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und Fotos ergänzt. > Übersichts-Seite
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1) Geschichte der
Fliegerei im Saarland
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Zur
Vorgeschichte (1909 bis 1939):
Die Luftfahrt in
Saarbrücken begann am 19.12. 1909,
als der Ballon "Prinzess Viktoria"
zu einer Fahrt nach Essen von den St. Arnualer
Wiesen abhob. Ab 1911 wurden Flugwettbewerbe
und Flugschauen (zum Teil zu militärischen
Zwecken) auch im Saargebiet durchgeführt,
was zur Eröffnung des ersten Saarbrücker
Flughafens in den St. Arnualer Saarwiesen
führte. Am 19.6.1914 wurde
hier eine Flugzeughalle eingeweiht. Am 17.
September 1928 landete eine 15-sitzige Junkers
G 31 in Saarbrücken, damals das modernste
Landflugzeug der Lufthansa, und wenig später
eine aus Paris kommende "Goliath"
der französischen Compagnie Aérienne
Farman.
Damit war der Anschluss
des Saarlands an das internationale Verkehrsflugnetz
vollzogen. 1929 wurden die Fluglinien Saarbrücken
- Frankfurt und Saarbrücken - Paris
eröffnet. 1932 konnten gut
betuchte Geschäftsreisende und vermögende
Touristen von Saarbrücken aus nach
Berlin, Köln, Stuttgart, München, Düsseldorf
oder Budapest fliegen. Zugleich gewann das
Flugzeug in den 1930er Jahren auch für
den Frachtverkehr an Bedeutung, und |

Das Verkehrsluftschiff
LZ-127 "Graf Zeppelin" kam am
25. Juni 1933 nach
St. Arnual. Es
war 236 m lang, fasste über 100.000
m³ Gas und hatte fünf
Maybach-VL-2 Motoren
mit je 570 PS. Es konnte 20 Passagiere befördern.
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die Flugzeuge
wurden immer größer. Daher
konnte der Standort St. Arnual die
ständig |
steigenden Anforderungen des
wachsenden Flugverkehrs bald nicht mehr erfüllen.
Die Start- und Landebahn war zu klein, die Anflugbedingungen
waren schwierig, die Wohngebiete lagen zu nahe, und
bei Hochwasser der Saar bestand Überflutungsgefahr.
Aus diesen Gründen, vor
allem aber, weil das NS-Regime zur Vorbereitung des
Krieges einen größeren Flughafen als Ersatz
für den bestehenden in St. Arnual benötigte,
wurde schon in den Jahren 1935 bis 1939 damit begonnen,
einen neuen Flughafen
in Ensheim zu
errichten. Eine Zufahrtstraße und eine kleine Landefläche wurden
gebaut. Am 25.
Oktober 1939 endete die Pionierzeit des Flugverkehrs
in der Stadt Saarbrücken, als um 19:10 Uhr die
letzte Linienmaschine der Deutschen Lufthansa auf dem
Flugfeld in St. Arnual landete. Es wurde Ende August
1939 geschlossen, und es war geplant, am 1. September
1939 den neuen Flughafen Ensheim zu eröffnen. Genau
an jenem Tag aber brach der Zweite Weltkrieg aus. Zur Eröffnung kam
es daher nicht mehr, und während des Krieges gab
es überhaupt keinen Flugbetrieb in Saarbrücken.
Foto links: Der Walpershofener
O. Blass 1937 beim Aussteigen
aus einer JU 52 auf dem Flugfeld
Saarbrücken-St.Arnual.
(Foto von Manfred Diehl, Walpershofen)
Entwicklung des Flugwesens
in der Zeit von 1945 bis 1955
Kurz nach dem Krieg wurde wider
Erwarten das St.
Arnualer Flugfeld wieder in Betrieb genommen, und zwar von der französischen
Militärregierung. Es wurde von dem Militärgouverneur
(später Hochkommissar,siehe Geschichte) Gilbert
Grandval verwaltet,
der es für seine Dienstflüge nach und von
Paris nutzte. Sein Flugzeug war eine Nord 1101-Noralpha, sein Pilot der Straßburger Leutnant
Streif. 1950 landete die erste Linienmaschine nach dem Krieg in St. Arnual. Es war eine
Dragon-Rapid der französischen Fluggesellschaft TAW,
die einen
Linienflugbetrieb
von Saarbrücken nach Paris einrichtete. Er wurde bis 1955 aufrecht erhalten.
Da
Grandval selbst Pilot und begeisterter Flieger war,
erteilte er dem Saarland schon
1949 die Genehmigung
für einen eigenständigern Flugbetrieb. Als
im Mai desselben Jahres der Aero-Club-Saar gegründet wurde, durften die Sportflieger wieder fliegen, im Saarland
sogar früher als in der Bundesrepublik, aber -
natürlich - unter französischer Lufthoheit.
Die zuständigen Behörden verlangten von den
zunächst sechs Flugwilligen (darunter einige ältere
Flieger), vor ihrem ersten Start in Saarbrücken
eine gültige französische Fluglizenz zu erwerben.
Da sie noch keine Flugzeuge besaßen (weil ihnen
dafür das Geld fehlte), bauten sie ihren ersten
Schulgleiter, einen SG-38, aus den Teilen dreier Segelflugzeuge zusammen,
die sie vom Aero-Club Saargemünd gekauft hatten.
Er startete am 25.12.1949 zu seinem Jungfernflug.
Das Foto zeigt die Gebäude der Flugleitung und des Wetteramts am Flughafen St. Arnual. (Landesarchiv Saarbrücken, Orient GmbH
Saarlouis.)
Die ersten Motorflugzeuge, die die Saarbrücker Piloten flogen,
waren in Nancy-Essey und Saargemünd stationiert
und trugen daher noch die französische F-Kennung.
Dann begann man damit, alte Vorkriegsmodelle wieder
herzurichten. Die zusammengebastelten Flugzeuge
wurden von den französischen Behörden abgenommen
und zugelassen. Zunächst flogen sie ohne
jegliche Kennung, aber bald erhielt das Saarland eine
eigene Kennung, die aus "SL" und drei weiteren Buchstaben
bestand. Da sie in der BRD noch nicht fliegen durften,
kamen ehemalige deutsche Luftwaffenpiloten
nach Saarbrücken, um hier zu fliegen. Zahlreiche
Flugbegeisterte ließen sich zu Piloten ausbilden.
Darunter waren etliche bekannte Saarbrücker Geschäftsleute,
ohne deren finanzielle Beteiligung ein so früher
Flugbetrieb gar nicht möglich gewesen wäre.
Nach der Volksabstimmung 1955 kam
schließlich das endgültige Aus
für den Flugplatz St. Arnual. Die Flugzeughalle wurde zunächst vermietet
und eine Zeitlang von der Fa. Huppert als Reparaturwerkstatt
für LKW verwendet. Später wurden die Gebäude
abgerissen, und bald war nichts mehr von dem Flugplatz
zu sehen. Der Saarbrücker Pilot Gerd Gensheimer schreibt in seinem Buch "Im Propellerwind"
dazu:

"Dort, wo sich einst Flugzeughalle
mit betoniertem Vorfeld, Flugbe- triebsgebäude,
Rollwege und Grasbahn befanden, verlaufen heute in aufgeschüttetem
Gebiet Autobahn und begradigte Saar. Nichts lässt
mehr darauf schließen, dass hier einmal ein wichtiges
Kapitel deutscher und saarländischer Fluggeschichte,
mit vielen bekannten Persönlichkeiten aus Fliegerei,
Wirtschaft und Politik, geschrieben wurde. Nicht zu
vergessen die Vielfalt der Ballons, Zeppeline und Flugzeuge,
die während dieser Zeit hier zu Gast waren und
mit Aufstiegen und Rundflügen große fliegerische
Begeisterung bei Jung und Alt auslösten. - Kaum
jemand, der heute über die Autobahn an der Stiftskirche
vorbei braust, wird wissen, dass er soeben über
das historische Gebiet des alten Saarbrücker Flughafens
gefahren ist."
Foto rechts: so sieht es heute
auf dem ehemaligen Flughafengelände in St. Arnual
aus. Im Hintergrund sieht man die Stiftskirche, davor
verlaufen die Autobahn 623 und die begradigte Saar.
(Foto: R.
Freyer.)
Die weitere Entwicklung
nach 1955

Von 1955 an wandte man sich wieder dem Ausbau
des neuen Flughafens
Ensheim zu, dessen
Eröffnung und Ausbau wegen des Kriegsausbruchs
1939 gestoppt worden waren und auch nach dem Krieg von
der Joho-Regierung nicht weiterbetrieben wurden. Das
kleine Flugfeld und das Abfertigungsgebäude wurden
nun endlich fertiggestellt, jedoch stagnierte die Entwicklung
jahrelang wegen der geringen Größe des Flugfeldes,
das nur für Sportflieger wirklich gute Bedingungen
bot. Die CDU-Landesregierung beschloß 1964 den
Ausbau nach internationalem Standard. Am 21. August
1967 wurde der Linienflugbetrieb Saarbrücken -
Düsseldorf aufgenommen, 1969 der Ferienflugbetrieb
nach Spanien, und 1972 wurde Saarbrücken- Ensheim
zum 11. Internationalen Verkehrsflughafen der BRD erklärt.
Fotos: Flughafen Saarbrücken
Ensheim, links 1955, unten 1958
(Diese drei Aufnahmen: © Landesbildstelle Saarland im LPM, Marcel
Klippel)

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2) Der Flughafen St. Arnual
("Daarler Flughafen")

Auf diesem alten Saarbrücker
Stadtplan (von 1927) ist unten rechts der ehemalige
Flughafen St. Arnual zu sehen. Die Saar macht in Richtung
Brebach noch eine große Schleife, von der heute
nur noch zwei kurze Seitenarme übrig sind. Heute
fließt sie etwa dort, wo früher die Flugzeughalle
stand, und parallel dazu, zwischen Saar und Stiftskirche
und den östlichsten Häusern von St. Arnual,
verläuft die Autobahn.
Hier
eine Ausschnittsvergößerung:


Flughafen St. Arnual, etwa von der Stiftskirche
aus nach Osten gesehen. Im Hintergrund erkennt man Teile
von Brebach und die Halberger Hütte. Das Foto ist
von 1930. (Foto: Landesarchiv
Saarbrücken, Fotograf: Hans-Jürgen Hartmann)
Die gesamte Wiesenfläche,
auf der sich der Flughafen befand, hatte eine Länge
von etwa 1400 m und eine Breite von 700 m. Nach 1945
wurde er zum Schutz vor Überflutung durch einen
von NW nach SO verlaufenden Wall aus Trümmerschutt
der Länge nach getrennt, so dass nur noch ein etwa
300 m breites Feld auf der St. Arnualer Seite übrig
blieb. Darin stand eine Grasbahn als Start- und Landebahn
zur Verfügung, die im Norden auf den späteren
Schlachthof zulief (in der Karte oben noch nicht eingezeichnet).
Das Vorfeld war betoniert.

Blick von oben auf die Flugzeughalle
und einen Teil des Flugfeldes während einer Flugvorführung
1954, Blickrichtung etwa nach SW. Die Stiftskirche (auf
der Karte oben als "Ev. Kirche" bezeichnet)
stand rechts, außerhalb des Bildes. fFoto: Landesarchiv Saarbrücken, Azur-Luftbild)

Flugzeughalle,
rechts dahinter die Stiftskirche. Flug
über Saarbrücken, kurz nach dem Start von
St. Arnual.
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3) Saarländische Flugzeuge
Hier gibt es einige Flugzeuge
der unterschiedlichsten Arten aus jener Zeit zu sehen.
(In Kürze wird es noch mehr davon geben!)
a) Auf dem Flughafen St. Arnual

Die meisten der im autonomen
Saar- land zugelassenen Flugzeuge trugen, wie dieses
"Grunau Baby
II", das saarländische Wappen am Heck.
Hintergrundinfos zu dem Flugzeugtyp
(nach http://www.bredow-web.de/):
Das einsitzige Schulsegelflugzeug
Grunau Baby war der weltweit meist gebaute
Segler der 30er und 40er Jahre. Es hatte eine Spannweite
von 13,50 m, war 6,50 m lang und wurde ab 1933 vom Segelflugzeugbau
Schneider in Grunau (Schlesien) gebaut. Es erreichte
eine Höchst- geschwindigkeit von 200 km/h. Nach
dem Krieg wurden die meisten "Babys" in den
Fliegergruppen nach Werksplänen im Eigenbau erstellt.
Diese Bücker 181 wurde am 1. März 1955 von Paris-Meulan
nach Saar- brücken überführt. Der Pilot
war Franz Klein
(auf dem Foto
direkt an der Maschine stehend). Als er in Ensheim landen
wollte, flog er zuerst im Tiefflug über den Flughafen,
der damals bereits in Betrieb war. Da aber noch gefährliche
"Schneepatches" auf dem Flugfeld lagen, winkten
zwei Verantwortliche ab und wiesen in Richtung Westen
(es gab noch keinen Tower und keine Funkverbindung).
Statt zu gehorchen und nach Metz zu fliegen, landete
Klein die Maschine noch einmal auf dem eigentlich schon
geschlossenen, aber fast schneefreien Flugfeld in St.
Arnual. Ein paar Tage später flog er sie dann nach
Ensheim.
(Zeitzeugenbericht von E.
Gross und Fr. Klein)

Der Hohe Kommissar des Saarlandes,
Gilbert Grandval, war selbst Pilot und begeisterter
Flieger. Hier steht er (mit gefalteten Händen)
vor seiner Maschine auf dem St. Arnualer Flugplatz.
Der Reporter von Radio Saarbrücken (mit dem Mikrophon
in der Hand) befragt ihn wohl über die Ergebnisse
der Reise, von der er offensichtlich gerade zurück-
gekommen ist, und auf der ihn möglicherweise Minister
Erwin Müller (links neben ihm) begleitet hat. -
Im Hintergrund sind Teile der Halberger Hütte zu
sehen.
Foto: ©
Walter Barbian

Diese SIPA S 901 mit dem Namen
"Europa" hatte Hochkommissar Grandval der
studentischen Flugsportgruppe Saarbrücken geschenkt.
Hier ist sie auf dem Flughafen
St. Arnual gelandet.
Es ist Dezember 1951.
Foto: Universitätsarchiv

Mit dieser Maschine wurde viele
Jahre lang Werbung für das
Kaufhaus Sinn (Saarbrücken
und Neunkirchen) geflogen.
b) Auf dem
Flugplatz La Motte in Lebach

Einweihung des Flugplatzes La Motte in Lebach
durch Pastor Kneipp am 16. September 1956


Die Piper J3 mit dem Kennzeichen
SL-AAZ und mit Reklamebeschriftung "EDEKA",
hier auf dem Landeplatz
des Flugsport-Clubs Lebach bei
Schloss La Motte im Jahr 1956.
Die Personen auf dem Bild unten
sind Karl Jenal, Helmut Hübsch und Franz Klein.
Alle La-Motte-Fotos: Flugsport-Club
Lebach.

Karl Jenal, Helmut Hübsch
und Franz Klein


Flugtag 1957 auf dem
Flugplatz Lebach - La Motte


c) Auf dem Flughafen Ensheim

Eine -Piper PA16 (mit der Kennung
SL-AAU und dem Landeswappen
am Heck) vor der Flugzeughalle in Ensheim.
Am Steuerknüppel sitzt Franz Klein,
der die Maschine 1956 in Bordeaux für
Heinrich Thielen (der rechte in der Dreiergruppe)
gekauft hatte. Ende der 50er/ Anfang der
60er Jahre wurde sie an die Firma Fauser verkauft und flog
von da an mit dem Schriftzug "Landsieg". Ihr Ende
war tragisch: sie stürzte ab und schlug
in in einem Garten zwischen der Ensheimer
Straße und der Albert- Weisgerber-Allee
in St. Ingbert auf. Die beiden Insassen
fanden dabei den Tod.
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Die Jodel D-112 mit der Kennung SL-AAO gehörte
Reinhard Schwindt (Büromaschinen).
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4) Flugzeugunglücke
a) Mai 1950: Absturz einer
zweimotorigen Nobel auf den Saarbrücker Schlachthof
Nicht immer geht alles glatt
im Flugverkehr. Am 9. Mai 1950 ereignete sich zum Beispiel
in der Nähe des St. Arnualer Flughafens ein Unfall,
bei dem die Maschine vollkommen zerstört und die
Insassen verletzt wurden. Der folgende Text wurde zwecks
Veröffentlichung vom Informationsamt der Regierung
an die Presseagenturen, die saarländischen Zeitungen
und Radio Saarbrücken geschickt:
Am Dienstag, den
9. Mai 1950, landete auf dem für den
internationalen Flugverkehr gesperrten Flugfeld
in St. Arnual eine mit vier Personen besetzte
zweimotorige Maschine Typ Nobel.
Der Pilot startete
nachmittags um fünf Uhr mit den drei
Insassen, ohne sich vorher beim Wetterdienst
zu erkundigen. Die Maschine hatte vermutlich
Rückenwind und gewann so keine Höhe.
Sie schlug mit dem Leitwerk auf eine ungedeckte
Halle des Saarbrücker Schlachthofes
auf und stürzte auf dem Schlachthofgelände,
wenige Meter entfernt von vier Schlachthofmitarbeitern,
ab. Einer der Insassen flog aus der Maschine
heraus, die anderen konnten aus der sofort
in Brand geratenen Maschine heraus gerettet
werden. Während der Pilot keine nennenswerten
Verletzungen erlitt, wurden die drei Passagiere
verletzt und in das Bürgerhospital
eingeliefert. Der Pilot wurde in das evangelische
Krankenhaus überführt.
Das Flugzeug, das
einer Pariser Firma gehört, ist in
Frankreich zugelassen und in dem Ort Toussy
bei Paris*) stationiert. Die
sofort benachrichtigte Feuerwehr konnte
die Maschine nicht mehr retten, von der
nur noch neben den Motorenteilen ein Häufchen
Asche übrig blieb. Die Insassen sind
sämtlich in Paris ansässig.
Bei den Passagieren
handelt es sich um den Generaldirektor der
Elsässischen Kaligruben Mühlhausen,
Louis Urbach, und um die Industriellen Pierre
Masnejean und Pierre Decourbay, die mit
dem Piloten wieder nach Paris zurückfliegen
wollten. Sie besuchten heute die Saarmesse
Die polizeilichen
Ermittlungen sind noch im Gange.
Der Leiter des Informationsamtes
(Dorscheid)
*)
gemeint ist wahrscheinlich der in dem folgenden
Schreiben genannte Flugplatz Toussus le
Noble.
|
Am folgenden Tag wurde "von
zuständiger Stelle" eine Richtigstellung versandt; aus dem nachfolgend wiedergegebenen
Schreiben geht nicht hervor, von wem und an wen. Offensichtlich
kam sie aus Kreisen der Flugplatzleitung und wurde an die Zeitung geschickt,
von wo sie zum Informationsamt geleitet wurde. (Quellenangabe für die
beiden Schreiben: Landesarchiv Saarbrücken, Informationsamt.)
Zu dem Artikel in
der Ausgabe vom Mittwoch (Nr. 106) der Saarbrücker
Zeitung betr. den Flugzeugunfall in Saarbrücken
erhalten wir von zuständiger Stelle
die nachstehende Berichtigung:
In dem Artikel beschuldigt
die Saarbrücker Zeitung heftig den
Flugzeugführer, dass er für den
Flugzeug-Unfall verantwortlich sei und drückt
sich hierbei in folgender Form aus:
1) Er hätte
den Flughafen in St. Arnual angeflogen,
obwohl das Gelände für den Flugbetrieb
gesperrt ist.
2) Er sei gestartet,
ohne vorher die Wetterstation befragt zu
haben.
3) Er wäre mit
Rückenwind gestartet, wodurch er nicht
die nötige Höhe erreichen konnte.
Der Flugzeugführer,
Herr Couzon, welcher hiervon in Kenntnis
gesetzt wurde, protestiert energisch gegen
derartige Äußerungen und verlangt,
dass ein formelles Dementi in der Presse
und durch Radio veröffentlicht wird,
und dass man sich bei ihm entschuldigt.
Andernfalls würde er nicht davon Abstand
nehmen, den gerichtlichen Weg zu beschreiten.
Die einzige Ursache ist die, dass das Flugzeug,
als es die Hindernisse im nördlichen
Teil des Flughafens nahm, durch einen heftigen
Wind zu Boden geworfen wurde. Bezüglich
der drei dem Flugzeugführer gemachten
Vorwürfe ist folgendes auszuführen:
1) Durch die vom
französischen Luftfahrtamt erteilten
Auskünfte ist der Flughafen zugelassen.
Übrigens hatte bei seinem Abflug von
dem Flughafen Toussus le Noble Couzon einen
Flugplan aufgestellt, welcher von der örtlichen
Kontrollstelle in Toussus genehmigt war.
Danach war der Flugzeugführer voll
und ganz im Recht.
2) Couzon war über
die Wetterlage auf dem Laufenden, da er
morgens von Paris gekommen war und bei der
Hochdruckperiode die Wetterlage keineswegs
Änderungen ausgesetzt war. Übrigens
wurde ihm die Schönwetterlage durch
den Aspiranten Martin bestätigt, welcher
von der Wetterstation gekommen war, um sich
über seine Fahrt nach Brüssel
vorher davon zu überzeugen.
Die örtlichen
meteorologischen Bedingungen, welche nur
für diesen Unfall in Betracht gezogen
werden könnten, d.h. der Wind bei
Start, waren genau
durch die Windfahne angezeigt.
3) Es ist völlig
falsch, behaupten zu wollen, dass das Flugzeug
mit Rückenwind gestartet sei. Hierfür
sind zahlreiche berufene Zeugen vorhanden.
Zur Zeit des Starts gab die Wetterstation
einen Wind aus Nord-Nord-Ost von 20-25 Stundenkilometern
an; demnach ist das Flugzeug mit ¾
Vorderwind gestartet. Übrigens führt
Couzon an, dass er nicht mit 3 Fluggästen
nach Saarbrücken gekommen ist, sondern
wie die Saarbrücker Zeitung anführt,
mit nur einem (sollte wahrscheinlich
heißen: "nicht mit 3 Fluggästen,
wie die SZ anführt, sondern nur mit
einem.")
Handschriftlicher
Vermerk (wahrscheinlich des Ministerpräsidenten persönlich ) unter dem Schreiben: 1) Es liegt kein
Interesse an einer weiteren Behandlung vor. 2) z.d.A. 13.5.50 (Handzeichen).
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b) Bruchlandung
einer Bücker
Bü 181,
SL-AAL, am 20. Dezember
1955

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Über
weitere Flugzeugunfälle wird demnächst hier
berichtet werden.
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- Fortsetzung mit weiteren Flugmaschinen
folgt in Kürze! -
Ich möchte
gerne mehr über den Flugsport und Flugverkehr
in den Nachkriegsjahren bis 1959 hier berichten.
Wer mir noch Material aus dieser Zeit ausleihen
kann (Fotos, Berichte, Dokumente), wird
gebeten, sich mit mir in Verbindung zu setzen
(siehe Kontakt-Seite).
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Quellen für
die Infos zu diesem Thema:
- Verschiedene mündliche
Zeitzeugenberichte.
- Gerd Gensheimer:
"Im Propellerwind", Saarbrücken
2006. Erhältlich beim Autor unter Tel.
0681 / 815372.
Internet-Links:
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http://www.memotransfront.uni-saarland.de/htm/5x12.htm
-
http://www.ebn24.com/?page=3&id=929&sprach_id=&projekt=&land=&st_id=&seite=1.
Die Fotos der Sportflugzeuge
wurden freundlicherweise zur Verfügung
gestellt von Egon Gross, Lebach, und Gerd
Gensheimer, Saarbrücken
(falls nicht anders vermerkt). |
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