cm breite) Gedenktafel angebracht.

 

 

 

4) Ganz offiziell wurde dieser kleinen Sackgasse in Saarlouis im Jahr 2005 der Name "Johannes-Hoffmann-Viertel" gegeben.

 

  Sie ist eine Nebenstraße der Neue-Welt-Straße, unweit des Fried-

  hofs "Neue Welt" gelegen (siehe oben).

 

 

                           


   

 

Namensvetter:

 

Es gab auch andere prominente Persönlichkeiten, die denselben Namen trugen und in derselben Zeitspanne lebten wie JoHo, allerdings außerhalb des Saarlandes.

 

Johannes Hoffmann (1867 bis 1930) war ein bayrischer Sozialdemokrat, der 1918/19 Kultusminister und 1919/20 Ministerpräsident des Freistaats Bayern war. In Wollmesheim bei Landau in der Pfalz gibt es eine Johannes-Hoffmann-Straße, die nach ihm benannt ist.

 

Johannes Hoffmann (1889 - 1960) war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei. Er war vor 1933 und nach 1945 Mitglied des Kreistages Bonn-Land und 1949/50 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. Von 1951 bis 1953 war er Mitglied des Deutschen Bundestags.

 

 

"JoHo" ist nicht einmalig!  ;-)

 

Wie schon oben im Vorwort erwähnt, war das Kürzel "JoHo" für Johannes Hoffmann kein Schimpfwort. In der heutigen Zeit gibt es noch einige ganz andere Verwendungen dieses Kürzels:

 

In Dortmund gibt es ein Johannes-Hospital, das im Volksmund "das Joho" genannt wird.  

In Wien existiert eine Kooperative Mittelschule am Johann Hoffmann Platz 19. Deren Bilbliothek heißt "JoHo-Schulbibliothek" (genau so geschrieben). Johann Hoffmann war im 17. Jh. ein Nürnberger Kupferstecher und Kartenverleger. Er hatte auch eine Karte von Wien heraus-

gegeben.

In Freising (Bayern) gibt es das Josef-Hofmiller-Gymnasium; es führt "JOHO" als Schul-Emblem.

In Japan gibt es eine Zeitschrift mit dem Namen "Nihon Toshokan Joho Gakkai-shiu" (Journal of Japan Society of Library and Information Science).  

  


 

 

Quellen und Literaturangaben

 

1) Veröffentlichungen Johannes Hofmanns

 

- Hoffmann, Johannes. Am Randes des Hitlerkrieges. Tagebuchblätter. Vorw. und Hrsg.: Heinrich Küppers. (Mit Anmerkungen zu den

  Tagebuchblättern). Gollenstein, Blieskastel 2005. Reihe: Malstatter Beiträge aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur.

- Hoffmann, Johannes. Das Ziel war Europa. Der Weg der Saar 1945-55. München, Wien 1963.

- Grandval, Gilbert/Johannes Hoffmann: La Sarre - bilan d'une année de reconstruction [Die Saar - Bilanz eines Jahres

  Wiederaufbau]. Paris, 1949.

 

  Reden Johannes Hoffmanns:

 

  a) veröffentlicht in der Reihe "Wille und Weg des Saarlandes“, Saarländische Verlags-Anstalt & Druckerei, Saarbrücken 1951:

  - Rede des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und des Landtagspräsidenten Peter Zimmer in der 100. Sitzung des Saarländischen

    Landtages am 6. April 1951.

  - "Wir rufen zur christlichen Solidarität“. Rede auf dem 6. Landesparteitag der CVP vom 7. bis 9. Dezember 1951 in Saarbrücken

 

  b) andere Veröffentlichungen von Reden:

  - Rede des Ministerpräsidenten am Mittwoch, dem 29. Oktober 1952 vor dem Landtag des Saarlandes. Saarbrücken 1952.

  - Delegiertentag der CVP, 22.11.1952: Rede des Herrn Ministerpräsidenten. Saarbrücken 1952.

 

 

2) Weitere Literaturangaben und Links

 

- Steinle, Brigitte : Johannes Hoffmann - ein Leben. Saarbrücken: Verlag Die Mitte, 1990. (Frau Steinle ist eine Enkelin von JoHo.)

- Küppers, Heinrich: Johannes Hoffmann (1890-1967). Biographie eines Deutschen. Droste-Verlag 2008. (siehe Buchbesprechungen!)

- Gestier, Markus (Hrsg.): Johannes Hoffmann - Eine erste Bilanz. Malstatter Beiträge der Union Stiftung. Blieskastel 2004.

- Gestier, Markus. Die christlichen Parteien an der Saar und ihr Verhältnis zum deutschen Nationalstaat in den Abstimmungskämpfen 1935

  und 1955. St. Ingbert 1990.

- Gestier, Markus. "Christuskreuz oder Hakenkreuz?" - die katholische Opposition gegen Hitler im Saarabstimmungskampf 1935, in:

  Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 40 (1992)

- Reichert, Werner: Der Dicke muss weg. Ein Saar-Roman, Dillingen/Saar 1980.

- Görgen, Hermann: Ein Leben gegen Hitler. Geschichte und Rettung der "Gruppe Görgen"; Autobiographische Skizzen. Münster 1997.

 

Themenbezogene Literaturangaben finden Sie auch auf der Seite Attentat auf JoHo.

 


 

Weitere Seiten über Johannes Hoffmann:   -- Attentat auf JoHo (Versuchtes Briefbomben-Attentat im Febrauar 1955)

                                                                    -- JoHo zu Besuch in Rohrbach am Johannestag1948

                                                                    -- JoHo in Bous/Wadgassen bei der Einweihung der neuen Saarbrücke 1951

 


  Diese Seite wurde am 12.02.008 begonnen und zuletzt bearbeitet am 22.07.2011                 

 

 

Wird fortgesetzt.

 

 

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