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Eisenbahnen

 

 

 

im Saarstaat

 

 

 

(SEB und EdS)

 

 

 

Dieses Kapitel ist noch im Aufbau. Es soll ausführlich über die Entwicklung der saarländischen Eisenbahnen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis etwa 1960 berichten. Derzeit ist es noch in der Anfangsphase, wird aber jetzt "ZÜGIG" weiter ausgebaut.

 

> Ausführliche Übersichts-Seite des Kapitels VERKEHR

Foto: Georg Dollwet    

 Die Lok 38 2379, hier im Jahr 1951 mit einem Personenzug unterwegs.


 

Bitte besuchen Sie auch unsere Seite über die große Ausstellung "Aus 100 Jahren Post und Eisenbahn", die im Jahr 1952 im Bexbacher Blumengarten stattfand. Auf der Seite Loktransport finden Sie Bilder und Erläuterungen zu einem außergewöhnlichen Transport einer Lok.

 


 

 

A) Zur Vorgeschichte: Wie die Eisenbahn ins Saarland kam

 

Die ersten Eisenbahnen wurden von Dampflokomotiven gezogen. Etwa 1820 begannen in Deutschland die ersten Versuche mit mehr oder weniger untauglichen Loks. Im Dezember 1835 fuhr auf der Bayerischen Ludwigsbahn zwischen Nürnberg und Fürth die erste deutsche Eisenbahn. Ihre Lokomotive trug den Namen "Adler".

 

Schon bald danach kam die Eisenbahn auch in die Gegend des heutigen Saarlandes. Grund für ihre frühzeitige Einführung waren unsere reichen Kohlevorkommen. Die Kohle wurde im Zuge der gegen Ende des 18. Jahrhunderts begonnenen Industrialisierung dringend gebraucht. Für den Transport des schwarzen Goldes verwendete man zunächst Pferdewagen, später Pferdebahnen mit hölzernen Schienen und Schwellen. Doch dann begann der Siegeszug der Dampfeisenbahn.

 

Man begann mit dem Bau der Strecke von Ludwigshafen durch die Pfalz nach Saarbrücken, und im Juli 1848 erreichte die erste Dampflok von Kaiserslautern kommend bei Homburg zum ersten Mal das Gebiet des heutigen Saarlandes. Die Strecke wurde nun zunächst bis Bexbach weitergebaut, und im Juni 1849 zog zum ersten Mal eine Dampflok einen Zug vom neu erbauten Bahnhof Bexbach aus nach Homburg. Im August 1849 war schließlich die ganze Strecke von der Rheinschanze bei Ludwigshafen bis Bexbach durchgehend befahrbar. 1852 wurde die Strecke von Metz über Saarbrücken nach Neunkirchen eröffnet, und schon 1860 waren auch die Verbindungen von Saarbrücken nach Trier und durch das Nahetal nach Kreuznach fertiggestellt.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland bereits mit einem engmaschigen Netz an Eisenbahnverbindungen überzogen. Damit konnte man nun schnell und bequem reisen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Eisenbahnen an der Saar ein wichtiger Teil des preußischen Eisenbahnnetzes. Im Krieg diente die Eisenbahn aber praktisch nur noch militärischen Zwecken.

 

Zwischen den Weltkriegen weitete sich der Eisenbahnverkahr wieder aus, obwohl auf Grund der wachsenden Ausbreitung des Kraftfahrzeugs als Massenverkehrsmittel einige Eisenbahnstrecken in den 30er Jahren schon wieder stillgelegt werden mussten.

 

Der Zweite Weltkrieg begann im Saarland 1939 mit einer ersten Evakuierungswelle. Dabei bot das vorhandene Eisenbahnnetz die besten Transportmöglichkeiten, wobei die meisten Menschen nicht in Reisezugwagen, sondern in gedeckten Güterwagen fahren mussten. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde das Bahnnetz wiederum hauptsächlich durch das Militär genutzt. Soldaten und Unmengen von Material waren zu transportieren.

 


 

 

B) Die ersten Jahre nach dem Krieg (1945 - 47)

 

1944 mussten die Menschen in der zweiten Evakuierung wiederum aus dem Saarland ins Landesinnere des Reichs befördert werden. Gegen Ende des Krieges wurde der größte Teil der Eisenbahnanlagen - Strecken, Brücken, Tunnel, Bahnhöfe - zerstört, entweder von deutschen Soldaten auf dem Rückzug oder von den einmarschierenden alliierten Truppen.

 

 

Der Neunkircher Bahnhof zu Friedenszeiten, etwa um 1930.

 

 

Derselbe Bahnhof in Neunkirchen, nach dem Krieg (1945).

(Fotos: Sammlung Hansjürgen Wenzel)

 

Ab Mitte des Jahres 1944, ein Jahr vor dem offiziellen Kriegs- ende, konnte von einem geregelten Bahnbetrieb im Saarland nicht mehr die Rede sein. Mit einer einzigen Fliegerbombe wurde z.B. am 27.8.44 der Dillinger Bahnhof in eine Trümmerwüste verwandelt. Die Bombe hatte einen dort abgestellten Munitionszug getroffen. Auch die anderen saarländischen Bahnhöfe wurden schwer beschädigt, und am 27.5.44 und 5.10.44 wurden die Saarbrücker Bahnanlagen so schwer getroffen, dass für jeweils mehr als eine Woche kein Durchgangsverkehr mehr möglich war. Es ist verwunderlich, dass auch nach den schwersten Zerstörungen immer wieder in kurzer Zeit ein Notbetrieb möglich gemacht werden konnte. Im Spätsommer 1944 begann die Evakuierung der noch im Land verbliebenen Bevölkerung ins Reichsinnere. Die Züge fuhren wegen der ständigen Bombardierungen nur noch nachts und erreichten ihre Ziele in Hessen und Bayern meist erst nach Tagen. Zerstörte Bahnhöfe wurden nach Möglichkeit über Ausweichstrecken umfahren.

 

Anfang 1945 wurden im Saartal schwerste Kämpfe ausgetragen und in vielen Orten die Bahnanlagen vollkommen in Trümmer gelegt, Tunnels und zahlreiche Brücken gesprengt. Als am 21.3.45 Saarbrücken und Neunkirchen von den Amerikanern besetzt wurden, schwiegen die Waffen im Saarland endgültig. Die Gleisanlagen waren vielerorts völlig verwüstet. Im Saarbrücker Hbf soll es keine Schiene mehr gegeben haben, die länger als 2 Meter war. Insgesamt waren im Saarland ein Viertel der Gleisanlagen, über 200 Brücken, 27 Tunnels und fast 90 % der Bahnhöfe zerstört. Die Hälfte der vorhandenen Lokomotiven wiesen schwere bis schwerste Schäden auf; ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Wagen. Aber noch vor dem offiziellen Waffenstillstand am 8.5.45 hatten amerikanische Feldeisenbahner einige Verbindungen schon wieder hergestellt. Es gelang ihnen z.B., ein Gleis von Saarbrücken über Homburg nach Bad Kreuznach wieder befahrbar zu machen, ein weiteres von Sbr.-Schleifmühle durch das Fischbachtal nach Neunkirchen, von da nach Homburg und über Bad Münster am Stein bis Mainz. 

Kleinere örtliche deutsche Verwaltungsorganisationen durften nun damit beginnen, Gleise wiederherzustellen und verstreute Lokomotiven, Wagen und sonstiges Material einzusammeln. So wurde im Saarland in erstaunlich kurzer Zeit unter denkbar ungünstigen Bedingungen ein Eisenbahnverkehr in bemerkenswer- tem Umfang wieder hergestellt.

 

Eine einheitliche Eisenbahnverwaltung gab es zunächst noch nicht. Anfangs hatte das US-Militär die Bahnauf- sicht übernommen. Sie ging am 10. Juli 1945 auf die Franzosen über, nachdem diese den linksrheinischen Teil der amerikanischen Besatzungszone übernommen hatten. Sie gründeten das "Détachement d'Occupation des Chemins de Fer Français" (DOCF) mit Sitz in Speyer. Im Juni oder Juli 1945 veranlassten sie den Wiederaufbau der Reichsbahndirektion (Rbd) Saar- brücken. Deren neuer Präsident, Dr. Karl Fischer, war an die Weisungen des DOCF gebunden. Da er dieser Forderung aber häufig nicht nachkam, wurde er nach der endgültigen Auflösung der Rbd Saarbrücken (sie erfolgte am 31. Juli 1946) aus dem Saarland ausgewiesen.

Lok 78 317 in Saarbrücken 1949. (Foto: Oswald Kunz, Sammlung Hansjürgen Wenzel)

Schon an solchen rigurosen Maßnahmen konnte man erkennen, wie entschlossen die Franzosen vorgingen, um ihre Vorstellungen über die Zukunft der Saar durchzusetzen. Vom 1. Juli 1946 bis zum 31. März 1947 war nun die Eisenbahndirektion Saarbrücken für die Belange der Bahn zuständig. Danach wurde (am 1. April 1947) dem Eisenbahnwesen im Saarland von der französischen Besatzungsmacht eine eigene Verwaltung gegeben. Sie trug den Namen "Saarländische Eisenbahnen" (SEB).  

 

 

Die Fortsetzung der Geschichte der Eisenbahn im Saarland folgt demnächst!

 

Als weitere Abschnitte sind geplant:

 

C) Die Entwicklung der SEB nach 1947

 

D) 1951: Die SEB wird zur E.d.S. (Eisenbahnen des Saarlandes)

 

E) 1959: Aus der E.d.S. wird die Bundesbahndirektion Saarbrücken

 

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Grundlage dieser Ausführungen über den Wiederaufbau der saarländischen Eisenbahnen ist u.a. das Buch von Kurt Harrer: Eisenbahnen an der Saar - Eineinhalb Jahrhunderte Eisenbahngeschichte zwischen Technik und Politik. Düsseldorf 1984. Wir danken dem Autor für seine Unterstützung.

 

 

Nachfolgend finden Sie einige Bilder und Infos über die saarländischen Eisenbahnen.

 

Eisenbahner-Uniformen in der Saarstaat-Zeit

 

 

Soweit uns bisher bekannt ist, gab es in der Zeit nach dem Krieg keine eigenen Uniformen für die Eisenbahner im Saarland. Wahrscheinlich trugen sie einfache Uniformen in dem Schnitt, wie er bis 1945 allgemein bei der Reichsbahn üblich war, jedoch ohne irgendwelche Rangabzeichen.

 

Nur an den Mützen befand sich das Flügelrad als Eisenbahnabzeichen:

 

 

Das Bild rechts zeigt den Fahrdienstleiter Alois Giehr, wie er auf dem Bahnhof Heusweiler das Abfahrtssignal für den Zug der Köllertalbahn gibt. (Mehr über die Köllertalbahn finden Sie demnächst auf dieser Seite.)

 

Danke an Jürg Wendler, Bonn, für Auskunfte. Mütze aus der Sammmlung Wolfgang Schöpp, Foto Torsten Gatzke. Foto rechts: Alois Giehr, Heimatkundlicher Verein Köllertal e.V.

 

Demnächst werden wir weitere Einzelheiten über die Eisenbahn-Uniformen im Saarland in der Zeit von 1945 bis etwa 1960 hier veröffentlichen.

 

 

     

Saarbrücker Hauptbahnhof um die Mittagszeit in den frühen 50er Jahren. (Foto: Günther Faust)

 

     

Saarbrücker Hauptbahnhof 1954, Blick auf Gleis 1. (Foto aus dem Jahresbericht der EDS von 1954)

 

 

 

Lokomotiven bei den saarländischen Eisenbahnen

 

In diesem Abschnitt wollen wir die wichtigsten Loks aus dem Bestand der SEB und EdS vorstellen. Es beginnt mit einer Lok der Reihe 42.

 

 

 

SAAR 42 2356. Die Baureihe 42 wurde von 1943 bis 1949 in verschiedenen Werken (z.B. Berlin, Wien, Esslingen) produziert. Ursprünglich war der Bau von etwa 8000 Stück geplant, aber es wurden schließlich nur insgesamt 1061 Stück hergestellt. Die Loks waren für schwere Güterzüge gedacht. Die Deutsche Reichsbahn schaffte sie als Kriegslokomotive KDL 3 an. Nach dem Krieg wurden sie als "Baureihe 42" weitergeführt. Sie wurden auch in andere Länder geliefert.  In Deutschland wurden sie bis 1956 ausgemustert, weil Kessel und Fahrwerk gegen Schäden anfällig waren (bei Cochem war z.B. 1951 ein Kessel zerknallt).

 

Die Eisenbahnen des Saarlandes betrieben 21 Lokomotiven der Baureihe 42. Diese übernahm nach dem Anschluss der Saar an die BRD 1957 die Deutsche Bundesbahn. Sie wurden aber nur im Raum Saarbrücken für Erztransporte und im Verschiebedienst eingesetzt. Die letzte Lok dieses Typs wurde am 10. Oktober 1962 im Saarland ausgemustert. In anderen europäischen Ländern wurden die Loks aber weiter betrieben, und in Polen sollen noch heute eine oder zwei von ihnen in Betrieb sein.

 

Die SAAR 42 2356 steht auf unserem Bild 1952 am Bahnhof Bexbach. Sie konnte dort anlässlich der Ausstellung "Aus 100 Jahren Post und Eisenbahn" besichtigt werden. (Mehr zu dieser Ausstellung.)

 

Die Infos zu diesem Text sind aus dem Wikipedia-Artikel "DRB-Baureihe 42"

 

                                                                                                                                                                                                 

 

Diese Wagen wurden wahrscheinlich 1955 im Eisenbahn-Ausbesserungswerk Burbach gebaut. Näheres darüber in Kürze an dieser Stelle!

 

 

 

Die SEB werben für Reisen in beliebte Urlaubsorte.

 

 

Eisenbahn-Dokumente:

 

 

   

 

 

 

Abbildung links:

 

Der Lokomotivführer Nikolaus Schappert befuhr bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst im Jahr 1963 als Oberlokführer des BW St Wendel mit "seiner" P8 (Baureihe 38) überwiegend die Strecke Saarbrücken-Bingerbrück.

 

Am 1. April 1953 wurde er vom Direktor der EdS anlässlich seines 35-jährigen Dienstjubiläums mit dieser Urkunde geehrt.

 


 

Dieses Kapitel über die Eisenbahnen im Saarstaat ist noch im Ausbau wird in Kürze fortgesetzt.

 


 

Quellenangaben und Literaturhinweise:

 

Ausführliche Informationen über die Entwicklung der Eisenbahnen im Saarland von den Anfängen (um 1850) bis heute finden sich u.a. in::

 

- Kurt Harrer: Eisenbahnen an der Saar - Eineinhalb Jahrhunderte Eisenbahngeschichte zwischen Technik und Politik. Düsseldorf 1984.

  Hinweis: Das Buch ist zwischenzeitlich vergriffen und nur noch antiquarisch erwerbbar.

- Kurt Hoppstädter: Die Entstehung der saarländischen Eisenbahnen. (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde des Saarlandes, 2)

  Saarbrücken 1961.

- Zeitschrift Eisenbahn-Kurier, EK Special Nr. 86, 3. Quartal 2007: Die Eisenbahn im Saarland. (www.eisenbahn-kurier.de)

- Eisenbahnoberrat Halm: Die Eisenbahnen des Saarlandes. In: Wirtschaftliches und kulturelles Handbuch des Saarlandes. Saar-

  brücken 1955.

- Engelbert Zimmer: Die Saarbrücker Eisenbahnverwaltung im Wandel der Zeit 1847 - 1957. Mitteilungen für den saarländischen

  Eisenbahner. Sondernummer. Saarbrücken, Oktober 1959.

- Ankunft Saarbrücken Hbf... 150 Jahre Eisenbahnan der Saar. Hg. vom Chef der Staatskanzlei - Landesarchiv in Zusammenarbeit mit

  dem Historischen Museum Saar und dem Stadtarchiv Saarbrücken. Bearbeitet von Michael Sander. Saarbrücken 2002.


 

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Diese Seite wurde begonnen am 20.07.08 und zuletzt bearbeitet am 25.4.2013

 

 

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