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k) Flugzeuge (Flugverkehr und Sportfliegerei)

 

 

Am saarländischen Himmel flogen auch saarländische Flugzeuge

 

 


 

 Dieses Kapitel wird demnächst durch weitere Infos und Fotos ergänzt. > Übersichts-Seite VERKEHR

 

 

 

1) Geschichte der Fliegerei im Saarland  

 

 

Zur Vorgeschichte (1909 bis 1939):

 

Die Luftfahrt in Saarbrücken begann am 19.12.1909, als der Ballon "Prinzess Viktoria" zu einer Fahrt nach Essen von den St. Arnualer Wiesen abhob. Ab 1911 wurden Flugwettbewerbe und Flugschauen (zum Teil zu militärischen Zwecken) auch im Saargebiet durchgeführt, was zur Eröffnung des ersten Saarbrücker Flughafens in den St. Arnualer Saarwiesen führte. Am 19.6.1914 wurde hier eine Flugzeughalle eingeweiht. Am 17. September 1928 landete eine 15-sitzige Junkers G 31 in Saarbrücken, damals das modernste Landflugzeug der Lufthansa, und wenig später eine aus Paris kommende "Goliath" der französischen Compagnie Aérienne Farman.

 

Damit war der Anschluss des Saarlands an das internationale Verkehrsflugnetz vollzogen. 1929 wurden die Fluglinien Saarbrücken - Frankfurt und Saarbrücken - Paris eröffnet. 1932 konnten gut betuchte Geschäftsreisende und vermögende Touristen von Saarbrücken aus nach Berlin, Köln, Stuttgart, München, Düsseldorf oder Budapest fliegen. Zugleich gewann das Flugzeug in den 1930er Jahren auch für den Frachtverkehr an Bedeutung, und die Flugzeuge wurden immer größer. Daher konnte der Standort St. Arnual die ständig steigenden Anforderungen des wachsenden Flugverkehrs bald nicht mehr erfüllen. Die Start- und Landebahn war zu klein, die Anflugbedingungen waren schwierig, die Wohngebiete lagen zu nahe, und bei Hochwasser der Saar bestand häufige Überflutungsgefahr.

 

 

 

    Das Verkehrsluftschiff LZ-127 "Graf Zeppelin" kam am 25. Juni 1933 nach

    St. Arnual. Es war 236 m lang, fasste über 100.000 m³ Gas und hatte fünf

    Maybach-VL-2 Motoren mit je 570 PS. Es konnte 20 Passagiere befördern.

 

 

Aus diesen Gründen, vor allem aber, weil das NS-Regime zur Vorbereitung des Krieges einen größeren Flughafen als Ersatz für den bestehenden in St. Arnual benötigte, wurde schon in den Jahren 1935 bis 1939 damit begonnen, einen neuen Flughafen in Ensheim zu errichten. Eine Zufahrtstraße und eine kleine Landefläche wurden gebaut, und man plante, am 1. September 1939 den neuen Flughafen Ensheim zu eröffnen. Dazu kam es aber nicht mehr, denn genau an jenem Tag aber brach der Zweite Weltkrieg aus. Und so endete kurz davor, nämlich am 25. Oktober 1939, die Pionierzeit des Flugverkehrs in der Stadt Saarbrücken. An diesem Tag landete um 19:10 Uhr die letzte Linienmaschine der Deutschen Lufthansa auf dem Flugfeld in St. Arnual. - Während des Krieges gab es überhaupt keinen Flugbetrieb in Saarbrücken.

  

 

Foto links: Der Walpershofener O. Blass 1937 beim Aussteigen

aus einer JU 52 auf dem Flugfeld Saarbrücken-St.Arnual.

(Foto von Manfred Diehl, Walpershofen)

 

 

 

Entwicklung des Flugwesens in der Zeit von 1945 bis 1955

 

Kurz nach dem Krieg wurde wider Erwarten das St. Arnualer Flugfeld wieder in Betrieb genommen, und zwar von der französischen Militärregierung. Es wurde vom Militärgouverneur (später Hochkommissar) Gilbert Grandval verwaltet, der es für seine Dienstflüge nach und von Paris nutzte. Sein Flugzeug war eine Nord 1101-Noralpha (siehe Foto weiter unten!), sein Pilot der Straßburger Leutnant Streif.

 

1950 landete die erste Linienmaschine nach dem Krieg in St. Arnual. Es war eine Dragon-Rapid der französischen Fluggesellschaft TAW, die einen Linienflugbetrieb von Saarbrücken nach Paris einrichtete. Er wurde bis 1955 aufrecht erhalten.

 

Da Grandval selbst Pilot und begeisterter Flieger war, erteilte er dem Saarland schon 1949 die Genehmigung für einen eigenständigen Flugbetrieb. Als im Mai desselben Jahres der Aero-Club-Saar gegründet wurde, durften die Sportflieger wieder fliegen, im Saarland sogar früher als in der Bundesrepublik, aber - natürlich - unter französischer Lufthoheit. Die zuständigen Behörden verlangten von den zunächst sechs Flugwilligen (darunter einige ältere Flieger), dass sie vor ihrem ersten Start in Saarbrücken eine gültige französische Fluglizenz erwarben. Da sie noch keine Flugzeuge besaßen (weil ihnen dafür das Geld fehlte), bauten sie ihren ersten Schulgleiter, einen SG-38, aus den Teilen dreier Segelflugzeuge zusammen, die sie vom Aero-Club Saargemünd gekauft hatten. Er startete am 25.12.1949 zu seinem Jungfernflug.

 

Das Foto zeigt die Gebäude der Flugleitung und des Wetteramts am Flughafen St. Arnual. (Landesarchiv Saarbrücken, Orient GmbH Saarlouis.)

 

Die ersten Motorflugzeuge, die die Saarbrücker Piloten flogen, waren in Nancy-Essey und Saargemünd stationiert und trugen daher noch die französische F-Kennung. Dann begann man damit, im Saarland alte Vorkriegsmodelle wieder herzurichten. Die zusammengebastelten Flug- zeuge wurden von den französischen Behörden abgenommen und zugelassen. Zunächst flogen sie ohne jegliche Kennung, aber bald erhielt das Saarland ein eigenes Länderkennzeichen für den Flugverkehr, nämlich "SL". Diesem folgten ein Bindestrich und drei weitere Buch- staben; Beispiel: SL-ABC. Zu Beginn der 90er Jahre wurde die Kennung "SL" übrigens kurzzeitig dem Land Slowenien zugeteilt; dies wurde aber bald geändert, und seitdem fliegen die slowenischen Flugzeuge unter "S5". [Info aus: www.airliners.net, Suchbegriff sl-abe.]

 

Es kamen nun sogar ehemalige deutsche Luftwaffenpiloten nach Saarbrücken, um hier zu fliegen, da ihnen dies in der Bundesrepublik noch nicht erlaubt war. Zahlreiche flugbegeisterte Saarländer ließen sich zu Piloten ausbilden. Darunter waren etliche bekannte Saarbrücker Ge- schäftsleute, ohne deren finanzielle Beteiligung ein so früher Flugbetrieb gar nicht möglich gewesen wäre.                  

Nach der Volksbefragung 1955 kam schließlich das endgültige Aus für den Flugplatz St. Arnual. Die Flugzeughalle wurde zunächst vermietet und eine Zeitlang von der Fa. Huppert als Reparaturwerkstatt für LKW verwendet. Dann wurde sie irgendwann nach Eiweiler verfrachtet, wo sie noch heute als Lager- oder Produktionshalle der Fa. Agepan dient. Die übrigen Flughafenbebäude wurden abgerissen, und bald war nichts mehr von dem Flugplatz zu sehen. Der Saarbrücker Pilot Gerd Gensheimer schreibt in seinem Buch "Im Propellerwind" (siehe Literaturangaben am Ende dieser Seite!) dazu:

 

"Dort, wo sich einst Flugzeughalle mit betoniertem Vorfeld, Flugbe- triebsgebäude, Rollwege und Grasbahn befanden, verlaufen heute in aufgeschüttetem Gebiet Autobahn und begradigte Saar. Nichts lässt mehr darauf schließen, dass hier einmal ein wichtiges Kapitel deutscher und saarländischer Fluggeschichte, mit vielen bekannten Persönlichkeiten aus Fliegerei, Wirtschaft und Politik, geschrieben wurde. Nicht zu vergessen die Vielfaltder Ballons, Zeppeline und Flugzeuge, die während dieser Zeit hier zu Gast waren und mit Aufstiegen und Rundflügen große fliegerische Begeisterung bei Jung und Alt auslösten. - Kaum jemand, der heute über die Autobahn an der Stiftskirche vorbei braust, wird wissen, dass er soeben über das historische Gebiet des alten Saarbrücker Flughafens gefahren ist."

  

Foto rechts: So sieht es heute auf dem ehemaligen Flughafengelände in St. Arnual aus. Wie man auf dem kleinen Bild erkennen kann, ist der "Flugbetrieb" dort auch heute noch nicht ganz eingestellt! - Im Hintergrund sieht man die Stiftskirche, davor verlaufen die Autobahn 620 und die begradigte Saar. (Fotos: R. Freyer.)

 

 

  Die weitere Entwicklung nach 1955

 

Von 1955 an wandte man sich wieder dem Ausbau des neuen Flughafens Ensheim zu, dessen Eröffnung und Ausbau wegen des Kriegsausbruchs 1939 gestoppt worden waren und auch nach dem Krieg von der Joho-Regierung nicht weiterbetrieben wurden. Das kleine Flugfeld und das Abfertigungsgebäude wurden nun endlich fertiggestellt, jedoch stagnierte die Entwicklung jahrelang wegen der geringen Größe des Flugfeldes, das nur für Sportflieger wirklich gute Bedingungen bot. Die CDU-Landesregierung beschloß 1964 den Ausbau nach internationalem Standard. Am 21. August 1967 wurde der Linienflugbetrieb Saarbrücken - Düsseldorf aufgenommen, 1969 der Ferienflugbetrieb nach Spanien, und 1972 wurde Saarbrücken- Ensheim zum 11. Internationalen Verkehrsflughafen der BRD erklärt.

 

Fotos: Flughafen Saarbrücken Ensheim, links 1955, unten 1958

(Diese drei Aufnahmen: © Landesbildstelle Saarland im LPM, Marcel Klippel)
 

 

 

   

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2) Der Flughafen Saarbrücken-St. Arnual ("Daarler Flughafen")

 

 

 

 

 

Auf diesem alten Saarbrücker Stadtplan (von 1927) ist rechts der ehemalige Flughafen St. Arnual zu sehen. Die Saar machte damals in Richtung Brebach noch eine große Schleife, von der nach ihrer Begradigung nur noch zwei kurze Seitenarme übrig blieben. Heute fließt sie etwa dort, wo früher die Flugzeughalle stand, und parallel zu ihr, zwischen Saar und Stiftskirche und den östlichsten Häusern von St. Arnual, verläuft die Autobahn.

 

 

Flughafen St. Arnual, etwa von der Stiftskirche aus nach Osten gesehen. Im Hintergrund erkennt man Teile von Brebach und die Halber-

ger Hütte. Das Foto ist zwar von 1930, aber auch nach 1945 sah es dort etwa genauso aus. (Foto: Landesarchiv Saarbrücken, H.-J. Hartmann)

 

Die gesamte Wiesenfläche, auf der sich der Flughafen befand, hatte eine Länge von etwa 1400 m und eine Breite von 700 m. Nach 1945 wurde er zum Schutz vor Überflutung durch einen von NW nach SO verlaufenden Wall aus Trümmerschutt der Länge nach getrennt, so

dass nur noch ein etwa 300 m breites Feld auf der St. Arnualer Seite übrig blieb. Darin stand eine Grasbahn als Start- und Landebahn zur Verfügung, die im Norden auf den späteren Schlachthof zulief (in der Karte oben noch nicht eingezeichnet). Das Vorfeld war betoniert.

 

Blick von oben auf die Flugzeughalle und einen Teil des Flugfeldes während einer Flugvorführung 1954, Blickrichtung etwa nach SW. Die Stiftskirche (auf der Karte oben als "Ev. Kirche" bezeichnet) stand rechts, außerhalb des Bildes.  fFoto: Landesarchiv Saarbrücken, Azur-Luftbild)

 

 

  

      Flugzeughalle St. Arnual, rechts dahinter steht die Stiftskirche.       50er Jahre: Kurz nach dem Start von Sankt Arnual. Rechts erkennt

Im Vordergrund ist man mit einigen Segelflugzeugen beschäftigt.     man die Christ-König-Kirche, links verläuft die Saargemünder Straße.

 

                                                                                                                                                   

Blick über den Flugplatz von der St. Arnualer Seite aus auf die ersten Häuser von Brebach.

 

Hier schauen wir von dem Haus Augustinerstraße 1 aus (neben der Stiftskirche) über die Flughafengebäude

auf die Halberger Hütte in Brebach. Beide Fotos: Ernst Becker., Mandelbachtal.

 

    

Beim verheerenden Hochwasser im Winter 1947/48 waren auch die St. Arnualer Wiesen und damit der Flughafen überflutet. Der Tower schaut gerade noch aus dem Wasser heraus. Fotos: Ernst Becker, Mandelbachtal.

 

 

 

 

3) Flugzeuge aus dem Saarland

 

 Hier finden Sie Flugzeuge der unterschiedlichsten Arten aus der Saarstaat-Zeit. (Später wird es hier noch mehr davon geben!)

 

 

 

a) Auf dem Flughafen St. Arnual

 

 

Viele der im autonomen Saarland zugelassenen Flugzeuge trugen, wie dieses "Grunau Baby II", das saarländische Wappen am Heck.

 

Hintergrundinfos zu dem Flugzeugtyp (nach http://www.bredow-web.de/):

Das einsitzige Schulsegelflugzeug Grunau Baby war der weltweit meist gebaute Segler der 30er und 40er Jahre. Es hatte eine Spannweite von 13,50 m, war 6,50 m lang und wurde ab 1933 vom Segelflugzeugbau Schneider in Grunau (Schlesien) gebaut. Es erreichte eine Höchst- geschwindigkeit von 200 km/h. Nach dem Krieg wurden die meisten "Babys" in den Fliegergruppen nach Werksplänen im Eigenbau erstellt.

 

Diese Bücker 181 wurde am 1. März 1955 von Paris-Meulan nach Saar- brücken überführt. Der Pilot war Franz Klein (auf dem Foto direkt an der Maschine stehend). Als er in Ensheim landen wollte, flog er zuerst im Tiefflug über den Flughafen, der damals bereits in Betrieb war. Da aber noch gefährliche "Schneepatches" auf dem Flugfeld lagen, winkten zwei Verantwortliche ab und wiesen in Richtung Westen (es gab noch keinen Tower und keine Funkverbindung). Statt zu gehorchen und nach Metz zu fliegen, landete Klein die Maschine noch einmal auf dem eigentlich schon geschlossenen, aber fast schneefreien Flugfeld in St. Arnual. Ein paar Tage später flog er sie dann nach Ensheim.

(Zeitzeugenbericht von E. Gross und Fr. Klein)

 

  

Der Hohe Kommissar des Saarlandes, Gilbert Grandval, war selbst Pilot und begeisterter Flieger. Hier steht er (mit gefalteten Händen) vor seiner Maschine auf dem St. Arnualer Flugplatz. Der Reporter von Radio Saarbrücken (mit dem Mikrophon in der Hand) befragt ihn wohl über die Ergebnisse der Reise, von der er offensichtlich gerade zurück- gekommen ist, und auf der ihn möglicherweise Minister Erwin Müller (links neben ihm) begleitet hat. - Im Hintergrund sind Teile der Halberger Hütte zu sehen.

 

Foto: © Walter Barbian

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese SIPA S 901 mit dem Namen "Europa"

hat Hochkommissar Grandval der Universitäts- Flugsportgruppe Saarbrücken geschenkt.

 

Hier steht sie am 9. Dezember 1951 auf dem Flughafen St. Arnual.

 

Foto: Universitätsarchiv


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dieser Maschine wurde viele Jahre lang Werbung für das Kaufhaus Sinn (Saarbrücken und Neunkirchen) geflogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b) Auf dem Flugplatz La Motte in Lebach

 

 

 

Einweihung des Flugplatzes La Motte in Lebach durch Pastor Kneipp am 16. September 1956

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Piper J3 mit dem Kennzeichen SL-AAZ und mit Reklamebeschriftung "EDEKA", hier auf dem Landeplatz

des Flugsport-Clubs Lebach bei Schloss La Motte im Jahr 1956.

 

Die Personen auf dem Bild unten sind Karl Jenal, Helmut Hübsch und Franz Klein.

 

 

 

 

Alle La-Motte-Fotos: Flugsport-Club Lebach.

 

 

 

 

 

 

 ^^ Karl Jenal, Helmut Hübsch und Franz Klein                                                           

 

 

 

 

 

Flugtag 1957 auf dem Flugplatz Lebach - La Motte

  

 

 

 

 

 

 

 

   c) Auf dem Flughafen Ensheim

 

 

 

 

Eine -Piper PA16 (mit der Kennung SL-AAU und dem Landeswappen am Heck) vor der Flugzeughalle in Ensheim. Am Steuerknüppel sitzt Franz Klein, der die Maschine 1956 in Bordeaux für Heinrich Thielen (der rechte in der Dreiergruppe) gekauft hatte. Ende der 50er/ Anfang der 60er Jahre wurde sie an die Firma Fauser verkauft und flog von da an mit dem Schriftzug "Landsieg". Ihr Ende war tragisch: Sie stürzte ab und schlug in in einem Garten zwischen der Ensheimer Straße und der Albert- Weisgerber-Allee in St. Ingbert auf. Die beiden Insassen fanden dabei den Tod.

 

 

 

Die Jodel D-112 mit der Kennung SL-AAO gehörte Reinhard Schwindt (Büromaschinen).

 

 

 

d) Auf anderen Flughäfen

 

 

Piper PA-12 Super Cruiser SL-ABE

 

Am 30. Mai 1957 wurde diese Maschine auf dem südlich von Paris gelegenen Flughafen Toussus-le-Noble (TNF / LFPN) fotografiert. Die Maschine trug während ihrer Zulassung im autonomen Saarland das Kennzeichen SL-ABE und wurde nach 1957/59 unter der bundesdeutschen Kennung D-EDYH registriert. Sie trägt die Aufschrift "LOKOIL". Weiß jemand etwas über dieses Flugzeug (Besitzer etc.) oder eine Verbindung von Lokoil (oder Lukoil) mit dem Saarland in den 50er Jahren?

(Vielen Dank für den Hinweis auf das Foto und die Website www.airliners.net an Freddy Ernst, Luxemburg!)

Das Foto haben wir mit freundlicher Genehmigung seines Autors der Website www.airliners.net entnommen. ©: R.A. Scholefield

 


 

 

 

4) Flugzeugunglücke

 

 

a) Mai 1950: Absturz einer zweimotorigen Nobel auf den Saarbrücker Schlachthof

 

Nicht immer geht alles glatt im Flugverkehr. Am 9. Mai 1950 ereignete sich zum Beispiel in der Nähe des St. Arnualer Flughafens ein Unfall, bei dem die Maschine vollkommen zerstört und die Insassen verletzt wurden. Der folgende Text wurde zwecks Veröffentlichung vom Informationsamt der Regierung an die Presseagenturen, die saarländischen Zeitungen und Radio Saarbrücken geschickt:

 

 

Am Dienstag, den 9. Mai 1950, landete auf dem für den internationalen Flugverkehr gesperrten Flugfeld in St. Arnual eine mit vier Personen besetzte zweimotorige Maschine Typ Nobel.

 

Der Pilot startete nachmittags um fünf Uhr mit den drei Insassen, ohne sich vorher beim Wetterdienst zu erkundigen. Die Maschine hatte vermutlich Rückenwind und gewann so keine Höhe. Sie schlug mit dem Leitwerk auf eine ungedeckte Halle des Saarbrücker Schlachthofes auf und stürzte auf dem Schlachthofgelände, wenige Meter entfernt von vier Schlachthofmitarbeitern, ab. Einer der Insassen flog aus der Maschine heraus, die anderen konnten aus der sofort in Brand geratenen Maschine heraus gerettet werden. Während der Pilot keine nennenswerten Verletzungen erlitt, wurden die drei Passagiere verletzt und in das Bürgerhospital eingeliefert. Der Pilot wurde in das evangelische Krankenhaus überführt.

 

Das Flugzeug, das einer Pariser Firma gehört, ist in Frankreich zugelassen und in dem Ort Toussy bei Paris*) stationiert. Die sofort benachrichtigte Feuerwehr konnte die Maschine nicht mehr retten, von der nur noch neben den Motorenteilen ein Häufchen Asche übrig blieb. Die Insassen sind sämtlich in Paris ansässig.

 

Bei den Passagieren handelt es sich um den Generaldirektor der Elsässischen Kaligruben Mühlhausen, Louis Urbach, und um die Industriellen Pierre Masnejean und Pierre Decourbay, die mit dem Piloten wieder nach Paris zurückfliegen wollten. Sie besuchten heute die Saarmesse

 

Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange.

 

Der Leiter des Informationsamtes (Dorscheid)  

 

*) gemeint ist wahrscheinlich der in dem folgenden Schreiben genannte Flugplatz Toussus le Noble.

 

Am folgenden Tag wurde "von zuständiger Stelle" eine Richtigstellung versandt; aus dem nachfolgend wiedergegebenen Schreiben geht nicht hervor, von wem und an wen. Offensichtlich kam sie aus Kreisen der Flugplatzleitung und wurde an die Zeitung geschickt, von wo sie zum Informationsamt geleitet wurde. (Quellenangabe für die beiden Schreiben: Landesarchiv Saarbrücken, Informationsamt.)

 

 

Zu dem Artikel in der Ausgabe vom Mittwoch (Nr. 106) der Saarbrücker Zeitung betr. den Flugzeugunfall in Saarbrücken erhalten wir von zuständiger Stelle die nachstehende Berichtigung:

 

In dem Artikel beschuldigt die Saarbrücker Zeitung heftig den Flugzeugführer, dass er für den Flugzeug-Unfall verantwortlich sei und drückt sich hierbei in folgender Form aus:

1) Er hätte den Flughafen in St. Arnual angeflogen, obwohl das Gelände für den Flugbetrieb gesperrt ist.

2) Er sei gestartet, ohne vorher die Wetterstation befragt zu haben.

3) Er wäre mit Rückenwind gestartet, wodurch er nicht die nötige Höhe erreichen konnte.

 

Der Flugzeugführer, Herr Couzon, welcher hiervon in Kenntnis gesetzt wurde, protestiert energisch gegen derartige Äußerungen und verlangt, dass ein formelles Dementi in der Presse und durch Radio veröffentlicht wird, und dass man sich bei ihm entschuldigt. Andernfalls würde er nicht davon Abstand nehmen, den gerichtlichen Weg zu beschreiten. Die einzige Ursache ist die, dass das Flugzeug, als es die Hindernisse im nördlichen Teil des Flughafens nahm, durch einen heftigen Wind zu Boden geworfen wurde. Bezüglich der drei dem Flugzeugführer gemachten Vorwürfe ist folgendes auszuführen:

 

1) Durch die vom französischen Luftfahrtamt erteilten Auskünfte ist der Flughafen zugelassen. Übrigens hatte bei seinem Abflug von dem Flughafen Toussus le Noble Couzon einen Flugplan aufgestellt, welcher von der örtlichen Kontrollstelle in Toussus genehmigt war. Danach war der Flugzeugführer voll und ganz im Recht.

 

2) Couzon war über die Wetterlage auf dem Laufenden, da er morgens von Paris gekommen war und bei der Hochdruckperiode die Wetterlage keineswegs Änderungen ausgesetzt war. Übrigens wurde ihm die Schönwetterlage durch den Aspiranten Martin bestätigt, welcher von der Wetterstation gekommen war, um sich über seine Fahrt nach Brüssel vorher davon zu überzeugen.

Die örtlichen meteorologischen Bedingungen, welche nur für diesen Unfall in Betracht gezogen werden könnten, d.h. der Wind bei Start, waren genau durch die Windfahne angezeigt.

 

3) Es ist völlig falsch, behaupten zu wollen, dass das Flugzeug mit Rückenwind gestartet sei. Hierfür sind zahlreiche berufene Zeugen vorhanden. Zur Zeit des Starts gab die Wetterstation einen Wind aus Nord-Nord-Ost von 20-25 Stundenkilometern an; demnach ist das Flugzeug mit ¾ Vorderwind gestartet. Übrigens führt Couzon an, dass er nicht mit 3 Fluggästen nach Saarbrücken gekommen ist, sondern wie die Saarbrücker Zeitung anführt, mit nur einem (sic! - sollte wahrscheinlich heißen: "nicht mit 3 Fluggästen nach Saarbrücken gekommen ist, wie die SZ anführt, sondern nur mit einem.")

 

Handschriftlicher Vermerk (wahrscheinlich des Ministerpräsidenten persönlich ) unter dem Schreiben:

1) Es liegt kein Interesse an einer weiteren Behandlung vor.  2) z.d.A. 13.5.50 (Handzeichen).

 

 

 

 

b) Bruchlandung einer Bücker Bü 181, SL-AAL, am 20. Dezember 1955

 

 

 

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Über weitere Flugzeugunfälle wird demnächst hier berichtet werden.

 

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- Fortsetzung mit weiteren Flugmaschinen folgt in Kürze! -

 

Wir möchten gerne mehr über den Flugsport und Flugverkehr in den Nachkriegsjahren bis 1959 hier berichten. Wer noch Material aus dieser Zeit zum Kopieren zur Verfügung stellen kann (Fotos, Berichte, Dokumente), wird gebeten, sich mit mir in Verbindung zu setzen (siehe Kontakt-Seite).

 

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Quellen für die Infos zu diesem Thema:

 

- Verschiedene mündliche Zeitzeugenberichte.

- Gerd Gensheimer: "Im Propellerwind", Saarbrücken 2006. Erhältlich beim Autor unter Tel. 0681 / 815372.

 

Internet-Links:

 

- http://www.memotransfront.uni-saarland.de/flughafen_saarbruecken.shtml

- http://www.ebn24.com/index.php?id=26405&L=0       

 

Die Fotos der Sportflugzeuge wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Egon Gross, Lebach, und Gerd Gensheimer, Saarbrücken (falls nicht anders vermerkt).    

 


Diese Seite wurde begonnen am 25.02.2008 und zuletzt bearbeitet am 08.11.2011

 

 

 

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